Nachts kann es sogar ganz schön frisch werden,
vor allem Donnerstagmorgen sind Tiefstwerte bis zu 4 Grad möglich. Ab
Freitag ändern sich die Temperaturen aber deutlich, dann sind
tagsüber meist Höchstwerte von 20 bis 28 Grad zu erwarten. Die
Luftmasse, die uns diese höheren Temperaturen beschert, hat jedoch
einen Nachteil: Sie ist feucht. Damit ist wieder mit zunehmender
Schwüle zu rechnen. Wann genau ist es denn schwül?
Zur Definition der Schwüle sind zwei Faktoren wichtig: Zum einen die
Temperatur und zum anderen der Feuchtegehalt der Luft. Dieser
Feuchtegehalt wird in der Meteorologie in zwei Formen beschrieben.
Dabei stellt die absolute Feuchtigkeit den tatsächlich in der Luft
vorhandenen Wasserdampf pro Kubikmeter Luft dar, also die tatsächlich
in ihr vorhandene Feuchtigkeit. Bei der relativen Feuchtigkeit wird
die absolute Feuchtigkeit ins Verhältnis zur maximal möglichen
gesetzt.
Ein Schwüleempfinden stellt sich ab einem Grenzwert von 13,5 g
Wasserdampf pro Kubikmeter Luft (absolute Feuchtigkeit) ein. Diese
Menge an Feuchtigkeit kann die Luft aber erst ab 16 Grad aufnehmen,
darunter ist es physikalisch nicht möglich. Daher stellt sich ein
Schwüleempfinden überhaupt erst ab dieser Temperatur von 16 Grad ein.
Je höher die Temperatur steigt, desto mehr Feuchtigkeit kann sie
aufnehmen. Das bedeutet aber, dass der Grenzwert bei höheren
Temperaturen schon bei geringeren relativen Feuchtigkeiten erreicht
wird.
Bei 20 Grad reicht schon eine relative Feuchtigkeit von 78 % für ein
Schwüleempfinden aus, bei 25 Grad sind es nur noch 60 %. Bei 30 Grad
braucht man nur noch 45 %, bei 35 Grad 34 %. Je höher also die
Temperatur steigt, desto schneller kann es auch schwül werden.
Für die Vorhersage der Schwüle benutzt der Meteorologe den
sogenannten Taupunkt. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die
relative Feuchtigkeit 100 % beträgt. Eine warme und trockene
Luftmasse müsste demnach stark abgekühlt werden, damit sie die 100 %
erreicht. Die Taupunktstemperatur liegt also meist unterhalb der
tatsächlichen Temperatur, bei 100 % relative Feuchtigkeit sind beide
Temperaturen gleich. Eine hohe Taupunktstemperatur zeigt nun eine
hohe Feuchtigkeit an. Ab einer Taupunktstemperatur von 16 Grad ist
daher Schwüle zu erwarten, ab 20 Grad wird es schon ziemlich
unangenehm.
Am Freitag und am kommenden Wochenende wird der Taupunkt gebietsweise
zwischen 16 und 18 Grad liegen, teilweise auch noch höher. Vor allem
zum Sonntag hin sind über 20 Grad Taupunkt möglich. Für Entlastung
könnten dann Gewitter sorgen, die sind aber bei hohen
Luftfeuchtigkeiten am Wochenende auch ziemlich wahrscheinlich.
Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.06.2012
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