Surfreviere: Seehamer See
Allgemeine Info
Autor: Dirk von dem Knesebeck Der Seehamer See ist ein künstlicher See, der durch Bau eines Damms am Westufer und einer Betonmauer am Ostufer in den Jahren 1911 bis 1913 angestaut wurde. Der Grund hierfür ist der Bau eines Wasserkraftwerkes. Über kilometerlange Rohrsysteme wird den Oberläufen der Mangfall, Schlierach und der Leitzach Flusswasser entnommen und dem See zugeführt. Aus dem See wiederum fließt das Wasser in ein Wasserkraftwerk bei Vagen. Dort wird das Wasser in großen Betonbecken gesammelt und, bei Bedarf, mit überschüssigem Strom zurückgepumpt in den Seehamer See. Auf diese Weise bildet der See eine Art natürliche Batterie. Für Spitzenbedarfszeiten steht erneut genügend Wasser zur Energiegewinnung zur Verfügung. Die Vögel halten sich deshalb gerade im Winter auf dem Seehamer See auf, da der See aufgrund der Schwankungen des Wasserspiegels selten ganz zufriert. Bis zum Winter 2006 haben das auch Surfer sehr geschätzt, da am Seehamer See immer eisfreie Flächen zum Wintersurfen bei stürmischen Warmlufteinbrüchen aus Westen blieben. Dann allerdings hat das Landsratsamt Miesbach zum Schutz der Vögel durch eine Verordnung den Wassersport verboten. In der Zeit zwischen dem 01. Dezember eines Jahres bis zum 14. April des nächsten Jahres gilt absolutes Wassersportverbot. Das Surfverbot sollte unbedingt eingehalten werden, da der Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz in Miesbach, ein Rauschebart namens Gerhard Kinshofer, sonst die Polizei alarmiert. Er ist gerade bei stärkerem Wind regelmäßig am Seehamer See, unfreundliche Zeitgenossen würden sagen, er läge auf der Lauer. Zur Klarstellung: Bis zum Verbot hatten wir nie auch nur den Eindruck, dass sich die Vögel an den Windsurfern stören (wenn überhaupt Vögel da waren). Da nun aber rechtlich Fakten geschaffen wurden, sollten wir uns unbedingt auch daran halten (wenn wir nicht doch irgendwann Popularklage vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die Verordnung erheben). WindAm Seehamer See funktioniert nur Wind aus westlichen Richtungen, da der See im Osten von Wäldern dicht umstellt ist. Der Westwind bläst dafür mit voller Wucht. Der See liegt erhöht auf einem Plateau zwischen den Tälern der Flüsse Mangfall und Leitzach (deshalb das Wasserkraftwerk …). Zudem lässt sich auf „Google Maps“ sehr gut erkennen, dass der See nach Westen hin völlig frei ist. Oft entsteht sogar der Eindruck, der Wind gibt auf seinem Weg über den Seehamer See richtig Gas. Wenn in Oberbayern das Wasser fliegt, dann am Seehamer See erst recht. Der Wind ist meist böig, aber wo ist der Westwind das nicht. Ob böiger als am Ammersee und Starnberger See ist wohl Glaubensfrage. Fakt ist, dass der Seehamer See an starken Westwindtagen gleichmäßigen kräftigen Druck im Surfsegel erzeugt und auch an mittelmäßigen Westwindtagen lange Böen mit sehr gut surfbarem Wind wirft. Selbst Wind aus Südwest kommt gut an, obwohl der Wind dann über ein Waldstück am Südufer des Sees strömt. Solche Tage, an denen Surfer fast parallel zum Ufer gleiten sind aber sehr selten. Plateaulage sowie Zuschnitt des Sees und seiner Umgebung lenken den Südwestwind hier ganz offensichtlich fast immer zurück auf West. Das ist im Übrigen der große Vorteil des Seehamer Sees: Der Südwestwind drückt hier immer richtig durch, während am Chiemsee bei dieser Windrichtung oft Flaute herrscht. Als der Sturm Kyrill am 18. Januar 2007 blies, flog am Seehamer See das Wasser, während der Windpfeil für den Chiemsee auf Windfinder.com bis zum Abend als nahezu einziger Pfeil in Deutschland blau blieb (Screenshot vom 18.01.2007, 16:00 Uhr). Hinweis: Wer vor Manövern viel abfällt, verliert am Seehamer See vermeintlich besonders viel Höhe und wird Richtung Wasserwachthütte abgedrängt. Dort ist der Wind oft etwas schwächer. Der vermeintlich große Höhenverlust liegt daran, dass der Nordkurs im spitzen Winkel zum Ufer verläuft (siehe Spotkarte), was auf dem Wasser nicht leicht erkennbar ist. Es empfiehlt sich, immer auf Höhe des Seerestaurants zu surfen oder sogar etwas weiter in Luv, da hier der Wind besser ist. Welle
Aufgrund des länglichen Zuschnitts des Sees hat der Wind rund einen Kilometer Fetch bis zum Spot am Restaurant „Seehaus“. Deshalb kann die Welle an guten Tagen bis 50 Zentimeter hoch werden. Sie läuft recht sauber und bildet einige ziemlich steile Rampen (am zweiten Spot in Luv ist die Welle natürlich deutlich kleiner). Das Ufer am Südrand ist von der Welle abgeschirmt . Je weiter Windsurfer ihre Manöver in diese Richtung verzögern, desto glatter wird das Wasser. Gleiches gilt im Bereich vor dem Bootshaus (dazu müssen Windsurfer aber etwas Höhe laufen). Unmittelbar im Bereich vor dem Restaurant „Seehaus“ ist die Welle durch eine Kreuzsee sehr unruhig, da die Welle von der Ufermauer zurückschlägt. Surfspots
Es gibt zwei Plätze:
! Kiter sollten nur an Spot 2 einsteigen, an den anderen Plätzen, kann der Luvstau für Probleme sorgen. Spotkarte Seehamer SeeAnfahrt
Linkshttp://www.weyarn.de/MenschenAktiv/Seeham/AK_Seeh1.htm
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||