Forum

Alle Kategorien > Windinfo > Community > Dipl.arbeit
Anzahl Nachrichten: 28 - Seiten (1): [1]
Autor: Britta
Erstellt: Jul 26 2006 - 12:37 PM
Betreff: Dipl.arbeit
Mein Diplomarbeitsthema ist: "Markteinführung innovativer Produkte am Bsp. der Wassersportbranche"

Es geht um die Probleme bei der Entwicklung neuer Sportarten in der Wassersportbranche. Der Trend der 80er Jahre ist längst verblasst, was sich auch an einigen Zahlen zeigt.
Seit dem Surfboom gab es keine Entwicklung im Wassersport mehr, die so erfolgreich war. Kitesurfen hat sich zwar als Trendsportart etabliert, allerdings gibt es hier längst nicht so viele Anhänger wie es beim Surfen war.

Wie ist eure Meinung dazu?

Wer hat aktuelle Infos, was den Surf- und Trendsportmarkt betrifft?


Vielen Dank,
Britta
Benutzerbild Autor: windforce
Erstellt: Jul 26 2006 - 02:54 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Hallo Britta,

freut mich dass Du über das OpenBc zu uns gekommen bist. Meiner Meinung nach geht es der Wassersportbranche gar nicht so schlecht. Es sind halt im Vergleich zu früher nur einige Marken dazu gekommen. Der Markt wird also unter einigen mehr aufgeteilt als damals wo es eigentlich nur die "damals" Großen Mistral, F2, Hifly ... waren.

Das Kitesurfen nimmt schon auch stark zu. Letztes Wochenende habe ich am Walchensee über 40 Kiter gezählt. Klar das sind alles subjektive Eindrücke ohne Marktzahlen.

Aus der Industrie hört man prinzipiell Gejammer ... aber es scheint wohl besser zu werden als in den Jahren zuvor.

Bei den Shops haben sehr viele verpasst auf das Online Geschäft umzusteigen. Es gibt ein paar große Shops in Deutschland, welche am Tag zahlreiche Boards versenden. Das ist also nicht zu vergleichen mit einem Shop dass nur auf Ladenräume mit Direktverkauf baut.

Surfschulen bilden auch wieder eine enorme Anzahl an Surfern aus. Viel mehr als vor ein paar Jahren ... also für mich ist der Sport wieder auf der Bühne. Das Material ist auch wesentlich flexibler geworden. Also leichter, kleiner, und noch breiter einsetzbar. Die Surfer können somit auch schneller Fortschritte erreichen ohne jahrelangem "Getüftel".

Im gesamten freuen wir uns über jeden Surfer und dass man die Lust am Surfen miteinander teilt.

Fazit: Das Hang Loose Feeling mit Hibiskus am Spiegel ist meiner Meinung nach wieder belebt worden.

Grüße Christian
Autor: planningisall
Erstellt: Jul 29 2006 - 08:10 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
[quote=Britta]Mein Diplomarbeitsthema ist: "Markteinführung innovativer Produkte am Bsp. der Wassersportbranche"

Hallo Britta,
ich fand es immer wieder interessant, wie pötzlich eine Sache sozusagen über Nacht zur Trendsportart wurde. Manchmal waren die Disziplinen nicht mal neu, aber plötzlich sind sie aus dem Schatten getreten.
Aber das Warum ist mir noch immer nicht klar.
Viel transparenter erscheint mir der Grund für den Rückgang. Die meisten Windsurfer der frühen 80er haben ihr Hobby wieder aufgegeben, weil ihre Fähigkeiten nicht den Erwartungen entsprachen und auch keinerlei Hoffnung bestand jemals diese Selbsterwartung zu erfüllen. Dies wurde durch den kleinen Boom, der Ende der 90er Jahre begann indirekt bestätigt. Das Material wurde immer breiter und anspruchsloser in der Handhabung und ein wesentliches Erlebnis, Gleiten, wurde erheblich einfacher. Eine Schlüsselrolle kam dabei den superbreiten Boards und den grossen Segel zu, die mit geringsten Anstengungen stundenlanges Gleiten ermöglichen und das auch noch über einen extrem grossen Windbereich.
Leider ächten die Surf Journale, die Filmer und die PR Leute diese Boards und verwehren damit hunderttausenden von potenziellen Windsurfern im forgeschrittenen Alter dieses Hobby. Es wird eine Hürde aufgebaut, die jemand mit 50, 60 oder 70 Jahren nur schwer überschreiten kann (es gibt natürlich Genies).
Ohne Looping gehört man nicht dazu.

Eine ähnliche Tendenz sieht man beim Skisport. Freeriden im ultrasteilen Terrain, Sprünge über zig Meter hohe Felsen. Kein normaler Skifahrer kann sich damit identifizieren. Und dann Carven. Kein durchschnittlicher Skifahrer hat so viele Muskeln und so viel Luft, das er wirklich Carven kann. Ein Blick auf die Pisten beweist die falschen Versprechungen.
planningisall




Benutzerbild Autor: windinfo
Erstellt: Jul 29 2006 - 10:05 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
hi britta,

ganz wichtig ist mal zu erwähnen, das wirtschaft und freizeitverhalten immer in einem zusammenhang stehen. das windsurfen hatte aus folgenden gründen so einen erfolg:

- es war die zeit des aufschwungs und der ständigen lohnerhöhungen, während die waren immer billiger wurden, also die kaufkraft stieg.

- die wilden sechziger waren erwachsen, teilweise eltern, hatten geld und wollten spass

- ausser skifahren gab nix cooles, mountenbiken war noch nicht erfunden und snowboarden noch in den kinderschuhen

- windsurfen war quasi die einzige funsportart, denn tauchen war den meisten zu weit weg, drachenfliegen zu gefährlich, golfen zu elitär und auch nur für geldige zu machen

was heute gegen einen solchen erfolg spricht:

-wir leben seit jahren in einer unsicheren zeit, keiner weiß ob er morgen noch job oder geld hat, deshalb steigt die sparqoute

- das realeinkommen sinkt gleichzeitig

- es gibt zu viel, windsurfen oder jetzt auch kiten konkurriert mit einer masse an sportarten
ich kenne keinen windsurfer der nicht auch noch biked, ski- oder snowboard fährt, zusätzlich hat jeder noch inlines, geht im winter ins studio, etc.
das kostet deutlich mehr geld als früher.

- die medien machen heute aus allem einen hype, damals gabs 5 sender und die konnten machen was sie wollten, da war es viel schwieriger einen sport oder ein produkt zu pushen. heute reicht, wenn einer aus 50m auf ein freestyleboard genau auf den finnenkasten scheißen kann (sorry) dann ist er bei rtl in den abendnachrichten.

- das windsurfverhalten hat sich geändert, die schulen bilden jedes jahr mehr anfänger aus, also die zahl wächst stetig, im markt kommt davon nicht viel an, da man früher sein eigenes material benötigte um surfen zu können.
heute jedoch stehen an den besten plätzen der welt meist um die 5 schulen, die immer topaktuelles material bieten. warum also 2 bretter, 5 segel und zubehör für 10.000€ kaufen?
für das geld kannst du 5 jahre lang ein- zweimal mal im jahr einen geilen surfurlaub machen. und ganz ehrlich mehr surfen die meisten normalos doch eh nicht.

beim kiten kommt dann noch dazu, das es recht gefährlich ist, wenn man keine ahnung vom wind hat und die medien pushen das auch gleich. also wird es schon schwer einer 35järigen hausfrau das im urlaub zu verkaufen.

so mehr fällt ir auf die schnelle nicht ein, muss noch ein bischen wetter machen, kannst mich ja mal anmailen, für zaheln etc. musst du am besten halt mal im büro vorbeischauen.

grüsse klaus
Autor: planningisall
Erstellt: Jul 30 2006 - 02:05 AM
Betreff: re: re: Dipl.arbeit
"ganz wichtig ist mal zu erwähnen, das wirtschaft und freizeitverhalten immer in einem zusammenhang stehen. das windsurfen hatte aus folgenden gründen so einen erfolg:"

So mag es auf den ersten Blick scheinen, aber so ist es nicht.

Es gibt keine Hinweise, dass es der Wirtschaft schlecht geht. Ein Blick auf unser Strassenbild macht das z.B. deutlich. Dass die Verteilung sich verändert hat ist eine andere Sache. Aber das haben ja schon vor 100 Jahren Leute vorausgesagt (H.G.Wells z.B.).
Und mit dem Wirtschaftswunder hatte es auch nichts zu tun. Ein Vergleich zwischen 1980 und Heute würde wohl sehr ungünstig für 1980 ausfallen. Aber die Mär von der guten alten Zeit ist einfach nicht auszurotten.
Sportausrüstung war noch nie so gut und so billig wie heute.

Die Faszination des Windsurfens liegt in der Art der Energiequelle, dem Medium auf dem es sattfindet, der Einfachheit des Gerätes und der Einbindung des Benutzers in das Gerät. Da steht es dem Skifahren und dem Snowboarden um nichts nach.
Dem entgegen steht aber die Komplexität der Benutzung und das Spannungsfeld aus diffusen und wenig fundamentierten Meinungen derer, die damit Geld verdienen wollen.
So wie nach 5000 Jahren Entwicklung heute mehr Segelboote denn je auf dem Wasser sind, so wird Skifahren, Snowboarden und Surfen nicht verschwinden.

Wenn von den zahlreichen Windsurfschülern so wenig dabei bleiben hat es dieselben Gründe wie für den abebbenden Boom der 80er und 90er. Die Erwartungen werden aus denselben Gründen nicht erfüllt.

"ausser skifahren gab nix cooles, mountenbiken war noch nicht erfunden und snowboarden noch in den kinderschuhen"
Hier wären wir wieder beim der Diplomarbeit:
Warum erlebte das Fahrrad mit dem Mountainbiken einen solchen Aufschwung, obwohl die meisten keine anderen Wege befahren, als sie vorher befahren hatten und es heute immer noch tun und am Mountainbike grundsätzlich nichts neu ist.
planningisall

Benutzerbild Autor: windinfo
Erstellt: Jul 30 2006 - 08:35 AM
Betreff: re: Dipl.arbeit
xxx
Benutzerbild Autor: windinfo
Erstellt: Jul 30 2006 - 08:40 AM
Betreff: re: Dipl.arbeit
"ganz wichtig ist mal zu erwähnen, das wirtschaft und freizeitverhalten immer in einem zusammenhang stehen. das windsurfen hatte aus folgenden gründen so einen erfolg"

vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt. der gesamtwirtschaft mag es nicht schlecht geben, sehr wohl aber einzelnen bereichen. hier kommen wieder die medien ins spiel und das ewige schlechtreden des standorts.
den die märkte werden hauptsächlich psychologisch gesteuert. siehe fußball wm, da haben wir schön vergessen wie schlecht es uns geht und bums, schon verändert sich der blickwinkel.
in den 80er hatte man keine angst, alles war gut und die aussichten waren rosig. und das spielt sehr wohl eine grosse rolle.

da ich einen shop hatte weiß ich ein wenig wovon ich rede, und ich argumentierte auch immer, das im vergleich zu früher das zeug so billig und gut wie noch nie ist. da gehts es nicht um alte mär. in den achtzigern gab es nicht die möglichkeit nach heute zu vergleichen, im rückblick mag das jahrzehnt im vergleich zu heute nicht mehr gut aussehen, aber damals war es die beste zeit die nachkriegsdeutschland je erlebt hatte!

ich wollte sagen, das man in den achtzigern einfach jedes jahr mehr geld bekommen hat, gleichzeitig wurden die waren zu früher immer billiger, man möge sich erinnern die ersten videorekorder haben über 2000.- dm gekostet, das war für die meisten mehr als ein monatsgehalt!!!! da surfen noch nie billig war, wurde es im prinzip von jahr zu jahr erschwinglicher. das hat dem sport nicht geschadet.

das die erwartungen der ausübenden nicht erfüllt wurden, lag zum größten teil bei der industrie, aber auch noch am mangelden verständniss der physik. man versuchte ja den wind mit dem tuch einzufangen.
jedes jahr wurde etwas revolutionäres vorgestellt und das was man teuer im vorjahr gekauft hatte, wurde zum alten schrott erklärt. das haben die väter irgenwann nicht mehr mitgemacht, .

das problem hält sich bis heute in de köpfen. wenn ich auf festivals mit älteren spreche, höre ich immer wieder:
"die surf habe ich vor 15 jahren aufgehört zu lesen, die wollen uns doch nur verarschen"

wer 15 jahre nichts über den sport liest den er ausübt, der entwickelt sich auch nicht weiter und erfährt auch nichts. die leute fahren einfach ihren alten liebgewonnen schinken und basta, reicht ja auch für den urlaub.

dazu kommt, das man heute mit anderen sachen eben schneller glücksgefühle haben kann und eine steilere lernkurve hat, als beim windsurfen.
das bike steht im keller, ist sofort einsatzbereit und läßt sich vor der türe über stock und stein prügeln.

wie angesprochen läßt sich der neue schüler auch immer öfter zeit bis er sich die erste ausrüstung kauft, es gibt mehr surfer, aber du siehst sich nicht)
auch weil sie sich besser verteilen, weil man heute mehr über die seen und den wind weiß.

nicht zu vergessen die angesprochene unfähigkeit der industrie. durch die zunehmende konkurrenz der sportarten und der präsenz und werbung die diese für sich machen, bekommen die medien wieder die grosse rolle.

wer das medienklavier nicht spielen kann fällt durchs raster. redbull spielt grosse opern, die bringen sogar kunstflug ins programm bei rtl. und jeder von uns hat mindestens 5 freunde die kunstflieger sind und täglich um die häuser fliegen

die zielgruppe dürfte also recht groß sein.
wer die fernsehwerbung genau verfolgt, kann feststellen, das der lifestyle, den surfen, windsurfen und kiten ausdrückt von fast allen grossen agenturen im hintergrund mit aufgenommen wurde. von mercedes, american expresss, ägypten, marocco bis zur diba wird unser feeling ausgeschlachtet.

nur wir selbst sind zu blöd um es richtig zu nutzen, denn ich kann mich nicht erinern, das die indutrie mal geld für werbung ausgegeben hätte und sich selbst in den medien darstellen würde. es wird ´nur innerhalb der zeilgruppe geworben und wenn diese schrumpft, schrumpfst du mit. die aussenwirkung fehlt zu gänze.

da kiten die gleichen firmen machen, ist ja klar, das alle fehler, die sie in 20 jahren windsurfen gamcht hatten, sie nun nochmal in viel kürzerer zeit mit dem kiten machen konnten. es hat geklappt, zum totlachen.

wer sich also nicht nach aussen stellt, der wird nach innen nichts gewinnen. der sport kommuniziert sich zuwenig nach aussen.
warum findet auf eurosport pokern und bowling statt? weil es günstig zu produzieren ist.

das würde beim windsurfen auch gehen, man stelle eine kamera oben auf die felsen und lase sie den gnazen tag jaws filmen, abends schön zusammenschneiden fertig, hat blß noch keiner gemerkt.
ausserdem müsste die industrie sich mal einig sein und geld in die hand nehmen und sowas unterstützen. aber das wird nie passieren.

mal ehrlich, strom hat jeder und elektrogeräte auch, der markt ist riesig, trotzdem geht die innung der elektoinstallateure her, nimmt geld, produziert werbung und kommuniziert sich über radio und fernsehen, das es sie gibt und wer eine neue waschmaschine kauft, möge sie doch bitte vom meister xy installieren lassen!

windsurfen kennt ausser den windsurfern kaum jemand und das wird noch ganz lange so bleiben, da ich nicht glaube das ein wunder passiert. kiten hat nicht das potenzial von mountenbiken, also wird es die branche auch nicht retten oder in die richtige richtung führen.

soweit am sonntag morgen, jetzt hoffen wir mal das der wlachensee geht




Autor: planningisall
Erstellt: Jul 31 2006 - 02:10 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Hallo Britta,
jetz haben wir viel beschrieben aber es sind alles subjektive Eindrücke.

Eine Trendsportart hat man nicht einfach entwickelt.
Vielleicht kommt die nächsten 100 Jahre keine Wasser Sportart, die dem Windsurfen gleich kommt. Kiten, so wie es heute betrieben wird, ist es nicht. Es verlangt dem Akteur zu viel ab.

Eine Trendsportart muss verschiedene Bedigungen erfüllen.

Die Sportart muss ausgeführt werden können:
--möglichst vielen Orten,
--wohnortnah,
--ggf. mit dem urlaub kombinierbar
--regelmässig betreibbar
--benötigt keine regelmässige Ausübung
--zu möglichst vielen Tageszeiten
--zu möglichst vielen Jahreszeiten
--bei möglichst jedem Wetter (Windsurfen zu Nordic Walking)
--leichter Einstieg
--schnelle Lernkurve (die Lernkurve beim Windsurfen ist ähnlich rasant wie die des
Snowboarden. Radfahren ist wesentlich schwieriger)
--grosser Bereich der Ausführung (einfach bis komplex, Windsurfen kann ein trockener
Sport, aber auch ein nasser Sport sein)
--relativ sicher bis gefährlich
--Beeinflussung der Gefährlichkeit
--Möglichkeit jederzeit aufzuhören (Beim Skifahren stehenbleiben bzw zu Fuss
weitergehen, im Gegensatz zum Kiten oder Tauchen)
--geringer Platzbedarf (Kiten erfordert sehr viel Raum)
--Ausübung trotz schlechter Physis (auf einem Formula Board kann man stundenlang
gleiten ohen jede Anstrengung)
--Reha / Prävention für Infarktpatienten (Nordic Walking, Rad sind ideal)
--ein besonderes Feeling (Fliegen, Gefühl der Schwerelosigkeit, wandeln auf dem Wasser,
Gefühl der Geschwindigkeit)
--fehlertolerant (fliegen und tauchen sind humorlos)
--Sport für Einzelgänger oder gesellschaftliches Ereignis (die Snowboarder sind in 2 Lager
getrennt, die, die in Gruppen hinter den Kuppen sitzen und die, die als Einzelgänger zügig
fahren)
--symatisches Medium (wer wasserscheu ist, wird nicht Kiten)

Nordic Walking ist ein gutes Beispiel. Obwohl nichts neu ist. Gehhilfen / Balanzierhilfen haben die Beg- und Flachlandwanderer schon immer benutzt - nur wussten sie nicht, dass es Nordic Walking war, bis.....).

Das oft genannte Mountainbike ist etwas, was man mehr wegen Haben und nicht wegen Sein besitzt (Erich Fromm).

Jetzt musst Du nur noch ein Programm schreiben, die Randbedingungen eingeben und es an ein Simulationsprogramm anschliessen und die neue Trendsportart ist geboren.
Es ist die Aqua Discmit Windantrieb, die durch Rotation stabilisiert wird und Sprünge von 100m Weite ermöglicht. Der Antrieb erfolgt durch ein mittig befestigtes Rigg.
Wird sich diese Aqua Disc durchstzen?

Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich weniger geschrieben.

Viel Erfolg
planning is all



Benutzerbild Autor: windinfo
Erstellt: Jul 31 2006 - 09:03 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
@planing is all

britta schreibt ja eine diplomarbeit, ist der da nicht der sinn, möglichst viel zu schreiben? egal wieviel sinn manches macht. den eindruck hab ich jedenfalls bei einigen arbeiten

ich glaub wir machen mit britta mal einen stammtisch und lassen sie die finger wund schreiben. ich glaub das thema läßt viel freiraum für viele ideen.

@britta
wenn du mal jemanden von der industrie brauchst etc. wende ich einfach wieder an uns oder ans forum. die könne betimmt auch noch einiges an zahlen liefern.

grüsse an alle die nie aufgeben.

ps: wie weit ist die idee der aqua disc? kann man das mit fallschirmspringen, bungee oder formel eins kombinieren (zwecks medieninteresse) am besten schumi würde damit seine zweite karriere beginnen!!!!!!!!!!!!

Autor: planningisall
Erstellt: Jul 31 2006 - 10:14 PM
Betreff: re: re: Dipl.arbeit

"ps: klaus"
Wir arbeiten noch an der Foot Straps Position der Aqua Disc.
Das Air JoJo als Bungee Replacement wäre fertig, und die Air Disc auch.

Es war aber eine Trendsportart für das Wasser gefragt. Vielleicht hast Du einen Tip, auf welcher Seite die beste Foot Strap Position ist.
Sag ja nicht unten......
planning is all
Benutzerbild Autor: Becky
Erstellt: Aug 01 2006 - 06:56 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Meine aktuelle Info zum Surfmarkt: Die 90er Flaute hat mir fast mein Sörfleben zerstört, aber jetzt: 3 Boards, 6 Segel, 6-Masten, 3 Gabibäume, Anzüge und sonstiger Schlonz... Ich bin wieder dabei!
Mit einem 12 kilo(oder noch mehr!) Board am Wasser kleben oder jetzt mit 6 Kilo drüberfetzen - ein riesen Unterschied!
Let´s fetz!
Benutzerbild Autor: windinfo
Erstellt: Aug 01 2006 - 07:57 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
@: planningisall

wie wärs aussen an der kante um die rotationskräfte zu beschleunigen?

und meld dich mal per mail, was du wirklich so treibst, bin gespannt
Benutzerbild Autor: Windspeed7
Erstellt: Aug 01 2006 - 08:08 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Es gibt einen ganz einfachen Grund wieso es nicht mehr so viele Surfer gibt:

Früber war Surfen = Stehsegeln oder zumindest nicht weit entfernt - den meisten hat das genügt. Aber jetzt braucht man um halbwegs Spaß zu haben und die ganzen tollen Moves zu machen (nicht wie früher Kantenfahren) mind. 4 Bft.
=>
D.h. man muss viel flexibler sein um mal zum surfen zu kommen. Ist schon krass was wir alle auf uns nehmen um möglichst viele Windtage zu erhaschen - und halt auch nicht normal.

Autor: Britta
Erstellt: Aug 04 2006 - 01:35 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
WOW!!!
Das war mir alles bisher eine große Hilfe, auch mal andere Stellungnahmen zu lesen... Merci!!!


Britta
Autor: planningisall
Erstellt: Aug 05 2006 - 12:52 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
windspeed7: "Es gibt einen ganz einfachen Grund wieso es nicht mehr so viele Surfer gibt:

Früber war Surfen = Stehsegeln oder zumindest nicht weit entfernt - den meisten hat das genügt. Aber jetzt braucht man um halbwegs Spaß zu haben und die ganzen tollen Moves zu machen (nicht wie früher Kantenfahren) mind. 4 Bft."

Man hat auch damals schon deutlich über 4 bf benötigt um die Boards auf der Kante ins Gleiten zu bringen. Wer das nicht konnte hat ohnehin bald wieder aufgehört.
Heute ist es der Loop und die Aerial Jibe. Wer die nicht springt, für den wird es spätestens nach dem dritten Surftag langweilig - immer wieder Wasserstart.
planningisall


Benutzerbild Autor: Windspeed7
Erstellt: Aug 05 2006 - 04:51 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Auf der Kante gleiten? Geht das? Ich muss zugeben dass des ev. vor meiner Zeit war aber das kann ich mir rein physikalisch nicht vorstellen. (ok. ich kann mir vieles was gemacht wurde nicht vorstellen)
Ich kenn dass aus den alten Videos und Bildern nur als Verdrängerfahrt.
Bleib aber bei meinem Statement. Man muss nur mal die Bilder anschauen die im Circolo Surf Torbole hängen. Bei Fast-Flaute der komplette See mit surfern voll - heute geht fast keiner aufs Wasser wenn nicht die kleinste Chance besteht zu gleiten.
Autor: SegelSegler
Erstellt: Aug 09 2006 - 12:13 AM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Nachdem nun schon so viel geschrieben wurde, gebe ich auch noch meinen Senf dazu. Oben wurden ja schon viele Eigenschaften beschrieben, die eine "Trend"sportart auszeichen. Ich glaube, dass solche Sportarten oft auch dazu dienen (oder daraus entstehen), dass Leute (vornehmlich aus der jüngeren Generation) sich von den Älteren abheben/ abgrenzen wollen. Daher werden entweder völlig neue Sachen aus der Kiste geholt (wie das bei Windsurfen und Snowboarden der Fall war) oder - genau das Gegenteil - alte, bis vor kurzem "uncoole" Sportarten, evt. leicht modifiziert und mit neuem Wortschatz und "neuer" Ausrüstung wiederbelebt. Hauptsache: Abgrenzung von der vorherigen Generation. Beispiel: Skifahren - vor 10 Jahren hätte man die meisten 15-25jährigen "Trendies" wohl nur mit vorgehaltener Waffe auf Skier gebracht, weil das damals aus deren Sicht nur was für alte Krauterer war. Seit die Trickskier "Twintips" und die selbst abgeschnittenen Firngleiter ("Figl") als "Bigfoots" und "Snowblades" firmieren, brummt der Laden wieder. Dafür ist Snowboard jetzt eher wieder untrendy geworden (die meisten Vorreiter dieses Sports sind ja inzwischen auch irgendwo um die 40 angelangt, auch wenn sie es nicht wahr haben wollen).
Im Wassersport kann man sowas ähnliches sehen: WIndsurfen hat ein ähnliches Altersproblem - tendentiell (noch) unattraktiv für junge Leute. Daher vielleicht Kiten.
Meiner Meinung nach krankt allerdings Windsurfen eher an einer anderen Stelle, die auch oben schon teilweise angeklungen ist: der enorme Zeitaufwand und der tiefe Eingriff ins tägliche Leben: willst du wirklich zum surfen kommen, musst du mehr oder weniger dein Leben darauf ausrichten: Planungshorizont max. 3 Tage im Voraus (soweit sinnvolle Wetterprognosen noch einigermaßen gehen), Zeitaufwand: praktisch ganztägig. Hinzu kommt, dass man es nicht machen kann, wenn man Zeit und Lust hat, sondern auf den Faktor Wind angewiesen ist. Andere Aktivitäten werden damit ebenfalls nicht mehr planbar "es könnte ja Wind gehen". Selbst Partnerschaften/ Famlien gehen nur dann dauerhaft gut, wenn alle dahinter stehen. Dies ist der große Unterschied zu vielen anderen Sportarten, egal ob Ski, Snowboard, Tennis oder Golf oder sonstwas: wenn die Grundbedingungen passen (z.B. es liegt Schnee, es regnet nicht), kann man über einen längeren Zeitraum hinweg diese S.Arten betreiben (Schnee schmilzt nicht in den nächsten 2h weg, etc.), wodurch der Druck sinkt, sie "jetzt und sofort" auszuüben. Zusätzlich kann man sie auch zeitlich besser eingrenzen und planen.
Benutzerbild Autor: windinfo
Erstellt: Aug 10 2006 - 12:18 AM
Betreff: re: Dipl.arbeit
ja und das ist zugleich das gute an winsurfen, lebe es oder lass es

das hat auch was für sich. wenig umsatz, dafür ist es eine lebenseinstellung geworden, das kann man von andren sportarten nicht so häuffig sagen.

Benutzerbild Autor: KingAlex
Erstellt: Aug 10 2006 - 11:32 AM
Betreff: re: Dipl.arbeit
naja Snowboarder glauben auch, dass ihr Sport eine Lebenseinstellung ist.

Aber 90 Prozent irgendwo im nassen Schnee den Hintern wund sitzen,
ist wohl nix gegen in Shorts in türkisblauem Wasser plantschen...
Oder anders gesagt, Snowboarder versuchen dass zu simulieren, was
bei Surfern eh ganz normal ist...

Benutzerbild Autor: windinfo
Erstellt: Aug 10 2006 - 11:54 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Benutzerbild Autor: Becky
Erstellt: Aug 11 2006 - 03:30 PM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Schnee ist gefrorenes Wasser also ist Snowboarden tatsächlich auch eine Trend-Wassersportart. Zumal ein schöner Schneehang manchmal schon an eine große eingefrorene Welle erinnert...
Benutzerbild Autor: microwave
Erstellt: Aug 11 2006 - 05:10 PM
Betreff: re: re: Dipl.arbeit
KingAlex schrieb:
naja Snowboarder glauben auch, dass ihr Sport eine Lebenseinstellung ist.

Aber 90 Prozent irgendwo im nassen Schnee den Hintern wund sitzen,
ist wohl nix gegen in Shorts in türkisblauem Wasser plantschen...
Oder anders gesagt, Snowboarder versuchen dass zu simulieren, was
bei Surfern eh ganz normal ist...



.....also am Ammersee ist das Wasser selten türkis - und Shorts am Walchensee eher selten.....

Grüße von microwave - der sich beim sonwboarden im Winter den Hintern nicht wundsitzt und im Sommer auch im Neo seinen Spaß hat.....

Autor: planningisall
Erstellt: Aug 12 2006 - 01:41 PM
Betreff: re: re: Dipl.arbeit
[quote=KingAlex]
ist wohl nix gegen in Shorts in türkisblauem Wasser plantschen...


Schön dass Du uns aus der Karibik Urlaubsgrüsse sendest.
planningisall
Benutzerbild Autor: KingAlex
Erstellt: Aug 14 2006 - 11:33 AM
Betreff: re: Dipl.arbeit
Sorry - wenn ich die Gefühle der Wintersportfreunde verletzt habe - war
nicht so ernst gemeint
Benutzerbild Autor: microwave
Erstellt: Aug 15 2006 - 09:57 PM
Betreff: re: re: Dipl.arbeit
Hi,

nein - Du hast meine Gefühle nicht verletzt, ich fand nur den Vergleich von Dir so nett! Und die Realität von den meisten Windsurfern (zumindest in Bayern) ist halt von türkisem Wasser und Boardshorts weit entfernt.......vermutlich auch von endlosen Tiefschneehängen in Alaska......

Zum eigentlichen Thema: Ich glaube das Trendsportarten vor allem von den Bildern leben mit denen sich die Sportler identifizieren (eben türkises Wasser, super Wind, fahren in Boardshorts usw.) können. Wenn diese Identifikation dann mit dem tatsächlichen, realen Bild nicht übereinstimmt hören viele die diesen Sport begonnen haben wieder auf. Übrig bleiben dann die, die tatsächlich Spaß an der Sportart gefunden haben auch wenn Sie selten (oder nie) in den Bedingungen ihren Sport ausüben die ihnen in den Bildern gezeigt und sie letztlich zum Sport gebracht haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch andere Sportler "ihren" Sport als eine Lebenseinstellung betrachten. Nur gerade bei Sportarten die so extrem vom Wetter abhängig sind wie windsurfen oder auch wellenreiten gibt es nicht wenige, die tatsächlich ihr Leben nach dem Sport ausrichten. Interessanterweise ist die "Wellenreitindustrie" tatsächlich in der Lage diesen Lebensstil sehr positiv darzustellen und darüber zu vermarkten, so dass selbst Leute, die bei einem Board hinten und vorne nicht unterscheiden können es cool finden ein T-Shirt mit dem Label eines bekannten Herstellers zu tragen. Warum das bei den Herstellern von Windsurfbrettern und Segeln nicht getan wird kann ich nicht verstehen. Für mich aber eine Erklärung warum das Interesse am windsurfen nicht mehr so groß ist wie es einmal war.

hang loose

microwave
Autor: Britta
Erstellt: Aug 17 2006 - 08:51 AM
Betreff: re: Dipl.arbeit

Autor: planningisall
Erstellt: Aug 17 2006 - 02:23 PM
Betreff: re: re: re: Dipl.arbeit
[quote=microwave]Hi,

Interessanterweise ist die "Wellenreitindustrie" tatsächlich in der Lage diesen Lebensstil sehr positiv darzustellen und darüber zu vermarkten, so dass selbst Leute, die bei einem Board hinten und vorne nicht unterscheiden können es cool finden ein T-Shirt mit dem Label eines bekannten Herstellers zu tragen.

-Tragen eines T-Shirts als Trendsport- das ist genial.

Und wenn Sportartikelindustrie und Handel damit zufrieden sind, gibt es nur Vorteile:
-windunabhängig
-wellenunahängig,
-temperaturunabhängig
-tageszeitunabhängig
-wenig kostenintensiv
-revierunabhängig
-geringes Verletzungsrisiko
-kein Training erforderlich
-keine Anleitung erforderlich
-umweltfreundlich
-körperliche Einschränkungen sind nicht hinderlich, soweit der Trainer die T-Shirts aussucht
-keine altersmässige Einschränkung in der Sportausübung, vom Moment der Geburt bis zum Versenken in der Grube

planning is all
Benutzerbild Autor: microwave
Erstellt: Aug 18 2006 - 07:08 PM
Betreff: re: re: re: re: Dipl.arbeit
ja ja ........recht lustig was ich da so geschieben hab......

Ich meinte aber nicht T-Shirt tragen als Trendsportart ( warum aber auch nicht - ein Skistockhersteller hat schließlich auch "spazierengehen mit Stöcken" zum Trendsport gemacht) sondern vielmehr wie die "Billabongs" und "RipCurls" usw. aus dem uralten Sport "wellenreiten" einen Trendsport machen. Die Unternehmen haben es geschafft dass der "Surfer-Style" in ist. Schau nur wie viele Surfcamps und Surf-Days und Girlie-Surfcamps und und und es jetzt plötzlich gibt. Und viele machen jetzt Wellenreitkurse und kaufen sich Bretter, Neopren und natürlich Surferklamotten.......(mir als Unternehmer wäre es im übrigen recht egal ob ich den Großteil meines Umsatzes mit Surfboards oder T-Shirts und Boardshorts mache). Was ich sagen will ist, dass die Wellenreitindustrie sich einen Markt geschaffen hat der vorher in dieser Größe gar nicht vorhanden war. Und das dadurch dass sie nicht nur den Sport an sich, sondern auch den Lifestyle der diesen Sport umgibt, vermarktet haben.

Weil dieser Markt gewachsen und immer noch am wachsen ist gibt es doch plötzlich Surfboards aus Serienfertigung (BIC, NSP, tuflite) was früher undenkbar war. Oder auch jede Menge Hersteller von herausnehmbaren Finnen. Um nur zwei Dinge zu nennen, die es - meiner Meinung nach! - nur aufgrund des gewachsenen Marktes gibt.

so - muss jetzt zum Sport.........T-Shirt an.......und los....
Anzahl Nachrichten: 28 - Seiten (1): [1]
Sie müssen sich anmelden, um in dieser Konferenz eine Nachricht zu schreiben.