Surfreviere: Karpathos

Tobi, unser Windinfo-Redakteur und Betreiber von SURFANDCLIMB hat die Zeit nach dem Abitur genutzt um 8 Wochen auf Karpathos zu verbringen und einfach nur zu surfen. Seine Erfahrungen von den Spots und der Insel teilt er nun in diesem Spotguide.

Informationen zu Karpathos

Karpathos ist die zweitgrößte Insel der Dodekanes und liegt zwischen Kreta und Rhodos. Mit 300 km2 Fläche und nur 6000 Einwohnern ist die Insel relativ dünn besiedelt und der Massentourismus hat auf dieser Insel noch nicht Einzug gehalten und der Süden der Insel liegt fest in Surferhand.

In den angesiedelten Surfschulen könnt ihr immer aktuelles Material mieten und Kurse buchen. Ebenso finden sich einige Hotels, manche frisch renoviert, so dass ihr nicht im Freien schlafen müsst. Verpflegung in Supermärkten ist schwierig, da diese ohne Auto nicht zu erreichen sind, aber in den Bars, Tavernen und im CLub Mistral gibt es regelmäßig All-You-Can-Eat zu vernünftigen Preisen.




    

    

Anreise

Obwohl Karpathos für den Massentourismus noch nicht erschlossen ist, gelangt man doch relativ einfach auf die Insel. Air Berlin fliegt in den Sommermonaten von München direkt nach Karpathos, manchmal allerdings mit Umweg über Düsseldorf. Wer sein eigenes Material sollte jedoch deutlich im Voraus buchen, da Air Berlin nur begrenzt Bretter mitnimmt.

Genauso könnt ihr nach Athen fliegen und von dort mit einem Inlandsflug nach Karpathos. Nach Aussage von Freunden allerdings nichts für schwache Nerven. Wer länger bleiben will oder eine Griechenlandrundreise geplant hat, kann auch in Italien auf eine Fähre einschiffen und ab Athen mit Inlandsfähren nach Karpathos schippern. Allerdings beträgt die Anreisezeit dann bis zu 3 Tage.

    

Wind

Wer an Griechenland und Windsurfen denkt, denkt auch automatisch an den Meltemi und liegt damit goldrichtig.

Karpathos liegt über die komplette Länge im Einflussbereich des Meltemis und die Lage zwischen Rhodos und Kreta sorgt für eine natürliche Verstärkung und auch die Topographie von Karpathos verstärkt den Wind, so dass dieser im Sommer oft ohne Pause durchballert. Ich hatte in 8 Wochen Karpathos nur 8 windfreie Tage.

Der warme Wind sorgt ebenfalls dafür, dass sich keine Wolken am Himmel halten können und so könnt ihr meistens in Boardshort und strahlendem Sonnenschein surfen gehen.




Vorsicht fliegende Liegen?



Fliegendes Wasser auf Karpathos

    

Spotbeschreibung

Sämtliche Surfspots finden sich im Süden der Insel und ihr findet auf relativ kleiner Fläche fast alle Bedingungen. Da die Insel gen Norden sehr bergig wird, sorgen Luvstau und Leeabdeckung für deutlich schlechtere Bedingungen.

ACHTUNG: Bei meinem Besuch war das Kitesurfen während den Öffnungszeiten der Surfschulen verboten!!!

Devil´s Bay / Paradise Bay:
Ich bevorzuge eindeutig den Namen Devil´s Bay, da Paradise Bay auch falsch verstanden werden kann. Der Meltemi ballert hier fast rund um Uhr mit Windstärken um 6 bis 8 Beaufort. Auch Tage mit mehr Wind sind nicht die Ausnahme. Obwohl der Wind hier sideshore kommt und man parallel zur Bucht surft, sorgt der starke Wind doch für ordentlich Chop. Ab circa 200 Meter vom Ufer entfernt, findet man oft Chop über ein Meter und fliegendes Wasser bei Tagen über 8 Beaufort. Zwar sind die Surfschulen mit Booten ausgestattet und retten Bruchpiloten, allerdings ist Vorsicht geboten. Ab einer gewissen Windstärke fahren die Rettungsboote nicht mehr und der Wind treibt einen unbarmherzig auf das offene Meer hinaus.

Lagune:
Deutlich entspannter geht es in der Lagune zu. Obwohl diese nur 1 km Luftlinie entfernt liegt, bläst hier der Meltemi im Schnitt mit 2 bis 3 Beaufort weniger, was aber immer noch Windstärken von 5 bis 6 bedeuten kann. Auch bläst der Wind hier deutlich böiger. Angenehm ist die Sandbank und das stehtiefe Wasser, was die Sicherheit deutlich erhöht.

Größter Pluspunkt ist jedoch das spiegelglatte Wasser und somit ist die Lagune die Spielwiese für alle Freestyler und alle die es werden wollen. Zusammen mit den warmen Wassertemperaturen und dem stehtiefen Wasser ergibt sich somit ein ideales Aufsteigerrevier, für blutige Anfänger ist es oft doch zu windig.

Luv Spot:
Wie der Name schon sagt liegt dieser Spot an der Westküste und somit auf der Luvseite der Insel. An guten Meltemitagen bilden sich hier schöne Dünungswellen mit Wind von rechts. Da hier keine Surfschule angesiedelt ist, sind auch keine Rettungsboote unterwegs und ihr seid bei Unfällen oder Materialbruch auf euch selber gestellt.

    

Spotkarte Karpathos


Springe zu Markierung:

    

Links

Surfschule Chris Schill: www.chris-schill.com
Surfcenter Club Mistral: www.club-mistral.com 

Copyright des Textes und der Bilder: ©Tobias Risch

    

Fotos