Wetterlexikon Q-T

Q R S T 

Q

Quellungen

Typische Wolken vom Cumulus-Typ, die bei instabiler Schichtung der Atmosphaere entstehen. Das Emporschiessen von Wolkenteilchen infolge der aufwaerts gerichteten Luftbewegung (Thermik, Turbulenz) erzeugt das typisch blumenkohlartige Aussehen der Cumulus-Wolken.

Quellwolken

Wolken mit vorherrschender vertikaler Erstreckung, deren Maechtigkeit von der Temperaturschichtung der Luft und der freiwerdenden Kondensationswaerme abhaengt (labile Schichtung). Sie reichen von den kleineren Cumulus- bis zu denn an die Tropopause reichenden Cumulonimbus-Wolken.

R

Rückseitenwetter

Nach Durchzug eines Tiefs folgt hinter der Kaltfront kuehle Luft und ein rascher Wechsel zwischen starker Quellbewoelkung mit heftigen Niederschlaegen (Regenschauern, Gewitter mit boeigem Wind) und Aufheiterungen mit intensivem Sonnenschein. Der Volksmund spricht dann etwa auch im August von Aprilwetter. Hauptmerkmal: bestaendig unbestaendig.

S

Seewind

So nennt man den an Kuestengebieten auftretender Wind, der tagsueber vom Meer bzw. Ozean zum Land weht.

Sperrschicht

Sie ist eine Luftschicht die zwei Atmosphaerenteile voneinander trennt.

Stau

Ansammlung von Luftmassen an einem orthografischen Hindernis (Berg, Gebirge), an dem die Luft zum Aufsteigen gezwungen wird, wobei es zu Wolkenbildung und Niederschlag kommt. Bei geeigneter Wetterlage fallen auf der Anstroemseite der Gebirge, der Stauseite, oftmals mehrere Tage lang anhaltende, ergiebige Stauniederschlaege.
Die hoechsten gemessenen Niederschlagsmengen sind meist staubedingt, so z.B. auf Hawaii, in Tscherrapundschi (am Suedhang des Himalaya), am Kamerunberg, u.a. In Europa treten typische Stauniederschlaege im Alpenbereich auf, ferner am deutschen Mittelgebirge oder in Norwegen (regenreiche Westkueste, regenarmes Suednorwegen).

Sturm

Wind, der bereits erhebliche Schaeden anrichtet, mit Beaufort-Windstaerke 9 = 21-24 m/s = 75-88 km/h = 41-47 Knoten Windgeschwindigkeit. Dachziegel werden abgehoben. Stuermischer Wind entspricht Windstaerke 8 (62-74 km/h).

T

Talwind

Talaufwaerts gerichtete Luftstroemung, die sich bei ungestoertem Strahlungswetter tagsueber im Bergland ausbildet. Der Talwind entsteht als Ausgleichsstroemung zu dem durch kraeftige Einstrahlung verursachten, aufwaerts gerichteten Konvektionsstrom ueber den Bergen.

Thermik

ist eine Form von Aufwind, die dadurch entsteht, dass Sonneneinstrahlung die Erdoberfläche und in Folge die Luft am Boden erwärmt. Die Thermik, wissenschaftlich Konvektion genannt, transportiert als „Klimaanlage“ der Atmosphäre im Tagesverlauf von der Sonne erwärmte Luft in größere Höhen und bringt gleichzeitig kühlere Luft aus mehreren hundert Metern Höhe zum Erdboden.
Bergsteiger spüren diesen Aufwind oft beim nachmittäglichen Abstieg als warmen Gegenwind aus dem Tal, motorlose Flieger wie Segelflieger, Drachen- und Gleitschirmflieger schätzen ihn als sogenannten „Bart“ zur Höhengewinnung. Thermik ist u.a. verantwortlich für die Entstehung von Talwinden, in extremer Form sind sie auch als Staubteufel (Dust Devils) bekannt.

Entstehung

Thermik benötigt zur Entstehung ausreichend Sonneneinstrahlung und eine geeignete Bodenbeschaffenheit. Da die Luft vor allem in einer labil geschichteten Atmosphäre leicht aufsteigt und sich dabei zunächst über den trockenadiabatischen Temperaturgradienten abkühlt, kann sie irgendwann das Kondensationsniveau erreichen und es zur Entstehung von Wolken kommen. Cumuluswolken sind somit ein sichtbares Anzeichen für Thermik. Ist die Luft zu trocken, so dass keine Wolkenbildung eintritt, spricht man von Blauthermik - der Himmel bleibt wolkenlos und blau. Sie kann allenfalls durch mitaufsteigende Pollen, Staub sowie kreisende Vögel oder Segelflugzeuge erkannt werden. Im Gegensatz dazu können sich bei entsprechender Thermikstärke aus Cumuluswolken im Tagesverlauf Cumulonimbuswolken und Gewitter bilden.

Oftmals „fließt“ die entstandene Thermik einen Hang entlang engegengesetzt zur Falllinie nach oben bis zu einer Abrisskante - dies kann ein Knick im Gelände sein oder eine Änderung der Bodenbeschaffenheit. Dort trennt sich das Warmluftpaket vom Boden und steigt wie eine große Seifenblase auf. Im Flachland hilft leichter bis mäßiger Wind dabei, dass sie sich an Geländekanten oder Waldrändern vom Boden lösen und aufsteigen kann.

Der thermische Aufwind endet, wenn vom Boden keine weitere Warmluft nachströmt. Je nach Sonneneinstrahlung kann es einige Zeit dauern, bis wieder genügend Warmluft entstanden ist und diese wieder aufsteigen kann. Bei diesen wiederkehrenden Aufwinden an gleicher Stelle spricht man von pulsierender Thermik.

Sperrschichten wie Inversion oder die Tropopause stoppen die aufsteigende Luft in der Höhe.

Die Intensität der Thermik hängt u.a. von der Sonneneinstrahlung, der Beschaffenheit der Erdoberfläche, der Luftfeuchtigkeit und dem Einstrahlungswinkel ab. Ein trockenes Getreidefeld kann mehr Wärme abgeben als eine feuchte Wiese, eine zur Sonne geneigte Gebirgsflanke wird mehr erwärmt als das Flachland. Dies liegt an der unterschiedlichen Wärmespeicherfähigkeit sowie Feuchtigkeit und Verdunstung des Untergrunds. Der ideale Thermikboden sollte

  • möglichst wenig Sonnenlicht zurückstrahlen (kleiner Albedowert),
  • wenig Wasser verdunsten und
  • wenig Wärme in den Boden ableiten, sondern heiß werden, um die Luft darüber zu erwärmen.

Leitet der Boden Wärme nach unten weiter (z.B. Lehmboden), erwärmt er sich selbst nur wenig. Ein schlechter Wärmeleiter, wie trockener Sand oder ein gepflügter Acker, heizt sich dagegen auf. Ein nasser Boden leitet Wärme schneller in die Tiefe ab. Durch Verdunstung wird ebenfalls ein großer Teil der Sonnenenergie aufgebraucht, entsprechend schwächer wird die bodennahe Luft erwärmt. Pflanzen können abhängig von ihrer Art, Wachstumsstand und Dichte die Thermik verringern. Der Wald spielt dabei einen Sonderfall: Tagsüber verringert er durch Verdunstung die Thermik, gegen Abend ist der Kronenraum aber wärmer als die Umgebung und spendet eine schwache Thermik. Dagegen sind Waldlichtungen und Waldränder gute Thermikquellen und Abrisskanten. Speichert der Boden viel Wärme, wie z.B. Wälder oder Städte, kann er sie zeitlich versetzt wieder an die Luft abgeben und führt zu Thermik am späten Nachmittag bis Abend.

Faktoren der Thermikintensität

Die Intensität der Thermik hängt u.a. von der Sonneneinstrahlung, der Beschaffenheit der Erdoberfläche, der Luftfeuchtigkeit und dem Einstrahlungswinkel ab. Ein trockenes Getreidefeld kann mehr Wärme abgeben als eine feuchte Wiese, eine zur Sonne geneigte Gebirgsflanke wird mehr erwärmt als das Flachland. Dies liegt an der unterschiedlichen Wärmespeicherfähigkeit sowie Feuchtigkeit und Verdunstung des Untergrunds. Der ideale Thermikboden sollte

möglichst wenig Sonnenlicht zurückstrahlen (kleiner Albedowert),
wenig Wasser verdunsten und
wenig Wärme in den Boden ableiten, sondern heiß werden, um die Luft darüber zu erwärmen.
Leitet der Boden Wärme nach unten weiter (z.B. Lehmboden), erwärmt er sich selbst nur wenig. Ein schlechter Wärmeleiter, wie trockener Sand oder ein gepflügter Acker, heizt sich dagegen auf. Ein nasser Boden leitet Wärme schneller in die Tiefe ab. Durch Verdunstung wird ebenfalls ein großer Teil der Sonnenenergie aufgebraucht, entsprechend schwächer wird die bodennahe Luft erwärmt. Pflanzen können abhängig von ihrer Art, Wachstumsstand und Dichte die Thermik verringern. Der Wald spielt dabei einen Sonderfall: Tagsüber verringert er durch Verdunstung die Thermik, gegen Abend ist der Kronenraum aber wärmer als die Umgebung und spendet eine schwache Thermik. Dagegen sind Waldlichtungen und Waldränder gute Thermikquellen und Abrisskanten. Speichert der Boden viel Wärme, wie z.B. Wälder oder Städte, kann er sie zeitlich versetzt wieder an die Luft abgeben und führt zu Thermik am späten Nachmittag bis Abend.

Zum anderen spielt für die Intensität eines thermischen Aufwindes der Temperaturgradient (vertikale Temperaturabnahme) der Umgebungsluft eine wesentliche Rolle, der zwischen 0,65° C und 1,35° C je 100 m Höhe betragen kann. Da sich die Warmluft beim Aufsteigen bis zum Erreichen des Kondensationsniveaus konstant mit 1° C je 100 m (trocken-adiabatischer Temperaturgradient) abkühlt, gleicht sich ihre Temperaturdifferenz bei einem Gradienten unter 1° C (stabile Schichtung) mit zunehmender Höhe schnell der Umgebungsluft an - schwache Thermik mit abnehmenden Steigwerten sind die Folge. Bei einem Gradienten von 1° C (indifferente Schichtung) bleibt die Temperaturdifferenz mit zunehmender Höhe gleich und führt zu mittelmäßiger bis guter Thermik bei gleichbleibenden Steigwerten. Beträgt der Gradient über 1° C (labile Schichtung), nimmt die Temperaturdifferenz mit der Höhe entsprechend zu - ebenso nehmen die Steigwerte und Thermikstärke zu.

Demnach kann sich bei Kaltluftadvektion die Thermik wesentlich verstärken. Sie tritt ein, wenn kühlere Luftmassen in höheren Luftschichten von einer anderen Stelle herbeigeführt werden wie z.B. nach dem Durchgang eine Kaltfront, dem sog. Rückseitenwetter. Dadurch reicht bereits geringe Erwärmung des Bodens aus, um der erwärmten Luft einen Temperaturvorsprung gegenüber der Umgebungsluft zu geben und eine Ablösung und rasches Aufsteigen herbeizuführen. Solche Wetterlagen werden von Thermikfliegern gerne zu ausgedehnten Streckenflügen genutzt.

Weitere Effekte unterstützen den Aufwind:

Bei der Entstehung von Wolken wird zusätzlich Kondensationswärme freigesetzt, die zu einem weiteren Temperaturvorsprung zur Umgebung und damit zu einem weiteren Aufsteigen der Luftpakete führen kann - die Thermik verstärkt sich.

In den Randzonen der Aufwinde wird durch Entrainment trockene und kühlere Luft eingemischt. Gerade bei Feuchtekonvektion, also Thermikwolken, kann sich durch entstehende Verdunstungskälte die Thermik noch weiter verstärken, da sich ein dünner Kaltluftmantel um die Wolke legt.

Tief

Unter einem Tiefdruckwirbel oder einer Zyklone (Tief) versteht man ein Gebiet mit niedrigerem Luftdruck als in der Umgebung. In der Wetterkarte von (meist mehreren) Isobaren umschlossen. Verbunden mit einem ausgepraegtem Frontensystem.
An der Vorderseite tritt die Warmfront mit einem ausgedehnten Niederschlagsgebiet (Landregen) auf, im Warmsektor folgt dann nach Durchzug der Warmfront eine Aufheiterung (oft mit lebhaftem Wind), an der Rueckseite bringt die Kaltfront ploetzliche Abkuehlung mit boeigen Winden (Drehung auf Nordwest) und heftigen Regenschauern, oft auch Gewittern.

Zum Kern des Tiefs hin verkleinert sich der Warmsektor, so dass sich Warm- und Kaltfront zur Okklusion zusammenschliessen. In Mitteleuropa liegt der Kerndruck der Bodentiefs bei 990-1000 hPa, in Orkantiefs bei 950-970 hPa. In tropischen Wirbelstuermen treten mit 880-890 hPa die tiefsten Luftdruckwerte auf der Erde auf. Auf der Nordhalbkugel werden die Zyklonen vom Wind im Gegenuhrzeigersinn (umgekehrt wie im Hoch) umweht, auf der Suedhalbkugel ist die Umstroemungsrichtung im Uhrzeigersinn.

Im Bereich eines Tiefs ist aufsteigende Luftbewegung vorhanden, die mit Abkuehlung, vielfach bis unter den Taupunkt des mitgefuehrten Wasserdampfes, d.h. Wolkenbildung verbunden ist. Daher ueberwiegt im Bereich eines Tiefs wolkiges Wetter, haeufig mit Regen und anderen Niederschlaegen.