Sand, Sonnenbrand und die ersten Wellenspiele in der Badewanne…


3. Januar 2016, 8:00 Uhr, Maceió (Camocim, Ceará, Brasilien)

Nach gut 11 Stunden erholsamsten Schlaf werden wir sanft von einem vorbeiratternden, hupenden LKW aus dem Koma gerissen. Guten Morgen Brasilien. Die Sonne steht bereits strahlend, mit voller Power am Himmel und wir frühstücken „gemütlich“ mit ein paar bissigen Ameisen unter einem Cashewnussbaum zwischen zwei Palmen vor unserem Zimmer. Doch plötzlich stört die putzige, aber nervige Hauskatze die Ruhe und bläst zum Angriff auf unser Essen (ihr unablässiges Miauen klingt allerdings eher wie ein Quietschen).

Gestärkt starten wir die erste Erkundungstour durch Maceió. Auf den ersten Metern wird uns schnell bewusst, dass das Umweltbewusstsein sowie der Müllgedanke hier noch in den Kinderschuhen stecken. Überall liegen Abfälle aller Art, was aber auch keinen außer uns weiter zu stören scheint. Nach einigen hundert Metern erreichen wir einen urigen, kleinen Laden, der allerdings alles Notwendige in seinem übersichtlichen, gut ausgeschriebenen Sortiment hat. Genauso urig wie der Laden ist auch der Kassierer mit seinen geschätzten über 100 Jahren, der natürlich die Ruhe weg hat und kein Wort englisch spricht. Also bezahlen mal wieder mit Händen und Füßen.

Da sich nun bereits einige Palmen im Wind wiegen, machen wir uns aufgeregt auf zum Strand. Erste Enttäuschung, leider noch zu wenig. Müssen wohl Trug-Palmen sein, ggrrrrrr. Tja, dann erst mal ab ins Wasser und „runterkühlen“. Auf den ersten Metern ins Wasser wird uns schnell klar, wir haben die schweren Neoprenanzüge wohl umsonst mitgeschleppt. Das einzige was hier kurz auf 28° runterkühlt ist die „kalte“ Dusche im Gigis Surfstation „Sa Barra II“.









10:00 Uhr, Strand von Maceió

Nach kurzem Garen unserer Glieder im seichten Wasser über der Sandbank beschließen wir, die angrenzenden Dünen im Süden unsicher zu machen. Eingeschmiert mit der 50er Sonnencreme und bewaffnet mit der Kamera, stapfen wir also Sandberg für Sandberg hinauf und hinab. Der angenehme Wind und die Jagd auf spannende Motive lassen uns dabei die starke Sonne und deren verheerende Wirkung auf unserer jungfräulichen „Winter-Haut“ komplett vergessen.

 

Zurück an der Surfstation starten wir die erste kleine Wellenreitsession, wobei wir bereits einige Schlucke des köstlichen, brasilianischen Salzwassers genießen können. Immer noch nichts ahnend wechseln wir uns vorsorglich mit einem „Schutz-T-Shirt“ ab; allerdings nicht wegen der Sonne, sondern wegen des rauen Windsurfboards. Das böse Erwachen ereilt uns kurz darauf, als wir zum Mittagssnack zurück in der Pousada in den Spiegel blicken.

 

Erst 12 Uhr und Lani ist jetzt schon auf dem besten Weg, das Finale des DSDS (Deutschland sucht die Super-Rothaut) zu gewinnen. [2. Ach nö!]. Da Brasilianer nicht muslimisch sind, fällt es schwer den dringend notwendigen Burkini zu beschaffen. Doch unser toller Gastgeber Fabrizio Fozzi kann uns in unserer ausweglosen Situation mit einem Lycra helfen. Denn als uns die ersten Kokosnüsse um die Ohren fliegen, sind wir im Windsurfer-Stress, endlich aufs Wasser zu kommen – und damit wieder in die Sonne!









Am Strand angekommen, sehen wir schon die anderen Surfer die Wellen rippen. Also nix wie raus mit uns, ab in die Brandung und ein paar Sprünge in die Luft zaubern. 2 Stunden guten Windes fürs 5er Segel mit 100 Liter geben uns den Rest für diesen Tag. Als Tagesabschluss gibt es den besten Pina Colada aller Zeiten in einem kleinen italienischen Restaurant, bevor wir absolut erschöpft aber unheimlich glücklich in unser verdientes 11-Stunden-Koma fallen.

Dank Arnika-Kühlgel, After-Sun-Creme und Schüssler Salzen verläuft die Nacht sogar einigermaßen geruhsam. Ähnlich verhält es sich an den zwei folgenden Abenden, bis auf den Unterschied, dass wir eher wegen überragender Cocktails oder des kühlen Bieres und anderen Bedürfnissen der Rothäute selig davonschlafen. Die Surfsessions am 4. Und 5. Januar sind zwar weniger windig, bieten aber einige gute Szenen, denn die kleinen Wellen erlauben hier sowohl schöne Sprünge als auch ein paar Turns.

Man testet sich langsam durch das überschaubare Angebot des örtlichen Lädchens und gewöhnt sich an die Hitze sowie die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Sogar Miss Superrothaut transformiert sich langsam wieder zu einem menschlichen Wesen mit „ungepellter“ Haut. [7. Puh!] Wir genießen den brasilianischen Lifestyle und den gemütlich um 12 Uhr einsetzenden Wind – perfekt passend zur Flut. Zu den immer wieder erheiternden Momenten zählt auch das nächtliche Erschrecken des tagsüber so aufdringlichen Hauskaters durch simpelste Bewegungen oder kleinste Geräusche. 5. Januar, 19 Uhr, Maceió, Outdoor-Office-Küche Nun freuen wir uns nach den kulinarischen Entbehrungen der letzten Tage auf den Besuch im morgen geöffneten Restaurant und mehr Wind am Wochenende.

Coming up soon: Tobis erster Double-Loop & Lanis erste Wavetube!!! (Ne Schmarrn. Schau ma moi…)

 

Latos-Way-Statistik:

7 x Puh!

2 x Ach nö!

4 x Merke

All about the Trip gibt es unter: www.latos-way.de

Special Thanks to:
www.windinfo.eu    www.gloryfy.com    www.timezone.de