Bye Bye Jeri – Latos Trip to Sao Miguel do Gostoso


01.02.2016 Jericoacoara, 8 Uhr

Wir werden vom ungewohnten Dröhnen des Weckers aus dem Tiefschlaf gerissen, denn unser Transfer startet um 9 Uhr (brasilianische Zeit: 9:30 Uhr) an der Bob Windschool. Nach zu gemütlichem Frühstück packen wir panisch unsere restlichen Sachen und machen uns um 8:40 Uhr erfolgreich auf die Suche nach Trinkwasser für die Reise. Das Verladen unseres sorgfältig „regensicher“ eingewickelten Reisegepäcks auf die Ladefläche des komfortablen Toyota Hilux-Pickup 4x4 macht geradezu Spaß. Nach holprigen 45 Minuten durch Wasserlöcher und Dünen im Jericoacoara Nationalpark, kommen wir in Jijoca endlich auf eine Teerstraße . Wie auf Knopfdruck beginnt der Himmel Badewannen über uns auszuschütten und die zerfledderte Verpackung der verrutschten Boardbags zu durchtränken. [6. Ach nö!]

Ca. 5 Stunden später hieven wir am Flughafen die vollgesaugten Hinkelsteine vom Hilux aufs treue Skateboard, das dann ächzend und quietschend an den Check- in rollt. Nach kurzem Abklären der TAM-Mitarbeiter, ob sie Windsurfequipment überhaupt mitnehmen, laden wir die Bags auf die Standard-Gepäckwaage. Zum Glück sind die Boardbags zu lang und liegen hinten komfortabel auf dem Laufband auf. Somit zeigt die Waage geschmeidige 25 kg bei Bag1 und 28 kg bei Bag2 an, juhuuuuu. Wir freuen uns wie die Schnitzel als uns die nette Schalterdame schließlich auch nur eine Kitebag (50 Euro) berechnet. [9. Puh!]







Natal Flughafen, 22 Uhr

Schnell ist unser Abholservice gefunden, dessen Blick sogleich entgleist, als wir mit unserem Gepäckberg um die Ecke rollen. An seinem Auto angekommen wird uns auch gleich klar wo der Haken ist: 1. es ist sehr klein, 2. es hat keinen Dachgepäckträger, 3. er hat nicht mal Spanngurte dabei (trotz mehrfacher Ankündigung unseres Übergepäcks). Doch zum Glück sind wir ausnahmsweise mal vorbereitet und haben unser Dachspanngurtsystem dabei.

Äußerst skeptisch beäugt unser verängstigter Fahrer die Montage und zweifelt nervös an der Standhaftigkeit seines Daches. Wir zweifeln zwar auch stark daran (was wir ihm natürlich nicht verraten), aber es ist spät und wir haben keine andere Möglichkeit. Also alles raufgezurrt und ihm eine gemütliche Fahrweise angeraten, wenn er nicht bald ein Cabrio fahren will. Nach 2 Stunden Schnecken-Transfer in der Pousada angekommen, werden wir von unserem französischen Gastgeber und dessen übermotiverter Schäferhündin Aisha empfangen. Nur noch schnell das unabdingbare Moskitonetz aufgespannt und erschöpft in die Laken fallen.









02.02. Sao Miguel do Gostoso

Morgens genießen wir das liebevoll zubereitete Frühstück, bevor wir zur Orientierung um die Häuser ziehen. Nach einem endlosen Strandspaziergang quartieren wir unser Surfzeug am Best Spot bei Paolos Surfstation Dr. Wind ein. Auf dem Rückweg zur Unterkunft über die holprigen Pflasterstraßen bis ganz ans andere Ende des Örtchens wird uns dann bewusst, dass wir für die fast 4 km unbedingt Bikes brauchen. Welche uninformierten Deppen haben uns dort nur einquartiert!!?? Danke Lani, danke Tobi! Drei Wochen später sollten es uns die weichgeklopften Hintern und Knie dann sehr danken, die schrottigen 1-Gang-Drahtesel endlich wieder abgeben zu können.

Wind und Wetter meinen es im Februar nun endlich gut mit uns und wir können uns doch noch die Hände wund surfen und unser Material gebührend zerlegen. Tobis Wasserablassloch am Heck des täglich neu vollgesaugten Boards vergrößert sich genauso rasch wie die gerissene Naht in Lanis Segel. Der Spot ist Hammer, es gibt Wind von rechts und die Wellen brechen auf ein vorgelagertes Riff, das bei Ebbe allerdings schon so manche Finne oder Haut kostet. Die vielen guten und günstigen Bars und Restaurants tragen ihr Übliches zum rundum glücklichen Surferdasein in Sao Miguel bei. Den brasilianischen Carneval haben wir uns zwar „etwas“ prunkvoller vorgestellt, aber die äußerst ausgelassene 4-tägige Massen-Party kann sich definitiv sehen lassen.

Empfehlenswert ist in Gostoso auch die Vorsorge mit ausreichend Bargeld, da die hiesigen Bankautomaten eine eher kurze Lebenserwartung (vor ihrer regelmäßigen Sprengung!) haben. Dank unseres Nerv-, Spiel- und Wachhundes Aisha fühlen wir uns trotz einiger Überfallgeschichten sicher und immer ausreichend angeschleckt. Bedanken möchten wir uns besonders auch bei Dr. Wind, wo wir uns bei gutem Service und toller Atmosphäre sofort wohlgefühlt und viele gleichgesinnte Boardheads getroffen haben.

Sao Miguel-Fazit:
17 von 20 Tagen leicht bis gut anpowert mit den 5er Segeln bessern unsere Brasilien-Statistik nun doch noch auf satte 70 % auf. Hurra!


Coming up soon:
Ohne „Hangover 4“ und nicht blitzverheiratet auf Umflügen zur Wiege des Surfens

Latos-Way-Statistik:

9 x Puh!

6 x Ach nö!

6 x Merke

All about the Trip gibt es unter: www.latos-way.de

Special Thanks to:
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