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Von Meteoren, Hochnebel, Inversionen und optimaler Himmelssicht

14. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Auf zwei alljährlich im Dezember wiederkehrende Anfragekategorien können wir uns im Vorhersagebetrieb ziemlich gut verlassen: Zum einen sind dies selbstverständlich die Auskünfte zu den Wetteraussichten für die Weihnachtszeit, zum anderen besteht aber besonders von Seiten der Medien größeres Interesse für die Witterung zur Mitte des Monats. Die Ursache dafür ist schnell gefunden: Wahrscheinlich erwecken die jährlich wiederkehrenden Sternschnuppen (Meteore) der Geminiden erhöhte Aufmerksamkeit.

Die Geminiden treten regelmäßig zwischen dem 04. und dem 20. Dezember auf und sind mittlerweile einer der stärksten Meteorströme des Jahres. Das Maximum wird meist um den 14. Dezember herum erreicht. Die Sternschnuppen entstehen dadurch, dass die Erde die von einem Asteroiden bzw. einem Kometen durch Staub verunreinigte Spur kreuzt. Diese Staubteilchen dringen dabei in die Atmosphäre ein und verglühen dort. Die genaue Verunreinigungsquelle war bei den Geminiden lange Zeit nicht geklärt. Nach Untersuchungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) scheint mittlerweile aber wissenschaftlich festzustehen, dass wahrscheinlich der Asteroid „Phaethon“ der Quellkörper ist. Eine schon länger in Aussicht genommene gemeinsame Mission der japanischen Raumfahrtagentur JAXA und des DLR zum Asteroiden Phaethon („Destiny Plus“) ist nun für das Ende des Jahrzehnts avisiert.

Die Vorhersagen des Weihnachtswetters und der Bewölkungsverhältnisse zur Beobachtung der Geminiden haben eines gemeinsam: Man muss die erwartungsvollen Interessenten meistens enttäuschen. Während das von vielen ersehnte tief winterliche Weihnachten mit Schnee bis ins Flachland mittlerweile eine echte Rarität ist (Achtung Spoiler: auch dieses Jahr schaut es dafür nicht besonders gut aus – sollten sich die Umstände in den nächsten zehn Tagen noch ändern, erfahren Sie es an dieser Stelle zuverlässig), sind auch die Randbedingungen zur Beobachtung von Sternschnuppen im Dezember häufig ungünstig. Ideal dafür wären klare Verhältnisse in den Nächten, die aber nicht so einfach herzustellen sind. Im Sommer werden diese sowohl bei ausgeprägten Hochdrucklagen, als auch nach dem Zusammenfall von im Tagesverlauf entstandener konvektiver Bewölkung erreicht. Allerdings sind die sommerlichen Nächte, zum Beispiel zur Beobachtung der Perseiden, ziemlich kurz.

Im Winter helfen uns Hochdruckphasen (antizyklonale Wetterlagen) für diesen Zweck aber nicht viel weiter. Meistens bilden sich dabei in tiefen Lagen Nebel oder Hochnebel, die sich sogar von Tag zu Tag häufig ausdehnen. Aber auch „zyklonale“ (tiefdruckgeprägte) Wetterlagen gewährleisten selten eine gute Beobachtungsmöglichkeit. Dann bleibt man zwar in den meisten Fällen von zähem Nebel oder Hochnebel verschont, allerdings sind damit einhergehend die Wolken in höheren Schichten der Atmosphäre dichter. Auch die mit zyklonalen Lagen häufig verbundenen Begleiterscheinungen wie Wind und Niederschlag laden nicht unbedingt zum entspannten Beobachten ein. 

Wahrscheinlichkeit für tiefe Bewölkung am 15.12.2025, 01 Uhr MEZ (nach ICON-D2). Die klaren Verhältnisse in den hohen Lagen des Südens sind sicher, die Wolkenlücken im Tiefland des Nordens unterliegen größeren Unsicherheiten. 

Dieses Jahr fällt der Höhepunkt der Geminiden wieder in eine beständige Hochdruckphase. Die Folge davon sehen viele beim Blick aus dem Fenster: oft trüb und im Tagesverlauf kaum Auflockerungen der Hochnebeldecke. Doch für jene, die in der Nähe von Bergen wohnen, gibt es durchaus lohnenswerte Möglichkeiten (ansonsten muss man gewisses Glück haben). Oberhalb der feuchten Grundschicht sind die Beobachtungsverhältnisse, abgesehen von hohen Wolkenfeldern, meistens gut. Die Höhe der Hochnebelschicht kann dabei mit Beobachtungsdaten sogar aus der Ferne abgeschätzt werden, denn diese ist durch eine scharfe Temperaturinversion klar abgegrenzt. Die Vertikalsondierungen der Atmosphäre von heute Früh zeigen uns, dass sich die Obergrenze des Hochnebels etwa bei 800 bis 1000 m befindet. Man braucht also einen Berg, der etwas höher ist, um die besten Chancen auf freie Sicht zu haben. Zur Überprüfung der Sichtverhältnisse kann natürlich auch eine Webcam zu Rate gezogen werden.

 

Besonders gut sind die meteorologischen Rahmenbedingungen zur Sternschnuppenbeobachtung gegenwärtig in den höheren Lagen des Südens, insbesondere im Hochschwarzwald und in den Alpen. Abseits der eventuell leicht dunstigen Schicht in den Tälern gewährleistet die trockene Luft auf den Bergen beste Sichtverhältnisse in den nächtlichen Himmel. Auf der fast 3000 m hohen Zugspitze wird aktuell beispielsweise eine relative Luftfeuchte von unter 40 % gemessen. Damit sind Beobachtungen ohne störende Lufttrübungen fast garantiert.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Von-Meteoren-Hochnebel-Inversionen-und-optimaler-Himmelssicht.png 745 844 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-14 17:44:482025-12-18 17:50:35Von Meteoren, Hochnebel, Inversionen und optimaler Himmelssicht

Novembergrau oder Dezembergrau? 

13. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

„Trübes Novemberwetter“ oder „tristes Novembergrau“ – diese Bezeichnungen für ganztägiges Einheitsgrau am Himmel im November (und nicht nur im November) kennt fast jeder. Auch in diesen Tagen ist der Himmel in vielen Regionen Deutschlands wieder grau in grau. Heute gehen wir der Frage nach, warum das so ist und ob in Deutschland der November tatsächlich der Monat ist, in dem die Sonne am seltensten zu sehen ist. 

Für die zuletzt gestellte Frage hilft ein Blick in die langjährigen Wetteraufzeichnungen. Dazu betrachten wir die Referenzperioden 1961-1990 und 1991-2020 und es wird schnell klar, dass der November seinem Ruf als „trüb(st)er Monat“ nicht gerecht wird. Mit 52,8 (1961-1990) bzw. 54,6 (1991-2020) Sonnenstunden liegt er in der Rangliste der sonnenärmsten Monate sogar nur auf Platz 3. Statistisch gesehen noch seltener scheint die Sonne im Januar (1961-1990: 43,6 Stunden; 1991-2020: 51,8 Stunden). Der trübste Monat ist allerdings der, in dem wir uns gerade befinden, der Dezember, und zwar mit durchschnittlich nur 38 (1961-1990) bzw. 42 Sonnenstunden (1991-2020). Im Vergleich zu den jeweils über 200 Sonnenstunden in den Monaten Mai bis August ist das in der Tat ganz schön wenig. Aber warum ist das so? 

Eine entscheidende Rolle spielen die unterschiedlichen Tageslängen. Da die Rotationsachse der Erde gegenüber der Umlaufbahn um die Sonne um 23° geneigt ist, sind die Tage im Sommer länger als im Winter. Dadurch beträgt in Frankfurt am Main die Tageslänge (Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang) zur Sommersonnenwende (2025: 21. Juni) 16:24 Stunden und zur Wintersonnenwende (2025: 21. Dezember) 8:03 Stunden. In anderen Worten sind also schon rein astronomisch betrachtet im Dezember nur etwa halb so viele Sonnenstunden möglich wie im Juni. Rechnet man die oben genannten monatlichen Sonnenstunden auf die einzelnen Tage um, sieht man schnell, dass die kürzere astronomische Tageslänge das winterliche Sonnendefizit alleine aber nicht erklären kann. In Frankfurt am Main beispielsweise scheint die Sonne im Juli durchschnittlich 7:07 Stunden am Tag und damit mehr als 8-mal so lange wie im Dezember (52 Minuten). 

Links: Jahresverlauf der Sonnenstunden in Deutschland mit vieljährigen Mittelwerten 1961-1990 und 1991-2020 sowie der Extrema der einzelnen Monate; rechts: Vergleich astronomische Tageslänge und durchschnittlich gemessene Sonnenstunden pro Tag der einzelnen Monate in Frankfurt am Main. Quelle: DWD 

Ein weiterer Grund ist die stärkere Bewölkung im Winter. Während im Sommer ein Hochdruckgebiet meist sonniges Sommerwetter verspricht, ist bei winterlichen Hochdruckwetterlagen (wie aktuell) die Neigung zu neblig-trübem Wetter groß. Auch hierfür ist indirekt die Neigung der Erdachse verantwortlich, wir werden von ihr also quasi doppelt bestraft. Da im Winter die Sonne deutlich tiefer am Himmel steht als im Sommer, besitzt sie auch viel weniger Energie in Form von Sonnenstrahlung. Somit fehlt ihr im Winter oft die Kraft, um Nebelfelder aufzulösen. So können sich bei beständigem Hochdruckwetter Nebel- und Hochnebelfelder immer weiter ausbreiten und man bekommt die Sonne teils tagelang nicht zu sehen. Doch auch bei Tiefdruckwetterlagen hat es die Sonne im Winter schwer. Im Einflussbereich von Tiefs tummeln sich meist ausgedehnte Wolkenfelder mit Regen oder Schnee, die uns den Blick auf die Sonne versperren. Zwar gibt es zwischen den Tiefausläufern auch immer mal wieder sonnige Auflockerungen, von langer Dauer sind diese aber meistens nicht. 

Es ist also nicht verwunderlich, dass gerade im Winter die Sonne ein recht seltener Gast ist. Tendenziell scheint die Sonne im Westen und Norden seltener als im Süden, wobei es gerade dort große regionale Unterschiede gibt. Während in den Tälern Frankens die Sonne durchschnittlich teils weniger als 30 Stunden scheint (z.B. 29,9 Stunden in Bad Kissingen), kann man sich im südlichen Alpenvorland über deutlich mehr Sonne freuen (z.B. 72,8 Stunden in Kempten). Dort befindet man sich häufig bereits oberhalb der Hochnebeldecke und profitiert zusätzlich vom Föhn. Am sonnigsten ist es auf den Alpengipfeln (z.B. Zugspitze mit 116,1 Stunden). 

Der bisher sonnenärmste Monat war übrigens der Dezember 1993 mit nur 18,4 Sonnenstunden im bundesweiten Schnitt, wobei damals in Hessen die Sonne lediglich 8,5 Stunden und in NRW 8,6 Stunden schien. Wer damals in Lüdenscheid im westlichen Sauerland oder in Schotten (Mittelhessen) wohnte, den traf es besonders bitter. Im gesamten Monat schien dort die Sonne gerade einmal 1,2 bzw. 1,4 Stunden. Manch einem mag auch der Dezember 2018 noch in Erinnerung sein, der mit 25,2 Sonnenstunden auch alles andere als glänzte. 

Ganz so trüb wird es im diesjährigen Dezember aller Voraussicht nach nicht. In den ersten 12 Tagen kamen im deutschlandweiten Durchschnitt schon 17 Sonnenstunden zusammen. Zwar bekommen wir an diesem Wochenende die Sonne in vielen Landesteilen überhaupt nicht zu sehen, aber ab Montag steigen die Chancen auf Sonne wieder, sodass weitere Sonnenstunden auf das Konto kommen werden. Wie viele Sonnenstunden sich dann in der zweiten Monatshälfte summieren, bleibt noch abzuwarten. 

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Novembergrau-oder-Dezembergrau-.png 566 1232 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-13 20:08:482025-12-18 17:43:55Novembergrau oder Dezembergrau? 

Extreme Dezember: 2010 und 2015 im Vergleich 

12. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Bei der aktuellen Mildwetterlage könnte man meinen, der Dezember schreibe Rekorde. Doch wer erinnert sich noch an den Dezember 2015 – den mit Abstand wärmsten Dezember in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen? 

Die großräumige Wetterlage war damals der heutigen sehr ähnlich. Nach einem starken Polarlufteinbruch Ende November kippte die Wetterlage Anfang Dezember völlig. Es entwickelten sich kräftige Atlantiktiefs, die auf ihrer Vorderseite in einer südwestlichen Strömung außergewöhnlich milde Subtropen-, teils sogar Tropenluft nach Deutschland führten. Es etablierte sich eine stabile, meist von Hochdruck geprägte Südwestlage. Zweistellige Höchstwerte waren an der Tagesordnung, Frost blieb die Ausnahme. Ein wenig Schnee gab es lediglich bei einem kurzen „Kaltlufteinbruch” Mitte Dezember in den Gipfellagen einiger Mittelgebirge. Ihren Höhepunkt erreichte die sehr milde Witterung an Weihnachten. Mit 10 bis 17 °C und viel Sonnenschein herrschte nahezu „Biergartenwetter“. Erst zum Monatsende sickerte im Osten etwas kältere Luft ein. 

Einen deutlichen Kontrast dazu bot der Dezember 2010: Auch damals ging ein kalter Witterungsabschnitt Ende November voraus, der sich jedoch – anders als 2015 – nachhaltig festsetzte. Bereits Anfang Dezember kam es bei einer Nordlage zu einem arktischen Kaltlufteinbruch mit strengen Nachtfrösten bis –20 °C und verbreitetem Dauerfrost. Auch Schnee lag schon reichlich. Weitere intensive Schneefälle folgten zur Monatsmitte in einer ausgeprägten Grenzwetterlage. In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember brachte eine ausgeprägte Nordstaulage in den östlichen Mittelgebirgen über 50 cm Neuschnee. Dort türmten sich die Schneemassen teils über einen Meter hoch. 2010 war das bislang letzte Jahr, in dem Deutschland nahezu flächendeckend weiße Weihnachten erlebte – selbst im Flachland lagen gebietsweise bis zu 50 cm Schnee. 

Die Kaltluft hielt sich bis in die erste Januarwoche 2011, danach stellte sich die Wetterlage um. Eine kräftige Südwestlage brachte Regen, Sturm und eine deutliche Milderung, wodurch der Schnee rasch taute und es teils zu Hochwasser kam. 

Während der Dezember 2015 mit einer Mitteltemperatur von +6,5 °C deutlich zu warm war und eher einem milden März glich, zählt der Dezember 2010 mit einer Durchschnittstemperatur von −3,7 °C zu den kältesten dieses Jahrhunderts. 

Zugewehte Häuser auf dem Aschberg im oberen Vogtland nach den Schneefällen vom 14.12. auf den 15.12.2010. In der Nacht fiel fast 1m Neuschnee. 

Bestes Fortbewegungsmittel: Ein Motorschlitten 

 

Zugeschneite Straßenschilder 

Zugewehtes Haus 

 

Dipl.-Met.Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Extreme-Dezember-2010-und-2015-im-Vergleich-.jpg 1728 2304 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-12 19:39:582025-12-13 20:02:12Extreme Dezember: 2010 und 2015 im Vergleich 

Hoch ELLINOR bringt graue Tristesse 

11. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Derzeit zeigt sich das Wetter völlig unspektakulär: Keine Kapriolen, kein winterlicher Kälteeinbruch, kein Sturm und nichts Vergleichbares, sondern graue Tage mit viel Nebel und Hochnebel. Hin und wieder erreichen uns schwache Ausläufer von Tiefs, die jedoch außer etwas Regen und ein wenig Wind an der Nordsee kaum etwas Relevantes mitbringen. 

Hauptverantwortlich für dieses für Meteorologen recht eintönige Wetter in den kommenden Tagen ist ein ausgedehntes Hochdruckgebiet namens ELLINOR, das über Mitteleuropa und dem Balkan liegt. Gleichzeitig wüten über dem Nordatlantik, zwischen den Britischen Inseln und Island, kräftige Orkantiefs. Nur vereinzelte, sehr abgeschwächte Ausläufer schaffen es noch bis zu uns. 

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Donnerstag den 11.12.2025 12 UTC (Quelle: DWD) 

Im Winter bedeutet eine stabile Hochdrucklage mit schwachem Wind selten etwas Positives. Häufig bringt sie tristes Grau, da die Sonne nicht genug Kraft besitzt, um Nebel- und Hochnebelfelder aufzulösen. Dazu bräuchte es frischen Wind, der die Luft durchmischt, oder trockene Festlandsluft. Fehlt dies, sammelt sich die Feuchtigkeit in den Tälern, und Nebel breitet sich großflächig aus. Lediglich die höheren Lagen profitieren davon, denn dort ragen die Berge oft über die graue Schicht hinaus. 

Damit stellt sich die Frage, wo sich in den nächsten Tagen überhaupt die Sonne zeigt. Am heutigen Donnerstag kann sie sich am Nordrand der Mittelgebirge und später auch in den höheren Alpenregionen durchsetzen, begünstigt durch südliche Winde, die die Luft austrocknen. Am Freitag gibt es Chancen auf Sonnenschein im Südwesten, im Süden und in Teilen des Ostens Deutschlands. Am Samstag nehmen die sonnigen Abschnitte wieder ab und beschränken sich auf wenige Gipfellagen und den Alpenrand. Am Sonntag bekommt der Südwesten und die nördliche Mitte einige Sonnenstunden. Lediglich am Montag nimmt der Druckgradient etwas zu und sorgt für auffrischenden Wind und damit für die Auflösung der meisten Nebel- und Hochnebelfelder. 

Abschließend ein Blick auf die Temperaturen: Sie liegen zwischen 6 und 12 Grad, bei Dauernebel lediglich zwischen 2 und 5 Grad – zu mild für die Jahreszeit. Frost tritt vor allem bei längerem Aufklaren auf. 

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Hoch-ELLINOR-bringt-graue-Tristesse-.png 915 1285 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-11 19:21:182025-12-13 19:39:36Hoch ELLINOR bringt graue Tristesse 

Ein erster Griff in die Spekulatiuskiste

10. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Alle Jahre wieder… stellt sich die Frage nach der Weißen Weihnacht. Und ja, hin und wieder ist man ja der jährlichen Fragerei zugegebenermaßen auch etwas überdrüssig. Aber bei dem gegenwärtigen „Nicht-Wetter” wird es uns selbst zu bunt, und wir werfen mal einen Blick in die Kiste mit dem Wetter-Spekulatius. Irgendwie muss man sich ja die Zeit vertreiben 😉 

Ein erster Griff in die Kiste fördert den aktuellen Hauptlauf des europäischen Modells (ECMWF/IFS) zutage. Und der lässt einen ziemlich bedröppelt dreinschauen. Denn abgesehen von einem kurzen Übergreifen des Atlantiks um den 20. Dezember herum ist hier von Winterwetter nicht das Geringste zu sehen. Im Gegenteil: Blockierender Hochdruckeinfluss soll ohne Ende das Zepter schwingen und auch zu Heiligabend wetterbestimmend bleiben. Also Langeweile pur, vermutlich vielfach bei Dauernebel, grauem Himmel und alles andere als winterlichen Temperaturen. Na schöne Bescherung… 

Das erfordert den Griff zum nächsten Spekulatius. Mal schauen, was die Amerikaner so im Gepäck haben. Das GFS-Modell neigt ja gerne mal zu fantastischen Spielereien und gar lustig anzuschauenden Wetterkarten – als wenn von denen am Ende ein einziges jemals Wirklichkeit geworden wäre… In den aktuellen Modellläufen hätte hier zumindest die meteorologische Langeweile deutlich schneller ein Ende. Allerdings: Auch hier von Winter keine Spur. Stattdessen übernimmt die Westdrift mit dem Atlantik und zahlreichen Tiefausläufern das Wettergeschehen. Das hätte auch ab Mitte kommender Woche zunehmend nasses und zeitweise wohl auch windiges Wetter zur Folge. Von Schnee und Kaltluft ist aber überhaupt nichts zu sehen. Aber immerhin käme es hier zu etwas Neuschneeauflage in den Alpen. 

Aller guten Dinge sind aber drei, und so gibt es noch einen weiteren Griff zum Spekulatius. Der fördert die Ensemblerechnungen der Modelle zu Tage, die immerhin noch einen Rückschluss auf gewisse Wahrscheinlichkeiten zulassen. Das GEFS (also das Ensemble des amerikanischen Modells) zeigt zu Weihnachten im Mittel eine Hochdruckbrücke ausgehend von Südwest- über Mitteleuropa bis weit nach Russland. Kein echtes Winterszenario, sondern eher ziemlich risikobehaftet, was die Fortsetzung der meteorologischen Langeweile betrifft. Kalte Luftmassen lassen sich in diesem Szenario jedenfalls nicht ausmachen. Gleiches trifft für die Lösung der europäischen Modellkette zu. Da geht es am Ende nur um Detailunterschiede in der Lage von Druckgebieten. Interessant scheint hier maximal ein Tief über Oberitalien zu sein, das im Alpenraum für Neuschnee sorgen könnte. 

Statistik: Weiße Weihnachten in Offenbach am Main seit 1954 

Es sieht also gar nicht gut aus für die Weiße Weihnacht. Auch in diesem Jahr. Neu dürfte das für kaum jemanden sein. Hier bei uns in Offenbach gehen wir damit wohl in das fünfzehnte schneefreie Weihnachten in Folge. Dazu gibt es übrigens abschließend von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung eine schöne interaktive Darstellung. Dort kann man sich für seinen eigenen Wohnort die Geschichte der Weißen Weihnachten selbst visualisieren lassen. Mal sehen, wie es dann in zwei Wochen wirklich aussieht, denn schließlich gilt auch im Jahre 2025: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. 

 Meteorologe M.Sc.Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Ein-erster-Griff-in-die-Spekulatiuskiste-.png 684 486 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-10 21:17:292025-12-10 21:18:12Ein erster Griff in die Spekulatiuskiste

Die heiße Kugel

9. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Unsere Atmosphäre… eine Gasschicht, die unsere Erde vom Weltraum trennt. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass sie einen speziellen vertikalen Aufbau besitzt. Im Thema des Tages vom 17.10.2025 wurde schon ein kurzer Überblick über die atmosphärischen Schichten gegeben. Dem Aufbau der Atmosphäre folgend, ist nun nach Betrachtung der Tropo-, Strato- und Mesosphäre in einzelnen Themen des Tages die Thermosphäre an der Reihe.
Die Thermosphäre befindet sich oberhalb der Mesopause und wird nach oben hin durch die anschließende Thermopause begrenzt. Sie erstreckt sich ausgehend von etwa 85 km Höhe bis etwa 600 km. Der Name dieser Schicht leitet sich von den griechischen Worten „thermós“ – warm/heiß und „sphaira“ – Kugel ab. 

Der Name ist Programm! Grundlage für die Abgrenzung der Schichten ist der vertikale Temperaturgradient. In der Thermosphäre ist dieser durchweg positiv. Die Sonnenstrahlung im extrem ultravioletten Spektrum (EUV) wird hier absorbiert. Das hat zur Folge, dass die Temperatur rasch mit der Höhe ansteigt. Herrschen am Unterrand dieser Schicht Temperaturen um -90 °C, so können es nur 30 km darüber schon um die +100 °C sein. Zum Oberrand der Thermosphäre hin nähert sich die Temperatur immer stärker einem oberen Grenzwert an. Stark abhängig von der aktuellen Sonnenaktivität schwankt dieser zwischen 200 °C und 1200 °C! 

Der Temperaturbegriff ist in diesen Höhen jedoch mit Vorsicht zu gebrauchen. Durch die sehr dünne Luft entspricht sie nämlich nicht mehr unserer gefühlten Temperatur, sondern leitet sich aus der mittleren Bewegungsenergie der einzelnen Teilchen ab. Die Internationale Raumstation ISS oder auch Space-Shuttles, die sich in diesem Bereich aufhalten, verglühen darum nicht auf der Stelle. 

Die Sonne spielt auf eine weitere Weise eine Rolle. Hin und wieder werden große Mengen von geladenen Teilchen in Richtung der Erde ausgestoßen – sogenannte Sonnenwinde. Das Magnetfeld der Erde lenkt die Teilchen um und schützt uns Menschen. Besonders starke Sonnenwinde verformen dieses Magnetfeld und führen (hauptsächlich) in der Thermosphäre zu spektakulären Lichtphänomenen. Je nachdem in welcher Höhe sie auftreten können sie grün, rot, rosa oder in seltenen Fällen auch bläulich bewundert werden. Die Rede ist natürlich von den Polarlichtern – auch Aurora borealis (Nordhalbkugel) oder Aurora australis (Südhalbkugel) genannt. 

Mit zunehmendem Abstand zur Erdoberfläche ist die Luft nicht überall gleich zusammengesetzt, sondern die Atome „ordnen“ sich mehr und mehr nach ihrer Masse an. Das heißt, leichtere Atome sind in größerer Höhe zu finden als schwerere. Abhängig davon, in welcher Höhe es durch die Änderung des Magnetfeldes zu einer Anregung der vorhandenen Atome kommt, wird somit bevorzugt eine Art von Atomen angeregt. Zumeist sind es Sauerstoff- oder Stickstoffatome, die, sobald sie wieder in den Grundzustand wechseln, Licht mit spezieller Wellenlänge erzeugen. Grüne Polarlichter entstehen durch die Anregung von Sauerstoffatomen in einem Höhenbereich um 120 km. Rote Polarlichter wiederum entstehen durch angeregte Stickstoffatome in Höhen zwischen 240 und 320 km. 

Abb. 1: Foto von Polarlichtern. 

Wir haben nun etwas über die Thermosphäre erfahren. Diese Schicht ist geprägt von extremen Temperaturen und fasziniert durch optische Spektakel in Form der Polarlichter. Lassen wir den Blick noch weiter hinauf wandern, so wartet noch die letzte atmosphärische Schicht darauf, etwas genauer betrachtet zu werden. Aber das muss warten bis es heißt: Die Außenkugel… 

 

Abb. 2: Polarlicht im Mai 2024, aufgenommen auf dem Großen Feldberg im Taunus. 

M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Die-heisse-Kugel-.png 432 768 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-09 21:06:582025-12-10 21:13:39Die heiße Kugel

Vom Winter keine Spur!

8. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Ende November keimte Hoffnung bei allen Winterfans auf. Die Temperaturen sanken kräftig, teilweise herrschte Dauerfrost und vor allem im Bergland bildete sich eine erste nennenswerte Schneedecke aus. Dazu kamen dann auch die Meldungen von einem außergewöhnlich stark schwächelnden Polarwirbel, der die Wahrscheinlichkeit für kaltes Wetter in Mitteleuropa statistisch erhöht. Doch am Ende sollte es nur ein Strohfeuer bleiben: Zum Monatswechsel und Anfang Dezember stiegen die Temperaturen, dem Schnee ging es an den Kragen und auch der Polarwirbel kräftigte sich wieder. War es das nun mit dem (Früh-)Winter oder kommt da noch was? 

Verantwortlich für die andauernde Mildphase ist derzeit eine überaus rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik, die in Teilen Westeuropas für äußerst turbulentes Wetter sorgt (siehe Abbildung 1). Im Zusammenspiel mit einer ausgedehnten, ziemlich ortsfesten Hochdruckzone über Süd- und Osteuropa schaufeln sie fortwährend sehr milde Meeresluft vom mittleren Nordatlantik bis nach Mitteleuropa. Zwar sorgen die Ausläufer der Tiefs für einen teils leicht unbeständigen Wettercharakter, dennoch erreichen die Temperaturen für Dezember ungewöhnlich hohe Werte. 

Abbildung 1: Großwetterlage am Dienstag, 09.12.2025: Bewölkung, Niederschlag sowie Wind und Temperatur auf 850 hPa (ca. 1500 m Höhe). 

Abbildung 2 zeigt die Höchsttemperaturen bis Mittwoch. Demnach werden fast überall zweistellige und verbreitet Temperaturen um 15 °C erreicht, in der Spitze am Oberrhein sogar bis zu 17 °C. Normal wären zu dieser Jahreszeit eigentlich eher zwischen 5 und 10 °C. Von den Dekaden- und Monatsrekorden, die gerade im Südwesten meist bei Werten um oder über 20 °C liegen, ist man aber noch ein Stückchen entfernt. Spitzenreiter ist Müllheim, dort wurden am 16. Dezember 1989 sage und schreibe 24,0 °C gemessen. 

Das Wetter gestaltet sich dazu recht unterschiedlich, wie die relative Sonnenscheindauer der nächsten Tage in Abbildung 2 verdeutlicht. Demnach gehen die hohen Temperaturen im Süden mit meist trockenem und sonnigem Wetter einher. Aber Achtung: Gerade in den Flussniederungen können sich die wintertypischen, zähen Nebel- und Hochnebelfelder halten. Dann bleibt es natürlich spürbar kühler. In der Mitte, vor allem aber im Norden dürften sich die hohen Temperaturen bei meist starker Bewölkung und zeitweiligen Regenfällen dagegen deutlich weniger „mollig“ anfühlen. 

Abbildung 2: Höchsttemperaturen und Sonnenscheindauer von Montag, 8.12., bis Dienstag 10.12. 

Und wie geht es danach weiter? Im Grunde ändert sich relativ wenig. Mit Blick auf die Großwetterlage und selbst unter Berücksichtigung der zunehmenden Unsicherheit stehen die Chancen auf durchgreifendes Winterwetter auch in der nächsten Woche sehr schlecht. Atlantische Tiefs laufen weiterhin mehr oder weniger erfolgreich gegen das Hochdruckbollwerk über dem Kontinent an. Wir liegen in der Übergangszone in einer meist westlichen bis südwestlichen Strömung, in der zwar nicht mehr ganz so milde, für winterliches Wetter aber immer noch viel zu warme Luft zu uns kommt. 

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

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Ein Sonntag mit Film und Fernsehen

7. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Am morgigen Montag wird in den USA der „Gib-vor-ein-Zeitreisender-zu-sein-Tag“ begangen. Dieser findet seit dem Jahr 2007 immer am 08. Dezember statt. In gewisser Hinsicht sind wir MeteorologInnen tagtäglich Zeitreisende, denn wir versuchen, in die Zukunft zu blicken. Dabei ist das Ziel, das Wetter mit seinen Eigenschaften wie Temperatur, Niederschlag oder Wind an einem bestimmten Ort möglichst weit in die Zukunft bestmöglich vorherzusagen.

Wettervorhersagen beruhen auf Modellen, die aus aktuellen Beobachtungen (Anfangszustand) die zukünftige Entwicklung berechnen. Dieser Anfangszustand sollte möglichst präzise den aktuellen Gegebenheiten entsprechen. Beste Voraussetzungen hierfür liefert eine gute Datengrundlage, die sich neben Messungen von Wetterstationen, Flugzeugen, Bojen und Schiffen aus Radiosondenaufstiegen sowie Radar- und Satellitendaten speist.

Doch das Wetter ist ein „chaotisches System“: Kleinste Veränderungen in der Ausgangslage – etwa bei der Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Windrichtung – können zu erheblichen Unterschieden in der späteren Entwicklung führen. Je weiter man in die Zukunft blickt, desto größer wird diese Unsicherheit.

Dies ist nicht nur beim Wetter so, sondern bei allem, was in der Zukunft liegt. Nicht ohne Grund endet der dritte Teil der Filmtrilogie „Zurück in die Zukunft“ mit dem Zitat: „Das bedeutet, dass deine Zukunft bis jetzt noch nicht geschrieben ist. Wie bei allen Menschen. Deine Zukunft ist immer das, was du daraus machst.“

Im ersten Teil wiederum machen sich die Protagonisten Marty McFly und Dr. Emmett „Doc“ Brown das Wetter zunutze. Mit einer von Doc entworfenen Zeitmaschine ist Marty zuvor aus dem Jahr 1985 in das Jahr 1955 gereist. Um die für eine Rückkehr in das Jahr 1985 nötige Energie zu gewinnen, nutzen er und Doc des Jahres 1955 einen Blitzeinschlag in die Rathausuhr. Am Ende des zweiten Teils hingegen sorgt ein Blitzeinschlag in die Zeitmaschine dafür, dass Doc unbeabsichtigt in das Jahr 1885 zurückversetzt wird.

Anfang Dezember würden sich die beiden Zeitreisenden hierzulande etwas schwertun, hochreichende und blitzintensive Gewitter zu finden. Einzelne kurze Kaltluftgewitter sind je nach Wetterlage möglich, am wahrscheinlichsten sind sie dann über der noch vergleichsweise warmen Nordsee. Ob die jedoch ausreichend Energie liefern würden, kann hinterfragt werden.

Ein anderer Film, der Elemente der Zeit und des Wetters beinhaltet, heißt „Die Prinzessin und der Fluch der Zeit“. Dieser tschechische Märchenfilm aus dem Jahr 2020 ist aufgrund von Fantasy-Elementen und auch aufgrund des Spannungsbogens eher ein Film für Jugendliche und Erwachsene und nicht wirklich vergleichbar mit den klassischen Märchenfilmen. In diesem Film wird Prinzessin Ellena als Baby von der Hexe Murien verflucht, der „schwarze Sturm“ werde am Abend ihres 20. Geburtstags das Königreich heimsuchen. Um den Fluch etwas abzumildern, versetzt der Hofalchemist Archivald sie in eine Art Zeitschleife, wodurch sie immer wieder den Tag ihres 20. Geburtstags erleben muss. Zusammen mit ihren Freunden, der Jungalchemistin Amélie und dem Prinzen Jan, versucht sie daraufhin, den Fluch zu durchbrechen und ihr Königreich zu retten.

Sicherlich gibt es noch weitere Filme, die die Thematik einer Zeitreise behandeln und in denen Wetter-Elemente eingebaut sind. Alternativ kann man am heutigen Sonntag auch das Nordderby (Hamburger SV vs. Werder Bremen) und das nachfolgende Spiel von Borussia Dortmund gegen die TSG Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga schauen.

Vom heimischen Sofa aus ist das Wetter zweitrangig, für die Stadionbesucher hingegen schon ein wichtiges Thema. Aber auch sonst besteht die Frage: Lohnt es sich, die „Kiste“ einfach auszulassen und mal an die frische Luft zu gehen? Das liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Bezüglich Sonnenscheines sieht es jedenfalls dürftig aus und die Wolkenlücken sind rar gesät, der Sonntag wird seinem Namen also eher nicht gerecht. Im Westen und Südwesten fällt der Tag gar ins Wasser und insbesondere in den Staulagen der südwestlichen Mittelgebirge regnet es länger andauernd und teils kräftig. In den anderen Landesteilen fällt nur örtlich ein wenig Regen. Die Höchsttemperaturen liegen bei 5 bis 13 Grad.

 

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am heutigen Sonntag, den 07.12.2025 (Quelle: DWD) 

Auch in der neuen Woche geht es unbeständig und teils windig, aber auch mild bis sehr mild weiter. Wer derzeit Winterwetter erwartet, fühlt sich, zumindest in Deutschland, wie im falschen Film. 

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Ein-Sonntag-mit-Film-und-Fernsehen-.png 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-07 20:50:282025-12-10 20:56:45Ein Sonntag mit Film und Fernsehen

Jahresrückblick 2025 | Teil 2

6. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Im gestrigen Tagesthema haben wir auf die Gesamtbilanz und die ersten fünf Monate des Jahres 2025 geschaut. Im heutigen zweiten Teil des Jahresrückblicks blicken wir auf die Monate Juni bis November und wagen einen kleinen Ausblick. Zur besseren Orientierung folgt zunächst noch einmal die Übersichtsgrafik über das gesamte Jahr. 

Im Bild ist der Jahresverlauf der Nutzermeldungen von Januar bis November 2025 zu sehen. Wichtige Wetterlagen wurden eingetragen. 

Monat Juni 

Der erste Sommermonat zeigte direkt, was möglich ist, und wurde gemeinsam mit dem Juli zum wärmsten Monat des Jahres. Hochdruckgeprägte Großwetterlagen wurden von kurzen Hitzephasen abgelöst, die schließlich in Schwergewitterlagen mündeten. 

Diese waren teils begleitet von Großhagel (Monatsbeginn), Starkregen (Monatsmitte) und zum Monatsende sogar von Orkanböen. In Erinnerung bleibt vor allem die Lage am 26.06. im Osten des Landes, wo rund um Berlin teils erhebliche Schäden entstanden (z. B. im Tegeler Forst). 

Trotz der Gewitterhighlights war der Juni insgesamt der blitzärmste seit Beginn der Aufzeichnungen 2009. Gerade einmal 211.642 Blitze wurden registriert. Der Durchschnitt liegt bei 530.000 Blitzen, der Rekord stammt aus dem Jahr 2013 mit 1.443.183 Blitzen. 

Damit überrascht es auch nicht, dass der Juni im Flächenmittel erneut deutlich zu trocken ausfiel (Platz 5 der trockensten Junimonate). 

Im Bild sind die Windböenmeldungen aus dem Wetterstationsnetz im Vergleich zu den Nutzermeldungen aus der WarnWetter-App für den 23.06. 06 UTC bis 24.06. 06 UTC zu sehen. 

Monat Juli 

Der Juli kann als ereignisreichster Monat des Jahres eingeordnet werden. Neben Hitzephasen kam es wiederholt zu Unwetterlagen durch Gewitter. Aber auch Stark- und Dauerregen sowie Sturmlagen traten im Monatsverlauf auf. 

Der 02.07. war der meldungsstärkste Wettertag des Jahres mit 20.838 Nutzermeldungen. Grund dafür war eine durch Tief Dieter ausgelöste Schwergewitterlage, die eine heftige Hitzewelle beendete. In Andernach wurde dabei die höchste Temperatur des Jahres mit 39,3 °C gemessen. 

Es folgte ein jäher Absturz, sodass bis zum Ende der ersten Dekade keine Sommertage mehr registriert wurden. 

Am Ende fiel der Juli nur im Vergleich zu 1961-1990 zu warm aus. Prägend war zudem, dass der Monat nur wenig Sonne zu bieten hatte. So wurden im März – trotz deutlich geringerer astronomisch möglicher Sonnenscheindauer – mehr Sonnenstunden registriert als im Juli. 

Nach fünf zu trockenen Monaten in Folge bot der Juli ein deutliches Niederschlagsplus von 47 % und konnte die aufgebaute Dürre vielerorts deutlich entspannen. 

Die Grafik zeigt die Nutzermeldungen im Verlauf des Julis. Für jeden Tag sind die Nutzermeldungen in Kategorien unterteilt. 

Monat August 

Die Erholung der Niederschlagsbilanz war nur von kurzer Dauer. Der weitere Augustverlauf war geprägt von beständigen Hochdrucklagen. Über der Landesmitte gab es drei Wochen Trockenheit, sodass in der Gesamtbilanz teils weniger als 20 l/m² Regen fielen. 

Der Monat war insgesamt warm und vor allem sehr sonnig. Der August 2025 zählt im Flächenmittel über ganz Deutschland zu den zehn sonnenreichsten Monaten seit Aufzeichnungsbeginn. 

Zur Monatsmitte kam es zu einer markanten Hitzewelle mit einer regional extremen Wärmebelastung. Verbreitet wurden 32 bis 35 °C gemessen, und in den Ballungszentren kam es zu Tropennächten (Minima über 20 °C). 

Die Beständigkeit spiegelt sich auch in den Nutzermeldungen wider, die nur kleinere Peaks aufgrund regionaler Gewitterlagen aufwiesen. 

Das Bild zeigt die Nutzermeldungen für eine ausgewählte Schwergewitterlage aus dem Monat August. Für den 28.08. wurden die Nutzermeldungen nach Regen, Hagel, Wind und Blitzen unterteilt. 

Monat September 

Schon Ende August nahm die Tiefdrucktätigkeit langsam zu und setzte sich auch im ersten Monat des Herbstes fort. Allerdings gab es regionale Unterschiede: Während im Norden viel Sonne und damit eher ruhiges Wetter zu verzeichnen war, fielen im Südwesten große Regenmengen. 

In Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland war das Niederschlagsplus besonders ausgeprägt. Im Saarland war es sogar der nasseste September seit Aufzeichnungsbeginn. Die höchste Tagesniederschlagssumme wurde am 08. September in Mönchengladbach mit 118,7 l/m² gemessen. Mit Blick auf ganz Deutschland lag das Niederschlagsplus immerhin noch bei 33 %. 

Die Temperatur lag im Monatsmittel insgesamt im Durchschnitt. Auf einen spätsommerlichen Abschnitt mit Spitzenwerten bis 32,6 °C am 20. September in Pabstdorf folgten pünktlich zum kalendarischen Herbstbeginn herbstlich frische Tage. In Deutschneudorf-Brüderwiese wurde am 29. September sogar Frost bis -1,3 °C gemessen. 

Monat Oktober 

Golden war der Oktober 2025 ganz und gar nicht. Stattdessen gab es besonders über der breiten Mitte des Landes ein großes Sonnendefizit. Im Jahresverlauf gab es nur im Januar weniger Sonne. Im zweiten Monatsdrittel lag der Vorhersageraum an der Ostflanke eines beständigen Hochdruckgebietes (Sieglinde) über Nordwesteuropa und damit im Zustrom feuchter Nordseeluft, sodass es häufig neblig-trüb war. 

Die dritte Dekade war schließlich niederschlagsreich, und am Ende stand ein deutliches Niederschlagsplus. 

Der Oktober begann mit ausgesprochen kalten Nächten und Frösten im Osten des Landes. Nachfolgend wurde es rasch milder. Vor allem mit Hoch Sieglinde gab es ab der Monatsmitte wieder häufiger Nachtfröste. Der tiefste Wert wurde am 19. Oktober in Barth mit -4,7 °C gemessen. Im höheren Bergland gab es die ersten winterlichen Grüße. 

In der Gesamtbilanz war der Monat leicht überdurchschnittlich – mit einem klaren Nordwest-Südost-Gefälle. 

Im Bild sind die 24 h Nutzermeldungen für die herbstliche Sturmlage am 23.10. zu sehen. Unterteilt wurden die Meldungen in Regen und Wind. 

Monat November 

Was der Oktober nicht leisten konnte, hat der goldene November wieder ausgeglichen. Mit einem Plus von 16 % war der zweite Herbstmonat außergewöhnlich sonnig. Im Osten des Landes wurden regional sogar 60 bis 80 % mehr Sonne registriert. 

Die erste Monatshälfte verlief ausgesprochen mild, mit spätherbstlicher Wärme zur Monatsmitte. Am 13. November wurden in Emmendingen-Mundingen 22,3 °C gemessen. Es folgte ein markanter Kaltlufteinbruch im letzten Monatsdrittel. Mit dem Zustrom arktischer Luft traten kalte Nächte mit teils zweistelligen Minuswerten in der Südosthälfte des Landes auf. In Würzburg wurde die kälteste Novembernacht seit Aufzeichnungsbeginn (1947) registriert. Im Rhein-Main-Gebiet gab es mit Tiefstwerten unter -8 °C die kälteste Nacht seit Januar 2023 und die kälteste Novembernacht seit 36 Jahren.
Am Ende blieb ein leichtes Plus in der Monatsbilanz. 

Die Animation zeigt den Ablauf der Schnee- und Glatteislage am 23.11. und in der Nacht auf den 24.11. Dargestellt sind Regen-, Schnee- und Glättemeldungen. 

Monat Dezember 

Bisher verläuft der Dezember recht unspektakulär. Auf einen kalten Start folgen in der kommenden Woche außergewöhnlich milde Tage und Nächte. Ob es bis Weihnachten noch für einen Wintereinbruch reicht, ist mehr als fraglich. Das gilt auch für die Frage, ob noch ein Ereignis mit vielen Wettermeldungen zu erwarten ist. 

Man sieht in der Darstellung die jeweils drei am besten bewerteten Bilder aus Nutzermeldungen für den Winter 2024/25, das Frühjahr 2025 und den Sommer 2025. 

Zum Schluss bleibt ein Dank für die vielen Nutzermeldungen und Bilder, die Sie uns im Jahresverlauf über die WarnWetter-App geschickt haben. Machen Sie weiter so! 

Dipl.-Met. Marcus Beyer 

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Jahresrueckblick-2025-Teil-2-.png 878 1747 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-06 20:33:382025-12-10 20:49:49Jahresrückblick 2025 | Teil 2

Jahresrückblick 2025 | Teil 1

5. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Das Wetterjahr 2025 neigt sich allmählich dem Ende zu. Höchste Zeit, einmal zurückzublicken, was uns der Jahresverlauf gebracht hat. Natürlich kann solch ein Rückblick nur eine kleine Auswahl an Ereignissen zeigen, die zudem subjektiv ausgewählt wurden. Sicherlich gibt es für Sie persönlich und Ihren Ort andere Wettertage, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind. Schreiben Sie uns gerne Ihre Highlights! 

Nutzermeldungen aus der Warnwetter-App 

Die Meldungen der Nutzer, die uns tagtäglich über die Warnwetter-App erreichen, sind eine große Unterstützung für den Vorhersage- und Warndienst und eignen sich sehr gut, um den Wetterverlauf im Jahr 2025 zu illustrieren. Bis einschließlich November haben uns insgesamt 976.438 Meldungen erreicht. 

Im Bild ist der Jahresverlauf der Nutzermeldungen von Januar bis November 2025 zu sehen. Wichtige Wetterlagen wurden eingetragen. 

Im Schnitt gab es tagtäglich fast 3000 Nutzermeldungen. Nimmt man diese durchschnittliche Anzahl, so dürften am Jahresende deutlich über 1 Mio. Meldungen eingegangen sein. Im Vergleich dazu gab es aber weniger Meldungen als in den Vorjahren. Die Meldezahlen lagen 2024 bei 1.158.635, 2021 gab es sogar über 1,5 Mio. Meldungen. 

Die abnehmende Anzahl an Meldungen hat dabei nicht unbedingt etwas mit weniger Interesse der Nutzer zu tun, sondern ist stark an die Wetterlagen und die Wetterereignisse gekoppelt. 2021 war beispielsweise das Jahr der Ahrtalflut, während 2025 auch immer wieder von länger andauernden Hochdruckwetterlagen geprägt war. 

Bevor wir in den Jahresrückblick einsteigen, zunächst noch ein Blick auf den Jahresverlauf anhand der Flächenmittelwerte über Deutschland für Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein im Vergleich zu 1961–1990 bzw. 1991–2020. Man erkennt sofort, dass 2025 erneut ein sehr mildes Jahr gewesen ist, das durchweg positive Anomalien im Vergleich zu 1961–1990 aufweist. Auch im Vergleich zu 1991–2020 steht zum Jahresende ein deutliches Plus. 2025 wird als sehr trockenes Jahr in Erinnerung bleiben: Von März bis Juni waren alle Monate im Flächenmittel deutlich zu trocken, regional sogar rekordtrocken. Gleichzeitig landet 2025 schließlich unter den Top 5 der sonnigsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1951. 

Im Bild ist der Jahresverlauf der Temperatur, des Niederschlags und der Sonne im Vergleich zu den Klimareferenzperioden 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020 zu sehen.  

Nun aber genug der Vorrede – schauen wir im Folgenden durch die einzelnen Monate des Jahres. 

Monat Januar 

Den ersten Monat des Jahres kann man durchaus als abwechslungsreich bezeichnen. Er startete mit winterlichen Wettereignissen und wurde im weiteren Verlauf mit Pausen sogar zeitweise fast T-Shirt-tauglich. So erreichten die Maxima zum Monatsende sogar die 18-Grad-Marke. Am Ende stand ein kräftiges Plus von 2,5 K im Vergleich zur Klimareferenzperiode 1961–1990. 

Die höchste Meldezahl brachte Tief Bernd, das einen Schwall milder Luft brachte und nach anfänglichen Schneefällen auf den noch tief gefrorenen Böden zu teils erheblicher Glätte durch gefrierenden Regen führte. Es folgte Tief Charly mit einer Grenzwetterlage, die in Teilen nochmals Schnee brachte. In der Südhälfte wurde es stürmisch. 

Im Anschluss konnte sich Hoch Beate mit einer ausgeprägten Inversionswetterlage durchsetzen (oben warm, unten kalt). Die Wetterberuhigung spiegelt sich auch in den Meldezahlen wider, die nur noch unterdurchschnittlich waren. 

 

In der Animation sieht man Nutzermeldung zum Wind (gelb bis rot) und Blitzen (violett) am 9.Januar 2025.  

Monat Februar 

Das ruhige Wetter aus dem Januar setzte sich auch im zweiten Monat des Jahres fort. Der Februar war geprägt von wiederholten Hochdruck- und Inversionswetterlagen, die nicht nur zu einem deutlichen Defizit beim Niederschlag führten (-53 %!), sondern auch zu einer schlechten Luftqualität. Im Norden des Landes fielen über den gesamten Monat gebietsweise unter 5 l/qm. 

Die teils eisigen Nächte zur Monatsmitte (bis nahe -20 Grad) können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Monat am Ende leicht überdurchschnittlich ausfiel. Das lag unter anderem an einem Schub milder Luft im letzte Monatsdrittel mit frühlingshaften 19 Grad am Nordrand der Schwäbischen Alb. 

Die Sonne machte Überstunden, und bei den Meldezahlen fällt allenfalls ein kurzer Wintereinbruch zur Monatsmitte auf. 

Monat März 

Auch der erste Frühlingsmonat war ausgesprochen arm an Meldungen. Schaut man sich den Monatsverlauf an, wird schnell klar, warum: 2025 war der zweitsonnigste März seit Aufzeichnungsbeginn und sehr trocken. Ganze 20 Tage – und damit zwei Drittel aller Tage – waren hochdruckdominiert, sodass im Norden und Nordosten nur rund 9 l/qm Regen zusammenkamen. 

Neben dem eher unspektakulären Wettergeschehen führte dies bereits früh im Jahr zu einer hohen Waldbrandgefahr. Erst zum Monatsende kam vorübergehend etwas Bewegung in die Wetterküche. 

 

Nutzermeldungen zum Parameter Nebel zusammen mit einem Nutzerbild vom 24.März. 

Monat April 

Der vierte Monat des Jahres machte zunächst so weiter wie seine Vorgänger. Zusammengenommen war es von Anfang Februar bis Mitte April gebietsweise rekordtrocken. Die Hochdruckdominanz sorgte zudem für einen erneut großen Sonnenüberschuss (+59 %, Platz 5 der Hitliste). 

Erst zur Monatsmitte kam wieder etwas Bewegung in die Wetterküche, die in der ersten ausgeprägten Gewitterlage des Jahres am Ostermontag und den Folgetagen mündete. 

Unter zunehmendem Tiefdruckeinfluss wurden auch frühsommerliche Luftmassen herangeführt. Außergewöhnlich früh wurden die ersten Sommertage im Südwesten des Landes gemessen. Aber auch im Osten wurde es vorübergehend sommerlich, mit dem Spitzenwert von 28,4 °C am 17. April in Cottbus. Die milden Abschnitte mündeten schließlich im siebtwärmsten April seit Aufzeichnungsbeginn. 

Erste ausgeprägte Gewitterlage am 24.April anhand der Nutzermeldungen. Hagel bis 3 cm, Starkregen und Sturm. 

Monat Mai 

Der letzte Frühlingsmonat fiel nach einem furiosen Start zunächst in das alte Hochdruckmuster zurück, sodass auch der Mai meldungsarm und in der Bilanz deutlich zu trocken ausfiel. Gleichzeitig durfte die Sonne wieder Überstunden schieben, wenn auch nicht ganz so exzessiv wie in den beiden Vormonaten. 

Die Schwergewitterlage am 3. Mai brachte eine ausgeprägte Gewitterlinie mit Sturm und Starkregen sowie die bis dato höchste Zahl an täglichen Nutzermeldungen. Auch einige Superzellen mit Hagel waren dabei, ebenso ein Tornado in Stolzhausen. 

In der letzten Monatsdekade nahm der Tiefdruckeinfluss allmählich wieder zu, mit dem Höhepunkt am letzten Maitag mit über 15.000 Meldungen. 

Da der Wonnemonat auch kühle Phasen zu bieten hatte, war das Temperaturmittel am Ende recht durchschnittlich. 

In der Animation sieht man die Nutzermeldungen zur Gewitterlage am 3.Mai. Neben Blitzen werden Regen, Hagel und Windmeldungen angezeigt. 

Im morgigen Tagesthema folgt Teil 2, in dem die Monate ab Juni näher unter die Lupe genommen werden. 

Dipl.-Met. Marcus Beyer 

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

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