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Turbulentes Winterwetter über Fasching

Zwischenhoch FELIX beschert uns am heutigen Faschingssonntag überwiegend ruhiges und trockenes Winterwetter. Letzte Schneefälle an den Alpen klingen ab. Das Frontensystem von Tief WALLY über Nordwesteuropa erreicht erst am späten Abend den Südwesten Deutschlands. Dadurch bleibt es bei den großen Umzügen heute trocken. Von den zentralen Mittelgebirgen bis zur Ostsee gibt es dazu auch längere sonnige Abschnitte. Warme Kleidung ist aber auf jeden Fall empfehlenswert. In der Nordosthälfte bleibt es nämlich größtenteils bei Dauerfrost und auch nach Südwesten hin liegen die Höchstwerte bei maximal 5 Grad. Dazu weht ein lebhafter Südostwind.

Turbulentes Winterwetter ueber Fasching

Vorhersagekarte für Sonntag, den 15.02.2026 um 12 UTC. Deutschland liegt unter Zwischenhocheinfluss. Die teilokkludierte Front von TIEF WALLY verlagert sich von Frankreich in den äußersten Südwesten des Landes.

Am Abend erreichen die Niederschläge der Okklusionsfront von Tief WALLY den Südwesten Deutschlands. Dabei fällt bis Mitternacht größtenteils bis in die Niederungen Schnee, lediglich am Oberrhein mischt sich von Beginn an auch Regen unter den Schnee. Im Verlauf der Nacht steigt die Schneefallgrenze im Südwesten vorübergehend deutlich an, sodass dort bis in höhere Lagen vorübergehend Regen fällt. Besonders in den westlichen Mittelgebirgen schneit es dagegen längere Zeit. Dort werden größere Neuschneemengen erwartet. Vom Hunsrück über den Taunus bis zum Rothaargebirge kommen in höheren Lagen bis Montagmorgen durchaus 10 bis 15 Zentimeter zusammen, in Staulagen örtlich bis 20 cm. Aber auch sonst ist im Südwesten bis in die Niederungen etwas Neuschnee zu erwarten, der zum Berufsverkehr am Montagmorgen teils zu erheblichen Behinderungen führen kann.

Turbulentes Winterwetter ueber Fasching 2

Prognostizierte Schneehöhen bis Montagfrüh um 06 UTC. Vor allem im Bereich der zentral-westlichen Mittelgebirge werden hohe Neuschneesummen berechnet. Teils sind um 15 cm möglich.

Tagsüber setzt sich in den Niederungen der Südwesthälfte Tauwetter durch. Dabei treten weitere, teils kräftige Schauer auf. Im Südwesten und Westen sind zu den großen Karnevalsumzügen auch einzelne Graupelgewitter möglich. Dazu weht ein lebhafter Südwestwind. Im Süden gibt es bis in die Niederungen, besonders in Schauernähe, starke Böen, im höheren Bergland auch Sturmböen. Nach Nordosten hin bleibt es dagegen ruhiger und insgesamt häufig beim Dauerfrost. Die Niederschläge schwächen sich auf dem Weg dorthin deutlich ab. Für wenige Zentimeter Neuschnee reicht es bis zum Abend aber von Brandenburg bis nach Mecklenburg trotzdem noch. Lediglich ganz im Osten kommt kaum etwas an.
Auch am Faschingsdienstag bleibt uns das turbulente Schauerwetter erhalten. Lediglich im Nordosten fällt kaum Niederschlag. Dort bleibt es gebietsweise weiterhin beim Dauerfrost. Nach Südwesten und Süden hin fällt vor allem am Morgen und Vormittag in Verbindung mit einem kleinen, aber markanten Randtrog gebietsweise kräftiger Schnee. In den Niederungen bleibt es dagegen beim Regen. Im höheren Bergland stellen sich tiefwinterliche Bedingungen ein, denn im Tagesverlauf kommen weitere Schauer auf, die dort als Schnee fallen. Alle Wintersportfreunde werden sich freuen. In den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen gibt es nämlich dadurch eine satte Neuschneeauflage. Häufig werden dort bis Mittwoch 15 bis 35 Zentimeter Neuschnee erwartet. In den Alpen auch teils noch deutlich mehr.

Turbulentes Winterwetter ueber Fasching 3

Wettervorhersage für Rosenmontag und Faschingsdienstag. Wechselhaftes Wetter steht uns bevor. Dabei treten immer wieder kräftige Schauer auf. Die im Südwesten in den Niederungen meist als Regen, im Nordosten und im höheren Bergland als Schnee fallen.

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei – auch das Wetter beruhigt sich in weiten Landesteilen wieder. Lediglich im Nordosten und an den Alpen gibt es noch einzelne Schneeschauer. Sonst setzt sich zunehmender Hochdruckeinfluss durch. Erst in der Nacht auf Donnerstag könnten im Süden in Verbindung mit einem Tiefdruckgebiet über Norditalien neue kräftige Schneefälle auftreten. Diesbezüglich bestehen aber noch größere Unsicherheiten.
Insgesamt bleibt uns also eine närrische Zeit mit allem, was der Winter zu bieten hat – von Dauerfrost über nasskaltes Schmuddelwetter bis hin zu kräftigen Schneefällen.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Turbulente erste Tage im Jahr 2026!

Während der Winter bis kurz vor Weihnachten seinem altbekannten Muster der letzten Jahre folgte, stellte sich pünktlich zu Weihnachten die Wetterlage um. Mit einer nordöstlichen Strömung kamen deutlich kühlere Luftmassen ins Land und sorgten für die kältesten Weihnachtsfeiertage seit 15 Jahren! Schnee gab es dabei nur im Süden gebietsweise und auch dort nur in homöopathischen Mengen. Ansonsten dominierte überwiegend hoher Luftdruck. Damit herrschte im Süden und im Bergland teils Dauerfrost und in den Nächten trat verbreitet mäßiger Frost und stellenweise sogar strenger Frost von unter -10 Grad auf.

In Richtung Jahreswechsel änderte sich die Wetterlage dann aber sukzessive um. Das blockierende Hoch JASMIN verlagerte sich mit seinem Schwerpunkt in Richtung Südgrönland. Damit wurde der Platz frei für Tief TIZIAN. TIZIAN befindet sich aktuell als ausgewachsenes Sturmtief mit seinem Zentrum über Südnorwegen. Die Kaltfront des Tiefs verlagert sich im Laufe des Tages allmählich über Norddeutschland hinweg nach Südosten. Hinter dieser Front strömt vor allem in der Höhe Kaltluft nach Deutschland. Dadurch wird die Troposphäre labilisiert und es treten vermehrt schauartige Niederschläge auf. Die Schneefallgrenze befindet sich heute tagsüber bei etwa 200 bis 400 Metern und sinkt in der Nacht vor allem bei stärkeren Schauern bis ins Tiefland ab.

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten 1

Analysekarte für Donnerstag, den 01.01.2026 um 12 UTC. Sturmtief TIZIAN befindet sich mit seinem Zentrum über Südnorwegen. (Quelle: DWD)

Die Meeresoberflächentemperaturen auf der Nordsee liegen aktuell bei etwa 8 Grad. Gleichzeitig zeigt die arktische Luftmasse in 1,5 Kilometer Höhe Temperaturen von -5 bis – 8 Grad und in 5,5 Kilometer Höhe zum kommenden Wochenende sogar um -40 Grad. Aufgrund dieser großen Temperaturdifferenz und kleinräumigen Trögen entwickeln sich über der Nordsee kräftige Schauerbänder. Örtlich ist auch Blitz und Donner dabei. Diese Schauerbänder verlagern sich unter leichter Abschwächung gegen Abend auch bis zu den zentralen Mittelgebirgen. In der kommenden Nacht sinkt die Schneefallgrenze bis ins Flachland ab, sodass stellenweise auch im norddeutschen Tiefland kräftiger Schneefall mit erheblicher Glättegefahr möglich ist. Im Bereich dieser kräftigen Schauerbänder sind linienhaft durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee innerhalb von wenigen Stunden möglich. Im Stau der Mittelgebirge örtlich auch noch etwas mehr. Vor allem im Bergland und im Norden weht zudem ein starker- bis stürmischer Wind. In den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge treten mitunter starke Schneeverwehungen auf.

Der Süden bleibt heute vorerst noch unter schwachem Hochdruckeinfluss. Dadurch bleibt es dort bis in die Nacht auf Freitag meist trocken. Erst am Freitag tagsüber treten auch dort gebietsweise Schneefälle auf. Am Freitag und Samstag bleibt uns diese Wetterlage erhalten. Dazu gehen die Temperaturen noch etwas zurück. Damit sind vermehrt Schneeschauer bis ins Tiefland möglich. Genaue Schwerpunkte können aufgrund der Kleinräumigkeit des Wetterphänomens aktuell noch nicht ausgemacht werden. Die höchsten Niederschlagsmengen werden aber voraussichtlich im Nord- und Nordweststau der zentralen Mittelgebirge erwartet. Dort sind bis Sonntag regional 20 bis 30 cm Neuschnee möglich. Aber auch sonst gibt es gute Chancen auf Schnee. Allerdings werden die Mengen vor allem im Flachland aufgrund der Schaueraktivität sehr inhomogen ausfallen. Die geringsten Chancen auf eine Schneedecke gibt es entlang des Mittel- und Oberrheins sowie am unteren Main. Aber auch hier ist die eine oder andere weiße Überraschung möglich!

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten 2 1

Prognose der Gesamtschneehöhe bis Sonntag, den 04.01.2026. Vor allem im Stau der zentralen Mittelgebirge werden größere Neuschneemengen simuliert. (Quelle: DWD)

Auch in der kommenden Woche bleibt uns das Winterwetter vorerst erhalten. In der Nordhälfte gibt es zeitweise weitere Schneefälle. Im Süden herrscht dagegen unter Hochdruckeinfluss vorübergehend trockenes Wetter. Dazu bleibt es kalt. Gebietsweise herrscht Dauerfrost. Im Süden sind in den Nächten stellenweise auch Temperaturen von unter -10 Grad möglich. Alle Winterfreunde kommen in nächster Zeit also voll auf ihre Kosten!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Kleines meteorologisches Weihnachtsgedicht 

Weihnachten 2025 war fast überall gefühlt wie immer,
von Schnee an Weihnachten hat die Generation Alpha quasi keinen Schimmer.
Das letzte Weihnachtfest mit einer Schneedecke war Zweitausendzehn,
da muss man in den Geschichtsbüchern schon ganze 15 Jahre zurückgehn. 

Zumindest im Süden tanzten an Heiligabend Schneeflocken vor dem Fenster,
da dachte so mancher: „Mensch sehe ich etwa kleine Gespenster?“
Aber für mehr als eine kleine „Anzuckerung“ hat es nicht gereicht,
liegt das etwa am Klimawandel? – Naja, vielleicht. 

Doch immerhin war das Weihnachtsfest ziemlich frisch,
da rentierten sich Schal, Mütze und Handschuhe auf dem Gabentisch.
Dem Weihnachtsmann war es bestimmt zwischendurch auch mal kalt,
da lohnte sich zu Plätzchen und Wein sicherlich ein kurzer Zwischenhalt. 

Doch wie geht das Jahr 2025 wettertechnisch nun zu Ende?
Da reiben wir Meteorologen uns noch die Hände.
Polarluft flutet bis Dienstag das ganze Land,
doch trägt der Winter dann ein weißes Gewand? 

Im Bergland ist nächste Woche Schnee sicher,
im Flachland hingegen ist es fraglicher.
Die Chancen dafür stehen jedoch gar nicht so schlecht,
den Kindern und Schneeliebhabern wäre dies sicherlich recht. 

Doch wie ist es so oft im Meteorologenleben,
eine hundertprozentige Vorhersage wird es nie geben. 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Der Spätwinter mit Schnee und Frost folgt auf den Frühsommer!

Mit Blick auf die derzeitige winterliche Witterungsepisode, die mit Blick auf die nahe Vergangenheit durchaus Seltenheitswert besitzt und den stark überdurchschnittlichen Temperaturen aus der ersten Aprilhälfte nun auf Normalniveau stutzt, wird sich auch das heutige Thema des Tages nochmals mit dieser Thematik beschäftigen. Denn die zweite Aprilhälfte hat einiges zu bieten. Von Schnee bis ins Tiefland bis hin zu mäßigem Frost ist alles dabei.

Am heutigen Sonntag (21.04.2024) befindet sich Deutschland zwischen den Stühlen oder in meteorologischer Fachsprache zwischen den Druckmaxima. Leider liegen für viele Bürger Hoch und Tief dabei auf der falschen Seite. Denn derzeit kreiselt das kräftige Hoch QUADARIUS bei Irland und spannt eine Hochdruckzone vom Nordmeer über den Ostatlantik bis in den Golf von Biskaya auf, während über dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa zahlreiche Tiefs wirbeln und so über Mitteleuropa eine nördliche bis nordöstliche Strömung induzieren. Mit dieser wird weiter kalte Luft polaren Ursprungs nach Deutschland geführt. Da aber die Tiefs ANNINA II über Polen und ANNINA I bei Norwegen in der Wetterküche ordentlich mitwirken, bleibt hierzulande auch der unbeständige Wettercharakter bestehen (vgl. Abb. 1).

DWD Der Spaetwinter mit Schnee und Frost folgt auf den Fruehsommer

Vor allem ANNINA II sowie ein Randtief über Süddeutschland versorgen am heutigen Sonntag die Südhälfte des Landes mit teils kräftigen Niederschlägen. Diese werden dabei durchaus auch noch von Prozessen in höheren Luftschichten verstärkt, wo ebenfalls kleine Tiefs umhereiern. Da gleichzeitig die Temperaturen stark unterdurchschnittlich ausfallen, in etwa 1500 Meter zwischen -3 und -9 Grad sowie bodennah am Morgen zwischen -4 und +4 Grad liegen und tagsüber nur eine moderate Erwärmung erfahren, fallen die Niederschläge oberhalb von 400 bis 600 m als Schnee. In der Nacht lag die Schneefallgrenze in der Mitte sogar teilweise in tiefen Lagen und sorgte auf den Straßen für einen nachhaltigen Eindruck. Vor allem auf den Autobahnen und Bundesstraßen in Nord- und Osthessen, Ostwestfalen sowie Thüringen (A4, A7, A44) ging zeitweise nichts mehr. Die gemessenen Neuschneehöhen sind entsprechend ordentlich. Z. B. fielen in Bad Hersfeld (272 m ü.N.N.) in nur wenigen Stunden 10 cm, in Fulda-Horas (242 m ü.N.N.) 7 cm, in Mistekgau-Hardt (419 m ü.N.N.) 10 cm und in Liebenau-Haueda (162 m ü.N.N.) 5 cm Neuschnee. Abseits der Stationen des DWD sind aber durchaus auch noch höhere Summen möglich. An den Alpen fielen oberhalb von 800 m häufig zwischen 10 bis 20 cm. Resultierend konnte die Schneedecke aus den Vortagen oberhalb etwa 700 bis 800 Meter weiter anwachsen (vgl. insgesamt Abb. 2). Im Thüringer Wald sind nun in der Spitze 26 cm, auf der Wasserkuppe in der Rhön 19 cm, auf dem Fichtelberg im Erzgebirge 23 cm und auf dem Kahlen Asten rund 13 cm zu verzeichnen.

DWD Der Spaetwinter mit Schnee und Frost folgt auf den Fruehsommer

In den kommenden Tagen nimmt dann der Einfluss von Hoch QUADARIUS zu, sodass die Niederschlagsneigung abnimmt. Grundsätzlich bleibt aber die nördliche Grundströmung aufgrund der Lage des Hochs westlich bzw. nordwestlich von Deutschland bestehen, sodass die Zufuhr an polarer Kaltluft zunächst anhält. Während es an den Alpen und dem Vorland sowie Ostbayern auch in den kommenden Tagen noch länger schneien soll, sind sonst bevorzugt im Ostseeumfeld und im westl. Mittelgebirgsraum noch Schneeschauer möglich. Ansonsten wechselt der Fokus zunehmend vom Schnee zum Frost. Durch die abnehmende Bewölkung kann die einfließende Kaltluft nachts ordentlich auskühlen. Nachfolgend sollen die nächtlichen Tiefstwerte (2 m) in den kommenden Nächten verbreitet auf Werte zwischen 0 und -7 Grad purzeln, in Bodennähe (5 cm) muss mit Frost zwischen -2 und -10 Grad gerechnet werden (Vgl. Abb. 3). Diese Temperaturen sind dann für die schon weit vorgedrungene Pflanzenwelt gefährlich. Vor allem gerade blühende Gewächse sind gefährdet und müssen geschützt werden. Aber auch sonst ist für viele Pflanzen im Garten und auf dem Balkon nochmals Schutz nötig.

DWD Der Spaetwinter mit Schnee und Frost folgt auf den Fruehsommer 1

Der sich einnistende Spätwinter relativiert dann auch den Frühsommer zu Monatsbeginn. Noch am Morgen des 15. April, also zur Halbzeit des Monats, lag die Mitteltemperatur landesweit 4 bis fast 7 Grad über dem vieljährigen Mittel und damit erneut auf Rekordkurs. Doch dann kam der Spätwinter. Am heutigen Morgen (21. April), also knapp eine Woche später, sind die positiven Abweichungen abgeschmolzen. Insgesamt sind aber weiter überdurchschnittliche Mittelwerte von 2 bis 4 Grad zu verzeichnen (vgl. Abb. 4). Aufgrund der mindestens noch eine Woche anhaltenden unterdurchschnittlichen Temperaturen sollten sich die Abweichungen aber weiter normalisieren.

DWD Der Spaetwinter mit Schnee und Frost folgt auf den Fruehsommer 2

Diplom Meteorologe Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.04.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Nach Frühsommer-Wochenende nun kühles Aprilwetter

Das vergangene Wochenende zeigte sich bei uns in Deutschland von seiner sonnigen Seite. Zwar waren einige hohe Wolkenfelder unterwegs und im Norden gab es auch ein paar Quellwölkchen. Dennoch konnte man landesweit das sonnige Wetter genießen. Gerade im Süden des Landes könnte sich der eine oder andere womöglich sogar den ersten Sonnenbrand des Jahres zugezogen haben. Da aktuell die Ozonschicht relativ dünn ist, war am Wochenende die gesundheitsschädliche UV-Strahlung für die Jahreszeit ungewöhnlich stark, sodass vom Deutschen Wetterdienst erstmals in diesem Jahr UV-Warnungen ausgegeben werden mussten.

Es war nicht nur sonnig, sondern auch frühsommerlich warm. Vor allem am Samstag stiegen die Temperaturen verbreitet auf 20 bis 25 Grad (Abbildung 1). Am unmittelbaren Alpenrand sowie im Südwesten entlang des Rheins wurden sogar sommerliche Höchstwerte um 27 Grad erreicht. In Cafés und Eisdielen herrschte reger Betrieb und abends wurden in vielen Gärten die Grills angeschmissen.

DWD Nach Fruehsommer Wochenende nun kuehles Aprilwetter

Am Sonntag änderte sich am sonnigen Wetter wenig. Allerdings strömte in den Norden schon ein erster Schwall kühlerer Meeresluft, sodass dort meist nur noch Höchstwerte zwischen 11 und 16 Grad erreicht wurden. Der Süden erlebte hingegen erneut einen T-Shirt-tauglichen Tag mit Höchstwerten um 25 Grad. Am Alpenrand, am Oberrhein und am Bodensee wurden den zweiten Tag in Folge Höchstwerte um 27 Grad gemessen.

In dieser Woche erleben wir beim Wetter und bei den Temperaturen allerdings einen herben Rückschlag. Die warmen Luftmassen aus südlichen Gefilden werden ersetzt durch polare Kaltluft, die aus dem Norden nach Deutschland gelangt und uns einen Temperatursturz beschert. Den eigentlichen Wetterwechsel leitet die Kaltfront eines Tiefs ein, das sich am heutigen Montag über der Nordsee befindet und sich bis morgen über Dänemark hinweg zur Ostsee verlagert. Die Kaltfront zieht am heutigen Nachmittag von BeNeLux mit Pauken und Trompeten zu uns herein. Sie ist verbunden mit einer kräftigen Schauerlinie, die auch mit einzelnen Gewittern begleitet sein wird. Damit einhergehend frischt der Wind stürmisch auf. Entlang der Schauerlinie kommt es zwar nur kurzzeitig, aber verbreitet zu Sturmböen. Stellenweise sind auch schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich. In der kommenden Nacht erreicht die Kaltfront auch den Osten und Süden des Landes, wobei sich die Niederschläge und die Böen voraussichtlich etwas abschwächen.

DWD Nach Fruehsommer Wochenende nun kuehles Aprilwetter 1

 

Hinter der angesprochenen Kaltfront beziehungsweise rückseitig des abziehenden Tiefs strömt ein weiterer Schwall polarer Kaltluft zu uns, der den Temperatursturz perfekt macht (Abbildung 2). Am morgigen Dienstag und auch an den Folgetagen erreichen die Nachmittagstemperaturen gerade noch 7 bis 13 Grad (Abbildung 3). Verglichen mit den Temperaturen vom vergangenen Samstag wird es in den kommenden Tagen also ca. 10 bis 15 Grad kühler sein. Die Heizungen werden also wohl noch einmal zum Einsatz kommen müssen. Dazu erwartet uns am morgigen Dienstag, am Mittwoch und am Donnerstag klassisches Aprilwetter. Wiederholt kommt es zu Regen- und Graupelschauern, auch kurze Gewitter sind mit von der Partie. Kaum sind die Schauer oder Gewitter abgezogen, kommt die Sonne wieder zum Vorschein und man kann sicherlich den ein oder anderen Regenbogen bewundern oder einen Schnappschuss von einem abziehenden Graupelschauer machen.

DWD Nach Fruehsommer Wochenende nun kuehles Aprilwetter 2

Zudem zieht am morgigen Dienstag noch ein kleines Randtief von der Deutschen Bucht nach Nordrhein-Westfalen. Dieses sorgt dafür, dass sich einerseits im Bergischen Land und im Sauerland die Niederschläge verstärken und länger anhalten können. Im Hochsauerland fällt dabei sogar Schnee. Zum anderen weht der Wind südlich des Tiefs recht ruppig mit starken bis stürmischen Böen, bei Gewittern kann es auch die eine oder andere Sturmböe geben. Etwas weniger stark ist der Wind im Norden, also nördlich des kleinen Tiefs.

In höheren Lagen der Mittelgebirge wird es wieder zunehmend winterlich. Vor allem oberhalb von 800 m kann sich in den nächsten Tagen wahrscheinlich noch einmal eine Schneedecke ausbilden. Insbesondere nachts sowie in kräftigeren Schauern kann es auch deutlich weiter runter schneien, was aber allenfalls vorübergehend ein wenig Schneematsch bringt. Zudem werden die Nächte wieder recht frisch. Bei längerem Aufklaren kann es frostig werden. Falls Sie bei den frühsommerlichen Temperaturen im Übereifer schon empfindliche Pflanzen in den Garten gebracht haben, sollten Sie also über Schutzmaßnahmen nachdenken oder sie erneut für ein paar Tage in ihr Winterquartier zurückbringen.

Eine Rückkehr hin zu milderem und beständigerem Wetter ist erst einmal nicht in Sicht. Für viele ist das sicherlich eine Enttäuschung, aus meteorologischer Sicht ist dieser Wetterumschwung aber eher „back to normal“.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.04.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Das Wetter in Europa zum meteorologischen Frühlingsbeginn

Nach dem bisher mildesten Februar (siehe Thema des Tages vom 25.02.2024) seit 1880 mit hauptsächlich in der Nordhälfte und der Mitte Deutschlands reichlich Niederschlag und viel Wind, beruhigte sich das Wetter seit dem letzten Wochenende deutlich. Am heutigen Montag befinden wir uns unter schwachem Einfluss eines Höhentroges über Frankreich. Dieser ist für Deutschlands aber nur wenig wetterwirksam. Immerhin kam es in der vergangenen Nacht in der Südwesthälfte aber zu Niederschlägen, die im Hochschwarzwald und anfangs auch im Hochsauerland zeitweise sogar als Schnee fielen. Oberhalb etwa 1000 Metern gab es zum Teil wenige Zentimeter Neuschnee.

Auch in den kommenden Tagen setzt sich das überwiegend ruhige und weiterhin milde Wetter bei uns fort. Ganz anders sieht es dagegen im zentralen Mittelmeerraum aus. Über Westeuropa kommt es in den nächsten Tagen zu einem Abschnürungsvorgang eines Höhentiefs mit Zentrum über Frankreich von der Höhenströmung. Das zugehörige Bodentief YUE verlagert sich zusammen mit dem Höhentief im weiteren Verlauf von Südfrankreich nach Italien und sorgt im Mittelmeerraum für kräftige Niederschläge. Vor allem in Norditalien kommen teils unwetterartige Niederschlagsmengen zusammen, die in den Hochlagen als Schnee fallen. In Südtirol werden in Staulagen bis Freitag Niederschlagssummen von 200 bis 300 mm erwartet. Oberhalb etwa 1500 Meter können dabei um 150 cm Neuschnee fallen.

Auf der Rückseite des Tiefs gelangen zudem kühlere Luftmassen in den westlichen und zentralen Mittelmeerraum. Dadurch werden im westlichen Mittelmeerraum nur noch an der Südküste Spaniens knapp 20 Grad erreicht. Ansonsten liegen die Temperaturen dort meist im Bereich des Mittels von 1991 bis 2020, oder leicht darunter. Zum meteorologischen Frühlingsbeginn verlagert sich das Bodentief voraussichtlich unter deutlicher Abschwächung in den östlichen Mittelmeerraum. Dadurch lassen auch die Niederschläge im Mittelmeerraum und vor allem in den Südalpen deutlich nach.

Gleichzeitig dehnt sich über Westeuropa erneut ein Höhentrog nach Süden aus (siehe Abbildung 1). Auf seiner Vorderseite werden milde Luftmassen über Osteuropa bis nach Skandinavien geführt. Somit zeigt das Thermometer zum kommenden Wochenende selbst in Nordskandinavien tagsüber deutliche Plusgrade an. Auch in den Nächten bleibt es bis nach Südskandinavien und zum Baltikum häufiger frostfrei. Richtiges Winterwetter mit Schnee und Kälte bleibt somit in Europa Mangelware. Ganz im Gegenteil. In weiten Teilen von Zentral- und Osteuropa liegen die Höchstwerte um 15 Grad und damit teils deutlich über dem Klimamittel von 1991 bis 2020 (siehe Abbildung 2 und 3).

 

DWD Das Wetter in Europa zum meteorologischen Fruehlingsbeginn 1

DWD Das Wetter in Europa zum meteorologischen Fruehlingsbeginn

DWD Was erwartet uns zum kommenden Wochenende

Was erwartet uns zum kommenden Wochenende?

In Deutschland gestaltet sich das Wetter nach Osten überwiegend niederschlagsfrei und recht mild. Im Westen macht sich das Frontensystem eines kräftigen Tiefdruckgebietes über dem Nordmeer allmählich bemerkbar. Die Niederschlagsmengen halten sich allerdings voraussichtlich in Grenzen. Meist werden nur wenige Liter pro Quadratmeter erwartet. Ansonsten gibt es einen Wechsel von dichten Wolken und etwas Sonnenschein. Dazu liegen die Temperaturen mit 9 bis 15 Grad im vorfrühlingshaften Bereich. Dies wird sich nach dem ungewöhnlich milden Februar allerdings nicht nach großer Frühlingswärme anfühlen.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Zu mild und feucht

Es ist Mitte Februar, aber von Winter keine Spur. Frost gibt es nur nachts im höheren Bergland oder in geschützten Tal- und Muldenlagen. Schnee fällt nur in den Lagen oberhalb von 1000 Metern. Und als wäre das nicht alles schon genug, kommt in der zweiten Wochenhälfte ein echter Wärmenachschub aus Südwesten.

Auf einer Höhe von etwa 1400 Metern (meteorologisch auf einer Höhe von 850 Hektopascal) erwarten uns ab Donnerstag Temperaturwerte von 5 bis 10 Grad. Am Boden steigt die Temperatur verbreitet in den zweistelligen Bereich. Nur an den Küsten bei auflandigem Wind (aus Süden) und auf den Inseln ist es aufgrund der kühleren Meere weniger warm. Im Westen und Südwesten sind aktuell Höchstwerte über 15 Grad in den Prognosen zu finden. Und das trotz wenig Sonne und bei leichten Schauern.

DWD Zu mild und feucht

Der obige Vergleich der normalen Mitteltemperatur im Februar (links) mit der prognostizierten Mitteltemperatur für Donnerstag (rechts) lässt Rückschluss auf eine positive Abweichung von etwa 6 bis 10 Kelvin zu. Es ist also bis zu 10 Grad wärmer als normal. Als Referenzperiode für die Mitteltemperatur gilt der Zeitraum 1971 bis 2000.

Betrachtet man die bisher im Februar gefallenen Niederschläge (abgeleitet aus Radardaten), so lassen sich vor allem im Norden und Osten Regionen ausmachen, in denen bereits jetzt mehr Niederschlag gefallen ist als normalerweise in einem ganzen Februar. Dort kommen in dieser Woche auch noch einige Liter Regen hinzu.

DWD Zu mild und feucht 1

Gebietsweise kann aber auch noch durchaus einiges an Niederschlag zusammenkommen, bevor die Abweichung ein deutliches Plus aufweist. Vor allem Richtung Alpen ist bis Stand heute Früh deutlich weniger Niederschlag gefallen als normal zu erwarten wäre. Besonders gut passen beide Bilder in den Mittelgebirgsregionen zueinander, in denen staubedingt bei skaligen (also flächigen) Niederschlagsereignissen mehr Niederschlag fällt.

Bis zum Wochenende bleiben uns milde und zeitweise feuchte Luft erhalten. In der kommenden Woche könnte es von Nordwesten her nachhaltig etwas kühler werden. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit von Nachtfrost an, tagsüber bleibt es aber weiterhin zu mild für die Jahreszeit.

Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Rosenmontagswetter – 2024 und früher

In diesem Jahr kann sich Petrus irgendwie nicht so richtig entscheiden, ob er den Karnevals- bzw. Faschingsjecken Freude beim Wetter bereiten möchte oder nicht. Ob es während der großen Rosenmontagsumzüge in den berühmten Hochburgen am Rhein gänzlich trocken bleibt, wird wohl bis zuletzt so überraschend bleiben wie die Frage, welche Stadt die besten Motto-Wagen präsentieren wird. Tief PAULINA III und das dazugehörige Regengebiet zieht im Tagesverlauf zur Ostsee ab. Aus Südwesten setzt sich dann langsam Zwischenhocheinfluss durch, für störungsfreies Wetter reicht das aber noch nicht aus. Zwar gibt es ab und an auch mal Wolkenlücken mit ein paar Sonnenstrahlen, dennoch ziehen immer wieder Schauer übers Land.

Für die Rosenmontagsumzüge in Mainz, Köln und Düsseldorf bedeutet dies, dass man mit ein wenig Glück die Umzüge bei trockenem Wetter genießen kann. Längerer Dauerregen ist dort nicht zu erwarten. Dennoch ist es wohl empfehlenswert, einen Regenschirm mit in der Tasche zu haben, denn die eine oder andere Regendusche kann es durchaus geben. Zum Nachmittag hin nimmt die Schauerneigung von Westen her zwar ab, einzelne Schauer können aber auch dann nicht ganz ausgeschlossen werden. Eine wasserfeste Kopfbedeckung bei der Kostümwahl könnte also von Vorteil sein. Dicke Winterjacken oder warme Kostüme können aber im Kleiderschrank oder in der Kostümkiste bleiben, mit 10 oder 11 Grad wird es nämlich entlang des Rheins recht mild und Wind ist auch kein größeres Thema.

Am Veilchendienstag (Faschings- oder Karnevalsdienstag) spaltet sich über Mitteleuropa eine eigenständige Hochdruckzelle ab. Der Hochdruckeinfluss verstärkt sich also, sodass die Wolkenlücken größer und die Sonnenanteile mehr werden. Einem recht freundlichen Faschings- bzw. Karnevalsausklang steht fast nichts mehr im Wege – fast, da einzelne schwache Schauer nicht gänzlich ausgeschlossen werden können. In den meisten Orten bleibt es aber trocken bei weiterhin milden Temperaturen. Alles in allem ist das Wetter in den kommenden beiden Tagen also ganz passabel, wenn auch mit ein paar Schönheitsfehlern.

In vergangenen Jahren und Jahrzehnten hatte das Wetter am Rosenmontag schon mal mehr zu bieten. Von Frühlingswetter bis hin zu schweren Stürmen oder Schnee ist in der närrischen Zeit so gut wie alles möglich. Picken wir also ein paar Jahre heraus, an denen das Wetter an Rosenmontag besonders war.

Gehen wir nur ein knappes Jahr in die Vergangenheit. 2023 war der Rosenmontag (20. Februar) vor allem in der Südwesthälfte außergewöhnlich mild. An Rhein und Neckar, im südlichen Alpenvorland und nördlich der Schwäbischen Alb stieg die Temperatur auf 15 bis 17 Grad, also noch deutlich höher als am morgigen Rosenmontag.

Im Jahr 2021 gab es am Rosenmontag (15. Februar) in weiten Landesteilen eine Schneedecke. Vom Münsterland über Südniedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen lagen selbst in tiefen Lagen mit 15 bis teils über 30 cm beachtliche Schneemengen. Die Niederungen im Westen und somit auch die Karnevalshochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf waren allerdings bei Höchstwerten um 5 Grad schneefrei.

Noch winterlicher präsentierte sich der Rosenmontag im Jahr 2010 (15. Februar). Damals lag selbst das Rheinland unter einer mehrere Zentimeter dicken Schneedecke und die Umzüge in Köln und Düsseldorf fanden bei Flockenwirbel statt. Weite Teile Deutschlands waren tief verschneit, vielerorts betrug die Schneedecke 15 bis 30 Zentimeter. Von Ostholstein über Mecklenburg-Vorpommern bis nach Nordbrandenburg sowie in Teilen Ostbayerns türmte sich der Schnee selbst in tiefsten Lagen auf 30 bis 60 Zentimeter und in Mittelgebirgen lag verbreitet ein halber bis ein Meter Schnee.

Sturmtiefs bescherten in den Jahren 2016 und 2019 den Veranstaltern der Rosenmontagsumzüge einiges an Kopfzerbrechen. Viele erinnern sich sicherlich noch an 2016, als zahlreiche Umzüge (u.a. auch die Großen in Mainz und Düsseldorf) wegen Sturmtief RUZICA (8. Februar) abgesagt wurden. Stürmische Winde fegten über das Land, teils gab es sogar schwere Sturmböen, zum Beispiel auch bei Düsseldorf.

Noch turbulenter war es mit Sturmtief BENNET am Rosenmontag 2019 (4. März). Verbreitet gab es Schauerwetter mit stürmischen Böen und Sturmböen, selbst schwere Sturmböen bis ins Flachland waren keine Seltenheit. Auch Gewitter mit Graupel und orkanartigen Böen waren mit von der Partie und machten Aufenthalte im Freien zu einem gefährlichen Unterfangen. Der heutige Autor hatten hingegen Schicht und kann sich noch gut daran erinnern, dass die Telefone in der Vorhersagezentrale in Offenbach und an einigen Außenstellen nicht stillstanden. Viele Umzüge wurden abgesagt, die großen Umzüge in Mainz, Köln und Düsseldorf fanden allerdings statt, obwohl BENNET noch heftiger war als RUZICA drei Jahre zuvor.

Nicht nur viele Bürger, sondern auch das Wetter kann an Fasching bzw. Karneval ganz schön närrisch sein, wobei sich zumindest das Wetter dieses Jahr zurückhält.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Schwere Unwetter in Kalifornien

Kalifornien ist bekannt für seine landschaftliche Vielfalt. Neben Mammutbaumwäldern und bizarren Wüstenformationen geht es von den Küstenregionen hinauf ins mächtige Hochgebirge der Sierra Nevada. Besonders bekannt dürfte wohl neben den Großstädten San Francisco, San Diego und Los Angeles auch das Death Valley in der Mojave-Wüste sein, der trockenste Ort der USA.

Der drittgrößte Bundesstaat der USA wurde jedoch in den vergangenen Tagen von kräftigen Niederschlägen heimgesucht. Nachdem bereits am vergangenen Mittwoch und Donnerstag (31.01. bzw. 01.02.2024) kräftige Regenfälle auftraten, zog dann am vergangenen Sonntag und Montag ein weiterer unwetterartiger Sturm über Kalifornien hinweg. Zunächst traf es den Großraum San Francisco, bevor das Unwetter im Laufe des Montags weiter nach Süden in Richtung Santa Barbara und Los Angeles zog. Dort wurden auch die höchsten Niederschlagsmengen registriert. Zwischen 120 und 250 Liter pro Quadratmeter sollen dort innerhalb von nur 48 Stunden niedergegangen sein.

Auslöser für diese heftigen Regenfälle war ein Wetterphänomen, das auch als „Atmosphärischer Fluss“ bekannt ist. Dieses Phänomen beschreibt eine kräftige Strömung, eine Art Fließband, welches sehr feuchte Luft vom Pazifik zur kalifornischen Küste transportiert. Da die Luftmassen meist aus Richtung Hawaii stammen, erhielt dieses Phänomen speziell in Kalifornien den Namen „Ananas Express“ (weitere Informationen zum „Atmosphärischen Fluss“ im). Dieser führte in den vergangenen Tagen selbst am trockensten Ort der USA, dem Death Valley (Jahresniederschlag im klimatologischen Mittel rund 50 Liter pro Quadratmeter; zum Vergleich Deutschland mit 790 Liter pro Quadratmeter pro Jahr) zu einer Warnung vor Sturzfluten und geschlossenen Straßen.

DWD Schwere Unwetter in Kalifornien

Das Unwetter nahm sogar ein historisches Ausmaß an: Laut des amerikanischen Wetterdienstes hat es im Großraum von Los Angeles so viel Regen innerhalb von 48 Stunden seit 150 Jahren nicht mehr gegeben. Vielerorts kam es zu massiven Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. Schätzungen zufolge waren zwischenzeitlich rund 850.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen. Selbst am gestrigen Dienstag mussten mehrere Zehntausend Menschen weiterhin ohne Strom ausharren. In acht Bezirken wurde der Notstand ausgerufen.

Aber nicht nur der kräftige Regen spielte eine maßgebliche Rolle. Am Südrand des Tiefdruckgebiets formierte sich ein kräftiges Sturmfeld, das örtlich sogar Böen bis Orkanstärke im kalifornischen Binnenland verursachte. Dabei sorgten umherfliegende Trümmer für erhebliche Schäden, 3 Menschen mussten aufgrund umstürzender Bäume sogar ihr Leben lassen. Weiter landeinwärts gingen die Niederschläge dann im Bergland in Schnee über, wo es zu einem Neuschneemengenzuwachs von 30 bis 60 Zentimeter kam. In einigen Gipfellagen kamen rund 100 Zentimeter in weniger als 72 Stunden zusammen. Der böige Wind verfrachtete zudem den neugefallen Schnee, wodurch es in höheren Lagen zu weiteren Behinderungen kam.

DWD Schwere Unwetter in Kalifornien 1

Zwar wird sich das Wettergeschehen in Kalifornien etwas beruhigen, dennoch bleibt es zunächst wechselhaft mit weiteren Regenfällen. Es stehen keine Unwetter mehr ins Haus, aufgrund der aufgeweichten und gesättigten Böden sind aber auch weiterhin Überschwemmungen und Erdrutsche denkbar. Im höheren Bergland kann es zu vorübergehenden Starkschneefällen kommen. Und auch der Wind kann zeitweise noch stürmisch wehen.

MSc.-Met. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Erwartet uns ein neuer Wintereinbruch?

Schon seit einigen Tagen befinden wir uns in einer recht eingefahrenen Wetterlage. Dabei herrscht hoher Luftdruck über Südwesteuropa und tiefer Luftdruck über Skandinavien. Dazwischen hat sich eine milde und teils auch sehr feuchte westliche bis nordwestliche Strömung eingestellt. Da die Luftmassen bei dieser Konstellation vom milden Atlantik herangeführt werden, hat der Winter hierzulande keine Chance. Ganz im Gegenteil. In den kommenden Tagen erwarten wir im Süden, der bis zur Wochenmitte immer noch unter leichten Hochdruckeinfluss liegt, vorfrühlingshafte Temperaturen um 15 Grad. Auch in den Tagen darauf bleibt uns diese Wetterlage erhalten.

DWD Erwartet uns ein neuer Wintereinbruch

Am kommenden Wochenende dehnt sich ein markanter Langwellentrog über Westeuropa bis weit nach Süden bis nach Algerien aus. Dabei kommt es über der Iberischen Halbinsel zu einem markanten Kaltlufteinbruch samt kräftiger Niederschläge. Gleichzeitig bildet sich über dem westlichen Mittelmeer tiefer Luftdruck aus. Da wir uns in Deutschland vorerst noch auf der Vorderseite des Troges befinden, dreht die Strömung auf Südwest, womit die Temperaturen nach einer vorübergehend leichten Abkühlung zur Wochenmitte sogar nochmals etwas ansteigen werden. Damit sind zu Beginn des Wochenendes in der Südwesthälfte Deutschlands voraussichtlich erneut Höchstwerte um 15 Grad zu erwarten. Im weiteren Verlauf schwenkt der Trog weiter nach Osten. Dabei gibt es allerdings bereits größere Unsicherheiten in der Modellwelt. Während das amerikanische Wettermodell den Trog recht rasch über Mitteleuropa überschwenken lässt, simuliert das europäische Modell diesen wesentlich weiter im Westen mit Zentrum über Benelux. Zudem wird dieser im europäischen Wettermodell intensiver berechnet. In der ersten Variante würde uns im Verlauf ein Schwall maritimer Polarluft erreichen. Damit wäre vor allem in den höheren Lagen der Mittelgebirge Winterwetter möglich. In der zweiten Variante würde uns dagegen unbeständiges und nasskaltes Wetter mit kräftigen Niederschlägen, die allerdings nur in den Hochlagen der Mittelgebirge als Schnee fallen, erwarten.

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Auch die Ensemblevorhersage zeigt bis zum 14. Februar nur sehr geringe Wahrscheinlichkeiten für einen Wintereinbruch mit Schnee bis ins Flachland. Das Mittel der Berechnungen zeigt in 850 Hektopascal (etwa 1500 m Höhe) im Verlauf der übernächsten Woche Temperaturen um -5 Grad . Da die Luftmasse gut durchmischt ist, reicht es dabei im Flachland tagsüber für deutliche Plusgrade. Somit wäre richtiges Winterwetter dort vorerst kein Thema. Für die etwas höheren Lagen der Mittelgebirge schaut es nach aktuellem Stand allerdings gar nicht so schlecht aus, dass sich zumindest vorübergehend eine Schneedecke bilden kann. Für alle Wintersportfans besteht ab Mitte Februar also durchaus Hoffnung.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer ( Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.02.2024
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