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Schlagwortarchiv für: Starkregen

Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

16. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wer in den vergangenen Tagen auf den lange ersehnten Landregen gehofft hatte, wurde regional zwar nicht enttäuscht, lokal eng begrenzt war es jedoch „zu viel des Guten“. Seit dem vergangenen Montag, den 13. Juli 2026, entwickelten sich in Teilen Deutschlands wiederholt kräftige Gewitter, die lokal erhebliche Schäden verursachten. Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und golfballgroße Hagelkörner prägten das Bild nach einem Schwergewitter. Gleichzeitig blieb es oft nur wenige Kilometer entfernt trocken oder es fielen lediglich einige Tropfen. Gerade diese ausgeprägte Kleinräumigkeit macht sommerliche Gewitter so faszinierend und zugleich so schwer vorherzusagen.

Aus meteorologischer Sicht wirkte die Wetterlage nicht allzu spektakulär. Deutschland lag am Rand eines kräftigen Hochdruckgebietes, das sich vom Atlantik nach Skandinavien erstreckte. Verantwortlich für die Unwetter war vielmehr ein vergleichsweise kleines Höhentief, das sich langsam von Dänemark nach Deutschland verlagerte. In höheren Luftschichten brachte es etwas kühlere Luft mit, wodurch der größere Temperaturunterschied zur bodennah stark aufgeheizten, feuchten Luftmasse die Auslöse von kräftigen Gewittern begünstigte. Gleichzeitig lag eine nur schwache Höhenströmung vor, sodass sich die Gewitterzellen nur langsam verlagerten oder durch rückseitige Neuauslöse wiederholt über denselben Ort zogen und so ideale Voraussetzungen für lokalen Starkregen boten.

Den Auftakt machte am Montagabend eine Gewitterlage im Norden Deutschlands. Bei Hannover sorgte eine kräftige Gewitterzelle für einen sogenannten Downburst (siehe DWD-Lexikon) mit orkanartigen Böen von 105 km/h. Zudem wurde innerhalb kurzer Zeit Starkregen mit 39,9 Litern pro Quadratmeter gemessen. Auch in Teilen Schleswig-Holsteins sorgten Gewitterzellen für Probleme. Besonders betroffen war Elmshorn, wo Starkregen Straßen, Keller und Unterführungen überflutete. Innerhalb von wenigen Stunden fielen dort örtlich 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter. Die Feuerwehr musste zahlreiche Einsätze abarbeiten, da die Kanalisation die Wassermengen zeitweise nicht aufnehmen konnte. Auch Hagel spielte am Montag bereits eine Rolle: In Heidenau (Niedersachsen) wurden golfballgroße Hagelkörner (circa 5 Zentimeter) beobachtet, die erhebliche Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden verursachten. An anderen Orten fiel deutlich kleinerer Hagel, allerdings in großen Massen. So entstanden Bilder, die eher an Winterlandschaften erinnerten.

Nutzerbilder aus der DWD-WarnWetter-App vom 13. und 14. Juli 2026

Am Dienstag, den 14. Juli 2026, verlagerte sich der Schwerpunkt der Gewitter in die Mitte und den Süden Deutschlands. In der Region Nürnberg entwickelte sich am Abend eine besonders kräftige Gewitterzelle. Um 17 UTC wurde dort eine Orkanböe von 130 km/h registriert, wenig später fielen innerhalb einer Stunde 45 Liter Regen pro Quadratmeter, lokal laut Radarauswertung noch etwas mehr. Die Folge waren überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und zahlreiche umgestürzte Bäume. Rund 1.100 Unwettereinsätze wurden in der Region gemeldet.

Auch Thüringen war von schweren Gewittern betroffen. Eine sogenannte Superzelle (siehe DWD-Lexikon) zog über eine Strecke von rund 180 Kilometer vom Eichsfeld und dem Ilm-Kreis bis zum Fichtelgebirge und sorgte mit Starkregen und Hagel für Behinderungen. Hagelkörner verstopften teilweise Abflüsse, wodurch Straßen überflutet wurden. Bei Ilmenau kam es kurzzeitig zu einer weiteren Intensivierung der Gewitterzelle, sodass dort lokal eng begrenzt auch Orkanböen auftraten.

Am Mittwoch (15. Juli 2026) erreichten die Gewitter Baden-Württemberg. In Reutlingen entwickelte sich in den frühen Morgenstunden bereits eine kräftige Gewitterzelle, die lokal große Hagelmassen brachte. Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern bedeckten Straßen und blockierten teilweise die Abflüsse. Die Stadt Reutlingen war den gesamten Tag mit Aufräumarbeiten beschäftigt, Keller mussten ausgepumpt, Straßen geräumt und Schäden beseitigt werden. Zeitweise waren rund 6.000 Haushalte nach einem Blitzeinschlag kurzzeitig ohne Strom.

Animiertes Radarbild in Südwestdeutschland von Mittwoch, den 15. Juli 2026 von 12 Uhr bis 21 Uhr MESZ.

Auch am Bodensee kam es am Mittwochnachmittag zu einem heftigen Unwetter. In Friedrichshafen wurde eine Orkanböe von 126 km/h gemessen. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, mehrere Dächer wurden beschädigt. In Kressbronn stürzte ein Baum auf ein Wohnmobil, die Insassen blieben glücklicherweise unverletzt.

Zudem wurden mehrere Orte im Süden Baden-Württembergs wiederholt von Gewitterzellen getroffen. So verzeichnete die Station in Blumberg-Randen gegen 17:30 UTC satte 60,6 Liter pro Quadratmeter in nur wenigen Stunden.

Radarbild des 72-stündigen Niederschlags von Montagmittag, den 13. Juli bis Donnerstagmittag, den 16. Juli 2026.

Die Ereignisse zeigen erneut, wie groß die Unterschiede bei sommerlichen Gewitterlagen auf kleinem Raum sein können. Während wenige Kilometer entfernt kaum Niederschlag fällt, können einzelne Gewitterzellen innerhalb kurzer Zeit extreme Regenmengen, Hagel und Sturmböen bringen.

Auch am heutigen Donnerstag sind im Südwesten und Süden einzelne kräftige Gewitter vorhergesagt, die lokal eng begrenzt mit Orkanböen bis 130 km/h, Hagel mit Korngrößen um 4 cm sowie Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter einhergehen können. Weitere Informationen zur aktuellen Warnlage finden Sie unter www.dwd.de oder in der WarnWetter-App.

M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Kleines-Hoehentief-grosse-Wirkung-–-eine-Gewitternachlese-1.png 582 755 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-16 14:46:472026-07-20 10:20:35Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

14. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Schwere Gewitter, darunter zeitweise auch rotierende Superzellen, haben am gestrigen Montagabend bis in die Nacht zum Dienstag hinein für Chaos in Norddeutschland gesorgt, bei dem auch die Region Hannover stark betroffen war. Innerhalb kürzester Zeit fielen um und über 25 l/m², was zu größeren Überflutungen führte. Andernorts sorgte Hagel mit 3-5 cm Durchmesser für Schäden an Vegetation, Autos und der Infrastruktur.

Nach den Unwettern ist jedoch vor den neuen Unwettern, denn an der Großwetterlage hat sich bis heute wenig geändert. Beim Blick auf die Bodenwetterkarte fällt das großräumige Hoch LAURENT über dem Nordwesten Europas auf, das bis nach Deutschland ragt. Auf der anderen Seite steht schwacher Tiefdruckeinfluss über Frankreich entgegen, was aber insgesamt nur zu schwachen Luftdruckgegensätzen führt.

Die Bodenwetterkarte zeigt das umfangreiche Hoch LAURENT, dem nur schwacher Tiefdruckeinfluss über Frankreich entgegensteht. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Spannender ist dagegen ein Blick in rund 5,5 km Höhe: Hier sieht man ein umher waberndes Höhentief, dessen Zugbahn von den Modellen nur schwer erfasst werden kann. Es ist ein bisschen wie mit dem Fettauge in der Suppe: Es ist da, aber kleinste Impulse reichen für eine unvorhergesehene Verlagerung. Ebenso könnte man dieses Gebilde auch einfach als Höhenei bezeichnen.

In 5,5 km Höhe (500 hPa) ist deutlich das Höhentief über Mitteleuropa zu sehen, das wie ein Höhenei umher wabert und von den Modellen nur schwer erfasst werden kann. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Dieses Höhentief war es gestern und ist es federführend auch heute, das die notwendige Hebung erzeugt, die zwingend für hochreichende Konvektion erforderlich ist. „Garniert“ wird diese Gemengelage mit CAPE-Werten (siehe hierzu das Thema des Tages vom 01.07.2026) von rund 1.000 bis lokal 2.000 J/kg, die vor allem vom südlichen Niedersachsen bis zu den Alpen überregional zu finden sind. Die größte Feuchte jedoch liegt von der östlichen Mitte bis in den Süden vor, hier erreichen die Werte des niederschlagbaren Wassers bis zu 35-37 mm.

Fehlt zu guter Letzt noch das „i-Tüpfelchen“, nämlich die Windscherung, also die Änderung des Windes mit der Höhe in Richtung und Geschwindigkeit. Hier wird deutlich, dass die besten Scherungsbedingungen vor allem von Hessen/Thüringen bis nach Franken, teils aber auch weiter südlich zu finden sind. Gegen Abend verstärkt sich diese mit einer zunehmenden Nordostströmung sogar noch etwas und erreicht Werte bis 25 m/s.

Die Zutaten für hochreichende, schwere Konvektion sind am heutigen Dienstag durchaus gegeben: Neben Hebung u.a. durch das Höhentief kommt es zu hohen CAPE-Werten über 1.000 J/kg, einem hohen Feuchtegehalt in der Luftmasse (PPW-Werte bis 37 mm) und guten Scherungsbedingungen, vor allem nachmittags und abends. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Ergo kommt auch die Modellwelt zu dem Schluss, dass heute mit hochreichender, schwerer Konvektion sprich (unwetterartigen) Gewittern gerechnet werden muss. Diese bilden sich bereits ab dem frühen Nachmittag zunächst bevorzugt in bergigen Lagen der Mitte, um dann nach Lesart der deutschen Modellkette rund um ICON-D2 und ICON-RUC mehr und mehr in den Osten und Süden zu ziehen. Einzelne „Nachzügler“ sind aber spätabends noch immer über der Mitte möglich.

Die prognostizierte Reflektivität für 18 Uhr zeigt deutliche Hinweise auf schwere Konvektion, vor allem von der Mitte bis in den Süden. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Bei den Begleiterscheinungen steht heute vor allem der Starkregen im Fokus, der lokal bis zu 40 l/m², strichweise sogar zwischen 40 und 60 l/m² erreichen kann. Dazu kommen Sturmböen oder schwere Sturmböen zwischen 70 und lokal um 100 km/h. Vor allem im Initiierungsprozess eines Gewitters kann auch größerer Hagel über 3 cm dabei sein, später ist mit größeren Hagelansammlungen zu rechnen.

Am morgigen Mittwoch beruhigt sich das Wetter zwar über der Landesmitte, dem Süden drohen vor allem nachmittags und abends abermals starke Gewitter bis hin zu ausgewachsenen Unwettern. Mehr dazu im Laufe des Mittwochs.

M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Vom-Hoehenei-bis-hin-zu-schweren-Gewittern-1.gif 727 1024 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-14 18:30:532026-07-14 23:39:32Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

Supertaifun BAVI

11. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Bereits Ende Juni wurde auf Satellitenbildern die Entwicklung einer Störung über den Marshallinseln erkannt. Zunächst handelte es sich um ein normales Tiefdruckgebiet, das sich erst nordwärts und später westwärts verlagerte. Dabei entwickelte sich aus dem tropischen Tiefdruckgebiet westlich der Marshallinseln rasch ein tropischer Sturm. Anfang Juli wurde das Tief von der japanischen meteorologischen Agentur (JMA) auf den Namen BAVI getauft. Bei niedriger Windscherung (um 15 Kilometer pro Stunde) und hoher Wassertemperatur (knapp 30 Grad) konnte sich das Tief rasch zu einem Taifun und schließlich Supertaifun (Windgeschwindigkeiten über 252 km/h) entwickeln. BAVI ist nach SINLAKU der zweite heftige Taifun der laufenden Saison.

BAVI: bisherige Zugbahn von der Störung bis zum Taifun, erstellt mit Daten des JTWC in google earth (Quelle:JTWC+google earth)

BAVI traf am 05. Juli auf den nördlichen Teil der Insel Rota (zugehörig zu den Marianeninseln) und zog west-nordwestwärts weiter. Die JMA schätzte bei einem Kerndruck von 910 Hektopascal (hPa) die Windgeschwindigkeiten auf 205 Kilometer pro Stunde (km/h). Das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) ging hingegen von Windgeschwindigkeiten um 285 km/h und einem Kerndruck von 901 hPa aus. Damit wäre BAVI einer der stärksten Taifune, der auf den Nördlichen Marianen je verzeichnet wurde.

Vom 07. auf den 08. Juli erreichte BAVI philippinisches Hoheitsgebiet und bekam den Namen INDAY. Zunehmende Windscherung und kühleres Wasser sorgten für die Abschwächung des Systems. Ein subtropischer Rücken lenkte es zudem nordwärts ab, sodass die Philippinen nicht getroffen wurden.

Aktuell (11.07.2026, 11 Uhr MESZ) trifft BAVI mit einem Kerndruck unter 984 hPa als Taifun der Kategorie 1 etwa 200 Kilometer südlich der Stadt Hangzhou auf den Südosten Chinas. Die Behörden vor Ort haben schon vor Tagen vor dem Taifun gewarnt. Innerhalb von 24 Stunden ist mit Regensummen zwischen 150 und 250 Liter pro Quadratmeter (l/m²) zu rechnen. Laut einiger Lokalmodelle sind sogar Regensummen um 300 l/m² möglich. Die Windgeschwindigkeiten werden nach Auftreffen auf Land zwar rasch abnehmen, anfangs sind aber vor allem im Küstenbereich Ostchinas Böen bis 220 km/h möglich.

Vorhersage der weiteren Zugbahn des Taifun BAVI, Stand: 11.07.2026 9 UTC (Quelle:JTWC)

Beim Überqueren der südlichen Inseln der japanischen Präfektur Okinawa in den vergangenen 24 Stunden wurden Windböen bis zu 135 km/h registriert. Außerdem fielen an der Station Miyakojima bis Samstagmorgen (mitteleuropäischer Zeit) 157 l/m² an der Station Iriomotejima 123 l/m² in 24 Stunden.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Supertaifun-BAVI-1.png 890 1911 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-11 15:39:142026-07-14 00:04:38Supertaifun BAVI

Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

30. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Dienstag (30.06.) liegt eine Luftmassengrenze diagonal über der Mitte Deutschlands und trennt schwül-heiße Subtropikluft im Süden und Südosten von weniger warmer Meeresluft im Nordwesten (siehe Abbildung 1). Erst in der Nacht zum Mittwoch bekommt die Luftmassengrenze Schub und zieht als Kaltfront bis Mittwochnachmittag südostwärts durch.

Abb. 1: Satellitenbild, Fronten und Luftmassen am 30.06.2026, 10 Uhr.

Dieser Luftmassenwechsel geht – wie so oft – nicht geräuschlos über die Bühne. Schon ab Dienstagnachmittag und -abend bilden sich in der schwül-heißen Luft in der Südosthälfte vom Bergland ausgehend einzelne, teils heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen sowie lokalem Unwetterpotenzial. Richtig turbulent wird es aber erst in der Nacht zum Mittwoch. Dann werden die Gewitter von Südwesten her immer häufiger und schließen sich zu mehreren größeren Gewittersystemen zusammen. Dann besteht vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen erhöhte Unwettergefahr, insbesondere durch heftigen Starkregen (siehe Abbildung 2). Es können Mengen von 30 bis 50, örtlich sogar extreme Mengen um 80 l/qm auftreten. Das entspricht dem ein- bis anderthalbfachen einer üblichen Monatssumme an Niederschlag – binnen weniger Stunden wohlgemerkt. Dabei kann es zu Sturzfluten, Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern und Hochwasser an kleinen Bächen und Flüssen sowie Erdrutschen kommen.

Abb. 2: Unwettergefahr Dienstagnacht und Mittwoch, 30.06./01.07.2026

Am Mittwoch ziehen die gewittrigen Starkniederschläge im Südosten und Osten nur langsam ostwärts ab. Besonders vom Alpenrand bis zur Oder und Neiße besteht dabei weiterhin Unwettergefahr durch heftigen Starkregen.

Wie üblich bei einer Unwetterlage durch konvektive Umlagerungen (Schauer und Gewitter) bestehen selbst unmittelbar vor dem Ereignis noch Unsicherheiten. Wenn Sie in den betroffenen Regionen leben oder dort hinreisen, ist es deswegen ratsam, dass Sie sich stets über die aktuelle Wetter- und Warnlage informieren, beispielsweise im Internet unter www.dwd.de oder in unserer WarnWetter-App.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Luftmassenwechsel-bringt-teils-heftige-Gewitter-und-Starkniederschlaege-1.png 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-30 14:09:312026-07-13 22:48:24Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

Radau am Himmel

30. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Das tagelang ruhige und gebietsweise heiße Wetter unter der Regie von Hoch BORIS ist größtenteils Geschichte, weil das Hoch von Tiefdruckgebieten nach Südosten abgedrängt wird. Wie so oft geht dieser Wetterwechsel aber nicht geräuschlos über die Bühne, sondern wird von Blitz und Donner und weiteren starken Wettererscheinungen wie Starkregen, Sturmböen oder Hagel begleitet.

Gewitternachlese Freitag, 29. Mai 2026

Bereits am gestrigen Freitag, als die Tiefdruckgebiete MECHTHILD über Frankreich und LAUDINE über Skandinavien eine Kaltfront und feuchte Luftmassen nach Deutschland brachten, gab es entsprechenden Radau am Himmel. Am Nachmittag kamen im Nordwesten teils kräftige Schauer und Gewitter auf, die sich bis in die Nachtstunden hinein mit Verlagerung der Front bis in die Mitte ausbreiteten.

Dabei öffnete der Himmel seine Pforten und sorgte örtlich für Platzregen. Am meisten Regen fiel 24-stündig gesehen in Bornheim/Eichenkamp (NRW) mit 42 Liter pro Quadratmeter (siehe Bild 1), jeweils 36 l/m² gab es in Reichshof-Eckenhagen sowie in Steinfurt-Burgsteinfurt (beide NRW). Davon fiel ein Großteil meist in einer oder zwei Stunden vom Himmel.

24-stündige Niederschlagssummen (links) und 24-stündige Windböen (rechts) am Freitag 29.05.2026 (Quelle: DWD)

Neben den starken Regenfällen waren lokal auch größerer Hagel bis 3 cm sowie gebietsweise Sturmböen bzw. schwere Sturmböen zwischen 75 und 90 km/h (Bft 9 bis 10) mit von der Partie. Am Flughafen Köln-Bonn wurde sogar eine Orkanböe von 123 km/h (Bft 12) registriert. Bei solchen Windgeschwindigkeiten verwunderten die zahlreichen Meldungen über umgestürzte Bäume oder herabgebrochene Äste kaum.

Gewitter am Samstag, 30. Mai 2026

Am heutigen Samstag befindet sich die Kaltfront weiterhin über der Mitte des Landes. In ihrem Einflussbereich sind weitere Schauer und Gewitter unterwegs, die allerdings nicht mehr ganz das hohe Potenzial wie am Vortag aufweisen. Dennoch muss in einem Streifen vom Westen bis in den Südosten Bayerns mit starken Gewittern mit Starkregen um 20 l/m² in kurzer Zeit, Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9) und kleinem Hagel gerechnet werden. Lokal können bis zu 40 l/m² Regen in kurzer Zeit fallen.

Gewittergefahren am Samstag, 30.05.2026 (Quelle: DWD)

Gewitter am Sonntag, 31. Mai 2026

Am Sonntag greift Tief MECHTHILD auf Deutschland über und verstärkt die Gewitteraktivität wieder. Bereits in den Morgenstunden tauchen im Westen neue Schauer und Gewitter auf, wobei ähnliche Begleiterscheinungen wie am Samstag zu erwarten sind. Im Laufe des Tages breiten sich die Gewitter in die Mitte und den Süden aus, im Nordosten bleibt es vermutlich trocken. Im Westen setzt zum Nachmittag hin eine Wetterberuhigung ein. Im Süden besteht zusätzlich jedoch ein erhöhtes Sturmrisiko, sodass dort auch schwere Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) vorkommen können. In der Mitte und im Norden steht dagegen mehr der Starkregen im Fokus. Wo genau sich die Schwerpunkte der Gewitter herausbilden, ist nach heutigem Stand aufgrund größerer Modellschwankungen aber noch unsicher.

Gewittergefahren am Sonntag, 31.05.2026 (Quelle: DWD)

Und in der neuen Woche?

In der geht es nach einer kurzen Pause am Montag mit Zwischenhocheinfluss ab Dienstag wechselhaft mit gebietsweisen Schauern und Gewittern weiter. Diese können erneut teils kräftig ausfallen, sodass neuer Radau am Himmel zu erwarten ist. Ruhe kehrt also vorerst nur kurzzeitig ein, dafür verschwindet aber bei etwas zurückgehenden Temperaturen die Hitze.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Radau-am-Himmel-1.jpg 602 1328 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-30 12:41:212026-06-15 20:34:41Radau am Himmel

Unwetterpotenzial in der Mitte: Starkregen und Gewitter

5. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In den vergangenen Tagen hat man vielerorts nicht nur an den Temperaturen gemerkt, dass sich die Atmosphäre auf Sommerbetrieb umgestellt hat. Regional kam es zu teils kräftigen Gewittern mit Starkregen und Hagel. Spitzenreiter der einstündigen Regenmengen war am gestrigen Montag die Station Schmallenberg-Sellinghausen im Hochsauerland mit 23,8 l/m² zwischen 17 und 18 Uhr.

Vorhersage Bodendruck mit Fronten für den 06.05.2026 14 Uhr (Quelle:DWD)

Aktuell lenken die beiden Tiefdruckgebiete ANNE über Frankreich und BABETTE über Bayern feuchtwarme Luft in den Süden und in die Mitte des Landes. Dort entstehen heute Nachmittag und Abend einige Schauer und Gewitter, die lokal zu kräftigem Starkregen führen. In einer Stunde können dann erneut um 20, vereinzelt auch um 30 l/m² fallen. Im Norden merkt man davon nichts. Am Nachmittag und Abend ist es zwar meist bedeckt und hier und da fällt etwas Regen. Viel ist das aber nicht und nahe der Nordsee scheint sogar längere Zeit die Sonne.

12-stündige simulierte Niederschlagsmengen bis 06.05.2026 08 Uhr. Dargestellt sind verschieden Wettermodelle. (Quelle:DWD)

In der Nacht zum Mittwoch wachsen die Schauer und Gewitter über der Mitte des Landes zu einem größeren Regengebiet zusammen. Vor allem von Ostwestfalen und dem Sauerland ostwärts bis nach Sachsen regnet es länger anhaltend und teils kräftig. Der Schwerpunkt der Niederschläge liegt wahrscheinlich im Norden Thüringens und im Umfeld des Harzes. Flächig fallen wahrscheinlich 20 bis 40, lokal bis zu 60 l/m² in etwa 12 Stunden. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagssumme für den Monat Mai im Raum Erfurt liegt bei 65 l/m². Infolgedessen können Bäche und kleine Flüsse in kurzer Zeit stark anschwellen.

Wahrscheinlichkeiten für mehr als 25 bzw. 40 l/m² in 12 Stunden bis 06.05.2026 08 Uhr laut dem Wettermodell ICON. (Quelle:DWD)

Der Mittwoch zeigt klare Ähnlichkeiten zum heutigen Dienstag. Erneut kommt der nächtliche Regen in den Norden voran und schwächt sich dort ab, erreicht aber nicht den äußersten Norden und Nordwesten. In der Südhälfte entstehen am Nachmittag und Abend abermals kräftige Schauer und Gewitter. Mit den Gewittern kann es zu Starkregen, Hagel und stürmischen Böen kommen.

Schauer und Gewitter bilden in der Nacht zum Donnerstag dann wieder ein größeres Regengebiet, das sich in die mittleren Landesteile verlagert und dort zu länger andauernden und teils kräftigen Niederschlägen führt. Der Schwerpunkt liegt wahrscheinlich etwas weiter südlich als in der Vornacht. Die Intensität reicht sehr wahrscheinlich nicht an die der Vornacht heran.

Am Donnerstag bilden sich dann erneut Schauer und Gewitter im Süden, ab der Nacht zu Freitag setzt sich anschließend nach und nach Hochdruckeinfluss durch. Der Rest der Woche verläuft dann deutlich sonniger und auch wieder wärmer als die kommenden Tage.

M.Sc. Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/05/Unwetterpotenzial-in-der-Mitte-1.gif 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-05 16:08:572026-05-11 14:15:50Unwetterpotenzial in der Mitte: Starkregen und Gewitter

Ausblick in die Wetterwoche

4. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am gestrigen Sonntag gab es im Osten und Südosten des Landes viel Sonnenschein und Höchsttemperaturen um 29 Grad. Auch am heutigen Montag sind der Osten und Südosten klar auf der sonnenscheinreicheren und nochmals teils sommerlich warmen Seite. Insgesamt ist das ruhige und häufig sonnenscheinreiche Hochdruckwetter aber im Prinzip vorbei. Am gestrigen Sonntag gab es im Nordwesten und Norden bereits teils kräftige, lokal sogar sehr kräftige Gewitter mit größerem Hagel und Starkregen.

Tageshöchsttemperaturen vom Sonntag, 03.05.2026

Auf der Ostflanke des Tiefdruckkomplexes ZUHAL über West- und Nordwesteuropa wird mit einer südwestlichen Strömung aktuell feucht-warme Luft herangeführt. Im Wochenverlauf legt sich eine Luftmassengrenze über die Mitte Deutschlands. Nördlich davon sickert mit einer auf Nord drehenden Strömung eine polare Luftmasse ein. Im Süden lagert dagegen subtropische Luft. Entlang der Luftmassengrenze muss wiederholt und teils andauernd mit Regen gerechnet werden.

Bodenwetterkarte mit Fronten (blaue Dreiecke=Kaltfront, rote Halbkreise=Warmfront) vom Montag, 04.05.2026, 6 UTC/8 MESZ

Am heutigen Montag liegt der Regenschwerpunkt aber eher noch im Westen bzw. über der nördlichen Mitte. Eingelagerte Gewitter können besonders in puncto Starkregen kräftig ausfallen. Starke Gewitter mit Fokus auf Sturmböen treten heute im späteren Tagesverlauf voraussichtlich auch im Südosten auf. In den kommenden Tagen konzentriert sich der Regenschwerpunkt auf den Bereich der sich etablierenden Luftmassengrenze. Akkumuliert (aufsummiert) sind bis Donnerstagfrüh Regenmengen zwischen 30 und 50 l/m² (in 48 bis 72 Stunden) recht flächig über den mittleren Landesteilen zu erwarten, durch schauerartige oder gewittrige Verstärkungen teils auch mehr. Die in der Fläche stärkste Regenphase deutet sich für die Nacht zum Mittwoch bis in den Mittwochvormittag hinein an. Wo die Luftmassengrenze und damit der Regenschwerpunkt dann genau liegt, ist noch unsicher.

Akkumulierte Regenmenge bis Donnerstag, 07.05.2026, 6 UTC/8 MESZ; Vorhersagen von ICON (deutsches Modell), EZMW (europäisches Modell) und GFS (US-amerikanisches Modell), Modelllauf jeweils vom 04.05.2026, 00 UTC

In der subtropischen Luftmasse in den südlichen Landesteilen bleiben teils starke Gewitter ein Thema, allerdings sind auch hier die genauen Schwerpunkte noch unsicher. Lokal muss dort aufgrund geringer Verlagerung ebenfalls mit Starkregen gerechnet werden, in der Fläche werden aber deutlich geringere Regenmengen vorhergesagt als im Bereich der Luftmassengrenze. Ganz im Norden bleibt es weitgehend trocken.

Die Tageshöchstwerte gehen im Wochenverlauf mit geringeren Sonnenanteilen etwas zurück. Zudem wird die sommerlich-warme Luftmasse zur Wochenmitte ostwärts abgedrängt, es bleibt aber bei Höchstwerten meist zwischen 16 und 20 Grad, am Mittwoch im Südosten noch etwas darüber. Der äußerste Norden gelangt allerdings zunehmend in den Einflussbereich der polaren, also kälteren Luftmasse. Die Tageshöchstwerte liegen dort in den kommenden Tagen meist nur zwischen 10 und 15 Grad. Bei geringer Bewölkung oder Aufklaren in den Nächten sind niedrige einstellige Tiefstwerte meist zwischen 6 und 2 Grad zu erwarten. Ganz im Norden muss gebietsweise mit Frost in Bodennähe gerechnet werden. Bei empfindlichen Pflanzen sollte daher nochmals an Schutzmaßnahmen gedacht werden.

Diplom-Meteorologin Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/05/Ausblick-in-die-Wetterwoche-1.jpg 540 960 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-04 16:27:042026-05-11 14:15:58Ausblick in die Wetterwoche

Einheitenchaos – Teil 3: Niederschlag

28. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wenn der Himmel grau und dunkel ist und der Regen vom Himmel fällt, vermissen die einen den Sonnenschein, die anderen genießen den beruhigenden und stimmungsvollen Klang des prasselnden Regens. Nachdem die Einheiten für die Temperatur und den Wind näher betrachtet worden sind, wenden wir uns heute dem Niederschlag zu.

Beim Niederschlag kommt es einerseits darauf an, welche Menge fällt und andererseits über welche Zeitspanne hinweg. Die Regenmenge kann in Liter pro Quadratmeter (l/m²) gemessen werden. Es wird also der Regen, der auf eine 1×1 m große Fläche fällt, angegeben. Da ein Liter Wasser das Volumen von einem Kubikdezimeter hat, ist die Einheit Millimeter (pro Quadratmeter) genau gleichbedeutend mit l/m². Um eine Vorstellung für die Mengen zu bekommen: Wenn ein voller, haushaltsüblichen Eimer Wasser über Sie ausgegossen wird, entspricht das beispielsweise 10 Litern. Nach solch einem unfreiwilligen Bad wären Sie klatschnass. Würde diese Menge jedoch nicht in wenigen Sekunden, sondern über mehrere Stunden oder gar Tage fallen, so würde es sich nicht mehr so unangenehm anfühlen. Die Niederschlagsintensität, also die Regenmenge pro Zeit, ist das Stichwort. Eine grobe Kategorisierung der Niederschlagsintensitäten ist im DWD-Lexikon nachzulesen. Hier zu finden ist beispielsweise, dass selbst starker Sprühregen nur wenige Zehntel l/m² innerhalb einer Stunde bringt. Von starkem Regen hingegen wird ab etwa 10 mm pro Stunde gesprochen, von einem starken Regenschauer ab 1,7 l/m² in 10 Minuten.

Für höhere und potentiell gefährliche Mengen sind die vom DWD konzipierten Regenwarnungen gedacht (siehe dazu die offiziellen Warnkriterien auf unserer DWD-Internetseite). Dabei wird generell zwischen Starkregen (ein- bis sechsstündig) und Dauerregen (>12 Stunden) unterschieden. Dementsprechend wird die Schwelle für markanten Starkregen bereits bei 15 l/m² (innerhalb einer Stunde) erreicht, für Dauerregen dagegen ist eine Menge von 25 l/m² (innerhalb von 12 Stunden) notwendig. Die höchste Warnstufe (violett) beginnt bei 40 l/m² in einer Stunde bzw. 70 l/m² in 12 Stunden. Bei diesen Mengen muss mit erheblichen Gefährdungen wie zum Beispiel Überflutungen von Straßen, Unterführungen oder Kellern, mit Aquaplaning oder auch mit Erdrutschen gerechnet werden.

Nun gibt es natürlich nicht nur flüssigen Niederschlag, sondern auch festen wie Schnee. Als grobe Richtwerte bringt leichter Schneefall etwa 1 mm, starker Schneefall mehr als 5 mm in einer Stunde. Offizielle Schneefallwarnungen betrachten die Neuschneemenge innerhalb von 6 bis 72 Stunden. Die sechsstündigen Schwellenwerte beginnen bei 5 cm für leichten Schneefall und bei 20 cm für extrem starken Schneefall.

Was das aktuelle Wetter angeht, so sind wir von solchen Regen- und Schneemengen weit entfernt. Das ausgeprägte Bodenhochdruckgebiet WINFRIED über den Britischen Inseln und Skandinavien, wie auch ein Höhenrücken über dem Atlantik, führen derzeit dazu, dass Tiefdrucksysteme Mangelware sind und Deutschland kaum Niederschlag abbekommt. In Abbildung 1 ist in der linken Karte zur Veranschaulichung der Gesamtniederschlag bis Sonntag 8 Uhr des deutschen ICON6-Modells dargestellt. Wunderbar zu sehen ist, wie der Niederschlag einen großen Bogen um die Bundesrepublik macht und kaum ein Tropfen fällt. Was Landwirte und Gärtner betrübt, freut so manchen Sonnenliebhaber. Jedoch sind die Unsicherheiten in der Vorhersage für das kommende Wochenende noch recht groß. So sagt das europäische Modell (Abbildung 1 rechts) am Samstag Schauer im Westen und Nordwesten vorher. Es gibt also einen kleinen Licht-(oder eher Regen-?) Blick für alle, die ein wenig mehr Abwechslung im Wettergeschehen herbeisehnen.

Abbildung 1: Gesamtniederschlag bis Sonntag (03.05.26) 8 Uhr. Links: Basierend auf dem ICON6-Modelllauf vom 28.04.26 6 UTC. Rechts: Basierend auf dem EZMW-Modelllauf vom 28.04.26 0 UTC (Quelle: DWD)

M.Sc. (Meteorologe) Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Niederschlag.png 466 1258 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-28 11:46:002026-05-11 13:38:08Einheitenchaos – Teil 3: Niederschlag

Außergewöhnliche Regenmengen im südöstlichen Afrika und deren Auswirkungen in Mosambik 

30. Januar 2026/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Regen zu dieser Jahreszeit (Sommer bis Frühherbst) ist im südöstlichen Afrika normal. Dort treffen von Dezember bis März bedingt durch die innertropische Konvergenzzone (ITCZ) und typischen Monsunwinde permanent feuchte Luftmassen aus dem Indischen Ozean bzw. der Straße von Mosambik auf Mosambik und die weiter landeinwärts gelegenen Staaten Malawi, Sambia, Simbabwe, das nördliche Südafrika und Eswatini. Dies verdeutlicht die folgende Abbildung, bei der Strömungslinien, die in einer Höhe von etwa 1200 Metern verlaufen, dargestellt sind.
 

Abb. 1 Quelle: Springer Verlag, Southern African monsoon: intraseasonal variability and monsoon indices (Silvério, K.C., Grimm, A.M. Southern African monsoon: intraseasonal variability and monsoon indices. Clim Dyn 58, 1193–1220 (2022). https://doi.org/10.1007/s00382-021-05954-y) 

(Abbildung 1: Schematische Darstellung der Monsunsituation im südlichen Afrika. Dargestellt sind Strömungslinien in rund 1200 m Höhe. Tiefer Luftdruck über Angola (in der Kartendarstellung AL) sowie über der Straße von Mosambik (MCT) steht hohem Luftdruck über dem Südatlantik (SAH) und dem Südindik (SIH) gegenüber. Die blauen Linien stellt den Nordwest- (NWM) bzw. den Nordost-Monsun (NEM) dar. Letzterer trifft auf den Norden Mosambiks, was hier schematisch verdeutlicht wird. Die blaue Linie mit SETW zeigt den Südostpassatwind, der auf Zentralmosambik trifft. Die grün gestrichelte Linie kennzeichnet die typische Lage der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ), während CAB (Congo Air Boundary) beide Monsuneinflüsse trennt und an der Südflanke einen markanten Übergang feuchter Luftmassen im Norden zu trockeneren im Süden darstellt. Die Hintergrundfarben zeigen die durchschnittlich zu erwartende Monatsniederschlagsmenge in Litern pro Quadratmeter.)

Typische Monatsniederschläge liegen im Norden Mosambiks üblicherweise bei rund 200 Litern pro Monat. So gehen in diesen vier Sommermonaten etwa 80 Prozent des Jahresniederschlages nieder. Im Süden Mosambiks ist die Regenzeit nicht ganz so stark ausgeprägt. Dort kommt in diesen vier Monaten etwa die Hälfte des Jahresniederschlages zusammen.

Wiederholt auftretende Wettermuster sowie tropische Stürme haben diese Saison in Mosambik jedoch zu außergewöhnlichen Niederschlagsmengen geführt. Der Schwerpunkt richtete sich nicht nur auf den Norden, sondern vor allem auf die Mitte und auf den Süden des Landes. So fielen zwischen Weihnachten 2025 und dem 26. Januar 2026 in der zentralmosambikanischen Binnenlandprovinz Manica aufsummiert lokal über 1000 Liter pro Quadratmeter Niederschlag in nur fünf Wochen (das entspricht etwas mehr als der durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von Deutschland). Auch in der südlich gelegenen Provinz Gaza gab es mehr als 500 Liter auf den Quadratmeter in fünf Wochen. Höhepunkt der Niederschläge im Süden Mosambik war der Zeitraum zwischen dem 9. und 12. Januar 2026, in dem mehrere Wetterstationen täglich über 200 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen haben. Das ist eine Menge, die an einer solchen Wetterstation in der Regenzeit sonst in einem Monat zu erwarten wäre. 

Hauptniederschlagsmengen in Litern pro Quadratmeter vom 24. Dezember 2025 bis 26. Januar 2026. Quelle: ERCC (Emergency Response Coordination Centre) der Europäischen Kommission  

Folge dieser enormen Regenmengen sind großflächige Überschwemmungen. Allein im Süden Mosambiks sind 640.000 Menschen direkt oder indirekt vom Hochwasser betroffen. Mindestens 125 Personen kamen ums Leben, über 75.000 Bürger harren in Notunterkünften aus und 392.000 Menschen wurden durch die Überschwemmungen vertrieben. Besonders in ländlichen Gebieten leben 90 Prozent der Mosambikaner in Lehmhäusern, die sich bei solchen Regenmengen sprichwörtlich auflösen, da der Lehm kontinuierlich ausgewaschen wird. Mehr als 72.000 Häuser stehen unter Wasser, sind darüber hinaus stark beschädigt oder ganz zerstört. Betroffen sind auch Schulen und Gesundheitseinrichtungen, die in Trümmern liegen. Dazu begünstigt die Überschwemmung die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen wie Cholera, weil Wasser oftmals verunreinigt ist. 70.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche sind zerstört und 34.000 größere Nutztiere kamen um. Wichtige Infrastruktur wie Straßen und Brücken sind ebenfalls betroffen. So ist die Hauptstraße in Mosambik, die von der Hauptstadt im Süden in die nördlichen Landesteile führt, unpassierbar. Dies gilt auch für Nebenstraßen, die als Pisten oftmals aus Naturbelag bestehen. 5000 Kilometer Straßen sind beschädigt. Der Limpopo, einer der Hauptflüsse Südostafrikas, trat über die Ufer, überschwemmte mehrere Orte und setzte in seinem Mündungsbereich die Stadt Xai-Xai unter Wasser. Erstmals seit 1977 mussten am Massingir-Staudamm an einem Hauptzufluss des Limpopo alle vierzehn Schleusen geöffnet werden, was fast zu einer rasanten Verdopplung der abfließenden Wassermenge geführt hat. Weitere Stauseen, die sich flussaufwärts befinden, sind voll und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auch dort Wasser abgelassen werden muss. Über Mosambik hinaus meldete Simbabwe 70 Todesopfer durch die Überschwemmungen. Die südafrikanischen Provinzen Limpopo und Mpumalanga verzeichnen 30 Todesfälle. 

Überschwemmungen in Xai-Xai im Mündungsbereich des Limpopo. Quelle: OCHA bzw. UNOCHA (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten)  

Wissenschaftler haben die Folgen dieser Überschwemmungen für Südostafrika untersucht. Wiederkehrende Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen haben die ländlichen Gemeinden im unteren Limpopo-Flussgebiet in einem Kreislauf der Armut gefangen gehalten. Infolgedessen sind die Auswirkungen der Überschwemmungen für einkommensschwache und marginalisierte Gemeinden unverhältnismäßig schwerwiegend. Ein großer Teil der städtischen Bevölkerung, der unter informellen Bedingungen lebt, ist besonders anfällig für Überschwemmungen, was durch die rasche Ausdehnung der Städte, unzureichende Planung und unzureichende Grundversorgung noch verschärft wird. Schlechte Wohnverhältnisse und unzureichende Infrastruktur erhöhen die Gefährdung und Anfälligkeit für Überschwemmungen erheblich.

Extreme Niederschläge in dieser Region werden auch durch die El Niño-Southern Oscillation (Abk.: ENSO, ein globales komplex gekoppeltes Zirkulationssystem von Erdatmosphäre und Meeresströmung) beeinflusst. Ein dort aktuell negativer ENSO-Index zeigt ein schwaches La Niña-Ereignis während der diesjährigen Regensaison, was die Wahrscheinlichkeit und die Heftigkeit von starken Niederschlägen erhöht. Studien zum Klimawandel und dessen Auswirkungen für das südöstliche Afrika laufen derzeit. 

Die Regenzeit dauert noch an. Im Norden Mosambiks, der bisher von den stärksten Niederschlägen verschont blieb, gibt es derzeit stärkere Regenfälle, die der über der Straße von Mosambik befindliche Zyklon „Fytia“ verursacht. Dessen Zugbahn bewegt sich auf Madagaskar zu, was an der dortigen Westküste zu vielen Niederschlägen führen wird. Der Höhepunkt der Tropensturmsaison wird erst noch erwartet. 

Weiterführende Literatur (Quellenbezug): La Niña, Climate change, high exposure and vulnerability combined led to devastating floods in parts of Southern Africa, https://www.worldweatherattribution.org/la-nina-climate-change-high-exposure-and-vulnerability-combined-led-to-devastating-floods-in-parts-of-southern-africa/
 

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/02/Aussergewoehnliche-Regenmengen-im-suedoestlichen-Afrika-und-deren-Auswirkungen-in-Mosambik-.jpg 700 650 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-01-30 14:32:212026-02-01 14:41:39Außergewöhnliche Regenmengen im südöstlichen Afrika und deren Auswirkungen in Mosambik 

Sturmtief „Harry“ und seine Auswirkungen im Mittelmeerraum 

19. Januar 2026/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Schon seit dem vorgestrigen Samstag hat sich aus einem Langwellentrog, der vom Nordmeer über Westeuropa südwärts gerichtet ist, ein hochreichendes Tiefdruckgebiet abgespalten, das über die Iberische Halbinsel zum nordafrikanischen Atlasgebirge gezogen ist. Von dort hat sich dieses Tief auf seinem Weg nach Osten und später Nordosten zu einem veritablen Sturmtief verstärkt und wird heute (Montag) Mittag über Tunesien liegen. Von dort wird es nur ganz langsam Richtung Nordwesten weiterziehen und sich erst ab Mittwoch unter Abschwächung zum Tyrrhenischen Meer (das Seegebiet zwischen Sardinien und dem Festland Italiens) verlagern. Bedingt durch recht milde Wassertemperaturwerte im nahen Ostatlantik sowie des Mittelmeers steigt viel Feuchte aus diesen Regionen in die Atmosphäre auf, was zu erhöhten Niederschlagsmengen führt. Ein von Tunesien nordwestwärts gerichteter Ausläufer führt am heutigen Montag und am morgigen Dienstag zu ergiebigen Regenfällen in Katalonien und auf den Balearen, in abgeschwächter Form auch an Teilen der algerischen Küste. Bedingt durch den Gegensatz zu einem umfangreichen Hoch mit Schwerpunkten über dem nahen Osteuropa sowie den Karpaten baut sich über dem zentralen Bereich des Mittelmeeres ein markantes Sturmfeld auf. So werden an der Nord- und Ostflanke des Tiefs zunächst ab der kommenden Nacht sowie am morgigen Dienstag stürmische Winde aus Südost, mit Verlagerung des Sturmtiefs Richtung Lampedusa sowie des Hochs Richtung Bulgarien und Anatolien am Mittwoch Sturm aus Südost bis Ost im Ionischen und Tyrrhenischen Meer erwartet. Durch einen langen Wirkweg des Windes über dem offenem Meer begünstigt diese Wetterlage das Entstehen vergleichsweise hohen Seegangs – insbesondere im Bereich des Ionischen Meeres und der Meerenge zwischen Sardinien und Sizilien. 

Auswirkungen in Spanien 

Bis Dienstag Mittag gibt es teils gewittrig verstärkte Regenfälle an der Ostküste, auf den Balearen und in Katalonien (Nordostspanien), in Lagen oberhalb von 1400 Metern im Bereich der Pyrenäen entsprechend Schnee. Die höchsten Niederschlagsmengen werden an der Küste zwischen Barcelona und der Grenze zu Frankreich erwartet. Dort, wie auch an der südlichen Küste des nördlich angrenzenden französischen Okzitaniens, werden bis Dienstag Mittag Regenmengen von 150 Litern pro Quadratmetern erwartet, für die Stadt Girona bedeutet das beispielsweise die dreifache Niederschlagsmenge, die sonst im Monat Februar fällt, allerdings nun in einem kurzen Zeitraum. Auf Mallorca und Ibiza kommen im selben Zeitraum Regenmengen von etwa 50 Litern pro Quadratmeter zusammen. Entsprechende Wetterwarnungen vor starkem Niederschlag und der Gefahr von Überflutungen haben die dortigen Wetterdienste ausgegeben, in den Pyrenäen sind Wetterwarnungen für moderate Neuschneemengen und der Gefahr von Lawinenabgängen aktiv. Ab Dienstag Mittag deutet sich eine zögerliche Entspannung in Ostspanien an, während der Nordwesten der Iberischen Halbinsel vom Ausläufer eines atlantischen Sturmtiefs getroffen wird. Der Wind wird an der Nordwestflanke des Sturmtiefs im Bereich des Löwengolfes und der Balearensee auffrischen und im Mittel steif bis stürmisch sein – mit Sturmböen und schweren Sturmböen sowie einem Anwachsen des Seegangs auf 5 bis 6 m nördlich der Balearen. 

Aufaddierter Gesamtniederschlag des ICON-Wettermodells bis Mittwoch Früh im Bereich des Westlichen Mittelmeeres 

Auswirkungen in Italien und auf Malta 

Besonders in Kalabrien (dem äußersten Süden des italienischen Festlands), auf Sizilien und auf Sardinien gibt es teils gewittrig verstärkte Regenfälle. Auf Sardinien wird der Hauptteil des Niederschlages bis Dienstag Mittag niedergehen, Sizilien und Kalabrien werden mit dem Hauptniederschlag von Dienstag Mittag bis Mittwoch Mittag getroffen. Bis Dienstag Mittag sind im Stau der Ostküste Sardiniens etwa 150 Liter pro Quadratmeter Niederschlag zu erwarten, die Ostküste Siziliens erhält bis Mittwoch Mittag 250, in Staulagen bis 350 Liter pro Quadratmeter, in Hochlagen schneit es. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge für den Monat Februar liegt in Catania bei etwa 45 Litern pro Quadratmetern, diese wird um ein Vielfaches in einem kurzen Zeitraum übertroffen werden. Malta liegt zu weit südlich für die großen Niederschläge, Regenmengen fallen dort moderat aus. Im Bereich des Tyrrhenischen, des Ionischen (zwischen Süditalien und Griechenland) und des Libyschen Meeres (südlich davon) hat sich schon ein Windfeld aus Südost bis Ost aufgebaut, ist im Mittel südöstlich von Sizilien stürmisch und wird Dienstag Morgen bis Abend Sturmstärke erreichen mit orkanartigen Böen oder Orkanböen. Bedingt durch die lange zeitliche Andauer und räumliche Distanz ohne große Richtungsänderung kann sich ein ordentlicher „Fetch“ aufbauen: die signifikante See wird ostsüdöstlich von Sizilien auf 8 bis 9 Meter ansteigen, viele Einzelwellen werden Höhen von 10 bis 12 Meter oder sogar darüber erreichen. Auch zwischen Sizilien und Sardinien erreicht die See 7 Meter, ebenso auf Malta. Unwetterwarnungen bezüglich des Niederschlages sind vom italienischen Wetterdienst für Sizilien, Kalabrien und Sardinien ausgegeben worden. 

 

Signifikanter Seegang des EWAM-Seegangmodells im Mittelmeer am Dienstag Mittag mit dem Maximum (roter Bereich) südöstlich von Sizilien, Angaben in Metern 

Auswirkungen in Nordafrika 

Die größten Niederschlagsmengen fallen an der algerischen und tunesischen Küste in der Nacht zum Dienstag. Bis Mittwoch Früh muss am Kap Bon in Tunesien mit 160 Litern pro Quadratmetern gerechnet werden, westlich von Algier werden 130 Liter pro Quadratmeter an der algerischen Küste erwartet. Die Schneefallgrenze im algerischen Atlas liegt bei 1200 Metern. In Hochlagen des Atlas treten ab Dienstag orkanartige Böen oder sogar Orkanböen auf. 

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

 

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