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Schlagwortarchiv für: Hitzewelle

Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

28. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die in einigen Regionen nun schon seit dem 18.06.2026 anhaltende Hitzewelle kann ohne Umschweife als historisch eingestuft werden. Noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat es in Deutschland, aber auch in vielen Teilen von Europa, eine solch lange und intensive Hitzewelle so früh im Sommer gegeben. Heute nun ist der letzte Tag dieses Extremereignisses. Zeit eine erste Bilanz zu ziehen.

Großwetterlage

Hitzewellen gibt es immer wieder und es lässt sich dabei häufig die gleiche Konstellation in der Atmosphäre ausmachen. Verantwortlich ist in den meisten Fällen eine sogenannte Omegalage mit einem in allen Luftschichten sehr kräftigem Hochdruckgebiet über den betroffenen Regionen, flankiert von tiefem Luftdruck westlich und östlich davon. Eine solche Großwetterlage ist dafür bekannt recht stabil und lang anhaltend zu sein. Auch das ist typisch für Hitzewellen, die sich allmählich aufbauen.

Der Grund dafür ist, dass die Luft in Hochdruckgebieten absinkt und sich dabei erwärmt. Hält dieser Prozess längere Zeit an, kann sich eine sehr intensive Hitzewelle aufbauen. Schon im Vormonat gab es eine ähnliche Konstellation bei der ebenso historischen Mai-Hitzewelle.

Die Grafik zeigt die Druckverteilung in 500 hPa (~5700 m) Höhe vom 27.06.2026. Man erkennt eine klassische Omegalage.

Spitzenwerte

Die Hitzewelle in Deutschland erreicht seinen Höhepunkt an diesem Wochenende, und die Temperatur zeigt Spitzenwerte ungekannten Ausmaßes. An 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen. Dort war es also seit Aufzeichnungsbeginn noch nie so warm. Dabei sind auch Wetterstationen mit sehr langen Messreihen (z.B.: Jena Sternwarte mit 39.2 Grad, Aufzeichnungsbeginn 1824). An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 Grad erreicht oder übertroffen. Selbst auf Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland, wurde die 30 Grad Marke knapp geknackt und damit erstmals ein Hitzetag (>30 Grad) seit Aufzeichnungsbeginn gemessen.

Der höchste Messwert wurde in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt am gestrigen Samstag mit 41.5 °C gemessen. Gefolgt von Seehausen (Sachsen-Anhalt), Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) und Saarbrücken-Burbach (Saarland) mit jeweils 41.4 °C. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Wert heute nochmal übertroffen wird.

Auch bei den Minimumtemperaturen gab es in der vergangenen Nacht neue Höchstwerte. Die bisher wärmste Nacht wurde vom 12. auf den 13. August 2003 auf dem Weinbiet in der Pfalz mit 27.2 Grad gemessen. Dieser Wert wurde nun in Kubschütz im Kreis Bautzen (Ostsachsen) deutlich übertroffen dort ging die Temperatur zwischen 20 Uhr am Vorabend und 8 Uhr am heutigen Morgen, nicht unter 29.4 Grad zurück.

Es ist zu beachten, dass die Messwerte vorläufig sind und sich diese nach einer vom DWD durchgeführten zeitnahen Qualitätsprüfung nochmals ändern können.

Die Tabelle zeigt alle Stationen mit einem Maximum von mehr als 35 Grad (Sehr heiße Tage) und einem Minimum von über 25 Grad für diese Hitzewelle. Alle Werte sind vorläufig. Angaben in Grad Celcius.

Zeitraum und Andauer

Die heißeste Zeit des Jahres sind üblicherweise die „Hundstage“ Ende Juli bzw. Anfang August. Daher überrascht es auch nicht, dass viele der bisherigen Höchstwerte aus diesen beiden Monaten stammen.

Der Juni, der in der ersten Monatshälfte sogar leicht unterdurchschnittlich verlaufen ist, hat nie zuvor eine solche Hitzewelle hervorgebracht.

In einigen Regionen dauert die Hitzewelle seit dem 18.06.2026 und damit seit insgesamt elf Tagen, an. Es gibt viele Kennzahlen, die dies eindrücklich zeigen. So wurden bei der Anzahl an Sehr Heißen Tagen (Maximum über 35 Grad) neue Spitzenwerte aufgestellt. Bisher lag Sondershausen im Jahr 1947 ganz vorne, mit insgesamt sieben Tagen. Nun gibt es in Kitzingen (Bayern) oder auch in Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) eine neue höchste Anzahl von elf.

Außerdem wurde zuvor noch nie in einem Juni ein Höchstwert von mehr als 40 Grad gemessen (alter Spitzenwert in Bernburg an der Saale am 30.06.2019 mit 39.6 Grad)

Auch bei den Nachttemperaturen wurde eine neue Höchstzahl an Tropennächten (Minimum >20 Grad) für einen Junimonat registriert. Nimmt man die Prognose für die Nacht auf Montag mit hinzu, könnte es beispielsweise in Mainz-Lerchenberg am ZDF-Studio insgesamt 11 Tropennächte geben. Der bisherige Höchstwert wurde in Freiburg im Jahr 2003 mit acht gemessen.

Die Tabellen zeigen den Verlauf der Hitzewellen 2003 und 2019, im Vergleich zu 2026 für ausgewählte Stationen. Angaben in Grad Celcius.

Zu sehen ist die Anzahl von Tropennächten (Minimum >20 Grad) und Sehr Heißen Tagen (Maximum >35 Grad) in Deutschland im Juni 2026. Visualisierung mtwetter.de

Großräumigkeit

Nicht nur in Deutschland werden neue Höchst- und höchste Tiefsttemperaturen erreicht. In vielen Ländern in Europa werden neue Spitzenwerte vermeldet. Einen nicht vollständigen Überblick gibt die folgende Tabelle. Da sich die Hitzewelle weiter ostwärts verlagert, sind heute und zu Beginn der Woche auch in anderen Ländern neue Höchstwerte zu erwarten.
Nie zuvor hat es in Europa eine vergleichbare Extremlage gegeben. (World Weather Attribution)

In der Tabelle stehen für ausgewählte Länder vorläufige neue Allzeitrekordwerte der Maximumtemperatur. Angaben in Grad Celcius.

Der menschengemachte Klimawandel als Ursache

Die oben zitierte Studie „World Weather Attribution“ Team zeigt auch, dass Temperaturen, wie sie in diesen Tagen gemessen werden, ohne den menschengemachten Klimawandel nahezu ausgeschlossen sind.
Eine vergleichbare Juni-Hitzewelle wie in diesem Jahr, wäre demnach im Jahr 1976 um 3.5 Grad kälter gewesen und im Jahr 2003 um etwa 2 Grad kälter gewesen.
Wichtig ist zu verstehen, dass Europa sich doppelt so stark erwärmt, wie die globale Mitteltemperatur, die immer als Maß des globalen Klimawandels herangezogen wird. Zudem sind Extremwerte um ein Vielfaches höher, als die Mittelwerte. Ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 1.5 K, bedeutet für Europa eine Erwärmung von etwa 3 K, die neuen Extremwerte können dabei nochmal deutlich größere Anomalien aufweisen.
Anlässlich des 50ten Jahrestages der historischen Hitzewelle von 1976 hat das Mettoffice eine Studie gemacht, wie die Spitzenwerte von damals heute und in Zukunft aussehen würden. Die 34 Grad von damals entsprächen bis 39 Grad im heutigen Klima und würden bis 45 Grad im Jahr 2056 bedeuten.

Auswirkungen

Die Auswirkungen dieser historischen Hitzewelle sind vielfältig. Neben der Vielzahl an medizinischen Notfällen und Todesopfern, gibt es auch ganz konkrete Auswirkungen auf den Alltag eines jeden Menschen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: In Leipzig wurde der komplette Straßenbahnverkehr eingestellt, weil die Fugenmasse zwischen Asphalt und Schiene sich verflüssigt hat (Leipziger Internetzeitung zu Straßenbahnschäden in Leipzig). Asphaltschäden gibt es auch auf vielen Autobahnen in Deutschland.
Ein anderes Beispiel ist die Stadt Offenbach, wo aufgrund des großen Wasserverbrauchs die Förderkapazitäten überschritten werden könnten und damit ein Engpass droht (Stadt Offenbach zu Wasserknappheit).

Die Extremhitze hat aber auch weitreichende Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Wenn man mal vom vertrocknenden heimischen Garten absieht, so gibt es beispielsweise in vielen großen Flüssen Temperaturwerte um 30 Grad, die das Leben vieler Fische gefährdet.
In den Meeren rund um Europa gibt es große Anomalien der Wassertemperatur. Im Mittelmeer liegen diese zum Teil bei 7K über den vieljährigen Mittelwerten, was große Auswirkungen auf das Leben in den Meeren hat. Die NOAA beobachtet die Meere weltweit und hat die zweithöchste Stufe bei der „Marine Heat Watch“ für Teile des Mittelmeeres ausgerufen (Marine Heatwave Watch der NOAA).

Aussichten

Nach diesen schweißtreibenden Zahlen bleibt festzuhalten, dass es sich lohnt um jedes Zehntel der Erderwärmung zu kämpfen. Für die kommenden Tage deutet sich ein Ende der derzeitigen Hitzewelle an. In vielen Regionen Deutschlands liegen die Höchstwerte dann unter 30 Grad und auch nachts kann man endlich mal wieder durchlüften.

Bleibt zu hoffen, dass die sicher noch folgenden Hitzephasen im Juli und August nicht ganz so intensiv ausfallen.

Dipl.-Met. Marcus Beyer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Eine-Hitzewelle-fuer-die-Geschichtsbuecher-–-Eine-erste-vorlaeufige-Bilanz-1.png 864 1302 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-28 13:08:502026-07-04 14:21:50Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

Heiß, heißer, HARTMUT!

25. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit nunmehr rund einer Woche ächzen weite Teile des Landes unter der anhaltenden Hitzewelle mit täglichen Höchstwerten über 30 Grad. Zunächst war es Hoch GORGIAS, der dann von Hoch HARTMUT nahtlos abgelöst wurde. Unter HARTMUT konnte sich dank günstiger Konfiguration des Strömungsmusters die Hitze noch verstärken, sodass wir ab morgen den eigentlichen Höhepunkt erwarten dürfen. Während der Rahmen grundsätzlich steht, sind Details noch immer unsicher.

Dazu zählt auch die alles entscheidende Frage, ober der Allzeitrekord der Temperatur in Deutschland aus dem Jahre 2019 (41,2°C in Tönisvorst und Duisburg) gebrochen werden kann. Anhand der vorliegenden Modelle ist davon – so viel vorweg – begründet auszugehen.

Hoch HARTMUT führt seit Tagen warme bis heiße Luftmassen nach Deutschland, wobei sich diese Strömung in den kommenden Tagen noch etwas verstärkt und die Luftmasse immer weiter aufgeheizt wird.

Am heutigen Donnerstag sind es noch rund 35 bis lokal im Südwesten 39 Grad, womit zumindest der Juni-Rekord (39,6 Grad) für Deutschland schon mal ins Visier genommen. Spätestens am morgigen Freitag wird es dann soweit sein: Vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet rund um Frankfurt werden rund 40 Grad berechnet, eine einzelne 41 ist durchaus im Rahmen des Möglichen.

Bereits am morgigen Freitag sind 40 Grad (und mehr) vom Oberrhein bis nach Frankfurt realistisch und werden von allen Modellen so gesehen.

Am Samstag steht für viele ein erster Höhepunkt an, wenn sich die Hitzeglocke von HARTMUT genau über uns legt. Zwar sind nachmittags ein paar Quellwolken, im Westen vielleicht auch Hitzegewitter, zu erwarten, dennoch wird es regional für 40-41 Grad reichen, sodass der deutsche Allzeitrekord in Reichweite kommt.

Am Samstag sind nach aktuellem Stand im Südwesten regional 40 bis 41 Grad zu erwarten, auch das stützen alle dargestellten Modelle.

Am Sonntag wird es möglicherweise noch spannender aus klimatologischer Sicht, denn zumindest nach dem Willen der deutschen Modellkette (ICON) verstärkt sich die Hitze im Osten des Landes weiter, sodass im Ergebnis auf der Karte des Modells 42, lokal gerundet sogar 43 (!) Grad abgelesen werden können. Der Mix aus statistischen Berechnungen verschiedener Modelle (MOSMIX) belässt es dagegen bei 41 Grad. Es sieht aber auch ein schnelleres Vorankommen von Schauern, Gewittern und „kühlerer“ Luft aus dem Westen, während ICON die Gewitter erst später nach Osten driften lässt. Dies würde eine maximale Einstrahlung bei einer eh schon enorm warmen bis heißen Luftmasse zulassen.

Am Sonntag gehen die Modelle ein Stück weit auseinander: Während in den Prognosen der deutschen Modellkette sogar 43 (!) Grad zu finden sind, wäre nach dem Willen von MOSMIX und dem MOS des ECMWF bei 41 Grad Schluss. Hier muss noch abgewartet werden, was genau passiert.

Ob der deutsche Allzeitrekord der Temperatur am Wochenende fällt, ist noch nicht sicher und hängt auch von möglichen Abschirmungen, etwa durch etwas Saharastaub oder Deckbewölkung von Schauern/Gewittern ab. Näher dran als zurzeit war man aber an einem neuen Rekord selten.
Noch ein letzter Absatz zu den möglichen Gewittern: Diese Luftmasse ist nicht nur enorm heiß, sondern sie lässt auch beim Blick auf die Energiewerte kaum Spielraum nach Oben, sprich es ist nahe am Anschlag. Das bedeutet vor allem ab Samstag im Westen/Nordwesten, ab Sonntag dann über der Mitte und später auch in den restlichen Landesteilen ein großes Unwetterpotential, wobei jede Gewitterzelle rasch eskalieren könnte. Die Details sind hier aber noch nicht geklärt und so müssen wir bis morgen oder Samstag abwarten.
Behalten Sie bitte einen kühlen Kopf und kommen Sie gut durch diese anstrengenden Tage!

M.Sc.Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Hitzewelle-Temperaturrekord-Unwettergefahr-1.gif 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-25 16:03:072026-07-04 14:21:38Heiß, heißer, HARTMUT!

Nur noch 6 Monate

24. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Zum Wetter und zur aktuellen Hitze gab es in den letzten Tagen ausreichend Informationen. Daher hier nur kurz die Zusammenfassung: Es ist sehr heiß und meist auch trocken. Erst zum Ende der Woche wird es wieder etwas feuchter und Gewitter wahrscheinlicher, dann direkt auch mit Unwetterpotential. Meiden Sie die Hitze und die Sonne. Hören Sie auf sich und Ihren Körper und lassen Sie es ruhig angehen.

Um sich vom Wetter abzulenken, gibt es etliche Ideen für die Bespaßung in Innenräumen: zum Beispiel Lesen, Spielen, Rätseln, Basteln, Aufräumen und vieles mehr. Einige dieser Ideen vertreiben nicht nur die Zeit, sie sind auch Investitionen in die Zukunft. Auch wenn es bei 35 Grad und Sonnenschein nicht allen sofort ins Gedächtnis springt: In 6 Monaten ist Heiligabend! Haben Sie schon an Geschenke gedacht?

Beim Aufräumen findet sich so mancher Schatz. Zu schade zum Wegwerfen? Es freut sich vielleicht jemand anderes. Mit etwas Deko kann man aus vielen alten Sachen wahre Hingucker zaubern. Unikate für Freunde und Familie unter dem Weihnachtsbaum. Oder der Reißer beim nächsten Hofflohmarkt. Die Optionen sind so vielfältig, wie die Anzahl der Tage bis zum beliebtesten Fest/Feiertag der Deutschen.

Wer die Zeit jetzt nutzt, kann sich eine Menge Stress zum Ende des Jahres sparen. Und wenn man schon am Basteln ist, warum nicht gleich was für Oma, Opa oder Tante? Wie wäre es mit einem hübschen Kaffeebecher, einem Stiftehalter oder Schlüsselanhänger? Man kann einige Dinge auch auf Vorrat basteln und bei Gelegenheit hervorzaubern. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft.

Und wenn Sie noch nicht an Weihnachten denken möchten, dann basteln Sie sich und/oder Ihren Lieben doch einfach einen Fächer. Der macht direkt im Anschluss Freude, wenn Sie sich den Schweiß nach getaner Bastelei von der Stirn wedeln.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-24 15:55:232026-07-04 14:21:31Nur noch 6 Monate

Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer

23. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von Ana

Hochdruck und Hitze – beides scheint kein Ende nehmen zu wollen. Und so richtig, soviel sei schon vorab verraten, nehmen sie erst einmal kein Ende. Im Gegenteil: Wer dachte, dass der größte Teil der aktuellen Hitzewelle überstanden sei, für den haben wir heute leider schlechte Nachrichten im Gepäck. Denn der heftigste Teil steht uns jetzt erst in der zweiten Wochenhälfte bevor.

ICON-Prognose für Samstag, 27. Juni 2026. Links: Druckverteilung am Boden (weiß) und in 500 hPa (schwarz), Äquivalentpotentielle Temperatur (farbig) zur Kennzeichnung der Luftmassencharakteristik. Rechts: Temperaturverteilung in 850 hPa (farbig, etwa 1500 m Höhe).

Verantwortlich für die Wetterlage ist ein riesiges Hochdruckgebiet über Westeuropa. Es hat die Frontalzone weit nach Skandinavien verschoben und blockiert bei uns sämtliche Tiefdruckaktivität. Stattdessen konnte sich eine gewaltige Hitzeglocke aufbauen, deren Kern nun in den Folgetagen zu uns nach Deutschland gelangt. Was das bedeutet, kann man sich sicherlich denken: Mit den Temperaturen geht es nochmal deutlich nach oben.

Bereits am morgigen Mittwoch klettern die Werte auf bis zu 38°C an Rhein und Mosel. Auch rundherum, quasi vom Niederrhein bis nach Franken, geht’s verbreitet auf 36 bis 37°C hoch. Nicht ganz so heftig wird es in der Nordosthälfte bei 30 bis 35°C. Nur an der Küste lässt es noch aushalten, dort werden bis 28°C erreicht.

Am Donnerstag wird dann die nächste Stufe gezündet. Dann steigen die Höchstwerte in den bereits vorher schon heißesten Regionen hoch auf bis zu 39°C. Auch im Osten überschreiten die Tageshöchstwerte mehr und mehr die Marke von 35°C, an der Donau auch schon hoch bis auf 37°C.

Am kommenden Freitag geht es anschließend richtig rund. Dann werden wir vermutlich die ersten Werte oberhalb der 40°C-Marke zu Gesicht bekommen. Auch diesmal im Fokus: Rheinland, Oberrheintal, Mosel und voraussichtlich auch das Rhein-Main-Gebiet. Für den Samstag zeigt sich ein ähnliches Bild, wobei sich dann die Hitze noch flächiger ausweitet und eventuell auch in Ostdeutschland die Marke von 40°C geknackt wird. Ganz sicher ist das aber noch nicht.

MOSMIX-Prognose der Höchsttemperaturen von Mittwoch, 24. Juni 2026 bis Samstag, 27. Juni 2026.

Neben den teils bizarr anmutenden Tagesmaxima bereiten aber auch die Nachttemperaturen zunehmend Kummer. Die Luftmasse bleibt weiterhin ausgesprochen feucht, sodass es kaum noch nennenswert auskühlt. Mit der andauernden Erhitzung nimmt somit die Wahrscheinlichkeit für tropische Nächte mit Tiefstwerten von mehr als 20°C immer weiter zu. Sind davon zunächst nur große Ballungsräume betroffen (z.B. Rhein-Main-Gebiet, Ruhrgebiet, Berlin), so betrifft dies bis zum Wochenende zunehmend auch ländliche Gebiete.

Linderung ist nicht wirklich in Sicht. Mindestens noch die gesamte Woche werden wir mit der Hitze zu kämpfen haben. Zu Beginn der kommenden Woche deutet sich leichte Abkühlung an, die in erster Linie aber wohl nur den Nordwesten zu erreichen scheint. Ansonsten sind wenigstens gebietsweise auch weiterhin Temperaturen von über 30°C angesagt.

M.Sc.-Met. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Sechsunddreissig-Grad-und-es-wird-noch-heisser-1.png 467 1257 Ana https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png Ana2026-06-23 12:48:362026-07-04 12:54:56Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer

Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig

18. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Derzeit rollt eine Hitzewelle auf Deutschland zu. Tageshöchstwerte von bis zu 38 Grad Celsius im Südwesten bringen uns in den kommenden Tagen ganz schön ins Schwitzen. Mit einer südwestlichen Strömung wird aber nicht nur heiße, sondern auch feuchte und energiereiche Subtropikluft nach Mitteleuropa geführt. In der Folge können sich in den kommenden Tagen teils kräftige Gewitter entladen.

Bereits ab der kommenden Nacht zum Freitag (19. Juni 2026) treten erste Gewitter im Nordwesten und Norden auf. Dabei ist die Unwettergefahr aber zunächst noch gering. Ab Freitagnachmittag bilden sich dann insbesondere über den westlichen und südwestlichen Mittelgebirgen sowie an den Alpen teils schwere Gewitter, die bezüglich Starkregen und Hagel auch unwetterartig ausfallen können. Innerhalb kurzer Zeit können kleinräumig Niederschlagsmengen erreicht werden, die einer halben Monatssumme oder mehr entsprechen. Darüber hinaus können lokal eng begrenzt auftretende (schwere) Sturmböen Äste abbrechen lassen oder vereinzelt Bäume umstürzen.

Am Wochenende breitet sich die Gewittergefahr dann landesweit aus. Lediglich im Südwesten könnten die Bedingungen für kräftige konvektive Entwicklungen aufgrund geringerer Feuchte und fehlender Auslöse weniger günstig sein. Am Sonntag lässt die Schauer- und Gewittergefahr in der im Norden einfließenden kühleren Nordseeluft dann nach. In der Mitte und im Süden muss aber weiterhin mit teils kräftigen Hitzegewittern gerechnet werden.

Cumulonimbus-Wolke bei Ernstthal am Rennsteig am 27. Juni 2020.

Wie so häufig bei sommerlichen Gewitterlagen gilt, dass nicht jeder Ort in Deutschland getroffen wird. Bilden sich die kräftigen Gewitter oder ziehen diese auf, erkennt man diese anhand der mächtigen, sich auftürmenden Wolkenformationen. Durch komplexe Prozesse innerhalb der Gewitterwolke werden elektrische Ladungen getrennt. Dadurch können Spannungen von mehreren Millionen Volt entstehen. Der Abbau dieser Spannung erfolgt dann in Form von Blitzen, vor denen man wohl besser in Deckung geht. Dort, wo die kräftigsten Entwicklungen auftreten, muss zudem mit Überschwemmungen, Hagelschlag und lokalen Sturmschäden gerechnet werden. Aber wie verhalte ich mich denn am besten, wenn ich im Freien von einem aufziehenden Gewitter überrascht werde?

Natürlich wäre die beste Lösung, Schutz in Gebäuden mit Blitzableitern oder Fahrzeugen mit metallener Karosserie zu suchen. Diese wirken nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs: Der elektrische Strom fließt über die Außenhülle und nicht durch den Innenraum, sodass die Gefahr von Verletzungen minimiert werden kann. Hat man im Moment des Gewitteraufzugs allerdings kein Gebäude oder Fahrzeug „zur Hand“, ist man dann dem Gewitter hoffnungslos ausgeliefert?

Der Volksmund rät im Allgemeinen dazu, „vor Eichen zu weichen und Weiden zu meiden“. Stattdessen sollte man „Buchen [auf]suchen“. Davon ist allerdings abzuraten. Blitze suchen sich häufig hohe Objekte als Ziel aus, vor allem, wenn diese frei stehen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich dabei nun um eine Eiche oder eine Buche handelt. Ob ein Baum getroffen wird, hängt vor allem von seiner Höhe, seinem Standort und seiner Umgebung ab.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich von offenem Gelände, Berggipfeln sowie frei stehenden Objekten wie Bäumen, Antennen und ähnlich hohen Objekten fernzuhalten. Zu Überlandleitungen sollte ein Mindestabstand von 50 Metern unbedingt eingehalten werden. Schutz findet man möglichst in Bodensenken, sozusagen am niedrigsten Punkt der Umgebung. Dabei empfiehlt es sich, mit eng zusammengestellten Füßen in die Hocke zu gehen, damit die sogenannte Schrittspannung möglichst gering bleibt. Außerdem sollte man den Kopf und Nacken schützen, da Gewitter unter Umständen Hagelschlag verursachen. In leeren Flussläufen oder engen Schluchten sollte man jedoch bedenken, dass hier womöglich die Gefahr von Überschwemmungen aufgrund von Starkregen besteht. Außerdem empfiehlt es sich, nach Möglichkeit metallische Gegenstände vom eigenen Körper zu entfernen (z. B. Regenschirme, Golfschläger, Wanderstöcke, etc.). Diese erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit eines Blitztreffers, können aber bei einem Einschlag Verletzungen verursachen und sollten daher abgelegt werden.

Übersicht über geeignete Verhaltensregeln bei Gewittern im Freien.

Und falls ich mich nun zufällig in einem Wald befinde, wenn mich das Gewitter überrascht? Am besten suche ich dann Bereiche auf, an denen jüngere und kleinere Bäume stehen. Aber auch hier gilt, einen möglichst großen Abstand zu den höheren Bäumen einzuhalten. Denn dort kann nicht nur der Blitz einschlagen, kräftige Böen können Bäume auch durchaus zu Fall bringen.

Grundsätzlich sollte man bei einem Aufenthalt in der Natur immer aufmerksam sein und bei den ersten Anzeichen eines Gewitters, das heißt bei aufziehenden dunklen Wolken mit Blitz und Donner in der Ferne, möglichst einen sicheren Zufluchtsort suchen. Denn auch wenn sich das Gewitter nicht direkt über dem eigenen Standort befindet, ist Vorsicht geboten. Zum einen können Gewitterwolken eine große horizontale Ausdehnung erreichen, theoretisch ist darunter überall Blitzschlag möglich. Zum anderen können sich Blitze über mehrere Kilometer seitlich aus einer Gewitterwolke heraus ausbreiten und anschließend den Erdboden erreichen. Daher kann es in seltenen Fällen passieren, dass am Himmel die Sonne scheint und trotzdem ein Blitz aus dem Randbereich einer Gewitterwolke einschlägt – aus „heiterem Himmel“ sozusagen. Bevor man sich nach einem Gewitter wieder ins Freie wagt, sollte man entsprechend möglichst so lange warten, bis sich die Wolke verzogen hat und man keinen Donner mehr hört.

Für den Ausflug ins Freie empfiehlt es sich natürlich, bereits im Vorfeld Informationen über mögliche Wettergefahren unter www.dwd.de einzuholen. Unterwegs lassen sich Wetterwarnungen auch bequem mit dem Smartphone über die DWD-WarnWetter-App empfangen.

M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Gewitter-im-Anmarsch-1-scaled.jpg 1001 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-18 12:55:422026-06-21 19:53:43Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig

Wann gibt es Hitzewarnungen und warum?

17. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wenn der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen herausgibt, sind damit häufig sehr hohe Lufttemperaturen verbunden, allerdings können auch weitere Bedingungen zu gesundheitlichen Belastungen und Gefährdungen führen. Vor starker Wärmebelastung wird dann gewarnt, wenn Gefühlte Temperaturen von mindestens 32 °C erreicht werden. Ab einer Gefühlten Temperatur von 38 °C spricht man von extremer Wärmebelastung. Zusätzlich sind die nächtlichen Innenraumtemperaturen von Bedeutung, da diese zu einem erholsamen Schlaf beitragen. Bleibt die Nacht zu warm, vermindert sich die Schlafqualität. Durch diese zusätzliche Belastung wird die Hitze tagsüber schlechter verkraftet.

Das Temperaturempfinden des Menschen entspricht der herrschenden Lufttemperatur nur dann, wenn man sich mit Kleidung bewegt, die für die herrschende Temperatur angepasst ist, bei mittlerer Luftfeuchtigkeit und nahezu Windstille im Schatten. In der Sonne und bei hohem Wasserdampfgehalt der Luft empfindet man die Temperatur als höher, bei Wind und geringer Luftfeuchtigkeit als niedriger. Außerdem führen körperliche Aktivitäten dazu, dass der menschliche Organismus Wärme produziert, die an die Umgebung abgeleitet werden muss, um die Körpertemperatur in etwa konstant zu halten. Diese Wärmeabgabe wird zum großen Teil durch Schwitzen bewerkstelligt.

Der anstehende Witterungsabschnitt ist sowohl durch einen hohen Feuchtegehalt der Luft als auch durch sehr hohe Temperaturen gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass das Schwitzen und somit die Kühlung des Körpers deutlich erschwert wird. Infolgedessen werden die kommenden Tage für den Körper sehr belastend sein. Oftmals reichen bereits schwülwarme Bedingungen bei mäßiger Wärmebelastung laut Studien aus, dass die Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht ist. Nähere Informationen finden sich hier (Gefühlte Temperatur).

Die Herausgabe von Hitzewarnungen richtet sich insbesondere an vulnerable Personen und Risikogruppen sowie Pflegeeinrichtungen und Betreuungspersonal, um rechtzeitig über hitzebedingte, gesundheitsgefährdende Wettersituationen informiert zu sein und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen bzw. einleiten zu können. Ältere Menschen leiden bereits ab einer Gefühlten Temperatur von 36 °C unter extremer Wärmebelastung und werden mit zusätzlichen Hinweisen in den Hitzewarnungen berücksichtigt. Für den morgigen Donnerstag wurden für den Südwesten bereits Hitzewarnungen (Warnkarte für Hitzewarnungen) ausgegeben.

Aber nicht nur vulnerable Personen und Risikogruppen, deren Anpassungsfähigkeit eingeschränkt ist, sondern auch sonst Gesunde können bei extremen Bedingungen in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt sein. Die besonderen Verhältnisse in den Städten durch die urbane Wärmeinsel werden ebenfalls bei der Herausgabe von Hitzewarnungen berücksichtigt. Verhaltenstipps für die heißen Tage finden Sie unter (Verhaltenstipps an heißen Tagen).

Nun wollen wir noch einen Blick auf die Maxima der kommenden Tage richten. Während heute nur am Oberrhein die 30-Gradmarke geknackt wird, steigt die Quecksilbersäule in den kommenden Tagen landesweit rasant in die Höhe.
Am Donnerstag wird südlich einer Linie Münsterland-Berlin ein heißer Tag (Maxima von mindestens 30 °C) erwartet. Dazu wird es zunehmend schwüler und am Abend sind im Nordwesten und Westen örtlich unwetterartige Gewitter möglich.

Prognose der Höchsttemperatur für Donnerstag, den 18.06.2026

Am Freitag steigert sich die Hitze noch weiter. Nach einer regionalen Tropennacht, die vor allem in den Ballungsräumen West- und Südwestdeutschlands auftreten wird, stehen mit Ausnahme des äußersten Nordens und des Küstenumfeldes verbreitet schwülheiße Höchsttemperaturen zwischen 30 und 35, im Südwesten bis zu 38 °C auf der Agenda. In der Nordwesthälfte drohen örtlich Unwetter, aber auch im Osten und Süden sind lokal kräftige Hitzegewitter möglich.

Prognose der Höchsttemperatur für Freitag, den 19.06.2026

Am Samstag findet die Hitze ihre Fortsetzung. Es wird ähnlich heiß wie am Vortag und landesweit sind einzelne heftige Gewitter möglich.

Prognose der Höchsttemperatur für Samstag, den 20.06.2026

Ausgangs des Wochenendes und zum Start in die neue Woche deutet sich im Norden eine leichte Abkühlung auf zwar noch sommerliche, aber nicht mehr hochsommerliche Temperaturen an. Im Süden des Landes bleibt es bis mindestens zum Start der neuen Woche heiß, danach ist die Entwicklung noch unsicher.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Wann-gibt-es-Hitzewarnungen-und-warum-1.png 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-17 18:24:502026-06-17 18:25:29Wann gibt es Hitzewarnungen und warum?

Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?

14. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Tief SABINA sorgt am heutigen Sonntag vor allem im Nordosten für wechselhaftes Wetter. Im Tagesverlauf treten dort immer wieder Schauer und vereinzelt auch Gewitter auf. Zwischen Hoch FALK über Westeuropa und Tief SABINA stellt sich ein relativ starker Druckgradient ein. Dies hat einen lebhaften Nordwestwind zur Folge. In Schauer- und Gewitternähe sowie in exponierten Lagen sind zudem stürmische Böen bis Stärke 8 Beaufort möglich. Insgesamt ergibt sich damit eher ein frühherbstlicher Eindruck. Der Südwesten befindet sich dagegen bereits unter dem Einfluss von Hoch FALK. Dort scheint heute häufiger die Sonne, und die Temperaturen erreichen frühsommerliches Niveau. Am Oberrhein werden Höchstwerte von bis zu 26 Grad erwartet.

Vorhersagekarte für Sonntag, den 14.06.2026 um 12 UTC. Tief SABINA beeinflusst vor allem den Nordosten mit wechselhaftem und kühlem Wetter. (Quelle:DWD)

In den kommenden Tagen verlagert sich Tief SABINA allmählich nach Nordwestrussland und macht damit Platz für hohen Luftdruck. Allerdings bleibt die Nordhälfte zunächst im Einflussbereich von Frontensystemen, die neben vielen Wolken auch immer mal wieder schauerartige Regenfälle mit sich bringen. Örtlich sind auch Gewitter mit von der Partie. Dies ändert sich aber allmählich zur Wochenmitte. Dann baut sich von Südwesten ein Höhenrücken auf. Dieser ist mit hohem Luftdruck am Erdboden und absinkenden Luftmassen verbunden. Dadurch nehmen die Sonnenscheinanteile auch im Norden zu. Gleichzeitig strömt von Südwesten heiße und zunehmend auch sehr feuchte Luft nach Deutschland.

Am Donnerstag steigen die Temperaturen damit landesweit deutlich an. Dann werden in der Südhälfte in den Niederungen verbreitet Temperaturen um oder über 30 Grad erreicht. Entlang des Oberrheins sind auch bereits Spitzenwerte bis 36 Grad möglich. Auch im Hinblick auf die zunehmende Schwüle und die zunehmend warmen Nächte steigt die Wärmebelastung deutlich an. Am Freitag dehnt sich die Zone der schweißtreibenden Temperaturen noch etwas nach Norden aus. Damit sind dort nun abseits der Küstengebiete verbreitet Höchstwerte um 30 Grad zu erwarten. In der Mitte und im Süden liegen die Höchsttemperaturen voraussichtlich um 35 Grad. Örtlich auch darüber.

Unsicherheiten bezüglich der Spitzenwerte ergeben sich aber vor allem noch dadurch, dass am Freitag im Tagesverlauf hauptsächlich im Westen das Gewitterrisiko steigen wird. Grund dafür ist die sehr energiereiche Luftmasse. Zudem ist die Troposphäre recht labil geschichtet, da der über Mitteleuropa liegende Keil in der Höhe nicht sehr stark ausgeprägt ist. Somit sind vor allem über dem Bergland und im weiteren Verlauf durch einen von Westen heranrückenden Trog auch im Nordwesten kräftige Gewitter möglich. Diese können nicht nur die Höchsttemperaturen etwas dämpfen, sondern auch für Unwettergefahr sorgen!

Modellvergleich der prognostizierten Großwetterlage für Sonntag, den 21.06.2026 um 00 UTC. Die Verlagerung des herannahenden Troges über Nordwesteuropa ist noch mit einigen Unsicherheiten verbunden. (Quelle:DWD)

Für den weiteren Verlauf des Wochenendes wird entscheidend sein, wie schnell ein von Westen heranrückender Trog auf Deutschland übergreift. Dies wird von den Modellen noch sehr unterschiedlich berechnet. Es deutet sich im Norden damit bereits zum Sonntag hin eine deutliche Abkühlung an. Im Süden stehen die Chancen auf eine Fortsetzung der Hitzewelle aber durchaus gut. Damit sind dort in den Niederungen ab Donnerstag sogar mehrere sehr heiße Tage mit Spitzenwerten von über 35 Grad möglich! Eine längere Hitzewelle scheint somit insbesondere im Südwesten sehr wahrscheinlich. Im Norden dürfte die Hitze allerdings maximal nur von kurzer Dauer sein, während es an den Küsten voraussichtlich sogar komplett hitzefrei bleibt.

Ensemblevorhersagen der Temperatur in 1500 Metern Höhe, des Niederschlags und des Geopotentials für die nächsten zehn Tage für Stuttgart und Hamburg. Während im Süden eine längere Hitzewelle recht wahrscheinlich ist, ist die Andauer und Intensität der Hitze im Norden voraussichtlich stark begrenzt. (Quelle:ECMWF)

Damit ist ab der Wochenmitte vor allem in der Südhälfte Schwitzen angesagt. Erschwerend zu den hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchte kommt auch noch der Sonnenhöchststand hinzu. Der Sonnenhöchststand wird zur Sommersonnenwende am 21. Juni erreicht. Dadurch fühlen sich die ohnehin schon sehr hohen Temperaturen bei Aufenthalt in der Sonne noch höher an. Wer der Hitze entfliehen möchte und kann, für den bietet sich ein Ausflug an die Nordseeküste an.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Erwartet-uns-eine-intensive-Hitzewelle-1.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-14 15:23:522026-06-15 22:49:12Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?

Was ist ein „Heat Dome“?

26. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Dass Ende Mai bei uns über 30 °C gemessen werden, kommt häufiger vor. Ungewöhnlich ist allerdings die Dauer dieser sehr frühen Hitzewelle, die in Frankreich und Großbritannien sogar schon Rekordtemperaturen gebracht hat.

Verantwortlich dafür ist eine sogenannte Omega-Wetterlage. Dabei liegt ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mittel- und Westeuropa. Es blockiert die normalerweise vorherrschende West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, wodurch die Höhenströmung die Form des griechischen Buchstabens Omega annimmt – daher der Name. Solche blockierenden Wetterlagen entstehen, wenn der Jetstream stark gewellt ist und ein kräftiges Hochdruckgebiet zwischen zwei Tiefdruckgebieten festliegt. Dieses Muster bleibt dann sehr häufig über längere Zeit nahezu unverändert bestehen.

In diesem Hochdruckgebiet sinkt die Luft ab und erwärmt sich dabei stärker. Dieses Absinken sorgt zusätzlich für Wolkenauflösung. Abgesehen vom Norden und Nordosten präsentieren sich daher weite Teile Europas wolkenfrei. Durch die ungehinderte Sonneneinstrahlung kann sich die Luft unter dem Hoch weiter aufheizen. Zudem wird heiße und trockene Luft aus Nordafrika in das Hoch einbezogen, die auch mit etwas Saharastaub angereichert ist. Dadurch lassen sich die derzeit für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen über West- und Mitteleuropa erklären.

Da diese Wetterlage stabil ist, konnte sich die Luft immer weiter aufheizen. Man spricht in diesem Fall auch von einem sogenannten „Heat Dome“ oder einer Hitzeglocke. Während die heißeste Luft über Westeuropa liegt, befinden wir uns am Rande dieser Hitzeglocke. Ansonsten wären auch hier Rekorde in Gefahr.

Das Echtfarben-Satellitenbild zeigt ein nahezu wolkenfreies Europa, das der absinkenden Luft im Hoch geschuldet ist.

Die Linien zeigen die Höhenwetterkarte auf etwa 500-hPa (~5,5 – 6 km Höhe). Die Höhenströmung umströmt das Hoch in Omegaform. Die Farben sind die Temperatur in ca. 1500 m.

Solche Hitzeglocken sind für die meisten Rekordtemperaturen verantwortlich. Zudem können sie über einen längeren Zeitraum hinweg für Trockenheit sorgen. Da die Luft unter den Hitzeglocken oft nur wenig Feuchtigkeit enthält und die Verdunstung dadurch deutlich beschleunigt wird, sind viele Dürren auf lang anhaltende Hitzeglocken zurückzuführen. So auch im Sommer 2018, der in Deutschland einer der trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen war. Zwischen Mitte Juni und Mitte August hielt sich die Hitze sogar mehrere Wochen lang am Stück.

Heute wird bei uns mit bis zu 34 °C am Oberrhein der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht. Der Rekord aus dem Jahr 1922 mit 36,6 °C in Hamburg ist jedoch nicht in Gefahr.

Morgen erreichen wir den Nordostrand des Hitzehochs. Eine wetterunwirksame Kaltfront führt vorübergehend kühlere Luft aus Skandinavien in den Nordosten. Besonders die Nächte werden dann dort empfindlich kalt. Lokal ist sogar wieder Bodenfrost möglich. Der Südwesten bleibt hingegen in der sommerlichen Luftmasse.

Zum Ende der Woche ändert sich die Wetterlage. Das Hitzehoch wird langsam abgebaut, sodass atlantische Tiefausläufer übergreifen können. Ab Freitag nimmt dadurch die Gewitterneigung deutlich zu.

In der darauffolgenden Woche müssen wir uns dann auf einen wechselhaften Witterungsabschnitt einstellen. Dabei ist es nicht mehr ganz so warm.

Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Was-ist-ein-„Heat-Dome-1.png 924 1886 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-26 16:20:152026-06-10 19:58:09Was ist ein „Heat Dome“?

Hitzewelle in den USA erreicht vorläufigen Höhepunkt

20. März 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In unserer Tagesrubrik, exakt an dieser Stelle, wurde genau vor einer Woche in einem ausführlichen Artikel auf eine sehr wahrscheinlich bevorstehende Hitzewelle im Südwesten der USA verwiesen. Diese ist nun eingetreten und erreicht aktuell ihren vorläufigen Höhepunkt. Betroffen ist insbesondere der Südwesten der USA, also primär der Südteil der Bundesstaaten Kalifornien und Nevada sowie große Teile Arizonas. Dort wurden am gestrigen bereits flächendeckend 35 bis 40 °C, an der Grenze zu Mexiko in der Wüstengemeinde Martinez Lake 43,3 °C als Höchstwerte gemessen.

Temperaturen März 2026 (Messung und Klimatologie) in Phoenix/Arizona. (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Zahlreiche Tages- und Monatsrekorde wurden nicht nur gebrochen, so wurden förmlich pulverisiert. Wie hier am Beispiel der Station Phoenix in Arizona zu erkennen ist, wurden als gestrige Höchsttemperatur 105 Grad Fahrenheit gemessen (entspricht 40,6 Grad Celsius). Der vorherige Rekord für den Gesamtmonat März lag bei 100 Grad Fahrenheit (37,8 °C). Es ist bereits der 6. Tag im März 2026 mit einem neuen Tagesrekord an der Station. Doch nicht nur die Maxima, auch die nächtlichen Tiefstwerte sind beachtlich. So sank das Thermometer in den vergangenen 3 Nächten nicht mehr unter 68° Fahrenheit (entspricht 20 °C) in der Region. 3 Tropennächte im März: Allein die Vorstellung dürfte einigen Kälteliebhabern hierzulande sprichwörtlich die Schweißperlen auf die Stirn treiben! Wie anhand der linksstehenden roten Zahl in Klammern zu erkennen ist, die die Abweichungen vom Klimamittel kennzeichnen, bewegt man sich dort aktuell um rund 10 Grad Fahrenheit über dem langjährigen Mittelwert (circa 5 °C entsprechend).

Warnkarte USA (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Beim Blick auf die Warnkarte (Abbildung 2) stechen nehmen der violetten Hitzewarnungen im Südwesten ebenfalls die Magentafarben, von den Great Plains bis in den mittleren Westen reichend, heraus. Dort ist eine extrem erhöhte Waldbrandgefahr gegeben, bei der neben sehr trockene Bedingungen und viel Wind auch die rekordträchtigen Temperaturen ihren Beitrag leisten. Denn nicht nur die Qualität dieser Hitzewelle mit den absoluten Peaks ist beachtlich, sondern auch deren Ausdehnung. Selbst in Nebraska in der Stadt mit dem schönen Namen Scottsbluff und sogar noch weiter nördlich bis nach South Dakota sind mehr als 30 °C gemessen worden am heutigen Freitag.

Höchsttemperaturen vom Freitag, 20.03.2026 bis 13 Uhr MEZ (links), Abweichung vom Klimamittel (rechts)( Quelle: DWD/EZMW)

Grund hierfür ist ein sogenannter „Heat Dome“, bei dem sich die Atmosphäre innerhalb eines stationären Hochdruckgebietes durch langanhaltendes Absinken sehr stark bis in oberen Schichten der Troposphäre erwärmt. Normalerweise tritt dieses Phänomen vorrangig oder in den Sommermonaten (zumindest aber Sommerhalbjahr auf), ist also speziell für die Jahreszeit ungewöhnlich stark und sehr weit nach Norden ausgedehnt. Auch wenn selbstredend noch keine Attributionsstudien zu der Lage vorliegen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Klimawandel maßgeblich an den Rekorden beteiligt ist.

Die Behörden empfehlen in den betroffenen Regionen dringend eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme von Wasser oder elektrolythaltigen Sportgetränken, zur Nutzung von Sonnencreme, Tragen leichter Kleidung sowie Anstrengungen im freien zur Mittags- und Nachmittagszeit zu meiden. Verzichten sollte man hingegen auf einen erhöhten Alkohol- und Koffeinkonsum, fettiges oder stark proteinhaltiges Essen und das Zurücklassen von Kindern in Autos.

Höchstwerte und Rekorde der nächsten Tage im Südwesten der USA (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Wie geht es nun weiter? Eine leichte Entspannung kündigt sich zwar an, aber noch keine wirklich nachhaltige Abkühlung. Schwache Kaltfronten, streifen nur den Norden des Landes und gehen vielfach ohne nennenswerte Regenfälle von West nach Ost durch. Im Gegenteil: In der kommenden Woche verdichten sich die Hinweise, dass sich die Hitzeglocke nach kurzer Abschwächung erneut regenerieren kann (siehe auch Abbildung 4). Bleibt zu hoffen, dass zumindest Wald- und Buschbrände ausbleiben.

Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/03/Hitzewelle-in-den-USA-erreicht-vorlaeufigen-Hoehepunkt-1.png 568 992 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-03-20 18:02:462026-05-11 14:13:28Hitzewelle in den USA erreicht vorläufigen Höhepunkt

Der Sommer mit Hindernissen nimmt zur neuen Woche richtig Fahrt auf!

9. August 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Hoch JULIA über dem Ostatlantik und Hoch INES über Osteuropa versuchen gemeinsame Sache zu machen und so die Wetterküche in Europa nachhaltig zu dominieren. Doch ganz geben die Tiefs nicht auf, die sich von Neufundland über den Nordatlantik bis nach Skandinavien tummeln und auch zahlreiche Frontenzüge im Gepäck haben. Da Deutschland zwischen JULIA im Westen und INES im Osten liegt, besteht genau hier eine Schwachstelle in der ausgeprägten Hochdruckzone. Diese nutzen derzeit wiederholt Tiefausläufer, um zumindest den Norden zu streifen (vgl. Grafik 1).

Prognostizierte Wetterlage Samstag, 9. August um 14 Uhr mit Hoch Julia über dem Ostatlantik und Hoch INES über Osteuropa. (Quelle: TKB-DWD)

Zudem sorgen Prozesse in größeren Höhen dafür, dass das Wetter im Norden und teilweise auch in der Mitte derzeit zwar sommerlich warm, aber nicht ganz frei von Störungen ist. Neben dichteren Wolkenfeldern tröpfelte es am gestrigen Freitag vor allem von Hessen bis nach Sachsen und Franken bzw. der Oberpfalz. Dieser zusätzliche Feuchteinput sorgte schließlich dafür, dass es schwül wurde und die sehr warmen bis heißen Temperaturen schon wieder gen unerträglich gingen. Da half nur der Sprung ins kühlere Wasser, egal ob See, Fluss oder Schwimmbad. In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen tröpfelte es von Rheinland-Pfalz über Süd- und Mittelhessen hinweg bis nach Franken und Südthüringen weiter. Nicht nur, dass die dichteren Wolken das nächtliche Abkühlen ausbremsten und somit Tiefstwerte zwischen 20 und 16 Grad brachten, der leichte Regen feuchtete die Luft nochmals an, sodass im Tagesverlauf bei zunehmendem Sonnenschein schwül-heiße Werte zum Schwitzen anregen. Dies beschreibt auch die Karte für das thermische Empfinden mittels der gefühlten Temperatur für den heutigen Samstag. Vor allem südlich von Mosel und Main sowie in Teilen Ostdeutschlands werden heiße Werte über 32 Grad erwartet (vgl. Grafik 2). Vor allem für wetterfühlige und beeinträchtigte Menschen kann es demnach im Süden und Teilen der Mitte und Ostens zu einer hohen Gefährdung der allgemeinen Befindensbeeinträchtigungen (zum Beispiel Herz-Kreislauf-Beschwerden) kommen (vgl. Grafik 3).

Gefühlte Temperaturen für Samstag, 9. August (links) und für die Nacht auf Sonntag, 10. August (rechts). Vor allem im Süden tagsüber ein heißes thermischen Empfinden. (Quelle: DWD)

 

Gesundheitliche Bedeutung für Wetterfühlige bezüglich allgemeiner Befindensbeeinträchtigungen mit einer hohen gesundheitlichen Gefährdung im Süden und Teilen der Mitte und des Ostens. (Quelle: DWD)

Aber zurück zu unseren Hochs. Vor allem JULIA wird in den kommenden Tagen das Wetter in Deutschland prägen. Sobald der Tiefausläufer des Tiefs zwischen Island und Norwegen ost- bis südostwärts gezogen ist und voraussichtlich nur im Norden ein paar Regentropfen abgeladen hat, zieht Hoch JULIA am Sonntag mit seinem Schwerpunkt Richtung Britische Inseln und die südwestliche Nordsee. Damit schiebt JULIA aber hinter der Kaltfront vorübergehend nochmals kühlere Nordseeluft ins Land, die fast bis zu den Alpen vorankommt. Diese gelangt vor allem in der Südwesthälfte rasch unter den Einfluss von JULIA. Bei nur wenigen Wolken kann dort die Sonne lange scheinen. Anders im Norden und Osten, wo die Kaltfront samt der feuchten Luft teilweise dichtere Wolkenfelder produziert und lokal auch mal etwas Regen bringen könnte. Auch wenn die Kaltfront nahezu wetterinaktiv den Weg nach Südosten sucht, wird der Luftmassenwechsel bei den Temperaturen sichtbar. Im Norden sollen die Höchstwerte unter den Wolken mal wieder wenig sommerliche Werte unter 25 Grad erreichen. Der mäßige und stark böige Nordwestwind lässt schließlich die Temperaturen noch etwas kühler wirken (Wind-Chill-Effekt). Aber auch sonst gehen die Temperaturen im Vergleich zum heutigen Samstag zurück und pendeln zwischen 24 und 30 Grad, im Südosten örtlich auch nochmals bis heiße 32 Grad.

Zur neuen Woche will es Hoch JULIA aber so richtig wissen und nimmt Südwest-, West und Mitteleuropa in die Hitzezange. Denn JULIA wandert mit ihrem Schwerpunkt nach Polen bzw. Rumänien. Gleichzeitig kann sich von den Britischen Inseln ein Tief Richtung Nordwestfrankreich schieben. Damit kann von der Iberischen Halbinsel richtig heiße Luft über Frankreich bis nach Mitteleuropa gelangen (vgl. Grafik 4). Entsprechend sollen die Höchstwerte hierzulande dann von 21 bis 32 Grad am Montag auf 27 bis 37 Grad am Mittwoch ansteigen. Zudem macht sich die heiße subtropische Luft auch in der Nacht zum Mittwoch bemerkbar, indem die Temperaturen vor allem in der Südwesthälfte des Landes regional nicht mehr unter 20 Grad sinken (tropische Nacht, vgl. Grafik 5). Leider verliert aber auch das Hoch an Einfluss, sodass ruhiges und trockenes Hochdruckwetter eher nicht nachhaltig in Sicht ist. Stattdessen steigt ab Dienstag von Süden und Westen das Gewitterrisiko. Gebietsweise kann sich wieder ordentlich etwas zusammenbrauen. Die Folge wären mal wieder starke, teils schwere Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Zudem wäre die Luft schwül-heiß und daher für viele Menschen eher unerträglich.

Im Trend soll es voraussichtlich sommerlich warm, aber auch unbeständig bleiben. Wie immer sind die mittelfristigen Prognosen aber auch mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Prognostizierte Wetterlage für Dienstag, 12. August um 14 Uhr mit Hoch JULIA über Osteuropa, einem Randtief über England sowie Zufuhr heißer subtropischer Luft von Süden. (Quelle: DWD)

 

Prognostizierte Tiefsttemperaturen für die Nacht auf Mittwoch mit tropischer Nacht (> 20 Grad) im Westen und Südwesten (links) und Höchstwerte mit Maxima bis 37 Grad (rechts). (Quelle: DWD)

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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