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Schlagwortarchiv für: Wetterumschwung

Turbulente und kühle Maitage

11. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Tief DOREEN prägt derzeit das Wettergeschehen in Deutschland und sorgt für einen markanten Wetterumschwung. Bereits am gestrigen Sonntag entwickelten sich vor allem im Süden von Rheinland-Pfalz und im Saarland kräftige Gewitter mit teils unwetterartigem Starkregen. Besonders betroffen war die Region um Pirmasens: Dort registrierte die Wetterstation innerhalb einer Stunde 31 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, binnen sechs Stunden summierten sich sogar knapp 48 Liter. Im weiteren Verlauf zogen die Gewitter unter allmählicher Abschwächung nordostwärts und gingen in der Nacht zunehmend in teils gewittrigen Starkregen über.

Vorhersagekarte für Montag, den 11.05.2026 um 12 UTC. Tief DOREEN befindet sich über dem Nordosten Deutschlands. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am heutigen Montag erstreckt sich die Kaltfront von Tief DOREEN quer über Deutschland und verlagert sich zunächst nur langsam ostwärts. Entlang eines Streifens von Nordrhein-Westfalen bis zur Ostsee treten länger anhaltende Niederschläge auf. Südöstlich davon bleibt die Luftmasse feucht und labil geschichtet, sodass sich im Tagesverlauf erneut kräftige Schauer und Gewitter entwickeln können. Dabei sind örtlich Starkregen sowie stürmische Böen möglich. Im weiteren Tagesverlauf kommt die Kaltfront auch südwärts voran und erreicht schließlich die Alpenregion. Im Vorfeld der Front frischt der Wind spürbar auf. Vor allem in Alpennähe können durch den sogenannten Leitplankeneffekt stürmische Böen auftreten.

Rückseitig der Front strömt deutlich kältere maritime Arktikluft nach Deutschland ein. Dadurch sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht zum Dienstag deutlich ab. In den zentralen Mittelgebirgen liegt sie bis zum Morgen bei rund 600 Metern, in den Alpen fällt oberhalb von etwa 800 Metern Schnee. In den Mittelgebirgen dürfte aufgrund der bereits erwärmten Böden jedoch kaum etwas liegen bleiben. Dennoch sinken die Temperaturen in höher gelegenen Tallagen örtlich unter den Gefrierpunkt. Besonders in den südwestdeutschen sowie zentralen Mittelgebirgen ist am Dienstagmorgen vereinzelt Frost möglich.

Tiefsttemperaturen für Dienstagfrüh und Mittwochfrüh in Deutschland. Vor allem in den Mittelgebirgen im Süden gibt ist örtlich leichter Frost wahrscheinlich. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Der Dienstag gestaltet sich insgesamt wechselhaft und erinnert vielerorts an typisches Aprilwetter. Besonders in den mittleren Landesteilen ziehen wiederholt Schauer durch, lokal begleitet von kurzen Gewittern. Die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrig und erreichen am Nachmittag meist nur 8 bis 14 Grad. Etwas milder könnte es lediglich entlang des Oberrheins werden.

In der Nacht zum Mittwoch lockert die Bewölkung vor allem im Süden zeitweise stärker auf. In der eingeflossenen Kaltluft sinken die Temperaturen bei schwachem Wind verbreitet auf Werte unter 5 Grad. In ungünstigen Lagen ist leichter Frost bis etwa -2 Grad möglich. Empfindliche Pflanzen sollten daher vorsorglich geschützt werden.

Abweichungen des Geopotentials für die 2. Maiwoche über Europa. Tiefes Geopotential sorgt für wechselhaftes Wetter in weiten Teilen von Zentral – und Westeuropa. Quelle: Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage

Auch im weiteren Wochenverlauf bleibt die Wetterlage unbeständig und für Mitte Mai ungewöhnlich kühl. Verantwortlich dafür ist ein über Mitteleuropa liegender Höhentrog mit eingeflossener Kaltluft, der sich wiederholt regeneriert und damit weiterhin Schauer sowie zeitweise windiges Wetter verursacht. Nach dem überwiegend trockenen bis sehr trockenen April sind die Niederschläge vielerorts jedoch willkommen. In den Nordalpen fällt in höheren Lagen weiterhin Schnee, wodurch die dortigen Gletscher vor Beginn des Sommers nochmals etwas an Masse gewinnen können. Das spätwinterlich anmutende Wetter hat somit durchaus auch positive Seiten.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/05/Turbulente-und-kuehle-Maitage-1.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-11 16:59:102026-05-11 17:00:34Turbulente und kühle Maitage

Hoch WINFRIED bestimmt das Wetter – Umstellung zum Wochenende

29. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Ein großräumiges Hochdruckgebiet namens WINFRIED prägt derzeit das Wetter in weiten Teilen Europas. Es erstreckt sich von den Britischen Inseln über Deutschland bis nach Osteuropa und bleibt auch bis einschließlich Freitag, den 1. Mai, bestimmend. Im weiteren Verlauf verlagert sich das Zentrum des Hochs schrittweise nach Osteuropa. Dadurch geraten die Tiefdruckgebiete über Westeuropa zunehmend in die Lage, sich Deutschland anzunähern. Gleichzeitig dreht die Strömung auf südliche Richtungen, sodass neben wärmerer auch feuchterer Luft herangeführt wird. In der Folge nimmt die Neigung zu Schauern und Gewittern allmählich zu.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Mittwoch den 29.04.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst. Quelle: DWD

Am heutigen Mittwoch präsentiert sich der Himmel in weiten Teilen Deutschlands wolkenlos. Lediglich am Alpenrand halten sich kompaktere Wolkenfelder, aus denen vereinzelt Schauer fallen können. Diese stehen im Zusammenhang mit der Warmfront eines Tiefs über Spanien (ZUHAL), die jedoch durch das blockierende Hoch WINFRIED kaum nach Norden vorankommt. Bei reichlich Sonnenschein steigen die Temperaturen auf 15 bis 23 Grad. Dennoch fühlt es sich verbreitet etwas kühler an, was auf einen teils kräftigen Ostwind zurückzuführen ist. Vor allem in exponierten Lagen sowie in den Hochlagen treten starke bis stürmische Böen auf. Die sehr trockene Luft begünstigt zudem eine deutliche nächtliche Auskühlung. Entsprechend sinken die Temperaturen in den Frühstunden insbesondere in der Osthälfte häufig in den Frostbereich, während es im Westen meist frostfrei bleibt.

Wetter- und Temperaturkarte, am Mittwoch 29.04.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Donnerstag liegt der Schwerpunkt des Hochs über Dänemark und dem Nordosten Deutschlands. Unter anhaltendem Hochdruckeinfluss scheint nahezu überall die Sonne, und die Temperaturen erreichen 16 bis 23 Grad. In der Mitte und im Süden bleibt der Ostwind weiterhin spürbar. In der Nacht zum Freitag lässt die Frostgefahr im Osten nach und tritt nur noch vereinzelt auf.

Wetter- und Temperaturkarte am Donnerstag, 30.04.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag, dem 1. Mai, behauptet sich Hoch WINFRIED weiterhin über Deutschland und hält störende Tiefdruckgebiete fern. Der Wind schwächt sich deutlich ab und dreht auf südöstliche Richtungen. Gleichzeitig steigen die Temperaturen weiter an: Im Westen werden verbreitet mehr als 25 Grad erreicht, womit dort ein Sommertag vorliegt. Auch in den übrigen Regionen wird es mit Höchstwerten zwischen 20 und 24 Grad angenehm warm. Insgesamt herrschen damit sehr günstige Bedingungen für Aktivitäten im Freien.

Aussichten von Freitag, den 01.05.2026 bis Sonntag den 03.05.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Zum Wochenende zeichnet sich jedoch eine Umstellung der Wetterlage ab. Wie bereits angedeutet, verlagert sich das Hoch weiter nach Osten, sodass aus südlichen Richtungen zunehmend warme und feuchtere Luft nach Deutschland gelangt. Gleichzeitig nähern sich Tiefdruckgebiete von Westen. Am Samstag überwiegt in großen Teilen des Landes noch freundliches und sommerlich warmes Wetter mit Höchstwerten bis 28 Grad. In der Westhälfte nimmt jedoch die Bewölkung im Tagesverlauf zu, und am Abend ist im äußersten Westen mit ersten Gewittern zu rechnen. Am Sonntag setzt sich die unbeständigere Witterung weiter durch: Es überwiegen die Wolken, und im Tagesverlauf entwickeln sich örtlich Schauer und Gewitter. Trotz zunehmender Bewölkung bleibt es mit 20 bis 24 Grad, im Osten lokal bis 27 Grad, weiterhin warm.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Hoch-WINFRIED-bestimmt-das-Wetter-1.png 913 1283 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-29 13:11:522026-05-11 13:38:19Hoch WINFRIED bestimmt das Wetter – Umstellung zum Wochenende

Eine Rückschau und eine Vorschau – wie bewölkt ist es über Deutschland

12. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

„Start in die neue Woche: Freundlich und im Prinzip störungsfrei“ – Obacht! – so lautete die Überschrift des Thema des Tages vom vergangenen Montag, dem 06.04.2026. Das Sturmtief Rapunzel (international Dave) welches über Britannien und Irland gezogen war, hatte letztes Wochenende mit Sturmböen, einer Kaltfront, sowie rückseitigen Schauern und Gewittern für unbeständiges Wetter in Deutschland gesorgt. Zum Wochenbeginn kündigte sich dann der Wetterumschwung an – von Westen hatte sich Hochdruckeinfluss durchgesetzt und sorgte von Montag bis in den Donnerstag hinein für eine sonnige, teils sehr milde, und trockene Witterung. Sehr eindrücklich zeigt sich die Hochdruckwetterlage im Satellitenfilm für die ersten drei Tage der vergangenen Woche.

Die Animation zeigt eine Abfolge von Satellitenbildern über Europa. Über Deutschland ist es meist wolkenlos, über dem Ostatlantik und über Osteuropa zeigen sich prägnante Wolkenbänder der Tiefdrucksysteme. (Quelle EUMETSAT)

MTG (Meteosat Third Generation) GeoColour RGB Satellitenfilm, mit Messungen von reflektiertem Sonnenlicht im sichtbaren Spektralbereich am Tag, und von der Erdoberfläche und Wolken emittierter Wärmestrahlung im Infrarotbereich in der Nacht. Der Film zeigt stündliche Messungen von Montag dem 06.04.2026 um 00:00 UTC bis Donnerstag dem 09.04.2026 um 00:00 UTC. (Quelle: EUMETSAT)

Das ehemalige Sturmtief Rapunzel/Dave zieht im Satellitenfilm als Wolkenwirbel von Finnland aus südostwärts über Osteuropa hinweg und bleibt dort mit seinem Frontensystem noch einige Tage wetterwirksam, während ein mächtiges Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik Richtung Island zieht (Kerndruck zu Beginn des Satellitenfilms um 960 hPa). Das atlantische Tief selbst, seine Kaltfront (erkennbar an dem von Nord nach Süd ausgerichteten Wolkenband), sowie der darüber liegende Höhentrog (eine im Satellitenfilm nicht direkt ersichtliche, nach Süden gerichtete Ausbeulung der Höhenströmung) kommen nur schwer gegen den Hochdruckeinfluss über Zentraleuropa an und weichen dementsprechend nach Norden und Süden aus. Bereits am Dienstag hatte sich dadurch im Zusammenhang mit einem Abtropfen in der Höhenströmung ein Tief westlich von Portugal ausgebildet (ebenfalls deutlich im Satellitenfilm erkennbar) und insbesondere in Spanien äußerst ergiebigen Regen gebracht.

Über Deutschland ist der Hochdruckeinfluss des vergangenen Wochenbeginns im Satellitenfilm sehr eindrücklich. Bis auf vereinzelte optisch dünne hohe Bewölkung sowie ein Wolkenband aus tiefer Stratusbewölkung am Dienstag im Nordosten waren die Tage verbreitet sonnig und die Nächte klar. Dementsprechend blieb es in ganz Deutschland trocken, tagsüber war es bei Temperaturen über 20 °C teils ungewöhnlich mild, insbesondere im Westen wo zudem wärmere Luft eingeflossen war. Nachts fiel die Temperatur durch die ungehinderte Ausstrahlung gebietsweise unter 0 °C.

Nun der schonungslose Vergleich mit dem morgen anstehenden Wochenbeginn. Dass bis Mittwoch für manche Regionen Deutschlands einiges an Niederschlag erwartet wird, wurde bereits im gestrigen Thema des Tages anschaulich präsentiert. Ein Teil der dort prognostizierten Regenmengen sind zwar bereits am gestrigen Samstag und heute gefallen, dennoch präsentiert sich der Himmel über Deutschland im simulierten Prognose-Satellitenfilm des europäischen IFS Modells im starken Kontrast zum vergangenen Wochenbeginn.

Die Animation zeigt analog zu der vorherigen einen Satellitenfilm über Europa. Das beschriebene Wolkenband überdeckt große Teile Deutschlands. Im gesamten Kartenausschnitt zeigen sich viele prägnante Wettersysteme in den Wolkenformationen. (Quelle ECMWF)

Simulierter Satellitenfilm für die kommenden drei Tage, in 3-Stunden-Schritten, basierend auf der simulierten Reflektivität der Wolken im europäischen IFS Modell, im sichtbaren Spektrum und unter der Annahme dass die Sonne 24/7 im Zenit steht – deshalb hier auch nachts verfügbar. (Quelle: ECMWF)

Das Wolken- und Regenband der gestern Nachtmittag von Westen hereingezogenen Kaltfront liegt heute Nacht (zu Beginn des Prognose-Satellitenfilms) über dem Süden und Osten Deutschlands und wandert – beeinflusst durch die umgebenden Wettersysteme und die Höhenströmung – zunächst vom Osten in den Westen zurück, und schlussendlich zum Mittwoch hin wieder nach Osten aus Deutschland hinaus. Einhergehend damit wandert nicht nur der Niederschlag, sondern es variieren auch die Tageshöchsttemperaturen und die nächtlichen Minimaltemperaturen – und gestalten somit den Wochenbeginn äußerst wechselhaft. Zum Mittwoch kündigt sich dann Wetterberuhigung an, es bleibt trocken und es wird wieder merklich milder – nicht nur örtlich sondern in weiten Teilen des Landes.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Eine-Rueckschau-und-eine-Vorschau-2.gif 1800 2000 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-12 22:37:392026-04-13 23:13:07Eine Rückschau und eine Vorschau – wie bewölkt ist es über Deutschland

Tiefs „Saskia“ und „Tamina“ leiten Wetterumschwung ein

9. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In den vergangenen Tagen verlagerte Hoch „Quirin“ seinen Schwerpunkt über Mitteleuropa hinweg und sorgte hierzulande für sonniges und teils sehr mildes Frühlingswetter. Bei Tageshöchstwerten bis 24 Grad im Südwesten wurde ein Sommertag (Höchstwerte von 25 Grad und höher) nur knapp verfehlt.

Am heutigen Donnerstag schwindet allmählich der Einfluss von Hoch „Quirin„, dessen Schwerpunkt sich mittlerweile über Nordwestrussland befindet. Im äußersten Nordwesten und Westen ziehen ab den Nachmittags- und Abendstunden die Ausläufer des Islandtiefs „Saskia“ auf. Zuvor scheint jedoch noch einmal bei Höchstwerten zwischen 11 Grad im Nordosten und sehr milden 24 Grad im Breisgau vielerorts die Sonne.

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Donnerstag, den 09. April 2026, 12 UTC auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 08. April 2026, 00 UTC. Quelle: DWD

Ab dem Abend können dann bereits im Westen und Nordwesten erste Schauer auftreten, die sich im Laufe der kommenden Nacht ost- bis südostwärts ausbreiten und am Freitag schließlich auch den äußersten Osten und Nordosten erreichen. Rückseitig der Ausläufer fließt kühle atlantische Meeresluft nach Deutschland. In dieser sinkt die Schneefallgrenze ab, sodass in den Mittelgebirgen sowie im nachts teils frostigen Osten und Nordosten kurzzeitig etwas nasser Schneefall auftreten kann. Glätte durch Schneematsch ist dabei aber nur gering wahrscheinlich. Ebenfalls gering wahrscheinlich sind einzelne Gewitter, die in der Nacht auftreten können.

Mit der Annäherung des Tiefausläufers nimmt zudem das Luftdruckgefälle über Deutschland etwas zu, sodass der Wind insbesondere an den Küsten stark bis stürmisch auffrischen kann. Im Laufe des Freitags lässt er aber bereits wieder nach.

Vorhersage der MOSMIX-Tageshöchsttemperatur für Freitag (links), der MOSMIX-Tiefsttemperatur für die Nacht zum Samstag (Mitte) sowie der 24-stündigen Niederschlagsvorhersage des ICON-D2-Wettermodells von Donnerstag- bis Freitagabend (rechts). Quelle: DWD

In der Nacht zum Samstag und Samstag tagsüber dominiert dann vorübergehender Zwischenhocheinfluss. Mit einer auf Süd bis Südwest drehenden Strömung fließt ein Schwall milderer Luft zu uns. Ausgangs der Nacht zum Samstag tritt in der Osthälfte zunächst aber noch einmal leichter Frost auf, verbreitet muss mit leichtem Frost in Bodennähe gerechnet werden. Zudem bildet sich gebietsweise Nebel aus, der sich am Samstag aber bei vielfachem Sonnenschein rasch wieder auflöst. Die Temperatur steigt tagsüber mit Sonnenunterstützung im Südwesten wieder auf bis zu 25 Grad an.

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Samstag, den 11. April 2026, 12 UTC auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 09. April 2026, 00 UTC. Quelle: DWD

In den Wetterkarten ist bereits heute über dem Nordatlantik eine Störung namens „Tamina“ auszumachen, die sich zügig vertieft und am Samstag der Region zwischen Irland und Island annähert. Im Laufe des Samstags kann dabei der Wind in den Leelagen der westlichen Mittelgebirge sowie im Küstenumfeld stark bis stürmisch auffrischen. Das zugehörige Frontensystem greift ab Samstagabend von Westen her auf Deutschland über und zieht mit teils schauerartigem Regen bis Sonntagabend in den Osten des Landes. Dabei fließt erneut kühlere Atlantikluft zu uns.

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Montag, den 13. April 2026, 12 UTC auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 09. April 2026, 00 UTC. Quelle: DWD

Der tiefe Luftdruck reicht am Sonntag bis zum Mittelmeer und wird am weiteren Vorankommen nach Osten hin von hohem Luftdruck blockiert. Dadurch bleibt uns auch zu Beginn der neuen Woche das wechselhafte Wetter samt kühler Luft erhalten.

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Tiefs-1.png 720 1012 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-09 16:26:082026-04-10 16:36:39Tiefs „Saskia“ und „Tamina“ leiten Wetterumschwung ein

Was ist das für ein Theater?!

27. März 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Freitag ist der „Welttag des Theaters“. Dieser wurde 1961 vom Internationalen Theaterinstitut (ITI) ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um ein weltumspannendes Netzwerk, das seit 1948 unter dem Schirm der UNESCO dem Austausch aller Theaterschaffenden dient. Der Sitz des ITI-Generalsekretariats befindet sich in Paris.

Der Begriff „Theater“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Schaustätte oder anschauen. Das Wort selbst hat dabei verschiedene Assoziationen: Es kann sowohl das Gebäude als auch eine Gruppe von Menschen, die sich der darstellenden Kunst widmet, gemeint sein. Natürlich ist zudem der Prozess des Theaterspielens damit verbunden. Meist bezeichnet „Theater“ eine szenische Darstellung, bei der die Akteure untereinander sowie mit dem Publikum in Kommunikation treten und dabei äußere Begebenheiten und innere Befindlichkeiten darlegen.

Der Ausruf „Was ist das für ein Theater?!“ beschreibt im Grunde theatralisches Verhalten beispielsweise in Form einer übertriebenen und damit künstlich wirkenden Aufregung. Es kann sich aber auch um eine schwierige oder unübersichtliche Situation handeln, in dem dieser Ausruf getätigt wird.

Manche Theaterstücke beinhalten ebenfalls chaotische Zustände oder sprunghafte Figuren. Beim Wetter scheint es sich momentan ähnlich zu verhalten. Vor wenigen Tagen und Wochen präsentierte sich das Wetter noch häufiger von seiner frühlingshaften Seite. Manche Tage waren von viel Sonnenschein und sehr milden Temperaturen geprägt. Dass wir uns noch im Monat März befinden, zeigte sich wiederum in den frostigen Nächten. Zudem traten in den Alpen hin und wieder Schneefälle auf und sorgten so für einen vorübergehenden Wintergruß.

Das Wetter in den vergangenen beiden Tagen präsentierte sich hingegen eher von seiner launischen Seite und hatte etwas von wechselhaftem Aprilwetter, was eben auch zum Frühling dazugehört.

Die Hauptrolle im ersten Akt spielte dabei am vergangenen Mittwoch das Tief MARLIS, dessen Kaltfront Deutschland von Nordwest nach Südost überquerte und dabei maritime Polarluft im Gepäck hatte. Präfrontal und an der Front selbst wehte ein lebhafter und in Böen teils stürmischer Südwestwind. An der Küste sowie auf den Bergen (vor allem Brocken und Feldberg/Schwarzwald) waren auch schwere Sturmböen und orkanartige Böen vertreten.

Maximale Windböen am Mittwoch, den 25.03.2026 (Meldezeitpunkt: Donnerstag, den 26.03.2026, 06 UTC)

Postfrontal setzte wechselhaftes Schauerwetter ein. Im Westen und Nordwesten, vereinzelt aber auch in anderen Landesteilen, traten hin und wieder Graupelgewitter auf. Vor allem in den Mittelgebirgen fielen die Niederschläge zeitweise als Schnee. Durch die nordwestliche bis nördliche Anströmung stauten sich die Schneefälle an den Alpen. Innerhalb von 24 Stunden fielen 15 bis 25 Zentimeter Neuschnee, in Staulagen kamen bis zu 40 Zentimeter zusammen. Diese Schneefälle hielten teilweise, wenn auch inzwischen in abgeschwächter Form, bis zum heutigen Freitagvormittag an.

Nach turbulenten zwei Tagen voller Spannung und Abwechslung beim Wetter beschert uns das Hoch OTTO am heutigen Freitag eine vorübergehende Wetterberuhigung. Schließlich gibt es auch bei vielen Theateraufführungen eine „Verschnaufpause“. Dazu präsentiert sich das Himmelsbild teils heiter, teils wolkig und die Höchsttemperaturen liegen verbreitet zwischen 4 und 11 Grad, nur an den Alpen und auf den Bergen ist es etwas kühler.

Bereits zum Abend leitet von Nordwesten her ein neuer Tiefausläufer den nächsten Akt ein und übernimmt zunehmend die Regie über unser Wettergeschehen. Zunächst einmal zieht ein Vorhang aus dichter Bewölkung in die Nordwesthälfte Deutschlands, bevor in der Nacht zum Samstag dann auch Regen einsetzt, der in den Hochlagen der westlichen Mittelgebirge teils als Schnee fällt. Durch die Wolken bleibt es im Nordwesten und Westen meist frostfrei, ansonsten wird es frostig. Im Süden ist gebietsweise mit mäßigem Frost zwischen -5 und -8 Grad zu rechnen.

Wettervorhersage sowie Vorhersage der nächtlichen Tiefsttemperaturen in Deutschland in der Nacht zum Samstag, den 28.03.2026

Am morgigen Samstag sorgt der Tiefausläufer in weiten Teilen des Landes für „tränenreiches“ Wetter. Dichte Bewölkung, dazu zeitweilige Regenfälle oder wiederholte Schauer, vereinzelt auch Gewitter, im höheren Bergland mitunter Schneefall – dies verspricht, ein trister Akt zu werden. Teilweise werden nur mittlere einstellige Höchsttemperaturen erreicht. Es spricht also vieles dafür, sich einen gemütlichen Tag daheim zu gönnen oder eben ins Theater zu gehen.

Anders sieht es hingegen im Südosten aus, dort kommen die Niederschläge nämlich erst in der Nacht zum Sonntag an. Bei teilweise längerem Sonnenschein sind dort Höchsttemperaturen von bis zu 12 Grad zu erwarten. Ab dem Mittag ist es auch rückseitig des Tiefausläufers, also rund um die Nordsee, zunehmend trocken und die Sonne schaut hin und wieder durch den Wolkenvorhang.

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Samstag, den 28.03.2026

Im darauffolgenden Akt „Wetter am Sonntag“ ändern sich die Hauptschauplätze. Im Südosten verbleiben die Temperaturwerte unter der 10-Grad-Marke und bei vielen Wolken treten leichte Niederschläge auf, die an den Alpen als Schnee fallen. Ansonsten klettern die Temperaturen meist auf Werte zwischen 10 und 13 Grad. Im Tagesverlauf bilden sich zunehmend Quellwolken, dennoch kann sich die Sonne auch länger zeigen. Einzelne Schauer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Zum Finale der Kurzfristvorhersage zieht zum Sonntagabend von Nordwesten her bereits der nächste Tiefausläufer mit neuen Niederschlägen auf. Damit geht eine zunehmende Windauffrischung einher. Die Niederschläge erfassen bis Montagmittag das gesamte Vorhersagegebiet. Bei wiederholten Schauern oder einzelnen Graupelgewittern, gebietsweise aber auch andauernden Regenfällen, wird womöglich das Ende der Aufführung schon herbeigesehnt. Besonders im Bergland sind zudem Schneeregen- oder Schneeschauer wahrscheinlich. Dazu weht ein böiger Nordwest- bis Westwind – kurzum: Ein spannendes und abwechslungsreiches Finale.

M.Sc (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/03/Was-ist-das-fuer-ein-Theater-1.png 908 992 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-03-27 18:05:172026-05-11 14:10:45Was ist das für ein Theater?!

Extremes Wetter in Teilen Europas

3. August 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Am 12. Juli gab es in Finnland den ersten von 22 Hitzetagen in Folge. 22 Tage lang gab es mindestens eine Station in Finnland, an der mehr als 30 Grad gemessen wurden. Den landesweiten Höchstwert innerhalb dieses Zeitraums gab es am 31.07.2025 in Oulu am Bottnischen Meerbusen mit 32,6 Grad. Wie außergewöhnlich diese Hitzewelle war, zeigt der Vergleich mit dem bisherigen Rekord. Mit 13 Hitzetagen am Stück im Juni bzw. Juli 1972 lag der alte Rekord deutlich niedriger. Am heutigen Sonntag (03.08.2025) reicht es nicht mehr für 30 Grad. Ein Sommertag von 25 Grad wird gebietsweise aber nochmal erreicht.

Verantwortlich für diese lang anhaltende Hitze war ein stabiles Hochdruckgebiet über dem Nordosten Europas, das zum einen warme Luft aus dem Süden nach Skandinavien führte und zum anderen für viel Sonnenschein sorgte, sodass die Luft sich an den langen Tagen immer wieder deutlich erwärmen konnte. Abbildung 1 zeigt die Anomalien der Temperatur in den vergangenen 30 bzw. 7 Tagen gegenüber dem Mittel 1981-2010. Die höchsten positiven Anomalien in Europa gab es jeweils in Skandinavien. In den vergangenen 30 Tagen war die Abweichung besonders in Mittelnorwegen und Nordschweden groß, in den vergangenen 7 Tagen in Finnland und dem Nordwesten Russlands. In den „hot spots“ lagen die Temperaturen in den vergangenen 30 Tagen um etwa 6 Kelvin und in den vergangenen 7 Tagen etwa 10 Kelvin über dem Mittel. Bereits am 25.07.2025 wurde in einem Thema des Tages auf die ungewöhnliche Wärme im Norden Europas eingegangen: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/7/25.html

Anomalien der 2m-Temperatur in den vergangenen 30 bzw. 7 Tagen über Europa. (Quelle:www.karstenhaustein.com/climate)

Nachdem die Wärme zuletzt also bereits etwas nach Osten abgedrängt wurde, findet in den kommenden Tagen eine weitere Ostverlagerung statt. Weniger Skandinavien, sondern der Nordwesten Russlands sind dann im Fokus der größten positiven Anomalien. Von Westen setzt sich dagegen Tiefdruckeinfluss in Skandinavien durch.

Womit wir beim nächsten Extrem wären. Ein für die Jahreszeit extrem starkes Sturmtief zieht am Montag über Schottland und den Nordteil der Nordsee nach Südnorwegen. Seinen Höhepunkt erreicht das Sturmtief FLORIS in der Nacht zum Donnerstag über dem Nordteil der Nordsee mit einem Kerndruck von wahrscheinlich etwas unter 980 Hektopascal. Das stärkste Windfeld befindet sich dabei an der Süd- und Südwestflanke des Sturms. Die Böen erreichen über dem offenen Meer und an exponierten Standorten in Schottland wahrscheinlich zum Teil mehr als 140 km/h. Entsprechend hat der Britische Wetterdienst Warnungen der zweithöchsten Stufe herausgegeben.

Animation der Windgeschwindigkeiten (Böen) in 10 Meter Höhe und des Bodendrucks für Montag und die Nacht zum Dienstag (04./05.08.2025), Modell: ICON (Quelle.DWD)

Deutschland wird von dem Sturmfeld abgeschwächt ab Montagabend erfasst. Während der Süden nicht viel davon mitbekommen wird, frischt der Wind an den Küsten deutlich auf. Montagabend ist dies zunächst an der Nordsee der Fall, in der Nacht zum Dienstag auch an der Ostsee. Am Dienstag tagsüber frischt dann auch im Norddeutschen Binnenland der Wind auf. An den Küsten erreicht der westliche Wind in Böen Stärke 8 oder 9, im Binnenland Stärke 7 oder 8. Das heißt, dass es zwar auch an den deutschen Küsten für die Jahreszeit recht windig wird. Durch die recht große Entfernung zum Sturmtief wird das ganze aber dennoch gemäßigt ablaufen.
Das Hoch im hohen Norden weicht nach Osten, ein kräftiges Sturmtief wirbelt über dem Nordwesten Europas. Beides führt im Laufe der kommenden Woche auch zu einer Änderung der eingefahrenen Wetterlage über Mitteleuropa. Ab Wochenmitte kann sich von Süden zumindest vorübergehend Hochdruckeinfluss durchsetzen und mit Winddrehung auf Südwest wird wärmere Luft nach Deutschland geführt.

Prognosekarte des Bodendrucks mit Fronten für kommenden Donnerstag, den 07.08.2025 (Quelle.DWD)

MSc.-Met.Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.08.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/08/Extremes-Wetter-in-Teilen-Europas.png 754 2044 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-08-03 10:31:592025-08-06 10:33:37Extremes Wetter in Teilen Europas

Wetterwechsel ante portas

19. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Seit etlichen Wochen sorgen Hochdruckgebiete in Deutschland für stabiles Frühlingswetter. Kurze Unterbrechungen traten dabei Anfang des Monats sowie Ende der zweiten und Anfang der dritten Aprildekade auf. Insbesondere persistente Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa sorgten dafür, dass der Atlantik quasi abgeriegelt und Tiefdruckgebiete weit nach Nord- oder Südeuropa abgelenkt wurden. Die Folge ist eine nun in einigen Landesteilen schon länger anhaltende Trockenperiode (siehe Thema des Tages vom 15.05.). Durch die Positionierung der Hochdruckgebiete westlich oder nordwestlich von Deutschland wurden allerdings keine heißen Luftmassen aus dem Mittelmeerraum oder Nordafrika herangeführt. Stattdessen hatten wir es meist mit kühleren Luftmassen aus Nordosteuropa zu tun, wobei die kräftige Maisonne diese Luftmasse zumindest tagsüber schon ordentlich erwärmen konnte. Nachts wurden jedoch oftmals nur einstellige Tiefstwerte, teilweise auch Luftfrost registriert. Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 ist der bisherige Mai mit einer Mitteltemperatur von 11,9 Grad knapp 0,5 Grad zu warm. Zieht man den Klimareferenzzeitraum 1991-2020 heran, so liegt eine negative Abweichung von circa 0,5 Grad zu Grunde. 

Aktuell wird das Wetter in Deutschland von zwei Druckgebilden beeinflusst. Zum einen von Hoch TABEA, das sich vom Nordostatlantik langsam nach Mitteleuropa ausdehnt und zum anderen von Tief LORENZ mit Kern über dem Baltikum. Das Tief sorgt am heutigen Montag im Osten und Nordosten des Landes noch für dichte Wolkenfelder, Regen fällt aber kaum noch. Immerhin gab es dort von Sonntagfrüh bis Montagfrüh in der Fläche 1 bis 5, punktuell sogar über 10 l/qm Niederschlag.
 

 

Deutschlandkarte mit den 24-stündigen Niederschlagsmengen von Sonntagfrüh, den 18.05. bis Montagfrüh, den 19.05. in l/qm 

Am morgigen Dienstag hat das Hoch dann seinen Einfluss auf weite Teile des Landes ausgeweitet und sorgt für stabiles sowie frühlingshaft warmes Wetter. Dabei stören ein paar, über der Mitte auch etwas zahlreichere Quellwolken kaum. Was beachtet werden sollte ist der UV-Index. Wir befinden uns gerade einmal einen Monat vor Sonnenhöchststand und die gesundheitliche Gefährdung durch ultraviolette Strahlung ist mittel bis hoch. 

UV-Index für Deutschland am Dienstag, den 20.05. und Mittwoch, den 21.05. 

Der äußerste Süden des Landes wird von einem Tief über dem Golf von Genau beeinflusst, das feuchte und labil geschichtete Luft heranführt. In dieser Luftmasse können vor allem mit Unterstützung der Orografie lokal über dem Südschwarzwald und den Alpen Schauer und Gewitter entstehen. Durch die langsame Zuggeschwindigkeit besteht leicht erhöhtes Starkregenpotential. 

Ab Mittwoch stellt sich die Wetterlage langsam aber sicher deutlich um. Zunächst gerät der Süden des Landes in den Einflussbereich mehrerer Höhentiefs über West- und Südeuropa. Die einfließende feuchte Luft wird zunehmend gehoben und es bilden sich vermehrt Schauer und Gewitter. Diese verlagern sich sehr langsam, wodurch der Starkregen in den Fokus gerät. In der Fläche fallen 1 bis 10, punktuell um 20 l/qm in 24 Stunden. Über Norddeutschland verstärkt sich der Druckgradient durch ein Tief über Südskandinavien. Zunächst lebt der Wind dadurch insbesondere im Küstenumfeld deutlich auf. 

Am Donnerstag ändert sich an der Druck- und Wetterkonstellation zunächst nicht viel. Schauerartige Regenfälle gibt es weiterhin im Süden und im Küstenumfeld treten bei einem lebhaften West- bis Nordwestwind einige Schauer auf. Meist gibt es dabei 1 bis 10, lokal um 15 l/qm/24 h. In einem breiten Streifen über der Mitte bleibt es freundlich. Nachdem am Mittwoch mit Ausnahme des Nordens noch verbreitet über 20 Grad erreicht werden, sind am Donnerstag maximal noch 12 bis 19 Grad zu erwarten. 

Am Freitag wird temperaturtechnisch die Talsohle diese Woche erreicht. Es stehen dann deutschlandweit lediglich noch 11 bis 17 Grad auf dem Plan. Vorwiegend im Norden und der nördlichen Mitte stehen einige Schauer sowie mitunter Graupelgewitter auf der Tagesordnung. Ein kräftiger Westwind lässt damit einen eher herbstlichen als frühlingshaften Eindruck entstehen. Auch im äußersten Süden regnet es noch etwas. Insgesamt liegen die Regenmengen im 24-stündigen Zeitraum in der Fläche überwiegend unter 10 l/qm. Über der südlichen Mitte scheint die Sonne häufiger und es bleibt trocken. 

24-stündige Niederschlagsmenge in l/qm für Mi (21.05.), Do (22.05.), und Fr (23.05.) auf Basis unterschiedlicher Wettermodelle 

Am Wochenende bleibt der wechselhafte Wettereindruck bestehen, wobei die Temperaturen wieder einen leichten Aufwärtstrend zeigen. Wiederholt fällt Regen, sodass die Trockenheit doch insgesamt gemindert werden sollte. Auch im weiteren Verlauf deutet sich an, dass immer wieder Tiefdruckgebiete vom Atlantik her mit ihren Ausläufern auf Mitteleuropa übergreifen, was wiederholte und nennenswerte Regenfälle zur Folge hätte. Akkumuliert sollen bis zum Wochenstart je nach Modell 5 bis 20, an den Alpen und an der Nordsee bis 50 l/qm (laut GFS an den Alpen um 80 l/qm) zusammenkommen. Wenig Niederschlag wird allerdings für den Osten prognostiziert, wo gebietsweise nur 1 bis 5 l/qm vorhergesagt werden. 

Akkumulierte Gesamtniederschlagsmenge in l/qm bis Anfang der kommenden Woche (Mo, 26.05.) auf Basis unterschiedlicher Wettermodelle 

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass mehrere kleine Niederschlagsereignisse in den kommenden Tagen die Dürre zumindest etwas entschärfen dürften.
 

 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
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Offenbach, den 19.05.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/05/Wetterwechsel-ante-portas-teil-1-.png 920 983 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-05-19 11:05:432025-05-23 11:11:16Wetterwechsel ante portas

Frühlingshaftes Hochdruckwetter, aber…

20. März 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Noch bestimmt Hoch „Konstantina“ das Wetter in Deutschland. Sein Schwerpunkt liegt aber mittlerweile schon östlich von uns. Von Westen drängeln sich Tiefdruckgebiete, die vorerst keine Chance haben, sich gegen das Hoch durchzusetzen. Was bestenfalls kommt, sind einige Wolkenfelder, die im Moment keinen Regen bringen. Mit einer südlichen Strömung gelangt jedoch sehr milde Luft nach Deutschland, so dass die Frostgefahr in den Nächten weiter abnimmt und die Tage frühlingshaft warm werden. 

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck vom Donnerstag den 20.03.2025. Quelle: DWD 

So lassen sich der heutige Donnerstag und der Freitag mit einem wolkenlosen oder leicht bewölkten Himmel zusammenfassen. Dabei werden Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad am Donnerstag und sogar zwischen 17 und 23 Grad am Freitag erreicht. Daher wird der Freitag der wärmste Tag der Woche sein. Lediglich an den Küsten bleibt es mit 10 bis 14 Grad kühler. In der Nacht zum Freitag tritt vor allem in der Osthälfte noch leichter Frost auf. In der Nacht zum Samstag ist die Frostgefahr aufgrund zunehmender Bewölkung noch geringer. Durchweg frostfrei bleibt es in der Westhälfte und mit bis zu 10 Grad in der Nacht auch mild. Der Wind spielt zunächst kaum eine Rolle, nimmt aber am Freitag etwas zu und weht mäßig, im Westen auch frisch aus südöstlichen Richtungen. 

Wetter und Temperatur für Donnerstag 20.03.2025 (links) und für Freitag 21.03.2025 (rechts). Quelle: DWD  

Nun wie geht es weiter, bleibt es auch so über das gesamte Wochenende? Leider nicht, denn genau ab Samstag stellt sich die Wetterlage um. Ein Tiefdruckgebiet schafft dann, sich gegen das Hoch durchzusetzen. Nur der Nordosten kann noch vom Hoch profitieren. Ansonsten wird die Luft immer feuchter und von Westen erreichen immer mehr dichtere Wolkenfelder das Land, die etwas Regen bringen können. Im Südwesten können sich am Samstagnachmittag und am Abend vereinzelte Gewitter entwickeln. Am Sonntag gibt es allgemein mehr Bewölkung und vor allem in der Mitte und im Süden fällt gebietsweise schauerartiger Regen. Die Temperaturen gehen mit 14 bis 19 Grad etwas zurück. Im äußersten Norden ist es mit 9 bis 12 Grad noch etwas kühler. Das liegt noch am kalten Wasser der Ostsee und am auflandigen Wind. Vor allem am Samstag weht ein mäßiger, im Norden starker, in Böen stürmischer Wind aus östlichen Richtungen. Zudem herrscht an den Alpen Südföhn. 

Wer kann, nutzt also diese schönen Tage, denn auch in der nächsten Woche wird das Wetter nicht das Beste sein, und die Temperaturen werden kühler sein als bisher. 

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
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Offenbach, den 20.03.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/03/Fruehlingshaftes-Hochdruckwetter-aber…-teil-1.png 910 1283 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-03-20 12:42:042025-03-22 12:49:54Frühlingshaftes Hochdruckwetter, aber…

Die Zeichen stehen auf Frühling

18. März 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Was war das doch kalt in der vergangenen Nacht im Osten Deutschlands! Im südlichen Brandenburg wurden an der Station Schipkau-Klettwitz knappe -10 Grad registriert, an der Station Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge sogar -11,2 Grad. Bereits am gestrigen Montag überquerte uns ein schwacher Tiefausläufer südwärts. Dieser brachte rückseitig einen Schwall maritimer Kaltluft aus polaren Breiten mit sich. Diese Kaltluft liegt nun unter dem Einfluss von Hoch „Konstantina“, das heute seinen Schwerpunkt nach Mitteleuropa verlagert. So stellt sich hierzulande ruhiges, meist störungsfreies Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein ein. Niederschläge sind dagegen Mangelware. Die Trockenheit, die in vielen Teilen Deutschlands seit Wochen anhält, setzt sich weiter fort.

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Dienstag, den 18. März 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 17. März 2025, 02 Uhr. 

Die Temperatur steigt im Westen und Südwesten tagsüber mit Unterstützung der kräftigen Märzsonne auf bis zu 13 Grad an, am morgigen Mittwoch werden sogar frühlingshafte 18 Grad erreicht. Dennoch zeigt sich in den Nächten, was in der trockenen Polarluft steckt. Bei klarem Himmel sinkt die Temperatur recht verbreitet in den leichten bis mäßigen Frostbereich ab. In der kommenden Nacht zum Mittwoch sind im Osten vereinzelt erneut bis zu -10 Grad nicht ausgeschlossen. 

MOSMIX-Vorhersage der Tiefstwerte für die Nacht zum Mittwoch sowie der Höchstwerte am Mittwoch, den 19. März 2025. 

Bis zum Donnerstag verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt allmählich nach Südosteuropa. Deutschland gelangt damit mehr und mehr zwischen die Stühle. Zum einen liegt Hoch „Konstantina“ dann mit seinen Schwerpunkten über Italien, der Balkanhalbinsel und dem östlichen Mittelmeer. Zum anderen findet man in Biskaya-Nähe über dem Nordostatlantik ein weiteres Tief, das vergangene Nacht international auf den Namen „Martinho“ getauft wurde. Somit dreht die Strömung bei uns auf südliche Richtungen und es kann deutlich mildere Luft aus subtropischen Breiten nach Deutschland einfließen. 

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Donnerstag, den 20. März 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 18. März 2025, 02 Uhr. 

So ganz störungsfrei bleibt das Wettergeschehen jedoch nicht. Am Donnerstag ziehen die Reste eines ehemals kräftigeren Tiefs, das international auf den Namen „Laurence“ getauft wurde, in Deutschland auf. In der Wetterkarte in Abbildung 1 lässt sich dieses über Spanien wiederfinden. Dort sorgte das Tief in den vergangenen beiden Tagen lokal für unwetterartige Regenfälle und kräftigen Wind. Bis es Deutschland erreicht, ist es nur mehr „ein Schatten seiner selbst“. So ziehen am Donnerstag vorübergehend dichtere Wolken über die Nordwesthälfte hinweg, dabei bleibt es meist aber trocken. Sonst scheint vielerorts die Sonne.

Die Temperatur klettert tagsüber noch etwas höher, im Südwesten werden bereits bis zu 20 Grad erreicht. Zudem nimmt die Frostgefahr sukzessive ab. In der Nacht zum Freitag bleibt es im Westen und Nordwesten sowie im küstennahen Binnenland frostfrei. Sonst wird nochmals leichter Frost bis -3 Grad vorhergesagt. 

MOSMIX-Vorhersage der Höchstwerte am Donnerstag, den 20. März 2025 und am Freitag, den 21. März 2025. 

Am Freitag scheint dann erneut vielerorts die Sonne, nur im Westen und Südwesten zeigen sich hohe Wolkenfelder. Die Kombination aus subtropischer Luft und kräftiger Sonne lässt die Temperatur noch ein wenig weiter klettern. Örtlich sind im Westen bis zu 23 Grad möglich. 

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Freitag, den 21. März 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 18. März 2025, 02 Uhr. 

In der Wetterkarte von Freitag lässt sich jedoch bereits erahnen, was uns im Laufe des Wochenendes erwartet. Das Tief, welches weiterhin im Bereich der Biskaya zu finden ist, schickt seinen Ausläufer nach Deutschland, der das Wochenendwetter mit dichten Wolken und etwas Regen wieder wechselhafter gestalten wird – zumindest in der Westhälfte. Die Details werden derzeit aber noch etwas ungenau von den Wettermodellen vorhergesagt. Allerdings ist bereits heute klar: Mit dem Wetterwechsel geht auch ein Rückgang der Temperaturen einher. Während am Samstag im Westen voraussichtlich noch ungewöhnlich milde 20 Grad erreicht werden können, nähern wir uns am Sonntag mit 9 bis 16 Grad etwas mehr der für die Jahreszeit üblichen Temperatur an. 

M.Sc. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.03.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/03/Die-Zeichen-stehen-auf-Fruehling-teil-1-.png 720 1012 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-03-18 12:17:072025-03-22 12:30:43Die Zeichen stehen auf Frühling

Wechselhafte Wetterwoche mit voraussichtlich ruhigem Ende

25. Februar 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

In vielen Themen des Tages der vergangenen Tage wurden die frühlingshaften Temperaturen beleuchtet. Diese lockten im Zusammenspiel mit teils längerem Sonnenschein viele Menschen ins Freie und so konnten gegebenenfalls auch bereits erste Frühjahrs-Garten-Arbeiten erledigt werden: erste Frühblüher wie Schneeglöckchen und Winterlinge bewundern, Gräser und Stauden abschneiden, Hecken, Sträucher oder Bäume stutzen oder diese gar noch entfernen. Nach dem 1. März ist das aufgrund der beginnenden Brutsaison der Vögel nämlich verboten.

In der aktuellen Woche wird das Wetter nun durch Tiefdruckgebiete bestimmt, die immer wieder Niederschläge und ab der kommenden Nacht zum Mittwoch im Bergland auch wieder häufiger Schnee mit sich bringen. Doch nun der Reihe nach…

Bereits am gestrigen Montag überquerte uns das Frontensystem von Tief PAUL bei Island und brachte von Westen Regen mit sich, der sich im Tagesverlauf und in der vergangenen Nacht ost-/südostwärts über Deutschland ausbreitete. Zuvor wurden besonders im Osten des Landes nochmals milde 13 bis 16 Grad erreicht. Während im Westen sich dann heute Morgen Auflockerungen zeigten, bildete sich andernorts in der feuchten Luft rasch dichter Nebel und der Tag startete teils sehr trüb. Nach Osten regnete es auch noch etwas und im Südwesten zogen bereits neue, dichte Wolken auf. 

 

Bodenwetterkarte mit Namen der Druckgebilde vom 25.02.2025, 00 UTC (Quelle: DWD/ FU Berlin) 

Am heutigen Dienstag hat sich nun entlang des Frontensystems von PAUL über Nordfrankreich ein Wellentief gebildet. Dieses kleinräumige Tief, das auf den Namen QUINCY getauft wurde, sorgt im Südwesten bereits seit dem frühen Vormittag für neue Regenfälle, die sich mit allmählicher Nordostverlagerung von QUINCY im weiteren Tagesverlauf nordostwärts ausbreiten und im Laufe der Nacht zum Mittwoch auch den Nordosten Deutschlands erreichen werden. Ganz im Norden bleibt es voraussichtlich noch trocken. Auf der Rückseite des Tiefs sickert im Verlauf der Nacht zum Mittwoch eine deutlich kältere Luftmasse ein, so dass der Regen vor allem im Schwarzwald und in den Alpen, gegen Mittwochfrüh auch in Hochlagen der Schwäbischen Alb, in Schnee übergeht. Anfangs wird dabei aufgrund der warmen Böden nicht viel Schnee liegen bleiben, im Nachtverlauf kühlt sich die Luft und der Boden aber voraussichtlich soweit ab, dass bis zum Morgen einige Zentimeter Neuschnee erwartet werden können. Im Südwesten und Südes des Landes frischt auf der Südflanke von QUINCY ab dem Abend zudem der Wind vorübergehend stark bis stürmisch auf.

Am Mittwoch überwiegt dichte Bewölkung und es regnet häufig, im Schwarzwald fällt bis in die Mittagsstunden Schnee, bevor die Niederschläge von Westen allmählich und zumindest vorübergehend abklingen. In den Alpen schneit es in unterschiedlicher Intensität bis in die Nacht zum Donnerstag oder sogar Donnerstag früh weiter. Vor allem im Oberallgäu und den entsprechenden Staulagen sind dann insgesamt bis etwa 20 cm Neuschnee möglich.

Zum Donnerstag bringt sich ein weiteres Tiefdruckgebiet über der südlichen Nordsee in Stellung. Tief RAINER greift dann in den Frühstunden des Donnerstages mit seinem Frontensystem, dichter Bewölkung und Niederschlägen auf den Westen über. Auch in den westlichen und zentralen, später auch in den östlichen Mittelgebirgen kann in höheren Lagen Schnee fallen, je nach Tageszeit und Intensität fällt Schnee auch bis in mittlere Lagen und kann zumindest vorübergehend für Glätte durch Schneematsch sorgen. Aufgrund der warmen Vorgeschichte und den daher warmen Böden wird abseits des Berglandes dabei aber nicht mit einer nachhaltigen Neuschneedecke zu rechnen sein.

Auch der Freitag steht noch im Zeichen von wechselhafter Witterung mit zeitweiligen, häufig schauerartigen Regen-, Schneeregen- oder Schneeschauern. Im Bergland wird es teils noch ein wenig winterlicher, größere Neuschneemengen werden aber nicht mehr erwartet.

Die Temperaturen gehen im Wochenverlauf insgesamt zurück, die sehr milden, deutlich zweistelligen Temperaturen werden am heutigen Dienstag das vorläufig letzte Mal erreicht. Die Höchstwerte der kommenden Tage liegen oftmals zwischen 5 und 10 Grad. In den Nächten muss wieder häufig mit leichtem, im Bergland teils auch mäßigem Frost gerechnet werden. Und in punkto Straßenglätte ist der Winter leider auch noch nicht vorbei – die Winterreifen sind also hoffentlich noch nicht demontiert. Tja… und auch die Gartenarbeit ruht bei diesen Aussichten vermutlich meist wieder bis zum nächsten Frühlingsvorstoß. Immerhin deutet sich für das Wochenende unter steigendem Luftdruck eine Wetterberuhigung und zumindest abseits von Nebelgebieten auch wieder mehr Sonnenschein an. 

Dipl. Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
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