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Schlagwortarchiv für: Trockenheit

Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

25. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Samstag verlagert sich Hoch NORBERT allmählich nach Südosteuropa und macht damit den Ausläufern der Tiefdruckgebiete EVELINE und FLOORA, die über Nordeuropa hinwegziehen, Platz. Damit hält vor allem in der Nordhälfte des Landes im Laufe des Wochenendes wechselhaftes Sommerwetter Einzug. In der neuen Woche bahnt sich dann eine neue Hitzewelle an. An der Südwestflanke eines umfangreichen Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über Südosteuropa kann eine heiße Luftmasse, die ihren Ursprung im Süden Spaniens hat, nach Mitteleuropa transportiert werden. Die Intensität und Andauer der Hitzewelle ich noch mit ein paar Fragezeichen zu versehen.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Mittwoch, den 29.07.2026 um 12 UTC (Quelle:DWD)

Die teils verbreitet propagierten Höchstwerte von über 40 Grad in Deutschland zeichnen sich jedoch nicht ab. Hier schießt nach wie vor das amerikanische GFS-Modell mit in der Südhälfte flächendeckend um 40, punktuell bis 44 Grad, den Vogel ab. Diese Prognosen sind in die Welt der Fabeln zu verweisen, denn kein weiteres bekanntes Wettermodell berechnet diese Spitzenwerte in der kommenden Woche. Nach derzeitigen Prognosen werden der Donnerstag und der Freitag die heißesten Tage der Woche mit Maxima zwischen 34 und 38, lokal um 39 Grad in der Südhälfte und 28 bis 34 Grad in der Nordhälfte.

Prognose des Temperaturverlaufs von Samstag, den 25.07.2026 bis Freitag, den 31.07.2026 für den Südwesten, die Mitte und den Nordosten (Quelle:DWD)

In puncto Niederschlag schaut der Südwesten weiterhin in die Röhre. In der Nordhälfte fällt vor allem am Sonntag zeitweise schauerartiger und mitunter gewittrig durchsetzter Regen und auch vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand gibt es an diesem Wochenende einzelne Schauer und Gewitter. Zum Start in die neue Woche fallen vor allem quer über der Mitte und am Alpenrand noch einzelne Schauer. Im weiteren Wochenverlauf tröpfelt es allenfalls im Norden noch ein wenig, während es sonst zunächst meist trocken bleibt. Erst in der zweiten Wochenhälfte stehen örtlich kräftige Hitzegewitter auf der Agenda. Flächendeckender Regen bleibt jedoch aus, sodass sich insbesondere im Südwesten und äußersten Westen die Trockenheit weiter verschärft.

Akkumulierter Niederschlag von Samstagmorgen, den 25.07.2026 bis Samstagmorgen, den 01.08.2026 (Quelle:DWD)

Beispielsweise fielen vom Niederrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet seit Monatsbeginn in der Fläche nur zwischen 1 und 10 l/qm und bis Monatsende zeichnen sich nur wenige weitere Liter pro Quadratmeter ab. Normalerweise summiert sich der Niederschlag dort im gesamten Juli auf 50 bis 70 l/qm.

Die ausbleibenden Niederschläge in Verbindung mit der zunehmenden Hitze und der sich damit verstärkenden Verdunstung sorgen dafür, dass die Waldbrandgefahr (Link Waldbrandgefahrenindex) in der Südhälfte wieder deutlich zunimmt und am Mittwoch bereits flächendeckend die Stufe 4 erreicht.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Gebietsweise-anhaltende-Trockenheit-und-neue-Hitze-1.png 714 1004 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-25 14:52:252026-07-28 17:21:04Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

22. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Deutschland liegt derzeit zwischen zwei wetterbestimmenden Systemen: dem weit nach Norden ausgedehnten Azorenhoch und mehreren Tiefdruckgebieten über Skandinavien und Osteuropa. Aus dieser Konstellation resultiert eine nördliche Strömung, mit der vergleichsweise kühle Meeresluft nach Deutschland gelangt. Während weite Teile Süd- und Südwesteuropas unter anhaltender Hitze leiden, bleibt Deutschland dadurch verschont.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Mittwoch den 22.07.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am heutigen Mittwoch sorgt Tief DEBORAH vor allem im Norden für viele Wolken, Schauer und einzelne kurze Gewitter. Zudem weht dort ein lebhafter Wind, an den Küsten sind auch stürmische Böen möglich. Ganz anders präsentiert sich das Wetter im Süden. Dort scheint häufig die Sonne und die Temperaturen steigen auf bis zu 28 Grad. Im übrigen Land werden 19 bis 23 Grad erreicht. In der Nacht zum Donnerstag zieht das Tief weiter nach Osten ab, während sich der Einfluss des Hochdrucks langsam bemerkbar macht. Dadurch klingen die Schauer von Westen her nach und nach ab. Lediglich im Osten treten noch einzelne Schauer auf. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 8 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Mittwoch 22.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Auch am Donnerstag bleibt das Wetter zweigeteilt. Im Osten bestimmen weiterhin Tiefdruckeinfluss mit vielen Wolken, Schauern und kurzen Gewittern das Wettergeschehen. Im äußersten Südwesten sorgt dagegen ein Ableger des Azorenhochs für überwiegend sonniges Wetter. Die Temperaturen steigen auf 19 Grad im Nordosten und bis zu 27 Grad im Südwesten. Der Wind weht mäßig, im Norden zeitweise frisch aus nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Freitag verabschieden sich schließlich auch im Osten die letzten Schauer. Danach zeigt sich der Himmel meist gering bewölkt oder klar. Örtlich können sich flache Nebelfelder bilden. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 6 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Donnerstag 23.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag setzt sich der Hochdruckeinfluss weiter durch. Im Norden halten sich zwar häufig noch dichte Wolken, in der Mitte und im Süden scheint dagegen überwiegend die Sonne. Dort wird regional wieder die 30-Grad-Marke überschritten, während es im Norden nur mäßig warm bleibt. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen.

Am Samstag erreicht von Norden eine Kaltfront Deutschland und bringt dort ab den Abendstunden schauerartigen Regen. Gleichzeitig nimmt im Süden ab dem Nachmittag das Gewitterrisiko deutlich zu. Nur in der Landesmitte bleibt es bis zum Abend überwiegend trocken. Mit Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad, im Südwesten örtlich bis 33 Grad, wird der Samstag der wärmste Tag der Woche. Kühler bleibt es lediglich an den Küsten. Am Sonntag dominieren schließlich vielerorts Wolken mit Schauern und Gewittern. Im Süden kann es zeitweise auch länger anhaltend regnen. Überwiegend trocken bleibt es voraussichtlich nur im Nordwesten.

Aussichten vom Freitag, den 24.07.2026 bis Sonntag, den 26.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Was vielerorts weiterhin fehlt, ist flächiger Regen. Trotz einzelner Schauer und Gewitter bleibt die Niederschlagsbilanz in vielen Regionen deutlich zu gering. Solange die großräumige nördliche Strömung bestehen bleibt, ist bis zum Monatsende keine Hitzewelle zu erwarten.

Ein Blick auf die großräumige Wetterentwicklung zeigt jedoch, dass sich die Lage zum Monatswechsel ändern könnte. Im Mittelmeerraum hält sich die außergewöhnliche bis extreme Hitze weiterhin. Sollte die Strömung auf südliche Richtungen drehen, könnte diese sehr warme Luft Deutschland innerhalb kurzer Zeit wieder erreichen. Die Hitze wäre dann rasch zurück.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Nordstroemung-haelt-die-Hitze-auf-Abstand-1.png 914 1282 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-22 16:01:052026-07-24 16:09:53Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

18. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die erste Hälfte des meteorologischen Sommers 2026 ist Geschichte. Nicht nur die Hitze, sondern auch die bisherige Niederschlagsbilanz sind eine Betrachtung wert. Mehrere – besonders im Südwesten des Landes ausgeprägte – Hitzewellen und teils schwere Gewitter zeichneten das Bild des bisherigen Sommers. Überregionale Niederschlagsereignisse waren die Ausnahme. Ein Blick auf die Karte des bisherigen Niederschlags seit dem 1. Juni (Abb. 1) zeigt die Regionen, in denen bisher kaum Regen fiel. Dies sind vor allem Gebiete im Südwesten und Osten des Landes. Gebietsweise fielen dort erst 30 bis 50 mm. Besonders nasse Regionen waren der Alpenrand und dessen Vorland mit örtlich mehr als 250 mm sowie die Gebiete nahe der Nordsee und im Dreiländereck Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit gebietsweise nahe 200 mm. Grundsätzlich fallen auf kleinem Raum teils große Unterschiede in der Bilanz auf. Diese sind auf kleinräumige, aber kräftige Schauer und Gewitter zurückzuführen. So fielen zum Beispiel in Bleckede-Walmsburg im Wendland gestern Abend fast 70 mm in zwei Stunden, an Nachbarstationen dagegen nicht mal 10 mm.

Abb. 1.: Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Um den gefallenen Niederschlag in ein klimatologisches Bild zu rücken, ist es sinnvoll, den gefallenen Niederschlag mit dem Niederschlag im langjährigen Mittel zu vergleichen. Dazu zeigt Abb. 2 die relative Niederschlagssumme in Prozent zum langjährigen Mittel. 100 % bedeuten dabei, dass im betrachteten Zeitraum genauso viel Niederschlag gefallen ist wie im Klimamittel. Auch auf dieser Karte fallen große Regionen des Ostens und Südwestens als deutlich trockener als üblich auf. Die 30 bis 50 mm entsprechen etwa 20 bis 50 % der üblichen Menge. Besonders nass zeigen sich neben lokalen Maxima im Süden vor allem Teile des Nordwestens und Nordens. Auffällig ist der Süden Bayerns: Absolut noch die nasseste Region Deutschlands ist es dort im Vergleich zum Mittel dennoch zu trocken gewesen. Es wurden nur 50 bis 90 Prozent des Solls erreicht.

Abb. 2.: Relative Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026 am Klimamittel für diesen Zeitraum. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Neben den Auswirkungen auf die Vegetation und damit auch die Landwirtschaft zeigt sich die Trockenheit in den großen Flüssen des Landes. Entlang des gesamten Rheins auf deutscher Seite gab es noch nie so niedrige Abflüsse im Juli seit 1900. Abseits des Hochrheins liegen die Pegel um mehr als 10 Prozent unter dem vorherigen Rekord. Auch an der Donau liegen die neuen Rekorde oft mehr als 10 Prozent unterhalb der bisherigen Julirekorde. Die Auswirkungen auf die Schifffahrt sind immens. Verantwortlich für die Rekordpegel sind nicht nur die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen. Auch der Frühling war bereits verbreitet deutlich trockener als üblich und in Bayern der trockenste seit Aufzeichnungsbeginn vor mehr als 140 Jahren. Die hohen Temperaturen sorgten zudem für eine sehr hohe Verdunstung, ein großer Teil des Niederschlags erreichte also gar nicht erst die Flüsse. Ein weiterer Faktor für Donau und Rhein ist die Schneedecke in den Nordalpen, die im Frühling und Sommer schmilzt und die entwässernden Flüsse speist. Auch hier waren die Vorzeichen ungünstig: Der zweittrockenste Winter seit 1991 in den Nordalpen und ein trockener und warmer Frühling sorgten frühzeitig für ein Schmelzen des Schnees. Auch diese Wasserquelle ist somit weitgehend versiegt.

Abb. 3.: Modellprognose des Niederschlags vom 18. bis 25.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Für ein Ende der Trockenheit bräuchte es großflächige und länger anhaltende Niederschläge. Diese Niederschläge sind allerdings nicht in Sicht. Abb. 3 zeigt die simulierten Niederschläge der kommenden sieben Tage bis zum Samstag, den 25.07.2026. Sowohl das Modell des Deutschen Wetterdienstes ICON als auch das Modell des Europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage EZMW zeigen in der Fläche keine großen Niederschläge. Am meisten Regen soll demnach am Alpenrand sowie an Nord- und Ostsee fallen. In weiten Bereichen sollen weniger als 20, häufig sogar nicht mal 10 mm fallen. Dies deckt nicht einmal die Verdunstung in diesem Zeitraum. Die Pegelstände der Flüsse werden demnach weiter auf sehr niedrigen Werten verharren.

M.Sc. Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Von-Trockenheit-und-rekordniedrigen-Wasserstaenden-1.png 1452 1195 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-18 14:51:352026-07-24 16:09:12Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

Trockenheit im Südwesten Deutschlands

10. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Der Südwesten Deutschlands erlebt derzeit eine ausgeprägte Trockenphase. Bereits im Frühjahr sorgten häufige Hochdruckwetterlagen für ein deutliches Niederschlagsdefizit. Zwar folgte auf die erste Hitzewelle Ende Mai vorübergehend eine kühlere und wechselhaftere Witterungsphase mit zahlreichen Schauern und einzelnen Gewittern, die gefallenen Niederschläge reichten jedoch bei weitem nicht aus, um das zuvor entstandene Defizit auszugleichen.

Während der anschließenden außergewöhnlich intensiven Hitzewelle Ende Juni blieb nennenswerter Regen erneut weitgehend aus. Abgesehen von einzelnen, im Flächenmittel wenig ergiebigen Gewittern fiel kaum Niederschlag. Gleichzeitig stieg bei Höchsttemperaturen von örtlich über 40 °C die Verdunstung auf ein sehr hohes Niveau. Mit dem Ende der Hitzewelle zogen zwar größere Gewitterkomplexe über Teile des Südwestens hinweg und brachten regional kräftige Regenfälle. Ein Blick auf die Bodenfeuchte zeigt jedoch, dass das Wasser vielerorts nur die obersten Bodenschichten erreichte und somit lediglich vorübergehend für Entlastung sorgte. Die tieferen Bodenschichten blieben dagegen weiterhin deutlich zu trocken.

Seit einigen Tagen hat sich über Frankreich erneut eine ausgeprägte Hitzeglocke etabliert. Während der Nordosten Deutschlands unter dem Einfluss vergleichsweise kühler Meeresluft wiederholt von Schauern und Gewittern profitierte, blieb es im Südwesten am Rand des Hochdruckgebietes bislang trocken. Die Kombination aus hohen Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und zeitweise lebhaftem Wind ließ die Verdunstung weiter ansteigen und trocknete insbesondere den Oberboden innerhalb kurzer Zeit erneut deutlich aus.

Der Bodenfeuchtemonitor zeigt einen ausgetrockneten Oberboden (0-10 cm) im Südwesten.

Ursache der wiederkehrenden Trockenphasen ist die großräumige Zirkulation über Europa. Seit dem Frühjahr etablierten sich immer wieder blockierende Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa. Diese unterbrechen oder verlagern die für Mitteleuropa typische West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, sodass niederschlagsbringende Frontensysteme häufig nach Norden oder Süden abgelenkt werden. Zwischenzeitlich gelangten zwar mit westlichen Strömungen etwas kühlere und feuchtere Luftmassen nach Deutschland, diese gingen jedoch meist nur mit schauerartigem Regen einher und brachten kaum flächendeckende, ergiebige Niederschläge. Auch großräumige Gewitterkomplexe, die im Sommer häufig für eine nachhaltigere Wasserversorgung sorgen, traten bislang nur selten auf.

Auch wenn die derzeitige Wetterlage durchaus Parallelen zum Dürresommer 2018 aufweist, ist die Situation nach aktuellem Stand noch nicht vergleichbar. Dennoch zeigen sich bereits deutliche Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit. Viele Pflanzen leiden unter Trockenstress, die Wasserstände zahlreicher Flüsse gehen zurück und die Waldbrandgefahr ist in weiten Teilen des Südwestens hoch.

Der Waldbrandgefahrenindex zeigt fast überall eine hohe Waldbrandgefahr in den nächsten Tagen.

Auch in den kommenden Tagen zeichnet sich zunächst keine grundlegende Änderung der Wetterlage ab. Es ist trocken und im Südwesten auch hochsommerlich heiß. Erst zum Ende der kommenden Woche deuten die Wettermodelle auf zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Damit würde feuchtere und zunehmend schwüle Luft nach Deutschland gelangen, wodurch das Potenzial für kräftige Schauer und Gewitter ansteigt. Im weiteren Verlauf deutet sich aus heutiger Sicht eine Rückkehr zu einer gemäßigt temperierten Westwetterlage mit zeitweiligen Niederschlägen an, sodass die Trockenheit ab dann voraussichtlich gelindert wird.

Diplom Meteorologe Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Neue-Hitze-im-Suedwesten-1.jpg 1049 1488 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-10 13:33:272026-07-14 00:05:12Trockenheit im Südwesten Deutschlands

Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

7. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Während in weiten Teilen Südwesteuropas weiterhin eine außergewöhnliche Hitzewelle das Wetter bestimmt, präsentiert sich Deutschland in den kommenden Tagen von seiner vergleichsweise angenehmen Sommerseite. Verantwortlich dafür ist eine großräumige Wetterlage mit Hoch JOCHEN im Westen und einer Tiefdruckzone über Nordeuropa. Wer seinen Urlaub derzeit auf Sizilien verbringt, kann neben hochsommerlichen Temperaturen sogar ein besonderes Naturschauspiel erleben: Der Ätna zeigt sich erneut aktiv und sorgt mit seiner Eruption für beeindruckende Bilder.

Ätna-Ausbruch vom 06.07.2026. Quelle: Alessandro Micalizzi

Die Zweiteilung des Wettergeschehens über Deutschland bleibt zunächst bestehen. Während sich Hoch JOCHEN von Südwesten her zunehmend bemerkbar macht, befindet sich der Norden und Nordosten des Landes noch im Einflussbereich von Tief BERNADETTE, das von Südnorwegen zum Baltikum zieht und sich dort mit Tief AUSYNJA vereinigt. Zum Wochenende setzt sich der Hochdruckeinfluss immer mehr durch und bleibt voraussichtlich auch darüber hinaus wetterbestimmend.

Da sich der Schwerpunkt des Hochs über den Britischen Inseln befindet, gelangt zwar warme, aber keine extrem heiße Luft nach Deutschland. Anders sieht die Lage in Frankreich und Spanien aus: Dort sorgt die eingeflossene Heißluft erneut für Spitzenwerte von über 40 Grad und eine erhebliche Wärmebelastung.

Am heutigen Dienstag zeigt sich der Himmel vor allem im Norden und Osten häufig wolkig bis stark bewölkt. Gebietsweise fällt dort auch etwas Regen. Im übrigen Land wechseln sich Sonne und Wolken ab. Die Temperaturen erreichen im Nordosten lediglich 18 bis 25 Grad, während sonst 28 bis 32 Grad und am Oberrhein örtlich bis zu 35 Grad gemessen werden. Dazu weht besonders im Norden und Osten ein frischer Nordwestwind mit starken bis stürmischen Böen. Im Küstenumfeld sowie im Bergland sind vereinzelt auch Sturmböen möglich.

Wetter- und Temperaturkarte, am Dienstag 07.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Am Mittwoch ziehen zunächst noch zahlreiche Wolkenfelder über Deutschland hinweg. Von Westen lockert die Bewölkung jedoch zunehmend auf. Regen bleibt die Ausnahme und fällt höchstens noch vereinzelt an den östlichen Alpen. Die Temperaturen ändern sich im Norden und Osten kaum, während im Südwesten mit 27 bis 32 Grad die große Hitze des Vortages bereits etwas gedämpft wird. Im Nordosten macht sich der Nordwestwind weiterhin mit starken bis stürmischen Böen bemerkbar.

Wetter- und Temperaturkarte, am Mittwoch 08.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Am Donnerstag gewinnt Hoch JOCHEN weiter an Einfluss. Zwar ziehen vielerorts noch Wolkenfelder durch, diese bleiben aber meist harmlos. Vor allem im Südwesten scheint häufig die Sonne und die Temperaturen steigen dort erneut über 30 Grad. Im übrigen Land werden angenehme 22 bis 28 Grad erreicht. Der Wind weht nur noch schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen.

Von Freitag bis Sonntag steht dann verbreitet ruhiges Sommerwetter auf dem Programm. Die Sonne zeigt sich häufiger und auch im Norden steigen die Temperaturen wieder an. Meist werden 25 bis 30 Grad erreicht, im Westen und Südwesten örtlich 32 bis 36 Grad. Lediglich an den Alpen besteht insbesondere am Samstag ein geringes Risiko für einzelne Gewitter. Der Wind spielt dabei kaum noch eine Rolle.

Aussichten vom Donnerstag, den 09.07.2026 bis Samstag, den 11.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Trotz der sommerlichen Temperaturen bleiben die Nächte vielerorts angenehm frisch. Dadurch kann in den Morgenstunden gut gelüftet werden und auch die Wärmebelastung hält sich zunächst in Grenzen. Lediglich im Südwesten steigen die nächtlichen Tiefstwerte zum Wochenende örtlich auf knapp 20 Grad an, sodass die Nächte dort zunehmend tropisch anmuten.

Worauf viele Regionen Deutschlands dagegen weiterhin vergeblich warten, ist ergiebiger Regen. Auch in den kommenden Tagen sind nennenswerte Niederschläge nicht in Sicht. Die Trockenheit setzt sich daher in Teilen des Landes fort und die Waldbrandgefahr bleibt vielerorts erhöht. Während also Südwesteuropa unter extremer Hitze leidet, profitiert Deutschland vorerst von einer deutlich gemäßigteren Sommerwitterung – allerdings um den Preis anhaltender Trockenheit.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Zwischen-Sommerhoch-und-Tiefdruckeinfluss-–-Deutschland-bleibt-von-der-grossen-Hitze-verschont-1.jpg 1365 2048 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-07 17:07:062026-07-14 00:04:24Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

Hochdruck ohne Ende

25. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit Tagen schon herrscht Hochdruckeinfluss in Deutschland. In den meisten Regionen drückt sich dieser in einem nur wenig oder gar nicht bewölktem Himmel aus. Nur im Norden hat feuchte Nordseeluft in den letzten Tagen für viele tiefe Wolken mit Hochnebelcharakter gesorgt. Regen fiel daraus aber kaum. Heute wird die eingeströmte feuchte Meeresluft von einem Tiefausläufer gehoben, was zu Quellwolken und somit zu einem Rückgang der Hochnebeldecke führt. Niederschlag ist aber weiter Mangelware.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Analyse des Bodendruckfeldes (in hPa) und der Wetterfronten sowie der den Namen der Druckzentren von Samstag, 25.04.2026 0 UTC/2 MESZ (Quelle: DWD)

Der Ausläufer gehört zu Tief YLVI mit Zentrum über Südostskandinavien. Zwischen ihr und den Hochdruckgebieten ULI, WINFRIED und VOLKER erhöht sich im Norden und Osten der Druckgradient, was in einem frischen Wind resultiert.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage des Bodendruckfeldes (in hPa) sowie den Namen der Druckzentren für Samstag, 25.04.2026 12 UTC/14 MESZ (Quelle: DWD)

Die Hochdruckgebiete, die vom Nordwesten Europas über den Westen und die Mitte bis in den Süden reichen, gewinnen bereits am Sonntag wieder die Oberhand. Die Tiefdruckgebiete YLVI und XIMENA über Nordost- und Osteuropa werden zurückgedrängt. Der Druckgradient nimmt deutlich ab und der Wind lässt nach.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage des Bodendruckfeldes (in hPa) für Sonntag, 26.04.2026 12 UTC/14 MESZ (Quelle: DWD)

Auch atlantische Störungen erreichen uns in den kommenden Tagen nicht. Der Hochdruckeinfluss ist gekommen, um zu bleiben. Erst am Dienstag zieht sich das Hoch mehr in den Westen und Norden Europas zurück. Dann kann sich über der Iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeer tiefer Luftdruck ausbreiten. Dabei wird etwas feuchtere Luft in den Süden Deutschlands geführt, was in einzelnen Schauern oder leichtem Regen im äußersten Süden und Südwesten münden kann.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage des Bodendruckfeldes (in hPa) für Dienstag, 28.04.2026 12 UTC/14 MESZ (Quelle: DWD)

Im großen Rest Deutschlands ist es weiterhin trocken. Dabei ist es im Westen und Süden immer ein paar Grad wärmer als im Norden und Osten. Denn die Luft strömt im Uhrzeigersinn um die Hochdruckgebiete herum zu uns und kommt damit überwiegend aus nördlicher Richtung. Auf dem Weg in den Süden und Westen kann sie sich dabei über Land erwärmen, während sie über die frische Nord- und Ostsee kaum Erwärmung erfährt.
Der erste Trend nach Wochenmitte zeigt weiterhin Hochdruckeinfluss. Ob dabei zum Ende der Woche mildere Luft aus Süden gewinnt oder wir weiter auf der Vorderseite in nördlicher Strömung verbleiben, ist noch ungewiss.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Hochdruck-ohne-Ende-1.jpg 727 1024 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-25 12:26:552026-05-11 13:36:51Hochdruck ohne Ende

Findet die Trockenheit ihr Ende?

11. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Das Wort Regen oder Schauer las man in den Wetterberichten im bisherigen April in Deutschland sehr selten. Umfangreiche Hochdruckgebiete sorgten hierzulande für eher trockenes und oftmals sonniges Frühlingswetter. Bereits jetzt stehen schon 60 bis 90 Sonnenstunden zu Buche. Dies bedeutet im Schnitt sechs bis neun Stunden Sonne pro Tag. Klimatologisch betrachtet wird die aufgeführte Gesamtsonnenscheindauer erst zum Ende der zweiten Aprildekade erreicht. Während also die Sonne Überstunden leistet, zeigt sich der Niederschlag fast überall von seiner sparsamen Seite. Deutschlandweit fielen seit Beginn des zweiten meteorologischen Frühlingsmonats häufig nur zwischen 1 und 10 Liter pro Quadratmeter (l/qm). Lediglich im Norden und im Umfeld der zentralen und östlichen Mittelgebirge waren es gebietsweise 10 bis 15 l/qm. Etwas aus der Reihe tanzt der Süden und Südosten Bayerns. Dort gab es in der Fläche bereits 10 bis 20, am Alpenrand örtlich bis 30 l/qm. Der meiste Niederschlag fiel dort am gestrigen Freitag.

Aus Radardaten abgeleitete Gesamtniederschlagsmenge im April bis zum heutigen Samstag

Doch nicht nur der April zeigt sich bisher von seiner trockenen Seite, sondern auch der März fiel in ganz Deutschland trockener aus als im vieljährigen Mittel (weitere Informationen hier). Hervor sticht dabei sicherlich der Osten des Landes. Dort gab es im März regional insgesamt lediglich um 10 l/qm Monatsniederschlag.

Der Vergleich der Niederschläge von Januar bis März in den Städten Hamburg, Berlin, Köln und München zeigt, dass es im Januar und März insgesamt meist trockener war als in den jeweiligen Vergleichsperioden. Anders präsentierte sich der vergangene Februar. Dieser war sehr niederschlagsreich und auch in Berlin wurden die langjährigen Mittelwerte überboten. Dennoch lässt sich konstatieren, dass es besonders in der Bundeshauptstadt in diesem Jahr bisher viel zu trocken ist.

Gemessene und klimatologische Niederschlagsmengen von Januar bis März für die Städte Hamburg, Berlin, Köln und München

Auch der Bodenfeuchteviewer offenbart deutlich, dass im Osten des Landes zumindest in den oberen Bodenschichten (10 bis 50 cm) ein leichter Trockenstress herrscht. Insbesondere in Sachsen-Anhalt ist dies selbst in tieferen Schichten noch der Fall.

Ob die Trockenheit gelindert werden kann und wie viel Niederschlag in den kommenden Tagen in Deutschland fallen soll, zeigt die folgende Karte. Hier sind auf Basis verschiedener Modelle die zu erwartenden Niederschläge vom heutigen Samstag bis Mittwochfrüh dargestellt.

Akkumulierte Gesamtniederschlagsmenge in l/qm von Samstag bis Mittwochfrüh auf Basis unterschiedlicher Wettermodelle

Niederschlag zeichnet sich für den Südwesten des Landes ab. Dort sollen nach Lesart aller Modelle 10 bis 30, laut EZMW lokal um 50 l/qm Niederschlag fallen. Ansonsten liegen die Mengen überwiegend zwischen 5 und 15, lokal um 20 l/qm. Allerdings ergibt sich kein einheitliches Bild in der Prognose und die Berechnungen gehen teilweise deutlich auseinander. Lediglich im äußersten Osten und Südosten haben alle Modelle nur wenige l/qm auf der Agenda. Die Trockenheit wird dort also kaum gelindert werden können.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.04.2026
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Die Vegetationsbrandgefahr im Frühjahr

22. März 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

„F1 – Brennt Bahndamm“ hieß es für die Feuerwehren im Haunetal bei Bad Hersfeld in Hessen am vergangenen Freitag in einer Alarmmeldung in den Mittagsstunden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich, dass nicht nur der Bahndamm sondern auch anliegendes Gestrüpp und größere Feld-/Wiesenabschnitte in Brand geraten waren. Während die Brandursache erst einmal im Unklaren blieb, kam vor allem die Frage auf, wie sich ein Vegetationsbrand so früh im Jahr bereits so groß ausdehnen konnte, denn eigentlich dachte man, dass „so etwas nur im Sommer“ passieren könne.

Vor allem im Frühjahr gibt es zunächst wenig frisches Grün, weshalb altes, trockenes gras sehr feueranfällig werden kann – bei passender Witterung.

Hier muss jedoch genauer auf den aktuellen Bewuchs geschaut werden: Während es draußen schon langsam wärmer und vor allem trockener wurde, hat die Natur gerade erst mit dem Austrieb begonnen und noch befindet sich viel altes, abgestorbenes Gras und sonstiges organisches Material in der Natur, das nur sehr zögerlich von frischem Grün ersetzt wird.

Gibt es nun, wie in den vergangenen Wochen häufig zu beobachten gewesen, kaum Niederschlag, so trocknet dieses abgestorbene Gras immer weiter aus. Dies bietet nahezu ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Vegetationsbrände, sollte es eine externe Zündquelle geben. Diese kann natürlich ein technischer Defekt, etwa an einem Zug, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder natürlich auch Vorsatz sein.

Generell neigen Vegetationsbrände vor allem im März immer häufiger dazu, sich schnell auf größere Flächen auszudehnen, da in der Vergangenheit vermehrt ein zu trockenes Frühjahr verzeichnet wurde und somit große Flächen trockenen Grases oder Gestrüpps vorhanden waren. Zwar sind die Flammenlängen dann meistens nicht so groß wie bei ausgedehnten Waldbränden im Sommer, nichtsdestotrotz erfordert es ein rasches Eingreifen von Feuerwehrkräften, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Dies gelang den Einsatzkräften im Haunetal glücklicherweise rasch, sodass größerer Schaden ausblieb.

Mit Blick auf die Vegetationsbrandgefährdung in den kommenden Tagen zeigt sich, dass sowohl der Graslandfeuerindex, als auch der Waldbrandgefahrenindex steigen und eine erhöhte Feuergefahr vorhersagen. Wichtig hierbei ist, dass es aber erst einer Zündquelle bedarf und dann lediglich das Brandpotential abgeschätzt wird.

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD steigt in den kommenden Tagen noch deutlich an und erreicht ab Dienstag regional die zweithöchste Warnstufe. Erst ab Donnerstag ist die Gefahr erstmal gebannt.

Aufgrund der anhaltenden Hochdruckwitterung bleibt es weiterhin trocken, was das Brandrisiko weiter erhöht und den Waldbrandindex am Dienstag und teils noch am Mittwoch bis auf die Stufe 4 von 5 ansteigen lässt, womit eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch der Graslandfeuerindex erreicht am Mittwoch regional die Stufe 4 von 5 und somit eine hohe Gefahr für Brände und deren (rasche) Ausbreitung.

Der Graslandfeuerindex zeigt ebenso wie der Waldbrandindex ein ansteigendes Feuerrisiko, das erst zum Donnerstag wieder absinkt.

Erst mit dem Wetterumschwung ab Mittwoch/Donnerstag sinkt die Vegetationsbrandgefahr durch aufkommende Regenfälle rasch ab. Später im Frühjahr mit Austreiben von neuem Gras und der restlichen Vegetation sollte die Brandgefahr an sich wieder sinken, sofern es nicht komplett trocken bleibt.
Wie sich das Vegetationsbrandrisiko dann im Sommer 2026 verhält, ist heute noch nicht abzusehen.

M.Sc. Meteorologe Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.03.2026
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Sonne rauf, Temperaturen runter, Niederschlag Fehlanzeige 

17. Januar 2026/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Atlantische Tiefdruckgebiete haben Anfang der Woche die Frostluft aus Deutschland ostwärts verdrängt. Sie brachten Schnee und (gefrierenden) Regen. Doch der Tiefdruckeinfluss hielt nicht lange. Bereits am heutigen Samstag dominiert bereits wieder hoher Luftdruck. Namentlich ist es Hoch CHRISTIAN über Westrussland und Osteuropa, dessen Einfluss bis nach Mitteleuropa reicht. 

Vorhersage Bodendruck mit Fronten für den 18.01.2026 13 Uhr 

Bevor wir uns aber der zukünftigen Wetterentwicklung widmen, werfen wir einen Blick auf die Niederschlagsbilanz des bisherigen meteorologischen Winters. Seit dem 01.12.2025 fiel verbreitet weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Besonders trocken war es im Osten Deutschlands. Gebietsweise fielen dort erst 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter (l/qm). Der trockenste Ort Deutschlands bis einschließlich des 16.01.2026 ist Dittfurt am Nordostrand des Harzes mit 11,5 l/qm. Nasser war es im Westen. Vergleichsweise viel Niederschlag gab es im Nordseeumfeld und am Niederrhein bzw. in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge. Dort wurden bislang 60 bis 110, in Staulagen 100 bis 200 l/qm gemessen. An Nordsee, Unterelbe und vom Niederrhein bis nach Südhessen liegen die gemessenen Niederschlagsmengen nahe des Mittelwerts des Niederschlags für die erste Winterhälfte, örtlich sogar darüber. Sonst werden häufig nur Werte um 50 % des Solls, in Vorpommern und Baden-Württemberg gebietsweise weniger als 20 % verzeichnet. 

 

Niederschlagsmengen absolut und relativ für den Zeitraum 01.12.2025 – 16.01.2026 

In den kommenden Tagen wird sich an den absoluten Zahlen mangels Niederschlags nichts ändern, die prozentualen Werte werden somit sinken. Denn Hoch CHRISTIAN führt in den nächsten Tagen trockene Luft nach Deutschland. Von örtlichem Nieseln aus Nebel oder Hochnebel heraus abgesehen, wird es deutschlandweit keinen Niederschlag geben. In der trockenen Luft steigen dafür verbreitet die Sonnenanteile. Ins Hintertreffen bezüglich Sonnenscheines geraten die tiefen Lagen des Südwestens, die Gebiete nahe der Donau und zeitweise auch der äußerste Nordwesten. Dort hält sich feuchtere Luft und entsprechend teils Nebel und Hochnebel.

Mit einer südöstlichen Bodenströmung wird nach und nach kältere Luft aus Osteuropa nach Deutschland geführt. Am heutigen Samstag liegen die Höchstwerte von Ost nach West noch zwischen 2 und 12 Grad, am kommenden Mittwoch werden wahrscheinlich 0 bis 7 Grad erreicht. Für alle Tage gilt, im Dauergrau an der Donau bleibt es etwas kälter. Auch an den Tiefstwerten lässt sich der allmähliche Luftmassenwechsel festmachen. Von +3 bis -5 Grad in der Nacht zum Sonntag geht es auf 0 bis -10 Grad in der Nacht zum Donnerstag runter. Auch für diese Werte gilt: je weiter nach Osten und Südosten desto kälter, am mildesten bleibt es im äußersten Westen und auf den Inseln.

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte zeigen die verschiedenen Wettermodelle unter auffrischendem Ostwind im Norden und Osten Deutschlands die verstärkte Zufuhr von Kaltluft, die über Osteuropa nie ausgeräumt wurde. Dann wird dort Dauerfrost sehr wahrscheinlich. Im Rest Landes hat es die Frostluft deutlich schwerer. Tiefdruckgebiete über dem Südwesten Europas halten dagegen – wie erfolgreich bleibt allerdings abzuwarten. 

 

Prognose Maxima und Minima der nächsten Tage. 

M.Sc Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.01.2026
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Deutschlandwetter im Juni 2025

2. Juli 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland. 

Besonders warme Orte im Juni 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Waghäusel-Kirrlach  Baden-Württemberg  22,0 °C  +4,2 Grad 
2  Ohlsbach  Baden-Württemberg  21,8 °C  +5,4 Grad 
3  Lahr  Baden-Württemberg  21,5 °C  +3,9 Grad 

Besonders kalte Orte im Juni 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Kahler Asten  Nordrhein-Westfalen  14,5 °C  +3,4 Grad 
2  Zinnwald-Georgenfeld  Sachsen  14,8 °C  +3,2 Grad 
3  Carlsfeld  Sachsen  15,0 °C  +3,7 Grad 

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juni 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Todtmoos  Baden-Württemberg  162,9 l/m²  109 % 
2  Siegsdorf-Höll  Bayern  145,8 l/m²  74 % 
3  Buchenbach  Baden-Württemberg  142,2 l/m²  115 % 

Besonders trockene Orte im Juni 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Hecklingen-Groß Börnecke  Sachsen-Anhalt  15,9 l/m²  28 % 
2  Etzleben  Thüringen  16,2 l/m²  25 % 
3  Potsdam  Brandenburg  16,5 l/m²  24 % 

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juni 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenschein  Anteil 
1  Waghäusel-Kirrlach  Baden-Württemberg  319 Stunden  152 % 
2  Passau-Fürstenzell  Bayern  318 Stunden  147 % 
3  Buchen, Odenwald  Baden-Württemberg  317 Stunden  152 % 

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juni 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenscheindauer  Anteil 
1  Dörpen  Niedersachsen  216 Stunden  118 % 
2  Groß Berßen  Niedersachsen  218 Stunden  119 % 
3  Friesoythe-Altenoythe  Niedersachsen  219 Stunden  113 % 

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt. 

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. 

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990). 

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent). 

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.07.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

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