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Schlagwortarchiv für: Trockenheit

Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

17. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Große Hitze und kaum Niederschlag – so gestaltete sich das Wetter vor allem im Südwesten des Landes in den vergangenen Wochen häufig. Dabei gab es in weiten Teilen des Südwestens ein großes Niederschlagsdefizit. So verzeichneten insgesamt 279 Wetterstationen im Land im Juli neue Monatsminima. Darunter auch die Station in Offenbach am Main. Und auch der August startete größtenteils sehr trocken.

Am vergangenen Wochenende und zu Wochenbeginn stellte sich die Wetterlage allerdings grundlegend um. Ein kräftiger Höhenrücken über dem östlichen Atlantik breitet sich nach Norden aus. Gleichzeitig gerät Mitteleuropa unter den Einfluss eines Troges. Damit erfassen uns von Nordwesten her immer wieder Frontensysteme, die gebietsweise für Niederschläge sorgen.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der Feuchte für Montag, den 17.08.2026. Ein Trog befindet sich über Mitteleuropa. Dabei wird feuchtere Luft herangeführt.

Am heutigen Montag treten im äußersten Süden in der dort noch verbliebenen warmen und feuchten Luftmasse vermehrt Schauer und teils kräftige Gewitter mit Starkregen auf. Örtlich kann es dabei auch zu heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen um 40 l/qm innerhalb weniger Stunden kommen. Aufgrund der trockenen Vorgeschichte und der niedrigen Pegelstände der Flüsse ist jedoch nicht mit signifikanten Auswirkungen zu rechnen.

Auch im äußersten Osten, vom Osterzgebirge bis in die Lausitz, bleiben noch Reste der feuchtwarmen Luftmasse erhalten. Dort kommt es bis in den Nachmittag hinein zu kräftigen Schauern und Gewittern. Ansonsten treten aber in der eingeflossenen mäßig warmen Luftmasse nur regional schauerartige Niederschläge auf. Nach Westen und Südwesten setzt sich im Tagesverlauf größtenteils wieder trockenes Wetter durch.

Am Dienstag kommen in Verbindung mit einem neuen Tiefdruckgebiet über der Nordsee von Nordwesten her neue Niederschläge auf. Größere Niederschlagsmengen werden dabei voraussichtlich aber zunächst nicht erreicht. Meist fallen lediglich 2 bis 10 l/qm, im Südosten und im Bereich der zentralen Mittelgebirge regional auch bis 20 l/qm erreicht. Im äußersten Südwesten bleibt es niederschlagsfrei.

Dies ändert sich jedoch ab der Wochenmitte. Dann amplifiziert sich ein Trog über Westeuropa. Damit werden vorübergehend wärmere und feuchte Luftmassen in den Süden geführt. Gleichzeitig bleibt die Nordhälfte im Einflussbereich erwärmter Polarluft. Damit kommt die Kaltfront eines Tiefs über Südskandinavien kaum noch nach Süden voran. Entlang dieser wellenden Front sind am Mittwoch und Donnerstag kräftige Niederschläge möglich. Zudem können sich südlich der Front in der warmen Subtropikluft kräftige Schauer und Gewitter ausbilden.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der pseudopotentiellen Temperatur für Mittwoch, den 19.08.2026 um 18 UTC. Vorderseitig eines Troges über Westeuropa wird warme und feuchte Luft herangeführt. Es bildet sich eine Luftmassengrenze aus.

Bezüglich der Verlagerung der Front gibt es noch einige Unsicherheiten in den Wettermodellen. Damit existieren auch noch einige Fragezeichen hinsichtlich der genauen Schwerpunkte der Niederschläge. Voraussichtlich werden die höchsten Mengen in der südlichen Mitte erwartet. Dort sind in einem Streifen von West nach Ost innerhalb von 12 Stunden durchaus 20 bis 30 l/qm zu erwarten, stellenweise auch noch etwas mehr.

In der Nordhälfte fallen die Niederschlagsmengen bis Freitagfrüh in der Fläche deutlich geringer aus. Lediglich an den Küsten und im küstennahen Binnenland sind durch den Einfluss der warmen See höhere Mengen zu erwarten.

Auch zum Wochenende hin bleibt uns das wechselhafte und teils auch recht niederschlagsreiche Wetter erhalten. Im Verlauf des Freitags könnte ein Bodentief entlang der Luftmassengrenze in einem Streifen vom Süden bis in den Nordosten neue kräftige Niederschläge auslösen. Allerdings gibt es hierzu noch große Unsicherheiten.

Insgesamt werden in dieser Woche voraussichtlich am Alpenrand, in den Mittelgebirgen, sowie an der Nordseeküste die größten Niederschlagssummen erwartet. Dort sind stellenweise über 50 l/qm möglich. Aber auch in den übrigen Landesteilen sind häufig 10 bis 30 l/qm wahrscheinlich.

Die prognostizierten, akkumulierten Niederschläge bis einschließlich Freitag, den 21.08.2026. Am meisten Niederschlag fällt voraussichtlich am Alpenrand und entlang der Nordsee.

Die aufkommenden Niederschläge dürften somit in weiten Teilen des Landes zumindest für eine Linderung der Trockenheit sorgen.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Erwartet-uns-nun-der-langersehnte-1.png 544 1106 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-17 14:25:212026-08-18 11:44:26Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

Waldbrandwetter

15. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Temperaturen der aktuellen Hitzewelle von bis zu 39 Grad (14.08.2026 in Rheinfelden) finden derzeit kaum noch Beachtung. Dabei waren die gestrigen Höchstwerte gebietsweise höher als die Rekorde vor diesem Sommer. Bleiben wir beim Beispiel Rheinfelden im Südwesten von Baden-Württemberg. Die 39,0 Grad vom gestrigen Freitag wären dort ein neuer Allzeitrekord gewesen, wären da nicht die 40,0 Grad vom 30.07. dieses Jahres. Anders als bei den vorherigen Hitzewellen stehen diesmal die Waldbrände im Fokus, die in Deutschland und weiteren Ländern Europas (z. B. in Belgien, Österreich und Großbritannien) ausgebrochen sind.

Grundlage für die gefährliche Situation ist die sehr trockene und heiße Witterung der letzten Monate. Der fehlende Niederschlag und die hohe Verdunstung haben zu ausgetrockneten Böden und teils vertrockneter Vegetation geführt. Die extreme Vorgeschichte lässt sich an den großen Flüssen Deutschlands ablesen. Rekordniedrige Abflüsse für diese Jahreszeit und zum Teil auch Allzeitrekorde bezeugen eindrücklich die hydrologische Ausnahmesituation.

Relative Niederschlagssumme des bisherigen Sommers im Vergleich zum Klimamittel für denselben Zeitraum. (Quelle: DWD)

Kurzfristig kamen weitere förderliche meteorologische Bedingungen für potenziell sehr gefährliche Waldbrände hinzu. Im angloamerikanischen Raum, wo Waldbrände ein häufigeres Phänomen darstellen, gibt es hierfür die einprägsame 30-30-30-Regel. Sie bezieht sich auf drei meteorologische Parameter und besagt, dass besonders gefährliches „Waldbrandwetter“ herrscht, wenn Folgendes gilt: Lufttemperatur über 30 Grad, relative Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent und eine mittlere Windgeschwindigkeit von über 30 km/h. Die hohen Lufttemperaturen gepaart mit der Sonneneinstrahlung sorgen für eine hohe Temperatur der Vegetation, die niedrige Luftfeuchtigkeit „saugt“ die verbliebene Feuchtigkeit besonders effektiv aus Boden, Pflanzen und ihren Blättern. Der Wind führt die verdunstete Feuchtigkeit rasch ab und führt einem bereits bestehenden Brand besonders gut Sauerstoff zu. Zusätzlich wird Glut verfrachtet und kann neue Brände entfachen.

Seit Donnerstag werden die ersten beiden Bedingungen in den Nachmittagsstunden in Deutschland verbreitet erreicht. Bei Temperaturen um 36 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit von gebietsweise um 15 Prozent. Der Wind erreichte zwar im Mittel nicht 30 km/h, die Böen lagen jedoch gebietsweise über 30 km/h und in der Praxis hat sich gezeigt, dass bereits wiederholte Böen in dieser Stärke für eine deutliche Verschärfung von Waldbränden sorgen.

Temperatur, rel. Luftfeuchtigkeit und Windböen am 14.08.2026 um 17 Uhr MESZ. (Quelle: DWD)

Besonders große Waldbrände gibt es seit gestern in der Eifel und im Hohen Venn in Belgien. Der Rauch dieser Brände war heute auch auf den Satellitenbildern deutlich sichtbar. Die Rauchfahne zog sich von der Eifel in einem Bogen über Hessen und Thüringen bis in den Norden Sachsen-Anhalts.

Satellitenbilder vom frühen Vormittag des 15.08.2026. Links: Wolkentyp eingefärbt mit RGB-Farben, rechts: Echtfarben-Bild. (Quelle: DWD)

Nach dem heutigen Tag entspannen sich die meteorologischen Bedingungen für gefährliche Waldbrände etwas. Es wird kühler und die Luftfeuchtigkeit nimmt deutlich zu. Es gibt zwar auch Niederschläge, doch fallen diese wahrscheinlich nur lokal ergiebig aus. Eine Ausnahme könnte der Süden und Südosten Bayerns sein, wo ab der Nacht zum Montag länger anhaltende Niederschläge wahrscheinlich sind.

M.Sc Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Waldbrandwetter-1.png 2489 2030 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-15 16:21:492026-08-17 12:37:00Waldbrandwetter

Schweißtreibender QUIRIAKUS

6. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Es hätte so schön sein können. Nachdem Tief JUSTINE kühlere Luft zu uns geschaufelt hat, wäre die Freude über eine längere Phase mit Höchstwerten unter 30 °C sicherlich groß gewesen. Höchstwerte von knapp unter 30 °C im August werden eigentlich als „sehr warm“ bezeichnet. In diesem Ausnahmesommer ist man aber geneigt, dafür den Ausdruck „kühl“ zu verwenden. Neben den „kühleren“ Temperaturen stand auf der einen oder anderen sommerlichen Wunschliste sicherlich auch ein schöner Landregen. Der hätte nicht nur die Vegetation mit dringend benötigtem Wasser versorgen, sondern ebenso – wenn auch mit einer gewissen Verzögerung – die Flusspegel ansteigen lassen können.

Bodendruck- und Frontenvorhersagekarte für Freitag, 07.08.2026, 12 UTC (Basis: ICON von Donnerstag, 06.08.2026, 00 UTC + 36)

Beim Blick auf die kommenden Tage zeichnet sich in den Vorhersagemodellen allerdings ein deutlich anderer Ablauf an. Von Westen schiebt sich das Hoch QUIRIAKUS zu uns nach Mitteleuropa (Abbildung 1), schon am Wochenende wandert es dann weiter nach Polen. Da sich dann zudem über der Iberischen Halbinsel ein Tiefdruckgebiet etabliert, kann zwischen den beiden Druckgebilden von Süden bzw. Südwesten wieder wärmere Luft advehiert werden.

Prognostizierte Höchsttemperaturen für Samstag 08.09.2026 (links) und Sonntag, 09.08.2026 (rechts); beides nach MOSMIX

Damit steigen die Temperaturen wieder an. Dies zeigt die Abbildung 2. Die hier dargestellten Ergebnisse basieren auf MOSMIX, einem auf dem DWD-Modell ICON und dem Modell IFS des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage basierenden Kombiprodukt, bei den die Ergebnisse nochmal statistisch überarbeitet werden. Während am Samstag bei den Höchsttemperaturen in Deutschland bei 32 °C meist Schluss ist (im Raum Mannheim/Ludwigshafen werden Temperaturen jenseits der 32 °C-Marke ganz vorsichtig angedeutet), stößt die 32 °C-Isotherme am Sonntag schon wieder bis in den Raum Berlin und nach Hannover vor. Dann kann es im Rhein-Main-Gebiet, am Neckar und an einigen Rheinabschnitten auch schon wieder an die 35 °C warm werden. Und während die Nordosthälfte am Samstag wohl noch fast überall Spitzenwerte unter 28 °C aufweisen wird, gilt dies am Sonntag nur noch für das Küstenumfeld. Damit dürfte QUIRIAKUS für einige Schweißtropfen sorgen.

Neben den hohen Temperaturen droht auch wieder ein trockenes Wochenende. Es gibt nur geringe Chancen auf ein paar Tropfen, am größten sind diese in und an den Alpen, an den Küsten und im Südwesten. Als Hochdruckgebiet sorgt QUIRIAKUS für Absinken und Wolkenauflösung, und auch wenn ihm aus der Höhe die dynamische Unterstützung durch einen Höhenrücken fehlt, so zeigt sich doch sehr oft die Sonne.

UV-Index (links) und Waldbrandgefahrenindex (rechts) für Samstag, 08.08.2026

Das bildet sich auch in weiteren DWD-Produkten ab, beispielsweise im UV-Index oder im Waldbrandgefahrenindex (WBI), beide in Abbildung 3 zu sehen. Der UV-Index, in der Abbildung 3 auf der linken Seite dargestellt, ist im Süden höher als im Norden, weil sich am Samstag auf der Nordflanke des Hochs in den Norden ein paar Wolkenfelder schieben. Am Sonntag dürfte der UV-Index dann etwas gleichmäßiger verteilt sein, wenngleich man abwarten muss, wie stark sich die hohen Wolkenfelder, die von den Modellen simuliert werden, letztendlich bemerkbar machen. Auf der rechten Seite der Abbildung 3 findet sich dann der WBI für Samstag. Mit niedrigen Werten heben sich der Südosten sowie größere Teile des Nordostens hervor, also die Regionen, die in den vergangenen sieben Tagen recht viel Niederschlag abbekommen haben. Perspektivisch sollten diese Werte aber wieder ansteigen, da – wie gesagt – kaum Regen zu erwarten ist. Folglich könnte im Süden und in der Mitte, wo der WBI schon aktuell mit Stufe vier auf der zweithöchsten Stufe rangiert, auch wieder die Stufe 5 erreicht werden.

Höchsttemperatur (oben) sowie Niederschlag (unten) für Wiesbaden für die kommenden 10 Tage, jeweils mit statistischen Unsicherheitsintervallen

Das dies nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, sieht man in Abbildung 4. Sie zeigt für Wiesbaden die erwartete Temperaturentwicklung in rot (oben) sowie die erwarteten Niederschläge (unten), jeweils mit den dazugehörigen Unsicherheitsintervallen. Schwache Niederschlagssignale zeigen sich nur aus dem Sonntag heraus und zu Beginn der Woche. Dazu pendeln die Höchstwerte wieder um 30 °C, teils kratzen sie sogar an der 35 °C-Marke. Im Vorteil ist diesbezüglich der Norden, dort wird es nicht ganz so heiß.

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Schweisstreibender-QUIRIAKUS-1.png 514 724 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-06 17:17:412026-08-06 17:19:52Schweißtreibender QUIRIAKUS

Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

25. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Samstag verlagert sich Hoch NORBERT allmählich nach Südosteuropa und macht damit den Ausläufern der Tiefdruckgebiete EVELINE und FLOORA, die über Nordeuropa hinwegziehen, Platz. Damit hält vor allem in der Nordhälfte des Landes im Laufe des Wochenendes wechselhaftes Sommerwetter Einzug. In der neuen Woche bahnt sich dann eine neue Hitzewelle an. An der Südwestflanke eines umfangreichen Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über Südosteuropa kann eine heiße Luftmasse, die ihren Ursprung im Süden Spaniens hat, nach Mitteleuropa transportiert werden. Die Intensität und Andauer der Hitzewelle ich noch mit ein paar Fragezeichen zu versehen.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Mittwoch, den 29.07.2026 um 12 UTC (Quelle:DWD)

Die teils verbreitet propagierten Höchstwerte von über 40 Grad in Deutschland zeichnen sich jedoch nicht ab. Hier schießt nach wie vor das amerikanische GFS-Modell mit in der Südhälfte flächendeckend um 40, punktuell bis 44 Grad, den Vogel ab. Diese Prognosen sind in die Welt der Fabeln zu verweisen, denn kein weiteres bekanntes Wettermodell berechnet diese Spitzenwerte in der kommenden Woche. Nach derzeitigen Prognosen werden der Donnerstag und der Freitag die heißesten Tage der Woche mit Maxima zwischen 34 und 38, lokal um 39 Grad in der Südhälfte und 28 bis 34 Grad in der Nordhälfte.

Prognose des Temperaturverlaufs von Samstag, den 25.07.2026 bis Freitag, den 31.07.2026 für den Südwesten, die Mitte und den Nordosten (Quelle:DWD)

In puncto Niederschlag schaut der Südwesten weiterhin in die Röhre. In der Nordhälfte fällt vor allem am Sonntag zeitweise schauerartiger und mitunter gewittrig durchsetzter Regen und auch vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand gibt es an diesem Wochenende einzelne Schauer und Gewitter. Zum Start in die neue Woche fallen vor allem quer über der Mitte und am Alpenrand noch einzelne Schauer. Im weiteren Wochenverlauf tröpfelt es allenfalls im Norden noch ein wenig, während es sonst zunächst meist trocken bleibt. Erst in der zweiten Wochenhälfte stehen örtlich kräftige Hitzegewitter auf der Agenda. Flächendeckender Regen bleibt jedoch aus, sodass sich insbesondere im Südwesten und äußersten Westen die Trockenheit weiter verschärft.

Akkumulierter Niederschlag von Samstagmorgen, den 25.07.2026 bis Samstagmorgen, den 01.08.2026 (Quelle:DWD)

Beispielsweise fielen vom Niederrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet seit Monatsbeginn in der Fläche nur zwischen 1 und 10 l/qm und bis Monatsende zeichnen sich nur wenige weitere Liter pro Quadratmeter ab. Normalerweise summiert sich der Niederschlag dort im gesamten Juli auf 50 bis 70 l/qm.

Die ausbleibenden Niederschläge in Verbindung mit der zunehmenden Hitze und der sich damit verstärkenden Verdunstung sorgen dafür, dass die Waldbrandgefahr (Link Waldbrandgefahrenindex) in der Südhälfte wieder deutlich zunimmt und am Mittwoch bereits flächendeckend die Stufe 4 erreicht.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Gebietsweise-anhaltende-Trockenheit-und-neue-Hitze-1.png 714 1004 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-25 14:52:252026-07-28 17:21:04Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

22. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Deutschland liegt derzeit zwischen zwei wetterbestimmenden Systemen: dem weit nach Norden ausgedehnten Azorenhoch und mehreren Tiefdruckgebieten über Skandinavien und Osteuropa. Aus dieser Konstellation resultiert eine nördliche Strömung, mit der vergleichsweise kühle Meeresluft nach Deutschland gelangt. Während weite Teile Süd- und Südwesteuropas unter anhaltender Hitze leiden, bleibt Deutschland dadurch verschont.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Mittwoch den 22.07.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am heutigen Mittwoch sorgt Tief DEBORAH vor allem im Norden für viele Wolken, Schauer und einzelne kurze Gewitter. Zudem weht dort ein lebhafter Wind, an den Küsten sind auch stürmische Böen möglich. Ganz anders präsentiert sich das Wetter im Süden. Dort scheint häufig die Sonne und die Temperaturen steigen auf bis zu 28 Grad. Im übrigen Land werden 19 bis 23 Grad erreicht. In der Nacht zum Donnerstag zieht das Tief weiter nach Osten ab, während sich der Einfluss des Hochdrucks langsam bemerkbar macht. Dadurch klingen die Schauer von Westen her nach und nach ab. Lediglich im Osten treten noch einzelne Schauer auf. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 8 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Mittwoch 22.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Auch am Donnerstag bleibt das Wetter zweigeteilt. Im Osten bestimmen weiterhin Tiefdruckeinfluss mit vielen Wolken, Schauern und kurzen Gewittern das Wettergeschehen. Im äußersten Südwesten sorgt dagegen ein Ableger des Azorenhochs für überwiegend sonniges Wetter. Die Temperaturen steigen auf 19 Grad im Nordosten und bis zu 27 Grad im Südwesten. Der Wind weht mäßig, im Norden zeitweise frisch aus nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Freitag verabschieden sich schließlich auch im Osten die letzten Schauer. Danach zeigt sich der Himmel meist gering bewölkt oder klar. Örtlich können sich flache Nebelfelder bilden. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 6 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Donnerstag 23.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag setzt sich der Hochdruckeinfluss weiter durch. Im Norden halten sich zwar häufig noch dichte Wolken, in der Mitte und im Süden scheint dagegen überwiegend die Sonne. Dort wird regional wieder die 30-Grad-Marke überschritten, während es im Norden nur mäßig warm bleibt. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen.

Am Samstag erreicht von Norden eine Kaltfront Deutschland und bringt dort ab den Abendstunden schauerartigen Regen. Gleichzeitig nimmt im Süden ab dem Nachmittag das Gewitterrisiko deutlich zu. Nur in der Landesmitte bleibt es bis zum Abend überwiegend trocken. Mit Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad, im Südwesten örtlich bis 33 Grad, wird der Samstag der wärmste Tag der Woche. Kühler bleibt es lediglich an den Küsten. Am Sonntag dominieren schließlich vielerorts Wolken mit Schauern und Gewittern. Im Süden kann es zeitweise auch länger anhaltend regnen. Überwiegend trocken bleibt es voraussichtlich nur im Nordwesten.

Aussichten vom Freitag, den 24.07.2026 bis Sonntag, den 26.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Was vielerorts weiterhin fehlt, ist flächiger Regen. Trotz einzelner Schauer und Gewitter bleibt die Niederschlagsbilanz in vielen Regionen deutlich zu gering. Solange die großräumige nördliche Strömung bestehen bleibt, ist bis zum Monatsende keine Hitzewelle zu erwarten.

Ein Blick auf die großräumige Wetterentwicklung zeigt jedoch, dass sich die Lage zum Monatswechsel ändern könnte. Im Mittelmeerraum hält sich die außergewöhnliche bis extreme Hitze weiterhin. Sollte die Strömung auf südliche Richtungen drehen, könnte diese sehr warme Luft Deutschland innerhalb kurzer Zeit wieder erreichen. Die Hitze wäre dann rasch zurück.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Nordstroemung-haelt-die-Hitze-auf-Abstand-1.png 914 1282 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-22 16:01:052026-07-24 16:09:53Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

18. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die erste Hälfte des meteorologischen Sommers 2026 ist Geschichte. Nicht nur die Hitze, sondern auch die bisherige Niederschlagsbilanz sind eine Betrachtung wert. Mehrere – besonders im Südwesten des Landes ausgeprägte – Hitzewellen und teils schwere Gewitter zeichneten das Bild des bisherigen Sommers. Überregionale Niederschlagsereignisse waren die Ausnahme. Ein Blick auf die Karte des bisherigen Niederschlags seit dem 1. Juni (Abb. 1) zeigt die Regionen, in denen bisher kaum Regen fiel. Dies sind vor allem Gebiete im Südwesten und Osten des Landes. Gebietsweise fielen dort erst 30 bis 50 mm. Besonders nasse Regionen waren der Alpenrand und dessen Vorland mit örtlich mehr als 250 mm sowie die Gebiete nahe der Nordsee und im Dreiländereck Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit gebietsweise nahe 200 mm. Grundsätzlich fallen auf kleinem Raum teils große Unterschiede in der Bilanz auf. Diese sind auf kleinräumige, aber kräftige Schauer und Gewitter zurückzuführen. So fielen zum Beispiel in Bleckede-Walmsburg im Wendland gestern Abend fast 70 mm in zwei Stunden, an Nachbarstationen dagegen nicht mal 10 mm.

Abb. 1.: Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Um den gefallenen Niederschlag in ein klimatologisches Bild zu rücken, ist es sinnvoll, den gefallenen Niederschlag mit dem Niederschlag im langjährigen Mittel zu vergleichen. Dazu zeigt Abb. 2 die relative Niederschlagssumme in Prozent zum langjährigen Mittel. 100 % bedeuten dabei, dass im betrachteten Zeitraum genauso viel Niederschlag gefallen ist wie im Klimamittel. Auch auf dieser Karte fallen große Regionen des Ostens und Südwestens als deutlich trockener als üblich auf. Die 30 bis 50 mm entsprechen etwa 20 bis 50 % der üblichen Menge. Besonders nass zeigen sich neben lokalen Maxima im Süden vor allem Teile des Nordwestens und Nordens. Auffällig ist der Süden Bayerns: Absolut noch die nasseste Region Deutschlands ist es dort im Vergleich zum Mittel dennoch zu trocken gewesen. Es wurden nur 50 bis 90 Prozent des Solls erreicht.

Abb. 2.: Relative Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026 am Klimamittel für diesen Zeitraum. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Neben den Auswirkungen auf die Vegetation und damit auch die Landwirtschaft zeigt sich die Trockenheit in den großen Flüssen des Landes. Entlang des gesamten Rheins auf deutscher Seite gab es noch nie so niedrige Abflüsse im Juli seit 1900. Abseits des Hochrheins liegen die Pegel um mehr als 10 Prozent unter dem vorherigen Rekord. Auch an der Donau liegen die neuen Rekorde oft mehr als 10 Prozent unterhalb der bisherigen Julirekorde. Die Auswirkungen auf die Schifffahrt sind immens. Verantwortlich für die Rekordpegel sind nicht nur die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen. Auch der Frühling war bereits verbreitet deutlich trockener als üblich und in Bayern der trockenste seit Aufzeichnungsbeginn vor mehr als 140 Jahren. Die hohen Temperaturen sorgten zudem für eine sehr hohe Verdunstung, ein großer Teil des Niederschlags erreichte also gar nicht erst die Flüsse. Ein weiterer Faktor für Donau und Rhein ist die Schneedecke in den Nordalpen, die im Frühling und Sommer schmilzt und die entwässernden Flüsse speist. Auch hier waren die Vorzeichen ungünstig: Der zweittrockenste Winter seit 1991 in den Nordalpen und ein trockener und warmer Frühling sorgten frühzeitig für ein Schmelzen des Schnees. Auch diese Wasserquelle ist somit weitgehend versiegt.

Abb. 3.: Modellprognose des Niederschlags vom 18. bis 25.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Für ein Ende der Trockenheit bräuchte es großflächige und länger anhaltende Niederschläge. Diese Niederschläge sind allerdings nicht in Sicht. Abb. 3 zeigt die simulierten Niederschläge der kommenden sieben Tage bis zum Samstag, den 25.07.2026. Sowohl das Modell des Deutschen Wetterdienstes ICON als auch das Modell des Europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage EZMW zeigen in der Fläche keine großen Niederschläge. Am meisten Regen soll demnach am Alpenrand sowie an Nord- und Ostsee fallen. In weiten Bereichen sollen weniger als 20, häufig sogar nicht mal 10 mm fallen. Dies deckt nicht einmal die Verdunstung in diesem Zeitraum. Die Pegelstände der Flüsse werden demnach weiter auf sehr niedrigen Werten verharren.

M.Sc. Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Von-Trockenheit-und-rekordniedrigen-Wasserstaenden-1.png 1452 1195 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-18 14:51:352026-07-24 16:09:12Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

Trockenheit im Südwesten Deutschlands

10. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Der Südwesten Deutschlands erlebt derzeit eine ausgeprägte Trockenphase. Bereits im Frühjahr sorgten häufige Hochdruckwetterlagen für ein deutliches Niederschlagsdefizit. Zwar folgte auf die erste Hitzewelle Ende Mai vorübergehend eine kühlere und wechselhaftere Witterungsphase mit zahlreichen Schauern und einzelnen Gewittern, die gefallenen Niederschläge reichten jedoch bei weitem nicht aus, um das zuvor entstandene Defizit auszugleichen.

Während der anschließenden außergewöhnlich intensiven Hitzewelle Ende Juni blieb nennenswerter Regen erneut weitgehend aus. Abgesehen von einzelnen, im Flächenmittel wenig ergiebigen Gewittern fiel kaum Niederschlag. Gleichzeitig stieg bei Höchsttemperaturen von örtlich über 40 °C die Verdunstung auf ein sehr hohes Niveau. Mit dem Ende der Hitzewelle zogen zwar größere Gewitterkomplexe über Teile des Südwestens hinweg und brachten regional kräftige Regenfälle. Ein Blick auf die Bodenfeuchte zeigt jedoch, dass das Wasser vielerorts nur die obersten Bodenschichten erreichte und somit lediglich vorübergehend für Entlastung sorgte. Die tieferen Bodenschichten blieben dagegen weiterhin deutlich zu trocken.

Seit einigen Tagen hat sich über Frankreich erneut eine ausgeprägte Hitzeglocke etabliert. Während der Nordosten Deutschlands unter dem Einfluss vergleichsweise kühler Meeresluft wiederholt von Schauern und Gewittern profitierte, blieb es im Südwesten am Rand des Hochdruckgebietes bislang trocken. Die Kombination aus hohen Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und zeitweise lebhaftem Wind ließ die Verdunstung weiter ansteigen und trocknete insbesondere den Oberboden innerhalb kurzer Zeit erneut deutlich aus.

Der Bodenfeuchtemonitor zeigt einen ausgetrockneten Oberboden (0-10 cm) im Südwesten.

Ursache der wiederkehrenden Trockenphasen ist die großräumige Zirkulation über Europa. Seit dem Frühjahr etablierten sich immer wieder blockierende Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa. Diese unterbrechen oder verlagern die für Mitteleuropa typische West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, sodass niederschlagsbringende Frontensysteme häufig nach Norden oder Süden abgelenkt werden. Zwischenzeitlich gelangten zwar mit westlichen Strömungen etwas kühlere und feuchtere Luftmassen nach Deutschland, diese gingen jedoch meist nur mit schauerartigem Regen einher und brachten kaum flächendeckende, ergiebige Niederschläge. Auch großräumige Gewitterkomplexe, die im Sommer häufig für eine nachhaltigere Wasserversorgung sorgen, traten bislang nur selten auf.

Auch wenn die derzeitige Wetterlage durchaus Parallelen zum Dürresommer 2018 aufweist, ist die Situation nach aktuellem Stand noch nicht vergleichbar. Dennoch zeigen sich bereits deutliche Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit. Viele Pflanzen leiden unter Trockenstress, die Wasserstände zahlreicher Flüsse gehen zurück und die Waldbrandgefahr ist in weiten Teilen des Südwestens hoch.

Der Waldbrandgefahrenindex zeigt fast überall eine hohe Waldbrandgefahr in den nächsten Tagen.

Auch in den kommenden Tagen zeichnet sich zunächst keine grundlegende Änderung der Wetterlage ab. Es ist trocken und im Südwesten auch hochsommerlich heiß. Erst zum Ende der kommenden Woche deuten die Wettermodelle auf zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Damit würde feuchtere und zunehmend schwüle Luft nach Deutschland gelangen, wodurch das Potenzial für kräftige Schauer und Gewitter ansteigt. Im weiteren Verlauf deutet sich aus heutiger Sicht eine Rückkehr zu einer gemäßigt temperierten Westwetterlage mit zeitweiligen Niederschlägen an, sodass die Trockenheit ab dann voraussichtlich gelindert wird.

Diplom Meteorologe Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Neue-Hitze-im-Suedwesten-1.jpg 1049 1488 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-10 13:33:272026-07-14 00:05:12Trockenheit im Südwesten Deutschlands

Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

7. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Während in weiten Teilen Südwesteuropas weiterhin eine außergewöhnliche Hitzewelle das Wetter bestimmt, präsentiert sich Deutschland in den kommenden Tagen von seiner vergleichsweise angenehmen Sommerseite. Verantwortlich dafür ist eine großräumige Wetterlage mit Hoch JOCHEN im Westen und einer Tiefdruckzone über Nordeuropa. Wer seinen Urlaub derzeit auf Sizilien verbringt, kann neben hochsommerlichen Temperaturen sogar ein besonderes Naturschauspiel erleben: Der Ätna zeigt sich erneut aktiv und sorgt mit seiner Eruption für beeindruckende Bilder.

Ätna-Ausbruch vom 06.07.2026. Quelle: Alessandro Micalizzi

Die Zweiteilung des Wettergeschehens über Deutschland bleibt zunächst bestehen. Während sich Hoch JOCHEN von Südwesten her zunehmend bemerkbar macht, befindet sich der Norden und Nordosten des Landes noch im Einflussbereich von Tief BERNADETTE, das von Südnorwegen zum Baltikum zieht und sich dort mit Tief AUSYNJA vereinigt. Zum Wochenende setzt sich der Hochdruckeinfluss immer mehr durch und bleibt voraussichtlich auch darüber hinaus wetterbestimmend.

Da sich der Schwerpunkt des Hochs über den Britischen Inseln befindet, gelangt zwar warme, aber keine extrem heiße Luft nach Deutschland. Anders sieht die Lage in Frankreich und Spanien aus: Dort sorgt die eingeflossene Heißluft erneut für Spitzenwerte von über 40 Grad und eine erhebliche Wärmebelastung.

Am heutigen Dienstag zeigt sich der Himmel vor allem im Norden und Osten häufig wolkig bis stark bewölkt. Gebietsweise fällt dort auch etwas Regen. Im übrigen Land wechseln sich Sonne und Wolken ab. Die Temperaturen erreichen im Nordosten lediglich 18 bis 25 Grad, während sonst 28 bis 32 Grad und am Oberrhein örtlich bis zu 35 Grad gemessen werden. Dazu weht besonders im Norden und Osten ein frischer Nordwestwind mit starken bis stürmischen Böen. Im Küstenumfeld sowie im Bergland sind vereinzelt auch Sturmböen möglich.

Wetter- und Temperaturkarte, am Dienstag 07.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Am Mittwoch ziehen zunächst noch zahlreiche Wolkenfelder über Deutschland hinweg. Von Westen lockert die Bewölkung jedoch zunehmend auf. Regen bleibt die Ausnahme und fällt höchstens noch vereinzelt an den östlichen Alpen. Die Temperaturen ändern sich im Norden und Osten kaum, während im Südwesten mit 27 bis 32 Grad die große Hitze des Vortages bereits etwas gedämpft wird. Im Nordosten macht sich der Nordwestwind weiterhin mit starken bis stürmischen Böen bemerkbar.

Wetter- und Temperaturkarte, am Mittwoch 08.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Am Donnerstag gewinnt Hoch JOCHEN weiter an Einfluss. Zwar ziehen vielerorts noch Wolkenfelder durch, diese bleiben aber meist harmlos. Vor allem im Südwesten scheint häufig die Sonne und die Temperaturen steigen dort erneut über 30 Grad. Im übrigen Land werden angenehme 22 bis 28 Grad erreicht. Der Wind weht nur noch schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen.

Von Freitag bis Sonntag steht dann verbreitet ruhiges Sommerwetter auf dem Programm. Die Sonne zeigt sich häufiger und auch im Norden steigen die Temperaturen wieder an. Meist werden 25 bis 30 Grad erreicht, im Westen und Südwesten örtlich 32 bis 36 Grad. Lediglich an den Alpen besteht insbesondere am Samstag ein geringes Risiko für einzelne Gewitter. Der Wind spielt dabei kaum noch eine Rolle.

Aussichten vom Donnerstag, den 09.07.2026 bis Samstag, den 11.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Trotz der sommerlichen Temperaturen bleiben die Nächte vielerorts angenehm frisch. Dadurch kann in den Morgenstunden gut gelüftet werden und auch die Wärmebelastung hält sich zunächst in Grenzen. Lediglich im Südwesten steigen die nächtlichen Tiefstwerte zum Wochenende örtlich auf knapp 20 Grad an, sodass die Nächte dort zunehmend tropisch anmuten.

Worauf viele Regionen Deutschlands dagegen weiterhin vergeblich warten, ist ergiebiger Regen. Auch in den kommenden Tagen sind nennenswerte Niederschläge nicht in Sicht. Die Trockenheit setzt sich daher in Teilen des Landes fort und die Waldbrandgefahr bleibt vielerorts erhöht. Während also Südwesteuropa unter extremer Hitze leidet, profitiert Deutschland vorerst von einer deutlich gemäßigteren Sommerwitterung – allerdings um den Preis anhaltender Trockenheit.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Zwischen-Sommerhoch-und-Tiefdruckeinfluss-–-Deutschland-bleibt-von-der-grossen-Hitze-verschont-1.jpg 1365 2048 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-07 17:07:062026-07-14 00:04:24Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

Hochdruck ohne Ende

25. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit Tagen schon herrscht Hochdruckeinfluss in Deutschland. In den meisten Regionen drückt sich dieser in einem nur wenig oder gar nicht bewölktem Himmel aus. Nur im Norden hat feuchte Nordseeluft in den letzten Tagen für viele tiefe Wolken mit Hochnebelcharakter gesorgt. Regen fiel daraus aber kaum. Heute wird die eingeströmte feuchte Meeresluft von einem Tiefausläufer gehoben, was zu Quellwolken und somit zu einem Rückgang der Hochnebeldecke führt. Niederschlag ist aber weiter Mangelware.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Analyse des Bodendruckfeldes (in hPa) und der Wetterfronten sowie der den Namen der Druckzentren von Samstag, 25.04.2026 0 UTC/2 MESZ (Quelle: DWD)

Der Ausläufer gehört zu Tief YLVI mit Zentrum über Südostskandinavien. Zwischen ihr und den Hochdruckgebieten ULI, WINFRIED und VOLKER erhöht sich im Norden und Osten der Druckgradient, was in einem frischen Wind resultiert.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage des Bodendruckfeldes (in hPa) sowie den Namen der Druckzentren für Samstag, 25.04.2026 12 UTC/14 MESZ (Quelle: DWD)

Die Hochdruckgebiete, die vom Nordwesten Europas über den Westen und die Mitte bis in den Süden reichen, gewinnen bereits am Sonntag wieder die Oberhand. Die Tiefdruckgebiete YLVI und XIMENA über Nordost- und Osteuropa werden zurückgedrängt. Der Druckgradient nimmt deutlich ab und der Wind lässt nach.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage des Bodendruckfeldes (in hPa) für Sonntag, 26.04.2026 12 UTC/14 MESZ (Quelle: DWD)

Auch atlantische Störungen erreichen uns in den kommenden Tagen nicht. Der Hochdruckeinfluss ist gekommen, um zu bleiben. Erst am Dienstag zieht sich das Hoch mehr in den Westen und Norden Europas zurück. Dann kann sich über der Iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeer tiefer Luftdruck ausbreiten. Dabei wird etwas feuchtere Luft in den Süden Deutschlands geführt, was in einzelnen Schauern oder leichtem Regen im äußersten Süden und Südwesten münden kann.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage des Bodendruckfeldes (in hPa) für Dienstag, 28.04.2026 12 UTC/14 MESZ (Quelle: DWD)

Im großen Rest Deutschlands ist es weiterhin trocken. Dabei ist es im Westen und Süden immer ein paar Grad wärmer als im Norden und Osten. Denn die Luft strömt im Uhrzeigersinn um die Hochdruckgebiete herum zu uns und kommt damit überwiegend aus nördlicher Richtung. Auf dem Weg in den Süden und Westen kann sie sich dabei über Land erwärmen, während sie über die frische Nord- und Ostsee kaum Erwärmung erfährt.
Der erste Trend nach Wochenmitte zeigt weiterhin Hochdruckeinfluss. Ob dabei zum Ende der Woche mildere Luft aus Süden gewinnt oder wir weiter auf der Vorderseite in nördlicher Strömung verbleiben, ist noch ungewiss.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Hochdruck-ohne-Ende-1.jpg 727 1024 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-25 12:26:552026-05-11 13:36:51Hochdruck ohne Ende

Findet die Trockenheit ihr Ende?

11. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Das Wort Regen oder Schauer las man in den Wetterberichten im bisherigen April in Deutschland sehr selten. Umfangreiche Hochdruckgebiete sorgten hierzulande für eher trockenes und oftmals sonniges Frühlingswetter. Bereits jetzt stehen schon 60 bis 90 Sonnenstunden zu Buche. Dies bedeutet im Schnitt sechs bis neun Stunden Sonne pro Tag. Klimatologisch betrachtet wird die aufgeführte Gesamtsonnenscheindauer erst zum Ende der zweiten Aprildekade erreicht. Während also die Sonne Überstunden leistet, zeigt sich der Niederschlag fast überall von seiner sparsamen Seite. Deutschlandweit fielen seit Beginn des zweiten meteorologischen Frühlingsmonats häufig nur zwischen 1 und 10 Liter pro Quadratmeter (l/qm). Lediglich im Norden und im Umfeld der zentralen und östlichen Mittelgebirge waren es gebietsweise 10 bis 15 l/qm. Etwas aus der Reihe tanzt der Süden und Südosten Bayerns. Dort gab es in der Fläche bereits 10 bis 20, am Alpenrand örtlich bis 30 l/qm. Der meiste Niederschlag fiel dort am gestrigen Freitag.

Aus Radardaten abgeleitete Gesamtniederschlagsmenge im April bis zum heutigen Samstag

Doch nicht nur der April zeigt sich bisher von seiner trockenen Seite, sondern auch der März fiel in ganz Deutschland trockener aus als im vieljährigen Mittel (weitere Informationen hier). Hervor sticht dabei sicherlich der Osten des Landes. Dort gab es im März regional insgesamt lediglich um 10 l/qm Monatsniederschlag.

Der Vergleich der Niederschläge von Januar bis März in den Städten Hamburg, Berlin, Köln und München zeigt, dass es im Januar und März insgesamt meist trockener war als in den jeweiligen Vergleichsperioden. Anders präsentierte sich der vergangene Februar. Dieser war sehr niederschlagsreich und auch in Berlin wurden die langjährigen Mittelwerte überboten. Dennoch lässt sich konstatieren, dass es besonders in der Bundeshauptstadt in diesem Jahr bisher viel zu trocken ist.

Gemessene und klimatologische Niederschlagsmengen von Januar bis März für die Städte Hamburg, Berlin, Köln und München

Auch der Bodenfeuchteviewer offenbart deutlich, dass im Osten des Landes zumindest in den oberen Bodenschichten (10 bis 50 cm) ein leichter Trockenstress herrscht. Insbesondere in Sachsen-Anhalt ist dies selbst in tieferen Schichten noch der Fall.

Ob die Trockenheit gelindert werden kann und wie viel Niederschlag in den kommenden Tagen in Deutschland fallen soll, zeigt die folgende Karte. Hier sind auf Basis verschiedener Modelle die zu erwartenden Niederschläge vom heutigen Samstag bis Mittwochfrüh dargestellt.

Akkumulierte Gesamtniederschlagsmenge in l/qm von Samstag bis Mittwochfrüh auf Basis unterschiedlicher Wettermodelle

Niederschlag zeichnet sich für den Südwesten des Landes ab. Dort sollen nach Lesart aller Modelle 10 bis 30, laut EZMW lokal um 50 l/qm Niederschlag fallen. Ansonsten liegen die Mengen überwiegend zwischen 5 und 15, lokal um 20 l/qm. Allerdings ergibt sich kein einheitliches Bild in der Prognose und die Berechnungen gehen teilweise deutlich auseinander. Lediglich im äußersten Osten und Südosten haben alle Modelle nur wenige l/qm auf der Agenda. Die Trockenheit wird dort also kaum gelindert werden können.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.04.2026
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