Vollkorn oder Graupel?

In den Wetterberichten der ersten Woche des neuen Jahres wurde wiederholt auf teils gewittrige Graupelschauer hingewiesen. Etymologisch von Graupen, also geschälten Gersten- und Weizenkörnern abgeleitet, versteht man unter Graupel festen, eiskornartigen Niederschlag welcher – im Gegensatz zum eng verwandten Hagel – in unseren Breiten vorwiegend im kühleren Halbjahr auftritt. Er entsteht, wenn Schnee- oder Eiskristalle im Aufwind von konvektiven Wolken unterkühlte Wassertröpfchen einsammeln. Die sehr viel kleineren Wassertröpfchen, die trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt noch flüssig sind (ein Thema des Tages für sich), frieren an den Schneekristallen fest. Dabei bilden sie zunehmend rundliche undurchsichtige Körner von schneeähnlicher Beschaffenheit, aber deutlich anderem Erscheinungsbild (Thema des Tages vom 18.12.2025)

Vollkorn oder Graupel

Typisches Erscheinungsbild von Graupel

Ein wesentlicher Unterschied zum Hagel ist die Größe. Graupel wird gemeinhin zwischen 2 und 5 mm Durchmesser definiert, während Hagel bekanntermaßen deutlich größer werden kann (Thema des Tages vom 30.10.2024). Dieser Unterschied resultiert aus der Stärke der Aufwinde in den Wolken. Die stärkeren Aufwinde in Sommergewittern hängen in erster Linie mit der stärkeren Erwärmung sowie mit dem höheren Wassergehalt in der wärmeren Luft zusammen, was in den kälteren Monaten nicht gegeben ist. Bei einer labilen Schichtung und der Ausbildung von konvektiven Schauerwolken wie in der vergangenen Woche – in höheren Schichten der Troposphäre um 5 km wurde aus dem Norden Luft mit Temperaturen unter -40°C über Norddeutschland transportiert – reichten die Aufwinde somit nur zur Bildung von besagtem kleinkörnigem Graupel aus.

Vollkorn oder Graupel 2

Temperatur auf 500 hPa (ca. 5.5 km Höhe) für Sonntag den 04.01.2026 12 Uhr (Quelle: ECMWF)

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Brisante Wetterlage im Anmarsch?!

Das Winterwetter hat uns zwar weiter fest im Griff, zeigt sich am heutigen Dienstag aber zumeist von seiner ruhigen Seite. Grund dafür ist Azorenhoch ANDREAS, das seine Fühler vorübergehend bis nach Deutschland ausstreckt. Während es in weiten Teilen des Landes in der Folge nur noch hier und da für etwas Geflöckel reicht, bringen die Ausläufer von Tief CONSTANZE mit Sitz bei Schottland dem Nordseeumfeld neue Schneeschauer. Letztere machen sich am morgigen Mittwoch auch im Nordwesten und Westen mit Schneefall bemerkbar, der sich in der Nacht zum Donnerstag in abgeschwächter Form auf weite Teile des Landes ausbreitet.

Brisante Wetterlage im Anmarsch

Luftdruck am Boden (schwarze Linien) und Temperatur in etwa 1500 m Höhe (Farbfläche) für Donnerstag, 08.01.2026, 01:00 Uhr (ICON).

Richtig spannend wird es aber ab Donnerstag. Über dem Atlantik formiert sich Tief ELLI, das rasch ostwärts vorankommt und sich dabei zu einem Sturmtief verstärkt. Während es sich Donnerstagfrüh noch westlich von Irland befindet, soll es Freitagfrüh bereits irgendwo im Raum Niederlande, Ärmelkanal, Südostengland liegen und im Laufe des Freitags langsam nach Deutschland ziehen.

Brisante Wetterlage im Anmarsch 2

Luftdruck am Boden (schwarze Linien) und Temperatur in etwa 1500 m Höhe (Farbfläche) für Freitag, 09.01.2026, 01:00 Uhr (ICON).

Damit verbunden sind zunächst einmal teils kräftige Niederschläge, die im Laufe des Donnerstags auf den Südwesten und Westen übergreifen und zunächst als Schnee fallen. Da ELLI aber auch deutlich mildere Atlantikluft aus Südwesten ins Land strömen lässt, gehen die Niederschläge recht rasch in Regen über. Im Übergangsbereich kann es dabei vorübergehend zur Bildung von Glatteis kommen! In der Nacht zum Freitag kommen die Niederschläge weiter ost-/ nordostwärts voran und erreichen im Laufe des Freitags auch den äußersten Osten und Südosten. Auch dabei gilt zumeist: Erst Schnee, dann teils gefrierender Regen. Eine Ausnahme könnte der Norden oder zumindest Teile davon bilden, wo man sich nämlich (nach aktuellem Stand) nördlich des Tiefkerns und damit auf der kalten Seite befindet. Dort könnte es zum Teil auch durchweg schneien.

Brisante Wetterlage im Anmarsch 3

Niederschlagsphase und -stärke für Freitag, 09.01.2026, 07:00 Uhr (ICON).

Kommen wir zum Wind. ELLI weist gleich zwei Sturmfelder auf. Eins ist auf der Südseite des Tiefs zu finden und reicht etwa von Frankreich und Benelux bis in den Westen und Südwesten Deutschlands hinein. Dabei kann es bis in tiefe Lagen zu stürmischen und einzelnen Sturmböen kommen, auf den Bergen droht schwerer Sturm. Das andere befindet sich auf der Nordflanke von Elli, wo von der Ostsee bis zur Nordsee Böen bis Sturmstärke aus Ost auftreten können. Dazwischen gibt es einen schmalen Korridor, in dem der Wind nur recht schwach weht.

Brisante Wetterlage im Anmarsch 4

Windgeschwindigkeit (Böen, 10 m, Farbfläche), Windrichtung (Pfeile) und Luftdruck am Boden (schwarze Linien) für Freitag, 09.01.2026, 13:00 Uhr (ICON).

Entscheidend ist natürlich die genaue Zugbahn von ELLI und die ist derzeit noch alles andere als in Stein gemeißelt. Davon sowie vom Kerndruck des Sturmtiefs hängt die Windentwicklung maßgeblich ab. Das IFS-Modell hat in seinem heutigen 0-UTC-Lauf das Tief zum Beispiel etwas weiter südlich im Programm. Damit verschieben sich auch beide Sturmfelder etwas weiter nach Süden.

Brisante Wetterlage im Anmarsch 5

Windgeschwindigkeit (Böen, 10 m, Farbfläche), Windrichtung (Pfeile) und Luftdruck am Boden (schwarze Linien) für Freitag, 09.01.2026, 13:00 Uhr (IFS).

Was allerdings relativ sicher ist, ist, dass es zumindest regional zu einer Kombination aus starkem Wind und Schneefall beziehungsweise einer lockeren Schneedecke kommt. Schneeverwehungen sind die Folge, die durchaus kräftig sein können.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es dem Schnee vor allem in der Südwesthälfte ziemlich an den Kragen gehen dürfte. Der Blick auf die dortigen Höchstwerte am Freitag zeigt verbreitet 5 bis 9 Grad – plus, wohlgemerkt! Aber gut, so viel Schnee liegt dort in der Fläche ja ohnehin nicht. In rund 1500 m Höhe gelangt dagegen schon wieder kältere Luft aus Westen ins Land, die um das Tief gegen den Uhrzeigersinn geführt wird. Durch den kräftigen Wind und die gute Durchmischung der bodennahen Luft, wirkt sich das jedoch nicht auf die angesprochenen Höchstwerte aus. Allerdings sinkt dadurch die Schneefallgrenze langsam wieder, sodass zumindest im Bergland im Laufe des Freitags wieder die Schneephase dominieren dürfte.

Am Wochenende soll uns das Tief unter Abschwächung ost-/südostwärts überqueren. Wie genau das vonstatten geht, ist noch sehr unsicher. Es bleibt aber wohl unbeständig bei weiter absinkender Schneefallgrenze.

Zusammenfassend gesagt, gibt es noch einige Unsicherheiten bei der genauen Entwicklung und Zugbahn des Tiefs und damit natürlich auch bei der Wind- und Niederschlagsentwicklung. Dass da aber etwas im Busch steckt, steht außer Frage.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.01.2026
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Winterwunderland Deutschland – aber nicht überall!

Seit dem Jahreswechsel hat uns der Winter in Deutschland fest im Griff. Kalte Polarluft strömte aus nördlichen Breiten zu uns ein. Da sie einen langen Weg über dem Meer zurücklegte, konnte sie auch Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch es vielerorts in Deutschland in den letzten Tagen zu Schneefällen kam. Auf ihrem Weg von Nordwest nach Südost verloren diese aber an Intensität, sodass die Nordhälfte mehr Schnee als der Süden abbekam. Im Lee (windabgewandte Seite) einiger Mittelgebirge fiel kaum Schnee, weshalb sich die Schneeverteilung über Deutschland durchaus sehr unterschiedlich darstellt.

Winterwunderland Deutschland – aber nicht ueberall

Abbildung 1: Gemessene Schneehöhen am Montag, 05.01.2026, 7 Uhr (MEZ)

Abbildung 1 zeigt die gemessenen Schneehöhen am heutigen Montagmorgen um 7 Uhr MEZ. Betrachtet man das Flachland, so sticht ein etwa 100 bis 150 km breiter Streifen ins Auge, der sich etwa von Cuxhaven über Hamburg bis nach Berlin erstreckt. Dort brachten zeitweise kräftige Schneefälle verbreitet 10 bis 15, stellenweise sogar bis zu 20 cm Schnee. Beachtliche Neuschneemengen kamen ebenfalls im Nordseeumfeld infolge kräftiger Schneeschauer zusammen. Im Schleswig-Holsteinischen Binnenland fielen stellenweise knapp 20 cm Neuschnee (z.B. Hattstedt: 17 cm). Winterurlauber auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln können aktuell ein eher seltenes Naturschauspiel bewundern: verschneite Dünenlandschaften und Strände. In Wangerooge wurden stolze 13 cm gemessen, ähnlich viel Schnee liegt in Wrixum auf Föhr (12 cm), in List auf Sylt sind es immerhin noch 4 cm. Im Laufe des heutigen Tages kamen und kommen in Nordfriesland durch kräftige Schneeschauer und Wintergewitter strichweise nochmals einige Zentimeter Neuschnee hinzu. Die durchziehenden Schneeschauer können mit der Live-Webcam aus Wenningstedt/Sylt gut beobachtet werden (siehe unten angefügter Link). Auch an der Ostsee hat es geschneit, wie man auf der Webcam von Rostock-Warnemünde sehen kann.

Winterwunderland Deutschland – aber nicht ueberall 2

DWD-Webcam-Foto von Rostock-Warnemünde am Montag, 05.01.2026 um 14:00 Uhr (MEZ)

Tief verschneit präsentieren sich auch die Mittelgebirge Sauerland, Harz und Erzgebirge. In höheren Lagen oberhalb etwa 600 m sind in den letzten Tagen 20 bis 40 cm Neuschnee gefallen, teils sogar noch etwas mehr, z.B. 45 cm in Braunlage (Harz) auf 607 m. Aktuell herrschen dort also beste Wintersportbedingungen, wie man beispielsweise auf der Webcam vom Hochheideturm bei Willingen im Sauerland gut verfolgen kann. In mittleren Lagen oberhalb 300 m liegen in diesen Mittelgebirgen immerhin noch 10 bis 20 cm.

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Webcam-Foto vom Hochheideturm mit Blick über Willingen am Montag, 05.01.2026 um 13:00 Uhr (MEZ) (Quelle: foto-webcam.eu)

Deutlich weniger Schnee liegt in den süddeutschen Mittelgebirgen. Im Schwarzwald und im Bayerischen Wald sind es selbst in den Hochlagen nur 10 bis 20 cm. Die Schneefälle waren im Süden Deutschlands deutlich schwächer als in der Mitte. Auch an und in den Alpen ist die Schneelage im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten eher mau. Dennoch präsentiert sich die Landschaft dort winterlich und bei Sonnenschein lädt die Schneelandschaft zu einem Winterspaziergang ein, wie man anhand der Webcam von Obermaiselstein im Oberallgäu unschwer erkennen kann.

Winterwunderland Deutschland – aber nicht ueberall 4

Webcam-Foto aus Obermaiselstein / Großer Herrenberg am Montag, 05.01.2026 um 13:00 Uhr (MEZ) (Quelle: foto-webcam.eu)

Doch nicht überall in Deutschland kann man ein Winterwunderland bestaunen. In den Niederungen Süddeutschlands fiel der Neuschnee eher dürftig aus. In der Südhälfte Bayerns liegen – wenn überhaupt – nur wenige Zentimeter Schnee, oft sind es nur ein paar Schneereste auf Wiesen und Dächern. München kann mit rund 2 cm in Sachen Schneedecke bei Weitem nicht mit Berlin (6-13 cm) und Hamburg (ca. 15 cm) mithalten.

Winterwunderland Deutschland – aber nicht ueberall 5

DWD-Webcam-Foto aus Offenbach am Montag, 05.01.2026 um 13:10 Uhr (MEZ)

Ähnlich schneearm zeigt sich das Rhein-Main-Gebiet (z.B. Webcam aus Offenbach), wo man teils nur noch ein paar Schneereste vorfindet. Entlang von Rhein und Neckar liegt gebietsweise überhaupt kein Schnee, weil dort entweder kein Niederschlag fiel oder weil es zu mild blieb, als dass der Schnee liegenbleiben konnte.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Gekommen, um zu bleiben

Im neuen Jahr zeigt der Winter, was er kann. Es ist kalt und immer wieder fällt Schnee, vor allem im Norden des Landes. Grund für das alles sind Tiefdruckgebiete über dem Norden Europas und eine umfangreiche Hochdruckzone über dem Nordwesten und Westen. Zwischen den Druckgebilden wird sehr kalte Luft zu uns geführt. Diese feuchtet sich über der Nordsee an und es kommt in einem breiten Streifen vom Nordwesten in den Osten zu Schneeschauern.

Gekommen um zu bleiben

Analyse der Wetterlage in Europa vom 04.01.2026 00 UTC (Quelle:DWD)

Diese Schauerstraße bleibt uns aufgrund der Stabilität der Strömung erhalten. Sie verlagert sich in den heutigen Abend- und Nachtstunden nur ein wenig nordwärts. Dort fällt weiterhin Schnee, der aufgrund lokaler Verstärkung durch ein kleinräumiges Tief auch mal kräftiger ausfallen kann. Die Straßenverhältnisse sind also weiterhin winterlich. Im Süden Deutschlands sorgt ein Ausläufer des Hochdruckgebietes für ruhigeres Wetter. Zwar halten sich Nebel und Hochnebel teils zäh, abseits davon ist es aber oft sonnig.

Gekommen um zu bleiben 2

Vorhersage der Wetterlage in Europa mittels Isobaren und Fronten für den 05.01.2026 12 UTC (Quelle:DWD)

Bei längerem Aufklaren sinkt die Temperatur nachts unter -10 Grad. Örtlich sind in Alpentälern auch bis -20 Grad möglich. In den übrigen Regionen sind die Nächte auch frostig, allerdings bremst die Bewölkung die Abkühlung etwas. Tagsüber gibt es oft leichten Frost, nur im Westen und Nordwesten sind leichte Plusgrade möglich.

Gekommen um zu bleiben 3

Temperaturentwicklung Sonntag (04.01.) bis Dienstag (06.01.), oben: Höchstwerte des Tages, unten: Tiefstwerte in der Nacht zum Folgetag (Quelle:DWD)

Ab Wochenmitte stellt sich das Wetter allmählich um. Dann wird die Kältezufuhr aus dem Norden beendet und in eher westlicher Strömung findet mildere Luft den Weg zu uns. Da sich aber Tiefdruckeinfluss ausweitet, wird es deutlich nasser.
Wer will und kann, sollte das schneereiche Wetter aktuell noch genießen. Vor allem im Bergland heißt es in den kommenden Tagen Ski und Rodel gut. Die Schneehöhen laden zum Winterspaziergang oder auch zu sportlicher Aktivität ein. Nach Wochenmitte könnte die weiße Pracht in den Bergen abnehmen.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Deutschlandwetter im Jahr 2025

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Jahr 2025*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 12,1 °C +1,8 Grad
2 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 12,1 °C +1,2 Grad
3 Frankfurt-Westend Hessen 12,0 °C +1,7 Grad

Besonders kalte Orte im Jahr 2025*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 6,4 °C +2,0 Grad
2 Carlsfeld Sachsen 6,5 °C +2,1 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 °C +0,7 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Todtmoos Baden-Württemberg 1824,5 l/m² 94 %
2 St. Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 1691,7 l/m² 90 %
3 Utzenfeld Baden-Württemberg 1656,2 l/m² 109 %

Besonders trockene Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Arnstein-Ulzigerode Sachsen-Anhalt 350,3 l/m² 64 %
2 Dessau-Roßlau-Rodleben Sachsen-Anhalt 355,4 l/m² 66 %
3 Wettin-Löbejün-Neutz Sachsen-Anhalt 355,9 l/m² 74 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oschatz Sachsen 2165 Stunden 134 %
2 Pforzheim-Ispringen Baden-Württemberg 2165 Stunden 128 %
3 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 2154 Stunden 139 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oberstdorf Bayern 1674 Stunden 105 %
2 Regensburg Bayern 1700 Stunden 103 %
3 Bremervörde Niedersachsen 1701 Stunden 114 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Jahresmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Jahresmittelwertes zum vieljährigen Jahresmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Jahresrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 03.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Deutschlandwetter im Dezember 2025

Besonders warme Orte im Dezember 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Helgoland Schleswig-Holstein 7,2 °C +2,8 Grad
2 Borkum-Flugplatz Niedersachsen 6,2 °C +3,0 Grad
3 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 6,1 °C +2,0 Grad

Besonders kalte Orte im Dezember 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Garmisch-Partenkirchen Bayern -1,1 °C +1,6 Grad
2 Oberstdorf Bayern -0,6 °C +1,5 Grad
3 Schönau am Königssee Bayern -0,4 °C +1,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 St.-Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 99,4 l/m² 44 %
2 Utzenfeld Baden-Württemberg 91,8 l/m² 61 %
3 Todtmoos Baden-Württemberg 86,0 l/m² 38 %

Besonders trockene Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Martinroda Thüringen 4,2 l/m² %
2 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 5,1 l/m² 11 %
3 Waltershausen Thüringen 5,5 l/m² %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 124 Stunden 234 %
2 Zwiesel Bayern 116 Stunden 199 %
3 Hechingen Baden-Württemberg 116 Stunden 265 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Konstanz Baden-Württemberg 19 Stunden 50 %
2 Wutöschingen-Ofteringen Baden-Württemberg 22 Stunden 62 %
3 Singen Baden-Württemberg 24 Stunden 64 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Turbulente erste Tage im Jahr 2026!

Während der Winter bis kurz vor Weihnachten seinem altbekannten Muster der letzten Jahre folgte, stellte sich pünktlich zu Weihnachten die Wetterlage um. Mit einer nordöstlichen Strömung kamen deutlich kühlere Luftmassen ins Land und sorgten für die kältesten Weihnachtsfeiertage seit 15 Jahren! Schnee gab es dabei nur im Süden gebietsweise und auch dort nur in homöopathischen Mengen. Ansonsten dominierte überwiegend hoher Luftdruck. Damit herrschte im Süden und im Bergland teils Dauerfrost und in den Nächten trat verbreitet mäßiger Frost und stellenweise sogar strenger Frost von unter -10 Grad auf.

In Richtung Jahreswechsel änderte sich die Wetterlage dann aber sukzessive um. Das blockierende Hoch JASMIN verlagerte sich mit seinem Schwerpunkt in Richtung Südgrönland. Damit wurde der Platz frei für Tief TIZIAN. TIZIAN befindet sich aktuell als ausgewachsenes Sturmtief mit seinem Zentrum über Südnorwegen. Die Kaltfront des Tiefs verlagert sich im Laufe des Tages allmählich über Norddeutschland hinweg nach Südosten. Hinter dieser Front strömt vor allem in der Höhe Kaltluft nach Deutschland. Dadurch wird die Troposphäre labilisiert und es treten vermehrt schauartige Niederschläge auf. Die Schneefallgrenze befindet sich heute tagsüber bei etwa 200 bis 400 Metern und sinkt in der Nacht vor allem bei stärkeren Schauern bis ins Tiefland ab.

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten 1

Analysekarte für Donnerstag, den 01.01.2026 um 12 UTC. Sturmtief TIZIAN befindet sich mit seinem Zentrum über Südnorwegen. (Quelle: DWD)

Die Meeresoberflächentemperaturen auf der Nordsee liegen aktuell bei etwa 8 Grad. Gleichzeitig zeigt die arktische Luftmasse in 1,5 Kilometer Höhe Temperaturen von -5 bis – 8 Grad und in 5,5 Kilometer Höhe zum kommenden Wochenende sogar um -40 Grad. Aufgrund dieser großen Temperaturdifferenz und kleinräumigen Trögen entwickeln sich über der Nordsee kräftige Schauerbänder. Örtlich ist auch Blitz und Donner dabei. Diese Schauerbänder verlagern sich unter leichter Abschwächung gegen Abend auch bis zu den zentralen Mittelgebirgen. In der kommenden Nacht sinkt die Schneefallgrenze bis ins Flachland ab, sodass stellenweise auch im norddeutschen Tiefland kräftiger Schneefall mit erheblicher Glättegefahr möglich ist. Im Bereich dieser kräftigen Schauerbänder sind linienhaft durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee innerhalb von wenigen Stunden möglich. Im Stau der Mittelgebirge örtlich auch noch etwas mehr. Vor allem im Bergland und im Norden weht zudem ein starker- bis stürmischer Wind. In den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge treten mitunter starke Schneeverwehungen auf.

Der Süden bleibt heute vorerst noch unter schwachem Hochdruckeinfluss. Dadurch bleibt es dort bis in die Nacht auf Freitag meist trocken. Erst am Freitag tagsüber treten auch dort gebietsweise Schneefälle auf. Am Freitag und Samstag bleibt uns diese Wetterlage erhalten. Dazu gehen die Temperaturen noch etwas zurück. Damit sind vermehrt Schneeschauer bis ins Tiefland möglich. Genaue Schwerpunkte können aufgrund der Kleinräumigkeit des Wetterphänomens aktuell noch nicht ausgemacht werden. Die höchsten Niederschlagsmengen werden aber voraussichtlich im Nord- und Nordweststau der zentralen Mittelgebirge erwartet. Dort sind bis Sonntag regional 20 bis 30 cm Neuschnee möglich. Aber auch sonst gibt es gute Chancen auf Schnee. Allerdings werden die Mengen vor allem im Flachland aufgrund der Schaueraktivität sehr inhomogen ausfallen. Die geringsten Chancen auf eine Schneedecke gibt es entlang des Mittel- und Oberrheins sowie am unteren Main. Aber auch hier ist die eine oder andere weiße Überraschung möglich!

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten 2 1

Prognose der Gesamtschneehöhe bis Sonntag, den 04.01.2026. Vor allem im Stau der zentralen Mittelgebirge werden größere Neuschneemengen simuliert. (Quelle: DWD)

Auch in der kommenden Woche bleibt uns das Winterwetter vorerst erhalten. In der Nordhälfte gibt es zeitweise weitere Schneefälle. Im Süden herrscht dagegen unter Hochdruckeinfluss vorübergehend trockenes Wetter. Dazu bleibt es kalt. Gebietsweise herrscht Dauerfrost. Im Süden sind in den Nächten stellenweise auch Temperaturen von unter -10 Grad möglich. Alle Winterfreunde kommen in nächster Zeit also voll auf ihre Kosten!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten!

Nachdem über Weihnachten verbreitet trockenes und kaltes Wetter vorherrschend war, kommt nun der Winter richtig auf Touren und zeigt weitere Facetten. Möglich macht dies eine recht stabile Hochdruckzone von Grönland über den Nordostatlantik bis nach Frankreich und die Iberische Halbinsel, in welcher die Hochs JASMIN westlich von Island und KAREN über Irland das Zepter schwingen. Atlantische Tiefdruckgebiete mit milder Luft werden somit blockiert und müssen weiter nach Süden ausweichen. Gleichzeitig kann sich über Skandinavien ein Tiefdruckkomplex bilden, der wiederholt Randtiefs mit der nordwestlichen Strömung vom Nordmeer über die Nordsee nach Mitteleuropa schickt. Das Tief SANDRO über der westlichen Ostsee sorgt schließlich heute mit seinen Ausläufern für den Start in eine unbeständige und nasskalte Witterungsperiode.

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten

Aktuelle Wetterlage über Europa mit Hoch von Grönland bis Spanien und Tiefs über Skandinavien und Teilen Mitteleuropas.

Zum Jahreswechsel ist Deutschland zweigeteilt. Von der Nordsee und Schleswig-Holstein bis ins südliche Niedersachsen, dem Thüringer Wald und nach Sachsen soll es etwas regnen, im Bergland schneien. Von der Rhön, dem Thüringer Wald und dem Erzgebirge bis nach Südostbayern ist etwas Schnee möglich. Südwestlich einer Linie Niederrhein-Odenwald-Werdenfelser Land bleibt es weitgehend trocken. Einen freien Blick auf den Sternenhimmel wird es aber wohl nur von den Vogesen bis zum Werdenfelser Land geben. In der Südwesthälfte spielt auch der Wind kaum eine Rolle und weht meist nur schwach bis mäßig. Vor allem in höheren Lagen der Mittelgebirge sowie im Nordseeumfeld könnte der Start von Raketen durch einen in Böen starken bis stürmischen Wind aber gefährliche Auswirkungen haben. Auch sonst weht der Wind von der Nordsee bis in den Südosten spürbar und teils böig. Bei den Temperaturen ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu verzeichnen. Während die Bürger auf den Nordseeinseln bei etwas Regen und rund 6 bis 7 Grad mit Regenjacke in das neue Jahr tanzen, brauchen die Bürger im Südwesten z.B. in Freiburg, Ravensburg oder Kempten bei klarem Himmel und Absinken der Werte auf -6 bis -10 Grad schon Mütze, Handschuhe und eine sehr dicke Jacke und beim Anstoßen. In der Hansestadt Hamburg wird es feucht und bei Werten um 5 Grad vergleichsweise mild, in Berlin scheint bei etwas Regen oder Sprühregen und rund 2 bis 3 Grad nasskalte Bedingungen Trumpf und in München könnten bei um -3 Grad ein paar Flocken wirbeln. In den westlichen und südwestlichen Metropolen bleibt es bei vielen Wolken meist trocken. Während es die Temperaturen in Köln, Düsseldorf und Frankfurt wahrscheinlich noch knapp über den Gefrierpunkt schaffen (0 bis +2 Grad), soll es in Nürnberg, Karlsruhe und Saarbrücken bei -1 bis -3 Grad frostig werden, in Stuttgart muss man sich bei rund -4 Grad noch etwas dicker einpacken.

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten 2

Prognostizierte Temperaturen des ICON6 Modells für Deutschland zum Jahreswechsel um 0 Uhr.

Im letzten Jahr (Jahreswechsel 2024/2025) gab es von den Temperaturen her ebenfalls ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Jedoch gab es dort im Bergland analog zur Nordhälfte positive Werte. Ansonsten wurden an der Nordsee um 7 Grad erreicht. Von NRW bis nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern lagen die Temperaturen meist zwischen 0 und +5 Grad. Von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Hessen und Thüringen hinweg bis zum Erzgebirge rutschten die Werte in den leichten Frostbereich von 0 bis -3 Grad. In Bayern und Baden-Württemberg lag die Temperatur abgesehen von den schon aufgeführten Ausnahmen meist zwischen-1 und -6 Grad. Diese Temperaturverteilung spiegelt sich auch in den deutschen Großstädten wider. In der Hauptstadt Berlin und der Rheinmetropole Köln wurden um 2 Grad gemessen. In der bayerischen Landeshauptstadt lagen die Werte um -2 Grad. Im Rhein-Main-Gebiet pendelten sich die Tiefstwerte zum Jahreswechsel auf um 0 Grad ein. In Freiburg zeigten die Messgeräte rund +2 Grad und in Saarbrücken um -1 Grad an. Im Hamburger Umfeld wurden um 5 Grad beobachtet.

Liebhaber eines sehr frostigen und weitgehend trockenen Jahreswechsels sollten sich in diesem Jahr mit Fokus auf Europa in den Norden von Schweden und Finnland aufhalten. Dort sind bei wenigen Flocken um Mitternacht -15 bis -25 Grad zu erwarten. Mit Werten zwischen -4 und -14 Grad kommt da das Baltikum etwas milder daher. Allerdings könnte es dort auch etwas schneien. Frostig und meist trocken bei teils klarem Himmel soll es bei Werten von -2 und -12 Grad auch im Alpenraum, auf dem Balkan und in Ostfrankreich zugehen. Von den Britischen Inseln und Nordwestfrankreich über die Nordhälfte Deutschlands hinweg bis nach Westpolen, Tschechien und Südschweden stehen zum Jahreswechsel Temperaturen zwischen -2 und +5 Grad auf der Agenda. Dabei kann es von Südschweden über die Nordosthälfte Deutschlands hinweg sowie in Teilen Polen und Tschechiens etwas regnen oder schneien. Auch in Südeuropa wärmt allenfalls das Mittelmeer und hievt die Temperaturen im Küstenumfeld auf 8 bis 15 Grad. Im spanischen, italienischen und griechischen Binnenland sinken die Temperaturen in der Silvesternacht auch um den Gefrierpunkt.

Weltweit gesehen wären auch Kanada, der Nordosten der USA, China und der Norden Japans sowie Teile Zentralasiens für einen winterlichen Start ins neue Jahr zu haben. In Kanada werden abseits der Küste fast flächendeckend Temperaturen zwischen -10 und -30 Grad erwartet. In den USA liegen die Temperaturen zwischen rund -20 Grad nördlich der großen Seen und bis +20 Grad nahe Mexiko. Da kommt Florida mit um 10 Grad schon recht kühl daher. Östlich des Urals sowie in Teilen Chinas und der Mongolei fallen im kontinentalen Klima die Werte sogar bis auf -20 bis -40 Grad.

Wer jedoch gerne einmal einen Jahreswechsel unter sommerlichen Bedingungen feiern möchte, hätte sich auf die Südhalbkugel bewegen müssen. Dort ist derzeit Sommer. In Australien sind dabei nächtliche Temperaturen meist zwischen 20 und 30 Grad drin, allenfalls an der Südküste bleibt es mit Werten von 12 bis 20 Grad etwas kühler. Auch in Afrika mit Ausnahme Nordafrikas (10 bis 20 Grad) und in Südamerika feiern die Menschen bei Werten meist über 20 Grad den Jahreswechsel.

Wie geht’s es dann im neuen Jahr mit unserem Wetter weiter? Demnach scheint die aktuelle Wetterlage wie festgetackert. Ein Blick in das Ensemble des ECMWF, also einem Pool von zahlreichen Modellläufen mit leicht abweichenden Startbedingungen, zeigt bis Samstag fast ausschließlich das Wettermuster Nordwest zyklonal. Dies bedeutet, dass eine nordwestliche, von tiefem Luftdruck geprägte Strömung dominant bleibt. Ab Sonntag übernimmt dann die Wetterlage Trog Mitteleuropa die Hauptrolle im Ensemble, wobei nun aber auch die Unsicherheiten steigen. Eine Troglage bedeutet, dass über Mitteleuropa in größeren Höhen tiefer Luftdruck zu verzeichnen ist. Zunächst einmal bedeutet dies weiter eher einen nasskalten Wettercharakter. Allerdings schwächelt in der neuen Woche das Hoch über dem Nordostatlantik allmählich und schiebt sich Richtung Ostatlantik und Westeuropa, sodass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es doch wieder ein atlantisches Tief mit milderer Luft nach Mitteleuropa schafft.

Damit wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026.

Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Jahresvorausschau 2026

Während sich am Ende eines Jahres die Rückblicke stets die Klinke in die Hand geben, drehen wir heute den Spieß um und werfen die Glaskugel an. Ernstnehmen darf man das wie auch schon in den vergangenen Jahren natürlich nicht, vielmehr gilt in den nächsten Minuten Roberto Blancos Motto: „Ein bisschen Spaß muss sein!“ (Entschuldigen Sie bitte den potentiellen Ohrwurm…). Und vielleicht entlockt die ein oder andere Passage ja auch Ihnen ein kleines Lächeln 😉

Januar: Zur sportlichen Ertüchtigung des öffentlichen Diensts (wer weiß, was noch so alles auf uns zukommt…) gründet der DWD die betriebsinterne Boxschule „Niederschlag“.

Februar: Goldregen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo! Ach nein, nur ein recht starker Saharastaubausbruch, der bei knapp zweistelligen Plusgraden auf die norditalienischen Schneezungen in der ansonsten grün-braunen Natur niederregnet.

März: 100. Geburtstag von Jerry Lewis! Ihm zu Ehren stellen zahlreiche US-Behörden, darunter auch der US-Wetterdienst, seine Berichterstellung für einen Tag auf Schreibmaschine um.

April: Erneute Verschiebung des Starts der bemannten Mission Artemis 2 zum Mond! Zahlreiche Mitarbeiter der NASA sind aufgrund von langwierigen Hand- und Fingerverletzungen (Sehnenscheidenentzündungen, Schwellungen, Kapselrisse) seit rund einem Monat krankgeschrieben. Eine sichere Durchführung der Mission kann so nicht gewährleistet werden.

Mai: Da der DWD immer wieder von externer Seite herausposaunte Sensations- und Falschmeldungen relativieren oder ausbügeln muss, verleiht er ab sofort das Goldene Bügeleisen für die blödsinnigste Schlagzeile des Jahres. Favorit für 2025 sind alldiejenigen, die im Frühjahr einen Jahrhundertsommer postulierten.

Juni: Fußball-WM in Nordamerika! Ein ungewöhnlich intensiver Kaltluftausbruch in Kanada, zwei Hurrikans (Bertha und Cristobal) im Golf von Mexiko und drei Tornado-Outbreaks in den USA sorgen für den Ausfall von rund 40 % aller Spiele.

Juli: „An Weihnachten kommt das Schneemonster!“ heißt es aus dem altbekannten Kreis deutscher Schaumschläger. Ein ganz heißer Favorit für das Goldene Bügeleisen 2026!

August: Der nächste 100. Geburtstag – dieses Mal der des Comicautors Rene Goscinny. Zur Feier dieses Ehrentages dürfen sich die französischen Fernsehmeteorologen auf Asterix- und Obelixkostüme freuen.

September: Traumhafter Spätsommer mit verbreiteten Höchstwerten um 25 Grad! Da kann man das Sirenengeheul am bundesweiten Warntag ja fast schon genießen – am besten natürlich mit Kaltgetränk in der einen und Spekulatius in der anderen Hand.

Oktober: Am 18. Oktober rauscht Orkan „Klaus“ über Deutschland hinweg und sorgt für erhebliche Schäden. Ein wütendes und gleichsam mysteriöses „Geschieht euch recht, ihr ***!“ schallt durch die Luft. Ob das vielleicht (tja, so ist das, wenn man Wikipedia auf Jubiläen durchforstet…) mit dem 100. Geburtstag eines gewissen Herrn Kinskis zusammenhängt?

November: Der ehemalige Kategorie-4-Hurrikan „Nana“ erreicht Anfang des Monats als immerhin noch ausgewachsenes Sturmtief Frankreich. In den Alpen stellt sich eines der stärksten Föhnereignisse dieses Jahrtausends ein. Am Alpenrand steigt die Temperatur auf knapp 27 Grad – neuer Deutschlandrekord für November!

Dezember: Die Boxschule „Niederschlag“ schließt mangels Interesses innerhalb der DWD-Mitarbeiterschaft bereits wieder ihre Pforten. Die enttäuschten Mitglieder finden aber alle beide schnell Anschluss an die seit jeher gut besuchte Sportgruppe „Beamtenmikado – Wer sich zuerst bewegt, verliert.“

Naja, zur Weihnachtszeit soll man es ja ohnehin etwas ruhiger angehen lassen. In diesem Sinne wünscht Ihnen der Autor auch im Namen des gesamten Thema-des-Tages-Teams einen guten und vor allem gesunden Rutsch ins neue Jahr.

Jahresvorausschau 2026

Jahreszahl 2026 (Quelle: Animal Planet, Pixabay.com)

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.12.2025
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Silvesterwetter

Das Wetterjahr 2025 neigt sich dem Ende. Dabei steht bereits fest, dass das Jahr bezogen auf die Mitteltemperatur die lange Serie der „zu warmen“ Jahre weiter fortschreiben wird. Was schon fast keine Schlagzeile mehr wert zu sein scheint, ist zugleich aber ein untrügliches und ernstzunehmendes Zeichen der weiter fortschreitenden Klimaerwärmung. Eine ausführliche Auswertung des Wetterjahrs veröffentlich der DWD in einer Pressemitteilung am morgigen Dienstag.

Stattdessen wollen wir heute mal einen ersten Blick auf die voraussichtliche Wetterlage in der Silvesternacht wagen, denn viele wird es um Mitternacht sicher wieder ins Freie ziehen.

Einen ersten Vorgeschmack, was uns in der Silvesternacht erwarten könnte, gibt uns ein Blick auf die DWD-Vorhersagekarte für den Silvestertag, 13 Uhr (siehe Abbildung 1). Einer von Westeuropa bis nach Grönland reichenden Hochdruckzone mit zwei Kernen KAREN und JASMIN steht eine ebenso umfangreiche Tiefdruckzone über Nord- und Osteuropa gegenüber. In der sich dabei einstellenden Nordwestströmung kann feuchte Meeresluft zu uns geführt werden. Zudem liegen wir im Einflussbereich eines Frontensystems, dass die Tiefs SANDRO und TIZIAN miteinander verbindet.

Silvesterwetter

DWD-Vorhersagekarte für Mittwoch, 31.12.2025, 13 Uhr.

Für weite Teile des Landes bedeutet das in der Silvesternacht eine starke oder gar dichte Bewölkung (siehe Abbildung 2). Vor allem in einem breiten Streifen vom Nordwesten und Norden bis in den Osten und Südosten fällt auch zeitweise Niederschlag. Bei leichten Plusgraden ist das meistens Regen, im östlichen Mittelgebirgsraum teils aber auch Schnee, der bei Temperaturen um 0 Grad liegen bleiben und zu Glätte führen kann. Ganz im Osten könnte der Regen auf Reste der Frostluft treffen, örtlich gefrieren und für Glatteis sorgen. Dieses Szenario ist aber noch unsicher. Dazu weht ein verbreitet spürbarer Südwest- bis Westwind. Auf den Bergen und an der Nordsee sind Sturmböen möglich.

Silvesterwetter 2

Voraussichtliche Wetterlage in der Silvesternacht 2025/26

Während der Jahreswechsel also in den meisten Regionen eher ungemütlich nasskalt vonstattengeht, geht es im äußersten Süden und Südwesten wahrscheinlich etwas gemächlicher ins neue Jahr. Unter schwachem Hochdruckeinfluss bleibt es in einem Streifen vom Schwarzwald bis zum westlichen Alpenrand meist trocken, teilweise ist der Himmel sogar sternenklar. Allerdings gilt es sich dick einzupacken, angesichts von mäßigem Frost unter -5 Grad.

Silvesterwetter 3

Voraussichtliche Tiefsttemperaturen in der Silvesternacht 2025/26

Auch am Neujahrestag befindet sich der Süden und Südwesten auf der „Sonnenseite“. Im großen Rest des Landes startet das Wetterjahr weitaus turbulenter als das alte endete. Ein in Böen starker bis stürmischer Westwind treibt dichte Wolken über das Land, die gebietsweise auch Regen, später im Norden sogar kräftige Schauer und Graupelgewitter bringen können. Im Bergland zieht dagegen der Winter ein.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.12.2025
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