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Silvesterwetter

29. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Das Wetterjahr 2025 neigt sich dem Ende. Dabei steht bereits fest, dass das Jahr bezogen auf die Mitteltemperatur die lange Serie der „zu warmen“ Jahre weiter fortschreiben wird. Was schon fast keine Schlagzeile mehr wert zu sein scheint, ist zugleich aber ein untrügliches und ernstzunehmendes Zeichen der weiter fortschreitenden Klimaerwärmung. Eine ausführliche Auswertung des Wetterjahrs veröffentlich der DWD in einer Pressemitteilung am morgigen Dienstag.

Stattdessen wollen wir heute mal einen ersten Blick auf die voraussichtliche Wetterlage in der Silvesternacht wagen, denn viele wird es um Mitternacht sicher wieder ins Freie ziehen.

Einen ersten Vorgeschmack, was uns in der Silvesternacht erwarten könnte, gibt uns ein Blick auf die DWD-Vorhersagekarte für den Silvestertag, 13 Uhr (siehe Abbildung 1). Einer von Westeuropa bis nach Grönland reichenden Hochdruckzone mit zwei Kernen KAREN und JASMIN steht eine ebenso umfangreiche Tiefdruckzone über Nord- und Osteuropa gegenüber. In der sich dabei einstellenden Nordwestströmung kann feuchte Meeresluft zu uns geführt werden. Zudem liegen wir im Einflussbereich eines Frontensystems, dass die Tiefs SANDRO und TIZIAN miteinander verbindet.

DWD-Vorhersagekarte für Mittwoch, 31.12.2025, 13 Uhr.

Für weite Teile des Landes bedeutet das in der Silvesternacht eine starke oder gar dichte Bewölkung (siehe Abbildung 2). Vor allem in einem breiten Streifen vom Nordwesten und Norden bis in den Osten und Südosten fällt auch zeitweise Niederschlag. Bei leichten Plusgraden ist das meistens Regen, im östlichen Mittelgebirgsraum teils aber auch Schnee, der bei Temperaturen um 0 Grad liegen bleiben und zu Glätte führen kann. Ganz im Osten könnte der Regen auf Reste der Frostluft treffen, örtlich gefrieren und für Glatteis sorgen. Dieses Szenario ist aber noch unsicher. Dazu weht ein verbreitet spürbarer Südwest- bis Westwind. Auf den Bergen und an der Nordsee sind Sturmböen möglich.

Voraussichtliche Wetterlage in der Silvesternacht 2025/26

Während der Jahreswechsel also in den meisten Regionen eher ungemütlich nasskalt vonstattengeht, geht es im äußersten Süden und Südwesten wahrscheinlich etwas gemächlicher ins neue Jahr. Unter schwachem Hochdruckeinfluss bleibt es in einem Streifen vom Schwarzwald bis zum westlichen Alpenrand meist trocken, teilweise ist der Himmel sogar sternenklar. Allerdings gilt es sich dick einzupacken, angesichts von mäßigem Frost unter -5 Grad.

Voraussichtliche Tiefsttemperaturen in der Silvesternacht 2025/26

Auch am Neujahrestag befindet sich der Süden und Südwesten auf der „Sonnenseite“. Im großen Rest des Landes startet das Wetterjahr weitaus turbulenter als das alte endete. Ein in Böen starker bis stürmischer Westwind treibt dichte Wolken über das Land, die gebietsweise auch Regen, später im Norden sogar kräftige Schauer und Graupelgewitter bringen können. Im Bergland zieht dagegen der Winter ein.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/01/Silvesterwetter-.png 653 800 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-29 17:29:282026-01-10 21:48:02Silvesterwetter

Schneeflocken nicht nur aus Papier

28. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Schneeflocken sind etwas sehr Filigranes, was man beim Basteln schnell feststellen wird. Leise fallen sie vom Himmel und tauchen die Landschaft in ein weißes Kleid. Kinder und Junggebliebene freuen sich auf Schneemannbauen, Schneeballschlachten und Schlittenfahren. Dies entspricht gewissen Wunschvorstellungen, wie ein Winter hierzulande sein sollte.

Doch schneebedeckte Felder und Wiesen stellen nicht nur ein romantisches Winterbild dar. Die Pflanzen hierzulande brauchen Frost im Winter, um im Frühling dann wieder wachsen und erblühen zu können. Allerdings benötigen sie gleichzeitig Schnee, der isolierend wirkt und sie so vor dem Erfrieren schützt. Schnee sorgt durch seine geringe Wärmeleitfähigkeit dafür, dass insbesondere tiefer liegende Erdschichten nicht auskühlen können. Dies schützt wiederum Wurzeln oder Blumenzwiebeln vor dem Erfrieren. Gleichzeitig sorgt Schnee bei längerem Sonnenschein dafür, dass das Licht reflektiert wird und sich der Boden somit nicht erwärmen kann. Dies könnte wiederum das Keimen der Pflanzen auslösen und Frostschäden wären die Folge. Ein solches „Phänomen“ ist im Spätwinter und in den ersten Frühlingswochen leider häufiger zu beobachten. Die Vorfrühlingssonne wärmt bereits und die ersten zarten Pflänzchen sprießen aus dem Boden, aber in den Nächten ist es oft noch frostig. Schneereste können hier meist Abhilfe leisten.

Schnee kann sich allerdings auch von seiner weniger romantischen Seite zeigen. Ein Beispiel hierfür sind Verkehrsbeeinträchtigungen, die bei Schneefällen und/oder durch Schnee(-matsch) auf der Fahrbahn ausgelöst werden können. Um gewappnet zu sein, sind Winterreifen vonnöten und generell gilt, dass die Fahrweise (ob mit dem Auto oder Fahrrad) den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden sollte.

Der Begriff „Schnee“ stammt vom indoeuropäischen Wort für „schneien, (sich) zusammenballen, zusammenkleben“ ab. Schneekristalle nehmen aufgrund der zugrundeliegenden Struktur der Wassermoleküle sechseckige Formen an.

Die größte Faszination für Schneekristalle hatte mit Sicherheit Wilson Bentley, denn sein Lebenswerk bestand aus mehr als 5.000 Fotografien natürlicher Schneekristalle, wovon keiner dem anderen glich. Davon wurden ungefähr 2.400 Fotografien in dem Buch „Snow Crystals“ aus dem Jahr 1931 veröffentlicht.

Die wichtigsten Parameter bei der Entstehung von Schneekristallen sind Temperatur und Feuchtigkeit. Ukichiro Nakaya war von der Arbeit Bentleys so fasziniert, dass er sich auch physikalisch mit der Entstehung von Schneekristallen beschäftigte. Demnach lassen sie sich je nach Temperatur in zwei verschiedene Grundformen einteilen: Knapp unter 0 Grad sowie zwischen -10 und -22 Grad liegen sie als Plättchen vor, dazwischen haben sie die Form von Prismen. Bei Temperaturen von weniger als -22 Grad können sowohl Plättchen als auch Prismen auftreten.

Auch in der Kunst wurde das Thema Schnee behandelt. Da wäre in der Literatur das Märchen „Die Schneekönigin“ oder das Gedicht „Wie der Schnee zu seiner Farbe kam“. Auch in Gemälden wie „Die Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel der Ältere ist viel Schnee zu finden. Lieder wie „Leise rieselt der Schnee“ oder „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ kennen sicherlich die meisten seit Kindertagen.

Doch wie sieht es in den kommenden Tagen mit (möglichem) Schneefall aus?

Das umfangreiche Hoch JASMIN südlich von Island blockiert weiterhin den Weg für atlantische Tiefdruckgebiete nach Mitteleuropa und sorgt somit insbesondere im Süden für ruhiges Winterwetter. Da die Tiefdruckgebiete den Umweg über Grönland und Skandinavien nehmen müssen, erreichen uns immer wieder abgeschwächte Tiefausläufer von Norden her.

Am heutigen Sonntag ist es nach teils zögernder Nebelauflösung oft heiter oder sonnig, im Süden kann sich gebietsweise jedoch beständiger Nebel oder Hochnebel halten.

In der Nacht zum Montag kommen von Norden bis zur Mitte dichte Wolkenfelder voran, aus denen es vereinzelt etwas nieseln kann, was dann teils mit Glätte einhergeht. Ansonsten ist es gering bewölkt oder klar, im Süden hält sich weiterhin gebietsweise Hochnebel.

Zum Start in die neue Woche treten im Norden und in der Mitte gebietsweise leichte Niederschläge auf, die im Bergland als Schnee oder Schneeregen fallen. In der Südhälfte scheint abseits der Hochnebelgebiete hingegen vielfach die Sonne.

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den morgigen Montag, den 29.12.2025 12 UTC. Quelle: DWD / Namen: FU Berlin

In den darauffolgenden Tagen kommen die Niederschläge bis in den Süden voran, die dann dort ab den mittleren Lagen als Schnee oder Schneeregen fallen.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/01/Schneeflocken-nicht-nur-aus-Papier-.jpg 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-28 16:43:542026-01-10 17:28:40Schneeflocken nicht nur aus Papier

Nicht aufs Glatteis führen lassen

27. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Ab dem späten Nachmittag bzw. frühen Abend des gestrigen Freitags kam es in einem breiten Streifen in etwa von der Elbmündung über Hamburg nach Berlin und weiter Richtung Frankfurt (Oder) zu einer tückischen Kombination. Aus einer tiefen, aber nicht besonders mächtigen Wolkendecke fiel Sprühregen bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt.

Exemplarisch für die meteorologische Situation in den untersten hundert Metern der Troposphäre soll der Radiosondenaufstieg von Lindenberg, südöstlich von Berlin vom Samstag, den 27.12.2025 um 7 Uhr stehen. Sehr ähnliche Bedingungen gab es in der Nacht auch weiter nördlich und nordwestlich in dem angesprochenen Streifen. Der Radiosondenaufstieg zeigt am Boden eine Temperatur von etwa -2 Grad, bis etwa 570 m Höhe nimmt diese auf rund -4 Grad ab, bei praktisch vollständig gesättigter Luft (Taupunkt=Temperatur). Ein völlig anderes Bild ergibt sich in 710 Meter Höhe, dort war die Luft etwa +5 Grad „warm“ zugleich war die Luft zwar absolut feuchter, relativ gesehen deutlich trockener als in tieferen Schichten. Dies zeigt sich an der Differenz von Taupunkt und Temperatur, die deutlich zugenommen hat und in höheren Luftschichten noch markanter wird. An dieser Grenzschicht bzw. Inversion zwischen 600 und 700 Meter lag die Obergrenze der Wolken. Die Niederschlagsbildung fand also darunter statt.

 

Radiosondenaufstieg von Lindenberg vom 27.12.2025 07 Uhr 

Bei Temperaturen unter -10 Grad finden sich in Wolken in aller Regel unterkühlte Wassertröpfchen und erst bei niedrigeren Temperaturen findet allmählich ein Übergang zu Eiskristallen statt. Im betrachteten Fall gab es nur unterkühlte Wassertröpfchen. Diese werden aber erst zum Problem, wenn diese auch aus der Wolke herausfallen und den kalten Boden erreichen. Dies war ab dem Freitagabend der Fall. Wahrscheinlich, weil die feuchte Schicht nun besonders feucht und ausreichend dick war, um Tröpfchen zu generieren, die schwer genug waren herauszufallen. Am Boden bildete sich als Folge eine dünne Eisschicht, Glatteis.

Der Meteorologe kann das Potenzial für Glatteis aus den Daten der Wettermodelle und aktuellen Messungen abschätzen. Die konkrete Glättesituation vor Ort bei Entstehen des Glatteises ist dann aus der Entfernung häufig schwierig zu beurteilen. Denn für Glatteis reichen geringste Mengen an Niederschlag, teilweise zu wenig, um von den Messstationen detektiert zu werden. Zudem ist bei Temperaturen um 0 Grad am Boden die Grenze zwischen gefrierendem Sprühregen und „normalem“ Sprühregen sehr eng. 

 

Hilfreich sind für uns die Meldungen der Nutzer der WarnWetter-App. Diese können den Wetterzustand und auch mögliche Glätte melden. Besonders hilfreich sind mit Bildern versehene Glätte-Meldungen, damit wir uns im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von der Lage machen können. In der folgenden Animation erkennt man den Verlauf der Meldungen vom 26.12.2025 16 Uhr bis zum 27.12.2025 10 Uhr. Pro Bild sind jeweils die Meldungen der vergangenen 60 Minuten dargestellt. Zu beachten ist, dass die Dichte der Meldungen stark abhängig von der Bevölkerungsdichte ist und somit Hamburg und Berlin besonders hervorstechen, die Gebiete dazwischen, aber nicht weniger von Glätte betroffen sein müssen. Auch ein Tagesgang der Meldungen wird sichtbar. Leicht verständlich gehen um 3 Uhr in der Nacht weniger Meldungen ein als um 9 Uhr am Vormittag.
 

Glätte-Meldungen der Nutzer der WarnWetter-App 

Doch genug des Rückblicks wenden wir uns der Wetterprognose zu. Heute tagsüber hat sich die Glättesituation entspannt, dennoch kann es örtlich zur Kombination von Sprühregen und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommen. Kritischer wird es in der Nacht zum Sonntag. Dann bestehen in einem Streifen von der Eifel über den nördlichen und zentralen Mittelgebirgsraum bis nach Sachsen und Südbrandenburg ähnliche Bedingungen wie in der vergangenen Nacht im Norden. Besonders in der östlichen Mitte muss mit gefrierenden Sprühregen und in der Folge mit Glatteis gerechnet werden. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes werden für die am meisten gefährdetsten Regionen entsprechende Warnungen vor Glätte herausgeben. Erfahrungsgemäß werden im Laufe der Nacht aber Anpassungen nötig werden. Neben Messwerten werden dann auch die von Ihnen abgegebenen Meldungen genutzt. Vielen Dank dafür! 

 

Gebiete in orange mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Glatteis in der Nacht zum 28.12.2025 

M.Sc. Meteorologe Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Nicht-aufs-Glatteis-fuehren-lassen--scaled.png 1682 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-27 20:58:232025-12-29 21:05:43Nicht aufs Glatteis führen lassen

Kleines meteorologisches Weihnachtsgedicht 

26. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Weihnachten 2025 war fast überall gefühlt wie immer,
von Schnee an Weihnachten hat die Generation Alpha quasi keinen Schimmer.
Das letzte Weihnachtfest mit einer Schneedecke war Zweitausendzehn,
da muss man in den Geschichtsbüchern schon ganze 15 Jahre zurückgehn. 

Zumindest im Süden tanzten an Heiligabend Schneeflocken vor dem Fenster,
da dachte so mancher: „Mensch sehe ich etwa kleine Gespenster?“
Aber für mehr als eine kleine „Anzuckerung“ hat es nicht gereicht,
liegt das etwa am Klimawandel? – Naja, vielleicht. 

Doch immerhin war das Weihnachtsfest ziemlich frisch,
da rentierten sich Schal, Mütze und Handschuhe auf dem Gabentisch.
Dem Weihnachtsmann war es bestimmt zwischendurch auch mal kalt,
da lohnte sich zu Plätzchen und Wein sicherlich ein kurzer Zwischenhalt. 

Doch wie geht das Jahr 2025 wettertechnisch nun zu Ende?
Da reiben wir Meteorologen uns noch die Hände.
Polarluft flutet bis Dienstag das ganze Land,
doch trägt der Winter dann ein weißes Gewand? 

Im Bergland ist nächste Woche Schnee sicher,
im Flachland hingegen ist es fraglicher.
Die Chancen dafür stehen jedoch gar nicht so schlecht,
den Kindern und Schneeliebhabern wäre dies sicherlich recht. 

Doch wie ist es so oft im Meteorologenleben,
eine hundertprozentige Vorhersage wird es nie geben. 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-26 20:52:382025-12-29 20:56:33Kleines meteorologisches Weihnachtsgedicht 

Kaltes Hochdruckwetter prägt Weihnachten 

25. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Das Wetter rund um Weihnachten zeigt sich in weiten Teilen Deutschlands von seiner ruhigen winterlichen Seite. Verantwortlich dafür sind gleich zwei Hochdruckgebiete, die derzeit Mittel- und Nordwesteuropa dominieren. Hoch HELLA liegt über Schottland, Hoch INKA über der Ukraine. Dazwischen strömt aus Osten kalte Festlandsluft nach Deutschland. 

Diese Luftmasse bringt in den kommenden Tagen eisige Temperaturen. Nach leichten Schneefällen am gestrigen Mittwoch in Teilen Süddeutschlands, die örtlich für eine dünne Schneedecke gesorgt haben, bleibt es zunächst überwiegend trocken. Neue Niederschläge sind vorerst kaum zu erwarten. 

 

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Donnerstag den 25.12.2025 12 UTC. Quelle: DWD 

Am heutigen Donnerstag, dem Ersten Weihnachtstag, steigen die Temperaturen tagsüber meist nicht über -6 bis 0 Grad. Nur an den Küsten, im Westen und Südwesten sowie entlang der unteren Donau sind vereinzelt leichte Plusgrade möglich. Der teils kräftige Ostwind verstärkt jedoch das Kältegefühl deutlich. 

Wetter- und Temperaturkarte, am Donnerstag 25.12.2025. Quelle: DWD 

Viele Regionen dürfen sich über Sonnenschein freuen. Lediglich zwischen Sachsen und Thüringen sowie im Südwesten halten sich gebietsweise zähe Hochnebelfelder. In der Nacht zum Freitag wird es verbreitet frostig. Die Temperaturen sinken auf -1 bis -9 Grad, im Osten lokal sogar bis -12 Grad. 

Wetter- und Temperaturkarte, in der Nacht zum Freitag 25./26.12.2025. Quelle: DWD 

Ab dem Zweiten Weihnachtstag verlagern sich die Hochdruckgebiete allmählich in Richtung der Britischen Inseln und des Nordostatlantiks. Dadurch ändert sich die Strömung über Deutschland langsam. Am Wochenende kommt die Luft häufiger aus nördlichen Richtungen und bringt in den unteren Schichten mehr Feuchtigkeit mit sich. 

Während die Mitte und der Süden noch längere Zeit von trockener Luft profitieren und sich bei Sonnenschein auch letzte Nebelfelder auflösen, breiten sich im Norden zunehmend dichte Wolken aus. Diese erreichen in der Nacht zum Sonntag auch die Landesmitte. Lokal kann es zu leichtem Sprühregen kommen. Besonders in den Mittelgebirgen besteht dabei stellenweise Glatteisgefahr, da die Temperaturen dort unter dem Gefrierpunkt bleiben. Tagsüber liegen die Werte sonst meist knapp über null, die Nächte bleiben weiterhin frostig. 

Zum Start in die neue Woche zeichnet sich schließlich eine allmähliche Wetterumstellung ab. Das Hochdruckgebiet verlagert sich über den Nordatlantik zwischen die Britischen Inseln und Island. Gleichzeitig sorgen Tiefdruckgebiete über Skandinavien und Osteuropa dafür, dass kalte Polarluft nach Deutschland vordringen kann. 

Mit dieser Kaltluft nehmen auch die Niederschläge zu und sie könnten zunehmend bis in tiefe Lagen als Schnee fallen. Pünktlich zum Jahreswechsel ist daher ein deutlicher Wintereinbruch durchaus möglich. 

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Kaltes-Hochdruckwetter-praegt-Weihnachten-.png 914 1284 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-25 20:41:402025-12-29 20:52:14Kaltes Hochdruckwetter prägt Weihnachten 

Weihnachten vor 15 Jahren: „Scarlett“ schneite den Süden Deutschlands ein 

24. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Jedes Jahr erreichen uns bereits im Herbst die ersten Anfragen, ob sich denn in diesem Jahr die vielfach ersehnten „weißen Weihnachten“ einstellen. Dabei sind die Chancen auf eine flächige Schneedecke von mindestens einem Zentimeter über die Weihnachtsfeiertage in weiten Teilen Deutschlands alles andere als hoch. In vielen Regionen liegen die Wahrscheinlichkeiten unter 20 Prozent, teilweise sogar unter 10 Prozent, das heißt nicht mal alle 10 Jahre stellt sich ein „weißes Weihnachtsfest“ ein. Im Bergland und vor allem in Gipfellagen stehen die Chancen hingegen etwas besser. 

 

Die Karte zeigt, wie wahrscheinlich regional weiße Weihnachten mit einer Schneedecke an allen drei Tagen vom 24. bis 26. Dezember in der Referenzperiode 1991-2020 waren. 

Wann gab es nun zuletzt verbreitet „weiße Weihnachten“? 

Dazu müssen wir 15 Jahre zurückschauen in den Dezember 2010. Dieser verlief in großen Teilen West- und Mitteleuropas hochwinterlich. Mit einer über den gesamten Monat und über die gesamte Fläche Deutschlands gemittelten Temperatur von -3,7 °C avancierte er zum viertkältesten seit Beginn der kontinuierlichen Messungen im Jahr 1881. In der Nordhälfte des Landes, die mit nur kurzen Unterbrechungen die meiste Zeit im Bereich polarer bzw. arktischer Luftmassen verblieb, betrug die negative Abweichung zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990 verbreitet 5 bis 6 Kelvin (entspricht betragsmäßig °C). In den Süden drang dagegen immer mal wieder mildere Luft vor, so dass die zeitweilig vorhandene Schneedecke insbesondere in den Niederungen des Südwestens wiederholt dem Tauwetter zum Opfer fiel.

Einen Tag vor Heiligabend stellte sich die Situation wie folgt dar: In weiten Teilen Deutschlands lag eine 10 bis 20, im Norden und in den Mittelgebirgen auch weit über 30 cm mächtige Schneedecke, während die tiefen Lagen Baden-Württembergs und Bayerisch-Schwabens weitgehend schneefrei waren. Doch dann kam „Scarlett“. 

Satellitenbilder von Mitteleuropa vom 24. (links), 25. (Mitte) und 26. Dezember 2010 (rechts). 

Tief „Scarlett“ wurde bereits am 19. Dezember 2010 zum ersten Mal auf den Bodenwetterkarten analysiert, zu diesem Zeitpunkt noch als unscheinbar flaches Gebilde etwas südwestlich der Azoren. Es verlagerte sich zunächst nur langsam ostwärts und lenkte auf seiner Vorderseite mit südlicher Strömung milde Luft nach Mitteleuropa. In Verbindung mit der Warmfront des Tiefs kamen zum 23. von Südwesten her großflächig Niederschläge auf, die in den südlichen und mittleren Teilen Deutschlands erst noch als Regen oder gefrierender Regen fielen. 

 

DWD-Bodendruckanalyse vom 23. (links) und 24. Dezember 2010 (rechts) jeweils um 00 UTC mit eingezeichneten Fronten und Namen der Druckgebilde.  

Über die Weihnachtstage verlagerte sich „Scarlett“ über Südfrankreich und das westliche Mittelmeer nach Norditalien, zudem bildete sich ein Teiltief über Osteuropa. Die Warmfront, die immer mehr als quasistationäre Luftmassengrenze in Erscheinung trat, lag fortan eingebettet in einer vom eigentlichen Tiefzentrum ausgehenden und sich bogenförmig über Mittel- bis zu dem Teiltief nach Osteuropa erstreckenden Tiefdruckrinne. Auf der Rückseite des gesamten Tiefdrucksystems kam bodennah eine kräftige Nordostströmung in Gang, mit der polare Kaltluft im Laufe des Heiligabends bis zu den Alpen vorstieß. 

DWD-Bodendruckanalyse vom 25. (links) und 26. Dezember 2010 (rechts) jeweils um 00 UTC mit eingezeichneten Fronten und Namen der Druckgebilde. 

Der Nordostströmung am Boden überlagert war eine südwestliche Höhenströmung vorderseitig eines Langwellentroges über Westeuropa. Diese Konstellation induzierte eine klassische Gegenstromlage mit anhaltender Warmluftadvektion vor allem in den mittleren Schichten der Troposphäre und hatte großräumige Hebungsprozesse zur Folge.

Während die feste Niederschlagsphase am 23. zunächst auf den Norden und Nordwesten Deutschlands beschränkt blieb, gingen die Niederschläge mit Einfließen der hochreichend kalten Luft pünktlich zu Heiligabend (24. Dezember) auch im Süden immer mehr in Schnee über. Zur Bescherung am Abend fiel überall Schnee. Vielerorts hatte sich bis dahin schon eine stattliche Neuschneedecke ausgebildet (z. B. Niederstetten 20 cm). Bis zum Morgen des ersten Feiertages (25. Dezember) summierten sich in einem breiten Streifen von Baden-Württemberg über Nordbayern bis nach Thüringen, Sachsen und in den Süden Brandenburgs zweistellige Neuschneemengen, selbst die ansonsten mit wenig Schnee bedachten Regionen am Oberrhein verwandelten sich in ein weißes Winterwunderland (z. B. Rheinstetten 20 cm, Lahr 18 cm, Mannheim 15 cm). Die Schneefälle hielten bis zum Nachmittag an und zogen sich dann unter Abschwächung nach Südosten zurück. 

Niederschlagsradar Deutschland vom 24. Dezember 2010 um 00:00, 06:00, 12:00 und 18:00 Uhr MEZ (oben) und vom 25. Dezember 2010 um 00:15, 06:00, 12:00 und 18:00 Uhr MEZ (unten). 

Die größten Schneehöhen wurden zum Mittags- und Abendtermin des 25. respektive am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages gemessen. In Rheinstetten konnten 23 – maximal sogar 24 – cm verzeichnet werden; die höchste Schneedecke im Raum Karlsruhe seit dem 4. Januar 1985. Aber auch andernorts geriet man ob der teilweise enormen Schneemengen ins Staunen: Aachen 37, Öhringen 32 oder Düsseldorf 27 cm, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Nie zuvor lag Deutschland an Weihnachten flächendeckend unter einer solch dicken Schneedecke. Relativ schneearm verliefen die Feiertage hingegen ausgerechnet im vergleichsweise schneereichen Süden Bayerns. München konnte beispielsweise nur mit rund 5 cm aufwarten.

Hier sind einige Stationen mit Schneehöhen in Zentimeter (cm) aufgelistet, die zwischen dem 24. und 26. Dezember 2010 gemessen wurden:

 

Ort / Station  Bundesland  Schneehöhen 
Berlin-Dahlem  Berlin  33 cm 
Helgoland  Schleswig-Holstein  11 cm 
Hamburg-Fuhlsbüttel  Hamburg  20 cm 
Hannover-Flughafen  Niedersachsen  28 cm 
Brocken  Sachsen-Anhalt  160 cm 
Aachen  Nordrhein-Westfalen  37 cm 
Bielefeld-Deppendorf  Nordrhein-Westfalen  44 cm 
Neuhaus am Rennweg  Thüringen  110 cm 
Gera-Leumnitz  Thüringen  70 cm 
Rheinstetten  Baden-Württemberg  24 cm 
Stuttgart-Flughafen  Baden-Württemberg  16 cm 
Lahr  Baden-Württemberg  19 cm 
Freiburg-Flugplatz  Baden-Württemberg  15 cm 
Kempten  Bayern  21 cm 
Oberstdorf  Bayern  31 cm 
Garmisch-Partenkirchen  Bayern  27 cm 

Nach dem Schnee kam die große Kälte: Die frisch eingeflossene Polarluft, der viele Neuschnee und ein aufklarender Himmel kurz nach dem astronomischen Sonnentiefststand schufen ideale Voraussetzungen für strenge Fröste auch im Südwesten der Bundesrepublik: In Mannheim (-18,3 °C) und Lahr (-17,9 °C) wurden in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag neue Dezemberrekorde registriert, in Pforzheim sank die Temperatur gar auf -22,1 °C. Die kälteste Station im Messnetz des DWD war Bad Königshofen in Nordbayern mit -24,0 °C. Verbreitet zeigten die Thermometer in dieser Nacht zweistellige Minusgrade an. 

Fotos aus Rheinstetten bei Karlsruhe am 25. und 26. Dezember 2010. 

Und wie sieht es in diesem Jahr aus?

Im Jahr 2025 wird es in weiten Teilen Deutschlands, wie schon in den Jahren zuvor, wieder nichts mit einer „weißen Weihnacht“. Einzig stellenweise im süddeutschen Raum sowie in den östlichen und südöstlichen Bergländern fällt am heutigen Heiligabend geringfügiger Neuschnee. Selbst die Zugspitze ist mit derzeit 96 Zentimetern eher am unteren Ende der Statistik zu finden. Im letzten Jahr registrierte die Wetterstation dort etwa die doppelte Schneehöhe. Die Temperaturen können ebenfalls nicht ganz mit dem Weihnachtsfest 2010 mithalten. In den östlichen Landesteilen sinkt das Thermometer in den kommenden Nächten zwar in den strengen Frostbereich bis -12 °C. Allerdings fehlt dort die „Schneeunterlage“ für noch tiefere Temperaturen. Auch wenn das diesjährige Weihnachtsfest vielerorts wieder einmal schneelos ausfällt, wünscht Ihnen das DWD-Team dennoch ein ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest. 

Dipl.-Met. Christian Ehmann und
M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Weihnachten-vor-15-Jahren-22Scarlett22-schneite-den-Sueden-Deutschlands-ein--scaled.png 2560 1837 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-24 19:52:482025-12-29 20:41:21Weihnachten vor 15 Jahren: „Scarlett“ schneite den Süden Deutschlands ein 

Wie lange hält das hochdruckdominierte Wetter an? 

23. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Nebel, Hochnebel und teilweise auch etwas Sonnenschein. So gestaltete sich das Wetter in diesem Dezember häufig. Grund dafür waren immer wiederkehrende Hochdrucklagen. Auch über die Weihnachtstage erwartet uns ruhiges Winterwetter. Hoher Luftdruck erstreckt sich über weite Teile von Nord- und Mitteleuropa. Auf der Südseite stellt sich eine östliche bis nordöstliche Strömung ein, wodurch zumindest die Temperaturen schrittweise zurückgehen werden. An Heiligabend verlagert sich ein schwach ausgeprägter Kaltlufttropfen über die Mitte und den Süden Deutschlands nach Westen. Dieser sorgt im Süden für ein Zustrom von feuchten Luftmassen sowie für leichte Hebungsimpulse, wodurch vor allem vom Bayerwald bis zum Schwarzwald regional leichte Schneefälle wenigstens für eine angezuckerte Landschaft sorgen werden.
In den folgenden Tagen etabliert sich der Hochdruckschwerpunkt über Nordwesteuropa. Zudem erstreckt sich ein Ableger bis nach Zentraleuropa, sodass sich das ruhige Winterwetter bei uns fortsetzt. Nennenswerter Niederschlag ist somit vorerst kein Thema. Im weiteren Verlauf stellt sich voraussichtlich zwischen einem Hoch über Nordwesteuropa und tiefem Luftdruck im Bereich des Baltikums eine nordöstliche bis nördliche Strömung ein.

Analysekarte für Freitag, den 26.12.2025 um 12 UTC. Ein Ableger eines kräftigen Hochdruckgebietes über Nordwesteuropa erstreckt sich bis nach Zentraleuropa. 

Da es sowohl bezüglich der Position als auch der Intensität der Druckgebilde noch größere Unsicherheiten gibt, ist der Wettercharakter zum Jahreswechsel noch völlig offen. Etabliert sich das angedeutete Hochdruckgebiet über Nordwesteuropa etwas weiter im Nordwesten, könnte eine nördliche bis nordöstliche Strömung in Verbindung mit kleineren von Nord nach Süd wandernden Tiefs für eine weiße Überraschung bis ins Flachland sorgen. Dieses Szenario ist nach jetzigem Stand das wahrscheinlichste. Befindet sich der Hochdruckschwerpunkt dagegen weiter im Südosten, würde sich das ruhige und niederschlagsarme Wetter der letzten Wochen fortsetzen.
Eine weitere Lösung ist zum Start in das neue Jahr eine Änderung der Großwetterlage zu einer zyklonal geprägten Nordwestlage. Dadurch würden zumindest im Bergland ganz zur Freude aller Wintersportliebhaber die Chancen für Schnee ansteigen. Für das Flachland würde dies aber weniger winterliches Wetter bedeuten. Häufig wäre es dort dann nasskalt und für einen nachhaltigen Wintereinbruch mit einer Schneedecke zu mild. Ein Blick auf die Mittelfrist zeigt also Anzeichen für eine zyklonal geprägte Nord- bis Nordwestlage. Damit nehmen auch die Niederschlagssignale zu. In der Vorhersage der großräumigen Struktur des Geopotentials über der Nordhemisphäre zeigt sich diese Entwicklung (Bild2). Unter zunehmender Vorhersageunsicherheit deutet sich eine retrograde Verlagerung der Druckgebilde an. Dies zeigt eine blockierende Wetterlage mit einer Verlagerung der Druckgebilde nach Westen. Demnach würde in Deutschland der Tiefdruckeinfluss ab dem Jahreswechsel zunehmen und uns eine wechselhaftere und teils auch winterlichere Wetterphase mit Schnee bevorstehen. Es steht also für alle Winterliebhaber eine sehr spannende Zeit ins Haus!
 

 

Bild 2: Hovmöller Diagramm für das Geopotential in 500 hPa für die Nordhemisphäre. Tiefes Geopotential verlagert seinen Schwerpunkt nach Westen. Dadurch nimmt die Hochdruckaktivität voraussichtlich ab. 

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

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Angeweißte Weihnachten 2025

22. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Seit nun mehr über 2 Wochen präsentiert sich das Wetter über Deutschland von einer meist drögen Seite und so war und ist die tägliche Frage, ob und wo es Hochnebel gibt. Pünktlich zum anstehenden Weihnachtsfest tut sich aber was in der Wetterküche: Zwar findet keine Neuerfindung des (Winter-) Wetters statt, aber ein paar entscheidende Stellschrauben werden gedreht, um ein winterliches Fest zu garantieren.

Die erste Stellschraube ist dabei die Verlagerung der Hochdruckzone in Richtung Skandinavien, und hier kann sich ein veritables Hochdruckgebiet mit zwei Schwerpunkten (HELLA und INKA) manifestieren, an dessen Südostflanke wir in Deutschland nun geraten werden. Damit dreht die Strömung von einer leicht südlich angehauchten Richtung auf Ost, womit zuerst bodennah der Weg für Kaltluft zu uns frei wird. Dann kommt als zweite Stellschraube noch ein kleines Höhentief (Kaltlufttropfen) aus Polen herangezogen, das zumindest regional ganz leichte Niederschläge auslöst, die häufig als Schnee oder Schneegriesel fallen werden.

Bei der Großwetterlage dominiert in den kommenden Weihnachtsfeiertagen der Einfluss eines sich über Skandinavien kräftigenden Hochs, das eine bodennahe Ostströmung und die Zufuhr kalter Luft in Gang kommen lässt. 

Fangen wir aber von vorne an: Der morgige Dienstag (23.12.) wird noch einigermaßen mild mit 2 Grad im Süden und Osten und bis zu 7 Grad im Westen, häufig aber hochnebelartig bedeckt. Sonnenschein gibt es höchstens in einem Streifen von der Deutschen Bucht bis zur Uckermark und im Hochschwarzwald. Dazu kann es bevorzugt im östlichen Bergland etwas Sprühregen oder in höheren Lagen Schneegriesel geben. Der Wind lebt hier bereits böig auf und weht im Bergland teils stürmisch um Ost bis Nordost.

Dann ist er da, der Heilige Abend: Von Osten verstärkt sich die Kaltluftzufuhr weiter und auch weiterhin werden schwache Niederschläge ausgelöst. Vor allem von der Rhön ostwärts über den Thüringer Wald bis ans Erzgebirge kann es etwas flöckeln, sonst ist Schnee nur die Ausnahme. Mit maximal 1 cm Neuschnee sind die Mengen aber auch mehr als überschaubar. Etwas spannender wird die Lage schon ausgangs der Nacht im Süden. Hier gibt es häufiger Sprühregen, und das teils bei um oder unter 0 Grad, weshalb es zu Glätte kommen kann. Tagsüber gehen die regionalen Niederschläge dort durch die Kaltluft dann verbreitet in leichten Schneefall über und so sind vor allem an der Schwäbischen Alb und im Alpenvorland auch 1-2, lokal um 3 cm Neuschnee möglich. Im großen Rest des Landes bleibt es trocken, im Nordosten auch aufgelockert, aber sehr windig, ab der Mittelgebirgsschwelle südwärts im Bergland auch stürmisch. Noch ein Satz zu den Temperaturen, jedoch ist hier tagsüber bei 0 bis 4 Grad schon Schluss, nachts gibt es häufig mäßigen Frost bis -9 Grad.
 

Der Blick auf die von ICON-NEST prognostizierte Gesamtschneehöhe um Mitternacht (25.12.) zeigt insbesondere im Süden die Chance auf etwas weiße Weihnachten. 

Am ersten Weihnachtsfeiertag ist der Niederschlag schon wieder Schnee von gestern und trockene Kaltluft flutet ganz Deutschland. Damit geht auch verbreitet eine Wolkenauflösung einher, weshalb die Sonnenscheinanteile vor allem im Norden und der Mitte sehr hoch sein werden. Nicht so hoch jedoch sind die Temperaturen, denn in Teilen des Nordens und insbesondere des Ostens ist leichter Dauerfrost angesagt. Dies fühlt sich durch den weiterhin lebhaften Ost- bis Nordostwind noch wesentlich kälter an. Die Nacht auf den Freitag wird dann ebenso kalt wie die Vornacht, möglicherweise reicht es sogar an der ein oder anderen Stelle für Tiefstwerte unter -10 Grad.

 

Die Höchst- und Tiefstwerte für den 25.12. und die Nacht auf den 26.12. verdeutlichen das kalte Potential der einfließenden Luftmasse mit der regionalen Option auf Dauerfrost. 

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ändert sich sowohl an der Großwetterlage, als auch an der Witterung bei uns wenig bis nichts. Den Nordosten erreicht schon wieder ein Schwall etwas höhenmilderer Luft samt Bewölkung, ansonsten gibt es von der nördlichen Mitte bis in den Süden weiterhin viel Sonne. Nur örtlich, etwa entlang der Donau, kann sich ganztägig Nebel halten. Dazu wird es nur unwesentlich wärmer mit meist 0 bis 4 Grad, an der Küste bis 6 Grad. Auch der Wind weht weiterhin stark, aber nicht mehr ganz so kräftig aus östlichen Richtungen.

Die Aussichten in der Wochenfrist zeigen ein leichtes Ansteigen der Temperaturen zum kommenden Wochenende, allerdings bleiben die Nächte weiterhin frostig. 

In den Folgetagen dominiert wieder etwas wolkenreichere Luft die Zeit „zwischen den Jahren“, ohne dass vom Wetter aber eine größere Gefahr ausgehen wird. Nachts bleibt es dabei frostig kalt, tagsüber gibt es meist zarte Plusgrade.

In diesem Sinne wünscht der Verfasser dieser Zeilen allen Leserinnen und Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest 2025! Haben Sie eine tolle Zeit!

M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Angeweisste-Weihnachten-2025-.gif 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-22 19:21:022025-12-22 19:22:26Angeweißte Weihnachten 2025

Schnee an Heiligabend?

21. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Eine ausgeprägte Hochdruckzone erstreckt sich vom Nordmeer bis nach Zentraleuropa. In Verbindung mit einer Tiefdruckzone über Westeuropa werden unter Hochdruckeinfluss mit einer schwachen Strömung milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum zu uns geführt. Das bedeutet für unser Wetter im Frühwinter viel Grau und wenig Blau. Vor allem in den Niederungen hält sich auch am heutigen 4. Advent teilweise wieder zäher Nebel und Hochnebel. Am besten stehen die Chancen auf etwas Sonnenschein in den Hochlagen, sowie im Lee einiger Mittelgebirge. Da der oftmals noch schwache bis mäßige Wind am heutigen Sonntag aus östlichen Richtungen kommt, ist das am ehesten auf der Westseite der Mittelgebirge der Fall. So sind heute in Nordrhein-Westfalen im Lee des Rothaargebirges und des Bergischen Landes mit leichter Föhnunterstützung sogar Spitzenwerte von bis zu 14 Grad möglich. 

Analysekarte für Sonntag, den 21.12.2025 um 12 UTC. Hoher Luftdruck erstreckt sich vom Nordmeer über Zentral- bis nach Osteuropa. 

Dies ändert sich aber in der kommenden Woche. Das abgeschnürte Tiefdrucksystem über Westeuropa verlagert sich in den Mittelmeerraum. Gleichzeitig setzt sich über Skandinavien hoher Luftdruck durch. Damit dreht die Strömung vermehrt auf nordöstliche Richtung, sodass zunehmend deutlich kältere Luftmassen einströmen. Da Deutschland sich nach wie vor unter Hochdruckeinfluss befindet, fällt allerdings kaum Niederschlag. Lediglich zur Wochenmitte führt ein kleines Höhentief feuchte Luftmassen heran und sorgt durch schwache Hebungsprozesse im Süden und Osten gebietsweise für schwache Niederschläge. Aufgrund der deutlich zurückgehenden Temperaturen fällt dieser vor allem in etwas höheren Lagen als Schnee. 

Modellvergleich der Großwetterlage für Mittwoch, den 24.12.2025 um 12 UTC. Es existieren immer noch kleinere räumliche und zeitliche Unterschiede in der Zugbahn des Höhentiefs. Zudem wird auch die Intensität noch unterschiedlich berechnet. 

Die großen Schneemengen werden dabei aber nicht erwartet. Meist sind im Süden und Osten 1 bis 3 cm Neuschnee möglich, sodass dort zumindest über weiße Weihnacht (light) gesprochen werden kann. Nach Norden hin ist davon aber nichts zu spüren. Dort gibt es an Heiligabend immerhin zumindest zeitweise etwas Sonnenschein. Zudem werden die Nächte sehr kalt. Bei längerem Aufklaren ist verbreitet mäßiger Frost zu erwarten. Örtlich sind auch Tiefstwerte von um oder unter -10 Grad möglich. 

Eine genaue räumliche und zeitliche Eingrenzung ist aktuell noch nicht möglich. Welche Gebiete von den leichten Schneefällen getroffen werden, hängt letztendlich von der exakten Zugbahn des Höhentiefs ab. Nach jetzigem Stand schaut es danach aus, dass bereits in der Nacht zu Heiligabend die östlichen Mittelgebirge und der Alpenraum betroffen sind. Tagsüber dehnen sich die Niederschläge dann nach Westen aus und begrenzen sich vom östlichen Alpenraum über Oberbayern bis zum Schwarzwald. 

Bereits in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag klingen die Niederschläge rasch ab, sodass tagsüber sich das ruhige, aber auch kältere Winterwetter fortsetzt. Dann stehen auch zumindest nach Norden hin die Chancen auf etwas Sonnenschein besser. Damit bleibt uns abgesehen von einer kleinen Störung zu Beginn des Weihnachtsfestes das ruhige Winterwetter erhalten! 

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Schnee-an-Heiligabend-.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-21 19:02:482025-12-22 19:10:46Schnee an Heiligabend?

Gefühlt kälter in der Weihnachtswoche

20. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Derzeit befindet sich Deutschland noch im Zustrom von milden Luftmassen aus Südwesteuropa. Der Luftdruckgradient ist dabei über Deutschland nur sehr schwach ausgeprägt und Wind daher kein Thema. Doch sowohl die Anströmung als auch der Gradient werden sich in der kommenden Weihnachtswoche deutlich ändern. Zwischen hohem Luftdruck über Nordeuropa und tiefem Luftdruck über Südeuropa liegt Deutschland dann in einer lebhaften östlichen Strömung.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Mittwoch (Heiligabend), den 24.12.2025 um 12 UTC

Es fließt aus Osteuropa eine mäßig kalte Luftmasse ein. Durch die fehlende flächige Schneebedeckung über Osteuropa wird dieser Luftmasse allerdings etwas der Zahn gezogen. Dennoch liegen die Höchstwerte ab Dienstag nur noch im niedrigen einstelligen Bereich bzw. um den Gefrierpunkt. Allerdings werden sich diese Temperaturen deutlich kälter anfühlen, als sie tatsächlich sind. Doch warum ist das so und gibt es eine logische Erklärung dafür?

Um diese Fragestellung zu klären, muss man mehrere Faktoren betrachten. Der Mensch reagiert nicht nur auf die Lufttemperatur, sondern das menschliche Empfinden hängt auch von der Windgeschwindigkeit, der Luftfeuchtigkeit, der Sonnenstrahlung und der Wärmestrahlung der Atmosphäre ab. Die größte Rolle spielt dabei sicherlich der Wind. Hierfür wird der Windchill-Effekt (siehe „Weitere Informationen zum Thema“) betrachtet, denn durch erhöhte Windgeschwindigkeiten gibt der Körper schneller und mehr Wärme ab, als bei windschwachen Bedingungen. Beispielsweise liegt die Windchill-Temperatur, also die Lufttemperatur die ohne Wind den gleichen Abkühlungseffekt hätte, bei einer Windgeschwindigkeit von 25 km/h und einer gemessenen Lufttemperatur von -5 Grad, bei etwa -12 Grad. Treten steife Böen (Bft 7) um 50 km/h auf, liegt die Windchill-Temperatur bei derselben Lufttemperatur von -5 Grad bereits bei -15 Grad. Es drohen daher also viel schneller Erfrierungen und man muss sich entsprechend schützen.

Genau das ist ab kommender Woche ein wichtiger Punkt, denn der Ostwind lebt deutlich auf. Am Dienstag sind im Norden und der Mitte bereits Böen bis 40 km/h möglich und am Mittwoch (Heiligabend) legt der Wind noch einen Zahn zu und verbreitet liegen die Böen, mit Ausnahme des äußersten Südens, zwischen 40 und 60 km/h. Im Bergland und an den Küsten werden auch stürmische Böen um 70 km/h erwartet. Die tatsächlichen Höchstwerte liegen zwischen 0 und 5 Grad, werden sich also anfühlen, wie -1 bis -10 Grad. Nachts liegen die Tiefstwerte zwischen 0 und -7 Grad, was bei den angesprochenen Windgeschwindigkeiten einer gefühlten Temperatur unter -15 Grad entspricht.

Tabelle mit Temperatur, Windgeschwindigkeiten und gefühlter Temperatur

Es gibt unter https://rechneronline.de/barometer/gefuehlte-temperatur.php (siehe „Weitere Informationen zum Thema) einen Rechner für die gefühlte Temperatur bzw. den Windchill.

Beim Deutschen Wetterdienst wird aber, um die gefühlte Temperatur zu ermitteln, nicht nur die Windgeschwindigkeit herangezogen, sondern man beruft sich auf das Klima-Michel-Modell (siehe „Weitere Informationen zum Thema“). Dies ist ein Wärmehaushaltsmodell für den Menschen, das zur Bewertung der thermischen Umgebungsbedingungen benutzt wird.

Die gefühlte Temperatur nutzt man nun, um das thermische Empfinden und die thermophysiologische Beanspruchung darzustellen. Beispielsweise löst eine gefühlte Temperatur zwischen 0 und -13 Grad schwachen Kältestress beim Menschen aus. Je größer die Abweichungen vom „Behaglichkeits- bzw. Komfortbereich“ abweichen, der bei einer gefühlten Temperatur zwischen 0 und +20 Grad angesiedelt ist, umso mehr nimmt der Kältestress oder die Wärmebelastung zu.

Gefühlte Temperatur, thermisches Empfinden und thermophysiologische Beanspruchung auf Basis der VDI-Richtlinie 3782 Blatt 2

Dabei entsteht unter Umständen eine zunehmende Belastung für Herz, Kreislauf und periphere Gefäße. Beispielsweise können auch Asthmapatienten bei anstrengenden Tätigkeiten im Winter (z.B. Schneeschaufeln, wenn denn mal welcher liegt) Beschwerden und Probleme bekommen.

Doch trotz kalter gefühlter Temperaturen sollte man den Gang ins Freie nicht meiden, denn frische Luft kurbelt den Stoffwechsel an und stärkt das Immunsystem. Schal, Mütze und eine dicke Jacke sollten jedoch unbedingt zum Repertoire gehören.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.12.2025
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