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Ein letztes Aufbäumen des Hochsommers

Für Frühaufsteher mutete der heutige Morgen bereits leicht frühherbstlich an. In vielen Regionen gab es einstellige Tiefstwerte, nur an den Küsten und den tiefen Lagen des Südens bliebt es mit über 10 Grad etwas milder. In Bodennähe (gemessen in 5 cm Höhe) gab es besonders im Mittelgebirgsraum schon leichten Frost. Wie bereits im gestrigen Thema des Tages beschrieben, dominiert nun der Einfluss des Hochdruckgebiets MAREIKE. Dabei kann sich die eingeflossene kühle Luftmasse langsam wieder erwärmen. Bereits heute Nachmittag steigt die Temperatur vielerorts über die Marke vom 20 Grad, nur im Norden und in manchen Mittelgebirgslagen bleibt es etwas kühler. Doch reicht es in den kommenden Tagen nochmals für eine sommerliche Witterung?

Diese Frage kann mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet werden. Die Gleise für die aktuelle Wetterentwicklung wurden bereits vor knapp zwei Wochen in weit entfernten Gefilden gelegt. Am 11. August entwickelte sich vor der Westküste Afrikas der Tropische Sturm ERIN (etwa bei den Kapverdischen Inseln). In weiterer Folge zog dieser weiter in Richtung Karibik, drehte aber kurz davor nach Norden ab. Ein Glück für die dortigen Inselbewohner, denn er wurde kurzzeitig sogar mit der höchsten Kategorie 5 eingestuft. Auf dem Nordatlantik wandelte er sich schließlich in ein außertropisches Sturmtief um und ist in den heutigen Wetterkarten weit westlich von Irland zu finden. Doch seine Mission ist noch nicht zu Ende. Mit weiterer Ostverlagerung sorgt er zunehmend dafür, dass eine sehr warme Luftmasse aus Südwesteuropa nach Deutschland gelenkt wird.

Ein letztes Aufbaeumen des Hochsommers 1

Tageshöchstwerte und Wetter am Mittwoch, den 27.08.2025

Besonders am Dienstag und Mittwoch wird der Höhenpunkt der Warmluftzufuhr erwartet. In weiten Teilen Deutschlands wird dabei die Marke von 25 Grad deutlich überschritten, am Oberrhein sind sogar knapp 30 Grad möglich. Etwas länger gedulden müssen sich die Bewohnerinnen und Bewohner im Nordosten, dort kommt die Luft von der Iberischen Halbinsel erst am Mittwoch an. Abseits der unmittelbaren Küstengebiete gibt es schließlich auch dort nochmal einen klassischen „Sommertag“ mit mindestens 25 Grad.

Doch EX-ERIN hat ein enormes Durchhaltevermögen und weitet seinen Tiefdruckeinfluss in der zweiten Wochenhälfte auf Mitteleuropa aus. Dabei kommt ihm vielleicht auch ein „kleiner Bruder“ zur Hilfe. An seiner Südwestflanke könnte sich nämlich ein kleines Tief bilden, das sich ab Freitag auf Mitteleuropa auswirken würde. Über den detaillierten Ablauf sind sich die Wettermodelle zwar noch nicht einig, aber der Pfad zu verstärktem Tiefdruckeinfluss scheint in der Modellwelt schon gut ausgetreten zu sein. Mit diesem geht auch die Heranführung von deutlich kühlerer Meeresluft einher.

Ein letztes Aufbaeumen des Hochsommers 2

Temperaturverlauf für ausgewählte Städte bis Samstag, den 30.08.2025

Fans des Hochsommers müssen sich also so langsam damit abfinden, dass die Ausgabe 2025 im Laufe der kommenden Woche zu Ende geht. Denn nicht nur die Temperaturen legen den Rückwärtsgang ein, es wird auch deutlich wechselhafter mit Regenfällen und teils windigen Abschnitten. Allerdings kann es auch im weiteren September nochmal viel Sonne und Wärme geben, dann aber wahrscheinlich eher in der Kategorie „Spätsommer“ oder „Frühherbst“.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Hoch „Mareike“ sorgt für ruhiges Wetter

Am heutigen Samstag (23. August 2025) liegt Deutschland noch zwischen zwei Druckgebilden. Westlich von uns erstreckt sich Hoch „Mareike“ mit seinen beiden Schwerpunkten von Großbritannien bis zu den Färöer-Inseln. Östlich von Deutschland findet man hingegen tiefen Luftdruck auf den Wetterkarten. Insbesondere Tief „Severin“ mit Kern über dem Baltikum und der Ostsee sorgt heute noch für viele Wolken, insbesondere in der Nordosthälfte auch für einige Schauer. Zudem sorgt kalte Höhenluft und die Nähe zum Tief im Nordosten tagsüber sogar für einzelne Graupelgewitter. Diese können aufgrund der trockenen Grundschicht lokal sogar mit stürmischen Böen einhergehen. Aber auch bei nicht-elektrischen Schauern können Windböen auftreten.

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Ausschnitt der Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes vom 23. August 2025 um 09:59 Uhr. (Quelle:DWD)

Zwischen beiden Druckgebilden herrscht darüber hinaus eine nördliche Strömung, mit der bereits in den vergangenen Tagen deutlich kühlere Luft nach Deutschland strömte. So muten die heutigen Tageshöchstwerte mit 16 bis 23 Grad nicht gerade sommerlich an. Für die Jahreszeit sind die aktuellen Höchsttemperaturen im Vergleich zum klimatologischen Mittel etwas zu tief.

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DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Samstag, den 23. August 2025, 14 Uhr MESZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 22. August 2025, 00 UTC. (Quelle:DWD)

Am Sonntag und Montag verlagert Hoch „Mareike“ seinen Schwerpunkt genau über Deutschland hinweg und beruhigt das Wettergeschehen. Gleichzeitig schwindet der Einfluss von Tief „Severin“. So kommt es nur noch im Küstenumfeld zu dichteren Wolkenfeldern und vereinzelten Schauern. Sonst scheint wieder zunehmend die Sonne und die Luft kann sich etwas erwärmen. Am Sonntag werden am Hochrhein möglicherweise die 25 Grad erreicht. Am Montag steigt das Thermometer noch etwas höher. So wird es zumindest in der Südwesthälfte wieder sommerlicher.

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DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Montag, den 25. August 2025, 14 Uhr MESZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 23. August 2025, 00 UTC. (Quelle:DWD)

Vor allem in der Nacht zum Sonntag sowie in der Nacht zum Montag zeigt sich in den östlichen Mittelgebirgen aber ein weiteres Phänomen, das den fortgeschrittenen Sommer widerspiegelt. In Mulden und Senken kann die bodennahe Temperatur (gemessen 5 cm über dem Erdboden) Werte um 0 Grad annehmen, sodass vereinzelt leichter Frost in Bodennähe nicht ausgeschlossen werden kann.

Ein weiteres, markantes Druckgebilde auf den Wetterkarten fällt derzeit ins Auge: Der ehemalige Hurrikan „Ex-Erin“ zieht aktuell über dem Nordatlantik in Richtung Island und beeinflusst in der kommenden Woche unser Wetter. Was „Ex-Erin“ für Deutschland im Gepäck hat und ob der ehemalige Tropensturm den Sommer zurückbringt, das erfahren Sie am morgigen Sonntag hier im Thema des Tages.

MSc-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst