Schlagwortarchiv für: Frühlingsanfang

Das Wetter zum Frühlingsanfang

Am morgigen Freitagnachmittag (20. März 2026, 15:46 Uhr MEZ) ist auf der Nordhalbkugel astronomischer Frühlingsanfang. Dann überquert die Sonne den Äquator und bringt damit der Südhalbkugel den Herbst. An diesem Tag sind überall auf der Welt Tag und Nacht (in etwa) gleich lang, weshalb man auch von der Tag-und-Nacht-Gleiche spricht.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. März Frühling. Dies hat statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn man hierfür komplette Monate betrachtet, als Beispiel für den Frühling die Monate März, April und Mai. Würde man sich hierbei auf die astronomischen Daten beziehen, so müsste man den jährlich variablen Anfang und das variable Ende der Jahreszeiten beachten, was jede Auswertung unnötig kompliziert machen würde.

Phänologisch beginnt der Vorfrühling mit der Haselblüte, was in diesem Jahr am 07. Februar der Fall war. Seit dem 16. März befinden wir uns nun im Erstfrühling, wobei der Beginn mit der Forsythienblüte einhergeht. Statistisch gesehen war die Haselblüte also zwei Tage früher als im vieljährigen Mittel, die Forsythienblüte hingegen bereits acht Tage früher. Ende April beginnt statistisch gesehen mit der Apfelblüte dann der Vollfrühling.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 1

Phänologische Uhr mit Beginn und Dauer der phänologischen Jahreszeiten, vieljähriges Mittel und aktuelles Jahr 2026 im Vergleich

Doch wie ist das Wetter in den kommenden Tagen? Präsentiert es sich von seiner frühlingshaften Seite oder hat der Winter noch ein paar letzte Pfeile im Köcher?

Hoch LUKAS sorgt am heutigen Donnerstag in weiten Teilen Deutschlands für ruhiges und meist sehr mildes Wetter mit viel Sonnenschein. Die Temperaturmaxima liegen verbreitet bei Werten zwischen 13 und 19 Grad, nur an der Küste sowie südlich der Donau ist es etwas kühler. In den Hochlagen des Südwestens weht dabei ein mäßiger Nordost- bis Ostwind, dieser schwächt sich zum Abend aber weitestgehend ab.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 2

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Donnerstag, den 19.03.2026 12 UTC

In der Nacht zum Freitag wird es im Süden und Südosten sowie in Teilen der Mitte frostig. Trotz des warmen und sonnenscheinreichen Wetters tagsüber sollte man also nicht bereits voreilig empfindliche Pflänzchen nach draußen stellen oder einpflanzen. In besagten Regionen ist Luftfrost zwischen 0 und -5 Grad zu erwarten. Am Boden gehen die Temperaturen allerdings deutschlandweit zurück auf Werte zwischen +2 und -5 Grad, in weiten Teilen von Baden-Württemberg und Bayern ist mit mäßigem Bodenfrost zwischen -5 und -10 Grad zu rechnen.

Währenddessen greift bereits ein schwacher Tiefausläufer auf den Norden und Nordosten Deutschlands über. Dieser hat dichtere Bewölkung sowie etwas Regen im Gepäck und erreicht bis Freitagmorgen die mittleren Landesteile. Dort sorgt er auch am Freitag tagsüber für stärkere Bewölkung und gelegentlich etwas Regen.

Im Süden und Südwesten merkt man erst einmal noch nichts davon. Zunächst scheint die Sonne länger vom Himmel, ehe im Laufe des Nachmittags auch dort die Bewölkung tendenziell dichter werden soll. Dafür lockert dann die Bewölkung im Nordwesten wieder auf und die Sonne kommt etwas häufiger zum Vorschein. Die Höchsttemperatur erreicht dabei Werte zwischen 7 Grad an der See und bis 18 Grad im Südwesten.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 3

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Freitag, den 20.03.2026

Am Wochenende sorgt ein sogenannter Kaltlufttropfen – ein Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten mit hochreichend kalter Luft – im Süden Deutschlands für dichtere Bewölkung und insbesondere am Samstag für etwas Regen, in den höheren Lagen der Alpen auch für etwas Schnee. Im Norden und Nordwesten scheint hingegen die Sonne von einem zeitweise wolkenlosen Himmel. Die höchsten Temperaturwerte liegen meist zwischen 11 und 16 Grad, nur an der See, im Alpenvorland sowie im östlichen und südöstlichen Bergland ist es etwas kühler.

Summa summarum präsentiert sich das Wetter in den kommenden Tagen also meist von seiner frühlingshaften Seite, in den Alpen sorgen ein paar Schneeflocken jedoch für einen kurzen Wintergruß.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Im März weiterhin zu nass?

Mehr als 150 % des im klimatologischen Mittel zu erwartenden Niederschlags sind im Februar gefallen. In einigen Staulagen der Mittelgebirge kamen über 200 Liter pro Quadratmeter (kurz l/m²) zusammen. Im brandenburgischen Manschnow fielen dagegen nur rund 72 l/m², im thüringischen Ellrich-Werna 108 l/m². Diese Niederschlagsmengen machten jedoch an den jeweiligen Stationen mehr als 370 % des Niederschlagssolls im Monat Februar aus! Kurzum: Es war ein nasses Ende eines nassen Winters. Aber wie geht es denn im März weiter? Startet der Frühling genauso nass, wie der Winter aufgehört hat?

Im Gegensatz zu den Messungen der Wetterstationen, bei denen es sich lediglich um sogenannte Punktmessungen handelt, lassen sich die bislang im März gefallenen Niederschlagsmengen mithilfe von Radardaten recht gut abschätzen. Diese bieten den Vorteil, dass sie auch in der Fläche verfügbar sind. So werden auch lokal eng begrenzte Unterschiede sichtbar. Zusätzlich kann man die Radardaten mit den Messwerten der Stationen aus dem DWD-Messnetz kombinieren, sodass die Abschätzung noch etwas genauer wird.

Betrachtet man sich die Niederschlagsmenge, die seit Monatsbeginn (01. März) in Deutschland gefallen ist, so fällt ein starkes Südwest-Nordost-Gefälle auf („absolute Gesamtniederschlagsmenge“; siehe Abbildung 1). Während der Südwesten vorwiegend in den Farben Grün bis Gelb und Rot eingefärbt ist, weist der Nordosten teils gar keine Signale auf. Am regenreichsten war es bisher im März somit im Südwesten Deutschlands. Insbesondere im Schwarzwald kamen bis heute rund 90 l/m² zusammen. Im Norden und Osten gibt es hingegen kaum Signale für Niederschlag. Dort fiel der Frühlingsanfang also weitgehend trocken aus.

DWD Im Maerz weiterhin zu nass

Um die Niederschlagsmengen nun besser interpretieren zu können („Welche Niederschlagssummen sind viel für die Region und Jahreszeit, welche wenig?“), setzt man sie in einen klimatologischen Kontext. Dabei werden die aktuell gemessenen Daten mit den bis zum Analysetag (Donnerstag, 14.03.2024) mittleren langjährigen Niederschlagsmengen von 1991 bis 2020 verglichen. Entsprechend erhält man bei der relativen Betrachtung eine Prozentzahl, wobei Werte unter 100 % ein Niederschlagsdefizit (rote bis türkise Flächen) beschreiben, Werte über 100 % (dunkelblaue bis violette und weiße Flächen) stellen eine zu nasse Witterung dar. Die blauen Flächen repräsentieren hingegen Regionen, in denen die Niederschläge ungefähr der im Mittel zu erwartenden Menge entsprechen („relative Gesamtniederschlagsmenge“; siehe Abbildung 2).

DWD Im Maerz weiterhin zu nass 1

Auch in dieser Grafik bestätigt sich das Südwest-Nordost-Gefälle. Wenig verwunderlich sind die dargestellten Werte im Norden gebietsweise bei 0 % (rot). Im Westen und Südwesten wurden meist 30 bis 70 % des Niederschlagssolls erreicht. Regional liegt die relative Gesamtniederschlagsmenge allerdings auch bereits um bzw. über 100 %, wie zum Beispiel in einigen Weststaulagen des Schwarzwalds sowie in Oberschwaben.

DWD Im Maerz weiterhin zu nass 2

Nachdem der heutige Donnerstag frühlingshaft mild und weitgehend trocken ausfällt, gestaltet sich das Wetter in den kommenden Tagen wieder wechselhafter. In vielen Regionen fällt zeitweise etwas Regen, der von kurzen Phasen mit Zwischenhocheinfluss unterbrochen wird. Abbildung 3 zeigt die Vorhersage der akkumulierten Niederschlagsmengen bis nächsten Donnerstag, den 21.03.2024 der Wettermodelle ICON (deutsches Modell), IFS (europäisches Modell) und GFS (amerikanisches Modell). Insbesondere der äußerste Süden steht dabei im Fokus. Am Stau der Alpen sowie im Südschwarzwald sind – je nach Wettermodell – 40 bis 60 l/m² möglich. Unschwer zu erkennen gibt es zum aktuellen Zeitpunkt aber noch einige Unsicherheiten in den Modellprognosen. Im Allgäu beispielsweise sind ICON zufolge auch bis zu 80 l/m² möglich. Sonst werden im Nordwesten sowie im Stau der Mittelgebirge meist 10 bis 30 l/m² simuliert. Im Osten und Nordosten liegen die vorhergesagten Niederschlagsmengen meist unter 10 l/m². Dies könnte das Südwest-Nordost-Gefälle somit noch etwas verschärfen.

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.03.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst