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Sonne rauf, Temperaturen runter, Niederschlag Fehlanzeige 

Atlantische Tiefdruckgebiete haben Anfang der Woche die Frostluft aus Deutschland ostwärts verdrängt. Sie brachten Schnee und (gefrierenden) Regen. Doch der Tiefdruckeinfluss hielt nicht lange. Bereits am heutigen Samstag dominiert bereits wieder hoher Luftdruck. Namentlich ist es Hoch CHRISTIAN über Westrussland und Osteuropa, dessen Einfluss bis nach Mitteleuropa reicht. 

Sonne rauf Temperaturen runter Niederschlag Fehlanzeige

Vorhersage Bodendruck mit Fronten für den 18.01.2026 13 Uhr 

Bevor wir uns aber der zukünftigen Wetterentwicklung widmen, werfen wir einen Blick auf die Niederschlagsbilanz des bisherigen meteorologischen Winters. Seit dem 01.12.2025 fiel verbreitet weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Besonders trocken war es im Osten Deutschlands. Gebietsweise fielen dort erst 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter (l/qm). Der trockenste Ort Deutschlands bis einschließlich des 16.01.2026 ist Dittfurt am Nordostrand des Harzes mit 11,5 l/qm. Nasser war es im Westen. Vergleichsweise viel Niederschlag gab es im Nordseeumfeld und am Niederrhein bzw. in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge. Dort wurden bislang 60 bis 110, in Staulagen 100 bis 200 l/qm gemessen. An Nordsee, Unterelbe und vom Niederrhein bis nach Südhessen liegen die gemessenen Niederschlagsmengen nahe des Mittelwerts des Niederschlags für die erste Winterhälfte, örtlich sogar darüber. Sonst werden häufig nur Werte um 50 % des Solls, in Vorpommern und Baden-Württemberg gebietsweise weniger als 20 % verzeichnet. 

Sonne rauf Temperaturen runter Niederschlag Fehlanzeige 2 

Niederschlagsmengen absolut und relativ für den Zeitraum 01.12.2025 – 16.01.2026 

In den kommenden Tagen wird sich an den absoluten Zahlen mangels Niederschlags nichts ändern, die prozentualen Werte werden somit sinken. Denn Hoch CHRISTIAN führt in den nächsten Tagen trockene Luft nach Deutschland. Von örtlichem Nieseln aus Nebel oder Hochnebel heraus abgesehen, wird es deutschlandweit keinen Niederschlag geben. In der trockenen Luft steigen dafür verbreitet die Sonnenanteile. Ins Hintertreffen bezüglich Sonnenscheines geraten die tiefen Lagen des Südwestens, die Gebiete nahe der Donau und zeitweise auch der äußerste Nordwesten. Dort hält sich feuchtere Luft und entsprechend teils Nebel und Hochnebel.

Mit einer südöstlichen Bodenströmung wird nach und nach kältere Luft aus Osteuropa nach Deutschland geführt. Am heutigen Samstag liegen die Höchstwerte von Ost nach West noch zwischen 2 und 12 Grad, am kommenden Mittwoch werden wahrscheinlich 0 bis 7 Grad erreicht. Für alle Tage gilt, im Dauergrau an der Donau bleibt es etwas kälter. Auch an den Tiefstwerten lässt sich der allmähliche Luftmassenwechsel festmachen. Von +3 bis -5 Grad in der Nacht zum Sonntag geht es auf 0 bis -10 Grad in der Nacht zum Donnerstag runter. Auch für diese Werte gilt: je weiter nach Osten und Südosten desto kälter, am mildesten bleibt es im äußersten Westen und auf den Inseln.

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte zeigen die verschiedenen Wettermodelle unter auffrischendem Ostwind im Norden und Osten Deutschlands die verstärkte Zufuhr von Kaltluft, die über Osteuropa nie ausgeräumt wurde. Dann wird dort Dauerfrost sehr wahrscheinlich. Im Rest Landes hat es die Frostluft deutlich schwerer. Tiefdruckgebiete über dem Südwesten Europas halten dagegen – wie erfolgreich bleibt allerdings abzuwarten. 

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Prognose Maxima und Minima der nächsten Tage. 

M.Sc Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Gekommen, um zu bleiben

Im neuen Jahr zeigt der Winter, was er kann. Es ist kalt und immer wieder fällt Schnee, vor allem im Norden des Landes. Grund für das alles sind Tiefdruckgebiete über dem Norden Europas und eine umfangreiche Hochdruckzone über dem Nordwesten und Westen. Zwischen den Druckgebilden wird sehr kalte Luft zu uns geführt. Diese feuchtet sich über der Nordsee an und es kommt in einem breiten Streifen vom Nordwesten in den Osten zu Schneeschauern.

Gekommen um zu bleiben

Analyse der Wetterlage in Europa vom 04.01.2026 00 UTC (Quelle:DWD)

Diese Schauerstraße bleibt uns aufgrund der Stabilität der Strömung erhalten. Sie verlagert sich in den heutigen Abend- und Nachtstunden nur ein wenig nordwärts. Dort fällt weiterhin Schnee, der aufgrund lokaler Verstärkung durch ein kleinräumiges Tief auch mal kräftiger ausfallen kann. Die Straßenverhältnisse sind also weiterhin winterlich. Im Süden Deutschlands sorgt ein Ausläufer des Hochdruckgebietes für ruhigeres Wetter. Zwar halten sich Nebel und Hochnebel teils zäh, abseits davon ist es aber oft sonnig.

Gekommen um zu bleiben 2

Vorhersage der Wetterlage in Europa mittels Isobaren und Fronten für den 05.01.2026 12 UTC (Quelle:DWD)

Bei längerem Aufklaren sinkt die Temperatur nachts unter -10 Grad. Örtlich sind in Alpentälern auch bis -20 Grad möglich. In den übrigen Regionen sind die Nächte auch frostig, allerdings bremst die Bewölkung die Abkühlung etwas. Tagsüber gibt es oft leichten Frost, nur im Westen und Nordwesten sind leichte Plusgrade möglich.

Gekommen um zu bleiben 3

Temperaturentwicklung Sonntag (04.01.) bis Dienstag (06.01.), oben: Höchstwerte des Tages, unten: Tiefstwerte in der Nacht zum Folgetag (Quelle:DWD)

Ab Wochenmitte stellt sich das Wetter allmählich um. Dann wird die Kältezufuhr aus dem Norden beendet und in eher westlicher Strömung findet mildere Luft den Weg zu uns. Da sich aber Tiefdruckeinfluss ausweitet, wird es deutlich nasser.
Wer will und kann, sollte das schneereiche Wetter aktuell noch genießen. Vor allem im Bergland heißt es in den kommenden Tagen Ski und Rodel gut. Die Schneehöhen laden zum Winterspaziergang oder auch zu sportlicher Aktivität ein. Nach Wochenmitte könnte die weiße Pracht in den Bergen abnehmen.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

URMI auf Stippvisite

Die letzten Tage und Wochen wurden wir gebeutelt von Sturm, Regen und grauem Himmel. Die Lichtblicke waren gefühlt rar und nur von kurzer Dauer. Nun hat sich aber der Tiefdruckreigen geschlossen. LOTHAR verabschiedet sich aktuell Richtung Baltikum. Die Tiefreste bringen noch ein paar Schauer in die östlichen Regionen Deutschlands. Von Südwesten her ist aber bereits Hochdruckgebiet URMI unterwegs. Zwischen ihr und LOTHAR sorgt der hohe Druckgradient allerdings noch für ordentlich Wind in der Nordosthälfte.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage von Bodendruck und Fronten für Donnerstag, 30.10.2025 mittags

URMI auf Stippvisite

Dieser wird aber im weiteren Tagesverlauf mehr und mehr nachlassen, denn URMI zieht in den kommenden Stunden über den Süden Deutschlands hinweg ostwärts und der Gradient fächert auf. Am morgigen Freitagmittag liegt sie schon über der Tschechischen Republik. Ihr auf den Fersen ist MAREK, der uns zwar nie erreichen, aber seine Boten bereits am Freitag zu uns schicken wird.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage von Bodendruck und Fronten für Freitag, 31.10.2025 mittags

URMI auf Stippvisite 2

Doch erst zu URMI: Wie es Hochdruckgebiete so an sich haben, beruhigt sich das Wetter. Da die Luft in den letzten Tagen nicht überbordend feucht war, kann sie gut abtrocknen. Entsprechend kann sich die Sonne gut durchsetzen. In südlicher Strömung fließt auch recht milde Luft zu uns. Dies sorgt für teils frühlingshafte Temperaturwerte tagsüber. In der oft gering bewölkten oder klaren Nacht allerdings kühlt es mit langwelliger Abstrahlung sehr gut aus. Vor allem in der Südhälfte sinkt die Temperatur verbreitet in den tiefen einstelligen Bereich, im Südosten wird es gebietsweise frostig bis -2 Grad.

In feuchten Gebieten, also da, wo es kürzlich noch geregnet hat oder wo größere Flüsse fließen, bildet sich in der Nacht Nebel. Durch den hohen Luftdruck wird die feuchte Nebelluft auf den Boden gedrückt, es findet kein vertikaler Austausch statt. Dies führt dazu, dass sich der Nebel lange Zeit halten kann, teils bis zum Freitagmittag. Abseits von Nebel startet der Tag aber sonst trocken und mit großen Wolkenlücken, im Osten und Süden auch sonnig.

Später am Tag wird die Luft im Westen und Nordwesten wieder angefeuchtet. Wolken ziehen herein, es bleibt aber noch trocken. Da sich MAREK langsam ausdehnt, steigt der Druckgradient zwischen ihm und Hoch URMI wieder an. Im Ergebnis frischt der Wind im Westen und Nordwesten wieder auf, erreicht aber erstmal keine stürmischen Böen.

Im Laufe des Abends breiten sich die Wolken langsam ostwärts aus, im Südosten dehnt sich auch der Nebel wieder aus. An der Nordsee sowie Richtung niederländische Grenze kann es etwas Regen geben. Sonst ist der Abend niederschlagsfrei. Wer sich auf den Weg macht, die Nachbarschaft zu Halloween um Süßigkeiten zu erleichtern, der tut dies in den westlichen Regionen meist bei Temperaturwerten zwischen 9 und 12, in den östlichen Regionen bei Werten zwischen 7 und 10 Grad. Auf den Regenschutz kann mit Ausnahme des äußersten Westens und Nordwestens verzichtet werden.

Wenn man allerdings ein Heimkommen spät in der Nacht oder gar erst am Samstagmorgen plant, dann sollte man den Schirm in den Regionen von der Nordsee bis in den Pfälzerwald vorsichthalber einpacken oder ins Kostüm integrieren. Richtung Osten und Südosten kann es auch noch einmal recht frisch werden mit Tiefstwerten zwischen 2 und 5 Grad.
Der Ausblick aufs Wochenende sei hier nur kurz skizziert: Der Tiefdruckeinfluss nimmt zu und es wird wieder grauer und nasser. Genug Gelegenheit, um die Nachwehen der süßesten Nacht des Jahres, ohne schlechtes Gewissen dem Wetter gegenüber, auszukurieren.

Diplom – Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.10.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Doppelter Wetterumschwung

SIEGLINDE – so heißt das Hoch über den Britischen Inseln, das seit Tagen in vielen Teilen Deutschlands für einen hohen Grauanteil beim Wetter sorgt. Der Hauptgrund dafür liegt darin, dass an der Ostflanke des Hochs fortwährend feuchte, wolkenreiche Nordseeluft in unser Land strömt (siehe dazu auch das Thema des Tages vom 13.10.2025).

Abb. 1: Luftdruck am Boden (schwarze Linien) und Qualität der Luftmasse (potentielle Äquivalenttemperatur, Farbfläche) für Mittwoch, 15.10.2025 (ICON-Prognose). (Quelle: DWD)

Doppelter Wetterumschwung 1

Doch damit ist bald Schluss! Bis Freitag ändert sich zunächst zwar nicht so viel, sprich: viele Wolken, hier und da Sprühregen, Auflockerungen vor allem im Süden und dort in Hochlagen mitunter ganztags sonnig. Ab Freitagnachmittag/-abend greift dann aber von Dänemark und der Ostsee kommend eine Kaltfront auf Deutschland über, die am Samstag auch den Süden erreicht. Aufgrund des anhaltenden Hochdruckeinflusses ist sie zwar kaum wetteraktiv, allerdings folgt ihr deutlich trockenere Luft aus polaren Breiten, in der sich die Wolken überwiegend auflösen dürften. Tja, und eine wolkenarme und zumindest abseits der Küsten auch windschwache Nacht verspricht recht kalt zu werden. Vor allem im Norden kann die Temperatur regional bis 0 Grad absinken, in Bodennähe ist verbreitet mit leichtem Frost zu rechnen.

Am Samstag kommt dann auch bei der Druckverteilung Bewegung ins Spiel. SIEGLINDE verlagert ihren Schwerpunkt zunächst nach Deutschland, um dann am Sonntag ins östliche Mitteleuropa abzuziehen. Dadurch dreht die Strömung in den unteren Luftschichten langsam aber sicher über Ost auf Südost. Der Zustrom relativ feuchter Nordseeluft ist damit gekappt und in der bei uns nun vorherrschenden zwar kühleren, aber auch trockeneren Luftmasse, wird sich am Wochenende vielerorts auch mal für längere Zeit die Sonne zeigen. Gut, gerade in manchen Ecken Süddeutschlands wird sich auch wieder zäher Nebel oder Hochnebel halten, bundesweit betrachtet ist diese Neigung aber deutlich geringer als momentan.

Abb. 2: Luftdruck am Boden (schwarze Linien) und Qualität der Luftmasse (potentielle Äquivalenttemperatur, Farbfläche) für Samstag, 18.10.2025 (ICON-Prognose). (Quelle: DWD)

Doppelter Wetterumschwung 2

Die Nacht zum Sonntag wird in der Folge noch ein gutes Stück kälter als die zum Samstag. Zwischen Hochrhein und Emsland wird man nach aktuellem Stand noch meist im frostfreien Bereich verweilen, ansonsten muss aber doch verbreitet mit leichtem Luftfrost bis -3 Grad gerechnet werden. Frost in Bodennähe gibt es fast überall, im Osten gebietsweise sogar bis -6 Grad!

Auf die erste Wetterumstellung, die man, wenn man so will, als goldenes Oktoberwochenende verkaufen kann, folgt am Montag bereits die nächste. Durch den Abschied von SIEGLINDE ist nun der Weg frei für atlantische Tiefdrucksysteme und deren Ausläufer.

Abb. 3: Luftdruck am Boden (schwarze Linien) und Qualität der Luftmasse (potentielle Äquivalenttemperatur, Farbfläche) für Montag, 20.10.2025 (ICON-Prognose). (Quelle: DWD)

Doppelter Wetterumschwung 3

Kurzum: Ab Montag ziehen aus Westen immer wieder Regengebiete über uns hinweg. Dazu wird es deutlich windiger, vor allem im Bergland und an den Küsten könnte es auch stürmisch werden. Das Temperaturniveau klettert dafür aber wieder etwas nach oben und die Nachtfrostgefahr ist erst einmal wieder vom Tisch – genauso wie das goldene Oktober-Intermezzo…

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.10.2025
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HB: Die Hochrandlage

Der Blick auf die Wetterkarte für Europa lässt eigentlich Euphorie zum Wochenstart aufkommen: Ein großräumiges Hochdruckgebiet bei den Britischen Inseln, dessen Einflussbereich bis nach Deutschland hineinragt, bestimmt maßgeblich die Witterung über West- und Mitteleuropa. Anders als es die Lehrmeinung jedoch darstellt, ist das Hochdruckwetter heute und auch in den kommenden Tagen für einige nicht von einem goldenen Oktober gekennzeichnet (von regionalen „Ausnahmen“ wie heute dem Osten einmal abgesehen). Ganz im Gegenteil, teils kommt es zu viel Einheitsgrau am Firmament, zu dem sich lokal und zeitweise auch noch Sprühregen gesellt. Eine regional wirklich usselige Kombination.

Die aktuelle Wetterlage zeigt ein umfangreiches Hochdruckgebiet bei den Britischen Inseln. Deutschland liegt am Rande dieses Hochs, genauer gesagt an der Ostflanke, in einer nördlichen bis nordwestlichen Strömung, mit der in unteren Luftschichten feuchte Luft herantransportiert wird (bläulicher Pfeil). Trockener ist es hingegen durch Skandinavien-Föhn im Nordosten (gelb-orangefarbener Pfeil).

Die Hochrandlage 1

Dies liegt an der besonderen Konfiguration der Wetterlage. Während sich vor allem über großen Teilen von Frankreich, näher am Hochzentrum, die Sonne durchgesetzt hat und trockene Luftmassen das Wetter bestimmen, ist es bei uns vom Nordwesten bis in den Südosten grau und vor allem in den unteren Luftschichten ziemlich feucht. Dies wiederum liegt am Ursprung der Luftmasse, der Strömung und nicht zuletzt an der Stärke des Hochs. Die Luftmasse über Deutschland wird derzeit über vielen Regionen aus einer nördlichen bis nordwestlichen Richtung herangeführt und besitzt demnach einen maritimen Ursprung. Damit befindet sich ausreichend Feuchte in der unteren Troposphäre, die zu Nebel, Hochnebel oder sonstigen tiefen Wolken neigt. Eine starke, sogenannte Absinkinversion darüber, also eine Temperaturzunahme mit der Höhe statt einer -abnahme, lässt die tiefe Luft immer weiter mit Feuchte anreichern. Ist diese feuchte Schicht mächtig genug, dann kann sich darin sogar kleintropfiger Regen bilden, den wir am Boden als Sprühregen wahrnehmen. Und ist das Hoch nicht stark genug, um diese Absinkinversion in Bodennähe zu bringen, so bleibt es einfach grau.

Typisch für Randlagen mit feuchter Luft in der unteren Troposphäre ist eine nahezu geschlossene Bewölkung wie hier in Offenbach.

Die Hochrandlage 2

Deutlich wird das mit Blick auf drei Prognose-Radiosondenaufstiege (Soundings). Über dem Nordosten Frankreichs, genauer gesagt in Troyes, ist das Hoch etwas kräftiger und die Luftmasse nicht mehr ganz so feucht, womit die Absinkinversion tiefer liegt und sich gleichzeitig weniger Feuchte anreichern kann, die in weniger oder keiner signifikanten Bewölkung resultiert.
Über der Mitte Deutschlands (Fulda) ist ersichtlich, dass die Absinkinversion deutlich höher ansetzt, das Hoch hier nicht mehr ganz so kräftig in Bodennähe wirken kann und die feuchte Schicht wesentlich mächtiger ist. Ergo wird es schwer, für sonnige Abschnitte im Tagesverlauf zu sorgen, außerdem ist diese feuchte Schicht vertikal mächtig genug, um vor allem nachts und morgens Sprühregen auszubilden.
Über dem Nordosten Deutschlands macht sich durch die überwiegend nördliche Strömung zwischen Hoch SIEGLINDE und Tief GERHARD über Westrussland ein weiterer wichtiger Effekt bemerkbar, und zwar der sogenannte Skandinavien-Föhn, ausgelöst durch die Überströmung des skandinavischen Gebirges und der Abtrocknung auf seiner Leeseite. Im Prognosesounding wird deutlich, dass die Luftmasse hier in den tiefen Schichten gut abtrocknen konnte und es im Osten heute daher wolkenarm und sonnig ist – ein goldener Oktobertag.

Zu sehen sind drei Prognose-Soundings für Troyes, Fulda und Neubrandenburg für den Montagnachmittag. Dargestellt ist der Verlauf der Temperatur mit der Höhe (durchgezogene, schwarze Linie) und der des Taupunktes (gestrichelte, schwarze Linie). Je näher diese Linien nun zusammenrücken, um so feuchter oder gar gesättigt ist die Luft. Ersichtlich wird, dass die Luft in unteren Schichten in Fulda sehr feucht, in Troyes und Neubrandenburg hingegen trockener ist.

Die Hochrandlage 3

In den kommenden Tagen ändert sich an der Grundkonstellation zunächst wenig: Hoch SIEGLINDE verharrt über den Britischen Inseln, womit wir weiterhin in der Randlage verbleiben werden und immer wieder ein Schwall feuchter Luft nach Deutschland geführt wird. Damit wird es weiterhin Nebel, Hochnebel und Sprühregen geben, was die Tage in einigen Regionen trist und grau gestalten wird. Anders sieht es hingegen beispielsweise am morgigen Dienstag südlich der Mainlinie aus: SIEGLINDE kommt hier ein wenig mehr zum Tragen, gleichzeitig reißt die Zufuhr der sehr feuchten Luft vorübergehend etwas ab, was Wolkenauflösung und mehr Sonnenschein forciert. Auf solche regionalen Besonderheiten kommt es dann auch in den Folgetagen an, wenn man einen Blick auf die Sonne erhaschen möchte, was aber nicht immer möglich sein wird – trotz Hochdruckeinfluss in der Wetterkarte.

M.Sc.- Meteorologe Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.10.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Orkan DETLEF – Phönix aus der Asche

Jede gute Geschichte beginnt am Anfang, und der Anfang dieser Entstehungsgeschichte liegt bereits 10 Tage zurück. Zunächst muss nämlich der Verlauf eines ganz anderen Wetterphänomens betrachtet werden – die Entwicklung des Hurrikans HUMBERTO. HUMBERTO wurde am 25. September zum Tropensturm ernannt und erreichte vom 27. auf den 28. September seinen Höhepunkt als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometer pro Stunde. Danach schwächte sich der Hurrikan ab und verlor sein charakteristisches Auge. Am 01. Oktober verlor er dann auch seinen Status als Hurrikan. Es war keinerlei Zirkulation mehr vorhanden. Der Hurrikan war quasi tot und nur noch die feuchtwarmen Überreste des „Kopfes“, sichtbar als großer Wolkencluster, zog mit der Höhenströmung entlang der Frontallinie nach Nordosten.

Orkan DETLEF 1

Satellitenbild vom 01. Oktober 2025 über dem Nordatlantik mit eingezeichneter Zugbahn des Hurrikans HUMBERTO.

Orkan DETLEF 2

Vertikalschnitt durch die „Überreste“ des Hurrikans HUMBERTO am 01. Oktober 2025 um 18 UTC

Orkan DETLEF3

Vertikalschnitt durch die „Überreste“ des Hurrikans HUMBERTO am 02. Oktober 2025 um 12 UTC.

Doch wie heißt es so schön: „Die Totgeglaubten leben am längsten.“ Am Tag der Deutschen Einheit stieg er wie ein Phönix aus der Asche. Ein neues Tief entwickelte sich im Bodendruckfeld und nahm die übrig gebliebene Energie des ehemaligen Hurrikans dankbar auf. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit zog das Tief angetrieben vom Jetstream in der Höhe über den Nordatlantik ostwärts und nahm Kurs auf Irland. Dabei vertiefte sich der Sturm an der Vorderseite eines Höhentroges und mit der zusätzlichen Feuchte des ehemaligen Tropensturms. Der Kerndruck lag am 03. Oktober 2025 um 00 UTC bei etwa 995 hPa. Innerhalb von 12 Stunden fiel der Kerndruck des Sturms bereits um mehr als 20 hPa. Als Orkan traf das Tief dann den Nordwesten Irlands. Seinen tiefsten Druck über Großbritannien erreichte der Orkan in der Nacht zum Samstag. Bei den Shetland-Inseln wurden 947,9 hPa gemessen – ein neuer Oktoberrekord für Großbritannien. Den Berechnungen zufolge fiel der Druck des Orkans im weiteren Verlauf mit Verlagerung des Kerns nach Nordosten noch weiter unter 945 hPa. Messungen über See gab es aber nicht.

Nicht nur beim Luftdruck wurden in Großbritannien Rekorde gebrochen, auch die Windgeschwindigkeiten hatten es in sich. In Magilligan in Nordirland wurden 92 Knoten, also knapp 150 Kilometer pro Stunde gemessen, auch ein Oktoberrekord. In Tiree, einem Ort in Schottland, lag die gemessene Spitzenböe sogar mit 96 Knoten etwas über 150 Kilometer pro Stunde. Im Vergleich dazu lagen die Windgeschwindigkeiten in Deutschland am gestrigen Samstag deutlich darunter. Aber auch hier war es stürmisch. Verbreitet blies der Wind in Böen zwischen 60 und 80 Kilometer pro Stunde. An der Nordseeküste und in Gipfellagen traten schwere Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde auf.

Orkan DETLEF 4

Satellitenfilm der Entwicklung des internationalen Sturms AMY (in Deutschland DETLEF) über Irland bis zu den Shetlandinseln.

Aktuell befindet sich das Tief über Südnorwegen und ist dabei, sich wieder abzuschwächen. Im Tagesverlauf des heutigen Sonntags zieht das Tief über Dänemark hinweg bis zur südlichen Ostsee. Die Annäherung des Tiefs führt trotz Abschwächung noch dazu, dass die Winde auch heute vor allem an der Nordseeküste bis in den Sturmbereich auffrischen. Zusätzlich gilt für die Nordsee und auch für die Elbmündung und Hamburg eine Sturmflutwarnung des BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrologie).

Dass das Tief diese Zugbahn nimmt, war lange unklar. Die Modellprognosen konnten bereits einige Tage im Voraus die Entwicklung des Tiefs bis zu den Shetland-Inseln recht gut simulieren. Doch dann schieden sich die Geister. Selbst am Freitag gab es noch sehr große Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen. Während ein Teil der Modelle das Tief über die Norwegische See abziehen ließ, entschied sich ein anderer Teil für die nun tatsächlich zutreffende Zugbahn zur Ostsee. Es gab sogar Modellläufe, die waren sich so uneins, dass das Tief in den Prognosen gar nicht verlagert wurde. Dort verhungerte das Tief einfach vor der norwegischen Küste.

Am morgigen Montag liegt das bereits stark abgeschwächte Sturmtief über der südlichen Ostsee. Im Nordosten Deutschlands werden dadurch erneut auffrischende Winde erwartet, die im Laufe des Nachmittags jedoch wieder rasch abflauen. Von Westen bäumt sich ein großräumiger und mit warmer Luft gefüllter Hochdruckkeil von Spanien bis nach Skandinavien hin auf. Auf der Vorderseite des Keils zieht das Tief weiter nach Süden und beginnt sich dabei aufzufüllen. Über dem Bergland Polens wird noch die letzte Feuchtigkeit herausgepresst. Aber von antizyklonaler Höhenströmung überlaufen, hat der ehemalige Orkan, der aus der Energie eines ehemaligen Hurrikans profitiert hat, nun keine Chance mehr. Am Dienstag wird er über Südpolen nun endgültig austrocknen und damit sein Ende finden.

MSc Sonja Stöckle
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.10.2025
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Wetterwende am Feiertagswochenende

Heute vor 35 Jahren trat die Deutsche Demokratische Republik (DDR) dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland (BRD) bei. Seitdem ist der 03. Oktober ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Die zentrale Gedenkfeier wird in diesem Jahr in Saarbrücken abgehalten.

Am 03. Oktober 1990 beeinflusste ein Tief nördlich der Britischen Inseln das Wetter in Deutschland. Mit einer südwestlichen Strömung gelangte warme Luft in den Südwesten Deutschlands. Am Oberrhein und Neckar konnten sommerliche Höchstwerte von 24 bis 27 Grad Celsius verzeichnet werden. In der Mitte Deutschlands hielten sich teils zähe Nebel- und Hochnebelfelder, während in den übrigen Landesteilen vielfach die Sonne schien. Die Höchsttemperatur erreichte dabei Werte zwischen 15 und 23 Grad Celsius, im Dauergrau auch darunter. Im Nachmittagsverlauf zogen von Nordwesten allmählich Wolkenfelder herein. In der Nacht zum 04. Oktober kamen in der Nordwesthälfte dann teils kräftige Schauer und Gewitter auf und sorgten so für ein feuchtfröhliches Feuerwerk der etwas anderen Art.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wird am heutigen 03. Oktober in den USA der Tag des Herbstlaubs begangen. Leider ist wenig über diesen kuriosen Feiertag bekannt, dies gilt sowohl für den Initiator als auch das Einführungsjahr. Auch warum der Tag des Herbstlaubs immer auf den 03. Oktober fällt, ist nicht überliefert. Wie die prächtigen Gelb- und Rottöne an den Laubbäumen zustande kommen, kann im Thema des Tages vom 20. September 2025 nachgelesen werden.

Am Sonntag, den 05. Oktober, wird dann das Erntedankfest begangen. Nach der Ernte im Herbst wird Gott für die Gaben gedankt und daran erinnert, dass gute Ernteerträge trotz der einst mühevollen Arbeit nicht allein in Menschenhand liegen. In der Kirche wird ein Erntealtar aus Getreide sowie Garten- und Feldfrüchten zusammengestellt oder eine Erntekrone aus Getreide oder Weinstöcken in einer Prozession durch den Ort getragen.

Doch wie gestaltet sich das Wetter an diesem Feiertagswochenende? Ist es vergleichbar mit dem von vor 35 Jahren?

Zusammengefasst schonmal vorneweg: Ein sonniger Osten und ein stärker bewölkter Westen sind auch für den heutigen Tag der Deutschen Einheit zutreffend, auch wenn das Niveau bei den Höchsttemperaturen mit Werten zwischen 12 und 17 Grad deutlich gedämpfter ist als noch vor 35 Jahren.

Doch betrachten wir die aktuelle Wetterlage einmal genauer. In der Osthälfte Deutschlands zeigt sich vielerorts die Sonne an einem nahezu wolkenfreien Himmel. Beim Blick in die Bodendruckkarte findet sich mit dem Hoch PETRALILLY auch schnell die Verantwortliche für das dort ruhige, herbstliche Wettergeschehen.

Allerdings gibt es auch Regionen, in denen sich der nächtliche Nebel länger halten konnte. So gab es insbesondere im Süden, der Mitte und im Osten einige Gebiete, die erst im Laufe des Vormittags die Sonne zu Gesicht bekamen.

Dieses ruhige Herbstwetter hält aber nicht mehr lange an, denn auf dem Nordatlantik wurde bereits am Mittwoch ein neues Tief geboren. Dieses ging aus dem Zusammenspiel des Hurrikans IMELDA und des ehemaligen Hurrikans HUMBERTO hervor und wurde auf den Namen DETLEF getauft. International ist das Tief auch als AMY bekannt. DETLEF respektive AMY zog rasch über den Atlantik hinweg, intensivierte sich dabei und erreicht im heutigen Tagesverlauf als Orkantief die Britischen Inseln.

Wetterwende am Feiertagswochenende 1

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Freitag, den 03.10.2025 12 UTC

Der derzeit hierzulande noch vorherrschende Hochdruck hat diesem Tief nur wenig entgegenzusetzen. Entsprechend dominiert in der Folge der tiefe Luftdruck das Wettergeschehen und leitet einen wechselhafteren Witterungsabschnitt ein. So greifen bereits hohe Wolkenfelder auf die Westhälfte über – die Vorboten der Tiefausläufer. In der Nacht zum Samstag folgt dann teils schauerartiger Regen, der uns im Laufe des Samstags südostwärts überquert.

Wetterwende am Feiertagswochenende 2

Von drei verschiedenen Modellen vorhergesagte 12-stündige Niederschlagsmengen bis Samstagmittag

Dabei frischt der Wind kräftig auf. Bereits am heutigen Freitag sind erste Windböen auf den Nordseeinseln spürbar, in der Nacht zum Samstag verstärkt sich der Wind dann an den Küsten und im Bergland. Auch im Westen und Nordwesten treten erste Windböen auf. Am Samstag tagsüber greift das Windfeld auf ganz Deutschland über. Insbesondere an der dann durchziehenden Kaltfront von Tief DETLEF kann der Wind im Tagesverlauf vorübergehend stark bis stürmisch auffrischen. An den Küsten sowie im höheren Bergland ist teils schwerer Sturm zu erwarten.

Wetterwende am Feiertagswochenende 3

Von drei verschiedenen Modellen vorhergesagte maximale Windböen am Samstagmittag

Am Sonntag stellt sich dann verbreitet Schauerwetter ein. Zudem muss erneut mit Windböen gerechnet werden. Im Bergland und an den Küsten bleibt es weiterhin stürmisch.

Insgesamt steht also ein wechselhaftes und windiges, teils stürmisches Wochenende bevor. Der schwere Sturm, den die Wettermodelle vor ein paar Tagen noch landesweit vorhersagten, betrifft nur noch einige Küstenabschnitte sowie die höchsten Gipfel. Grund hierfür ist die Zugbahn des Tiefs. Diese verläuft nun deutlich weiter nördlich als ursprünglich angenommen, sodass das Windfeld in Deutschland schwächer ausfällt.

In der neuen Woche setzt sich das wechselhafte Wetter fort, wobei der Parameter Wind dann noch vorrangig an den Küsten und auf den Bergen ein Thema bleibt. In einer westlichen Strömung können weitere Tiefausläufer auf Deutschland übergreifen. Nach Südwesten und Süden zu steigt jedoch wieder der Hochdruckeinfluss, sodass sich dort auch öfter die Sonne zeigen kann.

M.Sc.-Meteorologen Tanja Egerer und Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.10.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Mystische Herbststimmung an den heimischen Seen

Der Herbst zählt nicht unbedingt zu den Lieblingsjahreszeiten der Deutschen (Sommer und Frühling führen in einer solchen Umfrage deutlich vor den anderen beiden Jahreszeiten), allerdings wird dieser nach Ansicht des Autors oft unter seinem Wert geschlagen. Wenn die Natur durch die nun tiefer stehende Sonne in sanftes Licht getaucht wird und die Blätter warme Farben annehmen, kann man diese Stimmung herrlich in sich aufsaugen und vielleicht für den Winter konservieren.

Im heutigen Thema des Tages soll aber nicht die herbstliche Blattverfärbung im Mittelpunkt stehen, sondern viel eher ein besonderes Phänomen an den heimischen Seen. Besonders Frühaufsteher können aktuell häufig den saisonal auftretenden sogenannten „Seerauch“ beobachten. Dabei steigen Fragmente von Nebelschwaden von der Seeoberfläche auf und verschwinden anschließend relativ schnell. Der sich ständig bewegende Seerauch ist eine besondere Nebelform und gehört zur Klasse der Verdunstungsnebel.

Mystische Herbststimmung an den heimischen Seen 1

Seerauch

Wenn relativ warmes Wasser mit deutlich kälterer Umgebungsluft in Berührung kommt, resultieren daraus Verdunstungseffekte. Einer dünnen Luftschicht über dem See wird dabei unter Erwärmung Wasserdampf zugeführt. Damit einhergehend findet aber gerade über den größeren Seen eine starke Labilisierung der untersten Atmosphärenschicht statt, denn die nun erwärmte Luft steigt auf und mischt sich mit der relativ dazu kälteren Umgebungsluft. Bei diesem Mischungsvorgang kondensiert der Wasserdampf und der Seerauch entsteht. Da die kalte und trockenere Luft aber deutlich überwiegt, folgt beim weiteren vertikalen Aufsteigen der feuchten Luft rasch wieder die Verdunstung der Wassertröpfchen. Daher entsteht aus Seerauch in vielen Fällen auch kein „richtiger“ Nebel.

Allerdings können tief liegende Inversionen dafür sorgen, dass die dünne Luftschicht darunter langsam mit erhöhter Feuchte angereichert wird. Bei einem sehr großen See mit einem hohen Wasserdampfangebot passiert es dann ab und zu, dass es zur erneuten Kondensation kommt. Die Inversion als atmosphärische Sperrschicht verhindert nun aber das weitere Aufsteigen der Luftpakete und damit die Einmischung von kalter, trockener Umgebungsluft. Infolgedessen entsteht eine dünne (Hoch-) Nebelschicht, die aber Ende September mit Hilfe der Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf häufig noch aufgelöst wird.

Mystische Herbststimmung an den heimischen Seen 2

Vorhersagekarte für Mittwoch, 01.10.2025, 12 UTC

Für den atmosphärischen Effekt des Seerauchs ist die nun bevorstehende Wetterlage ideal. Der Hochdruckeinfluss nimmt nun stetig zu und sorgt für teils klare Nächte. Außerdem gelangt Deutschland auf die „kalte“ Flanke des ausgedehnten Hochs PETRALILLY über Nordosteuropa und dessen Adjutant, der Hochdruckzone QUINN II über Mitteleuropa. Dabei wird trockene und kühle Festlandsluft herangeführt, die in den kommenden Nächten verbreitet für Frost in Bodennähe, stellenweise auch in einer Höhe von 2 m („Luftfrost“) sorgt. Die heimischen Seen weisen aber noch relativ hohe Wassertemperaturen auf. Am Chiemsee und am Bodensee wurden beispielsweise heute Früh Temperaturen von etwas über 17 Grad gemessen, an manchen kleineren See werden sogar noch Werte von knapp 20 Grad registriert. Außerdem spielt der Wind keine große Rolle, damit wären die Bedingungen für Seerauch gegeben.

Aus aktueller Sicht wird dies aber ein eher kurzes Vergnügen sein, denn ab Freitag könnte wieder etwas Schwung in unsere Wetterküche kommen. Der dann ehemalige(!) Hurrikan HUMBERTO erreicht die Britischen Inseln und sorgt von Westen her für eine zunehmend wechselhafte Witterung, auch Wind- und Sturmböen könnten das kommende Wochenende prägen. Allerdings sind sich die verschiedenen Wettermodelle diesbezüglich noch nicht einig, daher muss für dezidierte Prognosen noch etwas abgewartet werden. Daher sollte zunächst das Motto lauten: den herbstlichen Hochdruckeinfluss genießen.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.09.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Hoch „Mareike“ sorgt für ruhiges Wetter

Am heutigen Samstag (23. August 2025) liegt Deutschland noch zwischen zwei Druckgebilden. Westlich von uns erstreckt sich Hoch „Mareike“ mit seinen beiden Schwerpunkten von Großbritannien bis zu den Färöer-Inseln. Östlich von Deutschland findet man hingegen tiefen Luftdruck auf den Wetterkarten. Insbesondere Tief „Severin“ mit Kern über dem Baltikum und der Ostsee sorgt heute noch für viele Wolken, insbesondere in der Nordosthälfte auch für einige Schauer. Zudem sorgt kalte Höhenluft und die Nähe zum Tief im Nordosten tagsüber sogar für einzelne Graupelgewitter. Diese können aufgrund der trockenen Grundschicht lokal sogar mit stürmischen Böen einhergehen. Aber auch bei nicht-elektrischen Schauern können Windböen auftreten.

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Ausschnitt der Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes vom 23. August 2025 um 09:59 Uhr. (Quelle:DWD)

Zwischen beiden Druckgebilden herrscht darüber hinaus eine nördliche Strömung, mit der bereits in den vergangenen Tagen deutlich kühlere Luft nach Deutschland strömte. So muten die heutigen Tageshöchstwerte mit 16 bis 23 Grad nicht gerade sommerlich an. Für die Jahreszeit sind die aktuellen Höchsttemperaturen im Vergleich zum klimatologischen Mittel etwas zu tief.

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DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Samstag, den 23. August 2025, 14 Uhr MESZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 22. August 2025, 00 UTC. (Quelle:DWD)

Am Sonntag und Montag verlagert Hoch „Mareike“ seinen Schwerpunkt genau über Deutschland hinweg und beruhigt das Wettergeschehen. Gleichzeitig schwindet der Einfluss von Tief „Severin“. So kommt es nur noch im Küstenumfeld zu dichteren Wolkenfeldern und vereinzelten Schauern. Sonst scheint wieder zunehmend die Sonne und die Luft kann sich etwas erwärmen. Am Sonntag werden am Hochrhein möglicherweise die 25 Grad erreicht. Am Montag steigt das Thermometer noch etwas höher. So wird es zumindest in der Südwesthälfte wieder sommerlicher.

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DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Montag, den 25. August 2025, 14 Uhr MESZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 23. August 2025, 00 UTC. (Quelle:DWD)

Vor allem in der Nacht zum Sonntag sowie in der Nacht zum Montag zeigt sich in den östlichen Mittelgebirgen aber ein weiteres Phänomen, das den fortgeschrittenen Sommer widerspiegelt. In Mulden und Senken kann die bodennahe Temperatur (gemessen 5 cm über dem Erdboden) Werte um 0 Grad annehmen, sodass vereinzelt leichter Frost in Bodennähe nicht ausgeschlossen werden kann.

Ein weiteres, markantes Druckgebilde auf den Wetterkarten fällt derzeit ins Auge: Der ehemalige Hurrikan „Ex-Erin“ zieht aktuell über dem Nordatlantik in Richtung Island und beeinflusst in der kommenden Woche unser Wetter. Was „Ex-Erin“ für Deutschland im Gepäck hat und ob der ehemalige Tropensturm den Sommer zurückbringt, das erfahren Sie am morgigen Sonntag hier im Thema des Tages.

MSc-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurück

Deutschland wird aktuell von Sturmtief NING (int. Floris) mit Kern über Westnorwegen beeinflusst. Die dazugehörige Kaltfront liegt quer über der Mitte des Landes und erreicht Dienstagabend den Süden. Für die Jahreszeit ist ein recht intensives Sturmtief. Zum Glück zieht der Kern des Tiefs so weit nördlich, sodass nur die nördliche Nordsee, der Norden von Dänemark und Südnorwegen vom eigenen Sturmfeld betroffen werden und sich die Auswirkungen in Deutschland in Grenzen halten.

Somit startete der Dienstag entlang der Kaltfront in einem breiten Streifen über die Mitte und Teile des Nordens bedeckt. Von Rheinland-Pfalz über Thüringen bis nach Sachen und Südbrandenburg fällt schauerartiger Regen, der im weiteren Tagesverlauf nach Süddeutschland zieht. Zuvor scheint dort die Sonne und bevor die eigentliche Kaltfront eintrifft, können sich dort einzelne starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen entwickeln. Von Nordwesten lockern die Wolken zwar auf, aber von der Nordsee greifen Schauer und kurze Gewitter auf Norddeutschland über, dazu ist es dort sehr windig, an den Küsten auch stürmisch.

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurueck

Wetter- und Temperaturkarte, Dienstag 05.08.2025

Am Mittwoch macht sich das Hoch INES über Deutschland bemerkbar. Dessen Einflussbereich erstreckt sich bis nach Mitteleuropa. Der Süden und die Mitte profitieren vom Hoch, der Norden hingegen liegt noch am Rande des Tiefs NING, sodass es dort noch leicht wechselhaft mit vereinzelten Schauern ist. Dazu weht noch ein kräftiger Westwind. Ansonsten zeigt sich überwiegend die Sonne.

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurueck 2

Wetter- und Temperaturkarte, Mittwoch 06.08.2025

Hoch INES bringt die lang ersehnte Wetterberuhigung in Deutschland und sorgt für die Rückkehr des Hochsommers. Bereits am Donnerstag steigen die Temperaturen in den sommerlichen Bereich zwischen 25 und 30 Grad, dazu scheint im fast ganzen Land die Sonne. Am Freitag wird es noch heißer mit Höchstwerten südlich des Mains und der Mosel über 30 Grad. Lediglich im äußersten Norden ist es merklich kühler und wolkiger.

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurueck 3

Wetterausichten von Donnerstag bis Samstag (07.08.2025 – 09.08.2025)

Wie lange hält das schöne und heiße Wetter an? Bis Sonntag bleibt es sehr wahrscheinlich sommerlich warm bis heiß, jedoch steigt das Gewitterrisiko vor allem im Westen und im Süden an. Es sind aber nur lokale Geschichten, der Gesamteindruck bleibt schön.

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.08.2025
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