Schlagwortarchiv für: Hochdruckgebiet

Start in die neue Woche: Freundlich und im Prinzip störungsfrei

Nach einem verbreitet windigen, teils stürmischen Ostersonntag mit zeitweiligem Regen, Schauern und örtlichen Gewittern vor allem im Süden Bayerns, dominiert bereits am heutigen Ostermontag der Einfluss eines umfangreichen Hochdruckgebietes. Hoch QUIRIN liegt mit seinem Schwerpunkt aktuell über Nordfrankreich, Benelux und dem westlichen Deutschland. Dabei gestaltet sich das Wetter überwiegend freundlich, teils sonnig.

Lediglich im Nordosten besteht noch ein gewisser Resteinfluss des Sturmtiefs RAPUNZEL, das sich mittlerweile mit seinem Zentrum über Südfinnland befindet. Das Sturmtief hatte vor allem in Nord- und Nordwesteuropa in den vergangenen Tagen für erhebliche Windgeschwindigkeiten gesorgt und Deutschland am Ostersonntag gestreift. Nun hat es sich bereits abgeschwächt, von Schleswig-Holstein bis zur Lausitz ist es am heutigen Ostermontag aber nochmals sehr windig bis stürmisch, an der Ostsee treten zeitweise Sturmböen auf. Mit weiterer Verlagerung des Tiefs nach Ost/Südost, flaut der West- bis Nordwestwind zum Abend und im Verlauf der Nacht zum Dienstag insgesamt meist ab.

Am Dienstag und Mittwoch dominiert insgesamt ruhiges und meist freundliches Wetter mit großen Sonnenanteilen. Wie es dann in der zweiten Wochenhälfte wettertechnisch weitergeht, ist noch reichlich unsicher. Zumindest nach aktuellem Stand deutet sich ab Donnerstag eher eine wechselhaftere Witterung an.

Interessant sind die recht großen Temperaturgegensätze bzw. Tagesgänge. In den Nordosten des Landes sickert mit einer nördlichen Strömung eine recht kühle, polare Luftmasse. Die Tageshöchstwerte liegen dort meist nur bei 10 bis 14 Grad, direkt an der See mit zeitweise auflandigem Wind um Nord teils auch darunter. Im Südwesten und Westen dagegen dominiert eine deutlich mildere Luftmasse und bei häufigem Sonnenschein werden Höchstwerte von meist 18 bis 22 Grad erwartet, am Oberrhein teils auch darüber. In den kommenden Nächsten muss häufig wieder mit leichtem Nachtfrost gerechnet werden, vor allem im Nordosten und Osten auch mit teils mäßigem Frost in Bodennähe. Das heißt auch, dass Pflanzenliebhaber eventuell bereits im Freien stehende oder ausgepflanzte empfindliche Zöglinge nochmals schützen sollten.

Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Radaranalyse an einem Gewittertag: Ein kleiner Einblick

Keine Frage, beim Thema der Gewittervorhersage fließen unzählige Informationen in die Entscheidungsfindung ein, und es kommen einige Fragen auf. Welche Begleiterscheinungen wie Hagel, Starkregen oder Böen werden mit den Gewittern bevorzugt auftreten? Darf sich der Warnmeteorologe/die Warnmeteorologin im Dienst (und letztendlich auch die Bevölkerung) nur auf kurzlebige Gewitter einstellen, die hier und da einen Regenguss mit etwas Wind bringen, oder fördern die Bedingungen langlebige Konvektion, die mit allen Schikanen einhergeht und über Stunden durch die Landschaft zieht? Diese Art der Vorhersage wird u.a. mit Hilfe der „Zutatenmethode“ durchgeführt und zielt auf eine rechtzeitige Abschätzung des Gewitterpotenzials teils mehrere Tage im Voraus ab (Link 1).

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der Folge im Text verallgemeinernd das generische Maskulinum verwendet. Diese Formulierungen umfassen gleichermaßen weibliche, männliche und diverse Personen, sodass alle Personen damit selbstverständlich gleichberechtigt angesprochen werden.

Heute interessiert uns aber nicht der Zeitraum vor der Entwicklung von Gewittern, sondern wir schauen uns die Ausgangslage an, wo sich die Gewitter bereits entwickelt haben, und zwar aus dem Blickwinkel eines Warnmeteorologen. Ein Warnmeteorologe ist dafür zuständig, Warnungen rechtzeitig zu erstellen und diese zeitnah an die Kunden zu verschicken. Dafür ist er beim Deutschen Wetterdienst in der glücklichen Position, unzählige Werkzeuge zur Hand zu haben, mit denen er die Gewitterzellen genau verfolgen und ggf. korrigierend ins Warnwesen eingreifen kann. Eines dieser Werkzeuge ist das Wetterradar.

Die Analyse von Radarbildern stellt eine sehr komplexe und äußerst umfangreiche Aufgabe dar, weshalb wir uns heute der Übersicht wegen nur auf einen sehr kleinen Teilaspekt der Radarsignaturerkennung fokussieren. Bei der Gewitteranalyse mit Hilfe eines Wetterradars steht besonders die Frage im Raum, wie organisiert (und folglich auch schadensträchtig) das Gewitter in Echtzeit ist. Auch das heftigste Gewitter fängt mal klein und schwach an, kann jedoch unter bestimmten Bedingungen (siehe „Zutatenmethode“) innerhalb kürzester Zeit an Intensität und somit auch an Gefahrenpotenzial gewinnen. Der Meteorologe muss daher die zahlreichen Hinweise und Signaturen im Radar erkennen und richtig deuten.

Bei einem organisierten Gewitter, das eine hohe Lebenserwartung hat und nicht selten mit unwetterartigen Begleiterscheinungen einhergeht, kann man z.B. im Radar einen rotierenden Aufwind erkennen. Wie ein Wetterradar solche Bewegungen erkennt, wurde u.a. im Thema des Tages vom 25. August 2021 beschrieben und kann dort gerne nachgelesen werden (Link 2). Wieso ist es von Interesse, ob ein Aufwind innerhalb eines Gewitters rotiert oder nicht? Wenn es zur Rotation kommt, dann sind die Ausgangsbedingungen für sogenannte Superzellen gegeben, die grob gesagt sehr dynamische Gewitter darstellen und meist mit den heftigsten Begleiterscheinungen einhergehen. Auch dazu gab es bereits diverse Themen des Tages, wie z.B. vom 28.07.2023 (Link 3) und auch mit beeindruckenden Bildern u.a. vom 29. August 2025 (Link 4).

Von großer Bedeutung bei der Analyse von Radarbildern ist die Information, wo sich das Radar im Vergleich zur analysierten Gewitterzelle befindet, denn nur dann kann man die Daten richtig interpretieren. Mit diesem Wissen kann man abschätzen, ob eine Bewegung auf den Radarstandort zu oder von diesem weg stattfindet. Bewegungen zum Radar werden z.B. mit grüner Farbe dargestellt, Bewegungen vom Radar weg in roter Einfärbung. Wichtig ist auch zu wissen, in welcher Höhe das Radargerät misst, denn der ausgesandte Radarstrahl gewinnt dank der Erdkrümmung zum Erdboden stetig an Höhe. Ob eine Rotation z.B. in 5 km über Grund oder bodennah vorhanden ist, hat natürlich für die aktuelle Erstellung von Gewitterwarnungen eine große Bedeutung.

Nehmen wir nun mal einen fiktiven Sommertag an. Die Sonne scheint, die Luftmasse ist drückend schwül und die Tage zuvor wurde bereits von den Meteorologen darauf hingewiesen, dass die Ausgangsbedingungen für Superzellen am heutigen (fiktiven) Tag sehr gut sind: hohe Windscherung, also eine Änderung der Windgeschwindigkeit und Windrichtung mit der Höhe und eine feuchte sowie energiereiche Luftmasse überlagern sich. Dass die Hebung ausreicht, ist beim Blick auf das Wetterradar ersichtlich, denn es haben sich soeben die ersten Gewitter entwickelt, die vom Warnmeteorologen argwöhnisch beobachtet werden. Dabei richtet sich der Blick rasch auf die Information vom Wetterradar, die uns die Bewegungskomponente der Niederschlagsteilchen anzeigt. Dabei sieht er, wie bei einem Gewitter die rote Farbe (Bewegung weg vom Radar) und die grüne Farbe (Bewegung zum Radar hin) sehr nahe beieinander liegen. Als visuelles Beispiel dienen die Fälle vom 15. September 2025 bei Fürstenwalde/Spree (BB) sowie vom 25. Mai 2025 in der Nähe von Güstrow (MV).

Radaranalyse an einem Gewittertag 1

Bild 1: Radarbild (Geschwindigkeitsfeld) vom 15. September (1a bis 1d) sowie vom 25. Mai 2025 (1e)

An beiden Tagen handelte es sich in der Tat jeweils um einen rotierenden Aufwind. Für den 15. September wurde die Herangehensweise gezeigt, wie man (gedanklich) nachweist, dass es sich in der Tat um eine reine Rotation gehandelt hat. Die Bilder 1b bis 1d heben im Zoom direkt die Rotation mit nahe beieinander liegenden Windmaxima hervor, die vom Radar weg (rot) und auf den Radarstandort zu zeigen (grün). In 1d wurde in gelber Farbe ein fiktiver Radarstrahl eingezeichnet (durchgezogene Linie). Liegen die beiden Windmaxima normal und nahezu in demselben Abstand zu der gelben Linie (gestrichelt), dann liegt eine reine Rotation vor (mit ähnlicher Signatur eines Rankine-Wirbels). Mit dieser Erkenntnis lassen sich nun Rückschlüsse treffen, wie sich das Windböen- und/oder Tornadopotenzial zeitnah entwickelt.

Von Bedeutung ist auch, wie fokussiert die Rotation im Wetterradar erscheint. Während diese bei Fürstenwalde (15. September) sehr kompakt ausfällt, sieht sie am 25. Mai (Bild 1e) deutlich diffuser und schwächer aus. Sollten zahlreiche weitere Umgebungsbedingungen günstig sein, dann muss man bei beiden Signalen auf jeden Fall mit einer erhöhten Gefahr vor Windböen rechnen. Besonders bei der Rotation nördlich von Fürstenwalde kann aber auch ein Tornado nicht ausgeschlossen werden, wobei aber dieser vor allem in dieser Entfernung nicht direkt vom Radar erfasst wird.

Man darf nicht vergessen: Dies ist nur ein Höhenbereich (eine Radarelevation), der hier betrachtet wurde. In Echtzeit muss der Warnmeteorologe noch alle anderen Radarelevationen anschauen und analysieren, wie hochreichend die Rotation ist, ob es Intensivierungs- oder Abschwächungshinweise beim Aufwind gibt und vieles, vieles mehr.

Doch wie so oft in der Natur gibt es nicht nur das Eine (eine reine Rotation), sondern auch zahlreiche Mischformen. Dies wird versucht in der folgenden Skizze hervorzuheben.

Radaranalyse an einem Gewittertag 2

Bild 2: Skizze der Rotation und Vergenzen, die von einem Radar dargestellt werden.

Nun wird es noch spannender, aber auch komplexer bei der Interpretationsfindung, denn jetzt ergeben sich versetzte Maxima der Bewegungsfelder, die zudem auch nicht die gleiche Entfernung zum Radarstandort aufweisen. Dabei handelt es sich also nicht mehr um eine reine Rotation, sondern eher um eine die Rotation überlagernde Konvergenz (Zusammenströmen) oder Divergenz (Auseinanderströmen). Dieser Aspekt ist wichtig, denn im Falle einer zyklonalen Konvergenz (gegen den Uhrzeigersind) befindet sich z.B. ein rotierender Aufwind in der Intensivierungsphase und bietet dadurch dem Warnmeteorologen etwas Vorlauf, um Intensitätsänderungen der Gewitter abschätzen zu können. Als Beispiel dient der 15. Juli 2025 (Bild 3).

Radaranalyse an einem Gewittertag 3

Bild 3: Radarbild vom 15. Juli 2025 um 11 UTC (3a bis 3c) sowie um 11:15 UTC (3d bis 3f).

Die gelbe Linie stellt einen fiktiven Radarstrahl dar und das Plus- und Minuszeichen jeweils die stärkste Bewegung zum Radar hin bzw. vom Radar weg. In 3c) erkennt man, dass die beiden Vorzeichen keinen Dipol in gleicher Entfernung zum Radar bilden, der Meteorologe hier aber eine zyklonale Konvergenz ausmachen kann (die rote Farbe liegt näher am Radar, hebt also eine Bewegung weg vom Radar hervor, während die Bewegung zum Radar mit der grünen Farbe links davon liegt und die zyklonale Natur der vorhandenen (kleinräumigen) Rotation anzeigt, eingebettet in umfangreicher Konvergenz). Der Warnmeteorologe weiß also, dass man auf diese Gewitterzelle besonders Acht geben muss und dass die Warnung ggf. zeitnah verschärft werden muss. Nur 15 Minuten später (Bild 3d bis 3f) liegen beide Vorzeichen in gleicher Entfernung zum Radar und bilden einen fokussierten Dipol. Zu dem Zeitpunkt kann man (bei günstigen Umgebungsbedingungen) auch die Bildung eines Tornados nicht ausschließen. Mit der Analyse vom Radar ergibt das eine Vorlaufzeit von zumindest 10 min, was bei der Gewittervorhersage viel (und wertvolle) Zeit darstellt.

Diese Gegensätze der Bewegung enden jedoch nicht bei einer Rotation, sondern können auch in einer Linie auftreten.

Radaranalyse an einem Gewittertag 4

Bild 4: Radarbild vom 26. Juni 2025 sowie vom 15. Juli 2025 (4a und 4b: oben Reflektivität, unten Geschwindigkeitsfeld).

Dabei kann ein Warnmeteorologe z.B. einen Bereich herausarbeiten, wo ein zeitnah auftretendes und sehr lokales Windmaximum auftreten kann (Abwind, engl. „downburst“), das je nach Intensität auch mit Orkanböen für Furore sorgt (Bild 4 a, Reflektivität oben und Geschwindigkeitsfeld unten). Man erkennt hier, dass die grüne Einfärbung näher am Radarstandort zu finden ist als die rote Einfärbung und somit ein bodennahes Ausfließen dargestellt wird. Im Beispielbild erkennt man, wie lokal so ein Ereignis ausfallen kann.
In Bild 4b sind die Vorzeichen verkehrt und hier erkennt der Warnmeteorologe starke Konvergenz, also Zusammenströmen der Luftmassen. Dies ist ein Anzeichen, dass die Konvektionslinie sehr kräftig ist und entsprechende Begleiterscheinungen wie starke Böen wahrscheinlich sind. Auch bei dieser linienhaften Anordnung der Farben muss man sehr genau darauf achten, ob nicht irgendwo lokal die Rotation an Dominanz gewinnt, sodass wir z.B. wieder in den Bereich einer zyklonalen/antizyklonalen Konvergenz gelangen. Dies würde bedeuten, dass z.B. das Tornadopotenzial zeitnah/vorübergehend zunimmt.

Behält man nun auch noch im Hinterkopf, wie störanfällig ein Radarsignal sein kann (durch meteorologische oder andere Faktoren), so wird schnell klar, wie komplex und umfangreich die Radaranalyse ist, die vom Warnmeteorologen während einer Gewitterlage über Stunden durchgeführt werden muss. Natürlich findet eine gewisse Unterstützung von automatischen Verfahren statt, die jedoch nicht alles erkennen und ebenfalls der Störanfälligkeit beim Radar unterworfen sind.

An dieser Stelle soll nun aber der kurze Ausflug in die Interpretation von Radardaten beendet werden. Auch wenn die vergangenen Tage beim Blick aufs Radar sehr ruhig ausfielen, so hatten die Warnmeteorologen des Deutschen Wetterdienstes bereits Ende Februar dieses Jahres die ersten rotierende Aufwinde auf dem Bildschirm (Bild 5) – ein dezenter Hinweis, dass die Gewittersaison nun wirklich in den Startlöchern steht. Vielleicht können ja auch Sie das gewonnene Wissen bald bei der eigenen Gewitteranalyse anwenden.

Radaranalyse an einem Gewittertag 5

Bild 5: Radarbild vom 23. Februar 2026 (links Reflektivität, rechts Geschwindigkeitsfeld)

Diplom-Meteorologe Helge Tuschy
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Die Omegawetterlage

Bisher sorgte anhaltendes Hochdruckwetter für einen trockenen und ungewöhnlich warmen Start in den März. Ursache ist eine sogenannte Omegawetterlage. Diese stellte sich Ende Februar ein, als es im Nordosten Kanadas zu einem kräftigen Kaltlufteinbruch kam. Dabei fließt die Kaltluft über dem vergleichsweise warmen Atlantik aus und sorgt dort für Tiefdruckbildung. Somit liegt über dem Nordatlantik ein sich immer wieder regenerierendes Höhentief, also ein Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten zwischen etwa 4 und 9 km Höhe.

Auf dessen Ostseite gelangt mit südlicher Strömung sehr warme Luft aus Nordafrika nach West- und Mitteleuropa. Dadurch hat sich ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa aufgebaut. Dieses kann jedoch nicht nach Osten abziehen, da sich über Westrussland ein weiteres Höhentief befindet. Eingekeilt zwischen diesen beiden Höhentiefs bleibt die Lage des Hochdruckgebietes relativ stabil, sodass solche Wetterlagen meist über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleiben.

Bei einer Omegalage nimmt die Höhenströmung die Form des griechischen Buchstabens Ω an, daher der Name. Solche blockierenden Wetterlagen entstehen, wenn der Jetstream stark gewellt ist und ein kräftiges Hochdruckgebiet zwischen zwei Tiefdruckgebieten festliegt. Dadurch wird der Westwindstrom umgelenkt oder unterbrochen und das Muster bleibt über längere Zeit nahezu stationär.

Zusätzlich wirkt der sogenannte Beta-Effekt: Er beschreibt, dass die Corioliskraft (scheinbare Ablenkung durch die Erdrotation) mit zunehmender geografischer Breite stärker wird und dadurch die Dynamik großräumiger Wellen im Jetstream beeinflusst. In ausgeprägten Wellenlagen trägt dieser Effekt dazu bei, dass sich das Muster nur langsam weiter verlagert und länger bestehen bleibt. In einer Omegalage unterstützt er somit die typische Wellenform der Höhenströmung und die Stabilität der Lage.

Die Omegawetterlage 1

Die Karte zeigt die Höhenwetterkarte auf der 500-hPa-Niveaufläche (in etwa 5 km Höhe) am Freitagmittag. Es zeigt ein kräftiges Höhenhoch über Mitteleuropa, flankiert von Tiefdruckgebieten. Die Höhenströmung nimmt dabei die Form eines Omegas an.

Die Omegawetterlage 2

Das Meteosat Third Generation Echtfarbenbild vom 06.03.2026 Freitagmittag zeigt ein wolkenfreies Gebiet über Mitteleuropa, dass mit dem angesprochenen Höhenhoch zusammenhängt. Eine südliche Strömung führt dabei Luft aus Nordafrika heran, die mit Saharastaub beladen ist.

In den vergangenen Jahren häuften sich solche Omegalagen im Frühling, sodass es oft zu trockenen und warmen Phasen kam.

Auch am Wochenende bleibt die warme Luft aus Nordafrika wirksam und sorgt im Westen für Höchsttemperaturen von über 20 °C. Die Nächte bleiben jedoch weiterhin relativ frisch, teils sogar frostig. Verantwortlich dafür ist die vergleichsweise lange nächtliche Ausstrahlung in den meist klaren Nächten zu dieser Jahreszeit.

Ab Beginn der nächsten Woche wird die Omegalage dann allmählich abgebaut. Das Hoch verlagert sich ostwärts Richtung Russland und macht Platz für atlantische Tiefausläufer. Diese gestalten das Wetter vor allem im Westen zunehmend wechselhaft, besonders ab Mitte der nächsten Woche. Trotz einer leichten Abkühlung bleibt das Temperaturniveau dabei weiterhin über dem für Anfang März üblichen klimatologischen Mittel.

Die Omegawetterlage 3

Die Höhenwetterkarte auf der 500-hPa-Niveaufläche für Mittwoch, den 11.03.2026 zeigt, dass sich das Omegahoch weitestgehend abgebaut hat. Die Strömung verläuft nun glatter von West nach Ost.

Christian Herold

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.03.2026
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Täglich grüßt die SIEGLINDE

Die Wetterlage in Europa ist komplett eingefahren. „Täglich grüßt das Murmeltier“ könnte man sagen, oder besser: „Täglich grüßt die SIEGLINDE“. Denn das monumentale Hochdruckgebiet SIEGLINDE ist es, das wie festgetackert über den Britischen Inseln thront und über das Wetter in Europa auch bis weit in die nächste Woche hinein herrschen wird (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Bodenluftdruck und Satellitenbild vom 10. Oktober 2025

Taeglich gruesst die SIEGLINDE

Ausgehend von ihrem angestammten Hauptsitz bei den Britischen Inseln streckt SIEGLINDE ihre Fühler in Form eines Hochkeils bis in den Südwesten und Süden Deutschlands aus. Das ist auch die Region, die in den nächsten Tagen die größten Chancen auf Sonnenschein haben wird, sofern sich die herbstüblichen, mitunter zähen Nebelfelder aufgelöst haben. Am Montag gibt die Sonne auch im Nordosten vorübergehend mal ein kurzes Gastspiel. Die relativen Sonnenscheindauern für den Zeitraum von Samstag bis Donnerstag (11.-16. Oktober) sind in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 2: Entwicklung der täglichen relativen Sonnenscheindauer von Samstag, 11. Oktober, bis Donnerstag 16. Oktober.

Taeglich gruesst die SIEGLINDE 2

Ansonsten lenkt SIEGLINDE mit nordwestlicher Strömung „Nordseepampe“ heran, oder etwas fachlicher ausgedrückt: maritim erwärmte Subpolarluft. Die ist ziemlich feucht und sehr wolkenreich. Bisweilen streifen Ausläufer der in weitem Bogen um SIEGLINDE herum nach Nord- nach Osteuropa geführten Tiefdruckgebiete zumindest den Norden und Osten des Landes, sodass es gerade dort aus der trüben Suppe hier und da sogar mal etwas regnen oder nieseln kann. Viel wird es zwar nicht sein, aber es reicht aus, den Wettercharakter als eher „usselig“ zu empfinden.

Hinter einer am Sonntag und Montag südwärts ziehenden, schwachen Kaltfront gehen die Temperaturen zu allem Überfluss sogar noch etwas zurück. Bis Wochenmitte wird die 15-Grad-Marke nur noch örtlich überschritten und nachts droht bei längerem Aufklaren zumindest in Bodennähe leichter Frost.

Eine durchgreifende Wetterumstellung ist im seriösen Vorhersagezeitraum nicht in Sicht, erst zum Ende der nächsten Woche deuten einige Wettermodelle darauf hin, dass die ruhige, ereignisarme Wetterlage durch stärkeren Tiefdruckeinfluss gestört werden könnte. Bis dahin wachen wir jeden Morgen mit Hoch SIEGLINDE auf.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.10.2025
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Auf der Suche nach dem Regen

Ziemlich kalt ist es geworden, oder? Am gestrigen Samstag hatte uns die Kaltfront von Tief ZION, das weit entfernt über dem Nordwesten Russlands seine Bahnen zog, von Nordost nach Südwest überquert. Diese Zugrichtung lässt sich wunderbar an den gestrigen Höchstwerten festmachen: Während man im Südwesten mit bis zu 24 Grad nur knapp an einem Sommertag (ab 25 Grad) vorbeischrappte, verblieb die Temperatur in Vorpommern mit gerade einmal 7 bis 9 Grad sogar im einstelligen Bereich. Damit lag sie dort rund 10 Kelvin unter den Höchstwerten vom Freitag. Das gilt am heutigen Sonntag mit rund eintägiger Verzögerung nun auch für den Südwesten, wo nur noch 10 bis 15 Grad zu erwarten sind. Im ostdeutschen Bergland wird man zum Teil sogar Schwierigkeiten haben, über die Null-Grad-Grenze hinauszukommen. 

Jetzt könnte man sich die Frage stellen, warum es denn bei einem so massiven Luftmassenwechsel nicht geknallt und gescheppert hat? Nun, einerseits war die Luft im Vorfeld der Front bereits ziemlich trocken und daher alles andere als energiegeladen. Andererseits schob Hoch OLIVIA mit Sitz westlich von Norwegen der benötigten Hebung der Luftmasse einen Riegel vor. Und so ging der Luftmassenwechsel abgesehen von ein paar harmlosen Wolken im wahrsten Sinne des Wortes geräuschlos und trocken über die Bühne. 

„Wieder nichts mit Regen…“ wird sich die Natur denken. Über die derzeit in Deutschland vorherrschende Trockenheit und die damit einhergehenden Folgen hat unser Kollege Markus Übel bereits im Thema des Tages vom gestrigen Samstag detailliert geschrieben. Im Folgenden wollen wir nun einmal den Fragen nachgehen, wo denn der Regen eigentlich steckt und wann (oder besser: ob) er endlich mal wieder bei uns aufzieht. 

Auf der Suche nach dem Regen teil 1 

Prognose der Gesamtniederschlagsmenge verschiedener Wettermodelle bis Sonntag, 13.04.2025, 00 UTC. 

Die Frage nach dem „Wo?“ lässt sich mit Blick auf obige Abbildung recht eindrucksvoll beantworten. Sie zeigt die Prognose der Gesamtniederschlagsmenge bis einschließlich nächsten Samstag von vier verschiedenen Wettermodellen. Etwas überspitzt ausgedrückt, könnt man sagen, dass wir regelrecht von Niederschlägen umzingelt sind. Über der Iberischen Halbinsel, wo die letzten Wochen ohnehin schon sehr viel Regen fiel, werden im Zusammenhang mit einem atlantischen Tief vor allem ab Donnerstag neue kräftige Regenfälle erwartet. Auch von Nordost- bis Südosteuropa sorgt anhaltende Tiefdrucktätigkeit wiederholt für Niederschläge. Selbiges gilt für den Norden Europas, wo Tiefdruckgebiete mit Schnee- und Regenfällen die Oberhand beim Wetter behalten. Dort sticht klassischerweise besonders der Weststau des norwegischen Gebirges ins Auge. 

Auf der Suche nach dem Regen teil 2

Prognose der Luftdruckverteilung und bodennahen Strömung für Sonntag, 06.04.2025, 18 UTC und Donnerstag, 10.04.2025, 00 UTC (ICON). 

Tja und bei so vielen Tiefdruckgebieten muss es irgendwo ja auch einen Vertreter oder besser eine Vertreterin des hohen Luftdrucks geben und diese befindet sich am heutigen Sonntag mit ihrem Zentrum knapp westlich von Südnorwegen. „Olivia“ ist der Name des Hochs, dem zwar in der ersten Hälfte der neuen Woche allmählich die Luft ausgeht, ab Wochenmitte aber bereits durch ein neues Hoch über den Britischen Inseln ersetzt wird. Zwar gelangen dadurch wieder ein paar mehr Wolken zu uns, der Hochdruckeinfluss reicht aber weiterhin aus, damit keine nennenswerte Niederschläge zu erwarten sind (wenn überhaupt). Ähnliches gilt auch für die Britischen Inseln, was letztlich das „Loch“ in der Niederschlagsabbildung erklärt. 

Auf der Suche nach dem Regen teil 3

Prognose der 24 stündigen Niederschlagsmenge für Sonntag, 13.04.2025 (IFS und GFS). 

Die Frage nach dem „Ob?“ lässt sich dagegen nicht so eindeutig beantworten. Es gibt allerdings Hinweise, dass ab Sonntag langsam der atlantische Tiefdruckeinfluss auf uns übergreift. Das zeigen derzeit zumindest das europäische IFS- und das amerikanische GFS-Modell in ihrer Prognose für die 24-stündige Niederschlagsmenge am Sonntag. Auch die sogenannten Ensembleprognosen (siehe DWD-Wetterlexikon) zeigen ab Sonntag besonders in den westlichen Landesteilen Niederschlagssignale und nähren die Hoffnung, dass es mit der Trockenheit bald zu Ende geht. Warten wir’s mal ab. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Frühlingshaftes Hochdruckwetter, aber…

Noch bestimmt Hoch „Konstantina“ das Wetter in Deutschland. Sein Schwerpunkt liegt aber mittlerweile schon östlich von uns. Von Westen drängeln sich Tiefdruckgebiete, die vorerst keine Chance haben, sich gegen das Hoch durchzusetzen. Was bestenfalls kommt, sind einige Wolkenfelder, die im Moment keinen Regen bringen. Mit einer südlichen Strömung gelangt jedoch sehr milde Luft nach Deutschland, so dass die Frostgefahr in den Nächten weiter abnimmt und die Tage frühlingshaft warm werden. 

Fruehlingshaftes Hochdruckwetter aber… teil 1

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck vom Donnerstag den 20.03.2025. Quelle: DWD 

So lassen sich der heutige Donnerstag und der Freitag mit einem wolkenlosen oder leicht bewölkten Himmel zusammenfassen. Dabei werden Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad am Donnerstag und sogar zwischen 17 und 23 Grad am Freitag erreicht. Daher wird der Freitag der wärmste Tag der Woche sein. Lediglich an den Küsten bleibt es mit 10 bis 14 Grad kühler. In der Nacht zum Freitag tritt vor allem in der Osthälfte noch leichter Frost auf. In der Nacht zum Samstag ist die Frostgefahr aufgrund zunehmender Bewölkung noch geringer. Durchweg frostfrei bleibt es in der Westhälfte und mit bis zu 10 Grad in der Nacht auch mild. Der Wind spielt zunächst kaum eine Rolle, nimmt aber am Freitag etwas zu und weht mäßig, im Westen auch frisch aus südöstlichen Richtungen. 

Fruehlingshaftes Hochdruckwetter aber… teil 2 scaled

Wetter und Temperatur für Donnerstag 20.03.2025 (links) und für Freitag 21.03.2025 (rechts). Quelle: DWD  

Nun wie geht es weiter, bleibt es auch so über das gesamte Wochenende? Leider nicht, denn genau ab Samstag stellt sich die Wetterlage um. Ein Tiefdruckgebiet schafft dann, sich gegen das Hoch durchzusetzen. Nur der Nordosten kann noch vom Hoch profitieren. Ansonsten wird die Luft immer feuchter und von Westen erreichen immer mehr dichtere Wolkenfelder das Land, die etwas Regen bringen können. Im Südwesten können sich am Samstagnachmittag und am Abend vereinzelte Gewitter entwickeln. Am Sonntag gibt es allgemein mehr Bewölkung und vor allem in der Mitte und im Süden fällt gebietsweise schauerartiger Regen. Die Temperaturen gehen mit 14 bis 19 Grad etwas zurück. Im äußersten Norden ist es mit 9 bis 12 Grad noch etwas kühler. Das liegt noch am kalten Wasser der Ostsee und am auflandigen Wind. Vor allem am Samstag weht ein mäßiger, im Norden starker, in Böen stürmischer Wind aus östlichen Richtungen. Zudem herrscht an den Alpen Südföhn. 

Wer kann, nutzt also diese schönen Tage, denn auch in der nächsten Woche wird das Wetter nicht das Beste sein, und die Temperaturen werden kühler sein als bisher. 

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Das Ende des Hochdruckwetters

Sonne pur und 20 °C. Was sich anhört wie Frühsommerwetter im Mai, war tatsächlich die erste Märzwoche des Jahres 2025. Dafür verantwortlich war Hoch „Ingeborg”. Dieses befindet sich mittlerweile im weit fortgeschrittenen Rückzugsstadium tief über Osteuropa. Bahn frei also für eine neue Runde Tiefdruck.

Aber so einfach ist das gar nicht. Sowohl bei Island als auch über dem eurasischen Festland weit östlich von uns erstrecken sich jeweils große Hochdruckzonen, die die Westwinddrift auch weiterhin abschnüren. Dazwischen hat sich vor einiger Zeit ein großer Tiefdruckkomplex gebildet, der nun vor der iberischen Küste liegt. Dort dreht er munter seine Kreise, kommt aber kaum noch vorwärts. Stattdessen schickt er Ableger in Form schwacher Randtiefs und den Resten eines Frontensystems zu uns. Diese erreichen uns in der kommenden Nacht im Südwesten. Deutlich wird das durch Bewölkungszunahme bis in die Mitte des Landes. Morgen früh setzt anschließend aus Richtung Frankreich und Schweiz der erste Regen ein. Dieser zieht im Tagesverlauf ganz langsam nordwärts und kommt etwa bis auf Höhe des Mains voran, wo dann in der darauffolgenden Nacht zum Dienstag noch einzelne Tropfen fallen können.

Auch die Temperaturen gehen nun allmählich zurück. Das dürfte aber kaum überraschen, schließlich haben diese sich zuletzt am oberen Ende dessen bewegt, was um diese Zeit des Jahres überhaupt möglich ist. Im Laufe der Woche gelangt langsam von Norden her kühlere Meeresluft nach Deutschland. Dementsprechend sinken die Werte nun langsam immer weiter ab und erreichen Mitte kommender Woche meist noch um 10 °C. Am längsten bleibt es dabei im Südosten Bayerns mild, während es nördlich der Elbe zwischenzeitlich Tagestemperaturen von nur noch 6 °C gibt.

Nach der langen Trockenphase sind auch in der kommenden Woche keine großen Niederschlagsereignisse zu erwarten. Insgesamt fällt zwar in vielen Regionen etwas Regen, aber wenn dort bis zur zweiten Wochenhälfte mehr als 5 bis 10 l/m² zusammenkommen, ist man schon gut dabei. Nahezu gänzlich trocken scheint es im Nordwesten zu bleiben. Das ist für diese Region keine gute Nachricht, denn bereits der Februar war dort schon viel zu trocken.
 

Das Ende des Hochdruckwetters teil 1

Abbildung 1: Prognose verschiedener Wettermodelle für die Gesamtniederschlagsmenge bis einschließlich Donnerstag, 13.03.2025 (Quelle: DWD) 

 

Wann wieder mehr Bewegung in das Wettergeschehen kommt, ist aktuell noch nicht absehbar. Bis auf Weiteres ist die Wetterlage weiter von wenig Gegensatz geprägt. Das bedeutet: Kaum Wind und Niederschläge, aber unter leichtem Tiefdruckeinfluss ebenso viele Wolken und kaum noch Sonne.

Zum Schluss ist noch ein Nebenschauplatz erwähnenswert, der aber bezüglich der Wetterentwicklung kaum eine Rolle spielt. Mit der südlichen Höhenströmung ist mal wieder eine Ladung Saharastaub nach Mitteleuropa gelangt. Dieser stellt sich im Satellitenbild (siehe Abbildung 2) als dünner bräunlicher Schleier über der Nordsee und dem Norden Deutschlands dar. Die Aersosolkonzentration ist aber dieses Mal nur gering und hat keine weiteren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
 

Das Ende des Hochdruckwetters teil 2 

Abbildung 2: Satellitenbild des präoperationellen Meteosat Third Generation zzgl. Kennzeichnung des zentralen Tiefdruckgebietes und dessen Frontensystem bei der Iberischen Halbinsel. (Quelle: DWD) 

M.Sc. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Die Bise zu Karneval

Hoch INGEBORG sorgte am vergangenen Karnevalwochenende für ruhiges und häufig sonniges Wetter. Dazu erreichten die Temperaturen im Laufe der Woche vor allem in den Niederungen des Südwestens und Westens häufig um oder über 15 Grad. Einige Stationen knackten sogar die 20-Grad-Marke. Der Wind wehte dabei abgesehen von den Küstengebieten nur schwach. Direkt unter dem recht kräftigen Hochdruckgebiet INGEBORG blieb es teils sogar windstill. Eine Ausnahme bildete vergangenes Wochenende der äußerste Südwesten des Landes. Dort gab es auf dem Feldberg zeitweise sogar Sturmböen (Bft 9). Aber auch in den Niederungen rund um den Bodensee wehte ein frischer bis starker Nordostwind. Betroffen davon war zudem das Schweizer Mittelland. Dort traten auch in den Niederungen in exponierten Lagen stellenweise steife Böen (Bft 7) auf. 

Die Bise zu Karneval teil 1 

Analysekarte für Sonntag, den 02.03.2025 um 12 UTC. Zu erkennen ist eine ausgeprägte Hochdruckzone über West- und Mitteleuropa aus der sich eine östliche bis nordöstliche Strömung in Süddeutschland und der Schweiz ergibt. (Quelle: DWD) 

Die Bise zu Karneval teil 2 

Maximale Windböen der letzten 6 Stunden bis zum Sonntag, den 02.03.2025 um 00 UTC. Auf dem Feldberg wurden Sturmböen gemessen, aber auch im Schweizer Mittelland gab es stellenweise steife Böen. (Quelle: DWD) 

Dabei handelte es sich um eine schwach ausgeprägte Bise. Dieses Windsystem kommt in Gang, wenn eine blockierende Wetterlage mit einem Hochdruckgebiet über Mitteleuropa oder Skandinavien und einem Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeerraum vorherrschend ist. Solch eine Druckkonstellation sorgt über Süddeutschland und der Schweiz für eine nordöstliche Strömung. Die von Nordosten kommende Luft wird zwischen dem Jura und den Alpen kanalisiert. Dadurch ergibt sich vor allem in Richtung Westen mit abnehmendem Abstand zwischen den Gebirgen eine Zunahme der Geschwindigkeit.

Entscheidend für die Stärke der Bise ist hauptsächlich der Druckunterschied zwischen dem Hochdruckgebiet im Norden und dem Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeerraum. Vergangenes Wochenende lag Hoch INGEBORG mit seinem Zentrum über dem zentralen Westeuropa und ein schwach ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über dem südlichen Mittelmeerraum. Dadurch ergaben sich nur geringe Druckunterschiede und die Bise wehte zum Glück aller Narren im Schweizer Mittelland relativ schwach. Bei einer starken Bise mit einer markanten Tiefdruckaktivität im Mittelmeerraum sind nämlich durchaus Sturmböen oder auch schwere Sturmböen in den Niederungen des Schweizer Mittellandes möglich.

Im Sommer ist bei einer auftretenden Bise die von Osten hereinströmende kontinentale Luft relativ trocken. Im Winter tritt dagegen wie im aktuellen Fall häufig eine Inversion auf. Eine stärkere Bisenströmung führt dann zu einer Durchmischung der Luftmassen unterhalb der Inversionsschicht. Dadurch steigt das Kondensationslevel und damit auch die Nebelobergrenze an und es entsteht Hochnebel. Bei der aktuellen Lage liegt das Kondensationslevel bei etwa 900 Hektopascal (etwa 1 Kilometer Höhe). Diese tiefe Wolkenobergrenze ist auf relativ starkes Absinken in Verbindung mit einer recht südlichen Lage des Hochdruckgebietes und auf die schwach ausgeprägte Bise zurückzuführen. Bei einer stärkeren Strömung und einer geringeren Feuchtigkeit in der bodennahen Schicht sind die Wolkenbänder dagegen teils aufgelockert und es können sich zur Strömung parallel gerichtete Wolkenstraßen ausbilden. 

Die Bise zu Karneval teil 3

Radiosondenaufstieg für Zürich für Sonntag, den 02.03.2025 um 06 UTC. Zu erkennen ist eine markante Inversion in etwa 1 Kilometer Höhe. Dies deutet auf eine niedrige Wolkenobergrenze in Verbindung mit starken Absinkbewegungen hin. (Quelle: DWD) 

Mit der Verlagerung der Hochdruckzone über dem zentralen Westeuropa nach Südosten, drehte der Wind bereits am vergangenen Sonntag auf östliche bis südöstliche Richtungen. Damit flaute der Wind vom Bodensee bis in das Schweizer Mittelland wieder ab. Aktuell befindet sich Deutschland am Rande eines Tiefdruckkomplexes über dem östlichen Atlantik in einer südlichen Strömung. Damit sind die Grundvoraussetzungen einer Bise nicht gegeben. Zu Beginn der kommenden Woche stellt sich die Wetterlage zwar grundlegend um, doch eine für eine Bise erforderliche Druckkonstellation ist nicht in Sicht! 

M.Sc. (Meteorologe) Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Langes Eltern-Wochenende

Nachdem in den letzten Tagen und Wochen vermehrt Tiefdruckgebiete das Wetter in Deutschland beeinflusst haben, setzt sich nun Hochdruckgebiet THOMAS durch. Es sorgt für zunehmend trockenes und sonniges Wetter. In der Höhe fließt auch deutlich mildere Luft ins Land, die sich durch Absinkprozesse im Hoch allmählich in tiefere Lagen durchsetzt. Bis Samstag liegt THOMAS über Deutschland, verlagert sich aber mehr und mehr in den Norden Europas. Am Sonntag weicht der Hochdruckeinfluss allmählich zunehmendem Tiefdruckeinfluss von Westen her.

DWD Langes Eltern Wochenende

Am Donnerstag (Vatertag, Christi Himmelfahrt) liegt THOMAS mit einem Druck von etwas über 1025 Hektopascal über dem Norden Deutschlands. Sein Einfluss reicht allerdings über die Nordsee bis kurz vor Island, über die Britischen Inseln bis zum nahen Atlantik, über Osteuropa bis nach Russland und nach Süden bis ans Mittelmeer. Es ist also ein recht ausgedehntes Hochdruckgebiet. Auch am Freitag reicht der Hochdruck von Skandinavien bis nach Mallorca und von Irland bis nach Südrussland. Das Zentrum mit mehr als 1025 Hektopascal wird dann über der Nordsee und den Niederlanden liegen. Um das Hoch herum strömt die Luft im Uhrzeigersinn, das heißt bodennah wird die Luft zunächst nicht wärmer. Allerdings spannt sich in der Höhe ein Keil ausgehend von Nordafrika auf. Er führt in höheren Luftschichten zunehmend warme Luft nach Deutschland. Da im Hochdruckgebiet die Luft absinkt, wird es so von Tag zu Tag trotz nördlichen Windes etwas wärmer bei uns.

DWD Langes Eltern Wochenende

Am Donnerstag (oben in obiger Grafik) erreicht die Temperatur Höchstwerte um 22 Grad, lediglich im äußersten Norden mit auflandigem Wind und unter dichteren Wolken ganz im Süden ist es etwas kühler. Dort ist zeitweise und örtlich auch etwas Regen möglich, der aber insgesamt nur sehr gering ausfällt. Die Sonne scheint vor allem in einem Streifen von der Oder bis an die Saar über längere Zeit. In der Nacht geht die Temperatur meist auf 9 bis 6 Grad zurück. Im Südosten kann es vor allem in geschützten Lagen kühler werden. Frost oder Frost in Bodennähe ist aber nicht wahrscheinlich.

Am Freitag (unten in obiger Grafik) erwärmt sich die Luft verbreitet auf über 20 Grad. Im Südwesten sind teilweise Höchstwerte um 25 Grad möglich. Nur an den Küstenabschnitten mit auflandigem Wind ist es weiterhin kühler, da die Nord- und auch Ostsee derzeit noch frisch sind. Niederschläge sind am Freitag selten. Lediglich im äußersten Norden und Nordosten sind im Zusammenhang mit der schwachen Front eines Tiefs über Nordrussland vereinzelt ein paar Spritzer Regen oder schwache Schauer möglich. Am meisten Sonne gibt es am Freitag im Westen und Süden des Landes.

DWD Langes Eltern Wochenende 1

Am Samstag schwächt sich das Hochdruckgebiet langsam ab. Es erstreckt sich aber weiterhin über weite Teile Nord- und Mitteleuropas. Im Nordosten und Osten liegen noch Frontenreste eines Tiefs über Russland. Am Sonntag zieht sich der hohe Luftdruck weiter nach Nordeuropa zurück. Von Westen her rückt allmählich tieferer Luftdruck näher. Die Strömung dreht auf östliche Richtung. In der Höhe fließt weiterhin warme Luft zu uns, in 850 Hektopascal (also etwa 1400 Metern Höhe über Meer) erreichen den Süden und Südwesten am Sonntag 10 bis 12 Grad.

DWD Langes Eltern Wochenende 1

Die Frontenreste im Nordosten und Osten sorgen am Samstag für zahlreiche Wolken, Regen fällt aber nur zeit- und gebietsweise und in geringer Menge. Durch die Wolken ist die Sonnenausbeute im Osten geringer und liegt teils nur bei 7 von rund 15 möglichen Stunden. Dennoch wird es mit 20 bis 23 Grad angenehm warm. Im Westen und Südwesten erreicht die Temperatur bei 10 bis 12 Stunden Sonne häufig mehr als 25 Grad. Somit stellt sich im Westen und Südwesten am Samstag oft ein Sommertag ein. Bei anhaltend nördlichem Wind sind die Küstenabschnitte temperaturmäßig die „Verlierer“. Über die 10 bis 13 Grad kühle Ostsee wird beständig kühle Luft an Land geführt. Auch die Nordsee ist nicht wärmer und so gilt für die Küsten und Inseln dort das Gleiche.

Am Sonntag (Muttertag) ist die Front abgezogen und auch im Osten setzt sich wieder häufiger die Sonne durch. Insgesamt gibt es aber im Tagesverlauf mehr Quellwolken und vor allem über dem Bergland sind Schauer oder einzelne Gewitter möglich. Sie sorgen in einer eher undynamischen Lage für Hebung und lösen so möglicherweise Regenfälle aus. Nach Norden und Osten hin ist die Schauerneigung gering, es gibt dort weniger hohe Berge. Die Niederschlagsmengen sind in der Fläche betrachtet gering und es wird auch im Süden und Westen bei weitem nicht jeden treffen. Aber die Neigung zu Schauern steigt und der potentiell niederschlagbare Wasseranteil liegt bei 20 bis 25 Litern pro Quadratmeter. Wo es also schauert oder gewittert, kann in kurzer Zeit Starkregen auftreten. Mit der warmen Höhenluft geht auch die Temperatur noch etwas nach oben und so sind am Sonntag im Westen teils bis zu 27 Grad möglich. Nach Osten hin werden nach derzeitigem Stand bis zu 24 Grad erreicht. Durch den nachlassenden Nordwind profitieren auch einige Küstenabschnitte von zunehmender Milderung.

Alles in allem stehen uns wettertechnisch ein paar ruhige Tage ins Haus. Die Sonne scheint recht häufig und es wird zunehmend wärmer. Dabei fällt nur zeit- und gebietsweise wenig Regen. Am Sonntag ist die Schauer- und Gewitterneigung vor allem im Bergland erhöht, bis dahin besteht jedoch keine Wettergefahr.

Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.05.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Vom Aprilwetter in den Sommer

Aprilwetter bestimmt derzeit noch das Wettergeschehen in Deutschland. Schuld daran sind die Tiefdruckgebiete SABINE, ROSA und QUILLA, die sich über Nordwesteuropa tummeln und sehr feuchte, aber auch milde Atlantikluft heranführen. Dabei überquert heute zunächst ein umfangreiches Regengebiet Deutschland von West nach Ost. Dahinter folgen im Nachmittagsverlauf aus Westen einige teils kräftige Schauer und Gewitter samt (schweren) Sturmböen, Hagel und vereinzelt Starkregen nach. Über der Mitte des Landes besteht sogar ein geringes Tornadorisiko. Zudem bläst in der Südwesthälfte ein kräftiger, teils stürmischer Südwestwind.

 

Ab Freitag stellt sich die Wetterlage um. Deutschland gerät zunehmend in den Warmsektor eines Tiefdruckkomplexes über Nordwesteuropa. Dieser Tiefdruckkomplex induziert auf seiner Vorderseite, im Zusammenspiel mit einem umfangreichen Hochdruckgebiet über Süd- und Südosteuropa, eine kräftige südwestliche Strömung, mit der für die Jahreszeit extrem warmen Luftmasse aus Nordwestafrika herangeführt werden. Der Höhepunkt der „Hitzewelle“ wird am Samstag, im Südosten eventuell erst am Sonntag, erreicht.

 

DWD Vom Aprilwetter in den Sommer

Dadurch, dass nach aktuellen Berechnungen der Saharastaub zunächst über Frankreich verbleibt, werden wohl einige Rekorde für die erste Aprildekade (1. bis 10. April) pulverisiert werden. Der bisherige Rekord stammt mit 27,7 °C in Rheinfelden (Baden-Württemberg) vom 07.04.2011. Der absolute Aprilrekord mit jeweils 32,9 °C vom 28.04.2012 in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg) und Kitzingen (Bayern) dürfte nicht geknackt werden. Allerdings muss betont werden, dass diese Aprilrekorde erst Ende des Monats aufgestellt wurden.

Im Detail wird es am morgigen Freitag im Westen und Norden wechselhaft und es regnet zeitweise. Im Nordosten können kräftige Gewitter samt (schweren) Sturmböen, Hagel und Starkregen auftreten. Die Höchstwerte liegen bei 16 bis 20 °C, nur an der See bleibt es etwas kühler. Der Südwestwind bläst spürbar und im Küstenumfeld sowie in Schleswig-Holstein mitunter stürmisch. In der Südosthälfte erwartet uns morgen ein schöner Frühlingstag, an dem sich Sonne und Wolken den Platz am Himmel teilen. Ganz im Süden behält die Sonne die Oberhand. Mit 19 bis 24 °C wird es angenehm warm. Am Oberrhein könnte sogar ein Sommertag mit Werten knapp über 25 °C erreicht werden.

Der Samstag wird landesweit der schönste Tag des Wochenendes. Letzter Regen zieht im Norden und Osten rasch ab und die Sonne kann sich auch dort zunehmend durchsetzen. In den anderen Landesteilen scheint sie noch häufiger und im Süden von früh bis spät. Ein Vorstoß von Saharastaub verbleibt voraussichtlich westlich und südwestlich von Deutschland, wodurch verbreitet Höchstwerte zwischen 24 und 29, am Oberrhein lokal um 30 °C erreicht werden können. Im Norden und Nordosten liegen die Maxima zwischen 19 und 24 °C. Der Wind weht mäßig um Süd, lebt aber gelegentlich stark böig auf. Optimales Grillwetter herrscht dadurch, dass es am Abend in den meisten Regionen noch sehr lange warm und trocken bleibt. Die Nacht zum Sonntag verläuft im Westen und Nordwesten mit Tiefstwerten zwischen 17 und 12 Grad ungewöhnlich mild. Selbst tagsüber lägen diese Werte etwas über dem, was man Anfang April erwarten kann. Im Süden kühlt es hingegen in manch einem Alpental auf niedrige einstellige Werte ab. Ein geringes Gewitterrisiko besteht an der Grenze zu BeNeLux.

Am Sonntag gibt es eine Wetterzweiteilung. In der Nordwesthälfte wird es wechselnd bis stark bewölkt und in einem Streifen von NRW und dem nördlichen Rheinland-Pfalz bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein treten zeit- und gebietsweise schauerartige Regenfälle auf. Auch einzelne Gewitter können nicht ausgeschlossen werden. Mit maximal 18 bis 23, an der See um 15 °C wird es zwar nicht mehr so warm wie am Vortag, aber immer noch viel zu mild für diese Jahreszeit. Mit jedem Kilometer weiter nach Südosten kann sich die Sonne häufiger durchsetzen, allerdings kann Saharastaub nun für eine Trübung sorgen. Außerdem entstehen im Tagesverlauf über den Bergen Quellwolken. Das Schauer- und Gewitterrisiko bleibt jedoch sehr gering. Die Entwicklung der Höchstwerte ist vom Staubgehalt abhängig und es werden meist zwischen 23 und 29, im Südosten vereinzelt 30 °C erreicht. Oftmals weht mäßiger Südwest- bis Westwind, im Bergland und an der Nordsee sind starke bis stürmische Böen möglich. Im Südosten bleibt es schwachwindig.

Zum Start in die neue Woche bleibt es im Süden und Südosten mit Maxima zwischen 23 und 27 Grad sommerlich warm und freundlich. In den anderen Landesteilen wird es leicht wechselhaft auf allerdings weiterhin hohem Temperaturniveau mit Höchstwerten zwischen 18 und 23 Grad.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.04.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst