Schlagwortarchiv für: Karneval

Alaaf, Helau und Narri Narro!

Am heutigen Weiberfastnachts-Donnerstag wird vor allem im Rheinland und im Südwesten Deutschlands der erste Ausnahmezustand des bis Dienstag andauernden Straßenkarnevals ausgerufen. Für einen Tag übernehmen die Frauen das Regiment und so mancher Schlips oder Schnürsenkel wird „daran glauben“ müssen. In einigen Städten feiert man auch auf den Straßen, beispielsweise in Köln, wo man „Alaaf“ als Narrenruf zum Besten gibt. „Alaaf“ leitet sich von „all af“ ab, was soviel bedeutet wie „über alles“. Kombiniert mit Kölle als Synonym des Stadtnamens wird daraus „Köln über alles“.

Weiberfastnacht

Das Wetter ist in den Feierregionen heute durch Tief ULRIKE (international NILS) zunächst ziemlich durchwachsen mit teils kräftigen Regenfällen bei Temperaturen zwischen 7 und 14 Grad. Am Nachmittag lassen die Regenfälle zumindest im Westen etwas nach, gänzlich trocken bleibt es aber wohl nicht. Da sich die Feierlichkeiten abends meist in die Kneipen verlagern, ist der Regen vorübergehend kein Thema mehr, obwohl es sicherlich „feucht-fröhlich“ weitergeht. Auf dem Nachhauseweg droht dann allerdings die nächste Dusche, weil es auch in der Nacht zum Freitag zeitweise weiterregnet.

Alaaf Helau und Narri Narro

Bodenwetterkarte von Donnerstag, 12.02.2026, 0 UTC

Nelkensamstag

Nach einem etwas ruhigeren Freitag finden am kommenden Nelkensamstag in einigen Städten große Karnevalsumzüge statt. So kann man am Nachmittag beispielsweise in Osnabrück, Hannover und Moers lustig geschmückte oder verkleidete Wagen, Fußtruppen und Musikkapellen bewundern. Wenn in Osnabrück am dortigen „Ossensamstag“ und ebenso in Hannover und Moers „Helau“ als Narrenrufe zum Besten gegeben werden, wird es bei 0 bis 2 Grad anfangs noch leicht flöckeln, im Nachmittagsverlauf bleibt es dann aber meist trocken. Die Sonne könnte sich dann noch vereinzelt zeigen und mit den Narren um die Wette lachen.

Tulpensonntag

Am Tulpensonntag kann man – neben vielen weiteren kleinen und großen Umzügen im ganzen Land – auch in Köln beim „Schull- un Veedelszöch“, in Mannheim („Mannem Ahoi“), Oberhausen („Helau“), Braunschweig („Brunswiek Helau“) und Frankfurt („Helau“) an größeren Umzügen teilnehmen. Der Sonntag bietet vermutlich das beste Wetter für die Umzüge, da es unter Zwischenhocheinfluss überwiegend trocken bleibt. Bei -2 bis 6 Grad sind allerdings dicke Jacke, Schal, Mütze und Handschuhe zu empfehlen – sofern sie zum Karnevalskostüm passen.

Alaaf Helau und Narri Narro 2

Vorhersagekarte Bodendruck für Tulpensonntag, 15.02.2026

Rosenmontag

Am Rosenmontag finden dann die meisten Umzüge statt. Besonders im Blickpunkt stehen die Züge in Köln, Düsseldorf („Helau“) und Mainz („Meenz Helau“), die zum Teil mehr als eine Millionen Besucher anlocken. Nach aktuellem Stand sieht es für die Karnevalisten allerdings nicht so gut aus. Ein Tief bei den Britischen Inseln sorgt bereits in der Nacht zum Montag von Westen für Schneefälle, sodass am Morgen gebietsweise etwas Schnee liegt. Im Westen und Südwesten geht der Schneefall dann schon in Regen über, wobei lokal Glatteis durch gefrierenden Regen nicht ganz ausgeschlossen ist. Zum Mittag hin entspannt sich die Glättelage bereits, weil es zu einer weiteren Milderung kommt. Danach gibt es aber weiterhin zeitweise Regen. In den anderen Regionen (abgesehen vom Nordosten) fällt ebenfalls etwas Regen oder Schnee, auch dort besteht dann Glättegefahr. Die Temperaturen liegen bei -2 Grad im Nordosten und bis 9 Grad am Oberrhein.


Alaaf Helau und Narri Narro 3

6-stündige Schneehöhenänderung für Rosenmontag, 16.02.2026 7 Uhr und 13 Uhr

Veilchendienstag

Zum Abschluss des Straßenkarnevals am Veilchendienstag ist der Umzug in Mönchengladbach („Halt Pohl“) einer der größten. Auch in München („Narri, Narro“) kommt es dann zum Faschingshöhepunkt, dieser ist allerdings nicht durch einen Umzug, sondern durch den Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt gekennzeichnet. Am Dienstag gibt es gebietsweise Regen und Schnee, vor allem in der Mitte. In der Südwesthälfte bläst dazu ein starker Wind, der den Karnevalisten mit steifen bis stürmischen Böen zwischen 50 und 70 km/h (Bft 7 bis 8) um die Ohren bläst und Perücken und Hüte möglicherweise vom Kopf weht. Ein wenig Hoffnung besteht noch auf etwas bessere Bedingungen, weil die Vorhersage noch nicht als sicher einzustufen ist.

Alaaf Helau und Narri Narro 4

Windböen für Veilchendienstag, 17.02.2026 13 Uhr und 16 Uhr

Der diesjährige Karneval steht also in seiner „heißen“ Phase nicht die ganze Zeit unter einem guten Stern. Wenn am Aschermittwoch dann alles vorbei ist, steigen die Temperaturen weiter. Der ursprüngliche, jedoch unbestätigte Zweck des Karnevals, nämlich die Vertreibung des Winters, wäre damit erfüllt. Die Mittelfristkarten zeigen allerdings, dass darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, weil ein erneuter Wintereinbruch im Bereich des Möglichen bleibt.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Es geht schon wieder los!

Mit dem „Elftem im Elften“, also dem 11. November, fällt am morgigen Dienstag pünktlich um 11:11 Uhr der Startschuss für die neue Karnevalssession. Diese findet mit der Weiberfastnacht (12. Februar 2026), dem Rosenmontag (16. Februar 2026) und dem Veilchendienstag (17. Februar 2026) ihre Höhepunkte, bevor am Aschermittwoch (18. Februar 2026) alles vorbei ist. Wie das Wetter im Februar genau wird, weiß keiner (auch wenn es manche behaupten). Wie das Wetter am morgigen Dienstag wird, dafür gibt es allerdings ziemlich verlässliche Prognosen.

 

Es geht schon wieder los 

Bodenwetterkarte von Dienstag, 11.11.2025, 12 UTC 

Gar nicht so schlecht sehen diese vor allem für die Karnevalshochburgen an Rhein und Main aus. Morgendlicher Regen durch die Okklusion von Tief ODIN mit Zentrum nahe Schottland zieht rasch ab und macht noch Platz für gelegentlichen Sonnenschein. Regen fällt dann bei zunehmendem Einfluss des Hochs WENCKE I mit Schwerpunkt über den Alpen keiner mehr. Dafür steigen die Temperaturen in der südwestlichen Strömung unter Zufuhr milder Luftmassen bei etwas auffrischendem Wind meist auf zweistellige Werte, in Köln und Düsseldorf sind am Nachmittag sogar bis zu 15 Grad möglich. Bis zum Ende der Feierlichkeiten (vermutlich erst in den frühen Stunden des Mittwochs) sinken die Temperaturen dann wieder auf 10 bis 4 Grad.

 

Es geht schon wieder los 2

Wetter zum Start der fünften Jahreszeit für Dienstag, 11.11.2025, 11 Uhr MEZ 

 

Neben dem Start der fünften Jahreszeit wird am morgigen 11. November auch der Martinstag gefeiert. Traditionell gibt es an diesem Tag vor allem in den frühen dunklen Abendstunden Umzüge, wobei Kinder mit Laternen singend durch die Straßen ziehen, um an den am 11. November 397 gestorbenen und für seine Wohltätigkeit bekannten Heiligen Martin, Bischof von Tours, zu erinnern. In einigen Regionen enden die Züge mit einem Martinsfeuer.

Und auch für diesen Zeitpunkt sind die Wettervorhersagen nicht allzu schlecht. Der Regen aus den Morgenstunden im Westen zieht im Tagesverlauf über den Nordosten ab, sodass es in den frühen Abendstunden in den meisten Gebieten Deutschlands bei gelegentlichen Wolkenauflockerungen trocken bleibt. Die Temperaturen liegen dann bei etwa 5 Grad im Südosten bis 11 Grad im Westen, was allerdings doch eine etwas dickere Jacke, vielleicht auch noch Schal, Mütze und Handschuhe rechtfertigt.

 

Es geht schon wieder los 3 

Wetter zu den Sankt-Martins-Umzügen für Dienstag, 11.11.2025, 18 Uhr MEZ 

 

Der Wettergott ist also allen Jecken, Kindern und Umzüglern milde gestimmt, sodass den Feierlichkeiten von dieser Seite her nichts mehr im Wege steht.
 

 

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Die Bise zu Karneval

Hoch INGEBORG sorgte am vergangenen Karnevalwochenende für ruhiges und häufig sonniges Wetter. Dazu erreichten die Temperaturen im Laufe der Woche vor allem in den Niederungen des Südwestens und Westens häufig um oder über 15 Grad. Einige Stationen knackten sogar die 20-Grad-Marke. Der Wind wehte dabei abgesehen von den Küstengebieten nur schwach. Direkt unter dem recht kräftigen Hochdruckgebiet INGEBORG blieb es teils sogar windstill. Eine Ausnahme bildete vergangenes Wochenende der äußerste Südwesten des Landes. Dort gab es auf dem Feldberg zeitweise sogar Sturmböen (Bft 9). Aber auch in den Niederungen rund um den Bodensee wehte ein frischer bis starker Nordostwind. Betroffen davon war zudem das Schweizer Mittelland. Dort traten auch in den Niederungen in exponierten Lagen stellenweise steife Böen (Bft 7) auf. 

Die Bise zu Karneval teil 1 

Analysekarte für Sonntag, den 02.03.2025 um 12 UTC. Zu erkennen ist eine ausgeprägte Hochdruckzone über West- und Mitteleuropa aus der sich eine östliche bis nordöstliche Strömung in Süddeutschland und der Schweiz ergibt. (Quelle: DWD) 

Die Bise zu Karneval teil 2 

Maximale Windböen der letzten 6 Stunden bis zum Sonntag, den 02.03.2025 um 00 UTC. Auf dem Feldberg wurden Sturmböen gemessen, aber auch im Schweizer Mittelland gab es stellenweise steife Böen. (Quelle: DWD) 

Dabei handelte es sich um eine schwach ausgeprägte Bise. Dieses Windsystem kommt in Gang, wenn eine blockierende Wetterlage mit einem Hochdruckgebiet über Mitteleuropa oder Skandinavien und einem Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeerraum vorherrschend ist. Solch eine Druckkonstellation sorgt über Süddeutschland und der Schweiz für eine nordöstliche Strömung. Die von Nordosten kommende Luft wird zwischen dem Jura und den Alpen kanalisiert. Dadurch ergibt sich vor allem in Richtung Westen mit abnehmendem Abstand zwischen den Gebirgen eine Zunahme der Geschwindigkeit.

Entscheidend für die Stärke der Bise ist hauptsächlich der Druckunterschied zwischen dem Hochdruckgebiet im Norden und dem Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeerraum. Vergangenes Wochenende lag Hoch INGEBORG mit seinem Zentrum über dem zentralen Westeuropa und ein schwach ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über dem südlichen Mittelmeerraum. Dadurch ergaben sich nur geringe Druckunterschiede und die Bise wehte zum Glück aller Narren im Schweizer Mittelland relativ schwach. Bei einer starken Bise mit einer markanten Tiefdruckaktivität im Mittelmeerraum sind nämlich durchaus Sturmböen oder auch schwere Sturmböen in den Niederungen des Schweizer Mittellandes möglich.

Im Sommer ist bei einer auftretenden Bise die von Osten hereinströmende kontinentale Luft relativ trocken. Im Winter tritt dagegen wie im aktuellen Fall häufig eine Inversion auf. Eine stärkere Bisenströmung führt dann zu einer Durchmischung der Luftmassen unterhalb der Inversionsschicht. Dadurch steigt das Kondensationslevel und damit auch die Nebelobergrenze an und es entsteht Hochnebel. Bei der aktuellen Lage liegt das Kondensationslevel bei etwa 900 Hektopascal (etwa 1 Kilometer Höhe). Diese tiefe Wolkenobergrenze ist auf relativ starkes Absinken in Verbindung mit einer recht südlichen Lage des Hochdruckgebietes und auf die schwach ausgeprägte Bise zurückzuführen. Bei einer stärkeren Strömung und einer geringeren Feuchtigkeit in der bodennahen Schicht sind die Wolkenbänder dagegen teils aufgelockert und es können sich zur Strömung parallel gerichtete Wolkenstraßen ausbilden. 

Die Bise zu Karneval teil 3

Radiosondenaufstieg für Zürich für Sonntag, den 02.03.2025 um 06 UTC. Zu erkennen ist eine markante Inversion in etwa 1 Kilometer Höhe. Dies deutet auf eine niedrige Wolkenobergrenze in Verbindung mit starken Absinkbewegungen hin. (Quelle: DWD) 

Mit der Verlagerung der Hochdruckzone über dem zentralen Westeuropa nach Südosten, drehte der Wind bereits am vergangenen Sonntag auf östliche bis südöstliche Richtungen. Damit flaute der Wind vom Bodensee bis in das Schweizer Mittelland wieder ab. Aktuell befindet sich Deutschland am Rande eines Tiefdruckkomplexes über dem östlichen Atlantik in einer südlichen Strömung. Damit sind die Grundvoraussetzungen einer Bise nicht gegeben. Zu Beginn der kommenden Woche stellt sich die Wetterlage zwar grundlegend um, doch eine für eine Bise erforderliche Druckkonstellation ist nicht in Sicht! 

M.Sc. (Meteorologe) Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst