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Schlagwortarchiv für: Thema des Tages

Kaltlufteinbrüche im Frühjahr – Teil 2: Meister Schnee

5. Mai 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Auch wenn aktuell die Gewittersaison vor allem im Süden Deutschlands bereits begonnen hat, so wollen wir uns im heutigen Thema des Tages nochmals den Kaltlufteinbrüchen im Frühjahr und dabei speziell dem Schnee zuwenden. Nachdem wir uns im ersten Teil auf das späteste Auftreten einer Schneedecke konzentriert haben (Link unterhalb des Textes), wo für die Erfassung bereits Höhen von mindestens 1 cm ausschlaggebend waren, liegt der Fokus heute auf den maximalen Schneehöhen. Vielen Dank an dieser Stelle für Ihre zahlreichen Rückmeldungen zu dem Thema, sei es durch das Teilen eigener Erfahrungen, Lob, Anregungen oder auch Kritik. Nach nochmaliger unabhängiger Prüfung der Datenbanken sind dabei nachträglich zwei Erfassungsfehler zutage getreten. Dies betraf die Stationen Husum und Halle. Deren spätestes Auftreten einer Schneedecke wurde nun von ehemals 11.05.1897 (Husum) auf den 27.04.1929 beziehungsweise 10.06.1893 (Halle) auf den 07.04.1956 korrigiert. Wir bitten dies zu entschuldigen. Ein entsprechender Vermerk im Tagesthema vom 03.04.2022 ist in Bearbeitung.

Wie heftig hat es denn nun im Frühjahr in der Vergangenheit nochmal geschneit? Um diese Frage zu klären, müssen wir erst einmal den Zeitraum etwas eingrenzen. In der oberen Hälfte der beigefügten Abbildung ist eine Deutschlandkarte mit dem durchschnittlichen Datum der spätesten Schneedecke im Winterhalbjahr zu sehen. Dies ist ein Flächenmittel über den Zeitraum 1971 bis 2000. Während entlang des Rheins sowie von Ostfriesland bis zur Elbmündung im Mittel teilweise schon im Februar die „Skisaison“ endet (orangene Einfärbung), ist es im übrigen Flachland eher Mitte März (grün), in den Hochlagen, je nach Höhenniveau, entsprechend später bis teilweise in den Juni hinein (blau). Wie wir im ersten Teil der Reihe gesehen haben, kann es in Extremjahren aber auch in tiefen Lagen teilweise noch im April und Mai Schnee geben, der (zumindest vorübergehend) liegen bleibt. Um nun die Fälle mit einer bis ins Frühjahr hinein „überlebenden“ Altschneedecke auszuschließen, fokussieren wir uns in dieser statischen Auswertung auf den Monat April als „bestmöglichen“ Kompromiss. Schließlich möchten wir doch die seltenen Ereignisse filtern, die von „Jetzt“ auf „Gleich“ beträchtliche Schneemengen brachten. Im Mai und später liegen die Höhen in der Mehrzahl der Fälle mit Müh und Not bei 1 cm, für diese Betrachtung also eher uninteressant.

Im unteren Teil der abgebildeten Grafik sehen Sie nun eine exemplarische Auswahl der maximalen Schneehöhen in Deutschland im April, versehen mit dem zugehörigen Datum. Dies beruht selbstverständlich nicht auf Vollständigkeit und ist ebenfalls stark davon abhängig, wie lang die Zeitreihen der entsprechenden Stationen sind. Auch kann es kleinräumig größere Unterschiede geben. Markant ins Auge stechen vor allem die teils langen und strengen Winter in den 70er und Anfang der 80er Jahre, die vermehrt Rekorde brachten. Auch die 20 cm in Flensburg und Rostock sind sehr bemerkenswert. Gerade im Südwesten Deutschlands wurden jedoch beim diesjährigen Spätwintereinbruch an einigen Stationen Rekorde verzeichnet – wie beispielsweise bei uns vor der Haustür am Offenbacher Wetterpark mit 7 cm. Schreiben Sie uns doch gerne, woran Sie sich noch erinnern. Wie hoch lag einst im April bei Ihnen der Schnee?

Von derartigen „Schneemassen“ sind wir aktuell weit entfernt – nun gut, es ist ja auch schon Mai ;). Wozu die doch noch recht langen Nächte bei geeigneter Luftmasse und idealen Abkühlungsbedingungen (klarer Himmel, windstill, trockene/sandige Böden) gut sind, konnte man in den vergangenen Nächten aber im Norden beobachten, wo es hier und da leichten Frost gegeben hat (zum Beispiel in Quickborn/Schleswig-Holstein und Worpswede/Niedersachsen mit -1,5 Grad). Freuen Sie sich daher schon auf den 3. Teil dieser Reihe, der sich dem Thema Spätfröste widmen wird.

Dipl.-Met. Robert Hausen

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 05.05.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/05/DWD-Kaltlufteinbrueche-im-Fruehjahr-Teil-2-Meister-Schnee.png 930 601 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-05-05 15:01:072022-05-05 15:03:57Kaltlufteinbrüche im Frühjahr – Teil 2: Meister Schnee

Nicht viel Bewegung

4. Mai 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Am heutigen Mittwoch herrschen wie bereits auch in den vergangenen Tagen über Mitteleuropa schwache Luftdruckgegensätze. Die Tiefdruckgebiete bleiben weiter fern über dem Nordatlantik bzw. über dem Nordmeer. Gegenüber steht eine Hochdruckzone, die vom Ostatlantik bis zum Baltikum bzw. nach Südosteuropa reicht. Deutschland liegt zwar unter dieser Hochdruckzone, aber das Wetter wird von der vorherrschenden Luftmasse und der Druckverteilung in den höheren Luftschichten gesteuert. Daraus ergibt sich eine Wetterzweiteilung über Deutschland.

Die Nordhälfte liegt dabei meist im Bereich der kühleren und relativ trockenen Luftmasse. Freundliches Wetter ist die Folge und die Sonne zeigt sich neben harmlosen Quellwolken oder durchziehenden Wolkenfeldern häufig. Regen fällt quasi kaum. In den Nächten kann die Luft allerdings stark abkühlen, sodass noch mit Bodenfrost gerechnet werden muss. Frostempfindliche Pflanzen sollten daher abgedeckt werden.

In der Mitte und vor allem im Süden des Landes ist die Luftmasse hingegen feuchter und wärmer. Mit der Sonnenunterstützung und der relativ kälteren Luft in den höheren Luftschichten herrschen die besten Bedingungen für Gewitterbildung. Aufgrund der schwachen Windverhältnisse ziehen die Gewitter kaum. Somit ist die Starkregengefahr hoch und im Vergleich zu den vergangenen Tagen ist das Unwetterpotential noch etwas höher.

Bei einem Platzregen sind dann häufig Mengen 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter (l/m²), vereinzelt auch über 25 l/m² wahrscheinlich. Zudem kann es auch zu Hagelansammlungen kommen. Die Folge sind vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen. Aber wie immer bei solchen Lagen geht in einem Dorf oder einem Stadtteil die Welt unter und ein paar Kilometer weiter bleibt es fast trocken.

In der Nacht zum Donnerstag klingen mangels Sonnenunterstützung die meisten Gewitter ab. Übrig bleiben im Süden und Osten einzelne kleinräumige Niederschlagsgebiete.

Am Donnerstag wiederholt sich die Geschichte in der Südosthälfte des Landes, wobei die Unwettergefahr wieder sinkt. Auch ganz im Westen ist ein Regenguss möglich. An den Alpen kann es dann in der Nacht zum Freitag längere Zeit kräftig regnen.

Am Freitag nimmt der Hochdruckeinfluss über Deutschland zu, sodass nur in Südostbayern noch Schauerneigung herrscht. Der große Rest kann sich über einen meist sonnigen Tag freuen.

Am Samstag überquert eine Kaltfront Deutschland und sorgt für Schauer und einzelne Gewitter. Rückseitig der Kaltfront fließt zwar kühlere, aber trockenere Luft heran, sodass am Sonntag für viele ein sonniger Tag bevorsteht. Lediglich am Alpenrand besteht ein leichtes Schauerrisiko.

Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 04.05.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-05-04 14:45:122022-05-04 14:47:01Nicht viel Bewegung

Einzel- und Multizellengewitter

3. Mai 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Gewitter unterscheiden sich in ihrer Lebensdauer, in ihrer räumlichen Ausdehnung, ihrer Entstehung und ihrer Dynamik. Man unterscheidet zwischen Einzelzellen, Multizellen, Superzellen und mesoskaligen konvekiven Systemen (MCS), zu denen auch Gewitterlinien (engl. squall lines) gehören. Die unterschiedlichen Arten von Gewitterzellen bringen auch ein stark differierendes Gefahren- bzw. Schadenspotenzial mit sich. Die höchste Gefahr geht dabei von Superzellen aus. Doch heute soll das Augenmerk zunächst einmal auf Einzel- und Multizellen gelegt werden.

Einzelzellen: Sie sind die kleinsten konvektiven Systeme mit einer relativ kurzen Lebensdauer von 30 bis 60 Minuten und entstehen häufig an Sommertagen durch bodennahe Aufheizung als sogenannte Wärmegewitter. Dabei muss die Auslösetemperatur erreicht werden, damit ein Luftpaket ungehindert aufsteigen kann und es somit zur Quellwolken- bzw. Gewitterbildung kommt. Die Auslösetemperatur ist die Temperatur, die man in Bodennähe benötigt, damit ein Luftteilchen aufgrund seiner geringeren Dichte, verglichen mit der Umgebungsluft aufsteigen kann. Die vertikale Scherung des Horizontalwindes, die die Richtungsänderung und die Geschwindigkeitsänderung des Windes in unterschiedlichen Höhen beschreibt, ist bei Einzelzellen gering. Zuerst entsteht bei der Zellneubildung ein einzelner Aufwindbereich (der Updraft), indem bodennahe feuchtwarme Luftmassen aufsteigen. Die Gewitterwolke durchläuft in ihrem Lebenszyklus dabei drei Entwicklungsstadien. Das erste Entwicklungsstadium wird „Cumulusstadium“ genannt. Hier bildet sich ein Cumulus Congestus (eine Wolkenart), in dem es zu starken Aufwinden kommt, was dazu führt, dass feuchtwarme Luftmassen in höhere Luftschichten gelangen. Danach folgt das „Reifestadium“, in dem sich starke Abwinde (der Downdraft), hervorgerufen durch ausfallenden und verdunstenden Niederschlag, entwickeln. Durch das rasche Herabfallen von kälterer Luft aus größeren Höhen kommt es im Bereich des Downdrafts am Boden zu einem symmetrischen horizontalen Auseinanderströmen und kräftige Böen sind die Folge. Im letzten Stadium, dem „Dissipationsstadium“, stirbt die Gewitterwolke quasi ab. Anfangs ist die Niederschlagsintensität der Zelle zwar am stärksten, aber durch fehlende Windscherung dreht der Downdraft dem Updraft quasi „den Hahn zu“. Damit wird der Nachschub an feuchter und warmer Luft abgeschnitten und die Zelle stirbt. Einzelzellen bringen kurzzeitigen Starkregen und bei stärkeren Entwicklungen auch stürmische Böen oder kleinkörnigen Hagel hervor.

Multizellen: Sie bestehen aus mehreren, miteinander gekoppelten Einzelzellen, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Dafür muss allerdings eine mäßige vertikale Scherung des Horizontalwindes vorliegen, damit Auf- und Abwindbereich der Zelle räumlich voneinander getrennt werden. Da der Wind unterschiedlich stark weht, fließt die Luft im Downdraft nicht wie bei der Einzelzelle symmetrisch und gleichmäßig nach allen Seiten aus, sondern es formiert sich an der warmen Seite des Gewitters eine sogenannte Böenfront. Die hierbei herabfallende schwere und kalte Luft schiebt sich unter die vorgelagerte Warmluft, hebt diese an und dient damit als Trigger für eine Zellneubildung. So entwickelt sich ein System, das durchaus mehrere Stunden Bestand haben kann. In Mutlizellen können heftiger Starkregen, Sturmböen und mittelgroßer Hagel um 3 cm auftreten.

Derzeit treten vor allem über der Südhälfte Deutschlands Einzelzellengewitter auf. Diese verlagern sich allerdings nur sehr langsam (weniger als 10 km/h), wodurch es vor allem zu Starkregen kommt. Dabei können in kurzer Zeit um 20 l/qm, vereinzelt auch etwas mehr fallen. Es trifft aber bei weitem nicht jeden und oftmals bleibt es sogar trocken. Nachts fallen die Gewitter rasch wieder in sich zusammen, da die Sonne als treibende Kraft fehlt und damit die Auslösetemperatur nicht erreicht werden kann.

Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 03.05.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-05-03 12:27:132022-05-03 12:29:10Einzel- und Multizellengewitter

Deutschlandwetter im April 2022

2. Mai 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im April 2022*

1. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 10,7 °C – Abweich. +0,8 Grad 2. Platz Freiburg (Baden-Württemberg) 10,6 °C – Abweich. +1,6 Grad 3. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 10,5 °C – Abweich. +0,4 Grad

Besonders kalte Orte im April 2022*

1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 3,0 °C – Abweich. -0,3 Grad 2. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 3,3 °C – Abweich. +0,1 Grad 3. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 3,8 °C – Abweich. +0,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im April 2022**

1. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 174,8 l/m² -99 Prozent 2. Platz Todtmoos (Baden-Württemberg) 172,3 l/m² -117 Prozent 3. Platz Anger-Stoißberg (Bayern) 168,2 l/m² -110 Prozent

Besonders trockene Orte im April 2022**

1. Platz Wiesenburg (Brandenburg) 8,6 l/m² -19 Prozent 2. Platz Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) 10,6 l/m² -26 Prozent 3. Platz Boltenhagen (Mecklenburg-Vorpommern) 11,6 l/m² -29 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im April 2022**

1. Platz Arkona (Mecklenburg-Vorpommern) 284 Stunden -156 Prozent 2. Platz Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern) 256 Stunden -128 Prozent 3. Platz Rostock-Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) 255 Stunden -147 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im April 2022**

1. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 139 Stunden -99 Prozent 2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 145 Stunden -107 Prozent 3. Platz Zwiesel (Bayern) 147 Stunden -99 Prozent

oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahreszeitmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990). ** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitwertes zum vieljährigen Jahreszeitmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

M.Sc.-Met. Sebastian Altnau

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 02.05.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-05-02 16:00:422022-05-02 16:02:29Deutschlandwetter im April 2022

Weltlachtag

1. Mai 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Im Jahre 1998 hat der Gründer der Lachyoga-Bewegung, Madan Kataria, den Weltlachtag ins Leben gerufen. In diesem Jahr steht der Weltlachtag im Zeichen von „Weltfrieden durch Lachen“. Am Nachmittag gegen 14 Uhr soll durch gemeinschaftliches lautes Lachen ein Friedenszeichen in den Himmel gesendet werden.

Weltweit erfreut sich das Lachyoga großer Beliebtheit. In sogenannten „Lachclubs“ kann man zusammen lachen und Lachen ist nachgewiesenermaßen gesund. Es erhöht den Spiegel des Wachstumshormons HGH und stärkt so das Immunsystem. Die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol wird vermindert und die Muskeln entkrampfen sich. Durch die Erweiterung der Blutgefäße beim Lachen soll verstopften Arterien und somit Herzerkrankungen vorgebeugt werden.

Damit Ihnen das Lachen auch ohne entsprechende Yogaübungen gelingt, haben wir ein paar Witze und lustige Sprüche zum Wetter zusammengetragen:

Der Hotelchef hört wie der neue Portier telefoniert: „NEIN“, sagt der Portier, „das haben wir nicht. Ganz bestimmt nicht. Und kriegen wir auch in den nächsten Tagen nicht.“ Da reißt der Chef ihm die Hörer aus der Hand und schreit in die Muschel: „Natürlich, das haben wir, und das werden wir auch morgen haben. Und wenn es nicht reicht, besorgen wir Neues.“ Und dann flüstert er dem Portier zu: „Man sagt nie zu den Gästen, dass etwas nicht da ist, sie Trottel! Was will der Mann überhaupt?“ „Er fragt, ob wir schlechtes Wetter haben.“

—

Zwei Golfer spielen bei Wind und Regen. Sagt der eine: „Stell dir vor, meine Frau hat mich doch tatsächlich gefragt, ob ich ihr nicht mit im Garten helfen könnte?“ Sagt der andere: „Bei dem Sauwetter!“

—

In der Schule fragt der Lehrer: „Wer kann mir die drei Eisheiligen nennen?“ Meldet sich Fritzchen: „Langnese, Schöller und Mövenpick!“

—

Anruf beim Wetteramt: „Ihre leichte Bewölkung wird gerade von der Feuerwehr aus meinem Keller gepumpt!“

—

Wie nennt man den Tag nach zwei Regentagen? Montag!

—

Der Frühling ist wie ein Makler: Zeigt dir kurz, wie nett es sein könnte und nervt dann nur noch.

—

Was ist die gefährlichste Zeit des Jahres? Der Sommer: Die Sonne sticht, die Salatköpfe schießen, die Bäume schlagen aus und der Rasen wird gesprengt.

—

Mut ist, wenn man ohne Regenschirm auf die Straße geht, obwohl der Wetterbericht gutes Wetter angesagt hat.

—

Was ist ein Keks unter einem Baum? Ein schattiges Plätzchen.

—

Pilot: „Wie ist das Wetter bei Ihnen?“ Turm: „Wir haben zehn achtel Bewölkung“ Pilot: „Wie können Sie zehn Achtel haben?“ Turm: „Ganz einfach. Gestern hatten wir acht Achtel – und heute sieht es viel schlechter aus.“

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 01.05.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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Trockenheit im Norden und Osten sowie die Krux mit der Niederschlagsstatistik

30. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Schaut man auf die Niederschlagsstatistik des fast vergangenen Aprilmonats, so ergibt sich im Vergleich zur Klimareferenzperiode von 1991 bis 2020 im Flächenmittel über Deutschland ein Plus von nahezu 25 %. Und auch im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990, als die Aprilmonate im Schnitt noch deutlich nasser waren, zeigen sich nur leicht negative Abweichungen.

Gleichzeitig mehren sich Meldungen in der Presse, die eine andere Sprache sprechen. Der RBB schreibt: „In fast allen Brandenburger Landkreisen besteht hohe Waldbrandgefahr.“ Und die Lübecker Nachrichten melden: „Landwirte in Schleswig-Holstein sehnen Regen herbei.“

Wie passt das eigentlich zusammen?

Ein wichtiger Punkt sind die vorhandenen großen regionalen Unterschiede in Deutschland. So gibt es Regionen in Deutschland, wo nicht einmal 50 % der zu erwartenden Niederschlagsmengen im Gesamtmonat gefallen sind (z.B. in der Leipziger Tieflandsbucht, Flughafen Leipzig/Halle:14.4 l/m² (33 %), während andernorts sogar fast das Doppelte der durchschnittlichen Monatsmenge erreicht wurde (z.B. in der Nordhälfte von Baden-Württemberg, Stuttgart-Schnarrenberg: 98.2 l/m² (183 %). Im Flächenmittel über Deutschland heben sich diese Unterschiede dann wieder auf.

Setzt man die regionale Brille auf, fällt also auf, dass besonders der Osten des Landes, der Alpenrand und die Regionen in Richtung Eifel unterdurchschnittliche Mengen bekommen haben.

Aber was ist mit dem dringend herbeigesehnten Regen im Norden Deutschlands? Die Niederschlagsbilanz weist für den Monat April sogar klar überdurchschnittliche Mengen selbst für die Referenzperiode von 1961 bis 1990 aus. Und damit gelangt man zum zweiten Problem mit der Monatsstatistik. Diese liefert nämlich keinerlei Aussage darüber, wann die Niederschläge gefallen sind und wie oft es geregnet hat. Theoretisch könnten sogar ein oder zwei kräftigere Gewitter die Monatsmenge bringen und in der Gesamtmonatsbilanz unauffällig erscheinen.

Greift man sich den Norden heraus, so sieht man, dass in Schleswig-Holstein der letzte nennenswerte Regen noch vor Ende der ersten Dekade gefallen ist. So ist es beispielhaft in St. Peter-Ording seit einschließlich des 11. April durchgehend trocken und häufig ganztags sonnig. Oder anders gesagt: Seit drei Wochen hat es in Schleswig-Holstein nicht mehr geregnet. Gleichzeitig befindet sich die Vegetation im Frühlingsmodus und der Wasserbedarf steigt deutlich an.

Und es gibt noch einen dritten Punkt. Die Monatsbilanz sagt nichts über die Vorgeschichte aus. Der vorangegangene März war nicht nur der mit Abstand sonnigste seit Aufzeichnungsbeginn, sondern zählte auch zu einen der trockensten Märzmonate mit einem Flächenmittel über Deutschland von nur 35 % (im Vergleich zu 1961 bis 1990). In größeren Regionen im Osten und Nordosten des Landes ist so gut wie gar kein Regen gefallen.

Zusammengefasst resultiert die vorangegangene und aktuelle Entwicklung insbesondere im Osten und Norden des Landes in einer teils erheblichen Trockenheit. Dies spiegelt sich auch in der geringen Bodenfeuchte in den oberen Bodenschichten und dem zum Teil hohen Waldbrandgefahrenindex wider.

Und wie geht es weiter? Zwar kann es heute und auch in den nächsten Tagen vor allem in der Südhälfte des Landes Schauer und auch einzelne Gewitter geben. Die zu erwartenden Regenmengen fallen aber regional sehr unterschiedlich aus. In vielen Regionen bleibt es bei nur geringen Mengen. Der Norden und Nordosten, wo Regen dringend gebraucht wird bleibt bis auf Weiteres nahezu komplett trocken. Die Trockenheit in diesen Regionen wird sich also nicht entspannen, sondern sogar noch verschärfen.

Dipl.-Met. Marcus Beyer

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 30.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWD-Trockenheit-im-Norden-und-Osten-sowie-die-Krux-mit-der-Niederschlagsstatistik.png 1003 1545 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-30 16:06:352022-04-30 16:09:33Trockenheit im Norden und Osten sowie die Krux mit der Niederschlagsstatistik

Ufos und Rüssel

29. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Es gibt nur wenige Regionen auf der Erde, in denen sich ausgeprägte Gewittersysteme in Gestalt von formvollendeten Superzellen mit allen nur denkbaren Begleiterscheinungen so gut beobachten und studieren lassen wie im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Die flache und nur spärlich bewachsene Graslandschaft der dortigen Prärielandschaft eignet sich besonders gut für einen störungsfreien Blick über die weiten Ebenen hinweg auf die darüber hinwegziehenden Gewitter. In der Regel beginnt die Saison im Süden der USA Ende April, wenn sich die Wassermassen im Golf von Mexiko soweit erwärmt haben, dass sich die Luft entsprechend erwärmen und mit Feuchte anreichern kann, um anschließend nordwärts ins Landesinnere zu ziehen. Dort kann sich die Energie der Luftmasse in Form von schweren Gewittern entsprechend „entladen“. Im Mittleren Westen der USA ist dies besonders gut möglich, da dies dort quasi störungsfrei über die Bühne geht. Von Ost nach West verlaufende Gebirge, die das Wettergeschehen in irgendeiner Art und Weise beeinflussen, wie es in Europa zum Beispiel die Alpen tun, sind dort Fehlanzeige.

Diese Störungsfreiheit ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich oft sehr gute Scherungsbedingungen einstellen. Das heißt, dass die nötigen Winde für die Entstehung von Superzellen aus unterschiedlichen Richtungen und Geschwindigkeiten wehen können, ohne von Hindernissen aufgehalten oder beeinflusst zu werden. Diese guten Scherungsbedingungen sind schließlich dafür verantwortlich, dass dort solche ausgeprägten Mesozyklonen – also rotierende Gewitterzellen – und schließlich auch Tornados entstehen können.

Aus diesem Grund ist der Mittlere Westen im Spätfrühling bzw. Frühsommer auch der Hauptanlaufpunkt für zahlreiche Stormchaser auf der Jagd nach den besten Fotomotiven und Filmaufnahmen. Dabei pflegt die Stormchaser-Community auch ihren eigenen Slang, um die Phänomene einer Gewitterzelle oder einer Gewitterlage zu beschreiben. So wird zum Beispiel der freistehende Aufwindturm aufgrund seiner runden Struktur als „Ufo“ bezeichnet. Ein Tornado wird schnell mal zum Rüssel. Auch gerne benutzt wird der Begriff „Tail End Charlie“ für die südlichste oder letzte Zelle entlang einer Gewitterlinie. Eine – zugegeben – vielleicht etwas martialische Metapher, entstammt dieser Begriff doch aus der Zeit des zweiten Weltkriegs…

Man darf gespannt sein, was die diesjährige Gewittersaison zu bieten hat. Einige vielversprechende Ansätze gab es bereits in den letzten Tagen und Wochen. Leicht fündig wird man auf der Suche nach entsprechendem Bildmaterial in den sozialen Medien. Facebook, Twitter, Instagram und Co. liefern einen schönen Rundumschlag über alles, was „über dem Teich“ geschieht. Und es ist mitunter ziemlich beeindruckend, was so mancher Stormchaser Jahr für Jahr auf die Beine stellt.

M.Sc. Felix Dietzsch

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 29.04.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2022/04/DWD-Ufos-und-Ruessel.png 565 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2022-04-29 13:20:422022-04-29 13:23:43Ufos und Rüssel

Wetter und Wein

28. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Ob ein schönes Glas Weißwein an lauen Sommerabenden oder ein kräftiger Rotwein zu einem gegrillten Lammkotelett, Wein passt in vielen Lebenssituationen. In Deutschland wird an über 100 000 Hektar Wein angebaut. Das ist zwar fast die Fläche von Berlin und Potsdam zusammen, aber entspricht nicht mal dem Anbaugebiet, an der beispielsweise in der Region Bordeaux (Frankreich) Weintrauben in edle Tropfen verwandelt werden. Der Anbau in Deutschland erfolgt annähernd zu zwei Drittel aus Weißweinsorten und zu einem Drittel aus Rotweinsorten. Der Schwerpunkt liegt dabei im Südwesten des Landes und das größte Anbaugebiet ist Rheinhessen mit einer Anbaufläche von etwa 27000 Hektar. Doch was hat das Wetter nun mit dem Wein zu tun und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um einen möglichst guten Wein zu keltern?

Für einen guten Wein muss vieles stimmen. Da wären zum einen die Bodenbeschaffenheit, die Lage, die Hangneigung, das Ausbleiben von Krankheiten und zum anderen die Temperatur, die Sonneneinstrahlung und die Wasserverfügbarkeit. Das Wetter und das Klima spielen also eine sehr wichtige Rolle. Am besten baut man Wein sowohl nördlich als auch südlich des Äquators zwischen dem 30. und 50. Breitengrad an. Nur dort sind die Bedingungen gegeben, dass es einerseits nicht zu heiß und andererseits nicht zu kalt ist. Als Faustregel dient der Gradmesser, dass ein Rebstock bei einer Temperatur unter 10 Grad nicht wachsen kann. Daher erfolgt im Winter eine Ruhephase, bevor im Frühling der Austrieb erfolgt.

Nun spielt nicht nur die Temperatur eine Rolle, sondern auch das Sonnenlicht. Durch die Entfernung zum Äquator bleibt es im Sommer länger hell und die Weinreben profitieren davon. Es kann dann unter anderem mehr Photosynthese stattfinden, wodurch sich die Produktion von Glucose erhöht, die für das Wachstum und die Traubenreifung benötigt wird. Die Hanglage ist dabei ebenfalls entscheidend, wodurch Südhänge auf der Nordhalbkugel besonders gut geeignet sind. Es herrschen beispielsweise in der Moselregion durch das Zusammenspiel zwischen Hangneigung, günstigen Windverhältnissen, wärmespeicherndem Gestein und mineralhaltigen Böden sehr gute Bedingungen für die Herstellung eines Weines von hoher Qualität.

Nur Sonne ist für den Rebstock jedoch auch nicht gut, denn er braucht ebenfalls Wasser. Leiden die Pflanzen im Sommer beispielsweise unter Trockenstress, dann fallen die Blätter vertrocknet zu Boden und die so wichtige Photosynthese ist dann immer weniger möglich. Betroffen hiervon sind vor allem junge Traubenstöcke, denn sie wurzeln noch nicht so tief. Ältere Rebstöcke hingegen strecken ihre Wurzeln mehrere Meter tief in den Boden. Teilweise sind die Wurzeln noch in 20 Meter Tiefe zu finden. Manchmal lässt sich dieses Phänomen im eigenen Garten erkennen, wenn viele Pflanzen schon vertrocknet sind, der alte Weinstock jedoch in voller Pracht erscheint, weil er beispielsweise in großer Tiefe eine Wasserader mit seinen Wurzeln erwischt hat. Zu viel Wasser ist jedoch auch nicht das Gelbe vom Ei, denn dann werden die Trauben zwar groß, aber es fehlt ihnen die Süße. Außerdem führt zu viel Feuchtigkeit vermehrt zu Fäulnis und die ungeliebte Kirschessigfliege lässt sich auf den Trauben nieder und macht diese ungenießbar. Ein weiteres Problem ist Hagelschlag, der nicht nur die Trauben zerstören kann, sondern ebenso die wichtigen Blätter förmlich von den Pflanzen peitscht. Sie sehen also, für einen guten Jahrgang muss vieles stimmen. Einen tollen Effekt zum Klimaschutz leisten die Reben übrigens auch noch. Beispielsweise werden an einem sonnigen Sommertag auf einem Hektar Steilhang rund 80 Kilogramm Sauerstoff produziert und 100 Kilogramm Kohlenstoffdioxid abgebaut.

Na dann mal Prost und auf ein gutes Weinjahr 2022.

Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 28.04.2022

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Tim und die Störenfriede

27. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Mit einer Hochdrucklage verbindet man häufig störungsfreies Wetter, also kein Regen und viel Sonne. Grundsätzlich ist das richtig, da das Absinken in einem Hochdruckgebiet normalerweise für Wolkenauflösung sorgt. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, da neben den Vorgängen am Boden auch die in den höheren Luftschichten zu beachten sind. Darüber hinaus ist die Position des Hochs wichtig. Alle diese Faktoren spielen neben vielen weiteren eine große Rolle in der Wettervorhersage.

So macht sich auch am heutigen Mittwoch ein Hoch Namens „Tim“ mit Schwerpunkt über Schottland in Deutschland bemerkbar. Der Luftdruck ist mit 1020 hPa im Süden und knapp 1030 hPa an der Nordsee relativ hoch und man denkt sofort an meist störungsfreies Wetter mit viel Sonnenschein. Jedoch gibt es zwei „Störenfriede“, sodass diese einfache Behauptung diesmal nicht stimmt.

Der erste Störenfried ist ein Tief in höheren Luftschichten über dem Südosten Deutschlands, das mit kälterer Luft angefüllt ist. Dies sorgt dort mit Unterstützung der Sonne für Wolkenbildung und Schauer. Grund dafür ist ein großer Temperaturunterschied, der sich zwischen dem Boden und der Höhe aufbaut und den die Natur mit Konvektion ausgleichen will. Für die Südosthälfte Deutschlands heißt das: Trotz des relativ hohen Luftdrucks viele Wolken und einzelne Schauer.

Der zweite Störfaktor (Störenfried) ist die Position des Hochs, das heute bei den Britischen Inseln liegt. Für uns bedeutet das eine nördliche Strömung, in der feuchte Nordseeluft herangeführt wird. Häufig ist diese Luft aber auch feucht genug, sodass sich tiefe Wolken bilden, die dann mit der Strömung von der Nordsee ins Landesinnere ziehen. Genau das ist auch heute der Fall für die Nordseeküste und das angrenzende Binnenland.

Von Rheinland-Pfalz und dem Saarland bis zur Ostsee dagegen sorgt der Hochdruckeinfluss für heiteres Wetter und stützt die oben eingangs erwähnte Behauptung.

Am Donnerstag zieht der erste Störenfried nach Südosten ab und das Bodenhoch bekommt somit Unterstützung auch aus der Höhe. Am Boden steigt der Luftdruck in Deutschland im Mittel dann auf 1030 hPa. Folglich lacht die Sonne bei meist nur lockeren Wolkenfeldern häufig vom Himmel. Einzige Ausnahme bleibt die Nordseeküste mit immer noch tiefhängenden Wolken.

Zum Wochenende, auch wenn am Boden weiterhin Hochdruckeinfluss herrscht, sorgt der nächste Störenfried in Form eines neuen Höhentiefs für Schauer und Gewitter vor allem in der Mitte und im Süden des Landes. Also ist eine komplett störungsfreie Hochdrucklage mit reinem Sonnenschein zunächst nicht in Sicht.

Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.04.2022

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Ein Höhentief wirbelt in der Wetterküche bevor erneut ein Hoch das Zepter übernimmt.

26. April 2022/0 Kommentare/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Am heutigen Dienstag ist es schon Hoch TIM zwischen Island und Norwegen, dessen Einfluss bis nach West- und Mitteleuropa reicht und dabei die schwach ausgeprägte Tiefdruckrinne, die zuvor über Mitteleuropa lag, Richtung Mittelmeer schiebt. Potentielle Niederschläge aufgrund von Tiefs oder Tiefausläufern würden in Deutschland demnach eigentlich nicht auf dem Speiseplan stehen. Doch ein Tief in höheren Luftschichten, welches im Bodenniveau kaum zu erkennen ist, wirbelt die Wetterküche in weiten Teilen des Landes noch durcheinander.

Ein Höhentief ist besonders in einem Höhenniveau von 5000 bis 6000 Metern über dem Boden ausgeprägt. Dabei ist dieses meistens mit reichlich Kaltluft angereichert, die im Kern absinkt und so das Tief generiert. Ist bodennah kein Tief mit entsprechenden Ausläufern vorhanden, spricht man auch von einem Kaltlufttropfen. Höhentiefs und insbesondere die Kaltlufttropfen sind meist kleinräumig und in ihrem Verhalten unberechenbar. Vor allem deren Zugbahn ist häufig schwierig zu prognostizieren. Durch das Absinken der Höhenkaltluft im Kern des Tiefs im Vergleich zur deutlich wärmeren Luft im Bodenniveau setzen vertikale Umlagerungen ein. Diese führen abhängig von der verfügbaren Luftfeuchte schließlich zu kräftigen, schauerartigen und teils gewittrigen Niederschlägen.

Schon am gestrigen Montag war das Höhentief zusammen mit der abwandernden Tiefdruckrinne im Süden des Landes für teils kräftige Niederschläge verantwortlich. Aufgrund des schauerartigen Charakters ist die Regenausbeute jedoch inhomogen verteilt und auch ungleichmäßig intensiv ausgefallen. Die Regionen nordöstlich einer Linie Bremen-Magdeburg-Leipzig-Dresden bekamen von dem wichtigen Element nichts ab. Dagegen fielen im südlichen NRW, in Hessen, dem Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg häufig 5 bis 15 l/m², gebietsweise auch bis 25 l/m². Besonders nass war es in den vergangenen 24 Stunden in Korschenbroich (NRW) mit 31 l/m², Offeringen (BW) mit 30 l/m² und Malsburg-Marzell (BW) mit 44 l/m².

Da das aktuelle Höhentief bis zum morgigen Mittwoch etwa von Luxemburg bis in den Osten Österreichs zieht, werden hierzulande auch vor allem in der Südhälfte weitere schauerartige, teils gewittrige Regenfälle erwartet, die sich am Mittwoch zunehmend in den Südosten des Landes zurückziehen.

Mit dem Abziehen des Höhentiefs ist dann aber endgültig der Weg für das Hoch TIM frei. Dieses verlagert seinen Schwerpunkt zunehmend zu den Britischen Inseln, sodass auch hierzulande der Hochdruckeinfluss steigt. Allerdings liegt Deutschland auf der Südostflanke des Hochs. Somit gelangt mit einer nördlichen Strömung nur erwärmte Meeresluft ins Land. Damit die Temperaturen die 20-Grad-Marke knacken können, braucht es also die Sonnenunterstützung sowie die Vorzüge regionaler Beschaffenheit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass von Donnerstag bis Samstag zunächst vor allem am Rhein und seinen Zuflüssen, später auch im Donauumfeld und am Alpenrand Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad möglich sind. Anders sieht es im Norden aus, wo der Wind auflandig von der Nord- und Ostsee ins Land weht. Die See ist derzeit noch kühl, sodass die Temperaturen dort nur auf Werte zwischen 10 und 15 Grad ansteigen können.

Zum Wochenende könnte dann ein neuer Koch in der Wetterküche auftauchen. Denn auf der Südflanke des Hochs soll sich ein Tief von der Iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeerraum Richtung Alpen aufmachen. Dieses hat dann feuchtere und wärmere Luft im Gepäck und würde zudem die Atmosphäre in Schwung bringen. Unterstützung bekommt das Tief wohl auch noch aus höheren Luftschichten, sodass die Schauer- und Gewitterneigung vom Südwesten und dem Alpenrand bis in die Mitte des Landes ansteigen sollte.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 26.04.2022

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