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Geschichte der Meteorologie − Teil 1: Von den Anfängen zur Meteorologie in den verschiedenen Hochkulturen des Altertums

Mit diesem Thema des Tages wird der Start zu einer ganzen Serie eingeleitet, die die Geschichte der Meteorologie in chronologischer Form abdecken soll: vom Beginn der Wetterbeobachtung über das Zeitalter erster meteorologischer Aufzeichnungen in den alten Hochkulturen weiter zum Beginn als moderne Naturwissenschaft bis hin zum Einsatz von Mechanismen der Fernerkundung, Entwicklung von Wettermodellen, Berechnungen mit Hochleistungsrechnern und dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz.

Verzichtet wird dabei zu Beginn auf die Rückrechnung klimatologischer Szenarien aus heutiger Sicht, die als Paläoklimatologie bezeichnet wird. Dabei werden im Rahmen der Klimageschichte die historischen globalen Durchschnittstemperaturen von Kalt- und Warmzeiten aufgezeigt, welche wesentlich zur Entwicklungsgeschichte der Lebewesen im jüngeren Zeitraum der Erdgeschichte beitrugen.

In Einigkeit mit anderen Wissenschaften ist es nicht möglich, einen exakten Zeitpunkt für den Beginn der Geschichte der Meteorologie festzulegen. Betrachtet man Meteorologie als Naturwissenschaft im heutigen Sinne, so ist ihre Geschichte relativ jung. Viel weiter reicht sie zurück, wenn man die Meteorologie als einen Aspekt menschlichen Wissens als beschreibende Wissenschaft begreift.

Die Ursprünge der Meteorologie liegen daher in der Wetterbeobachtung. Diese war schon im Spätpaläolithikum und in der Mittelsteinzeit für die als Nomaden lebenden Menschen von Interesse. Hier galt es besonders, die Wanderbewegungen der Beute- oder Herdentiere abzusehen oder für die vorsichtige Einschätzung einer günstigen Wetterperiode für längere Sammelausflüge. Nach der Sesshaftwerdung der Menschheit war die Beobachtung und Aufzeichnung des lokalen Wetters für Landwirte eine wichtige Grundlage für weitreichende Entscheidungen, wenn es darum ging, zu welchen Zeitpunkten man sät und zu welchen man erntet: Je früher man sät, desto länger ist die mögliche Vegetationsperiode bis zur Ernte, allerdings drohen bei früherem Säen aber zugleich Einbußen durch Wettereinwirkungen auf die junge Saat. Je später man erntet, desto größer ist der Ertrag. Gleichwohl kann es besser sein, die Ernte etwas früher einzubringen, z. B. um sie vor einem nahenden Unwetter oder einer Schlechtwetterperiode, man denke beispielsweise an die Monsunzeit in anderen Weltregionen, in Sicherheit zu bringen.

Zwischen den Anfängen der Seeschifffahrt und der Meteorologie gibt es durch wind- und strömungsinduzierten Antrieb gewisse Berührungspunkte. Die Anfänge in der Seeschifffahrt fanden entlang von Küsten statt bzw. es wurden in der Besiedlungsgeschichte des Menschen nur geringe Strecken auf dem offenen Meer zurückgelegt (besonders auf der Beringstraße zwischen Asien und Nordamerika, zwischen Südostasien und Australien sowie um Neuguinea sowie im Mittelmeer). Ob hierbei Wind- und Strömungskenntnisse vorlagen, ist gänzlich unbekannt.

Erste aufgezeichnete Erkenntnisse aus der Meteorologie liegen aus den verschiedenen Hochkulturen vor, die ihren Ursprung im Übergangsbereich zwischen Kupfersteinzeit und Bronzezeit haben. Schon vor allen Hochkulturen versuchte der Mensch in der Jungsteinzeit, zwischen Naturphänomenen zu unterscheiden, welche Unbehagen bringen und welche nicht.

Eine Gemeinsamkeit aller Kulturvölker ist die Beobachtung von Naturphänomenen und damit die Erlangung von Kenntnissen hierüber durch Priester. Naturphänomene beinhalten hier, was man heute unter astronomischen und meteorologischen Phänomenen versteht, es vermischen sich also eine frühe Art „Astrometeorologie“ mit religiösen Vorstellungen. Dies wird besonders deutlich bei der Festlegung von Aussaat- und Erntezeiten in der Landwirtschaft und der religiöser Feste. Die durch das Wissen erlangte Macht der Priesterkaste führte zu einem erheblichen religiösen Einfluss auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die erkennbare Gesetzmäßigkeit der Naturphänomene und des Himmels fanden in einer priesterlichen Doppelrolle durch Gesetze Ausdruck einer allgemeinen Weltordnung.

So wurden bedeutende Gottheiten der Hochkulturen zu Göttern der Sonne, des Mondes, des Donners, des Blitzes, des Windes und des Meeres. Beispiele für einen solchen Wettergott sind der Sonnengott Ra im alten Ägypten, Hadad und Iškur als Wettergottheiten im nördlichen bzw. südlichen Mesopotamien, oder die Donnergötter Indra in Indien und Lei Gong in China. Im Daoismus im alten China wurde sogar eine göttliche Hierarchie nach Intensität der meteorologischen Prozesse eingeführt. Wettergottheiten der altamerikanischen Maya-Hochkultur sind Chaak, der Gott des Regens und der Wirbelstürme, Itzamná, der Sonnengott, und Iko’ob, der Gott des Windes.

Aus der ägyptischen und mesopotamischen Hochkultur sind zwar viele astronomische Erkenntnisse überliefert, jedoch deutlich weniger zur Meteorologie. In beiden Hochkulturen wurden jedoch Segelschiffe eingesetzt, zunächst an Flüssen, im Verlauf auch im Persischen Golf, im Roten Meer und im Mittelmeer. Die früheste Darstellung eines Segelschiffs stammt aus Mesopotamien am Persischen Golf und wird in die Zeit zwischen 3500 und 3000 v. Chr. eingeordnet. Erste Segelschiff-Darstellungen aus Ägypten reichen in die Zeit von 3100 v. Chr. zurück.

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Ägyptisches Segelschiff, Wandbild von ca. 1422−1411 v. Chr., Maler aus der Grabkammer des Menna, Quelle: The Yorck Project über Wikimedia Commons

Schon in der prädynastischen Zeit ist aus dem Alten Ägypten bekannt, dass religiöse Praktiken in Form von Ritualen abgehalten wurden, in dem der Himmel um Regen angerufen wurde. Mathematische Kenntnisse besonders in der Geometrie verdeutlichten den Bau der Pyramiden. In Ägypten richtete sich der Kalender nach dem Eintreffen der Nilschwemme, die durch Monsunniederschläge im äthiopischen Hochland verursacht wurde. Kalender waren in Ägypten schon um 3000 v. Chr. bekannt. Eine außergewöhnliche Dürre um 2200 v. Chr. führte zum Untergang des Alten Reiches und läutete eine Zeit politischer Instabilität ein. Neue Kenntnisse in der Wissenschaft wurden erschwert, ein Austausch mit der benachbarten Hochkultur in Mesopotamien war wahrscheinlich.

In Mesopotamien wurde in Uruk die älteste erhaltene Keilschrift entwickelt, die zunächst auf Tontafeln geschrieben wurde. Zudem wurde ein Zählsystem als Grundlage der Mathematik eingeführt. Aus babylonischen Keilschriften ist eine frühe mesopotamische Art der Astrometeorologie bekannt. Himmelserscheinungen wurden in Vorhersagen umgedeutet und Wolken, Wind und Donner mit guten oder schlechten Ereignissen in Verbindung gebracht. Aus der Keilschrift auf Ton oder Lehm ist folgendes aus Babylonien bekannt: „Wenn man einen dunklen Halo-Schein um den Mond sieht, wird es in diesem Monat regnen oder werden sich Wolken zusammenziehen. – Brauen sich am Himmel dunkle Wolken zusammen, wird Wind wehen. – Donnert es an Tagen mit abnehmendem Mond, wird die Ernte gut.“ Eine Windrose mit vier Haupt- und vier Nebenwinden war in Mesopotamien bekannt. Die Hauptwindrichtungen wurden mit sutuiltanusadu und amur bezeichnet – Süd, Nord, Ost und West. Nebenwindrichtungen waren Wortkombinationen wie sutu u sadu für Südost und iltana u amura für Nordwest. Auch in Mesopotamien war die oben erwähnte Dürre um 2200 v. Chr. markant. Sie führte dort zum Zusammenbruch des Akkadischen Reiches.

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Beispiel der babylonischen Keilschrift mit Landkarte von Mesopotamien, wahrscheinlich aus Sippar (700−500 v. Chr.), The British Museum, London, Quelle: Osama S. M. Amin über Wikimedia Commons

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Übersetzung einiger babylonischer Schriftzeichen, Quelle: Ernest A. Wallis und Leonard W. King über Wikimedia Commons

Die Meteorologie in Indien lässt sich nach Angaben des heutigen dortigen nationalen Wetterdienstes auf dem Subkontinent bis etwa 3000 v. Chr. zurückverfolgen. Um 2200 v. Chr. führte dieselbe Dürre wie in Ägypten und Mesopotamien dazu, dass an der Indus-Hochkultur Siedlungen Richtung Südosten verlagert wurden. Zusammen mit den im nächsten Abschnitt beschriebenen Überschwemmungen in China wird die großräumige Dürre als 4,2-Kilojahr-Ereignis bezeichnet. Direkte meteorologische Erkenntnisse sind in der indischen Hochkultur schwierig nachzuweisen, da im Unterschied zu anderen Hochkulturen Indien keine Ordnung in Form einer Zentralregierung hatte und aus Einzelstaaten bestand. Es wird jedoch ein Austausch und damit die Übernahme von ausländischem Wissen und Kulturgut angenommen.

Gesicherte erste Erkenntnisse über Landwirtschaft und Ackerbau in der Hochkultur von China reichen in die Zeit um etwa 2700 v. Chr. zurück. Nicht geklärt sind dabei die genauen Kenntnisse über meteorologische Vorgänge. Der erste Kaiser aus der legendenhaften Xia-Dynastie, Yu der Große, war bei seinen Untertanen beliebt, weil er bei seinem Vorhaben, die regelmäßigen Überschwemmungen des Gelben Flusses einzudämmen, seinerzeit einige technische Erfolge erzielte. Die große Flut, in der chinesischen Mythologie auf etwa 2200 v. Chr. beschrieben, ist bis heute umstritten. Jüngste geologische Untersuchungen erbrachten physische Spuren, die sie möglicherweise hinterlassen hat. Allerdings kann das auch auf eine in der Forschung auf etwa 1922 v. Chr. datierte Flut hinweisen, die im Nachgang eines großen Erdbebens in Tibet durch eine massive Landrutschung entstanden war. Aufgrund gelegentlicher langer Perioden mit starken Regenfällen kam es und kommt es am Gelben Fluss und anderen chinesischen Flüssen bis in die heutige Zeit immer wieder zu großen Überschwemmungen. Yu der Große war der erste bekannte Mensch, der versuchte, die verheerenden Auswirkungen solcher Wetterereignisse zu mildern. Im Wesentlichen gelang dies durch Ausbaggern von Flussbetten und kontrollierter systematischer Ableitung hoher Flusswasserstände auf umliegende Felder. In die chinesische Geschichte ging der Kaiser als „Großer Yu beherrscht die Gewässer“ ein. In dieser Zeit wurde in China ein Amt zur Überwachung und Beobachtung des Himmels eingeführt, was bis zum Ende des chinesischen Kaiserreiches vor rund 115 Jahren existierte.

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Kaiser Yu der Große, Portrait von Ma Lin (Song-Dynastie), National Palace Museum, Taipeh, Republik China (Taiwan), Quelle: Shuge über Wikimedia Commons

Aus der altamerikanischen Hochkultur der Maya sind die meisten Zeugnisse über wissenschaftliche Erkenntnisse nicht überliefert. Astronomische Erkenntnisse führten zu einem Kalender. Es ist außerdem bekannt, dass Wettervorhersagen für Anbauzyklen der Landwirtschaft genutzt wurden. Schon im Altertum nutzten die Maya ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem auf der Halbinsel Yucatán und förderten Grundwasser aus Kalksteinlöchern, den Cenoten. Tzolkin, der Mondkalender der Maya, und Haab, der Sonnenkalender der Maya, definierten die Termine und religiösen Rituale für die Aussaat. Die Maya-Priester nutzten Astronomie und Mathematik, um den Beginn der landwirtschaftlichen Regenzeit anhand von Sonnenfinsternissen und der Nähe der Venus zu den Plejaden zu bestimmen, wie im Landwirtschaftsalmanach des Madrid-Kodex‘, eine der vier erhaltenen und mit Sicherheit authentischen Handschriften der Maya, dargestellt ist. Bei den Maya waren Wettervorhersagen eng mit ihrer Kosmologie bzw. ihrem Weltverständnis verbunden. Die Maya-Kosmologie von Regen und Wolken umfasste eine detaillierte Beschreibung der Entstehung dieser Phänomene, die durch das Wirken der Maya-Gottheiten erklärt wurde. Aus alter Maya-Zeit überliefert ist noch die traditionelle Methode Xook K’iin aus dem Maya-Sonnenkalender, mit der Klimaschwankungen und Phänomene wie Hurrikane, Dürren und Winde über das ganze Jahr hinweg vorhergesagt werden. Diese basierte auf detaillierten Beobachtungen und Aufzeichnungen über die Sonnenintensität, die Wolkendichte, das Auftreten von Nebel, Regen und niedrigen Temperaturen zu Jahresbeginn, aus welchem dann auf die Wetter- und damit die Ernteentwicklung im Jahr geschlossen wurde.

Erkenntnisse über Meteorologie aus der alten südamerikanischen Kultur aus Caral im heutigen Peru zwischen 2500 und 2000 v. Chr., die zur Vor-Inka-Zeit gehört, liegen nicht vor. Die Lage der Hauptsiedlung in der Wüste abseits der Küstenlagune lässt allerdings auf regelmäßige Überschwemmungen durch El Niño schließen. Die Blütezeit der Hochkultur der Inka war deutlich später.

Sie sehen, schon in verschiedenen Hochkulturen im Altertum gab es gewisse Vorstellungen vom Wettergeschehen und spannende Erklärungs- und Deutungsversuche an den damals bedeutenden und entwickelten Orten und Regionen der Welt. Die nächsten meteorologischen Überlieferungen stammen aus dem antiken Griechenland. Die Serie wird fortgesetzt, so dass Sie Näheres dazu im zweiten Teil zur Geschichte der Meteorologie lesen werden.

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Tag der Wetterbeobachtung

Die Beobachtung des Wetters wird seit jeher betrieben. Ableitungen und Lehren aus den Beobachtungen für das alltägliche Leben waren essenziell für das Überleben einer Gesellschaft. So kommt es nicht von ungefähr, dass mit den Bauernregeln versucht wurde, sich häufig wiederholende Begebenheiten und damit Regelmäßigkeiten anhand der Beobachtungen festzuhalten und an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Bauernregeln sind alte Volkssprüche, die Auskunft über das Wetter und die Folgen für die Landwirtschaft geben sollen. Sie sind meist recht kurz gehalten und in Reimform, dabei aber selten mit ausschmückenden Stilmitteln verfasst. Die Reimform erleichtert die Merkfähigkeit der eigentlichen Informationen und das Wissen konnte so gut an die Nachfahren weitergegeben werden. Zu den bekanntesten Bauernregeln gehören die Siebenschläfer-Regel sowie die Regeln zu den Hundstagen, den Eisheiligen und der Schafskälte. Andere Regeln berücksichtigen keine festen Tage oder Zeiträume, sondern beziehen sich eher auf die Tier- und Pflanzenwelt. Oder es sind einfach lustige kleine Gedichte ohne Bezug zur Wettervorhersage.

Für den heutigen Samstag gibt es beispielsweise die Bauernregeln: „St. Paulus kalt mit Sonnenschein, wird das Jahr wohl fruchtbar sein“ oder „wenn’s an Pauli regnet oder schneit, dann folget eine teure Zeit“.

Wetterbeobachter beschäftigen sich mit der Erfassung und Aufzeichnung von Wetterdaten wie Luftdruck, Temperatur, Windstärke, Niederschlagsmenge/-art oder Bedeckungsgrad mit Art der Wolken. Dazu werden diese Messgrößen an einem bestimmten Ort zu festgelegten Zeiten (heutzutage meist automatisch) erfasst. Daraus lassen sich unter anderem Zeitreihen erstellen. Die Beobachtungsdaten werden anschließend codiert und weltweit ausgetauscht, so erhält man ein Gesamtbild der aktuellen Wetterlage. Die regelmäßige Beobachtung des Wetters diente und dient auch heute noch dem Verständnis meteorologischer Zusammenhänge.

Auch jeder Einzelne von uns ist privat mehr oder weniger ein Wetterbeobachter. Jeder kennt sicherlich die alltägliche Situation, bei geplanten Aktivitäten im Freien immer wieder den Himmel im Blick zu behalten und das Wolkenbild zu betrachten für den Fall eines bald aufziehenden Niederschlagsgebiets. Heutzutage gibt es natürlich Hilfsmittel wie beispielsweise Radarbilder. Ein aufmerksamer Blick zum Himmel kann jedoch in keinem Fall schaden und vielleicht haben Sie ja mal Lust, die Wolkenbedeckung in Achteln des vom Betrachter sichtbaren Himmels zu schätzen. Dies gehört nämlich u.a. zur Aufgabe eines Wetterbeobachters. Das Ergebnis einer solchen Wolkenbeobachtung kann beispielsweise Folgendes sein: 4/8 Ac (Altocumulus, in mittlerer Höhe) und darunter 2/8 Sc (Stratocumulus, in niedriger Höhe). Bei dieser Wolkenkonstellation sind immer wieder sonnige Abschnitte zu erwarten und Aktivitäten im Freien steht nichts im Wege. Wetterbeobachter halten selbstverständlich auch geschätzte Sichtweiten fest und behalten annähernde Schauer oder Gewitter genauestens im Blick.

Und welches Wetter gibt es heute und in den kommenden Tagen zu beobachten? Welche der oben genannten Bauernregeln trifft für den heutigen Samstag also eher zu?
Auch am heutigen Samstag wird das Wettergeschehen in Deutschland durch die Ausläufer des Orkantiefs GILLES beeinflusst, welches inzwischen besser unter seinem internationalen Namen ÉOWYN bekannt ist. ÉOWYN zog am gestrigen Freitag über Irland und Teile Großbritanniens hinweg, die Auswirkungen waren dabei immens (siehe hierzu auch das Thema des Tages vom gestrigen Freitag). Inzwischen ist ÉOWYN ins Europäische Nordmeer vor die Küste Norwegens gelangt. Dessen Ausläufer erstrecken sich aber unter anderem auch bis Mitteleuropa. 

DWD Tag der Wetterbeobachtung
Bodenanalysekarte am Samstag, den 25.01.2025, 06 UTC 

Diese lenken vorübergehend sehr milde Luftmassen nach Deutschland. Zweistellige Höchsttemperaturen sind am heutigen Samstag somit keine Seltenheit. Am Oberrhein und bei Föhn an den Alpen werden auch vorfrühlingshafte Werte bis knapp 19 Grad erreicht. Im Nordwesten und bei sich länger haltendem Hochnebel in Südostbayern sind es hingegen „nur“ 6 bis 10 Grad.

Im Süden und Südosten lockert die Bewölkung auf und die Sonne kann sich auch einmal länger zeigen. Vor allem vom Westen bis in den Nordosten ist es hingegen bei meist dichter Bewölkung oftmals regnerisch. Zeit- und gebietsweise frischt der Süd- bis Südwestwind stark böig auf, in den Gipfellagen kann es auch stürmisch sein. 

DWD Tag der Wetterbeobachtung 1
Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Samstag, den 25.01.2025 

In der Nacht zum Sonntag kommen dann von Südwesten bis in den Osten und Nordosten hinein Regenfälle auf, die insbesondere im Südwesten teilweise kräftig sein können. Diese Regenfälle breiten sich im Laufe der Nacht allmählich südostwärts aus. Nur im äußersten Nordwesten und in Südostbayern gehen die Temperaturwerte bis in den leichten Frostbereich zurück, ansonsten bleibt es bei 7 bis 0 Grad frostfrei. 

DWD Tag der Wetterbeobachtung 2
Wettervorhersage sowie Vorhersage der nächtlichen Tiefsttemperaturen in Deutschland in der Nacht zum Sonntag, den 26.01.2025 

Am morgigen Sonntag ziehen die Niederschläge dann ostwärts ab, während die Schneefallgrenze auf 1000 bis 800 m absinkt, sodass es in den Alpen noch ein paar Zentimeter Neuschnee geben kann. Nachfolgend treten dann noch einzelne Schauer auf, Richtung Westen und Südwesten lockert die Bewölkung hingegen auf und die Sonne kommt zeitweise zum Vorschein. Bei Höchsttemperaturen von 4 bis 10 Grad, am Oberrhein bis 12 Grad wird es nicht mehr ganz so mild wie am heutigen Samstag. Bei mäßigem Süd- bis Südwestwind ist das dennoch alles andere als winterlich. 

DWD Tag der Wetterbeobachtung 3
Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Sonntag, den 26.01.2025 

Schon in der Nacht zum Montag kommt von Westen bereits neuer Regen auf, der im Laufe des Montags nach Osten und Süden durchzieht. Zudem ist der Süd- bis Südwestwind im Westen und Nordwesten durchaus lebhaft unterwegs. Einzelne Sturmböen sind dann möglich, die im Bergland vermehrt auftreten, exponiert sind auch einzelne schwere Sturmböen zu erwarten. Bei Höchsttemperaturen von 6 bis 13 Grad ist es zum Wochenstart dann wieder sehr mild.
Auch nachfolgend präsentiert sich das Wetter von seiner unbeständigen und windigen, aber vergleichsweise milden Seite. 

M.Sc. Meteorologin Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.01.2025

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