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Wetterentwicklung

5. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Aktuell gestaltet sich das Wetter durch doch recht ausgedehnte Frühnebelfelder leicht herbstlich. Im Einflussbereich einer Hochdruckzone namens DIETER dominiert nach deren Auflösung aber häufig freundliches bis sonniges Wetter. Bemerkenswert sind dabei die noch sehr milden Temperaturen mit Tageshöchstwerten oftmals um 20, vor allem im Süden teils bis 24 Grad.

Am heutigen Montag hat zunächst ein Tief in höheren Luftschichten im Süden für mehr Bewölkung und bis in die Mittagsstunden auch noch für Schauer oder schauerartigen Regen gesorgt. Nachfolgend setzt sich auch dort erst einmal das freundliche Herbstwetter durch. Nachts bildet sich Nebel. Das angesprochene Tief in höheren Luftschichten kann aber am Dienstagnachmittag und -abend im Südosten und insbesondere im Alpenraum erneut für Quellwolken und einzelne Schauer oder vereinzelte Gewitter sorgen. Auch im Norden ist das Herbstwetter meist nicht ganz so freundlich. Dort schleifen Frontensysteme mit häufig stärkerer Bewölkung und zeitweise etwas Regen.

Die interessanteste Wetterentwicklung dieser Woche steht uns in der zweiten Wochenhälfte ins Haus. Dann bildet sich an einem langgezogenen Frontensystem über der südlichen Nordsee ein Tiefdruckgebiet, das sich zum Donnerstag noch etwas verstärken kann und ostwärts Richtung Ostsee zieht. Die dazugehörende Kaltfront überquert Deutschland ab Mittwochabend von Nordwest nach Südost. Der Alpenrand wird voraussichtlich Donnerstag früh oder am Vormittag erreicht. Im Vorfeld der Front können Mittwochabend im Westen und Südwesten bereits Schauer und einzelne Gewitter auftreten.

Insgesamt regnet es an der Front in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag verbreitet, teils schauerartig verstärkt, anfangs lokal gewittrig und insbesondere am Alpenrand auch anhaltender bis in den Freitag. Zudem fließt frontrückseitig mit einer nördlichen bis nordwestlichen Strömung deutlich kühlere Luft ein. Damit ist dann ab Donnerstag Schluss mit den sehr milden Temperaturen. Wir bewegen uns dann in einem der Jahreszeit eher entsprechenden Bereich meist zwischen 13 und 16 Grad. Außerdem sorgt die Abkühlung bei anhaltenden Niederschlägen in der Nacht zum Freitag wahrscheinlich auch für ein Absinken der Schneefallgrenze in den Alpen auf Werte um 1500 Meter.

DWD-Vorhersage der Bodenwetterkarte für den 7. Oktober 2026 um 12 UTC: Tief über der südlichen Nordsee und Frontensystem über Mitteleuropa.
Vorhersage der Bodenwetterkarte für Mittwoch, 07.10.2026, 12 UTC (14 Uhr MESZ). 60-stündige Vorhersage vom 05.10.2026, 00 UTC.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0. Unverändert übernommen, Darstellung responsiv angepasst.

Auch im weiteren Verlauf am kommenden Wochenende gestaltet sich das Wetter voraussichtlich eher wechselhaft. Die Temperaturen bewegen sich weiterhin etwa im jahreszeitlich normalen Rahmen.

Diplom-Meteorologin Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 05.10.2026. Text redaktionell bearbeitet: Rechtschreibung und Satzgliederung angepasst, Absätze für die Lesbarkeit aufgeteilt. DWD-Grafik unverändert übernommen und responsiv dargestellt. Lizenz: CC BY 4.0.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-05 12:00:002026-10-05 19:13:46Wetterentwicklung

Der dritte im Bunde – MTG-I2

4. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am Abend des 27. August 2026 um 22:11 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit startete die europäische Ariane 6 Rakete vom Raumfahrtzentrum in Französisch-Guayana, an Bord der zweite sogenannte Imager Satellit MTG-I2 und damit der dritte und letzte Satellit im aktuellen MTG Satellitenverbund. Nach erfolgreichem Start der Ariane 6 Trägerrakete wurde MTG-I2 bei rund 2800 km Höhe in seine stark elliptische Transferumlaufbahn entlassen, um in den darauffolgenden Tagen mit eigenständigen Orbitalmanövern seinen geostationären Orbit bei knapp 36.000 km Höhe zu erreichen.

MTG-I2 folgt damit zum einen MTG-I1, welcher bereits im Dezember 2022 in Orbit gebracht wurde und zwei Jahre später vollständigen operationellen Betrieb aufnahm, einhergehend mit einer Umbenennung von MTG-I1 zu Meteosat-12. Zum anderen erfolgte der Start von MTG-I2 etwas mehr als ein Jahr nach dem erfolgreichen MTG-S1-Launch, über den Windinfo bereits berichtete. MTG-S1 hat vor zwei Monaten seine Inbetriebnahmephase abgeschlossen und befindet sich in seinem operationellen Orbit bei 2° Ost über dem Äquator, erste präoperationelle Datensätze sind bereits verfügbar. Mit seinem auf Interferometrie basierenden Hyperspektral-Infrarotsensor erfasst MTG-S1 vertikale Informationen über Temperatur und Feuchte sowie weitere atmosphärische Parameter und generiert so durch das Abtasten seines Blickfeldes dreidimensionale Scans der Atmosphäre. Ergänzt wird dies durch das Sentinel-4 UVN-Spektrometer, wobei UVN für Ultraviolett, sichtbares Licht (visible) und nahes Infrarot steht. Sentinel-4 liefert hochaufgelöste stündliche Messungen von wichtigen Spurengasen und Aerosolen und ermöglicht damit unter anderem eine detaillierte Beobachtung der Luftqualität und ihrer zeitlichen Entwicklung.

Illustration der drei Wettersatelliten MTG-I1, MTG-I2 und MTG-S1 mit Solarpaneelen und Messinstrumenten über der Erde.
Illustration der drei Meteosat-Satelliten der dritten Generation. Bild: ESA/Mlabspace; unverändert übernommen, responsiv dargestellt. Lizenz: CC BY-SA 3.0 IGO.

Sowohl Meteosat-12 als auch MTG-I2 befinden sich auf einer geostationären Umlaufbahn über dem Äquator. Meteosat-12 ist dabei auf dem Nullmeridian bei 0° Länge positioniert, während MTG-I2 im operationellen Betrieb bei 9,5° östlicher Länge stationiert sein wird. Das erste der beiden zentralen Messinstrumente an Bord von Meteosat-12 und MTG-I2 ist der „Flexible Combined Imager“ (FCI), eine Art Kamera, die in 16 Spektralkanälen Aufnahmen der ihr zugewandten Erdhemisphäre macht. Der FCI tastet sein Blickfeld dabei in einem alternierenden West-Ost und Ost-West-Muster ab und erfasst so innerhalb von 10 Minuten die gesamte Erdscheibe in allen 16 Spektralkanälen – vom sichtbaren Licht bis ins Infrarot.

Aus den einzelnen Spektralkanälen sowie aus geschickten Kombinationen mehrerer Kanäle lassen sich vielfältige Informationen insbesondere über Wolken, deren Struktur, Temperatur, Höhe und Zusammensetzung ableiten. Meteosat-12 liefert diese 10-minütigen Scans („Full Scan Disc Service – FSDS“) bereits seit 2024. Der FCI von MTG-I2 wird komplementär dazu im sogenannten „Rapid Scanning Service“ (RSS) alle 2,5 Minuten den europäischen Raum und angrenzende Gebiete abtasten, in manchen spektralen Kanälen auch mit einer höheren räumlichen Auflösung. Dadurch lassen sich beispielsweise Gewitterzellen in frühen Entwicklungsstadien detaillierter verfolgen und deren Lebenszyklen nahezu lückenlos aus dem Weltraum beobachten. Das zweite zentrale Messinstrument an Bord der beiden Satelliten ist der „Lightning Imager“ (LI), der mit seinen 4 Kameras quasi kontinuierlich die optischen Signale von Blitzentladungen registriert. Der FCI liefert somit Informationen über die physikalische Entwicklung der Gewitterwolke, während die vom LI gemessene Blitzaktivität Hinweise auf die Stärke und Entwicklung der darin ablaufenden Konvektion gibt. Selbstverständlich gibt es abgesehen von diesem Fokus auf das konvektive Wettergeschehen eine Vielzahl weiterer Anwendungsmöglichkeiten der umfangreichen Messungen der beiden Satelliten.

Dr. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Weitere Informationen: DWD-Thema des Tages vom 06.07.2025 zum Start von MTG-S1.

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 04.10.2026, Dr. Thorsten Kaluza. Text unter CC BY 4.0, redaktionell bearbeitet: Schreibweise und Absatzstruktur angepasst; Startzeit nach ESA-Startmeldung auf 22:11 Uhr MESZ korrigiert. Die EUMETSAT-Animation wurde mangels belegter Nutzungsfreigabe nicht übernommen. Die ESA-Illustration unterliegt der gesondert angegebenen Bildlizenz.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/MTG-Satellitenkonstellation-–-ESAMlabspace.jpg 1081 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-04 15:02:452026-10-04 19:14:23Der dritte im Bunde – MTG-I2

Schmutzwasserpumpe für große Wassermengen richtig dimensionieren

3. Oktober 2026/in Tipps & Tricks, Wetter/von Cathy
Überflutete Straße bei Windsor in Australien mit einer Absperrung im Wasser
Symbolbild: Überschwemmte Straße bei Windsor, Australien, Juli 2022. Foto: Wes Warren / Unsplash.

Nach Starkregen, bei einem vollgelaufenen Keller oder beim Leerpumpen eines Beckens zählt nicht nur die Motorleistung. Entscheidend ist, wie viel Wasser innerhalb einer bestimmten Zeit gefördert werden muss und welche Höhe dabei zu überwinden ist. Eine zu kleine Pumpe verlängert den Einsatz unnötig. Ein überdimensioniertes Modell kann dagegen unnötige Anschaffungs- und Betriebskosten verursachen.

Wer für solche Arbeiten eine Schmutzwasserpumpe auswählt, sollte Fördermenge, Förderhöhe und die Beschaffenheit des Wassers gemeinsam betrachten. Erst aus diesen Angaben ergibt sich, welche Leistung für den konkreten Einsatz sinnvoll ist.

Rote und schwarze Schmutzwasserpumpe mit gelb-blauem Schwimmerschalter und Anschlusskabel
Schmutzwasserpumpe mit Schwimmerschalter.
Bild: bereitgestellt von Netpeak.

Fördermenge anhand der Wassermenge bestimmen

Die Fördermenge wird meist in Litern pro Stunde angegeben. Für einen kleinen Pumpensumpf reichen andere Werte als für einen überfluteten Keller mit mehreren Kubikmetern Wasser. Ein Kubikmeter entspricht 1.000 Litern.

Bei 10.000 Litern Wasser und einer gewünschten Entleerungszeit von zwei Stunden wird rechnerisch eine tatsächliche Förderleistung von mindestens 5.000 Litern pro Stunde benötigt. Dieser Wert muss unter den Bedingungen am Einsatzort erreicht werden. Schlauchlänge, Höhenunterschiede und Leitungswiderstände reduzieren die Fördermenge gegenüber dem angegebenen Maximalwert. Fließt weiterhin Wasser nach, muss die Pumpe zusätzlich diesen Zufluss bewältigen.

Vor dem Kauf lassen sich einige Daten direkt am Einsatzort erfassen:

  • Wassermenge oder ungefähres Volumen des zu entleerenden Bereichs bestimmen;
  • Höhenunterschied zwischen Wasseroberfläche und Auslaufstelle messen;
  • erforderliche Schlauchlänge festlegen;
  • Schlauchdurchmesser und Pumpenanschluss miteinander abstimmen;
  • gewünschte Dauer für das Abpumpen festlegen.

Diese Werte grenzen die passende Leistungsklasse deutlich ein. Eine hohe Fördermenge auf dem Datenblatt allein sagt noch nicht, wie viel Wasser unter realen Bedingungen am Schlauchende ankommt.

Förderhöhe und Höhenunterschied richtig einschätzen

Die Förderhöhe beschreibt die von der Pumpe erzeugte Druckhöhe. Sie muss sowohl den Höhenunterschied als auch die Druckverluste im Schlauchsystem abdecken. Die angegebene maximale Förderhöhe wird bei Kreiselpumpen praktisch ohne Durchfluss erreicht und ist daher kein geeigneter Betriebspunkt zum Abpumpen.

Muss das Wasser beispielsweise aus einem Keller auf Straßenniveau gepumpt werden, entsteht bereits durch den Höhenunterschied ein Leistungsbedarf. Lange Schläuche erhöhen zusätzlich den Widerstand. Auch enge Leitungen, Winkelstücke und Kupplungen beeinflussen den Durchfluss. Liegt die maximale Förderhöhe einer Pumpe nur knapp über dem tatsächlichen Höhenunterschied, kann die Fördermenge stark sinken.

Für größere Entfernungen ist deshalb ein Modell mit ausreichender Leistungsreserve sinnvoll. Die Förderkennlinie des Herstellers zeigt, welche Wassermenge bei einer bestimmten Förderhöhe erreicht wird. Die Verluste des verwendeten Schlauchsystems müssen bei der Auswahl mit berücksichtigt werden.

Korngröße des Schmutzwassers prüfen

Große Wassermengen bedeuten nicht automatisch sauberes Wasser. Nach einer Überschwemmung können Sand, kleine Steine, Laub oder andere Feststoffe enthalten sein. Die Pumpe muss für diese Bestandteile geeignet sein. Der angegebene Korndurchlass allein garantiert nicht, dass faseriges Material oder Laub ohne Verstopfung gefördert werden.

Bei Shopping-Kobolde finden Käufer Pumpentechnik und Zubehör für unterschiedliche Anwendungen rund um Haus, Grundstück und Wasserversorgung. Für Schmutzwasser sollte die zulässige Korngröße immer mit den Bedingungen am Einsatzort verglichen werden. Maßgeblich sind die Freigaben und Betriebshinweise des jeweiligen Herstellers.

Schlauchdurchmesser an die Leistung anpassen

Eine leistungsstarke Pumpe benötigt einen ausreichend großen Druckschlauch. Ein kleiner Querschnitt begrenzt den Durchfluss und erhöht den Widerstand. Bei großen Fördermengen kann ein größerer Schlauchdurchmesser die vorhandene Pumpenleistung deutlich besser nutzen.

Auch Anschlüsse und Kupplungen sollten den vorgesehenen Durchmesser unterstützen. Reduzierstücke sind zwar praktisch, können bei hohen Wassermengen jedoch zum Engpass werden.

Leistungsdaten passend zum Einsatz auswählen

Für gelegentliches Abpumpen kleiner Flächen gelten andere Anforderungen als für regelmäßig anfallende große Wassermengen. Förderleistung, Förderhöhe, Korndurchlass und Schlauchsystem sollten deshalb als zusammengehörige technische Daten betrachtet werden.

Das Sortiment von Shopping-Kobolde umfasst Schmutzwasser-, Entwässerungs- und Gartenpumpen sowie Zubehör wie Schläuche, Steuerungen und Kupplungen. Bei der Zusammenstellung eines Systems sollten die technischen Daten der Komponenten aufeinander abgestimmt werden. Für die Auswahl zählen die Anforderungen am Einsatzort und die Herstellerangaben zur Eignung und Leistung.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Ueberschwemmte-Strasse-bei-Windsor.jpg 720 1280 Cathy https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png Cathy2026-10-03 20:51:052026-10-04 19:35:37Schmutzwasserpumpe für große Wassermengen richtig dimensionieren

Navier-Stokes – ein (un)lösbares Problem?

3. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Millennium-Preis-Probleme sind sieben ursprünglich ungelöste, komplexe mathematische Probleme, für deren Lösung das Clay Mathematics Institute jeweils eine Million Dollar Preisgeld vergibt. Anfang September sorgte das KI-Unternehmen OpenAI mit einer Nachricht für Aufsehen. Das Unternehmen veröffentlichte einen von einem internen KI-System erzeugten Beweis, der nach eigener Darstellung das Navier-Stokes-Millennium-Problem löst. Doch warum findet dieses mathematische Problem hier überhaupt Erwähnung, obwohl es doch um Meteorologie gehen soll? Was genau sind eigentlich die Navier-Stokes-Gleichungen?

Als erstes sei gesagt, ohne die Navier-Stokes-Gleichungen wäre unsere heutige Wettervorhersage nicht möglich. Sie bilden eine der zentralen mathematischen Grundlagen der modernen Meteorologie. Deshalb soll es im Folgenden darum gehen, was diese Gleichungen beschreiben, wie sie genutzt werden und warum sie überhaupt ein Millennium-Problem sind.

Die Gleichungen gehen bereits auf das 19. Jahrhundert zurück. Sie wurden zwischen 1822 und 1845 von gleich vier Mathematikern und Physikern unabhängig voneinander formuliert: den Franzosen Claude Louis Marie Henri Navier (1785-1836), Siméon Denis Poisson (1781–1840) und Adhémar Jean Claude Barré de Saint-Venant (1797–1886), sowie dem Iren Sir George Gabriel Stokes (1819-1903). Auch wenn sie alle als „Entwickler“ gelten, hat sich letztendlich der Name Navier-Stokes-Gleichungen durchgesetzt.

Vereinfacht gesagt beschreiben sie, wie sich Fluide, wie zum Beispiel Luft oder Wasser, unter dem Einfluss von Trägheit, Druck, Viskosität (also Reibung) und äußeren Kräften bewegen. Sie beschreiben also einen der zentralen Prozesse in der Meteorologie, nämlich wie sich Luft bewegt, wenn Faktoren wie Reibungseffekte, die Corioliskraft oder die Schwerkraft berücksichtig werden. Damit sind die Navier-Stokes-Gleichungen die Grundlage unserer heutigen Wettermodelle wie ICON, IFS oder GFS. Für die Modelle werden die Gleichungen von Hochleistungsrechnern numerisch auf Millionen von Gitterpunkten gelöst. Für einen vorgegebenen Startwert gibt es also Lösungen, die wir tagtäglich verwenden.

Das Millennium-Problem liegt aber gar nicht in dieser numerischen Lösung, sondern in der Frage, ob es im Dreidimensionalen Raum immer, also bei jeglicher Art von Anfangsbedingungen eine global glatte Lösung gibt. Für den zweidimensionalen Raum ist die Antwort bekannt, dort gibt es solche global glatten Lösungen. Für den dreidimensionalen Raum hat OpenAI am 8. September 2026 einen KI-generierten Beweis angekündigt. Er beschreibt eine zunächst glatte Strömung unter einer glatten äußeren Kraft, die in endlicher Zeit eine Singularität entwickelt. Ob der Beweis das Millennium-Problem abschließend löst, wird noch geprüft.

Am besten lässt sich bildlich beschreiben, was eine Singularität und ein Blow-up überhaupt sind. Dafür stellen wir uns einen Wind vor. Mit der Zeit nimmt seine Geschwindigkeit zu. Nach einer Minute hat er eine Geschwindigkeit von 8 m/s. Nach zwei Minuten weht er schon mit 40 m/s. Nach fünf Minuten hat er dann plötzlich eine unendlich hohe Geschwindigkeit. In der Mathematik wäre das nun das Blow-up unserer Lösung. In einer endlichen Zeit ist die Lösung unendlich groß geworden, ohne dass sich die Anfangsbedingungen verändert haben. Die Singularität beschreibt den Zeitpunkt, an dem dies geschieht, in unserem Beispiel also bei Minute fünf.

Die KI-Agenten haben nach Angaben von OpenAI eine solche Singularität gefunden und damit gezeigt, dass unter den entsprechenden Bedingungen eine zunächst glatte Lösung in endlicher Zeit ihre Glattheit verlieren kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Navier-Stokes-Gleichungen „ungültig“ sind.

Die Wettermodelle bleiben davon dennoch unberührt. Das mathematische Millennium-Problem fragt danach, ob bestimmte dreidimensionale Lösungen für alle Zeiten glatt bleiben. Eine numerische Wettervorhersage betrachtet dagegen einen konkreten Anfangszustand und einen begrenzten Zeitraum. Dass sich mit diesen Gleichungssystemen konkrete Wetterentwicklungen für einige Tage numerisch berechnen lassen, steht daher nicht im Widerspruch zum Millennium-Problem. Die Singularität tritt zudem nicht in den üblichen Wettervorhersagen auf, sondern in einer speziell konstruierten mathematischen Lösung. Vergleichbar ist das mit einer Landkarte. Die ganze Karte bildet Deutschland richtig ab, nur ganz am Rand ist der Gipfel der Zugspitze unendlich hoch. Dennoch bleibt die restliche Karte gültig und es kann mit ihr navigiert werden. Nur für diesen einen speziellen Punkt muss nachgeforscht werden, um für ihn eine „richtige“ Lösung zu finden. Und weil es nun mal keine unendlichen Windgeschwindigkeiten gibt, ist diese theoretische Schwäche der Mathematik für die Vorhersage nicht relevant.

Die angekündigte mathematische Konstruktion stellt die praktische Wettervorhersage nicht grundsätzlich infrage. Eine Anerkennung durch das Clay Mathematics Institute ist damit noch nicht verbunden. Dafür gelten dessen Regeln zur Veröffentlichung, unabhängigen Prüfung und allgemeinen Akzeptanz; ein bestimmter Anerkennungstermin steht nicht fest. Das Institut hat die Ankündigung am 11. September 2026 begrüßt und auf die noch ausstehende Bewertung verwiesen.

Lea Friedel und M.Sc.- Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Ergänzende Prüfung: OpenAI-Veröffentlichung vom 8. September 2026; Stellungnahme des Clay Mathematics Institute vom 11. September 2026.

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 03.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-03 12:00:002026-10-03 21:32:31Navier-Stokes – ein (un)lösbares Problem?

Deutschlandwetter im September 2026

2. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 19,4 °C +4,5 Grad
2 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 18,8 °C +3,5 Grad
3 Ohlsbach Baden-Württemberg 18,8 °C +4,0 Grad

Vergleichsweise kühle Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 11,8 °C +2,0 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 11,9 °C +2,2 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 12,2 °C +0,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 Cadenberge Niedersachsen 142,2 l/m² 179 %
2 Joldelund Schleswig-Holstein 138,9 l/m² 151 %
3 Groß Wittensee Schleswig-Holstein 134,6 l/m² 169 %

Besonders trockene Orte im September 2026**

Platz

Station

Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 Henschtal Rheinland-Pfalz 0,8 l/m² 1 %
2 Losheim-Niederlosheim Saarland 0,8 l/m² 1 %
3 Merzig Saarland 1,1 l/m² 2 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1 Rheinfelden Baden-Württemberg 268 h 155 %
2 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 268 h 150 %
3 Freiburg Baden-Württemberg 266 h 149 %

Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 121 h 90 %
2 Leck Schleswig-Holstein 122 h 87 %
3 Hohn Schleswig-Holstein 123 h 83 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Denny Karran

Deutscher Wetterdienst
Offenbach, den 02.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 02.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-02 12:00:002026-10-03 21:33:51Deutschlandwetter im September 2026

Regen nach Trockenheit – warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

1. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Nach einem trockenen Sommer und einem ebenfalls niederschlagsarmen September 2026 dürsten unsere Böden nach Wasser. Besonders im Südwesten sind die Böden, vor allem die oberen Bodenhorizonte ausgetrocknet. Da trifft es sich gut, dass am heutigen Donnerstag eine Kaltfront von Westen her endlich langersehnte, flächendeckende Niederschläge mit sich bringt. Bis Freitagfrüh sind in der Westhälfte Deutschlands verbreitet Mengen um 10 Liter auf den Quadratmeter zu erwarten. Lokal kann sogar Starkregen mit Mengen zwischen 20 bis vereinzelt 40 l/qm auftreten.

Doch schaffen solche kurzen Regenereignisse überhaupt Abhilfe gegen die derart ausgetrockneten Böden?

Aktuelle Bodenfeuchte vom 30.09.2026 in Deutschland  (Quelle DWD)
Aktuelle Bodenfeuchte vom 30.09.2026 in Deutschland. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich erst einmal anschauen, wie der Boden aufgebaut ist. Wenn man sich vorstellt, ein Stück Boden auszugraben, besteht dieser zusammengefasst aus drei Teilen: festem Material, Wasser und Luft. Das feste Material wird Bodensubstanz genannt, es besteht aus Körnern und Partikeln von verwittertem Gestein und zersetzen Pflanzenresten. Wenn man diese Körner und Partikel in ein Behältnis werfen würde, entstehen Lücken zwischen ihnen. Das kann man sich vorstellen, als wenn man verschieden geformte Bauklötze in eine Kiste wirft: Sie verkanten sich und zwischen ihnen entstehen Hohlräume. Diese Hohlräume im Boden werden Poren genannt und haben Größen von wenigen Mikrometern bis mehrere Zentimeter. Dort können sich dann die beiden anderen Bodenzutaten sammeln, Wasser und Luft. Dabei wirken zwei verschiedene Kräfte. Zum einen die Adhäsionskraft, die die Anziehung zwischen Wasser und Bodenteilchen beschreibt und zum anderen die Kohäsionskraft, die die Anziehungskraft zwischen Wassermolekülen ausdrückt.

Bei langanhaltender Trockenheit trocknen die Poren aber nach und nach aus, bis am Ende kaum noch Wasser im Boden vorhanden ist. Dabei trocknen die großen Poren zuerst aus, denn hier sind die Anziehungskräfte an den Boden am geringsten. Am Ende sind die großen Poren alle nur noch mit Luft gefüllt und nur in ganz kleinen Poren befindet sich noch etwas Restwasser.

Grafik über die Unterschiede zwischen Einschüssen von Wasser und Luft in feuchten und ausgetrockneten Böden (Quelle DWD)
links: feuchter Boden, in den Poren befindet sich Wasser und Luft, rechts: ausgetrockneter Boden, in den Poren befindet sich nur noch Restwasser und viel Luft. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Nach längerer Trockenheit können manche Böden vorübergehend wasserabweisend werden. Regen bleibt dann zunächst an der Oberfläche, statt rasch einzudringen. Ob und wie stark dies auftritt, hängt von Bodenart, organischen Stoffen und der bisherigen Austrocknung ab. Mit zunehmender Benetzung kann sich die Wasseraufnahme verbessern. Die hydraulische Leitfähigkeit beschreibt, wie gut Wasser durch den Boden fließen kann; daneben bestimmen unter anderem Porenstruktur, Verdichtung und die Intensität des Regens, wie viel Wasser tatsächlich versickert. Nicht jeder trockene Boden nimmt Wasser grundsätzlich schlecht auf.

Grafik über die Unterschiede bezüglich der Eindringtiefe bei Niederschlägen zwischen feuchten und ausgetrockneten Böden (Quelle DWD)
links: im feuchten Boden kann das Wasser gut versickern und dabei in tiefere Bodenhorizonte eindringen, rechts: im trockenen Boden versickert nur sehr wenig Wasser und der Niederschlag sammelt sich an der Oberfläche. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Ein kurzes Starkregenereignis kann das langfristige Auffüllen der Wasservorräte nur begrenzt unterstützen, wenn die Intensität die Aufnahmefähigkeit des Bodens übersteigt. Über einen kurzen Zeitraum erreicht zwar viel Wasser den Boden, aber durch die vorhergegangene Trockenheit kann es nur langsam versickern und erreicht keine tieferen Bodenhorizonte. Ein großer Anteil des Regens fließt einfach oberirdisch ab und der Boden bleibt trotz Regens weitestgehend trocken. Damit er Wasser gut aufnehmen kann, bräuchte es langanhaltenden Landregen. Dieser würde den Boden erst befeuchten und das Wasser kann dann langsam und mit der Zeit immer besser im Boden versickern.

Genau ein solcher Landregen, am besten über einen längeren Zeitraum wiederholt auftretend, ist bei der aktuellen Wetterlage allerdings nicht in Sicht. Bereits ab dem morgigen Freitag lösen sich die Ausläufer des Sturmtiefs EVA über dem Osten und Süden Deutschlands allmählich auf und bei steigendem Luftdruck sind zumindest absehbar bis weit in die kommende Woche hinein kaum nennenswerte Niederschläge zu erwarten.

Dipl.-Met. Robert Hausen / Lea Friedel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 01.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-10-1-image-1.jpg 564 392 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-01 12:00:002026-10-03 21:33:25Regen nach Trockenheit – warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

30. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Offiziell läuft die alljährliche Hurrikansaison über dem Ostpazifik vom 15. Mai bis zum 30. November und im zentralen Pazifik vom 1. Juni bis zum 30. November. Das bedeutet nicht, dass es außerhalb dieser Zeitfenster keine Hurrikans beziehungsweise tropischen Wirbelstürme gibt. Statistisch gesehen, treten die meisten davon aber innerhalb dieser Korridore auf.

Tropische Wirbelstürme definieren sich über ihre mittlere Windgeschwindigkeit (1-minütiger Mittelwind). Ab 62 km/h spricht man von einem tropischen Sturm (bzw. je nach Entstehungsregion auch subtropischen Sturm), ab 119 km/h von einem Hurrikan und ab 178 km/h von einem schweren Hurrikan (engl.: major hurricane). Schwere Hurrikane nehmen damit die Kategorien drei bis fünf auf der fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala ein.

Durchschnittlich entwickelten sich zwischen 1991 und 2020 – also innerhalb der aktuellen sogenannten Vergleichsperiode – pro Jahr 15 tropische Stürme, darunter 8 Hurrikane und darunter wiederum 4 schwere Hurrikane. Während diverse nationale Wetterdienste und weitere wissenschaftliche Einrichtungen für den Atlantik aufgrund des extrem starken El Niños eine unterdurchschnittliche Saison 2026 erwarteten, war für den Pazifik genau das Gegenteil der Fall. Das Klimaprognosezentrum der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zum Beispiel ging in seiner Prognose vom 21.05.2026 von einer überdurchschnittlichen Saison aus mit 15 bis 22 benannten Stürmen, darunter 9 bis 14 Hurrikanen und darunter wiederum 5 bis 9 schwere Hurrikanen. Als Begründung führte die NOAA unter anderem ebenfalls El Niño auf.

Der DWD berichtet in seinem Artikel vom 30. September 2026 von 20 benannten Stürmen, darunter 7 schwere Hurrikane. Damit wird bereits an der oberen Grenze der NOAA-Prognose gekratzt, zumindest was die Gesamtanzahl der Stürme angeht. Zudem zählt die Saison 2026 schon jetzt zu einer der intensivsten seit Aufzeichnungsbeginn und die offizielle Saison läuft noch zwei volle Monate wohlgemerkt.

Satellitenbild von Kategorie-5-Hurrikan "Genevieve" vom 27.07.2026 südwestlich von Mexiko. (Quelle NASA)
Satellitenbild von Kategorie-5-Hurrikan „Genevieve“ vom 27.07.2026 südwestlich von Mexiko. (Quelle: NASA)

Unter den sieben schweren Hurrikanen befinden sich drei Exemplare, die mit Kategorie 5 die Saffir-Simpson-Skala voll ausgenutzt haben: „Genevieve“ (Lebensdauer 24.07.-02.08., maximales 1-Minuten-Mittel 260 km/h, tiefster Luftdruck 924 hPa), „Lowell“ (27.08.-11.09., 260 km/h, 922 hPa) und „Polo“ (20.09.-30.09., 285 km/h, 892 hPa). Damit zählt 2026 neben 1994, 2002 und 2018 zu den Saisons mit den meisten Kategorie-5-Hurrikanen – zumindest bis jetzt.
Von den Stürmen betroffen waren neben kleineren Inselgruppen hauptsächlich Mexiko und Hawaii. Den klassischen Landfall, also das Ziehen auf Land, vollführten nur Tropensturm „Boris“ und jüngst Hurrikan „Polo“ – beide in Mexiko. Neben dem ein oder anderen Streifschuss blieben einige Stürme (zum Glück) aber auch fernab jeglicher Landmasse. Der materielle Schaden wird bisher auf knapp 690 Millionen US-Dollar geschätzt, dazu sind 20 Todesopfer zu beklagen.

Satellitenbild vom 25.09.2026. Darauf zu sehen gleich drei Hurrikane sowie die Entstehung eines weiteren über dem Pazifik. (Quelle NASA)
Satellitenbild vom 25.09.2026. Darauf zu sehen gleich drei Hurrikane („Nolo“, „Odalys“ und „Polo“) sowie die Entstehung von Hurrikan „Rachel“ über dem östlichen und zentralen Pazifik. (Quelle:NASA)

Aktuell wirbelt Hurrikan „Rachel“ knapp südwestlich von Mexiko, der sich im weiteren Verlauf zwar verstärken, aber zum Glück auch nach Westen (also von Mexiko weg) abdriften soll. Und dann hätten wir da noch „Nolo“, der bereits seit 13. September, also seit über zwei Wochen, sein Unwesen treibt, sich zwischendurch bis Kategorie 4 verstärken konnte und mittlerweile westlich von Hawaii angekommen ist – allerdings nur noch als Tropensturm. Den Prognosen nach soll sich „Nolo“ auf seinem weiteren Weg nach Westen erneut zu einem Hurrikan (Kat. 1) mausern.

Südlich von Mexiko braut sich derweil wohlmöglich schon wieder neues Ungemach zusammen. Das Nationale Hurrikan Zentrum (NHC) gibt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 40 % an, dass sich dort in den nächsten sieben Tagen ein Tropisches Tief, also die Vorstufe eines Tropensturms entwickelt. Man darf gespannt sein, was die pazifische Hurrikansaison noch so alles zu bieten haben wird.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 30.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-30-image-3.jpg 1000 750 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-30 12:00:002026-10-03 21:31:08Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

Kunterbuntes zum Monatswechsel

29. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In zwei Tagen haben wir bereits Oktober, womit drei Viertel des Jahres schon wieder vorüber sind. Damit ist es auch an der Zeit, beispielsweise die Winterreifen an die Autos zu montieren. Die „O-bis-O-Regel“ besagt, dass man grob gesagt zwischen Oktober und Ostern nur mit Winterreifen unterwegs sein sollte. Der momentan ungewöhnlich warme Altweibersommer würde es nicht vermuten lassen, aber die merklich kürzer werdenden Tageslängen zeigen, dass das Winterhalbjahr allmählich Einzug hält.

Und wie präsentiert sich das Wetter zum Monatswechsel? Die letzten beiden Septembertage verlaufen wettertechnisch ruhig. In weiten Teilen Deutschlands scheint länger die Sonne und vor allem im Westen und Südwesten ist es sommerlich warm mit Höchsttemperaturen zwischen 25 und 29 Grad, vereinzelt werden 30 Grad erreicht.

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Mittwoch, den 30.09.2026
Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Mittwoch, den 30.09.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

In der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag selbst wird dieses sonnige und trockene Altweibersommerwetter vorrangig in der Westhälfte Deutschlands von zyklonalem Wettergeschehen abgelöst, zumindest vorübergehend. Zeitweilige Regenfälle ziehen von Westen auf, die örtlich durchaus kräftiger und vereinzelt gewittrig sein können. Diese Regenfälle verlagern sich allmählich ostwärts und sollen sich dabei bis zum Freitagmorgen langsam abschwächen. Höchsttemperaturen von mehr als 25 Grad werden nachfolgend zwar nicht mehr erreicht, dennoch verbleiben die Höchsttemperaturen auch bis zum Feiertagswochenende oftmals über der 20-Grad-Marke. Bei mal mehr, mal weniger Sonnenschein setzt sich die Trockenheit Anfang Oktober allerdings vielerorts fort.

Der Herbst zeigt sich zunehmend auch anhand der Verfärbung des Laubs in Gelb- und Rottöne, insofern sich die Blätter nicht bereits aufgrund der Trockenheit braun verfärbt haben. Die Verfärbung des Laubs wird durch die kürzer werdenden Tage bzw. länger werdenden Nächte ausgelöst. Aufgrund des mangelnden Lichts und weil die Nährstoffversorgung der Blätter im Winter nicht gewährleistet werden kann, stellen die Laubbäume die Photosynthese ein und „entledigen“ sich der Blätter. Dabei werden zunächst einmal das Chlorophyll, das die Blätter grün erscheinen lässt, und andere wichtige Nährstoffe abgebaut und im Stamm, in den Ästen oder in den Wurzeln eingelagert. Anschließend überwiegen die Gelb- und Rottöne. Braun werden die Blätter erst beim Absterben. Neben der Tageslänge beeinflussen Temperatur und Wasserversorgung die Herbstfärbung. Kühle Nächte können die Färbung begünstigen; Frost ist dafür keine notwendige Voraussetzung. Daneben spielen auch die gefallenen Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle.

Am 01. Oktober wird der „Weltmusiktag“ gefeiert, der auf eine Initiative des Internationalen Musikrats (engl. International Music Council, kurz: IMC) im Jahr 1975 zurückgeht. Da am 01. Oktober 1973 die IMC-Generalversammlung in Lausanne stattfand, entschied man sich dazu, dieses Datum zum „Weltmusiktag“ zu ernennen. Seither finden alljährlich am 01. Oktober musikalische Aktionen und Veranstaltungen statt. Welche Rolle das Wetter in der Musik spielt, kann in folgendem Thema des Tages nachgelesen werden: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/11/7.html Und welches Lied würde zum aktuellen Wetter am besten passen? Möchte man Lieder hören, in denen die momentan für Europa wetterbestimmenden Hoch- und Tiefdruckgebiete namentlich genannt werden, so müsste man auf die Namen ARNO, BORCHERT, DAPHNE oder EVA achten. Zur Wetterlage selbst würde man sicherlich schnell fündig werden, da man einfach Lieder heraussuchen müsste, in denen Sonne und Wärme thematisiert werden.

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Dienstag, den 29.09.2026 12 UTC
Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Dienstag, den 29.09.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Neben dem „Weltmusiktag“ ist am 01. Oktober auch der „Tag des Kaffees“. Wie wäre es also (ganz unabhängig von diesem Feiertag) bei einem Tässchen Kaffee auf der Terrasse oder dem Balkon zu verweilen? Sollte im Fall von Regen am Donnerstag keine Überdachung vorhanden sein, so kann man dieses auch getrost drinnen bei guter Musik genießen.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 29.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-29-image-1.jpg 561 1000 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-29 12:00:002026-10-03 21:32:59Kunterbuntes zum Monatswechsel

Halos – optische Erscheinungen am Himmel

28. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Unter dem Begriff Halo wird eine Gruppe optischer Phänomene von Ringen, Bögen, Flecken oder Säulen zusammengefasst, die durch Spiegelung (Reflexion) und Brechung (Refraktion) von Licht an in der Luft schwebenden Eiskristallen entstehen. Welche Erscheinung an welcher Stelle des Himmels auftritt, ist abhängig von der Art, Größe und Orientierung der Eiskristalle sowie vom Winkel, unter dem das Sonnenlicht auf die Kristalle trifft. Die Eiskristalle, die Voraussetzung für das Entstehen von Halos sind, findet man als Teil einer Cirrusbewölkung. Dabei handelt es sich um Wolken, die in unseren Breiten in einer Höhe von 8 bis 12 km auftreten und umgangssprachlich auch als Schleierwolken bezeichnet werden.

Eine Halo-Art sind sogenannte Nebensonnen. Nebensonnen sind helle, leicht farbige Flecken links und rechts von der Sonne. Am vergangenen Mittwoch (23.09.2026) konnten abends, etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang, Nebensonnen im Raum Stuttgart beobachtet werden. Bei der Entstehung dieser Halo-Art erfolgt die Lichtbrechung an zwei Seitenflächen der Eiskristalle, genauer an Eiskristallen in Form von Plättchen. Die unterschiedlichen Anteile des Sonnenlichtes werden dabei verschieden stark abgelenkt, so dass das sichtbare, weiße Sonnenlicht in seine Farbanteile aufgespalten wird. Damit entsteht eine regenbogenfarbene Leuchterscheinung, zur Sonne hin mit dem roten Lichtanteil. Sind Nebensonnen besonders intensiv ausgeprägt, zeigt sich ein weißer, nach außen (von der Sonne weg) gerichteter Schweif.

Nebensonnen können relativ oft im Jahr auftreten, im Gegensatz zu einer anderen Halo-Art, die vor einigen Jahren ebenfalls im Stuttgarter Raum beobachtet werden konnte: ein Zirkumhorizontalbogen.

Eine der Hauptbedingungen für die Entstehung eines solchen Zirkumhorizontalbogens ist ein sehr hoher Sonnenstand. Dadurch kann der Lichtstrahl an einer Seitenfläche und der unteren Basisfläche des Eiskristalles gebrochen werden. Erst ab einer Sonnenhöhe von 57,8° zeigt sich der Bogen unterhalb der Sonne am Horizont. Im Norden Deutschlands besteht daher nur an wenigen Tagen um die Sommersonnenwende die Möglichkeit, einen Zirkumhorizontalbogen zu sehen. In Richtung Bayern und Baden-Württemberg sind die Voraussetzungen hinsichtlich der Sonnenhöhe von Anfang Mai bis Anfang August gegeben.

Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 28.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-28 12:00:002026-10-03 21:30:22Halos – optische Erscheinungen am Himmel

Tag der Flüsse

27. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit März gab es im Deutschlandmittel keinen Monat mehr mit ausreichendem Niederschlag. Der langjährige Klimamittelwert (Referenzjahre 1991 bis 2020) wurde mit dem Monat August sechs Mal in Folge unterboten. Regional sieht es zwar in den einzelnen Monaten auch anders aus, das Grundproblem bleibt aber bestehen: Es regnet zu wenig in der Fläche. Die Gewitter im Sommer oder die Stauniederschläge im Frühjahr an den Alpen und Mittelgebirgen sorgten nur auf wenigen Quadratkilometern und nur für kurze Zeit für eine Entspannung der Trockenheitslage.

Sehen wir uns die gefallenen Niederschläge im Frühjahr 2026 an. Aus Messwerten aller Stationen des Deutschen Wetterdienstes werden jeden Monat Summenkarten zum Niederschlag erstellt. Auch nach jeder Jahreszeit werden die Niederschlagsmengen aufsummiert. Neben der tatsächlichen Niederschlagshöhe (links im nachfolgenden Bild) kann man auch immer die Abweichung vom langjährigen Mittel ansehen (rechts im nachfolgenden Bild).

Niederschlagshöhe in Deutschland im Frühling 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert  (Quelle DWD)
Niederschlagshöhe in Deutschland im Frühling 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Dabei fällt für das Frühjahr (Bild oben) der besonders trockene Süden und Osten auf, wo teils weniger als 75 Liter pro Quadratmeter fielen. Das entspricht nur gut 50 Prozent des klimatologisch normalen Niederschlags. Im Sommer (Bild unten) verschiebt sich die Trockenheit in den Westen und Südwesten des Landes. Mengenmäßig ist zwar im Sommer mehr Niederschlag gefallen als im Winter, die Abweichung von der Klimanorm beträgt dennoch gut minus 50 Prozent.

Niederschlagshöhe in Deutschland im Sommer 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert  (Quelle DWD)
Niederschlagshöhe in Deutschland im Sommer 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Betrachten wir die Abweichung der aktuell herrschenden Bodenfeuchte in den oberen Erdschichten (bis 60 cm Tiefe) zur Referenzperiode von 1991 bis 2020, so fällt vor allem der Süden und Südwesten mit tiefbrauner Farbe auf. Die Abweichung der Bodenfeuchte liegt in diesen Regionen bei unter -50 Prozent. Die Böden sind demnach halb so feucht, wie sie es im Mittel in den Jahren 1991 bis 2020 waren.

Abweichung Bodenfeuchte unter Gras, bis 60 cm Tiefe (Quelle DWD)
Abweichung Bodenfeuchte unter Gras, bis 60 cm Tiefe. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Es wundert also nicht, dass die Flüsse wenig Wasser führen. Auf den Seiten der Hochwasserzentralen sieht man vermehrt Pegel mit Niedrigwasser. Egal ob in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen oder Baden-Württemberg – Begriffe wie „mittleres Niedrigwasser“ dominieren die Karten.

Ein Blick in die Wetterkarten verheißt für die kommenden Tage auch keine Besserung. Flächiger Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht. Stattdessen überwiegen Sonnenschein und spätsommerliche Wärme. Erst nach Wochenmitte bringt eine Front Regen in die Westhälfte Deutschlands. Regional könnte dieser im Nordwesten und Westen auch kräftig ausfallen und die Dauerregenschwellen überschreiten. Nach Osten kommt die Front jedoch nicht, Hoch Arno stellt sich wie ein Bollwerk dagegen und lässt sie über der Mitte Deutschlands verhungern. In weiterer Folge deutet sich bereits wieder hoher Luftdruck und damit mehrheitlich trockenes Wetter an.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 27.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

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