Was ist das für ein Theater?!

Am heutigen Freitag ist der „Welttag des Theaters“. Dieser wurde 1961 vom Internationalen Theaterinstitut (ITI) ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um ein weltumspannendes Netzwerk, das seit 1948 unter dem Schirm der UNESCO dem Austausch aller Theaterschaffenden dient. Der Sitz des ITI-Generalsekretariats befindet sich in Paris.

Der Begriff „Theater“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Schaustätte oder anschauen. Das Wort selbst hat dabei verschiedene Assoziationen: Es kann sowohl das Gebäude als auch eine Gruppe von Menschen, die sich der darstellenden Kunst widmet, gemeint sein. Natürlich ist zudem der Prozess des Theaterspielens damit verbunden. Meist bezeichnet „Theater“ eine szenische Darstellung, bei der die Akteure untereinander sowie mit dem Publikum in Kommunikation treten und dabei äußere Begebenheiten und innere Befindlichkeiten darlegen.

Der Ausruf „Was ist das für ein Theater?!“ beschreibt im Grunde theatralisches Verhalten beispielsweise in Form einer übertriebenen und damit künstlich wirkenden Aufregung. Es kann sich aber auch um eine schwierige oder unübersichtliche Situation handeln, in dem dieser Ausruf getätigt wird.

Manche Theaterstücke beinhalten ebenfalls chaotische Zustände oder sprunghafte Figuren. Beim Wetter scheint es sich momentan ähnlich zu verhalten. Vor wenigen Tagen und Wochen präsentierte sich das Wetter noch häufiger von seiner frühlingshaften Seite. Manche Tage waren von viel Sonnenschein und sehr milden Temperaturen geprägt. Dass wir uns noch im Monat März befinden, zeigte sich wiederum in den frostigen Nächten. Zudem traten in den Alpen hin und wieder Schneefälle auf und sorgten so für einen vorübergehenden Wintergruß.

Das Wetter in den vergangenen beiden Tagen präsentierte sich hingegen eher von seiner launischen Seite und hatte etwas von wechselhaftem Aprilwetter, was eben auch zum Frühling dazugehört.

Die Hauptrolle im ersten Akt spielte dabei am vergangenen Mittwoch das Tief MARLIS, dessen Kaltfront Deutschland von Nordwest nach Südost überquerte und dabei maritime Polarluft im Gepäck hatte. Präfrontal und an der Front selbst wehte ein lebhafter und in Böen teils stürmischer Südwestwind. An der Küste sowie auf den Bergen (vor allem Brocken und Feldberg/Schwarzwald) waren auch schwere Sturmböen und orkanartige Böen vertreten.

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Maximale Windböen am Mittwoch, den 25.03.2026 (Meldezeitpunkt: Donnerstag, den 26.03.2026, 06 UTC)

Postfrontal setzte wechselhaftes Schauerwetter ein. Im Westen und Nordwesten, vereinzelt aber auch in anderen Landesteilen, traten hin und wieder Graupelgewitter auf. Vor allem in den Mittelgebirgen fielen die Niederschläge zeitweise als Schnee. Durch die nordwestliche bis nördliche Anströmung stauten sich die Schneefälle an den Alpen. Innerhalb von 24 Stunden fielen 15 bis 25 Zentimeter Neuschnee, in Staulagen kamen bis zu 40 Zentimeter zusammen. Diese Schneefälle hielten teilweise, wenn auch inzwischen in abgeschwächter Form, bis zum heutigen Freitagvormittag an.

Nach turbulenten zwei Tagen voller Spannung und Abwechslung beim Wetter beschert uns das Hoch OTTO am heutigen Freitag eine vorübergehende Wetterberuhigung. Schließlich gibt es auch bei vielen Theateraufführungen eine „Verschnaufpause“. Dazu präsentiert sich das Himmelsbild teils heiter, teils wolkig und die Höchsttemperaturen liegen verbreitet zwischen 4 und 11 Grad, nur an den Alpen und auf den Bergen ist es etwas kühler.

Bereits zum Abend leitet von Nordwesten her ein neuer Tiefausläufer den nächsten Akt ein und übernimmt zunehmend die Regie über unser Wettergeschehen. Zunächst einmal zieht ein Vorhang aus dichter Bewölkung in die Nordwesthälfte Deutschlands, bevor in der Nacht zum Samstag dann auch Regen einsetzt, der in den Hochlagen der westlichen Mittelgebirge teils als Schnee fällt. Durch die Wolken bleibt es im Nordwesten und Westen meist frostfrei, ansonsten wird es frostig. Im Süden ist gebietsweise mit mäßigem Frost zwischen -5 und -8 Grad zu rechnen.

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Wettervorhersage sowie Vorhersage der nächtlichen Tiefsttemperaturen in Deutschland in der Nacht zum Samstag, den 28.03.2026

Am morgigen Samstag sorgt der Tiefausläufer in weiten Teilen des Landes für „tränenreiches“ Wetter. Dichte Bewölkung, dazu zeitweilige Regenfälle oder wiederholte Schauer, vereinzelt auch Gewitter, im höheren Bergland mitunter Schneefall – dies verspricht, ein trister Akt zu werden. Teilweise werden nur mittlere einstellige Höchsttemperaturen erreicht. Es spricht also vieles dafür, sich einen gemütlichen Tag daheim zu gönnen oder eben ins Theater zu gehen.

Anders sieht es hingegen im Südosten aus, dort kommen die Niederschläge nämlich erst in der Nacht zum Sonntag an. Bei teilweise längerem Sonnenschein sind dort Höchsttemperaturen von bis zu 12 Grad zu erwarten. Ab dem Mittag ist es auch rückseitig des Tiefausläufers, also rund um die Nordsee, zunehmend trocken und die Sonne schaut hin und wieder durch den Wolkenvorhang.

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Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Samstag, den 28.03.2026

Im darauffolgenden Akt „Wetter am Sonntag“ ändern sich die Hauptschauplätze. Im Südosten verbleiben die Temperaturwerte unter der 10-Grad-Marke und bei vielen Wolken treten leichte Niederschläge auf, die an den Alpen als Schnee fallen. Ansonsten klettern die Temperaturen meist auf Werte zwischen 10 und 13 Grad. Im Tagesverlauf bilden sich zunehmend Quellwolken, dennoch kann sich die Sonne auch länger zeigen. Einzelne Schauer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Zum Finale der Kurzfristvorhersage zieht zum Sonntagabend von Nordwesten her bereits der nächste Tiefausläufer mit neuen Niederschlägen auf. Damit geht eine zunehmende Windauffrischung einher. Die Niederschläge erfassen bis Montagmittag das gesamte Vorhersagegebiet. Bei wiederholten Schauern oder einzelnen Graupelgewittern, gebietsweise aber auch andauernden Regenfällen, wird womöglich das Ende der Aufführung schon herbeigesehnt. Besonders im Bergland sind zudem Schneeregen- oder Schneeschauer wahrscheinlich. Dazu weht ein böiger Nordwest- bis Westwind – kurzum: Ein spannendes und abwechslungsreiches Finale.

M.Sc (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Wie trocken ist es in Deutschland?

Im Thema des Tages vom vergangenen Sonntag (22.03.2026) wurde präsentiert wie der Waldbrandgefahrenindex des DWD vor der gestrigen Wetterumstellung insbesondere in östlichen Landesteilen auf die zweithöchste Stufe (4/5) gestiegen ist, landesweit verbreitet auf die dritte Gefahrenstufe, um im Anschluss dann deutlich abzunehmen. Betrachtet man die aktuelle Vorhersage auf der Website des DWD so zeigt sich, dass der Waldbrandgefahrenindex tatsächlich verbreitet auf Stufe 1 zurückgesetzt wurde, nur im Nordosten ist er weiterhin erhöht und wird in den kommenden Tagen auch wieder etwas ansteigen. Das hängt zum einen mit der Vorgeschichte, vor allem aber mit dem bereits gefallenen und noch anstehenden Niederschlag zusammen.

Mit dem Durchzug der Kaltfront von Nordwesten im Verlauf des gestrigen Tages (Mittwoch, dem 25.03.2026) und der regen rückseitigen Schaueraktivität sind für weite Landesteile 24-stündige Niederschlagsmengen um 5 l/m² gemessen worden, vor allem in Staulagen auch um 10 l/m² oder mehr. Die östlichen Landesteile sind dabei allerdings außen vor, hier sind – abseits der Staulagen – verbreitet nur um 1 bis 2 l/m² in 24 Stunden gefallen.

Auch für die heute verbreitet auftretenden Schauer wird insbesondere im Osten nicht viel Niederschlag erwartet – was sich auch jetzt bereits abzeichnet – und nach einem darauffolgenden trockenen Freitag unter Zwischenhocheinfluss bringt die am Samstag von Nordwesten aufziehende Front erst allmählich einige wenige Liter Regen in den Osten. Und damit voraussichtlich erneut deutlich weniger als in westlichen Landesteilen.

In Hinblick auf die Vorgeschichte des Niederschlags lohnt sich eine Rückschau auf verschiedenen zeitlichen und räumlichen Skalen. Das landesweite Mittel der für die Bodenfeuchte relevanten Parameter Niederschlag und Temperatur lässt sich recht anschaulich in einem sogenannten Thermopluviogramm darstellen, für verschiedene zeitliche Skalen (Monat/Jahreszeit/Jahr).

Wie trocken ist es in Deutschland 1

Abweichungen der deutschlandweit gemittelten Temperatur und Niederschlagssummen im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961-1990), für verschiedene zeitliche Mittel (Monat/Jahreszeit/Jahr). Die linke Abbildung zeigt die Werte für das Jahr 2025, die rechte für die bisher verfügbaren zeitlichen Mittel im Jahr 2026.

Hier zeigt sich, dass auch wenn der Februar im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 überdurchschnittlich nass ausgefallen ist, der Winter durch die negative Abweichung im Dezember und Januar insgesamt zu trocken war. Erwähnenswert ist auch dass der Januar 2026 im Vergleich zur Referenzperiode eine leicht negative Temperaturabweichung zeigt, während im Jahr 2025 alle dargestellten zeitlichen Mittel eine positive Abweichung aufweisen. Nach der Einordnung der gemittelten Anomalie des Niederschlags lohnt sich ein Blick auf kleinere räumliche und zeitliche Skalen.

Wie trocken ist es in Deutschland 2

Prozentuale Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel (1971-2000), für den Winter 2026.

Hier zeigen sich zum Beispiel im Rhein-Main Gebiet leicht positive Abweichungen (in diesem Fall im Vergleich zur Referenzperiode 1971 bis 2000), sonst jedoch verbreitet negative Abweichungen, insbesondere auch für Regionen im Osten mit Werten von über 40 %.

Die Auswirkungen der länger andauernden negativen Niederschlagsabweichungen zeigen sich besonders eindrücklich im sogenannten pflanzenverfügbaren Wasser. Es gibt ein Maß für das in den Bodenporen gespeicherte Wasser welches der Vegetation zur Verfügung steht, und wird als prozentualer Anteil der maximal nutzbaren Feldkapazität angegeben. Für mehr Details zu diesen etwas abstrakt anmutenden Größen lohnt sich ein Besuch auf der hervorragend dokumentierten Website des Dürremonitors des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung.

Wie trocken ist es in Deutschland 3

Zeitlicher Verlauf der Bodenfeuchte für die Station Harzgerode, im Vergleich zu den Jahren 1991 bis 2020, dem Jahr 2025, und dem langjährigen Mittel.

Für die Station Harzgerode in einer Region mit stark negativen Niederschlagsanomalien für den vergangenen Winter zeigt sich, dass nachdem es um diese Zeit im letzten Jahr bereits – gemessen an der Bodenfeuchte – sehr trocken war, die aktuell gemessenen Werte jenseits der Messreihe seit 1991 liegen. Der Wert liegt jetzt bereits unter dem langjährigen Mittel für den Sommer, wo die Bodenfeuchte aufgrund der erhöhten Evapotranspiration (dem Gesamtverdunsten von Wasser aus Bodenflächen und Pflanzen) sein mittleres jahreszeitliches Minimum aufweist. Es bleibt abzuwarten inwieweit das wechselhafte Wetter der kommenden Tage diese Entwicklung ändern kann, und wie sich der Niederschlag insgesamt in den kommenden Wochen in dieser für die Bodenfeuchte essenziellen Jahreszeit entwickelt.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.03.2026
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Genormt bis unters Dach: Die Standardatmosphäre

Tief MARLIS über Südskandinavien beschert uns mit seiner Kaltfront am heutigen Mittwoch einen Wetterumschwung: weg vom (sehr) milden Frühlingswetter hin zu einer eher spätwinterlich anmutenden Witterung. Auch in den Folgetagen wird es dem hohen Luftdruck sehr schwerfallen, sich nachhaltig durchzusetzen. Stattdessen geben sich die Tiefdruckgebiete regelrecht die Klinke in die Hand und lassen immer wieder ihre Ausläufer über Deutschland hinwegziehen.

Haben Sie sich schon mal gefragt, wann man eigentlich von hohem und wann von tiefem Luftdruck spricht? Wurde da vielleicht irgendwann mal ein bestimmter Druckwert festgelegt? Ja, genauso ist es (wobei es auch relative Hoch- und Tiefdruckgebiete gibt, die sich nicht an diesen Wert „halten“, aber das nur am Rande)!

Dieser Druckwert ist Teil der sogenannten Standardatmosphäre. Sie wurde von der International Civil Aviation Organization (ICAO), zu Deutsch Internationale Organisation für zivile Luftfahrt, ins Leben gerufen und weltweit verbindlich festgelegt. Sie beschreibt den mittleren Zustand unserer Erdatmosphäre in den mittleren Breiten. Genau genommen geht es um die durchschnittliche Druck-, Temperatur- und Dichteverteilung. Diese betragen 1013,25 hPa, 15 Grad (Celsius), und 1,2250 Kilogramm pro Kubikmeter. Tages- und jahreszeitliche Schwankungen werden dabei außer Acht gelassen. Dazu wird die Luft als absolut trockenes Gas betrachtet, die relative Luftfeuchtigkeit beträgt also 0 %.

Vielleicht fragen Sie sich, wofür man denn bitte standardisierte Werte für atmosphärische Eigenschaften braucht, die in dieser Form über ein ganzes Jahr betrachtet wohl nur sehr selten gemeinsam auftreten. Nun, ihren Einsatz findet die Standardatmosphäre zum Beispiel – wie der Name ihrer Gründungsorganisation schon verrät – in der Luftfahrt. Dort werden diese Mittelwerte unter anderem zur Eichung von Messgeräten, wie den Höhenmessern in Flugzeugen, herangezogen.

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Druck- und Temperaturverteilung bis 11 km Höhe in der Standardatmosphäre. (Quelle: DWD)

Und da es in der Luftfahrt auch immer hoch hinaus geht und die Atmosphäre natürlich nicht zwei-, sondern dreidimensional ist, gibt es nicht nur für das Bodenniveau, sondern auch für höhere Luftschichten Standardwerte. Beim Luftdruck zählen dabei zum Beispiel 850 hPa in 1,5 km Höhe, 500 hPa in 5,6 km Höhe und 300 hPa in 9,2 km Höhe. Am Oberrand der Troposphäre, der auf 11 km Höhe genormt wurde und das Ende der untersten Schicht unserer Atmosphäre beschreibt, liegt der Luftdruck nur noch bei 226,32 hPa. Die Luftdichte nimmt ebenfalls Stück für Stück ab und wurde in 11 km Höhe auf 0,3692 Kilogramm pro Kubikmeter festgesetzt.

Die standardisierte Temperaturabnahme mit der Höhe beträgt 0,65 K pro 100 m (entspricht 0,65 Grad Celsius pro 100 m). In der „Realität“ entspricht dieser Wert der Temperaturabnahme von gesättigter, also feuchter Luft. Trockene Luft kühlt dagegen mit der Höhe um 1 K pro 100 m, also stärker ab. Aber zurück zum Standard. Im Druckniveau 850 hPa liegt die Temperatur damit bei 5,5 Grad, in 500 hPa bei -21,3 Grad und in 300 hPa bei -44,5 Grad. Für den Oberrand der Troposphäre ergeben sich schließlich -56,5 Grad.

Da sich in der Troposphäre unser tägliches Wettergeschehen abspielt, wollen wir unseren Höhenflug an dieser Stelle beenden. Weitere Informationen zur Standardatmosphäre finden Sie zum Beispiel im DWD-Wetterlexikon.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Harry Houdini

Den Namen Harry Houdini hat fast jeder schon einmal gehört. Manch einer benutzt ihn oder Abwandlungen davon, um das Entkommen aus ausweglos scheinenden Situationen zu beschreiben. Auch in die Musik hat es Houdini geschafft. Dua Lipa und Eminem haben in den vergangenen Jahren Songs mit dem Titel „Houdini“ herausgebracht.

Harry Houdini war aber gar kein so guter Zauberer. Er war laut, seine Shows wirkten oft uninspiriert und zogen daher nur wenig Publikum an. Als er sich aber auf die Entfesselung konzentrierte und die Stunts dabei immer spektakulärer wurden, gewann er an Popularität.

Neben der Entfesselung beschäftigte sich Houdini auch mit der Wissenschaft. Er war ein entschiedener Gegner des Spiritismus und kämpfte für die Aufklärung von als übernatürlich angesehenen Phänomenen. Dabei machte er sich jede Menge Feinde. Er starb am 31.10.1926 in einem Krankenhaus in Detroit an einer Bauchfellentzündung, hervorgerufen durch einen geplatzten Blinddarm.

Wenn Sie sich jetzt fragen, was Houdini mit dem Wetter zu tun hat, dann kann ich Ihnen sagen: Nichts. Er begeisterte sich zwar im weitesten Sinne für die Wissenschaft und war ein Fan des Fliegens, war aber nicht näher an der Meteorologie dran.

Es gibt aber beim Wetter so etwas wie „Zauberei“. Dabei muss man ganz klar den Volksglauben und den Schamanismus von der modernen Wetterbeeinflussung unterscheiden. Der berühmte „Regentanz“ (beschrieben in einem früheren Thema des Tages: Thema des Tages vom 17.09.2018) beruht doch mehr auf dem Aberglauben. Wohingegen das Impfen der Wolken mit Silberiodid oder anderen Stoffen einen tatsächlichen – wenn auch umstrittenen – Einfluss hat.

Beim sogenannten „Cloud-Seeding“ (zu Deutsch: Wolkensaat) werden chemische Mittel (zumeist Silberiodid oder Trockeneis) aus Flugzeugen heraus in die Luft gebracht. Sie sollen Wolken zur verstärkten Konvektion und damit zum Abregnen bringen. Einerseits nutzt man diese Prozedur für das Erzeugen von Regen in trockenen Gebieten, wie zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Andererseits versucht man aber auch entstehende Konvektion zu beschleunigen, um die Bildung von größerem Hagel zu verhindern und so Schäden an der Vegetation zu minimieren. Letzteres wird auch in Deutschland noch betrieben. In China gibt es immer wieder Versuche, durch das frühzeitige Abregnen von Wolken an einzelnen Tagen oder zu bestimmten Zeiten „schönes“ Wetter zu haben – zum Beispiel an Feiertagen oder zu besonderen Veranstaltungen.

Die Wetterbeeinflussung ist keine neuzeitliche Erfindung. Schon vor Christi Geburt gab es Maßnahmen zur Abwehr von Gewittern. Damals wurden noch aus Aberglauben heraus Gegenstände (meist Kugeln oder Pfeile) in die Luft geschossen, um Gewitterdämonen zu töten. Der Aberglaube wurde erst im 18. Jahrhundert vom Glauben an eine physikalische Wirkung abgelöst. Damals nahm man an, dass hohe Gebäude und auch Flüsse Gewitter anziehen. Und so gab es die Erlaubnis, Kugeln in die Luft zu schießen, um so die Blitze anzuziehen und dadurch das Gewitter vorzeitig oder andernorts zu entladen.

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Hagelkanonen Ende des 19. Jahrhunderts ( Quelle: Wikipedia: Plumandon – History repeated : Forgotten hail cannons of Europe)

Auch glaubte man daran, dass mehrere Schüsse in den Himmel verhinderten, dass die Gewitter sich nach unten – also zur Erde hin – ausbreiteten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kombination aus Schall und Schwarzpulver populär – es war die Hochzeit der Wetterkanonen. Auch heute sind noch einige dieser Exemplare im Betrieb. Allerdings kommt kein Schießpulver mehr zum Einsatz. Die modernen Kanonen emittieren – mit lautem Knall – ein Propangasgemisch, die die Gewitterwolken verwirbeln sollen, um so die Entstehung von Hagel zu reduzieren.

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moderne Hagelkanone (Quelle: DRadio Wissen / Vera Pache)

Wissenschaftlich beweisen konnte und kann man die Wirksamkeit der Kanonen aber nicht. Vielmehr zweifelt die Wissenschaft daran, dass eine Kanone mit begrenzter vertikaler Reichweite eine Gewitterwolke, die in unseren Breiten oft über 10 km in die Höhe reicht, wirklich beeinflusst.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Auf Bilderbuchfrühling folgt jäher Absturz

Sonne, sehr milde Luft und zum Leidwesen der Allergiker eine aufblühende Natur. So präsentiert sich derzeit der Frühling in Deutschland. Verantwortlich für das schöne Frühlingswetter sind die Hochdruckgebiete MAX mit Schwerpunkt über Osteuropa und NORBERT mit Schwerpunkt über Westeuropa, die eine Partnerschaft eingehen und somit das Wettergeschehen in Deutschland bestimmen.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 1

Analysekarte für Europa mit Lage der Druckgebilde und Isobaren sowie Stationsdaten am Montagmorgen, den 23.03.2026 um 06 UTC

Dabei steigen in einer trockenen Luftmasse nach einer kalten Nacht die Temperaturen heute auf 14 bis 18 Grad. Oftmals scheint bei nur wenigen Quellwolken die Sonne, sodass 10 bis 12 Sonnenstunden auf der Agenda stehen. Nur im Nordwesten und im äußersten Süden verdecken auch mal ein paar mehr Wolken das Zentralgestirn. Ein geringes Schauerrisiko besteht im Südschwarzwald und am Alpenrand. In der Nacht zum Dienstag ziehen von Nordwesten vermehrt harmlose Wolkenfelder auf. Frostig wird es erneut gebietsweise in der Südosthälfte, während in der Nordwesthälfte der Gefrierpunkt meist nicht unterschritten wird.

Am Dienstag steht vorerst der letzte Frühlingstag ins Haus. Allerdings kündigen mitunter dichtere Wolkenfelder und ein vor allem im Nordwesten auflebender Südwestwind bereits die Umstellung der Wetterlage an. Regen ist allerdings lediglich im äußersten Norden möglich und bei Maxima zwischen 14 und 20 Grad kann nochmals die Frühjahrskollektion ausgetragen werden. In der Nacht zum Mittwoch kommt im Nordwesten schauerartig verstärkter Regen auf, der bis zum Morgen in etwa eine Linie Saarland-Rügen erreicht. Dazu lebt der Südwestwind deutlich auf und an der Nordsee sowie im Bergland sind erste Sturmböen möglich. Im Südosten bekommt man von alledem noch nichts mit.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 2

Animation der Windentwicklung am Mittwoch, den 25.03.2026

Am Mittwoch macht ein teils stürmischer Westwind dem Frühling den Garaus. Mit einer markant ausgeprägten Kaltfront verlagert sich ein Regengebiet samt einzelner eingelagerter Gewitter südostwärts. Nachfolgend setzt sich in labiler Kaltluft Schauerwetter durch. Auch einzelne Graupelgewitter sind mit von der Partie und die Schneefallgrenze sinkt im Westen auf etwa 400-600 m und an den Alpen auf 600-900 m. Die Maxima von 8 bis 16 Grad werden meist schon am Vormittag erreicht und in der Folge sinken die Temperaturen. Der Wind lässt bereits am Nachmittag meist schon wieder deutlich nach.

In der Nacht zum Donnerstag hält die rege Schauertätigkeit an und eventuell gibt es vorrangig im Umfeld der Mittelgebirge sowie in weiten Teilen Bayerns am Morgen eine weiße Überraschung mit ein paar Zentimetern Neuschnee. Ein deutlicher Neuschneezuwachs wird am Alpenrand erwartet, wo bis Donnerstagfrüh durchaus 5 bis 15, in Staulagen über 20 cm Schnee fallen können.

Am Donnerstag fließt in einem breiten Strom kalte Polarluft nach Deutschland.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 3

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Donnerstag, den 26.03.2026 um 12 UTC

Infolgedessen stellt sich vor allem im Westen und Süden bereits Ende März schon typisches Aprilwetter mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern ein. An den Alpen fällt länger anhaltend Schnee, sodass dort die Schneedecke weiter an Mächtigkeit gewinnt. Bis Freitagfrüh sind weitere 10 bis 20, in Staulagen über 30 cm Neuschnee möglich. Im Norden und Osten wird nur wenig Niederschlag erwartet. Höchstwerte im zweistelligen Bereich werden in die Welt der Fabeln verbannt. Der teils ruppige Nordwestwind tut sein Übriges, um einen ungemütlichen Wettereindruck entstehen zu lassen. Frühlingsgefühle bauen sich da kaum auf.

Am Freitag kehrt etwas Ruhe ein. Bei einem Wechsel von Sonne und Wolken gibt es noch einzelne Regen-, ab mittleren Lagen Schneeschauer. Die Schneefälle am Alpenrand klingen langsam ab. Gegenüber dem Vortag steigen die Höchstwerte nur etwas an.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 4

Temperaturverlauf für die Städte Mannheim (gelb), Berlin (rot) und München (blau) von Montag, den 23.03.2026 bis Freitag, den 27.03.2023

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.03.2026
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Die Vegetationsbrandgefahr im Frühjahr

„F1 – Brennt Bahndamm“ hieß es für die Feuerwehren im Haunetal bei Bad Hersfeld in Hessen am vergangenen Freitag in einer Alarmmeldung in den Mittagsstunden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich, dass nicht nur der Bahndamm sondern auch anliegendes Gestrüpp und größere Feld-/Wiesenabschnitte in Brand geraten waren. Während die Brandursache erst einmal im Unklaren blieb, kam vor allem die Frage auf, wie sich ein Vegetationsbrand so früh im Jahr bereits so groß ausdehnen konnte, denn eigentlich dachte man, dass „so etwas nur im Sommer“ passieren könne.

Die Vegetationsbrandgefahr im Fruehjahr 1

Vor allem im Frühjahr gibt es zunächst wenig frisches Grün, weshalb altes, trockenes gras sehr feueranfällig werden kann – bei passender Witterung.

Hier muss jedoch genauer auf den aktuellen Bewuchs geschaut werden: Während es draußen schon langsam wärmer und vor allem trockener wurde, hat die Natur gerade erst mit dem Austrieb begonnen und noch befindet sich viel altes, abgestorbenes Gras und sonstiges organisches Material in der Natur, das nur sehr zögerlich von frischem Grün ersetzt wird.

Gibt es nun, wie in den vergangenen Wochen häufig zu beobachten gewesen, kaum Niederschlag, so trocknet dieses abgestorbene Gras immer weiter aus. Dies bietet nahezu ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Vegetationsbrände, sollte es eine externe Zündquelle geben. Diese kann natürlich ein technischer Defekt, etwa an einem Zug, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder natürlich auch Vorsatz sein.

Generell neigen Vegetationsbrände vor allem im März immer häufiger dazu, sich schnell auf größere Flächen auszudehnen, da in der Vergangenheit vermehrt ein zu trockenes Frühjahr verzeichnet wurde und somit große Flächen trockenen Grases oder Gestrüpps vorhanden waren. Zwar sind die Flammenlängen dann meistens nicht so groß wie bei ausgedehnten Waldbränden im Sommer, nichtsdestotrotz erfordert es ein rasches Eingreifen von Feuerwehrkräften, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Dies gelang den Einsatzkräften im Haunetal glücklicherweise rasch, sodass größerer Schaden ausblieb.

Mit Blick auf die Vegetationsbrandgefährdung in den kommenden Tagen zeigt sich, dass sowohl der Graslandfeuerindex, als auch der Waldbrandgefahrenindex steigen und eine erhöhte Feuergefahr vorhersagen. Wichtig hierbei ist, dass es aber erst einer Zündquelle bedarf und dann lediglich das Brandpotential abgeschätzt wird.

Die Vegetationsbrandgefahr im Fruehjahr 2

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD steigt in den kommenden Tagen noch deutlich an und erreicht ab Dienstag regional die zweithöchste Warnstufe. Erst ab Donnerstag ist die Gefahr erstmal gebannt.

Aufgrund der anhaltenden Hochdruckwitterung bleibt es weiterhin trocken, was das Brandrisiko weiter erhöht und den Waldbrandindex am Dienstag und teils noch am Mittwoch bis auf die Stufe 4 von 5 ansteigen lässt, womit eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch der Graslandfeuerindex erreicht am Mittwoch regional die Stufe 4 von 5 und somit eine hohe Gefahr für Brände und deren (rasche) Ausbreitung.

Die Vegetationsbrandgefahr im Fruehjahr 3

Der Graslandfeuerindex zeigt ebenso wie der Waldbrandindex ein ansteigendes Feuerrisiko, das erst zum Donnerstag wieder absinkt.

Erst mit dem Wetterumschwung ab Mittwoch/Donnerstag sinkt die Vegetationsbrandgefahr durch aufkommende Regenfälle rasch ab. Später im Frühjahr mit Austreiben von neuem Gras und der restlichen Vegetation sollte die Brandgefahr an sich wieder sinken, sofern es nicht komplett trocken bleibt.
Wie sich das Vegetationsbrandrisiko dann im Sommer 2026 verhält, ist heute noch nicht abzusehen.

M.Sc. Meteorologe Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Geografie und Topografie

In Deutschland gibt es unzählige Gebirgszüge und einige davon spielen für die tägliche Wettervorhersage eine maßgebliche Rolle. Oftmals ist die Rede von Sturm oder Schnee im Bergland und im Sommer entstehen auch Gewitter oftmals im Umfeld von Gebirgszügen. Besonders wichtig ist es auch im Flugwetter die Höhenzüge und ihre vertikale Erstreckung zu kennen. Beispielsweis gibt es in Deutschland verschiedene GAFOR-Gebiete (General Aviation Forecast), die genutzt werden, um Sichtflugbedingungen darzustellen. Und genau diese Gebiete werden einer Bezugshöhe zugeordnet auf deren Basis die Vorhersage mittels einer codierten Form erfolgt. Beispielsweise wird für das GAFOR-Gebiet Schwarzwald eine Bezugshöhe von 4000 FT (ca. 1200 m) angenommen, während es für das Havelland 300 FT (ca. 100 m) sind. Weitere Infos zu GAFOR Gebieten finden sich unter: https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/luftfahrt/teaser/gafor_test/luftsportberichte_mit_bild.html.

Nun wollen wir aber zum Quiz kommen. Natürlich könnten gewisse Hilfsmittel verwendet werden, aber viel mehr Spaß macht das Quiz doch dann, wenn die grauen Zellen aktiviert werden. Am Ende ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben ein Lösungswort.

Frage 1:

Nun nehmen wir in der ersten Frage mal an, dass Sie von Köln auf direktem Weg nach Leipzig fliegen. Welche Höhenzüge werden dabei unter anderem überquert?

  1. S) Hunsrück, Odenwald, Rhön, Thüringer Wald
    F) Bergisches Land, Siegerland, Nordhessisches Bergland
    R) Teutoburger Wald, Harz, Erzgebirge

Frage 2:

Wie heißt die höchste Erhebung im Hunsrück?

  1. r) Erbeskopf
    o) Feldberg
    e) Fichtelberg

Frage 3:

Der Fichtelberg gehört zu welchem Mittelgebirge?

  1. n) Fichtelgebirge
    ü) Erzgebirge
    g) Thüringer Wald

Frage 4):

In welchem Bundesland befindet sich das höchste Mittelgebirge Deutschlands?

  1. n) Sachsen- Anhalt
    e) Bayern
    h) Baden-Württemberg

Frage 5):

Wie hoch ist der Brocken?

  1. l) 1142 m üNN
    n) 1426 m üNN
    e) 925 m üNN

Frage 6):

Nun wollen Sie von Marburg nach Schwäbisch Hall fliegen. Dabei befindet sich die Unterkante der Hochnebeldecke in etwa 500 m üNN. Welche Flugroute bietet sich daher an, damit Sie nicht in die Wolkendecke fliegen und ist die kürzeste?

  1. t) Marburg, Gießener Becken, Rhein-Main-Gebiet, Odenwald, Bauland, Hohenloher Ebene, Schwäbisch Hall
    i) Marburg, Wetterau, Rhein-Main-Gebiet, entlang des Mains, Bauland, Hohenloher Ebene, Schwäbisch Hall
    s) Marburg, Wetterau, Rhein-Main-Gebiet, Bergstraße, Kraichgau, Hohenloher Ebene, Schwäbisch Hall

Frage 7):

In welchen Bundesländern liegt der Fläming?

  1. a) Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
    n) Brandenburg und Sachsen-Anhalt
    c) Rheinland-Pfalz und Saarland

Frage 8):

Wie hoch sind die höchsten Erhebungen in Schleswig-Holstein?

  1. e) 50-80 m üNN
    h) 80-120 m üNN
    g) 120-170 m üNN

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.03.2026
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Hitzewelle in den USA erreicht vorläufigen Höhepunkt

In unserer Tagesrubrik, exakt an dieser Stelle, wurde genau vor einer Woche in einem ausführlichen Artikel auf eine sehr wahrscheinlich bevorstehende Hitzewelle im Südwesten der USA verwiesen. Diese ist nun eingetreten und erreicht aktuell ihren vorläufigen Höhepunkt. Betroffen ist insbesondere der Südwesten der USA, also primär der Südteil der Bundesstaaten Kalifornien und Nevada sowie große Teile Arizonas. Dort wurden am gestrigen bereits flächendeckend 35 bis 40 °C, an der Grenze zu Mexiko in der Wüstengemeinde Martinez Lake 43,3 °C als Höchstwerte gemessen.

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 1

Temperaturen März 2026 (Messung und Klimatologie) in Phoenix/Arizona. (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Zahlreiche Tages- und Monatsrekorde wurden nicht nur gebrochen, so wurden förmlich pulverisiert. Wie hier am Beispiel der Station Phoenix in Arizona zu erkennen ist, wurden als gestrige Höchsttemperatur 105 Grad Fahrenheit gemessen (entspricht 40,6 Grad Celsius). Der vorherige Rekord für den Gesamtmonat März lag bei 100 Grad Fahrenheit (37,8 °C). Es ist bereits der 6. Tag im März 2026 mit einem neuen Tagesrekord an der Station. Doch nicht nur die Maxima, auch die nächtlichen Tiefstwerte sind beachtlich. So sank das Thermometer in den vergangenen 3 Nächten nicht mehr unter 68° Fahrenheit (entspricht 20 °C) in der Region. 3 Tropennächte im März: Allein die Vorstellung dürfte einigen Kälteliebhabern hierzulande sprichwörtlich die Schweißperlen auf die Stirn treiben! Wie anhand der linksstehenden roten Zahl in Klammern zu erkennen ist, die die Abweichungen vom Klimamittel kennzeichnen, bewegt man sich dort aktuell um rund 10 Grad Fahrenheit über dem langjährigen Mittelwert (circa 5 °C entsprechend).

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 2

Warnkarte USA (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Beim Blick auf die Warnkarte (Abbildung 2) stechen nehmen der violetten Hitzewarnungen im Südwesten ebenfalls die Magentafarben, von den Great Plains bis in den mittleren Westen reichend, heraus. Dort ist eine extrem erhöhte Waldbrandgefahr gegeben, bei der neben sehr trockene Bedingungen und viel Wind auch die rekordträchtigen Temperaturen ihren Beitrag leisten. Denn nicht nur die Qualität dieser Hitzewelle mit den absoluten Peaks ist beachtlich, sondern auch deren Ausdehnung. Selbst in Nebraska in der Stadt mit dem schönen Namen Scottsbluff und sogar noch weiter nördlich bis nach South Dakota sind mehr als 30 °C gemessen worden am heutigen Freitag.

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 3

Höchsttemperaturen vom Freitag, 20.03.2026 bis 13 Uhr MEZ (links), Abweichung vom Klimamittel (rechts)( Quelle: DWD/EZMW)

Grund hierfür ist ein sogenannter „Heat Dome“, bei dem sich die Atmosphäre innerhalb eines stationären Hochdruckgebietes durch langanhaltendes Absinken sehr stark bis in oberen Schichten der Troposphäre erwärmt. Normalerweise tritt dieses Phänomen vorrangig oder in den Sommermonaten (zumindest aber Sommerhalbjahr auf), ist also speziell für die Jahreszeit ungewöhnlich stark und sehr weit nach Norden ausgedehnt. Auch wenn selbstredend noch keine Attributionsstudien zu der Lage vorliegen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Klimawandel maßgeblich an den Rekorden beteiligt ist.

Die Behörden empfehlen in den betroffenen Regionen dringend eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme von Wasser oder elektrolythaltigen Sportgetränken, zur Nutzung von Sonnencreme, Tragen leichter Kleidung sowie Anstrengungen im freien zur Mittags- und Nachmittagszeit zu meiden. Verzichten sollte man hingegen auf einen erhöhten Alkohol- und Koffeinkonsum, fettiges oder stark proteinhaltiges Essen und das Zurücklassen von Kindern in Autos.

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 4

Höchstwerte und Rekorde der nächsten Tage im Südwesten der USA (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Wie geht es nun weiter? Eine leichte Entspannung kündigt sich zwar an, aber noch keine wirklich nachhaltige Abkühlung. Schwache Kaltfronten, streifen nur den Norden des Landes und gehen vielfach ohne nennenswerte Regenfälle von West nach Ost durch. Im Gegenteil: In der kommenden Woche verdichten sich die Hinweise, dass sich die Hitzeglocke nach kurzer Abschwächung erneut regenerieren kann (siehe auch Abbildung 4). Bleibt zu hoffen, dass zumindest Wald- und Buschbrände ausbleiben.

Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Das Wetter zum Frühlingsanfang

Am morgigen Freitagnachmittag (20. März 2026, 15:46 Uhr MEZ) ist auf der Nordhalbkugel astronomischer Frühlingsanfang. Dann überquert die Sonne den Äquator und bringt damit der Südhalbkugel den Herbst. An diesem Tag sind überall auf der Welt Tag und Nacht (in etwa) gleich lang, weshalb man auch von der Tag-und-Nacht-Gleiche spricht.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. März Frühling. Dies hat statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn man hierfür komplette Monate betrachtet, als Beispiel für den Frühling die Monate März, April und Mai. Würde man sich hierbei auf die astronomischen Daten beziehen, so müsste man den jährlich variablen Anfang und das variable Ende der Jahreszeiten beachten, was jede Auswertung unnötig kompliziert machen würde.

Phänologisch beginnt der Vorfrühling mit der Haselblüte, was in diesem Jahr am 07. Februar der Fall war. Seit dem 16. März befinden wir uns nun im Erstfrühling, wobei der Beginn mit der Forsythienblüte einhergeht. Statistisch gesehen war die Haselblüte also zwei Tage früher als im vieljährigen Mittel, die Forsythienblüte hingegen bereits acht Tage früher. Ende April beginnt statistisch gesehen mit der Apfelblüte dann der Vollfrühling.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 1

Phänologische Uhr mit Beginn und Dauer der phänologischen Jahreszeiten, vieljähriges Mittel und aktuelles Jahr 2026 im Vergleich

Doch wie ist das Wetter in den kommenden Tagen? Präsentiert es sich von seiner frühlingshaften Seite oder hat der Winter noch ein paar letzte Pfeile im Köcher?

Hoch LUKAS sorgt am heutigen Donnerstag in weiten Teilen Deutschlands für ruhiges und meist sehr mildes Wetter mit viel Sonnenschein. Die Temperaturmaxima liegen verbreitet bei Werten zwischen 13 und 19 Grad, nur an der Küste sowie südlich der Donau ist es etwas kühler. In den Hochlagen des Südwestens weht dabei ein mäßiger Nordost- bis Ostwind, dieser schwächt sich zum Abend aber weitestgehend ab.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 2

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Donnerstag, den 19.03.2026 12 UTC

In der Nacht zum Freitag wird es im Süden und Südosten sowie in Teilen der Mitte frostig. Trotz des warmen und sonnenscheinreichen Wetters tagsüber sollte man also nicht bereits voreilig empfindliche Pflänzchen nach draußen stellen oder einpflanzen. In besagten Regionen ist Luftfrost zwischen 0 und -5 Grad zu erwarten. Am Boden gehen die Temperaturen allerdings deutschlandweit zurück auf Werte zwischen +2 und -5 Grad, in weiten Teilen von Baden-Württemberg und Bayern ist mit mäßigem Bodenfrost zwischen -5 und -10 Grad zu rechnen.

Währenddessen greift bereits ein schwacher Tiefausläufer auf den Norden und Nordosten Deutschlands über. Dieser hat dichtere Bewölkung sowie etwas Regen im Gepäck und erreicht bis Freitagmorgen die mittleren Landesteile. Dort sorgt er auch am Freitag tagsüber für stärkere Bewölkung und gelegentlich etwas Regen.

Im Süden und Südwesten merkt man erst einmal noch nichts davon. Zunächst scheint die Sonne länger vom Himmel, ehe im Laufe des Nachmittags auch dort die Bewölkung tendenziell dichter werden soll. Dafür lockert dann die Bewölkung im Nordwesten wieder auf und die Sonne kommt etwas häufiger zum Vorschein. Die Höchsttemperatur erreicht dabei Werte zwischen 7 Grad an der See und bis 18 Grad im Südwesten.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 3

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Freitag, den 20.03.2026

Am Wochenende sorgt ein sogenannter Kaltlufttropfen – ein Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten mit hochreichend kalter Luft – im Süden Deutschlands für dichtere Bewölkung und insbesondere am Samstag für etwas Regen, in den höheren Lagen der Alpen auch für etwas Schnee. Im Norden und Nordwesten scheint hingegen die Sonne von einem zeitweise wolkenlosen Himmel. Die höchsten Temperaturwerte liegen meist zwischen 11 und 16 Grad, nur an der See, im Alpenvorland sowie im östlichen und südöstlichen Bergland ist es etwas kühler.

Summa summarum präsentiert sich das Wetter in den kommenden Tagen also meist von seiner frühlingshaften Seite, in den Alpen sorgen ein paar Schneeflocken jedoch für einen kurzen Wintergruß.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Als Deutschland im Schnee versank: Der strenge Winter 2005/2006

Schon der Auftakt hatte es in sich: Ein stationäres Tief über Westdeutschland sorgte am 25. November 2005 für bis zu 45 cm nassen Schnee. Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen und zahlreiche Strommasten brachen unter der enormen Schneelast zusammen. Dies sollte als das Münster-Schneechaos in die Geschichte eingehen.

Bereits im Dezember stellte sich eine anhaltend winterliche Witterung ein, die sich – nur kurzzeitig unterbrochen – bis in den März hinein fortsetzte. Verantwortlich dafür war unter anderem eine plötzliche Stratosphärenerwärmung Anfang Dezember. Sie begünstigte wiederholt Hochdrucklagen über Nordeuropa, die milde Atlantikluft blockierten und stattdessen kalte Kontinentalluft nach Mitteleuropa lenkten. Charakteristisch für diesen Winter war das Zusammenspiel stabiler Hochdruckgebiete im Norden mit aktiven Tiefdruckgebieten entlang der Frontalzone über Süd- und Mitteleuropa. Das Ergebnis: anhaltende Kälte bei gleichzeitig wiederkehrenden, teils kräftigen Schneefällen.

Die erste markante Frostperiode stellte sich um den Jahreswechsel ein. Besonders in der Südosthälfte Deutschlands traten verbreitet strenge Nachtfröste bis unter −20 °C auf. Zuvor gefallener Schnee sorgte für eine nahezu flächendeckende Schneedecke, die im Nordosten regional bereits eine Höhe von über 30 cm erreichte. Im Bayerischen Wald wuchs sie rasch auf über einen Meter an. Die Schneemassen führten schließlich zur Tragödie von Bad Reichenhall, wo das Dach einer Eissporthalle einstürzte.
Im Januar folgte eine weitere Stratosphärenerwärmung, welche die winterliche Großwetterlage zusätzlich stabilisierte. Eine lang anhaltende Hochdruckphase ließ die Luft in Bodennähe stark auskühlen. Vor allem im Osten und Südosten wurden wiederholt strenge Fröste bis -18 °C gemessen. Zeitweise bildeten sich ausgeprägte Inversionslagen. Selbst größere Seen froren zu. Zwischendurch sorgten Tiefausläufer immer wieder für neue Schneefälle.

Seinen Höhepunkt erreichte der Winter im Februar. In einer Nordwestlage fielen in den Staulagen der östlichen Mittelgebirge innerhalb weniger Tage mehr als ein Meter Neuschnee. Mehr als 1.000 Gebäude in den östlichen Mittelgebirgen waren durch die Schneelast gefährdet. In mehreren Landkreisen, insbesondere in Niederbayern, wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundeswehr und THW waren im Dauereinsatz, um Dächer von Schnee zu befreien. Dennoch kam es zu Einstürzen. Straßen mussten wegen Schneebruchs gesperrt werden und die Schneehöhen türmten sich mancherorts auf über zwei Meter. Auch in den Nachbarländern Tschechien und Österreich waren Ortschaften zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Während der Übergang zu frühlingshaftem Wetter mit Temperaturen bis 20 °C in diesem Jahr bereits Ende Februar erfolgte, zeigte sich der März 2006 nochmals von seiner winterlichen Seite. Mit einer Nordlage gelangte erneut arktische Kaltluft nach Deutschland, begleitet von atlantischen Tiefdruckgebieten. Es kam verbreitet zu kräftigen Schneefällen. In Norddeutschland wurden bis zu 40 cm gemessen, im Alpenvorland 50 bis 100 cm. Auch sonst war ein Großteil Deutschlands erneut schneebedeckt. Besonders markant war die Lage am 11. und 12. März, als im Erzgebirge über 50 cm Neuschnee fielen. Insgesamt lag das Temperaturniveau im ersten Märzdrittel etwa 4 bis 6 Grad unter dem neuen klimatologischen Mittel.

Erst ab dem 25. März setzte sich schließlich eine nachhaltige Wetterumstellung durch. Mit einer südlichen Strömung gelangten warme Luftmassen nach Deutschland und brachten Tauwetter sowie Temperaturen über 20 °C. In den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge hielt sich die Schneedecke jedoch noch bis in den Mai hinein.

Der Winter 2005/2006 bleibt somit als einer der letzten ausgeprägten Kälte- und Schneewinter in Erinnerung.
Die folgenden Bilder entstanden am 12.03.2006 auf dem Aschberg in Klingenthal im oberen Vogtland, das letzte Bild in Carlsfeld von Mitte März 2006.

Als Deutschland im Schnee versank 1

Bereits auf 700 m lag über 1,5 m Schnee.

Als Deutschland im Schnee versank 2

Eingeschneite Ausfahrt mit zugewehtem Auto.

Als Deutschland im Schnee versank 3

Häuser verschwinden unter Schneewehen

Als Deutschland im Schnee versank 4

Die Aschbergstraße auf 800 m unpassierbar.

Als Deutschland im Schnee versank 5

Bis zu 2 m Schnee auf dem Kamm.

Als Deutschland im Schnee versank 6

Eingeschneites Haus in Carlsfeld im Westererzgebirge

Diplom-Meteorologe Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst