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Tag der Seenotrettung

26. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am 29. Mai 1865 wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gegründet. Sie hat ihren Sitz in Bremen und ist ein rechtsfähiger Verein, der an Nord- und Ostsee hoheitlich (1965 im Gesetz festgeschrieben) die Suche und Rettung in Not geratener Menschen durchführt. Dabei sind sie rund um die Uhr einsatzbereit und rücken oft dann aus, wenn andere das Meer lieber verlassen.

Neben der Rettung aus Seenot, der Koordinierung aller Maßnahmen im Seenotfall sowie der Überwachung der Notfallkanäle im UKW-Bereich stellen sie unter anderem die medizinische Erstversorgung, Hilfe bei der Befreiung in Seenot geratener Besatzungen, Transport von Verletzten und Unterstützung deutscher Schiffe und Besatzungen bei Notfällen im Ausland sicher. Das Einsatzgebiet umfasst rund 3660 Kilometer Küstenlinie – von Borkum bis Usedom. Auf der Strecke gibt es 53 Stationen mit etwa 60 Seenotrettungskreuzern und -booten sowie 1000 Seenotretter, wovon die meisten ehrenamtlich tätig sind.

Seit 1999 steht der dritte Sonntag im Juli im Zeichen der Seenotretter, auf eigene Initiative. An diesem Tag finden in vielen Stationen Führungen, Vorträge und Vorführungen statt. Man kann den Rettern über die Schulter schauen, sich über Arbeit und Material informieren und bei spannenden Übungen den Arbeitsablauf live verfolgen. Immer unter der Voraussetzung, dass kein Notfall reinkommt. Die Rettung in Not geratener Menschen auf See hat immer Vorrang.

Der heutige Sonntag gestaltet sich an Nord- und Ostsee recht wechselhaft. Es gibt viele Wolken und immer wieder Regen, vereinzelt sind auch Blitz und Donner möglich. Dabei weht ein mäßiger bis frischer Wind aus westlichen Richtungen. Auch der Montag ist an den deutschen Küsten wechselhaft mit ein paar sonnigen Abschnitten und meist nur schwachen Schauern, aber teils stürmischem Wind an der Ostseeküste. Mit Höchstwerten um 20 Grad fühlt es sich nicht gerade sommerlich an.

In den Folgetagen lässt der Wind nach, die Sonnenanteile nehmen zu und auch die Temperatur steigt deutlich. Zu Wochenmitte sind um 30 Grad möglich, auch die zweite Wochenhälfte ist sommerlich warm, wenngleich wieder mehr Wolken auftauchen und einzelne Schauer möglich sind.

Diplom Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-26 15:00:402026-07-28 17:21:16Tag der Seenotrettung

Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

25. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am heutigen Samstag verlagert sich Hoch NORBERT allmählich nach Südosteuropa und macht damit den Ausläufern der Tiefdruckgebiete EVELINE und FLOORA, die über Nordeuropa hinwegziehen, Platz. Damit hält vor allem in der Nordhälfte des Landes im Laufe des Wochenendes wechselhaftes Sommerwetter Einzug. In der neuen Woche bahnt sich dann eine neue Hitzewelle an. An der Südwestflanke eines umfangreichen Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über Südosteuropa kann eine heiße Luftmasse, die ihren Ursprung im Süden Spaniens hat, nach Mitteleuropa transportiert werden. Die Intensität und Andauer der Hitzewelle ich noch mit ein paar Fragezeichen zu versehen.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Mittwoch, den 29.07.2026 um 12 UTC (Quelle:DWD)

Die teils verbreitet propagierten Höchstwerte von über 40 Grad in Deutschland zeichnen sich jedoch nicht ab. Hier schießt nach wie vor das amerikanische GFS-Modell mit in der Südhälfte flächendeckend um 40, punktuell bis 44 Grad, den Vogel ab. Diese Prognosen sind in die Welt der Fabeln zu verweisen, denn kein weiteres bekanntes Wettermodell berechnet diese Spitzenwerte in der kommenden Woche. Nach derzeitigen Prognosen werden der Donnerstag und der Freitag die heißesten Tage der Woche mit Maxima zwischen 34 und 38, lokal um 39 Grad in der Südhälfte und 28 bis 34 Grad in der Nordhälfte.

Prognose des Temperaturverlaufs von Samstag, den 25.07.2026 bis Freitag, den 31.07.2026 für den Südwesten, die Mitte und den Nordosten (Quelle:DWD)

In puncto Niederschlag schaut der Südwesten weiterhin in die Röhre. In der Nordhälfte fällt vor allem am Sonntag zeitweise schauerartiger und mitunter gewittrig durchsetzter Regen und auch vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand gibt es an diesem Wochenende einzelne Schauer und Gewitter. Zum Start in die neue Woche fallen vor allem quer über der Mitte und am Alpenrand noch einzelne Schauer. Im weiteren Wochenverlauf tröpfelt es allenfalls im Norden noch ein wenig, während es sonst zunächst meist trocken bleibt. Erst in der zweiten Wochenhälfte stehen örtlich kräftige Hitzegewitter auf der Agenda. Flächendeckender Regen bleibt jedoch aus, sodass sich insbesondere im Südwesten und äußersten Westen die Trockenheit weiter verschärft.

Akkumulierter Niederschlag von Samstagmorgen, den 25.07.2026 bis Samstagmorgen, den 01.08.2026 (Quelle:DWD)

Beispielsweise fielen vom Niederrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet seit Monatsbeginn in der Fläche nur zwischen 1 und 10 l/qm und bis Monatsende zeichnen sich nur wenige weitere Liter pro Quadratmeter ab. Normalerweise summiert sich der Niederschlag dort im gesamten Juli auf 50 bis 70 l/qm.

Die ausbleibenden Niederschläge in Verbindung mit der zunehmenden Hitze und der sich damit verstärkenden Verdunstung sorgen dafür, dass die Waldbrandgefahr (Link Waldbrandgefahrenindex) in der Südhälfte wieder deutlich zunimmt und am Mittwoch bereits flächendeckend die Stufe 4 erreicht.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Gebietsweise-anhaltende-Trockenheit-und-neue-Hitze-1.png 714 1004 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-25 14:52:252026-07-28 17:21:04Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

Von Hunden und Erfrischungen

24. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Gemäß vielen Kalendern und Büchern befinden wir uns seit dem gestrigen Donnerstag in der Zeit der sogenannten „Hundstage“. Die Hundstage gehören zu den Singularitäten, also den Witterungsregelfällen in der Meteorologie. Andere bekannte Beispiele für solche Singularitäten sind die Eisheiligen, die Schafskälte, der Siebenschläfertag, der Altweibersommer oder das Weihnachtstauwetter. Die Hundstage erstrecken sich dabei vom 23. Juli bis zum 23. August. Namensgebend ist das Sternbild „Großer Hund“, dessen Hauptstern „Sirius“ zu Beginn dieses Zeitraums seinen heliakischen Aufgang hat. Der Begriff der Hundstage dient im allgemeinen Sprachgebrauch der Benennung der heißesten Tage des Jahres.

Passend dazu wurde am gestrigen Donnerstag in den USA der „Tag der Erfrischungen“ gefeiert. Dieser Aktionstag hat allerdings kein festes Datum, sondern fällt immer auf den vierten Donnerstag im Juli. Er wurde 2015 vom Getränkehersteller Traveller Beer Company und vom Webportal nationaldaycalendar.com ins Leben gerufen und war Teil einer Marketingkampagne für Bier-Mix-Getränke. In Deutschland wurde am gestrigen Donnerstag hingegen zum ersten Mal der „Tag der Schorle“ begangen. Dieser geht auf eine Initiative von C. Rasmus und G. Sigmundczyk aus Mannheim zurück. Sie nannten bei der Wahl des Datums mehrere Gründe, die für den 23. Juli sprachen. Zum einen wäre da die Überschneidung mit dem amerikanischen „Tag der Erfrischungen“. Zum anderen laden lange Sommerabende und die laufende Weinfestsaison dazu ein, diesen Aktionstag mitzufeiern.

Daneben gab es am gestrigen Donnerstag (wie in jedem Jahr am 23. Juli) in den USA den „Tag des Vanilleeis“, der dort bereits seit den 1990er-Jahren bekannt ist. Vanille zählt zu den beliebtesten Geschmacksrichtungen beim Eis. Zudem kann Vanilleeis auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurückblicken. Manche Quellen besagen, dass Vanilleeis sogar in den USA eingeführt wurde. Damit ist ein entsprechender Aktionstag dort gar nicht mal so unberechtigt. Und wie wäre es, sich ein großes Eis zu gönnen und dieses noch mit ein paar Zuckerstreuseln zu verzieren? Passend dazu wurde am gestrigen Donnerstag in den USA sowie in Kanada der „Zuckerstreusel-Tag“ begangen. Dieser wurde 2017 von der Kanadierin Rosie Alyea ins Leben gerufen. Der 23. Juli ist dabei auch ihr Geburtstag. Auch dieser Aktionstag lässt sich als Teil einer Marketingkampagne verstehen, denn die Initiatorin vertreibt über ihr Unternehmen unter anderem Zuckerstreusel.

Am heutigen Freitag gibt es hingegen keine „erfrischenden“ Aktionstage. Manche mögen an dieser Stelle womöglich widersprechen, zumindest diejenigen, die einen Tequila als erfrischend wahrnehmen. Anders sieht es hingegen am morgigen Samstag und am Sonntag aus. Vielleicht nicht direkt erfrischend, aber durchaus passend für einen lauen Sommerabend gibt es am morgigen Samstag in den USA den „Käse-und-Wein-Tag“. Erfrischender wird es da schon am Sonntag, am „Tag des Kaffee-Milchshakes“.
Doch wie präsentiert sich das Wetter über das Wochenende? Werden tatsächlich Erfrischungen gebraucht?

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Freitag, den 24.07.2026 12 UTC

Hoch NORBERT beschert uns momentan recht freundliches und ruhiges Wetter. So sorgt er auch am morgigen Samstag in weiten Teilen des Landes für viel Sonnenschein. Bei Höchsttemperaturen zwischen 25 und 33 Grad wird es zudem sommerlich warm bis heiß. Im Südwesten und am Alpenrand ist zum Nachmittag und Abend allerdings mit einzelnen Schauern und Gewittern zu rechnen. Ganz im Norden ziehen hingegen zeitweise Wolkenfelder durch und einzelne Schauer sind möglich. Die Höchsttemperaturen liegen dort zwischen 21 und 25 Grad.

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Samstag, den 25.07.2026

Auch am Sonntag treten südlich der Donau einzelne, direkt am Alpenrand wiederholt Schauer und Gewitter auf. Zudem kommt im Norden Deutschlands schauerartiger, teils gewittriger Regen auf, der sich im Tagesverlauf süd-/südostwärts ausweitet und zum Abend in etwa eine Linie von Main und Mosel erreicht. Nur in einem Streifen von Baden-Württemberg bis zum Erzgebirge bekommt man die Sonne auch etwas länger zu Gesicht und Schauer und Gewitter treten weniger häufig auf. Allerdings kann der Westwind insbesondere im Südwesten zeitweise böig auffrischen. Im Norden und Nordwesten liegen die Höchsttemperaturen zwischen 20 und 24, sonst zwischen 24 und 31 Grad.

Die neue Woche beginnt zunächst unbeständig und die Höchsttemperaturen verbleiben vorübergehend unter der 30-Grad-Marke. Ab Dienstag nehmen die längeren Sonnenanteile von Südwesten her aber rasch wieder zu und auch Höchsttemperaturen von 30 Grad und mehr werden bereits am Mittwoch in weiten Teilen des Landes wieder erreicht.

Zusammengefasst kann man sich also insbesondere am morgigen Samstag eine Erfrischung gönnen. Ab Dienstag scheinen Erfrischungen jeglicher Art dann hingegen tatsächlich gebraucht zu werden.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Von-Hunden-und-Erfrischungen-1.jpg 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-24 13:40:112026-07-28 17:20:54Von Hunden und Erfrischungen

Wetter-Apps für Segler und Outdoor-Sportler

24. Juli 2026/in Allgemein, Wetter/von WINDINFO

Laut einer Boot Online Umfrage nutzen bereits 36% der Bootfahrer regelmäßig Wetter-Apps auf mobilen Geräten. Wer bei Wind und Welle unterwegs ist, ob als Segler, Kitesurfer oder Wanderer, braucht verlässliche Wetterinformationen. Kein Bauchgefühl der Welt ersetzt eine gute App mit aktuellen Modelldaten.

Warum Wetter-Apps für Segler und Wassersportler unverzichtbar sind

Der klassische Seewetterbericht im Radio gehört der Vergangenheit an. 52 Jahre lang strahlte das Deutschlandradio täglich Wind- und Warnmeldungen aus, langsam und deutlich vorgelesen, damit Skipper problemlos mitschreiben konnten. Ende 2015 schaltete der Sender zunächst die Mittelwellensender ab, was das Ende der Frequenz 1269 kHz bedeutete. Seit März 2016 ist der Seewetterbericht im Radio Geschichte. Wer ihn vermisst, findet auf NDR Info Spezial noch zweimal täglich einen Seewetterbericht, um 8.30 Uhr und um 23.03 Uhr, plus einen Podcast zum Abonnieren.

Dieser Wandel zeigt, wohin die Reise geht. Wetter-Apps liefern heute mehr Daten, schneller und präziser als jede Radiosendung es je konnte. Ähnlich wie Nutzer bei der Wahl eines seriöses Online Casino Schweiz auf verlässliche Informationen und transparente Bewertungen achten, sind auch auf dem Wasser aktuelle und zuverlässige Wetterdaten unverzichtbar. Für Segler, die auf Ankerplatz-Suche sind, spielt das Wetter beim Ankern eine zentrale Rolle. Wind aus der falschen Richtung, eine unerwartete Dünung oder eine Gewitterfront – das sind keine akademischen Probleme. Das sind Situationen, die über Sicherheit oder Havarie entscheiden.

Wer also noch auf „Gut Glück“ losfährt, handelt fahrlässig. Zum Glück bietet der Markt heute eine Vielzahl spezialisierter Wetter- und Wind-Apps, die den Bordalltag erheblich erleichtern, und das zu überraschend moderaten Preisen.

Die besten Wetter-Apps für Segler, Kitesurfer und Outdoor-Sportler

Hier sind die wichtigsten Anwendungen, nach Profil und Anwendungsfall geordnet :

  1. Windy: animierte Wetterkarten, Sturmentwicklungen in Echtzeit, Wetterberichte weltweit abrufbar. Die Basis-Version ist kostenlos, die Premium-Version kostet 21 Euro pro Jahr.
  2. PredictWind: mehrere Vorhersagemodelle, GRIB-Daten-Integration, ideal für Langstreckensegler. Kostenlose Basisversion verfügbar, Mitgliedschaft ab 35 Euro pro Jahr.
  3. Weather4D: Wettervorhersage kombiniert mit Routenanpassung in Echtzeit, für 29,99 Euro pro Jahr.
  4. Windfinder: Daten von über 160.000 Stationen weltweit, besonders bei Surfern und Kitesurfern beliebt. Basis kostenlos, Pro-Version für einmalig 10 Euro.
  5. Seewetter Pro: spezialisiert auf Nordsee, Ostsee und Mittelmeer, mit 6-Tage-Gezeitenvorhersage, 3-Tages-Seewettervorschau, animierten Meeresströmungskarten und einer Notfall-Funktion für Seenotrufe per Funk und Telefon.
  6. WeatherPro: mehrfacher Testsieger unter allgemeinen Wetter-Apps, bietet eine 7-Tage-Vorhersage in 3-Stunden-Intervallen mit Windrichtung, Luftdruck und Temperatur. Mit Premium-Upgrade steigen die Vorhersagewerte auf bis zu 14 Tage.
  7. ADAC Skipper App: hochauflösende Wettermodelle, stündliche Darstellungen zu Wind, Welle und Niederschlag. 19,99 Euro jährlich für ADAC-Mitglieder, 24,99 Euro für Nicht-Mitglieder.

Windfinder Pro verdient dabei besondere Erwähnung : Messwerte von über 17.000 Wetterstationen weltweit fließen ins Superforecast-Modell ein, das stündliche Werte für Europa, Ägypten und Nordamerika liefert. Für Kitesurfer, die auf einen bestimmten Windkorridor warten, ist das Gold wert.

Die besten Apps für Ankerplätze, Häfen und Liegeplätze

Wetterplanung ist die eine Seite. Die andere ist das Finden des richtigen Platzes zum Übernachten. Drei Apps dominieren diesen Bereich klar.

Navily sticht durch seine Community-Stärke hervor: Nutzerbewertungen, Fotos und Erfahrungsberichte machen das Ankern planen so konkret wie ein Gespräch mit einem Segelkollegen. Navionics punktet dagegen mit technischer Tiefe, denn die detaillierten Seekarten mit Sonardaten liefern Informationen, die kein Papieratlas je abbilden konnte.

Dockwa löst ein alltägliches Problem elegant. Wer kennt nicht das lästige Durchklingeln von Marinas am späten Nachmittag ? Die App ermöglicht Liegeplatz-Buchungen direkt ohne Telefonat, schnell und zuverlässig. Kostenlos dazu, was will man mehr.

So wählst du die richtige Wind-App für deinen Sport

Nicht jede App passt zu jedem Profil. Langstreckensegler brauchen GRIB-Daten und Routenplanung. Kitesurfer wollen präzise Windvorhersagen für kurze Zeitfenster. Wanderer und Mountainbiker benötigen vor allem zuverlässige Kurzfristvorhersagen mit Niederschlagsradar.

Ich empfehle grundsätzlich, mindestens zwei Apps parallel zu nutzen : eine für die allgemeine Wetterplanung und eine für spezifische Sportbedingungen. Eine Kombination aus einer kostenlosen Basisversion und einer gezielten Premium-App bleibt meist unter 40 Euro im Jahr, ein Betrag, der gemessen am Sicherheitsgewinn lächerlich gering ist.

Bild: AdobeStock_474217751 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/AdobeStock_474217751-scaled.jpeg 1423 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-24 09:59:312026-07-25 11:16:05Wetter-Apps für Segler und Outdoor-Sportler

Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

23. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die räumliche Verteilung steuernder Hoch- und Tiefdruckgebiete, die man gewöhnlich auf Wetterkarten findet, sind für die großräumigen Strömungsverhältnisse verantwortlich – sie entscheiden also, aus welcher Richtung und mit welcher Stärke der Wind weht. Aber auch lokale Gegebenheiten wie Berge und Täler oder Küstenlinien können bei bestimmten Wetterlagen ihre „eigenen“ kleinräumigen Windsysteme entstehen lassen, die einen großen Einfluss auf das dortige Klima haben. Ein bekanntes Beispiel ist die „Land-Seewind-Zirkulation“, die wir heute erläutern.

Jeder Nord- und Ostseeurlauber kennt es: Während an heißen Sommertagen die zuhause Gebliebenen schwitzen, ist zur gleichen Zeit im schattigen Strandkorb von Hitze keine Spur und weniger Hartgesottene greifen im kühlen Wind sogar zum Pulli. Auch in den kommenden Tagen ist dies wieder eindrucksvoll in den Vorhersagen zu sehen. Der Grund für diesen kühlen, vom Meer kommende Wind an der Küste und auf den Inseln liegt im Seewind, einem Teil der Land-Seewind-Zirkulation.

Schematische Darstellung der Land-Seewind-Zirkulation im Verlauf eines Tages. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Druckunterschiede werden durch Wind auszugleichen. Nehmen wir als Ausgangsbedingung an, dass am Morgen keine horizontalen Druckunterschiede vorliegen und daher auch kein Wind weht. In Bild 1 (oben links) ist dies durch horizontale Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks) verdeutlicht. Nach Sonnenaufgang wird am Vormittag die Landoberfläche und die darüber liegende Luft erwärmt, während sich die Wassertemperatur (und die Luft darüber) wegen der größeren Wärmekapazität des Meerwassers kaum ändert. Da wärmere Luft eine geringere Dichte und damit ein größeres Volumen als kältere Luft besitzt, dehnt sich die Luft über Land vertikal aus. Weil sich zwischen zwei Druckflächen weiterhin die gleiche Luftmasse befindet, werden dadurch die Isobaren gehoben (Bild 2). Folglich entsteht in der Höhe ein horizontaler Druckunterschied. Auf gleichem Höhenniveau (gestrichelte Linien) ist der Luftdruck über dem Land höher als über dem Meer, es entsteht also in der Höhe über dem Land ein kleinräumiges Hoch (H) und über der See ein Tief (T).

Da die Atmosphäre stets bestrebt ist, derartige Druckunterschiede abzubauen, entsteht in der Höhe eine Ausgleichsströmung vom Land Richtung Meer (grüner Pfeil in Bild 2), also vom hohen zum tieferen Luftdruck. Der gleiche Vorgang passiert im Kleinen bei einem aufgepumpten Fahrradschlauch, bei dem man das Ventil öffnet. Die Luft entweicht vom Reifen (hoher Luftdruck) nach draußen. Die Ausgleichsströmung transportiert LuftMASSE Richtung Meer. Dadurch sammelt sich über der See die Masse an, die über Land in der Höhe abfließt. Ein Massegewinn in der Luftsäule über dem Meer bedeutet nichts Anderes als dass der Druck, der am Boden auf einem lastet, ansteigt. Im Gegenzug sinkt an Land der Druck am Boden. Im Gegensatz zur Höhe entsteht so direkt über dem Meer ein lokales Hoch und über Land ein Tief (Bild 3).

Am Boden passiert nun das gleiche wie zuvor in der Höhe. Es kommt eine Ausgleichströmung vom Hoch zum Tief in Gang, also von der See Richtung Land. Diesen Wind bezeichnet man seiner Herkunft nach als „Seewind“, der die kühle Meeresluft Richtung Küste transportiert. Abschließend entsteht eine geschlossene Zirkulation, indem über Land aufgrund der in der Höhe abfließenden Luftmasse Luft von unten nachströmt und über der See Luft nach unten absinkt. In der Fachsprache wird diese als „thermisch direkte Zirkulation“ bezeichnet.

In der Nacht drehen sich die Strömungsverhältnisse um. Nach Sonnenuntergang kühlt der Erdboden und die darüber liegende Luft stärker ab als über dem Meer. Die kühlere Luft schrumpft und es entsteht in der Höhe über Land ein Tief, sodass als Ausgleichströmung dort die Luft von der See Richtung Land weht. Durch diese im Vergleich zu tagsüber gegensätzlichen Masseumverteilungen bildet sich über dem Boden der sogenannte „Landwind“ aus, der Richtung Meer weht (Bild 4).

Die Land-Seewind-Zirkulation besitzt in unseren Breiten eine horizontale Ausdehnung von 10 bis 20 Kilometern, sodass schon einige Kilometer von den Küsten entfernt kaum noch eine Abkühlung zu spüren ist. Der Seewind weht meist mit 3 bis 4 Beaufort (schwacher bis mäßiger Wind) und tritt an sämtlichen Küstenverläufen auf. Auch an größeren Seen wie dem Bodensee kann man die Land-Seewind-Zirkulation beobachten. Windmessungen belegen, dass der Wind in Friedrichshafen, auf der Nordseite des Bodensees gelegen, im Sommer morgens am häufigsten aus Nord bis Nordost (also in Richtung Bodensee) und nachmittags aus Süd bis Südwest (vom See kommend) weht.

Mittlere Häufigkeit der Windrichtung in Friedrichshafen im Juli. Die Abbildung zeigt das Auftreten der Windrichtungen (S, SO, O, NO, N, NW, W, SW) morgen um 6 Uhr und mittags um 12 Uhr. Die Länge der Linien ist ein Maß für die Häufigkeit der Windrichtung zu diesem Zeitpunkt. Quelle: Häckel, H. (1999) – Meteorologie, Verlag Eugen Ulmer Stuttgart (nachbearbeitet)

In der Realität ist die Land-Seewind-Zirkulation natürlich der großräumigen Windströmung überlagert und tritt auf, solange der großräumige Wind schwach und der Himmel nicht durch Wolkenfelder bedeckt ist. Der Seewind führt in dieser Situation dazu, dass sich der Wind bis zum Nachmittag verstärkt und Richtung Land dreht.

Die Land-Seewind-Zirkulation ist der Grund, warum es an heißen Sommertagen an Nord- und Ostsee am Nachmittag und frühen Abend teils über 10, manchmal sogar bis zu 15 Grad kühler ist als im großen Rest Deutschlands. In Folge des Seewinds bleiben die Temperaturen beispielsweise auf Sylt an den meisten Tagen unter 25 Grad, Temperaturen über 30 Grad bleiben die absolute Ausnahme.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Kuehle-Meeresbrise-oder-die-„Land-Seewind-Zirkulation.png 934 1029 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-23 16:34:582026-07-28 17:20:40Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

22. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Deutschland liegt derzeit zwischen zwei wetterbestimmenden Systemen: dem weit nach Norden ausgedehnten Azorenhoch und mehreren Tiefdruckgebieten über Skandinavien und Osteuropa. Aus dieser Konstellation resultiert eine nördliche Strömung, mit der vergleichsweise kühle Meeresluft nach Deutschland gelangt. Während weite Teile Süd- und Südwesteuropas unter anhaltender Hitze leiden, bleibt Deutschland dadurch verschont.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Mittwoch den 22.07.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am heutigen Mittwoch sorgt Tief DEBORAH vor allem im Norden für viele Wolken, Schauer und einzelne kurze Gewitter. Zudem weht dort ein lebhafter Wind, an den Küsten sind auch stürmische Böen möglich. Ganz anders präsentiert sich das Wetter im Süden. Dort scheint häufig die Sonne und die Temperaturen steigen auf bis zu 28 Grad. Im übrigen Land werden 19 bis 23 Grad erreicht. In der Nacht zum Donnerstag zieht das Tief weiter nach Osten ab, während sich der Einfluss des Hochdrucks langsam bemerkbar macht. Dadurch klingen die Schauer von Westen her nach und nach ab. Lediglich im Osten treten noch einzelne Schauer auf. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 8 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Mittwoch 22.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Auch am Donnerstag bleibt das Wetter zweigeteilt. Im Osten bestimmen weiterhin Tiefdruckeinfluss mit vielen Wolken, Schauern und kurzen Gewittern das Wettergeschehen. Im äußersten Südwesten sorgt dagegen ein Ableger des Azorenhochs für überwiegend sonniges Wetter. Die Temperaturen steigen auf 19 Grad im Nordosten und bis zu 27 Grad im Südwesten. Der Wind weht mäßig, im Norden zeitweise frisch aus nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Freitag verabschieden sich schließlich auch im Osten die letzten Schauer. Danach zeigt sich der Himmel meist gering bewölkt oder klar. Örtlich können sich flache Nebelfelder bilden. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 6 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Donnerstag 23.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag setzt sich der Hochdruckeinfluss weiter durch. Im Norden halten sich zwar häufig noch dichte Wolken, in der Mitte und im Süden scheint dagegen überwiegend die Sonne. Dort wird regional wieder die 30-Grad-Marke überschritten, während es im Norden nur mäßig warm bleibt. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen.

Am Samstag erreicht von Norden eine Kaltfront Deutschland und bringt dort ab den Abendstunden schauerartigen Regen. Gleichzeitig nimmt im Süden ab dem Nachmittag das Gewitterrisiko deutlich zu. Nur in der Landesmitte bleibt es bis zum Abend überwiegend trocken. Mit Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad, im Südwesten örtlich bis 33 Grad, wird der Samstag der wärmste Tag der Woche. Kühler bleibt es lediglich an den Küsten. Am Sonntag dominieren schließlich vielerorts Wolken mit Schauern und Gewittern. Im Süden kann es zeitweise auch länger anhaltend regnen. Überwiegend trocken bleibt es voraussichtlich nur im Nordwesten.

Aussichten vom Freitag, den 24.07.2026 bis Sonntag, den 26.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Was vielerorts weiterhin fehlt, ist flächiger Regen. Trotz einzelner Schauer und Gewitter bleibt die Niederschlagsbilanz in vielen Regionen deutlich zu gering. Solange die großräumige nördliche Strömung bestehen bleibt, ist bis zum Monatsende keine Hitzewelle zu erwarten.

Ein Blick auf die großräumige Wetterentwicklung zeigt jedoch, dass sich die Lage zum Monatswechsel ändern könnte. Im Mittelmeerraum hält sich die außergewöhnliche bis extreme Hitze weiterhin. Sollte die Strömung auf südliche Richtungen drehen, könnte diese sehr warme Luft Deutschland innerhalb kurzer Zeit wieder erreichen. Die Hitze wäre dann rasch zurück.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Nordstroemung-haelt-die-Hitze-auf-Abstand-1.png 914 1282 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-22 16:01:052026-07-24 16:09:53Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

21. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

KI-basierte Vorhersagemodelle sorgten damals für Schlagzeilen wie „GraphCast: Google-KI sagt Wetter besser vorher als aktuelle Modelle“. Im Gegensatz zu klassischen physikalischen Wettermodellen, die den zukünftigen Zustand der Atmosphäre aus Beobachtungen, Datenassimilation und der numerischen Lösung physikalischer Gleichungen berechnen, lernen KI-Modelle atmosphärische Entwicklungen aus großen Mengen historischer Wetterdaten. Mithilfe neuronaler Netzwerke erkennen sie typische Muster und Zusammenhänge, die anschließend für neue Vorhersagen genutzt werden können.

Modelle wie GraphCast oder Pangu-Weather haben erstmals gezeigt, dass neuronale Netze in vielen Bereichen mit klassischen numerischen Wettermodellen konkurrieren können. Damals lautete die zentrale Frage: „Wird Künstliche Intelligenz die Wettervorhersage revolutionieren?” Heute lässt sich diese Frage differenzierter beantworten. KI verändert die Wettervorhersage zwar grundlegend, jedoch nicht durch den Ersatz klassischer Modelle, sondern durch ihre Integration in die gesamte Vorhersagekette. (siehe Thema des Tages vom 19.11.2023)

Inzwischen wurden zahlreiche weitere globale KI-Modelle entwickelt, darunter das AIFS des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), das operationell eingesetzt wird. Ein großer Vorteil von KI-Modellen gegenüber klassischen numerischen Modellen ist ihre hohe Geschwindigkeit. So benötigt die Berechnung einer Vorhersage nur einen Bruchteil der Rechenleistung und kann teilweise sogar auf handelsüblicher Hardware erfolgen.

Eine Herausforderung für die erste Generation von KI-Wettermodellen war die Erstellung leistungsfähiger (siehe Thema des Tages vom 09.06.2020), um die Vorhersageunsicherheit abschätzen zu können. Während klassische Wettermodelle bereits seit Jahrzehnten Ensemblevorhersagen mit vielen leicht unterschiedlichen Modellläufen erzeugen, standen solche Verfahren bei KI-Modellen zunächst weniger im Fokus. Auch hier hat sich mittlerweile viel getan. So können bei KI-basierten Wettermodellen beispielsweise Ensembles erzeugt werden, indem mehrere leicht unterschiedliche Anfangszustände der Atmosphäre in das Modell eingespeist werden. Zusätzlich können stochastische Verfahren oder unterschiedliche Modellvarianten genutzt werden, um die Unsicherheit der Prognose abzubilden. Aus der Streuung der vielen Vorhersagen lässt sich anschließend die Wahrscheinlichkeit verschiedener Wetterentwicklungen ableiten. Die Grundidee entspricht damit der von klassischen Ensembles, allerdings können die einzelnen Vorhersagen deutlich schneller berechnet werden.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) arbeitet mit AICON an einem eigenen KI-basierten Wettermodell, um die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz für die operationelle Wettervorhersage zu nutzen. Dabei stehen insbesondere die Anforderungen europäischer Wetterlagen im Mittelpunkt. AICON soll das bestehende ICON-System nicht ersetzen, sondern es ergänzen. Bereits heute wird es als zusätzliches Werkzeug zur Bewertung der Wetterentwicklung eingesetzt.

Mit einer Auflösung von derzeit etwa 13 km ist ICON jedoch noch zu grob, um kleinräumige Prozesse wie einzelne Gewitter, lokale Starkregenereignisse oder regionale Windsysteme detailliert abzubilden. In der Kurzfristvorhersage bis etwa zwei Tage kommen deshalb hochaufgelöste Regionalmodelle wie ICON-D2 mit einer Gitterweite von rund zwei Kilometern zum Einsatz. Diese können beispielsweise Gewitterzellen explizit berechnen und werden in einem schnellen Aktualisierungszyklus stündlich neu gerechnet.

Eine wichtige zukünftige Herausforderung ist daher die Entwicklung hochaufgelöster KI-basierter Wettermodelle für die konvektive Skala. Von solchen Systemen erwartet man schnellere Vorhersagen mit höherer Detailgenauigkeit und verbesserten Wahrscheinlichkeitsinformationen. Dies ist insbesondere für die Vorhersage von Gewittern, Starkregen und lokalen Windsystemen von Bedeutung.

Doch nicht nur die Wettervorhersage selbst profitiert von KI. Jede Prognose beginnt mit einer Analyse des aktuellen Zustands der Atmosphäre. Diese ist äußerst rechen- und zeitaufwendig, da Milliarden von Beobachtungen verarbeitet werden müssen. KI-Ansätze bieten hier neue Möglichkeiten: Sie ermöglichen eine effizientere Nutzung heterogener Daten, beschleunigen Verarbeitungsprozesse und helfen dabei, Beobachtungsfehler besser zu erkennen.

Schema KI

Einen wichtigen Meilenstein erreichte der DWD mit AI-VAR, einem der weltweit ersten vollständig KI-basierten Verfahren zur Datenassimilation. Dabei werden Beobachtungsdaten mithilfe eines neuronalen Netzes direkt in einen Analysezustand der Atmosphäre überführt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für sogenannte hybride Modelle, bei denen KI-gestützte Analyseverfahren mit physikalischen Wettermodellen kombiniert werden.

Auch im Bereich des Nowcastings, also der kurzfristigen Vorhersage für die kommenden Minuten bis Stunden, findet KI zunehmend Anwendung. Beispiele hierfür sind die Ableitung flächiger Niederschlagsinformationen aus Satelliten- und Radardaten oder die automatische Erkennung der Niederschlagsart – beispielsweise Regen, Schnee oder Hagel – aus Radarbeobachtungen. Durch die Kombination verschiedener Datenquellen kann KI dabei helfen, kurzfristige Wetterentwicklungen noch präziser zu erfassen.

Trotz aller Fortschritte bleibt die Wettervorhersage aufgrund der chaotischen Natur der Atmosphäre begrenzt. KI-Modelle müssen physikalisch konsistent bleiben und können die grundlegende Unsicherheit der atmosphärischen Entwicklung nicht aufheben. KI-Ensemblevorhersagen wirken derzeit noch zu glatt und decken nicht alle Vorhersagemöglichkeiten ab. Zudem lernt KI aus Daten vergangener Wetterlagen. Die Prognose seltener Extremereignisse bereitet nach wie vor Schwierigkeiten. Die Interpretation und Bewertung der Ergebnisse durch Meteorologinnen und Meteorologen ist daher weiterhin ein entscheidender Bestandteil der Vorhersage.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass künstliche Intelligenz die klassische Wettervorhersage nicht ersetzt, sondern ihre Möglichkeiten erweitert. Die Wettermodelle der Zukunft werden die Stärken beider Ansätze vereinen: die physikalische Beschreibung der Atmosphäre und die Fähigkeit der KI, komplexe Muster in großen Datenmengen zu erkennen.

KI wird für Meteorologinnen und Meteorologen damit zu einem immer leistungsfähigeren Werkzeug, das neue Möglichkeiten bei Analyse, Prognose und Warnung eröffnet.

Diplom-Meteorologe Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.07.2026
(c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Zwischen-Physik-und-Kuenstlicher-Intelligenz-–-Wie-KI-die-Wettervorhersage-veraendert.png 1024 1536 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-21 16:37:482026-07-24 16:09:39Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

Spanien – Olé

20. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Spanien ist Fußballweltmeister! Gratulation dazu auch von dieser Stelle. Es ist anzunehmen, dass in den kommenden Tagen zwischen den Pyrenäen und Galicien im Norden sowie Andalusien im Süden noch die eine oder andere Party gefeiert wird, z. B. beim Empfang am Flughafen, wenn die so erfolgreichen spanischen Kicker aus den USA zurückkommen.

Wenn gefeiert wird, dann schwingt immer die Hoffnung mit, das Wetter möge doch bitte mitspielen. Meist ist damit gemeint, dass es trocken bleiben soll. Und für Spanien und die SpanierInnen sieht es diesbezüglich ziemlich gut aus.

Die Abbildung 1 zeigt auf der linken Seite das Geopotential (Linien) und damit salopp gesagt die Druckverteilung in 500 hPa (entspricht etwa 5,5 km Höhe). Darüber hinaus wird die tiefe Bewölkung dargestellt, beides nach dem DWD-Modell ICON für den morgigen Dienstag um 12 UTC (14 MESZ). Es zeigen sich nur recht kleine Gebiete mit nennenswerter tiefer Bewölkung, beispielsweise von der Region Valencia bis zu den Balearen oder auch an den nordwestlichen Küstenabschnitten. Ansonsten fehlen über Spanien die tiefen Wolken und die durchaus vorhandenen mittelhohen und hohen Wolken trüben den Wettercharakter kaum. Einen Faktor für das sonnige Wetter findet man im Geopotential. Zwar dreht sich westlich der Iberischen Halbinsel ein Höhentief, aber über dem Norden Algeriens ist ein Höhenhoch auszumachen, und von dort erstreckt sich ein Höhenrücken, sozusagen eine Geopotentialbeule, über Spanien hinweg bis zur Biskaya. Im Bereich dieses Höhenrückens kommt es zu Absinken und Wolkenauflösung, was den tiefen Wolken den Garaus macht.

Wetterinformationen Spanien für den morgigen Dienstag; links: Geopotential 500 hPa (Linien) und tiefe Bewölkung (Flächen), rechts: Temperaturmaxima (Zahlen) und 12-stündiger Niederschlag (Flächen)

Damit bleibt es am Dienstag auch weitgehend trocken, sieht man einmal von leichten Hinweisen des Modells auf Niederschläge an den Pyrenäen und unweit des Mittelmeeres ab (Abbildung 1, rechts). Dabei gilt, dass lokal in Schauern und Gewittern durchaus mehr fallen kann als die hier in der Spitze vorhergesagten 5 mm (l/qm) in den Pyrenäen. Abgesehen von diesen nicht gänzlich ausgeschlossenen punktuellen Niederschlagsspitzen müssen die feierfreudigen SpanierInnen vor allem auf die Temperaturen aufpassen. Im Süden sollen die Höchstwerte auf bis zu 43°C ansteigen, verbreitet werden es 35 bis 40°C. Lediglich der Norden präsentiert sich kühler.

Akkumulierter Niederschlag bis in die Nacht zum Samstag (02:00 MESZ) rund ums Mittelmeer. Basis: ICON-EU Lauf 20.07.2026, 00 UTC

Wer sich die Niederschlagsakkumulation über die Woche hinweg bis in die Nacht zum Samstag anschaut (Abbildung 2) der erkennt, dass Spanien auch im weiteren Wochenverlauf nicht übermäßig auf Regenschutz achten muss. Lediglich im Nordwesten macht sich das o. e. Höhentief mit etwas Regen bemerkbar. Anders dagegen die Situation von Italien bis weit in die Türkei hinein. In Italien, wo inzwischen die Tränen über die erfolglose Qualifikation zur Fußball-WM getrocknet sein dürften (dabei gilt: Wer sich gar nicht erst qualifiziert, der erspart sich natürlich die mögliche Blamage eines frühen Ausscheidens), zeigen sich die kommenden Tage wechselhaft und immer mal wieder regnerisch. Nochmal deutlich mehr Niederschlag als in Italien soll sich vom Balkan und der Ägäis bis zur Ukraine akkumulieren. Die dort erwarteten lokalen Spitzen von 100 mm liegen etwa dreimal so hoch wie die Regenmaxima in Italien.

Animation der Gewitterzellen des heutigen Vormittages über Norditalien und der nördlichen Adria

Das sind natürlich Informationen, die auch für Urlauber vor Ort nicht uninteressant sind. Je nach Tagesplanung lohnt sich also ein Blick in die Wetter-App – und eventuell lohnt es sich auch, die Tagesplanung anzupassen. Denn wie kräftig die Gewitterentwicklungen mitunter sein können, das konnte man schon heute Vormittag über Norditalien und der nördlichen Adria beobachten. Die beigefügte Animation fasst 8,5 Stunden der Gewitterentwicklung zusammen. Die kräftigen Zellen bildeten sich in den italienischen Alpen und in der Poebene und verlagerten sich nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina. In der Animation ploppt auch kurz eine Zahl auf. Es ist die der beobachteten Regenmengen in Brescia – 21 mm wurden dort gemessen.

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Spanien-Ole-1.png 561 928 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-20 13:29:372026-07-24 15:37:08Spanien – Olé

Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

19. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Wetterlage hat sich an diesem Wochenende grundlegend umgestellt. Nachdem in den ersten Juliwochen insbesondere in der Südwesthälfte öfters Hochdruckeinfluss herrschte und die kräftige Julisonne die Höchstwerte über die 30-Grad-Marke trieb, bleibt ganz Deutschland nun von einer weiteren Hitzewelle verschont. Verantwortlich dafür ist zum einen das Hoch MORITZ mit Schwerpunkt über dem Nordostatlantik und zum anderen Tief CERRY mit mehreren Tiefdruckkernen über dem östlichen Skandinavien. Gemeinsam sorgen diese beiden Druckgebilde dafür, dass verhältnismäßig kühle Luft aus nordwestlicher Richtung nach Deutschland einfließen kann.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Montag, den 20.07.2026 um 12 UTC

An dieser Grundkonstellation mit hohem Luftdruck westlich von Deutschland und tiefem Luftdruck nördlich und östlich des Landes wird sich auch mindestens bis zum nächsten Wochenende nichts ändern. Bei den Temperaturen ergibt sich dabei ein deutliches Nordost-Südwestgefälle. Während in der Südwesthälfte zumindest regional Sommertage mit Höchstwerten über 25 Grad auf der Agenda stehen, bewegen sich die Höchstwerte in der Nordosthälfte meist zwischen 19 und 23 Grad. An den Küsten bleibt es bei auflandigem Wind noch frischer, sodass dort mitunter ein eher frühherbstlicher Wettercharakter herrscht. Ein teils strammer Nordwestwind tut sein Übriges dafür.

Temperaturkarten mit den Höchstwerten von Sonntag, den 19.07.2026 bis Mittwoch, den 22.07.2026

Bisher war der Juli deutlich wärmer als das vieljährige Mittel. Derzeit (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) liegt die Mitteltemperatur bei 20,1 °C (ausgenommen Bergstationen oberhalb von 920 m NHN). Der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,9 °C) wird damit derzeit um 3,2 Grad überschritten. Auch im Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) fällt der Temperaturüberschuss mit 1,8 Grad noch deutlich aus. Von einem rekordwarmen Juli ist man mit diesem Wert aber weit entfernt, denn im Jahr 2006 wurde in Verbindung mit dem Sommermärchen, von dem wir Deutschen fußballerisch derzeit meilenweit entfernt sind, ein Temperaturmittel von 22,0 °C registriert. Mit dem derzeitigen Wert würde zum Monatsende ein sechster Platz zu Buche stehen, aber die Prognosen deuten an, dass sich der Wert der Monatsmitteltemperatur noch um etwa ein Grad verringert.

Am meisten Heiße Tage mit einem Höchstwert von über 30 °C gab es entlang des Oberrheins (12 bis 15 Tage), während im Norden die 30-Grad-Marke nur ganz vereinzelt geknackt wurde. Spitzenreiter ist Rheinfelden (Baden-Württemberg) mit 15 Heißen Tagen. Auch das bisherige Deutschlandmaximum wurde mit 36,6 °C am 11.7. in Rheinfelden gemessen. Gegenüber dem Juni waren Tropennächte (Tiefstwert nicht unter 20 °C) im bisherigen Juli eher Mangelware. Nur von der Pfalz bis zum Rhein-Main-Gebiet wurden ein bis drei, an der Station Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) sechs Tropennächte registriert. In der nachfolgenden Tabelle (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) sind einige Stationen mit der Anzahl an Heißen Tagen, Sommertagen (Maxima mindestens 25 °C) und Tropennächten aufgelistet.

Station Heiße Tage Sommertage Tropennächte
Rheinstetten (BW) 12 18 1
Stuttgart-Schnarrenberg (BW) 7 18 3
Frankfurt-Flughafen (HE) 10 18 5
Düsseldorf (NRW) 5 14 0
München-Stadt (BY) 3 16 0
Dresden-Klotzsche (SN) 0 11 1
Hannover (NI) 0 9 0
Hamburg-Fuhlsbüttel (HH) 0 8 0
Berlin-Tempelhof (BE) 3 12 0
Rostock-Warnemünde (MW) 0 3 0

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

18. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die erste Hälfte des meteorologischen Sommers 2026 ist Geschichte. Nicht nur die Hitze, sondern auch die bisherige Niederschlagsbilanz sind eine Betrachtung wert. Mehrere – besonders im Südwesten des Landes ausgeprägte – Hitzewellen und teils schwere Gewitter zeichneten das Bild des bisherigen Sommers. Überregionale Niederschlagsereignisse waren die Ausnahme. Ein Blick auf die Karte des bisherigen Niederschlags seit dem 1. Juni (Abb. 1) zeigt die Regionen, in denen bisher kaum Regen fiel. Dies sind vor allem Gebiete im Südwesten und Osten des Landes. Gebietsweise fielen dort erst 30 bis 50 mm. Besonders nasse Regionen waren der Alpenrand und dessen Vorland mit örtlich mehr als 250 mm sowie die Gebiete nahe der Nordsee und im Dreiländereck Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit gebietsweise nahe 200 mm. Grundsätzlich fallen auf kleinem Raum teils große Unterschiede in der Bilanz auf. Diese sind auf kleinräumige, aber kräftige Schauer und Gewitter zurückzuführen. So fielen zum Beispiel in Bleckede-Walmsburg im Wendland gestern Abend fast 70 mm in zwei Stunden, an Nachbarstationen dagegen nicht mal 10 mm.

Abb. 1.: Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Um den gefallenen Niederschlag in ein klimatologisches Bild zu rücken, ist es sinnvoll, den gefallenen Niederschlag mit dem Niederschlag im langjährigen Mittel zu vergleichen. Dazu zeigt Abb. 2 die relative Niederschlagssumme in Prozent zum langjährigen Mittel. 100 % bedeuten dabei, dass im betrachteten Zeitraum genauso viel Niederschlag gefallen ist wie im Klimamittel. Auch auf dieser Karte fallen große Regionen des Ostens und Südwestens als deutlich trockener als üblich auf. Die 30 bis 50 mm entsprechen etwa 20 bis 50 % der üblichen Menge. Besonders nass zeigen sich neben lokalen Maxima im Süden vor allem Teile des Nordwestens und Nordens. Auffällig ist der Süden Bayerns: Absolut noch die nasseste Region Deutschlands ist es dort im Vergleich zum Mittel dennoch zu trocken gewesen. Es wurden nur 50 bis 90 Prozent des Solls erreicht.

Abb. 2.: Relative Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026 am Klimamittel für diesen Zeitraum. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Neben den Auswirkungen auf die Vegetation und damit auch die Landwirtschaft zeigt sich die Trockenheit in den großen Flüssen des Landes. Entlang des gesamten Rheins auf deutscher Seite gab es noch nie so niedrige Abflüsse im Juli seit 1900. Abseits des Hochrheins liegen die Pegel um mehr als 10 Prozent unter dem vorherigen Rekord. Auch an der Donau liegen die neuen Rekorde oft mehr als 10 Prozent unterhalb der bisherigen Julirekorde. Die Auswirkungen auf die Schifffahrt sind immens. Verantwortlich für die Rekordpegel sind nicht nur die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen. Auch der Frühling war bereits verbreitet deutlich trockener als üblich und in Bayern der trockenste seit Aufzeichnungsbeginn vor mehr als 140 Jahren. Die hohen Temperaturen sorgten zudem für eine sehr hohe Verdunstung, ein großer Teil des Niederschlags erreichte also gar nicht erst die Flüsse. Ein weiterer Faktor für Donau und Rhein ist die Schneedecke in den Nordalpen, die im Frühling und Sommer schmilzt und die entwässernden Flüsse speist. Auch hier waren die Vorzeichen ungünstig: Der zweittrockenste Winter seit 1991 in den Nordalpen und ein trockener und warmer Frühling sorgten frühzeitig für ein Schmelzen des Schnees. Auch diese Wasserquelle ist somit weitgehend versiegt.

Abb. 3.: Modellprognose des Niederschlags vom 18. bis 25.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Für ein Ende der Trockenheit bräuchte es großflächige und länger anhaltende Niederschläge. Diese Niederschläge sind allerdings nicht in Sicht. Abb. 3 zeigt die simulierten Niederschläge der kommenden sieben Tage bis zum Samstag, den 25.07.2026. Sowohl das Modell des Deutschen Wetterdienstes ICON als auch das Modell des Europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage EZMW zeigen in der Fläche keine großen Niederschläge. Am meisten Regen soll demnach am Alpenrand sowie an Nord- und Ostsee fallen. In weiten Bereichen sollen weniger als 20, häufig sogar nicht mal 10 mm fallen. Dies deckt nicht einmal die Verdunstung in diesem Zeitraum. Die Pegelstände der Flüsse werden demnach weiter auf sehr niedrigen Werten verharren.

M.Sc. Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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