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Von laut bis leise: Der Donner

18. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Es ist dunkel, es flackert kurz und wenige Sekunden später wird man spätestens vom lauten Schlag aus dem Bett geworfen. So könnte es sich in den letzten Tagen durchaus mancherorts zugetragen haben, wenn Gewitter nachts über Deutschland hinwegzogen und dabei einen natürlichen Wecker darstellten, der leider nicht immer zur gewünschten Zeit losging. Weniger vom Blitz, aber vielmehr vom Donner wird man des nachts nämlich häufiger geweckt, wenn sich die Energie der Luftmasse am Himmel entlädt. Aber natürlich sind die Donnerschläge tagsüber genauso einprägsam oder angsteinflößend.

Doch was geschieht bei einem Donner eigentlich? Nun, vereinfacht gesagt ist der Donner das Ergebnis eines physikalischen Prozesses. Bei einer Blitzentladung wird die Luft im Blitzkanal binnen Sekundenbruchteilen auf Temperaturen von über 30.000 Grad Celsius erhitzt, in Ausnahmefällen sind sogar über 50.000 Grad möglich. Zum Vergleich, unsere Sonne besitzt in ihrer leuchtenden Schicht „nur“ eine Oberflächentemperatur von etwa 5.500 bis 6.000 Grad Celsius.

Aufgrund dieses enormen Temperatursprunges ist die Luft gezwungen, sich in ebenso kurzer Zeit rasant auszudehnen, was eigentlich kaum möglich ist. Es entsteht hierdurch ein kurzzeitig unglaublich hoher Druck. Damit läuft vom Blitz in der Folge eine Schockwelle in alle Richtungen weg, die sich zunächst sogar mit Überschallgeschwindigkeit entfernt, bevor sie sich als Druckwelle mit „normaler“ Schallgeschwindigkeit von etwa 343 m/s fortbewegt.

Je weiter sich diese Druckwelle, die als akustische Welle (Donner) für uns Menschen hörbar ist, vom Blitz bzw. dem Gewitter entfernt, umso leiser wird sie mit der zunehmenden Entfernung, da die Druckwelle rasch an Stärke verliert. Nun wird aus einem eigentlichen Knall ein längeres Grollen, was damit zusammenhängt, dass die Schwallwellen bei einem nahen Blitz mit senkrechter Neigung nahezu gleichzeitig, bei einem entfernten Blitz (und im „besten“ Fall mit Neigung) jedoch versetzt beim Beobachter ankommen. Damit zieht sich der Donner in die Länge. Stark gegliederte Orographie kann diesen Prozess durch Schallreflexionen noch verstärken, sodass ein typisches „Rumpeln“ entsteht.

Zu sehen ist eine Blitzentladung. Der dabei entstehende Donner ist das Ergebnis eines physikalischen Prozesses, bei dem Luft schlagartig erhitzt wird und sich ausdehnen muss.

Der Zeitpunkt des eintretenden Donners ist übrigens gut geeignet, um die Entfernung zum Gewitter abzuschätzen, wenn man den dazugehörigen Blitz beobachten konnte. Wie wir wissen, breitet sich der Schall mit rund 343 m/s in alle Richtungen aus. Zählt man nun die Sekunden, die zwischen dem Blitz und dem ersten Hören des Donners liegen und teilt diese durch drei, bekommt man eine gute Größenordnung der Entfernung in Kilometern heraus. Zum Beispiel liegen zwischen Blitz und Donner 9 Sekunden, dann ist das Gewitter (oder besser der Blitz) rund 3 km entfernt. Man muss dabei jedoch beachten, dass Blitze teils weit entfernt vom Niederschlag außerhalb der Gewitterwolke einschlagen können, weshalb 3 km recht nah und gefährlich wären. Übrigens sind Donner für uns Menschen nur ca. 20 bis 25 km (selten mehr) entfernt hörbar, was unter anderem an der Absorption der Schallwellen und störenden Umweltgeräuschen liegt.

Zu guter Letzt soll noch die Frage beantwortet werden, wie laut ein Donner eigentlich ist. Da die Lautstärke mit zunehmender Entfernung immer weiter abnimmt, ist eine genaue Festlegung gar nicht möglich. Nach oben hin gibt es in der Fachliteratur aber durchaus Richtwerte, welche bei etwa 130 Dezibel liegen, was für einen sehr nahen Blitz mit einem Donnerschlag, besser -knall, gilt. Dies wäre ungefähr mit einem Düsenjet während der Startphase vergleichbar.

M.Sc Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Von-laut-bis-leise-scaled.jpg 1707 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-18 15:24:442026-08-24 10:57:24Von laut bis leise: Der Donner

Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

17. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Große Hitze und kaum Niederschlag – so gestaltete sich das Wetter vor allem im Südwesten des Landes in den vergangenen Wochen häufig. Dabei gab es in weiten Teilen des Südwestens ein großes Niederschlagsdefizit. So verzeichneten insgesamt 279 Wetterstationen im Land im Juli neue Monatsminima. Darunter auch die Station in Offenbach am Main. Und auch der August startete größtenteils sehr trocken.

Am vergangenen Wochenende und zu Wochenbeginn stellte sich die Wetterlage allerdings grundlegend um. Ein kräftiger Höhenrücken über dem östlichen Atlantik breitet sich nach Norden aus. Gleichzeitig gerät Mitteleuropa unter den Einfluss eines Troges. Damit erfassen uns von Nordwesten her immer wieder Frontensysteme, die gebietsweise für Niederschläge sorgen.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der Feuchte für Montag, den 17.08.2026. Ein Trog befindet sich über Mitteleuropa. Dabei wird feuchtere Luft herangeführt.

Am heutigen Montag treten im äußersten Süden in der dort noch verbliebenen warmen und feuchten Luftmasse vermehrt Schauer und teils kräftige Gewitter mit Starkregen auf. Örtlich kann es dabei auch zu heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen um 40 l/qm innerhalb weniger Stunden kommen. Aufgrund der trockenen Vorgeschichte und der niedrigen Pegelstände der Flüsse ist jedoch nicht mit signifikanten Auswirkungen zu rechnen.

Auch im äußersten Osten, vom Osterzgebirge bis in die Lausitz, bleiben noch Reste der feuchtwarmen Luftmasse erhalten. Dort kommt es bis in den Nachmittag hinein zu kräftigen Schauern und Gewittern. Ansonsten treten aber in der eingeflossenen mäßig warmen Luftmasse nur regional schauerartige Niederschläge auf. Nach Westen und Südwesten setzt sich im Tagesverlauf größtenteils wieder trockenes Wetter durch.

Am Dienstag kommen in Verbindung mit einem neuen Tiefdruckgebiet über der Nordsee von Nordwesten her neue Niederschläge auf. Größere Niederschlagsmengen werden dabei voraussichtlich aber zunächst nicht erreicht. Meist fallen lediglich 2 bis 10 l/qm, im Südosten und im Bereich der zentralen Mittelgebirge regional auch bis 20 l/qm erreicht. Im äußersten Südwesten bleibt es niederschlagsfrei.

Dies ändert sich jedoch ab der Wochenmitte. Dann amplifiziert sich ein Trog über Westeuropa. Damit werden vorübergehend wärmere und feuchte Luftmassen in den Süden geführt. Gleichzeitig bleibt die Nordhälfte im Einflussbereich erwärmter Polarluft. Damit kommt die Kaltfront eines Tiefs über Südskandinavien kaum noch nach Süden voran. Entlang dieser wellenden Front sind am Mittwoch und Donnerstag kräftige Niederschläge möglich. Zudem können sich südlich der Front in der warmen Subtropikluft kräftige Schauer und Gewitter ausbilden.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der pseudopotentiellen Temperatur für Mittwoch, den 19.08.2026 um 18 UTC. Vorderseitig eines Troges über Westeuropa wird warme und feuchte Luft herangeführt. Es bildet sich eine Luftmassengrenze aus.

Bezüglich der Verlagerung der Front gibt es noch einige Unsicherheiten in den Wettermodellen. Damit existieren auch noch einige Fragezeichen hinsichtlich der genauen Schwerpunkte der Niederschläge. Voraussichtlich werden die höchsten Mengen in der südlichen Mitte erwartet. Dort sind in einem Streifen von West nach Ost innerhalb von 12 Stunden durchaus 20 bis 30 l/qm zu erwarten, stellenweise auch noch etwas mehr.

In der Nordhälfte fallen die Niederschlagsmengen bis Freitagfrüh in der Fläche deutlich geringer aus. Lediglich an den Küsten und im küstennahen Binnenland sind durch den Einfluss der warmen See höhere Mengen zu erwarten.

Auch zum Wochenende hin bleibt uns das wechselhafte und teils auch recht niederschlagsreiche Wetter erhalten. Im Verlauf des Freitags könnte ein Bodentief entlang der Luftmassengrenze in einem Streifen vom Süden bis in den Nordosten neue kräftige Niederschläge auslösen. Allerdings gibt es hierzu noch große Unsicherheiten.

Insgesamt werden in dieser Woche voraussichtlich am Alpenrand, in den Mittelgebirgen, sowie an der Nordseeküste die größten Niederschlagssummen erwartet. Dort sind stellenweise über 50 l/qm möglich. Aber auch in den übrigen Landesteilen sind häufig 10 bis 30 l/qm wahrscheinlich.

Die prognostizierten, akkumulierten Niederschläge bis einschließlich Freitag, den 21.08.2026. Am meisten Niederschlag fällt voraussichtlich am Alpenrand und entlang der Nordsee.

Die aufkommenden Niederschläge dürften somit in weiten Teilen des Landes zumindest für eine Linderung der Trockenheit sorgen.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Erwartet-uns-nun-der-langersehnte-1.png 544 1106 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-17 14:25:212026-08-18 11:44:26Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

Sind Sie auf dem aktuellen Stand?

16. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Der diesjährige Sommer geht in die Geschichtsbücher ein. Er ist bereits jetzt von zahlreichen Rekorden geprägt und eventuell kommen sogar noch weitere Rekorde hinzu. Im folgenden Quiz wollen wir Ihrem Kenntnisstand mal auf den Zahn fühlen und Sie können sich auch selbst testen, wie aufmerksam Sie unsere Themen des Tages und Pressemitteilungen gelesen haben bzw. wie vertraut Sie mit der Synoptik und unserem Wetterlexikon sind. Natürlich können Sie gewisse Hilfsmittel verwenden, aber viel mehr Spaß macht das Quiz doch dann, wenn die grauen Zellen aktiviert werden. Am Ende ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben ein Lösungswort, das im bisherigen Sommer immer wieder eine tragende Rolle gespielt hat.

Frage 1:

Wo wurde in diesem Sommer der deutschlandweite Allzeittemperaturrekord gemessen?

  1. H) Möckern-Drewitz (Sachsen Anhalt)
    R) Neißemünde-Coschen (Brandenburg)
    S) Kitzingen (Bayern)

Frage 2:

Wie warm war es beim derzeit deutschlandweit offiziell gültigen Allzeitrekord?

  1. e) 41,7 °C
    i) 41,8 °C
    o) 42,2 °C

Frage 3:

Wie ist eine Tropennacht definiert?

  1. t) Tiefstwert nicht unter 20,0 °C
    g) Tiefstwert nicht unter 19,0 °C
    m) Tiefstwert über 25,0 °C

Frage 4):

Ab wann spricht man von einem Sehr Heißen Tag?

  1. m) Maxima über 30 °C
    z) Maxima über 35 °C
    e) Maxima über 40 °C

Frage 5):

ppw ist ein in der Meteorologie verwendetes Maß für

  1. e) den Wasserdampfgehalt in der Luft
    n) den Luftdruck
    s) die Labilität

Frage 6):

Der wärmste Ort im Juli bezogen auf die durchschnittliche Temperatur war

  1. c) Freiburg (Baden-Württemberg)
    i) Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg)
    w) Rheinfelden (Baden-Württemberg)

Frage 7):

In Hessen war es im Juli noch nie zuvor in der Messhistorie

  1. h) so warm
    e) so trocken
    r) so sonnenscheinreich

Frage 8):

Eine Fallböe ist charakterisiert durch

  1. i) einen stark rotierenden Luftwirbel mit nahezu vertikaler Drehachse
    l) einen sehr starken Abwind und eine fächerförmige Ausbreitung der Luft am Boden
    m) sehr starke Aufwinde

Frage 9):

In welchem Bundesland war es bezogen auf die Mitteltemperatur im Juli am wärmsten?
t) Baden-Württemberg
m) Rheinland-Pfalz
l) Saarland

Frage 10):

Welche dieser Aussagen stimmt?
h) Tornados sind immer stärker als Windhosen
e) Tornados und Windhosen sind dasselbe
g) bei einem Tornado erreicht die Windgeschwindigkeit immer mindestens 150 km/h

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-16 17:12:422026-08-18 11:44:23Sind Sie auf dem aktuellen Stand?

Waldbrandwetter

15. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Temperaturen der aktuellen Hitzewelle von bis zu 39 Grad (14.08.2026 in Rheinfelden) finden derzeit kaum noch Beachtung. Dabei waren die gestrigen Höchstwerte gebietsweise höher als die Rekorde vor diesem Sommer. Bleiben wir beim Beispiel Rheinfelden im Südwesten von Baden-Württemberg. Die 39,0 Grad vom gestrigen Freitag wären dort ein neuer Allzeitrekord gewesen, wären da nicht die 40,0 Grad vom 30.07. dieses Jahres. Anders als bei den vorherigen Hitzewellen stehen diesmal die Waldbrände im Fokus, die in Deutschland und weiteren Ländern Europas (z. B. in Belgien, Österreich und Großbritannien) ausgebrochen sind.

Grundlage für die gefährliche Situation ist die sehr trockene und heiße Witterung der letzten Monate. Der fehlende Niederschlag und die hohe Verdunstung haben zu ausgetrockneten Böden und teils vertrockneter Vegetation geführt. Die extreme Vorgeschichte lässt sich an den großen Flüssen Deutschlands ablesen. Rekordniedrige Abflüsse für diese Jahreszeit und zum Teil auch Allzeitrekorde bezeugen eindrücklich die hydrologische Ausnahmesituation.

Relative Niederschlagssumme des bisherigen Sommers im Vergleich zum Klimamittel für denselben Zeitraum. (Quelle: DWD)

Kurzfristig kamen weitere förderliche meteorologische Bedingungen für potenziell sehr gefährliche Waldbrände hinzu. Im angloamerikanischen Raum, wo Waldbrände ein häufigeres Phänomen darstellen, gibt es hierfür die einprägsame 30-30-30-Regel. Sie bezieht sich auf drei meteorologische Parameter und besagt, dass besonders gefährliches „Waldbrandwetter“ herrscht, wenn Folgendes gilt: Lufttemperatur über 30 Grad, relative Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent und eine mittlere Windgeschwindigkeit von über 30 km/h. Die hohen Lufttemperaturen gepaart mit der Sonneneinstrahlung sorgen für eine hohe Temperatur der Vegetation, die niedrige Luftfeuchtigkeit „saugt“ die verbliebene Feuchtigkeit besonders effektiv aus Boden, Pflanzen und ihren Blättern. Der Wind führt die verdunstete Feuchtigkeit rasch ab und führt einem bereits bestehenden Brand besonders gut Sauerstoff zu. Zusätzlich wird Glut verfrachtet und kann neue Brände entfachen.

Seit Donnerstag werden die ersten beiden Bedingungen in den Nachmittagsstunden in Deutschland verbreitet erreicht. Bei Temperaturen um 36 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit von gebietsweise um 15 Prozent. Der Wind erreichte zwar im Mittel nicht 30 km/h, die Böen lagen jedoch gebietsweise über 30 km/h und in der Praxis hat sich gezeigt, dass bereits wiederholte Böen in dieser Stärke für eine deutliche Verschärfung von Waldbränden sorgen.

Temperatur, rel. Luftfeuchtigkeit und Windböen am 14.08.2026 um 17 Uhr MESZ. (Quelle: DWD)

Besonders große Waldbrände gibt es seit gestern in der Eifel und im Hohen Venn in Belgien. Der Rauch dieser Brände war heute auch auf den Satellitenbildern deutlich sichtbar. Die Rauchfahne zog sich von der Eifel in einem Bogen über Hessen und Thüringen bis in den Norden Sachsen-Anhalts.

Satellitenbilder vom frühen Vormittag des 15.08.2026. Links: Wolkentyp eingefärbt mit RGB-Farben, rechts: Echtfarben-Bild. (Quelle: DWD)

Nach dem heutigen Tag entspannen sich die meteorologischen Bedingungen für gefährliche Waldbrände etwas. Es wird kühler und die Luftfeuchtigkeit nimmt deutlich zu. Es gibt zwar auch Niederschläge, doch fallen diese wahrscheinlich nur lokal ergiebig aus. Eine Ausnahme könnte der Süden und Südosten Bayerns sein, wo ab der Nacht zum Montag länger anhaltende Niederschläge wahrscheinlich sind.

M.Sc Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Waldbrandwetter-1.png 2489 2030 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-15 16:21:492026-08-17 12:37:00Waldbrandwetter

Von Labilität und Feuchte

13. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In vorausgegangenen Themen des Tages vom 01. und 15.07. wurden bereits wichtige Faktoren (CAPE und Scherung) für die Gewittervorhersage betrachtet. Heute wird diese Liste durch die Feuchte und die Labilität ergänzt.

Beim Begriff der „Feuchte“ denkt der kosmetisch umtriebige Leser vielleicht intuitiv an Feuchtigkeitscremes oder -sprays. Eventuell verbindet damit manch anderer zu seinem Leidwesen Wasserrohrbrüche und die damit einhergehende Bekämpfung der Feuchtigkeit in Wänden. Eine ähnlich an den Haaren herbeigezogene Einleitung hinsichtlich des Begriffes der Labilität aus dem Alltag ist dem Verfasser leider nicht gelungen, daher gehen wir nun schnell zum meteorologischen Teil über.

Beginnen wir mit der Feuchte. Diese bezieht sich auf den Wasserdampfgehalt der Luft. Insbesondere das Maß „PPW“ (potential precipitable water, deutsch: niederschlagbares Wasser) spielt eine bedeutende Rolle zur Einschätzung der Gewitterstärke. Betrachten wir eine ein Quadratmeter große Fläche, so gibt der PPW-Wert an, wie viel Wasser sich in der gesamten darüberliegenden Luftsäule befindet. Die übliche Einheit ist Kilogramm (oder Liter) pro m², also Masse des Wassers, die über einer bestimmten Fläche am Boden vorhanden ist. Diese Zahl beschreibt das theoretische Maximum an Regen, der aus dieser Luftsäule herausgequetscht werden kann. Nun wäre es natürlich verlockend den Schluss zu ziehen, dass das eins-zu-eins auch dem Starkregenpotential eines Gewitters entspricht. Doch leider ist es nicht ganz so einfach. Hierbei muss nämlich zum Beispiel noch in Betracht gezogen werden, dass Gewitter eine gewisse Zuggeschwindigkeit haben. Ziehen sie also schnell, ist es kaum vorstellbar, dass das gesamte Wasser an einem Ort herunterkommt. Kommt dagegen eine Gewitterzelle nur langsam voran, ist das Potential deutlich größer. Wenn man nun noch in Betracht zieht, dass mehrere Gewitterzellen über einen Ort ziehen können oder eine Zelle lange über derselben Stelle überlebt und dabei immer frischen „Nachschub“ von feuchter Luft bekommt, ist der Schluss klar, dass das PPW lediglich ein Richtwert für die Einschätzung sein kann.

Kommen wir nun zum zweiten Begriff. In der Meteorologie versteht man unter der Labilität die Neigung der atmosphärischen Schichtung, aufsteigende Luftbewegungen (Konvektion) zuzulassen oder zu unterdrücken. Um dies zu verdeutlichen betrachten wir ein aufsteigendes Luftpaket. Durch das Aufsteigen dehnt es sich aus und kühlt dabei ab. Ist es trocken (genauer: nicht gesättigt) so liegt die Abkühlungsrate bei etwa 1 Kelvin pro 100 Metern. Falls Sättigung schon eingesetzt hat (also zum Beispiel in einer Wolke) liegt die Rate bei etwa 0,65 Kelvin pro 100 Metern. In letzterem Fall wirkt dem Abkühlungsprozess entgegen, dass Energie bei der Kondensation von Wasser frei wird. Diese charakteristischen Abkühlungsraten werden auch trockenadiabatischer beziehungsweise feuchtadiabatischer Temperaturgradient genannt. Sie ergeben sich aus dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik und einigen Annahmen bzw. Vereinfachungen.

Skizze der unterschiedlichen Möglichkeiten der Stabilität in Bezug auf die vertikale Temperaturänderung.

Mit diesem Hintergrundwissen können wir uns nun überlegen, wie die Atmosphäre geschichtet sein muss, damit sie stabil bzw. instabil ist. In der Skizze befindet sich auf der x-Achse die Temperatur und auf der y-Achse die Höhe. Die gleichmäßigen Linien von rechts unten nach links oben stellen die Adiabaten dar. Die durchgezogene Linie mit den unterschiedlichen Neigungen zeigt die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich die Temperatur der umgebenden Atmosphäre ändern kann. Beginnen wir also von ganz unten. Luft vom Boden hat eine bestimmte Temperatur und ändert seine Temperatur so, dass sie der Adiabate folgt. Die Umgebungstemperatur befindet sich jedoch „links“ davon. Das heißt, die aufsteigende Luft ist im Vergleich zur Umgebungsluft wärmer und wird dadurch weiter zum Aufsteigen animiert. Das Gegenteil ist der Fall im darüberliegenden Abschnitt. Dort bleibt die Umgebungsluft mit der Höhe gleich warm. Die aufsteigende Luft kühlt sich trotzdem ab und wird somit zum Absinken gezwungen. Die oberen zwei Abschnitte zeigen ebenfalls zwei stabile Zustände. Der indifferente Fall ist ein Spezialfall, denn hier nimmt die Umgebungstemperatur genauso schnell mit der Höhe ab wie beim Aufsteigen. Das bedeutet, dass es keine Tendenz zum weiteren Aufsteigen, aber auch nicht zum erneuten Absinken gibt.

Die Gewitterprognose hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Fehlt die Labilität, so wird die Konvektion von der Atmosphäre gehemmt. Fehlt die Feuchte oder CAPE, so fehlt die Energie für das Gewitter. Fehlt die Scherung, so fallen sich entwickelnde Gewitter schnell wieder in sich zusammen. Erst wenn alles zusammenpasst, können daraus mächtige Systeme entstehen und beeindruckende Formen annehmen. Und ist das etwa nicht faszinierend?

M.Sc.(Meteorologe) Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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Höhepunkt der Perseiden

12. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Neben der partiellen Sonnenfinsternis, die am heutigen Mittwochabend kurz nach 20 Uhr (MESZ) über Deutschland ihr Maximum erreicht (siehe Thema des Tages vom Vortag), gibt es in der kommenden Nacht gleich das nächste Himmelsspektakel zu bestaunen – das Maximum der diesjährigen Perseiden. Obwohl die Bedingungen in diesem Jahr besonders gut sind, fristen die Perseiden medial gegenüber der allgegenwärtigen Sonnenfinsternis fast ein Schattendasein. Im heutigen Thema des Tages erklären wir ein paar Hintergründe zu den Perseiden und geben eine Prognose zu den Beobachtungsbedingungen.

Bei den Perseiden (volkstümlich auch Laurentiustränen genannt) handelt es sich um den bekanntesten jährlich wiederkehrenden Meteorregen, der in der Zeit vom 17. Juli bis zum 24. August am Himmel zu beobachten ist. In der Nacht zum 13. August schickt er ein deutliches Maximum an Sternschnuppen zu uns. Noch mehr Sternschnuppen erzeugen allerdings die Geminiden und die Quadrantiden im Dezember und Januar, die aber aufgrund der kalten Jahreszeit nicht so viele Menschen zum Beobachten nach draußen locken.

Ihren Namen verdanken die Perseiden dem Sternbild Perseus. Die Sternschnuppen scheinen diesem Sternbild zu entspringen, da sie sich vom Perseus im Zentrum strahlenförmig nach außen bewegen. In Wirklichkeit finden die Sternschnuppen aber ihren Ursprung in der unmittelbaren Erdumgebung. Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt die Erde jedes Jahr im Sommer eine Teilchenwolke, die der Komet 109R/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne zurückließ. Dabei handelt es sich um winzigen kosmischen Staub, dessen Teilchen nur eine Größe von wenigen Millimetern besitzen. Diese treffen mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometern pro Sekunde (entspricht ca. 216.000 km/h) auf die Erde und dringen in die Erdatmosphäre ein. In einer Höhe von 60 bis 80 Kilometern bringen sie so die Luftmoleküle zum Leuchten, was man am Boden als Sternschnuppe beobachten kann. Es leuchten also nicht die verglühenden Staubteilchen selbst, sondern die ionisierte Luft um die Teilchen herum.

Der Meteorstrom ist von 22 Uhr abends bis 4 Uhr morgens gut zu beobachten, wobei die beste Beobachtungszeit in Mitteleuropa etwa von 2 bis 3 Uhr ist, wenn das Sternbild Perseus hoch am Himmel steht. Allerdings sollte man nicht direkt zum Perseus blicken, sondern 20 bis 40° abseits des Sternbilds, um die langen Sternschnuppenschweife zu sehen. Dabei sollte man einen Beobachtungsort mit wenig künstlichen Lichtquellen in der Umgebung suchen, denn mit zunehmender Lichtverschmutzung kann man nur noch die leuchtstärksten Sternschnuppen sehen. In den Medien wird oft von bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde gesprochen. Dieser Wert ist allerdings viel zu hoch gegriffen und nur unter optimalen Bedingungen zu erreichen, z.B. im Hochgebirge oder in besonders trockenen Wüsten. Am Rand einer Kleinstadt sinkt die Anzahl sichtbarer Sternschnuppen auf 10-15 pro Stunde, in der hellen Innenstadt auf 3-5. In ländlichen Regionen fernab von Ortschaften kann man hingegen mit bloßem Auge etwa 60-70 Sternschnuppen pro Stunde sehen. Aber auch Bewohner in Ballungszentren müssen nicht auf Sternschnuppen verzichten. Begeben Sie sich in einen größeren Stadtpark ohne größere Lichtquellen oder an den Stadtrand, so haben Sie die Chance, dutzende Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. Wem in der kommenden Nacht die Zeit zum Sternschnuppen Zählen fehlt, hat auch in den darauffolgenden Nächten noch einmal die Möglichkeit. Unter guten Sichtbedingungen sind dann auch noch meist 10-30 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen.

Bewölkungsverteilung über Deutschland (blau: hohe Bewölkung, ocker: mittelhohe Bewölkung, grau: tiefe Bewölkung) und Temperatur am 13.08.2026, 00 Uhr (mitteleuropäische Zeit).

Stellt sich nun noch die Frage nach den Bedingungen für das Beobachten der Sternschnuppen. Astronomisch gesehen ist hervorzugheben, dass der Höhepunkt der Perseiden in diesem Jahr zufällig auf den Neumond trifft. Somit bleibt die störende Lichtquelle durch den Mond komplett aus. Auch die Wetterbedingungen sind nahezu perfekt. In den meisten Landesteilen ist es wolkenlos. Allenfalls im Norden und Nordosten zeigen sich ein paar Schleierwolken am Himmel, die den direkten Blick auf den Sternenhimmel und somit auch auf die Perseiden zeitweise beeinträchtigen. Dennoch gibt es auch dort Chancen auf Sternschnuppen. Eine niedrige Luftfeuchtigkeit sorgt zudem für eine klare Sicht.

Bewölkungsverteilung über Deutschland (blau: hohe Bewölkung, ocker: mittelhohe Bewölkung, grau: tiefe Bewölkung) und Temperatur am 13.08.2026, 03 Uhr (mitteleuropäische Zeit).

Allerdings wird die Nacht gebietsweise recht frisch, insbesondere in der Nordosthälfte Deutschlands. Um Mitternacht lässt es sich im Westen und Südwesten bei knapp über 20 Grad noch recht gut ohne Jacke draußen aushalten. In den östlichen Landesteilen wird bis dahin die Temperatur aber oft schon auf etwa 15 Grad abgekühlt sein. Zur besten Beobachtungszeit um 3 Uhr (MESZ) wird die Temperatur auch im Westen unter 20 Grad liegen, im Osten wird es mit meist nur um oder knapp über 10 Grad ziemlich kühl. Neben gut geputzten Brillengläsern sollte man dort also auch an eine ausreichend warme Jacke denken.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Hoehepunkt-der-Perseiden-1.png 839 1346 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-12 16:29:582026-08-14 09:47:33Höhepunkt der Perseiden

Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026

11. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Während von Ostgrönland über Island bis zur Iberischen Halbinsel am morgigen Mittwochabend eine totale Sonnenfinsternis zu bestaunen ist, können wir in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis beobachten, bei der zumindest der größte Teil der gerade untergehenden Sonne verdunkelt wird.

Grundlagen:

Nach einigen partiellen Finsternissen in der Vergangenheit ist es seit der totalen Finsternis im Jahre 1999 wieder einmal ein größeres astronomisches Highlight, was das Zusammenspiel von Sonne und Mond hervorbringt. Dabei schiebt sich der Mond auf seiner Umlaufbahn zwischen Sonne und Erde und verdeckt den Zentralstern unseres Sonnensystems vollständig, oder auf Deutschland bezogen, immerhin noch größtenteils. Zum Höhepunkt, der abends um kurz nach 20 Uhr zu erwarten ist, werden rund 85% im Nordosten und bis zu 90% der Sonne im Südwesten verdunkelt sein, sodass von der eigentlichen Sonnenscheibe nur noch eine Sichel übrig bleiben wird.

Betrachtet wird die maximale Abschattung und die zugehörige Uhrzeit im Rahmen der morgigen Sonnenfinsternis für verschiedene Orte Deutschlands und Mitteleuropas.

Da die Finsternis mit dem Sonnenuntergang zusammenfällt, entsteht ein besonderes Lichtspiel aus der untergehenden und dann abgeschatteten Sonne, sodass teils auch nur die Sichel am Horizont verschwinden wird.

Auswirkungen:

Für die Meteorologie ist eine Sonnenfinsternis immer eine spannende Geschichte, da sich die Sonne hauptverantwortlich als Antreiber verschiedenster meteorologischer Größen zeigt. So ist etwa anhand von Messdiagrammen der letzten größeren partiellen Finsternis aus 2015 am Hohenpeißenberg gut zu sehen, wie mit Eintritt der Verdunkelung die eigentlich am Vormittag ansteigende Temperatur wieder abfällt, es ergo kühler wird. Diese Energie fehlt dann auch für den Rest des Tages, sodass es kühler bleibt, als es ohne Sonnenfinsternis geworden wäre. Der Knick bei der gemessenen Globalstrahlung untermauert diesen Zusammenhang.

Zu sehen ist der berechnete und reale Verlauf von Globalstrahlung und Lufttemperatur am Tage der partiellen Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 am meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg.

Nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Bedeutung der erneuerbaren Energien (u.a. Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen) sollten solche Auswirkungen möglichst präzise vorhergesagt werden können. Daher wurde vonseiten der Abteilung FE (Forschung und Entwicklung) des DWD eine Implementierung der Vorgänge einer Sonnenfinsternis in die ICON-Modellkette vorgenommen. Genauer gesagt wurde mit Wirkung zum 5. August 2026 eine Parametrisierung (Beschreibung) der Abschattung der Sonne in die Modellrechnungen integriert, sodass die direkten Auswirkungen auf die Strahlungsdaten im Vorhersagemodell abgeleitet werden können. Ohne diese Parametrisierung würde das Modell den Effekt der Sonneneinstrahlung für die Dauer der Finsternis deutlich überschätzen. Noch ist dies zwar nur für das ICON-Globalmodell und den europäischen Ausschnitt der Fall, bis zur nächsten partiellen Sonnenfinsternis im Sommer 2027 wird aber auch der Rest der deutschen Modellkette (u.a. ICON-D2) um diese Parametrisierung erweitert.

Wetter:

Unter dem Einfluss von Hoch RALF wird sich am morgigen Mittwoch landesweit die Sonne zeigen, dazu ist der Himmel vom Süden bis zur Mitte wolkenfrei. Lediglich weiter nördlich könnten gegen Abend (zwischen 19 und 21 MESZ) hohe Schleierwolken durchziehen, die den Blick auf die Sonnenfinsternis aber nur selten trüben sollten. Am ehesten ist dies über Schleswig-Holstein der Fall. Ansonsten lassen sich sowohl die partielle Finsternis zu ihrem Maximum (meist kurz nach 20 MESZ, siehe Bild 1) als auch die Perseiden in der Nacht zum Donnerstag überall wunderbar bestaunen.

Dargestellt ist die Gesamtbewölkung am morgigen Mittwochabend gegen 20 MESZ (18 UTC), wenn der Höhepunkt der Sonnenfinsternis erwartet wird. Lediglich den Norden und Teile der Mitte überziehen ein paar Wolken, meist handelt es sich dabei aber um dünne Schleierwolken (hellblau dargestellt).

Und wie für eine Sonnenfinsternis üblich steht in 2 Wochen bereits das nächste astronomische Highlight an: Eine Mondfinsternis!

M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Die-partielle-Sonnenfinsternis-vom-12.-August-2026-1.jpg 1509 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-11 16:39:192026-08-14 09:47:30Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026

VPN auf Reisen: Wetter prüfen und clever packen

10. August 2026/in Allgemein, Wetter/von WINDINFO

Eine gute Wetterrecherche kann aus einer schönen Reise eine deutlich entspanntere machen. Wer nur auf die Temperatur am Ankunftstag schaut, übersieht schnell Wetterwechsel, Wind, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit oder starke Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Mit aktuellen Vorhersagen, Klimadaten und einer passenden Packstrategie lässt sich das Risiko unangenehmer Überraschungen deutlich reduzieren.

Die gesamte Reisezeit prüfen, nicht nur den Ankunftstag

Viele Reisende öffnen eine Wetter-App, schauen auf die Temperatur am Tag der Ankunft und belassen es dabei. Für die Reiseplanung ist das zu wenig. Sinnvoller ist es, den gesamten verfügbaren Vorhersagezeitraum zu betrachten und dabei nicht nur Höchsttemperaturen, sondern auch Tiefstwerte, Niederschlagswahrscheinlichkeit, Wind und UV-Belastung einzubeziehen. Dienste wie AccuWeather, The Weather Channel oder Windy stellen dafür unterschiedliche Wetterparameter und Vorhersagekarten bereit. Windy ist besonders interessant, wenn Wind, Niederschlag, Temperatur oder die Entwicklung verschiedener Wettermodelle miteinander verglichen werden sollen. Wichtig ist, auf Muster zu achten. Werden die Nächte deutlich kühler, treten regelmäßig nachmittägliche Schauer auf oder kündigt sich während der Reise eine Frontpassage an, sollte sich das auch im Gepäck widerspiegeln.

Historische Wetterdaten richtig einordnen

Eine Wettervorhersage beschreibt die erwartete Entwicklung der kommenden Tage. Für Reisen, die weiter in der Zukunft liegen, sind klimatologische Daten sinnvoller. Sie zeigen, welche Temperaturen, Niederschlagsmengen und Wetterbedingungen an einem Ort zu einer bestimmten Jahreszeit typischerweise auftreten. Plattformen wie WeatherSpark bieten dafür langjährige Klimadaten und typische saisonale Verläufe. Solche Werte sind keine konkrete Vorhersage für den Reisetermin, helfen aber dabei, realistische Erwartungen an Temperatur, Regen oder Wind zu entwickeln. Wer beispielsweise im Frühjahr nach Südeuropa reist, sollte deshalb nicht allein von einer kurzfristig sonnigen Prognose auf durchgehend trockenes Wetter schließen. Gerade in Übergangsjahreszeiten können Wetterwechsel innerhalb weniger Tage erheblich sein.

Lokale Informationen als Ergänzung nutzen

Lokale Reisegruppen, Foren oder Communities können nützliche Hinweise liefern, etwa zur tatsächlichen Beschaffenheit von Wegen, zu starkem Wind an exponierten Küstenabschnitten oder dazu, welche Kleidung sich unter den aktuellen Bedingungen bewährt. Solche Erfahrungsberichte sind eine Ergänzung, ersetzen aber keine meteorologischen Vorhersagen und amtlichen Warnungen. Bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen sollten deshalb immer aktuelle Wetterdienste und, wenn erforderlich, die offiziellen Warninformationen des jeweiligen Landes herangezogen werden.

Nicht nur auf die Temperatur achten

20 Grad Celsius können sich je nach Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung sehr unterschiedlich anfühlen. Zusätzlich spielt die Höhenlage eine wichtige Rolle. Wer vom Tal in höhere Lagen aufsteigt, kann innerhalb kurzer Zeit deutlich niedrigere Temperaturen und stärkeren Wind erleben. Für Wanderungen, Wassersport oder längere Outdoor-Aktivitäten sind deshalb Windgeschwindigkeit, Böen, Niederschlag, Bewölkung und bei sommerlichen Bedingungen auch die UV-Belastung relevant. Windy und The Weather Channel stellen einen großen Teil dieser Parameter übersichtlich dar.

Warum ein VPN auf Reisen sinnvoll sein kann

Ein VPN verbessert keine Wettervorhersage und macht Modelldaten nicht genauer. Auf Reisen kann es dennoch praktisch sein. Wer öffentliche WLAN-Netze in Hotels, Flughäfen oder Cafés nutzt, kann seine Internetverbindung über einen verschlüsselten VPN-Tunnel führen. Außerdem lassen sich damit in bestimmten Fällen länderspezifische Webseiten oder Online-Dienste so aufrufen, als würde die Verbindung aus einem anderen Land erfolgen. Das kann hilfreich sein, wenn auf Reisen bestimmte Informationsangebote regional unterschiedlich bereitgestellt werden oder wenn man auf Dienste aus dem Heimatland zugreifen möchte. Eine Möglichkeit ist ein kostenloses VPN. Auch hier gilt: Für Wetterwarnungen und lokale Gefahrenlagen sollten die offiziellen Informationsquellen des Aufenthaltslandes maßgeblich bleiben.

Mit einer Capsule Wardrobe flexibler packen

Steht die Wetterlage ungefähr fest, lässt sich das Gepäck deutlich effizienter zusammenstellen. Statt vieler einzelner Outfits ist eine kleine Auswahl kombinierbarer Kleidungsstücke meist praktischer. Leichte Oberteile, ein Pullover, eine kompakte Regenjacke und atmungsaktive Kleidung decken einen großen Temperaturbereich ab. Besonders sinnvoll ist das Schichtenprinzip. Mehrere dünne Schichten lassen sich flexibel kombinieren und reagieren besser auf wechselnde Bedingungen als ein einzelnes sehr warmes Kleidungsstück. Eine leichte Regenjacke oder ein kompakter Poncho benötigt wenig Platz und kann bei einem Wetterumschwung entscheidend sein. Auch ein kleines Reservestück kann sinnvoll sein, etwa Badebekleidung bei unsicherem Strandwetter oder eine zusätzliche lange Hose für unerwartet kühle Abende.

Wetterdaten regelmäßig aktualisieren

Je näher der Reisetermin rückt, desto wichtiger werden aktuelle Vorhersagen. Eine Planung mehrere Wochen vor Abreise sollte deshalb kurz vor Reisebeginn und während der Reise erneut überprüft werden. Gerade bei Gewittern, Starkregen, Sturm oder ausgeprägten Temperaturänderungen können sich Prognosen kurzfristig verändern. Für Outdoor-Sportler gilt das in besonderem Maß. Vor Wanderungen, Segeltörns, Surf-Sessions oder anderen wetterabhängigen Aktivitäten sollten die neuesten Vorhersagen und Warnungen kontrolliert werden. Eine App ist dabei ein Werkzeug, keine Garantie für einen bestimmten Wetterverlauf.

Bild: © Timur Weber / Pexels

Für Reisen an die offene Atlantikküste bietet unser Überblick zur besten Reisezeit für Irland ergänzende Informationen zu Wetter, Wind und Klima.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/pexels-timur-weber-9186152-scaled.jpg 2560 1758 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-10 21:15:402026-09-25 20:07:49VPN auf Reisen: Wetter prüfen und clever packen

Ätna: Feuer, Asche und Gewitter

10. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit dem 6. August steht der Ätna auf Sizilien erneut im Fokus. Europas größter und aktivster Vulkan ist ausgebrochen und sorgt nicht nur für ein beeindruckendes Naturschauspiel, sondern auch für erhebliche Einschränkungen im Flugverkehr. Immer wieder musste der Luftraum über dem Flughafen Catania aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt werden, da Vulkanasche ein erhebliches Risiko für Flugzeuge darstellt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen oder auf andere Flughäfen umgeleitet.

Dabei sind Ausbrüche des Ätna nichts Ungewöhnliches. Der Vulkan gehört zu den aktivsten der Erde und zeigt jedes Jahr mehrere Eruptionsphasen. Der aktuelle Ausbruch geht vom Hauptkrater aus und stellt für die umliegenden Ortschaften derzeit keine unmittelbare Gefahr dar. Gewaltige Lavafontänen schleudern glühendes Material hunderte Meter in die Höhe, während eine Aschewolke weit über den Gipfel hinaus aufsteigt. Gleichzeitig fließt an der Ostflanke Lava in das unbewohnte Valle del Bove – ein mehrere Kilometer breites Einbruchstal, das seit Jahrhunderten als natürlicher Auffangraum für Lavaströme dient.

Nächtlicher Ausbruch des Ätna mit einer eindrucksvollen Lavafontäne und einem rotglühenden Lavastrom im Valle del Bove.(Quelle: Bild von Alessandro Micalizzi)

Gerade deshalb zieht der Ätna derzeit zahlreiche Besucher an. Besonders spektakulär ist das Schauspiel nach Sonnenuntergang. Dann leuchten die Lavafontänen und glühenden Gesteinsbrocken weithin sichtbar vor dem dunklen Nachthimmel. Auch der Lavastrom lässt sich aus sicherer Entfernung gut beobachten.

Die Lavafontäne des Hauptkraters schleudert glühende Gesteinsbrocken mehrere hundert Meter in die Höhe. (Quelle: Bild von Alessandro Micalizzi)

Über den heißen Lavafeldern entstehen zudem häufig sogenannte Staubteufel – kleine rotierende Wirbel, die Asche und vulkanisches Material aufwirbeln. Tagsüber kommt ein weiteres Wetterphänomen hinzu: Die intensive Erwärmung über den Lavaströmen fördert zusammen mit der labil geschichteten Luft die Bildung von Quellwolken. Im Tagesverlauf können daraus örtliche Schauer und Gewitter entstehen. Wer den Ausbruch beobachten möchte, sollte daher möglichst die Abend-, Nacht- oder frühen Morgenstunden wählen. Dann sind die Sichtverhältnisse meist besser und das Gewitterrisiko deutlich geringer.

Über dem heißen Lavastrom bildet sich ein sogenannter Pyrocumulus. In den wärmsten Stunden des Tages kann sich diese Quellwolke bei ausreichend labiler Atmosphäre zu einer Gewitterwolke (Pyrocumulonimbus) weiterentwickeln. (Quelle: WebEtneo)

Trotz der derzeit vergleichsweise ungefährlichen Eruptionsform gilt: Ein Vulkanausbruch sollte niemals auf eigene Faust erkundet werden. Das Gelände ist steil, unübersichtlich und kann sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Wer die Lava aus sicherer Entfernung beobachten möchte, sollte ausschließlich markierte Wege nutzen und sich einer geführten Exkursion anschließen. Ein beliebter Ausgangspunkt ist das Rifugio Citelli an der Ostseite des Vulkans. Von dort führt ein Wanderweg auf rund 2200 Meter Höhe bis an den Rand des Valle del Bove, von wo aus sich der Lavastrom häufig besonders gut beobachten lässt.

Auch in den kommenden Tagen dürfte die Situation am Flughafen Catania angespannt bleiben. Solange der Ausbruch anhält und der Wind die Asche in Richtung Süden beziehungsweise Südosten verfrachtet, kann der Flugbetrieb jederzeit erneut eingeschränkt werden. Da sowohl die Intensität der Eruption als auch die Windrichtung kurzfristigen Änderungen unterliegen, lässt sich eine Sperrung des Luftraums oft nur wenige Stunden im Voraus abschätzen.

Der Ätna zeigt damit einmal mehr eindrucksvoll, wie eng Meteorologie und Vulkanologie miteinander verbunden sind: Nicht allein die Stärke eines Ausbruchs entscheidet über seine Auswirkungen, sondern häufig auch das Wetter – insbesondere die Windrichtung und die Stabilität der Atmosphäre.

Dipl.-Met Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Feuer-Asche-und-Gewitter-1.jpg 1365 2048 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-10 14:28:552026-08-14 09:47:13Ätna: Feuer, Asche und Gewitter

Geschichte der Meteorologie − Teil 14: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (b)

9. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Im letzten Thema des Tages zur Geschichte der Meteorologie wurde die Gründung und Etablierung nationaler meteorologischer Institute, die als Vorläufer nationaler Wetterdienste gelten, im westlichen europäischen Raum beleuchtet. In diesem Artikel folgt der östliche und südliche europäische Raum.

In Russland begannen tägliche meteorologische Beobachtungen in Sankt Petersburg 1743 und an der Universität Moskau 1799. Letztere wurden 1808 als systematische Wetterbeobachtungen vom russischen Physiker Pjotr Iwanowitsch Strachow (1757−1813) organisiert und gingen bis Napoleons Russlandfeldzug 1812. Sie wurden 1820 fortgesetzt. 1805 fanden an der Universität Kasan erste meteorologische Experimente statt. Mit der Eröffnung des dortigen Observatoriums 1812 startete eine Messreihe und die Meteorologische Schule Kasan wurde unter dem bayerisch-schweizerischen Physiker Franz Xaver Bronner (1758−1850) begründet. Der russische Staatsmann, Schriftsteller und Erfinder Wassili Nasarowitsch Karasin (1773−1842) aus der Sloboda-Ukraine schlug 1810 vor, ein meteorologisches Messnetz im Zarenreich zu errichten, das von Kola im Norden bis Tiflis im Süden und von Libau im Westen bis Nishne-Kamtschatsk (heute Kljutschi) auf Kamtschatka im Fernen Osten reichen sollte. Der russische Mathematiker und Physiker Adolph Theodor Kupffer (1799−1865), ein Deutsch-Balte aus Mitau im Kurland, initiierte 1829 erste erdmagnetische Messungen in St. Petersburg, Peking und Sitka im damaligen Russisch-Amerika (heute Alaska). 1833 schlug er ein Messnetz aus erdmagnetischen und meteorologischen Beobachtungsstationen vor, das an einigen Orten verwirklicht wurde (Nertschinsk in Sibirien 1832, Jekaterinburg und Lugansk 1836, Tiflis 1837).

Adolph Theoder Kupffer, Quelle: Historischer Überblick über die Hauptphysikalische Sternwarte in ihren 50-jährigen Tätigkeiten 1849-1899 (Исторический очерк Главной физической обсерватории за 50 лет ее деятельности 1849-1899), Michail Alexandrowitsch Rykatschew, 1899, Kaiserlich-Russische Akademie der Wissenschaften, Sankt Petersburg, via Russische Staatsbibliothek, Moskau, über Wikimedia Commons

1849 wurde in der damaligen russischen Hauptstadt Sankt Petersburg das Physikalische Observatorium eröffnet, welches als eines der ersten zentralen meteorologischen Institute in Europa und Nordamerika gilt. Erster Direktor war Kupffer. Bis zu seinem Tod wurden 50 meteorologische Beobachtungsstationen im Zarenreich errichtet. Sein Nachfolger, der preußische Physiker und Meteorologe Ludwig Friedrich Kämtz (1801−1867), brachte ein Lehrbuch der Meteorologie heraus. Unter den beiden nachfolgenden Direktoren, dem Schweizer Meteorologen und Physiker Heinrich von Wild oder Heinrich Iwanowitsch Wild (1833−1902) und dem russischen Meteorologen Michail Alexandrowitsch Rykatschew (1841−1919) wurden neue meteorologische Stationen eröffnet und die Zahl der Institutsmitarbeiter erhöht. Wild führte ein einheitliches metrisches System und die Temperaturmessung in Grad Celsius ein. Rykatschew verfügte 1884 die Durchführung der Wetterbeobachtungen an den Messstationen mit standardisierten Messinstrumenten. Er gab mehrere Werke zur Meteorologie und Ozeanographie sowie zum Erdmagnetismus heraus. Die Monographie des russischen Geographen Iwan Nikolajewitsch Smirnow (ca. 1840?−1880) „О предсказуемости погоды и о весенних бурях в России“ (in deutscher Übersetzung „Über die Vorhersehbarkeit von Wetter- und Frühlingsstürmen in Russland“) von 1870 bildete die wissenschaftliche Grundlage für Wettervorhersagemethoden und damit für die synoptische Meteorologie. Darin wurde die erste Wetterkarte aus Russland publiziert. Die zunehmende Urbanisierung der Hauptstadt machte die Verlegung des Physikalischen Observatoriums in die Umgebung nach Pawlowsk 1878 notwendig. In Irkutsk wurde 1886 ein Observatorium für Sibirien gegründet. 1912 wurden in Pawlowsk erste systematische Strahlungsmessungen in Europa durchgeführt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das heutige Staatsgebiet Italien in mehrere Staaten aufgeteilt, teils unter österreichischer Verwaltung und überwiegend land- und forstwirtschaftlich dominiert. Meteorologische Forschung diente hauptsächlich diesen Zwecken, insbesondere zum Niederschlag. An allen italienischen astronomischen Observatorien wurden meteorologische Messungen durchgeführt, in Mailand ab 1760, in Padua ab 1767, in Rom ab 1787 und in Turin ab 1820. Erste Versuche, nach dem 17. Jahrhundert erneut ein Messnetz einzurichten, verfolgte der Direktor des astronomischen Observatoriums in Padua, der venezianische Astronom, Meteorologe und Abt Giuseppe Toaldo (1719−1797), der Daten von 60 Wetterbeobachtern in einem Messnetz der Republik Venedig sammeln konnte. Das heutige italienische Messnetz geht auf den neapolitanischen Meteorologen und Astronom Francesco Denza (1834−1894) zurück. Er gründete das meteorologische Observatorium Moncalieri bei Turin und von dort aus das Wetterbeobachtungsnetzwerk Corrispondenza Meteorologica Italiana, welches zunächst primär aus Stationen aus Piemont und dem Aostatal bestand. Denza veröffentlichte Daten und Studien in seiner Fachzeitschrift Bullettino Meteorologico sowie in etlichen wissenschaftlichen Monographien. Ab 1865 ging aus seinem Netzwerk, dem sich nach der Einigung Italiens Stationen aus anderen Landesteilen anschlossen, die Società Meteorologica Italiana hervor. 1865 wurde im Marineministerium ein meteorologisches Büro eingerichtet, dem 20 Küstenwetterwarten unterstanden. 1876 wurde der staatliche italienische Wetterdienst „Ufficio Centrale di Meteorologia“ gegründet. Dieser übernahm die Wetterwarten und Stationen der Società Meteorologica Italiana. 1878 wurden erste Bergstationen in den Alpen eröffnet, 1894 erfolgten systematische Niederschlagsmessungen. 1880 übernahm das Hydrographische Institut in Genua die Aufgaben des Wetterdienstes für die Seeschifffahrt. 1913 wurde ein spezieller Wetterdienst für die Luftfahrt gegründet.

Erste meteorologische Messungen in Österreich-Ungarn wurden durch den österreichischen Astronom und Mathematiker Anton Pilgram (um 1731−1793) von 1762 bis 1786 in Wien durchgeführt. Im Benediktinerstift Kremsmünster wurden meteorologische Messungen ab 1763 und erdmagnetische Messungen ab 1838 durchgeführt. Nach der Gründung der Akademie der Wissenschaften 1847 in Wien wurden die meteorologischen Messungen vereinheitlicht. Der österreichische Physiker und Staatsmann Andreas von Baumgartner (1793−1865) aus Böhmen stattete die Wetterstationen mit entsprechenden Messinstrumenten aus. Aus einer Kommission an der Akademie gründete sich 1851 die Centralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus. Zum ersten Direktor wurde der österreichische Astronom und Meteorologe Karl Kreil (1798−1862), damals Leiter der Sternwarte in Prag, bestellt. Meteorologische Messungen begannen an der Centralanstalt 1852 und 1872 in einem neuen Gebäude im damaligen Wiener Vorort Döbling (heute ein Gemeindebezirk von Wien).

Julius-Hann-Haus, seit 1872 Sitz der Centralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus, später Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Hohe Warte, Wien-Döbling, Foto von 2012, Quelle: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) über Wikimedia Commons

Unter Kreils Nachfolger, dem Prager Professor Karl Jelinek (1822−1876), einem österreichischen Meteorologen aus Mähren, wurden an der Centralanstalt die Wetterberichte gesammelt und eine Abteilung für Wettervorhersagen eingerichtet. Die Anzahl der Wetterstationen wurde massiv ausgebaut. 1865 wurde die Österreichische Gesellschaft für Meteorologie gegründet. Zusammen mit ihrem deutschen Pendant wurde ab 1866 die Meteorologische Zeitschrift herausgegeben. Auf Vorschlag des österreichischen Naturwissenschaftlers Guido Schenzl (1823−1890) und des ungarischen Geographen János Hunfalvy (1820−1888) aus der Slowakei wurde 1870 in Budapest das Ungarische Zentralinstitut für Meteorologie und Erdmagnetismus gegründet. Dessen erster Direktor wurde Schenzl. 1877 wurde der österreichische Mathematiker und Physiker Julius von Hann (1839−1921) zum Leiter der Centralanstalt berufen. Das Observatorium Sonnblick wurde auf seine Initiative hin erreichtet und 1886 eingeweiht. Von Hann entwickelte eine Gewichtung von Messwerten, die als Hann-Fenster bekannt ist. Er gilt als Begründer der modernen Meteorologie. Ab 1888 wurden in Ungarn durch das Zentralinstitut für Meteorologie und Erdmagnetismus Wetterberichte veröffentlicht. Der ungarische Astronom und Meteorologe Miklós Konkoly-Thege (1842−1916), Institutsdirektor ab 1890, richtete 1890 eine Abteilung für Wetterprognosen ein.

In der Schweiz wurde 1798 durch den Naturwissenschaftler Marc Auguste Pictet (1752−1825) aus der Alten Eidgenossenschaft in Genf eine erste Messstation mit regelmäßigen Beobachtungen etabliert. 1817 folgte eine Bergstation auf dem Großen St. Bernhard. Pictet warb bei der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft 1823 für die Errichtung eines ersten Beobachtungsnetzes, das dann bis 1837 betrieben wurde. Da nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Bevölkerung Interesse an Wetterdaten hatten, beschlossen die Kantone Bern (1830), Tessin (1843) und Thurgau (1855), ein eigenes kantonales Beobachtungsnetz aufzubauen. Die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft richtete 88 Beobachtungsstationen mit einheitlichen Regeln und Messinstrumenten im Jahr 1863 ein. 1878 erschien zum ersten Mal eine tägliche Wetterprognose in der Neuen Zürcher Zeitung. 1880 beschloss der Bundesrat die Gründung der Meteorologischen Zentralanstalt, die ein Jahr später ihre Arbeit vom Hauptsitz in Zürich aufnahm. Erster Leiter wurde der Schweizer Astronom und Mathematiker Robert Billwiller (1849−1905). 1887 wurde ein Observatorium auf dem Säntis eingerichtet. Eine erste umfassende Klimatologie der Schweiz erschien 1909.

In Serbien startete der serbische Statistiker und Meteorologe Vladimir Jakšić (1824−1899), Hochschullehrer am Lyzeum des Fürstentums Serbiens in Belgrad, ab 1848 mit täglichen Aufzeichnungen des Wettergeschehens und hielt zunächst Temperatur, Bewölkungszustand, Niederschlag und später die Luftfeuchtigkeit in Belgrad fest. 1856 etablierte er ein erstes, aus 20 Wetterstationen bestehendes, Messnetz in Serbien. Ab 1862 nahm die Anzahl der Wetterstationen ab, einige hielten jedoch durchgehend Wetteraufzeichnungen aufrecht. 1880 wurde an der Philosophischen Fakultät der Belgrader Hohen Schule der Lehrstuhl für Astronomie und Meteorologie gegründet. Zum ersten Lehrstuhlinhaber wurde der serbische Physiker, Mathematiker, Astronom und Meteorologe Milan Nedeljković (1857−1950) gewählt. Er gründete 1887 das Astronomische und Meteorologische Observatorium in Belgrad und baute das meteorologische Beobachtungsnetzwerk erheblich aus. 1902 wurden erste Wettervorhersagen veröffentlicht. 1907 wurde der serbische Geograph und Meteorologe Pavle Vujević (1881−1966) zum Professor für Meteorologie an die 1905 zur Universität umgewandelte Hohe Schule gewählt. Er analysierte die Daten aus dem Beobachtungsnetzwerk und veröffentlichte mehrere Berichte zum Mikroklima in der Meteorologischen Zeitschrift: „Die Temperaturverhältnisse der untersten Luftschichten“ (1911), „Die Temperaturen verschiedenartiger Bodenoberflächen“ (1912) und „Ueber die Beschaffenheit der täglichen Temperaturkurve“ (1914). Nach dem Ersten Weltkrieg ging Serbien im neu geschaffenen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen auf, dem späteren Jugoslawien. Die meteorologischen Arbeiten am Geophysikalischen Institut Zagreb (Agram) und am Institut für Meteorologie und Geodynamik in Ljubljana (Laibach) wurden als Ergebnis einer Konferenz 1921 in Zagreb unter dem Dach des Astronomischen und Meteorologischen Observatoriums in Belgrad unter Leitung von Nedeljković koordiniert. Das Geophysikalische Institut Zagreb wurde zu diesem Zeitpunkt vom kroatischen Geophysiker Andrija Mohorovičić (1857−1936) aus dem Österreichischen Küstenland geleitet, der ab 1887 in Bakar bei Fiume (Rijeka) und ab 1891 in Zagreb in Kroatien meteorologische Beobachtungen durchführte und erstmals Rotorwolken bei der Bora, einem Fallwind an der kroatischen Küste, beschrieb. In Montenegro starteten erste systematische Messungen 1882 in Podgorica. 1931 wurde ein zentraler meteorologischer Dienst gegründet.

In Rumänien wurden erste meteorologische Beobachtungen in Iaşi (Jassy) ab 1770 und in Bukarest ab 1773 durchgeführt. Erste systematische Messungen wurden an der Academia Mihăileană in Iaşi durch den rumänischen Physiker und Mathematiker Teodor Stamati (1812−1852) im Zeitraum 1839 bis 1840 durchgeführt. An der Academia Mihăileană in Iaşi wurde Meteorologie als Wissenschaft gelehrt, wobei ein Manuskript in griechischer Sprache aus der Bibliothek des Metropolitenklosters verwendet wurde. 1884 wurde das Meteorologische Insitut Rumäniens gegründet. Der rumänische Physiker und Meteorologe Ştefan Hepites (1851−1922) wurde dessen erster Leiter. Schon zuvor hatte Hepites ab 1878 eine Wetterstation in Brăila eingerichtet, in der er tagsüber stündlich Wetterbeobachtungen durchführte.

Portrait von Ștefan Hepites, Quelle: France, Boulogne, Portraits, Mr Stefan C. Hepites, 1920, Auguste Léon (1857-1942), über Wikimedia Commons

Neben dem nationalen meteorologischen Netzwerk betrieb das Institut weitere nationale Versorgungsdienste wie Messungen und Gewichte nach dem rumänischen Beitritt zur Meterkonvention, Bestimmung der genauen Zeit, Seismologie und Geomagnetismus. 1908 wurde das Meteorologische Institut Rumäniens in das 1888 erbaute Astronomische und Meteorologische Observatorium unter der Aufsicht des Ministeriums für öffentliche Bildung integriert. 1915 begann die systematische Erforschung der Atmosphäre mittels Ballonsonden.

In Bulgarien gab es im 19. Jahrhundert gelegentlich meteorologische Beobachtungen in Sofia und Russe (Rustschuk). Der bulgarische Physiker Astronom Marin Bachevarov (1859−1926) veranlasste 1887 die Errichtung einer meteorologischen Beobachtungsstation in Sofia. Im selben Jahr führte er erste systematische Messungen durch. 1890 wurde die Sofioter meteorologische Bobachtungsstation vom Bildungsministerium zur Meteorologischen Zentralstation aufgewertet. Dies markiert den Beginn des Meteorologischen Dienstes Bulgariens. Erster Leiter wurde der bulgarische Physiker Spas Vatsov (1856−1928). Auf Erlass von Prinz Ferdinand von Bulgarien (1861−1948) wurde 1894 eine eigenständige staatliche Einrichtung für Meteorologie gegründet – die Direktion für Meteorologie im Bereich des Bildungsministeriums. Vatsov wurde dessen erster Leiter, gefolgt von dem bulgarischen Meteorologen Kiro Kirov oder Kiro Kiroff (1897−1961).

Finnland war zwischen 1809 und 1917 ein autonomer Landesteil des Russischen Reiches. Wissenschaftliche Forschung und Beobachtungen waren an der Universität Helsinki organisiert und arbeiteten unabhängig von russischen wissenschaftlichen Institutionen, finanziert durch die finnische Regierung. 1838 wurde auf Initiative von Adolph Kupffer (s.o.) das Magnetische und Meteorologische Observatorium in Helsinki gegründet. Zum ersten Direktor wurde der finnische Physiker und Meteorologe Johan Jakob Nervander (1805−1848) bestellt. Neben Arbeiten im Bereich des Erdmagnetismus interessierte sich Nervander auch für Klimatologie. Ab 1844 starteten am Magnetischen und Meteorologischen Observatorium in Helsinki tägliche Beobachtungen zum Wetter (Temperatur, Luftdruck, Niederschlag, Windrichtung und Windgeschwindigkeit) und zum Erdmagnetismus. Nervanders Nachfolger, der finnische Naturforscher Henrik Gustaf Borhenius (1802−1894) aus der Provinz Wiborg (Südkarelien) führte Messungen und Beobachtungen weiter. Im Vorfeld des Internationalen Polarjahres wurde 1881 die Verwaltung des Magnetischen und Meteorologischen Observatoriums von der Universität Helsinki an die Finnische Wissenschaftliche Gesellschaft übertragen und das Observatorium selbst in Zentrales Meteorologisches Institut umbenannt. Der finnische Meteorologe Nils Karl Nordenskiöld (1837−1889) modernisierte die Arbeit der Wetterbeobachtung und verhinderte eine Integration des finnischen Instituts in das russische Pendant. Neue Messungen wurden gestartet wie beispielsweise die des Meeresspiegels, die für Hochwasserprognosen für Sankt Petersburg sehr hilfreich war. Im Internationen Polarjahr, zu welchem die Regionen der Arktis und der Antarktis durch meteorologische Beobachtungen erforscht werden sollte, wurde in Sodankylä in Lappland nördlich des Polarkreises ein geophysikalisches Observatorium errichtet, in dem unter der Gesamtleitung des finnischen Physikers Selim Lemström (1838−1904) Polarlichter und unter der Leitung des finnischen Meteorologen Ernst Biese (1856−1926) meteorologische Beobachtungen durchgeführt wurden. Größere Überschwemmungen 1898 und 1899 mit erheblichen Schäden in der Landwirtschaft waren der Auslöser zur Errichtung hydrologischer Messstationen und der Gründung des Hydrologischen Dienstes 1908. Zwei Jahre später wurde zur Erforschung der oberen Atmosphäre ein aerologisches Observatorium nahe Helsinki eröffnet. Nach der Unabhängigkeit 1917 wurde das Finnische Meteorologische Institut 1919 dem Agrarministerium untergeordnet. Erster Direktor wurde der finnische Physiker und Meteorologe Gustaf Melander (1861−1938).

Erste systematische Wetterbeobachtungen in Warschau in der damaligen Adelsrepublik Polen-Litauen wurden zwischen 1725 und 1728 durch den kursächsischen Mediziner, Botaniker und Meteorologen Christian Heinrich Erndel oder Christian Heinrich Erndtel (1676−1734) durchgeführt. Seine täglich aufgezeichneten Luftdruck-, Temperatur- und Windmessungen sowie Bewölkungsbeobachtungen waren die ersten Statistiken dieser Art in Warschau. Nach politischen Krisen war Polen im 19. Jahrhundert ein Teil des Russischen Reiches und wurde dort als Weichselland bezeichnet. Aus dieser Zeit gibt es nur wenig Erkenntnisse zur Meteorologie. Der polnische Mathematiker und Naturforscher Władysław Kwietniewski (1837−1902), der an der Hauptschule von Warschau, einer polnischen Hochschule, lehrte, war mit mathematischen und meteorologischen Arbeiten aktiv am wissenschaftlichen Leben Warschaus vertreten. Nach der Unabhängigkeit 1918 wurde das Staatliche Meteorologische Institut 1919 gegründet. Seine Aufgabe war die Durchführung meteorologischer Beobachtungen und Forschungen sowie Wetterdienste für die Landwirtschaft und Luftfahrt, letzteres besonders für den militärischen Bereich. Erster Direktor wurde der polnische Meteorologe und Klimatologe Władysław Gorczyński (1879−1953). Das Institut richtete ein synoptisches Messnetz mit zunächst sieben Wetterstationen ein: Warschau, Posen, Lemberg (Lwów), Vilnius (Wilna), Danzig und Pinsk.

Im modernen Griechenland ist die Entwicklung der Meteorologie eng an die Astronomie geknüpft. Das Nationale Observatorium Athen wurde 1842 gegründet. Nachdem die ursprünglich dafür in einer Schenkung zur Verfügung gestellten Mittel erschöpft waren, ging das Observatorium in den Besitz des Staates über. Dieser organisierte das Observatorium als staatliches Forschungszentrum. 1890 wurde es um die Abteilungen zur Meteorologie und Seismologie erweitert. Zwischen 1890 und 1934 hatte der griechische Astronom, Physiker und Mathematiker Demetrios Eginitis (1862−1934) die Leitung des Nationalen Observatoriums Athen inne. Er lieferte Arbeiten zum Klima von Griechenland (1908) und zur Praktischen Meteorologie (1909). Die Abteilungen zur Meteorologie und Seismologie wurden 1942 zu Instituten aufgewertet.

Seit dem Mittelalter wurden im Osmanischen Reich im Wesentlichen astronomische Beobachtungen zur Festlegung von Gebetszeiten durchgeführt. Meteorologische Erkenntnisse drangen nur langsam durch wenige Übersetzungen europäischer Lehrbücher ins Türkische im 18. Jahrhundert in das Osmanische Reich. Erste meteorologische Beobachtungen in Konstantinopel (Istanbul) wurden ab 1830 durch Privatpersonen durchgeführt. 1868 wurde in Konstantinopel ein Observatorium errichtet und mit Messinstrumenten aus Europa ausgestattet. Meteorologische Beobachtungen des Großherrlichen Observatoriums in Konstantinopel wurden per Telegraph nach Paris gesendet. Ab 1868 wurden meteorologische Beobachtungsstationen in anderen Provinzen des Osmanischen Reiches aufgebaut. Bis zum Ende des 19. Jahrhundert wurde im Osmanischen Reich lediglich der Zustand der Atmosphäre gemessen und notiert, was auch in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurde. Schritte hin zu einer Wettervorhersage wurden bis dahin keine unternommen. Der Direktor des Observatoriums in Konstantinopel, der französische Meteorologe Aristide Coumbary (1828−1896), schlug 1886 die Verwendung meteorologischer Daten aus Europa und dem Osmanischen Reich zur Vorhersage von Stürmen, die aus Westen auf das Osmanische Reich zuzogen, vor. Coumbary veröffentlichte auch ein Werk zur Windbeobachtung. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden im Osmanischen Reich Wettervorhersagen etabliert. Im Nachfolgestaat Türkei wurde 1925 in Ankara das erste meteorologische Institut, Rasâdât-ı Cevviye, durch den ungarischen Meteorologen Antal Réthly (1879−1975) gegründet. In diesem wurden meteorologische Studien von Wetterdaten der Wetterstation Ankara durchgeführt. Aus diesem erwuchs der meteorologische Dienst der Türkei.

In den nächsten beiden Teilen dieser Serie wird dieselbe Entwicklung außerhalb Europas beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt im nächsten Teil bei Asien und Ozeanien. Der übernächste Teil wird dann Amerika und Afrika behandeln.

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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