Offiziell läuft die alljährliche Hurrikansaison über dem Ostpazifik vom 15. Mai bis zum 30. November und im zentralen Pazifik vom 1. Juni bis zum 30. November. Das bedeutet nicht, dass es außerhalb dieser Zeitfenster keine Hurrikans beziehungsweise tropischen Wirbelstürme gibt. Statistisch gesehen, treten die meisten davon aber innerhalb dieser Korridore auf.
Tropische Wirbelstürme definieren sich über ihre mittlere Windgeschwindigkeit (1-minütiger Mittelwind). Ab 62 km/h spricht man von einem tropischen Sturm (bzw. je nach Entstehungsregion auch subtropischen Sturm), ab 119 km/h von einem Hurrikan und ab 178 km/h von einem schweren Hurrikan (engl.: major hurricane). Schwere Hurrikane nehmen damit die Kategorien drei bis fünf auf der fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala ein.
Durchschnittlich entwickelten sich zwischen 1991 und 2020 – also innerhalb der aktuellen sogenannten Vergleichsperiode – pro Jahr 15 tropische Stürme, darunter 8 Hurrikane und darunter wiederum 4 schwere Hurrikane. Während diverse nationale Wetterdienste und weitere wissenschaftliche Einrichtungen für den Atlantik aufgrund des extrem starken El Niños eine unterdurchschnittliche Saison 2026 erwarteten, war für den Pazifik genau das Gegenteil der Fall. Das Klimaprognosezentrum der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zum Beispiel ging in seiner Prognose vom 21.05.2026 von einer überdurchschnittlichen Saison aus mit 15 bis 22 benannten Stürmen, darunter 9 bis 14 Hurrikanen und darunter wiederum 5 bis 9 schwere Hurrikanen. Als Begründung führte die NOAA unter anderem ebenfalls El Niño auf.
Der DWD berichtet in seinem Artikel vom 30. September 2026 von 20 benannten Stürmen, darunter 7 schwere Hurrikane. Damit wird bereits an der oberen Grenze der NOAA-Prognose gekratzt, zumindest was die Gesamtanzahl der Stürme angeht. Zudem zählt die Saison 2026 schon jetzt zu einer der intensivsten seit Aufzeichnungsbeginn und die offizielle Saison läuft noch zwei volle Monate wohlgemerkt.
Satellitenbild von Kategorie-5-Hurrikan „Genevieve“ vom 27.07.2026 südwestlich von Mexiko. (Quelle: NASA)
Unter den sieben schweren Hurrikanen befinden sich drei Exemplare, die mit Kategorie 5 die Saffir-Simpson-Skala voll ausgenutzt haben: „Genevieve“ (Lebensdauer 24.07.-02.08., maximales 1-Minuten-Mittel 260 km/h, tiefster Luftdruck 924 hPa), „Lowell“ (27.08.-11.09., 260 km/h, 922 hPa) und „Polo“ (20.09.-30.09., 285 km/h, 892 hPa). Damit zählt 2026 neben 1994, 2002 und 2018 zu den Saisons mit den meisten Kategorie-5-Hurrikanen – zumindest bis jetzt.
Von den Stürmen betroffen waren neben kleineren Inselgruppen hauptsächlich Mexiko und Hawaii. Den klassischen Landfall, also das Ziehen auf Land, vollführten nur Tropensturm „Boris“ und jüngst Hurrikan „Polo“ – beide in Mexiko. Neben dem ein oder anderen Streifschuss blieben einige Stürme (zum Glück) aber auch fernab jeglicher Landmasse. Der materielle Schaden wird bisher auf knapp 690 Millionen US-Dollar geschätzt, dazu sind 20 Todesopfer zu beklagen.
Satellitenbild vom 25.09.2026. Darauf zu sehen gleich drei Hurrikane („Nolo“, „Odalys“ und „Polo“) sowie die Entstehung von Hurrikan „Rachel“ über dem östlichen und zentralen Pazifik. (Quelle:NASA)
Aktuell wirbelt Hurrikan „Rachel“ knapp südwestlich von Mexiko, der sich im weiteren Verlauf zwar verstärken, aber zum Glück auch nach Westen (also von Mexiko weg) abdriften soll. Und dann hätten wir da noch „Nolo“, der bereits seit 13. September, also seit über zwei Wochen, sein Unwesen treibt, sich zwischendurch bis Kategorie 4 verstärken konnte und mittlerweile westlich von Hawaii angekommen ist – allerdings nur noch als Tropensturm. Den Prognosen nach soll sich „Nolo“ auf seinem weiteren Weg nach Westen erneut zu einem Hurrikan (Kat. 1) mausern.
Südlich von Mexiko braut sich derweil wohlmöglich schon wieder neues Ungemach zusammen. Das Nationale Hurrikan Zentrum (NHC) gibt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 40 % an, dass sich dort in den nächsten sieben Tagen ein Tropisches Tief, also die Vorstufe eines Tropensturms entwickelt. Man darf gespannt sein, was die pazifische Hurrikansaison noch so alles zu bieten haben wird.
Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
In zwei Tagen haben wir bereits Oktober, womit drei Viertel des Jahres schon wieder vorüber sind. Damit ist es auch an der Zeit, beispielsweise die Winterreifen an die Autos zu montieren. Die „O-bis-O-Regel“ besagt, dass man grob gesagt zwischen Oktober und Ostern nur mit Winterreifen unterwegs sein sollte. Der momentan ungewöhnlich warme Altweibersommer würde es nicht vermuten lassen, aber die merklich kürzer werdenden Tageslängen zeigen, dass das Winterhalbjahr allmählich Einzug hält.
Und wie präsentiert sich das Wetter zum Monatswechsel? Die letzten beiden Septembertage verlaufen wettertechnisch ruhig. In weiten Teilen Deutschlands scheint länger die Sonne und vor allem im Westen und Südwesten ist es sommerlich warm mit Höchsttemperaturen zwischen 25 und 29 Grad, vereinzelt werden 30 Grad erreicht.
Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Mittwoch, den 30.09.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
In der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag selbst wird dieses sonnige und trockene Altweibersommerwetter vorrangig in der Westhälfte Deutschlands von zyklonalem Wettergeschehen abgelöst, zumindest vorübergehend. Zeitweilige Regenfälle ziehen von Westen auf, die örtlich durchaus kräftiger und vereinzelt gewittrig sein können. Diese Regenfälle verlagern sich allmählich ostwärts und sollen sich dabei bis zum Freitagmorgen langsam abschwächen. Höchsttemperaturen von mehr als 25 Grad werden nachfolgend zwar nicht mehr erreicht, dennoch verbleiben die Höchsttemperaturen auch bis zum Feiertagswochenende oftmals über der 20-Grad-Marke. Bei mal mehr, mal weniger Sonnenschein setzt sich die Trockenheit Anfang Oktober allerdings vielerorts fort.
Der Herbst zeigt sich zunehmend auch anhand der Verfärbung des Laubs in Gelb- und Rottöne, insofern sich die Blätter nicht bereits aufgrund der Trockenheit braun verfärbt haben. Die Verfärbung des Laubs wird durch die kürzer werdenden Tage bzw. länger werdenden Nächte ausgelöst. Aufgrund des mangelnden Lichts und weil die Nährstoffversorgung der Blätter im Winter nicht gewährleistet werden kann, stellen die Laubbäume die Photosynthese ein und „entledigen“ sich der Blätter. Dabei werden zunächst einmal das Chlorophyll, das die Blätter grün erscheinen lässt, und andere wichtige Nährstoffe abgebaut und im Stamm, in den Ästen oder in den Wurzeln eingelagert. Anschließend überwiegen die Gelb- und Rottöne. Braun werden die Blätter erst beim Absterben. Neben der Tageslänge beeinflussen Temperatur und Wasserversorgung die Herbstfärbung. Kühle Nächte können die Färbung begünstigen; Frost ist dafür keine notwendige Voraussetzung. Daneben spielen auch die gefallenen Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle.
Am 01. Oktober wird der „Weltmusiktag“ gefeiert, der auf eine Initiative des Internationalen Musikrats (engl. International Music Council, kurz: IMC) im Jahr 1975 zurückgeht. Da am 01. Oktober 1973 die IMC-Generalversammlung in Lausanne stattfand, entschied man sich dazu, dieses Datum zum „Weltmusiktag“ zu ernennen. Seither finden alljährlich am 01. Oktober musikalische Aktionen und Veranstaltungen statt. Welche Rolle das Wetter in der Musik spielt, kann in folgendem Thema des Tages nachgelesen werden: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/11/7.html Und welches Lied würde zum aktuellen Wetter am besten passen? Möchte man Lieder hören, in denen die momentan für Europa wetterbestimmenden Hoch- und Tiefdruckgebiete namentlich genannt werden, so müsste man auf die Namen ARNO, BORCHERT, DAPHNE oder EVA achten. Zur Wetterlage selbst würde man sicherlich schnell fündig werden, da man einfach Lieder heraussuchen müsste, in denen Sonne und Wärme thematisiert werden.
Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Dienstag, den 29.09.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Neben dem „Weltmusiktag“ ist am 01. Oktober auch der „Tag des Kaffees“. Wie wäre es also (ganz unabhängig von diesem Feiertag) bei einem Tässchen Kaffee auf der Terrasse oder dem Balkon zu verweilen? Sollte im Fall von Regen am Donnerstag keine Überdachung vorhanden sein, so kann man dieses auch getrost drinnen bei guter Musik genießen.
M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-29-image-1.jpg5611000WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-29 12:00:002026-10-03 21:32:59Kunterbuntes zum Monatswechsel
Unter dem Begriff Halo wird eine Gruppe optischer Phänomene von Ringen, Bögen, Flecken oder Säulen zusammengefasst, die durch Spiegelung (Reflexion) und Brechung (Refraktion) von Licht an in der Luft schwebenden Eiskristallen entstehen. Welche Erscheinung an welcher Stelle des Himmels auftritt, ist abhängig von der Art, Größe und Orientierung der Eiskristalle sowie vom Winkel, unter dem das Sonnenlicht auf die Kristalle trifft. Die Eiskristalle, die Voraussetzung für das Entstehen von Halos sind, findet man als Teil einer Cirrusbewölkung. Dabei handelt es sich um Wolken, die in unseren Breiten in einer Höhe von 8 bis 12 km auftreten und umgangssprachlich auch als Schleierwolken bezeichnet werden.
Eine Halo-Art sind sogenannte Nebensonnen. Nebensonnen sind helle, leicht farbige Flecken links und rechts von der Sonne. Am vergangenen Mittwoch (23.09.2026) konnten abends, etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang, Nebensonnen im Raum Stuttgart beobachtet werden. Bei der Entstehung dieser Halo-Art erfolgt die Lichtbrechung an zwei Seitenflächen der Eiskristalle, genauer an Eiskristallen in Form von Plättchen. Die unterschiedlichen Anteile des Sonnenlichtes werden dabei verschieden stark abgelenkt, so dass das sichtbare, weiße Sonnenlicht in seine Farbanteile aufgespalten wird. Damit entsteht eine regenbogenfarbene Leuchterscheinung, zur Sonne hin mit dem roten Lichtanteil. Sind Nebensonnen besonders intensiv ausgeprägt, zeigt sich ein weißer, nach außen (von der Sonne weg) gerichteter Schweif.
Nebensonnen können relativ oft im Jahr auftreten, im Gegensatz zu einer anderen Halo-Art, die vor einigen Jahren ebenfalls im Stuttgarter Raum beobachtet werden konnte: ein Zirkumhorizontalbogen.
Eine der Hauptbedingungen für die Entstehung eines solchen Zirkumhorizontalbogens ist ein sehr hoher Sonnenstand. Dadurch kann der Lichtstrahl an einer Seitenfläche und der unteren Basisfläche des Eiskristalles gebrochen werden. Erst ab einer Sonnenhöhe von 57,8° zeigt sich der Bogen unterhalb der Sonne am Horizont. Im Norden Deutschlands besteht daher nur an wenigen Tagen um die Sommersonnenwende die Möglichkeit, einen Zirkumhorizontalbogen zu sehen. In Richtung Bayern und Baden-Württemberg sind die Voraussetzungen hinsichtlich der Sonnenhöhe von Anfang Mai bis Anfang August gegeben.
Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.09.2026
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Seit März gab es im Deutschlandmittel keinen Monat mehr mit ausreichendem Niederschlag. Der langjährige Klimamittelwert (Referenzjahre 1991 bis 2020) wurde mit dem Monat August sechs Mal in Folge unterboten. Regional sieht es zwar in den einzelnen Monaten auch anders aus, das Grundproblem bleibt aber bestehen: Es regnet zu wenig in der Fläche. Die Gewitter im Sommer oder die Stauniederschläge im Frühjahr an den Alpen und Mittelgebirgen sorgten nur auf wenigen Quadratkilometern und nur für kurze Zeit für eine Entspannung der Trockenheitslage.
Sehen wir uns die gefallenen Niederschläge im Frühjahr 2026 an. Aus Messwerten aller Stationen des Deutschen Wetterdienstes werden jeden Monat Summenkarten zum Niederschlag erstellt. Auch nach jeder Jahreszeit werden die Niederschlagsmengen aufsummiert. Neben der tatsächlichen Niederschlagshöhe (links im nachfolgenden Bild) kann man auch immer die Abweichung vom langjährigen Mittel ansehen (rechts im nachfolgenden Bild).
Niederschlagshöhe in Deutschland im Frühling 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Dabei fällt für das Frühjahr (Bild oben) der besonders trockene Süden und Osten auf, wo teils weniger als 75 Liter pro Quadratmeter fielen. Das entspricht nur gut 50 Prozent des klimatologisch normalen Niederschlags. Im Sommer (Bild unten) verschiebt sich die Trockenheit in den Westen und Südwesten des Landes. Mengenmäßig ist zwar im Sommer mehr Niederschlag gefallen als im Winter, die Abweichung von der Klimanorm beträgt dennoch gut minus 50 Prozent.
Niederschlagshöhe in Deutschland im Sommer 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Betrachten wir die Abweichung der aktuell herrschenden Bodenfeuchte in den oberen Erdschichten (bis 60 cm Tiefe) zur Referenzperiode von 1991 bis 2020, so fällt vor allem der Süden und Südwesten mit tiefbrauner Farbe auf. Die Abweichung der Bodenfeuchte liegt in diesen Regionen bei unter -50 Prozent. Die Böden sind demnach halb so feucht, wie sie es im Mittel in den Jahren 1991 bis 2020 waren.
Abweichung Bodenfeuchte unter Gras, bis 60 cm Tiefe. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Es wundert also nicht, dass die Flüsse wenig Wasser führen. Auf den Seiten der Hochwasserzentralen sieht man vermehrt Pegel mit Niedrigwasser. Egal ob in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen oder Baden-Württemberg – Begriffe wie „mittleres Niedrigwasser“ dominieren die Karten.
Ein Blick in die Wetterkarten verheißt für die kommenden Tage auch keine Besserung. Flächiger Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht. Stattdessen überwiegen Sonnenschein und spätsommerliche Wärme. Erst nach Wochenmitte bringt eine Front Regen in die Westhälfte Deutschlands. Regional könnte dieser im Nordwesten und Westen auch kräftig ausfallen und die Dauerregenschwellen überschreiten. Nach Osten kommt die Front jedoch nicht, Hoch Arno stellt sich wie ein Bollwerk dagegen und lässt sie über der Mitte Deutschlands verhungern. In weiterer Folge deutet sich bereits wieder hoher Luftdruck und damit mehrheitlich trockenes Wetter an.
Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.09.2026
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-27-image-1.jpg6701000WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-27 12:00:002026-10-03 21:29:33Tag der Flüsse
Aktuell erstreckt sich eine Hochdruckbrücke von Westeuropa über Mitteleuropa bis nach Russland. Dabei ist die zuvor eingeflossene Luftmasse subpolaren Ursprungs zur Ruhe gekommen und in den bereits sehr langen und klaren Nächten sanken die Temperaturen deutlich ab. So kam es auch in der vergangenen Nacht stellenweise wieder zu Bodenfrost. Vereinzelt gab es sogar Luftfrost. Am kältesten wurde es dabei in einigen Tallagen der Mittelgebirge. Im Nordwesten des Landes und auf den Bergen der Mittelgebirge blieb es dagegen deutlich milder. Grund für die höheren Temperaturen auf den Bergen war eine markante Temperaturinversion im Südwesten, die sich über Nacht gebildet hatte. Im Nordwesten zogen dagegen hohe Wolken auf, die sich auf der Vorderseite eines von Westen herannahenden Trogesentwickelten.
Dieser Trog schwenkt am heutigen Samstag über Dänemark hinweg nach Südskandinavien. Damit verbunden ist ein Tief in Bodennähe, dessen Kaltfront allerdings kaum vorankommt und von einem sich von Westen heranrückenden Höhenrücken überlagert wird. Somit fällt auch im Norden und Nordwesten nur stellenweise etwas Regen. In den restlichen Landesteilen zeigt sich die Sonne häufiger, im Süden scheint sie dort sogar ungestört von früh bis spät. Mit dem Zustrom sehr warmer Luftmassen aus Südwesteuropa steigen die Temperaturen im Vergleich zu den Vortagen weiter an. So werden in der Südwesthälfte Spitzenwerte von 23 bis 29 Grad erwartet. Entlang des Oberrheins sind örtlich auch bis zu 30 Grad möglich.
Die Vorhersagekarte für Sonntag, den 27.09.2026 um 12 UTC. Eine Hochdruckzone erstreckt sich von Russland, über Zentraleuropa, bis in den Mittelmeerraum. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Am Sonntag dehnt sich der Höhenrücken langsam weiter in Richtung Osteuropa aus. Damit verbunden ist eine Hochdruckzone am Boden, die sich von Russland bis nach Mitteleuropa erstreckt, womit die Strömung auf südliche Richtungen dreht. Dadurch werden subtropische Luftmassen herangeführt. Bei Temperaturen von 10 bis 16 Grad in 1,5 Kilometern Höhe und bis zu 32 Grad am Oberrhein in Bodennähe sind Dekadenrekorde an einzelnen Stationen durchaus wahrscheinlich. Möglicherweise könnte sogar der höchste deutschlandweite Dekadenrekord von 32,2 Grad, gemessen am 21.09.2018 im sächsischen Klipphausen-Garsebach, erreicht werden.
Und auch in der kommenden Woche bleibt uns das überwiegend freundliche und sehr warme Spätsommerwetter erhalten. Zu Wochenbeginn entwickelt sich über dem östlichen Atlantik ein kräftiges Sturmtief. Dieses Sturmtief verlagert sich aufgrund eines kräftigen, blockierenden Hochs über Skandinavien bis zur Wochenmitte nach Nordwesten in Richtung Island. Dabei wird ab Dienstag erneut ein Schwall sehr warmer Luft subtropischen Ursprungs über West- und Mitteleuropa nach Norden geführt. Damit sind am Dienstag und Mittwoch auch in den Niederungen im Westen örtlich Temperaturen bis zu 30 Grad möglich. Somit sind dort und vor allem im Südwesten des Landes mehrere Tage mit Höchsttemperaturen um 30 Grad möglich.
Die synoptische Übersicht für Dienstag, den 29.09.2026 um 12 UTC. Auf der Vorderseite eines kräftigen Sturmtiefs über dem nordöstlichen Atlantik wird sehr warme Luft subtropischen Ursprungs nach Norden geführt. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Erst in der zweiten Wochenhälfte könnte es von Westen her zu einer sukzessiven Abkühlung kommen. Dann sind auch zumindest vorübergehend schauerartige Niederschläge und einzelne Gewitter möglich. Am besten stehen die Chancen auf signifikante Niederschlagsmengen in der Westhälfte des Landes. Allerdings nehmen gleichzeitig die Unsicherheiten in der Modellwelt deutlich zu. Somit bleibt abzuwarten, ob auf die spätsommerliche Wetterepisode auch nennenswerte Niederschläge folgen. Eines steht aber fest: Der Sommer scheint sich auch Ende September noch nicht ganz geschlagen zu geben!
Diese Grafik zeigt die prognostizierte Tageshöchsttemperatur von Sonntag bis Dienstag, den 29.09.2026. Vor allem in den Niederungen in der Südwesthälfte werden Spitzenwerte um 30 Grad erwartet. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Die beste Reisezeit für Irland ist Mai bis September: Dann ist es am mildesten, die Tage sind lang und viele Sehenswürdigkeiten gut zugänglich. Mai und Juni zählen zu den niederschlagsärmeren Monaten, Juli und August sind die wärmsten und belebtesten. Wechselhaft bleibt das Wetter das ganze Jahr – wer das Atlantikklima versteht, plant entspannter und erlebt Irland intensiver.
Für eine Rundreise sind besonders Mai, Juni und September interessant. Doch warum regnet es im Westen häufiger als rund um Dublin? Und wann werden Wind und Wellen an der Atlantikküste zum Hauptgrund für eine Reise? Die Antworten liegen in Irlands Lage zwischen Ozean, vorherrschenden Westwinden und Gebirgen.
Auf einen Blick
Beste Monate: Mai bis September; für Rundreisen besonders Mai, Juni und September.
Trockenere Region: Der Osten ist im langjährigen Mittel niederschlagsärmer als der Westen.
Tageslicht im Juni: Um die Sommersonnenwende sind etwa 17 Stunden Tageslicht möglich – nicht 17 Stunden Sonne.
Packliste: Schichten, wasserdichte Jacke, feste Schuhe und Sonnenschutz gehören unabhängig vom Monat dazu.
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Wann ist die beste Reisezeit für Irland?
Mai bis September eignet sich für die meisten Irlandreisen am besten: Es ist vergleichsweise mild, und lange Tage lassen Spielraum für spontane Wetterpausen.
Für eine Irland-Rundreise sind Mai, Juni und September besonders gute Monate. Im Mai und Juni bleibt nach einer längeren Fahrt oft noch Zeit für einen Küstenspaziergang; beliebte Orte sind meist weniger belebt als in der sommerlichen Hauptreisezeit. Im September kommt die ruhigere Nachsaison hinzu. Allerdings werden die Tage dann bereits merklich kürzer.
Juli und August bieten die höchsten durchschnittlichen Temperaturen und passen gut zu Reisen während der Schulferien. Mehr Andrang an bekannten Aussichtspunkten und Unterkünften gehört zur Abwägung. Wer draußen möglichst viel Zeit verbringen möchte, sollte deshalb nicht allein nach dem wärmsten Monat wählen, sondern auch Tageslänge, Reiseroute und gewünschte Ruhe berücksichtigen.
Mai und Juni bedeuten keine Schönwettergarantie. Nach den Klimanormalwerten von Met Éireann fällt im landesweiten Monatsmittel im April mit rund 79 Millimetern sogar etwas weniger Niederschlag als im Mai mit rund 82 und im Juni mit rund 85 Millimetern. Das sind Durchschnittswerte für Irland, keine Vorhersage für einen bestimmten Urlaubsort oder Reisetag.
Warum ist das Wetter in Irland so wechselhaft?
Das irische Wetter ist oft wechselhaft. Irlands Lage am Nordatlantik bringt feuchte Luftmassen, Westwinde und durchziehende Tiefdruckgebiete zusammen. So können sich Wolken, Sonne und Schauer rasch ablösen.
Der Ozean wirkt zugleich als Temperaturpuffer: Wasser erwärmt und kühlt sich langsamer als Land. Der Nordatlantikstrom, eine Fortsetzung des Golfstromsystems, trägt zum milden maritimen Umfeld bei. Die Folge sind im Vergleich zu vielen Orten derselben geografischen Breite eher milde Winter und mäßig warme Sommer. Wie sich ein einzelner Tag anfühlt, entscheiden dennoch Windrichtung, Bewölkung und die jeweils vorbeiziehenden Wettergebiete.
Vorherrschende Westwinde führen Luft vom Atlantik heran. Nähert sich ein Tief, können Wind und Niederschlag zunehmen; danach öffnen sich mitunter wieder längere freundliche Abschnitte. Die oft zitierte Erfahrung von „vier Jahreszeiten an einem Tag“ beschreibt diesen schnellen Wechsel, nicht vier tatsächliche Klimajahreszeiten innerhalb weniger Stunden.
Für die Tagesplanung heißt das: Ein Schauer muss nicht das Ende einer Wanderung bedeuten. Umgekehrt sollte ein sonniger Morgen kein Anlass sein, die Regenjacke im Quartier zu lassen. Besonders an der Küste lohnt es sich, aktuelle Vorhersagen und Warnungen kurz vor dem Aufbruch erneut anzusehen.
Westküste vs. Ostküste – wo regnet es weniger?
Im langjährigen Mittel ist der Osten Irlands trockener. Im Westen trifft feuchte Atlantikluft zuerst auf Küsten und Höhenzüge; beim Aufsteigen kühlt sie ab, sodass sich Wolken und Niederschlag bilden. Dieser Steigungsregen fällt unter anderem an Berglandschaften in Kerry, Connemara und Donegal ins Gewicht. Östlich der höheren Gebiete kommt häufiger weniger Niederschlag an.
Die regionalen Durchschnittswerte von Met Éireann machen die Größenordnung sichtbar: In Regionen entlang der Ostküste liegen die jährlichen Niederschlagssummen bei etwa 878 Millimetern, in südwestlichen Bergregionen bei bis zu etwa 2.044 Millimetern. Das sind regionale Klimamittelwerte, keine Messwerte für Dublin, Galway oder einen einzelnen Aussichtspunkt. Landesweit beträgt das Jahresmittel rund 1.288 Millimeter.
Region
Beispielorte
Wetter-Charakter
Windexposition
Tipp
Westküste
Galway, Clare, Kerry, Donegal
Häufiger feucht; wechselndes Licht zwischen Meer und Bergen
Offene Küstenabschnitte sind Atlantikwinden besonders ausgesetzt.
Je nach Wetterlage geschützter als offene Westküsten.
Trockenere Region: gut für Stadt- und Ausflugstage kombinierbar.
Süden
Cork, Kinsale
Maritim geprägt; Bedingungen unterscheiden sich zwischen Küste und Inland.
Vorsprünge und Buchten können sehr unterschiedliche Windverhältnisse haben.
Vor Küstenwegen die örtliche Vorhersage prüfen.
Wer im Westen unterwegs ist, erlebt häufiger Wind und Regen, aber oft auch eindrucksvolles Licht zwischen den Schauern. Der trockenere Osten ist wiederum keine Ausweichroute mit Sonnengarantie: Ein durchziehendes Tief kann beide Seiten der Insel erfassen.
Wie ist das Wetter in Irland Monat für Monat?
Von März bis Mai werden die Tage länger; der Sommer ist am mildesten. September eignet sich oft noch für Rundreisen, während der Winter kürzere Tage und mehr Sturmphasen bringt.
Die folgende Übersicht ordnet alle Monate nach Jahreszeiten. Sie beschreibt typische Bedingungen, keine verlässliche Vorhersage für einen konkreten Reisetermin. „Tageslicht“ meint die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, nicht die gemessene Sonnenscheindauer.
Irland-Wetter im Jahresverlauf – welche Jahreszeit passt zu wem?
Jahreszeit
Temperatur am Tag
Niederschlag/Wind
Tageslicht
Andrang
Ideal für
Frühling: März–Mai
Zunehmend mild, morgens oft frisch
April und Mai zählen im Landesmittel zu den niederschlagsärmeren Monaten.
Jeden Monat länger
Meist geringer als im Hochsommer
Rundreisen ab Mai, Wandern und Naturbeobachtung
Sommer: Juni–August
Die mildesten bis wärmsten Monate
Schauer und windige Tage bleiben möglich.
Im Juni besonders lang
Im Juli und August am höchsten
Rundreisen im Juni, Familien und lange Outdoor-Tage
Herbst: September–November
Im September oft noch mild, später kühler
Ab Oktober häufiger kräftige Tiefdrucklagen
Deutlich abnehmend
Nach dem Sommer geringer
Rundreisen im September; Wellenreiter im Herbst
Winter: Dezember–Februar
Maritim mild, bei Wind dennoch kühl
Sturmphasen und häufigere Niederschläge einplanen.
Kurz
Abseits der Feiertage oft gering
Städtetrips; Wellenreiter mit Erfahrung und Ortskenntnis
Beste Reisezeit für Rundreisen: Mai, Juni und September. Beste Zeit für Wellenreiter: häufig Herbst bis Frühling – abhängig von Spot, Können und aktuellen Bedingungen.
Frühling (März–Mai): Blütezeit und erste lange Tage
Im März wächst das nutzbare Tageslicht bereits spürbar, doch auf offenen Höhen und an der Küste bleibt eine windfeste Schicht sinnvoll. Der April eignet sich für alle, die wechselndes Frühlingslicht mögen. Im Mai werden Tagesausflüge leichter planbar: Nach einer Schauerpause bleibt oft noch Zeit für einen zweiten Halt.
Nach den Klimanormalwerten von Met Éireann ist der Mai mit durchschnittlich rund 191 Sonnenstunden im landesweiten Monatsmittel der sonnenscheinreichste Monat. Diese Zahl bezeichnet tatsächlich gemessene Sonnenscheindauer und ist nicht mit der viel längeren möglichen Tageslichtzeit gleichzusetzen.
Sommer (Juni–August): milde Temperaturen und lange Abende
Der Juni bringt besonders viel Tageslicht. Rund um die Sommersonnenwende sind im Raum Dublin ungefähr 17 Stunden zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang möglich; im übrigen Land variiert die Tageslänge etwas. Auch wenn Wolken aufziehen, lässt sich dadurch ein Ausflug nach einer Pause oft fortsetzen.
Die durchschnittlichen Monatsmitteltemperaturen für Irland liegen laut Met Éireann im Juni bei 13,6 Grad Celsius, im Juli bei 15,2 und im August bei 15,0 Grad Celsius. Monatsmittel beziehen Nächte mit ein und sind keine typischen Tageshöchstwerte. Für den Koffer heißt das: Neben leichter Kleidung gehört auch im Sommer eine zusätzliche Jacke dazu.
Der September verbindet oft noch milde Bedingungen mit weniger Betrieb auf beliebten Routen. Wer die Dingle-Halbinsel oder Connemara fotografieren möchte, kann wechselnde Wolken als Chance für besonderes Licht nutzen und die Route dem aktuellen Wetter anpassen.
Im Oktober und November nimmt das Tageslicht weiter ab. Zugleich können Atlantiktiefs häufiger kräftigen Wind und ausgedehntere Regenphasen bringen. Plane Wanderungen dann eher für den hellen Teil des Tages und halte eine kürzere Alternative bereit, falls sich die Bedingungen ändern.
Im Flachland sind lange Frostperioden wegen des maritimen Einflusses weniger typisch als in vielen kontinentalen Regionen Europas. Frost bleibt dennoch möglich. Die landesweite durchschnittliche Monatsmitteltemperatur beträgt im Januar nach Met Éireann rund 5,3 Grad Celsius – auch das ist kein Tageshöchstwert.
Für längere Küstentouren schränkt vor allem die Kombination aus wenig Tageslicht, Wind und möglichen Sturmwarnungen ein. Ein Winteraufenthalt funktioniert gut mit überschaubaren Etappen, Stadtbesuchen und einer Unterkunft, von der sich Ausflüge kurzfristig anpassen lassen.
Wann ist es in Irland am windigsten?
Am windigsten ist Irland typischerweise im Herbst und Winter, wenn kräftigere Atlantiktiefs häufiger durchziehen; offene Abschnitte der Westküste sind besonders exponiert.
Ein Tiefdruckgebiet ist nicht an jeder Küste gleich zu spüren. Die Zugbahn des Tiefs, der Abstand zwischen den Isobaren und die örtliche Geländeform beeinflussen Richtung und Stärke des Windes. Eine Bucht kann geschützter wirken als die nächste Landzunge; auf einer Klippe kann der Wind zugleich deutlich unangenehmer sein als im nahe gelegenen Ort.
Met Éireann benennt Stürme gemeinsam mit dem UK Met Office und dem niederländischen Wetterdienst KNMI nach abgestimmten Namenslisten. Für die Reiseplanung ist jedoch nicht der Name entscheidend, sondern die aktuelle Warnlage. Bei einer Sturmwarnung solltest du Küstenstraßen an besonders exponierten Stellen und Klippenwanderwege meiden und Hinweise vor Ort beachten.
Wer Wetterkarten liest, kann die Lage besser einordnen: Eng beieinanderliegende Isobaren deuten auf einen stärkeren Druckunterschied und damit auf Windpotenzial hin. Für die Entscheidung am Reisetag zählen trotzdem örtliche Vorhersagen und amtliche Warnungen, nicht eine einzelne Karte.
Welche Reisezeit passt zu welchem Reisetyp?
Für Autorundreisen und Wanderungen eignen sich Mai, Juni und September besonders gut; Familien bevorzugen oft die Ferienmonate, Wellenreiter eher die stürmischere Jahreshälfte.
Bei einer Rundreise mit dem Auto sind lange, helle Tage wertvoller als eine vermeintlich perfekte Wetterprognose Wochen im Voraus. Wer den Irland-Urlaub zur passenden Jahreszeit planen möchte, sollte deshalb neben dem Monat auch die Länge der Fahretappen und die gewünschten Stopps festlegen. Mai, Juni und September geben dafür eine gute Mischung aus Tageslicht und meist geringerem Andrang als in der Hochsaison.
Wandernde: Mai, Juni und September bieten oft gute Bedingungen für Tageswanderungen. In Bergen und an Klippen gelten stets die örtlichen Wetterverhältnisse.
Familien: Juli und August passen zu den Schulferien und langen Tagen. An bekannten Sehenswürdigkeiten lohnt ein früher Start.
Fotografierende: Frühling und Herbst bringen wechselnde Wolkenbilder und interessante Lichtstimmungen. Ein zweites Zeitfenster für Aussichtspunkte hilft bei Nebel.
Wellen- und Windsportler: Herbst bis Frühling ist für kräftigere Atlantikbedingungen interessant, verlangt aber besonders sorgfältige Spot- und Sicherheitsplanung.
Keine dieser Empfehlungen bedeutet, dass jeder Tag der Saison gleich ausfällt. Prüfe vor einer Wanderung oder Wassersporteinheit nicht nur die landesweite Wetterlage, sondern möglichst auch die Vorhersage für die konkrete Küste und Tageszeit.
Wann lohnt sich Irland für Surfer, Wind- und Kitesurfer?
Für Wellenreiter ist die Atlantikküste häufig von Herbst bis Frühling besonders interessant; Wind- und Kitesurfer müssen zusätzlich Richtung, Stärke und Bedingungen am einzelnen Spot prüfen.
In der kühleren Jahreshälfte erreichen häufiger kräftige Dünungen aus dem Nordatlantik die Westküste. Das macht Irland für erfahrene Wellenreiter reizvoll, ist aber keine Wellengarantie: Zwischen zwei Wetterlagen können Swell, Windrichtung und Wellenqualität stark wechseln. Für Windsurfer und Kitesurfer sagt eine gute Wellenprognose allein noch wenig über einen geeigneten Einstieg oder sichere Bedingungen aus.
Zu den bekannten Orten zählen Bundoran in Donegal, Strandhill bei Sligo und Lahinch in Clare. In Kerry sind Brandon Bay und der Bereich der Magharees weitere Namen auf der Spotkarte. Diese Orte unterscheiden sich deutlich: Strandform, Ausrichtung, Brandung und Gezeiten können selbst innerhalb einer Region andere Anforderungen stellen. Ein bekannter Spot ist daher nicht automatisch ein passender Spot für jedes Erfahrungsniveau.
Das Wasser bleibt ganzjährig kühl. Ein den aktuellen Bedingungen angemessener, ausreichend dicker Neoprenanzug und passende weitere Ausrüstung sind wichtiger als der Kalendermonat. Wer einen Spot noch nicht kennt, sollte sich an eine lokale Surfschule oder ortskundige Ansprechpersonen wenden und Gezeiten, Strömungen, Einstiegsstellen sowie aktuelle Warnungen prüfen. Bei unsicheren Bedingungen ist ein Ausflug an Land die bessere Wahl.
Bild von oneloveonephoto auf Magnific
Wie viele Tage sollte man für eine Irland-Rundreise einplanen?
Sieben Tage reichen für eine kompakte Südroute, zehn Tage für Süden und Westen mit mehr Pausen; vierzehn Tage eröffnen zusätzlich Connemara und Donegal.
Sieben Tage: Beschränke dich auf den Süden der Republik Irland. Cork und Kinsale lassen sich etwa mit der Dingle-Halbinsel oder einer Runde über den Ring of Kerry verbinden. Beides zusätzlich mit langen Abstechern zu weit entfernten Küsten zu kombinieren, lässt wenig Raum für spontane Stopps. Gerade auf schmaleren Straßen ist die Fahrzeit wichtiger als die reine Kilometerzahl.
Zehn Tage: Jetzt können der Süden und ein Teil des Westens entspannter zusammenkommen. Auf einer Route Richtung Galway lassen sich der Burren und die Cliffs of Moher einplanen. An den Klippen kann Nebel die Sicht stark einschränken; ein flexibles Besuchsfenster ist sinnvoller als eine fest verplante Stunde. Auch im Burren ändern Nässe und Wind, wie angenehm sich ein Fußweg anfühlt.
Vierzehn Tage: Zusätzliche Zeit ermöglicht Abschnitte des Wild Atlantic Way über Connemara bis nach Donegal. Dieser Küstenverlauf ist kein Programm, das vollständig „abgehakt“ werden müsste. Wähle lieber wenige Regionen und verbringe dort auch einmal einen zweiten Tag. Nordirland wäre eine gesondert zu planende Erweiterung; die hier beschriebenen Routenvorschläge konzentrieren sich auf die Republik Irland.
Als grobe Orientierung lassen Tagesetappen von etwa 150 bis 200 Kilometern Spielraum für Aussichtspunkte und Schauerpausen. Auf kurvigen Küstenstrecken kann selbst das bereits ein voller Fahrtag sein. Linksverkehr und Kreisverkehr im Uhrzeigersinn fühlen sich mit etwas Ruhe schnell vertrauter an – besonders, wenn der erste Fahrtag bewusst kurz bleibt.
Lege Ausflüge mit weiter Aussicht nicht zwingend auf einen einzigen Zeitpunkt fest: Für die Cliffs of Moher oder die Höhen in Connemara lohnt ein Blick auf die örtliche Vorhersage am Vorabend und nochmals am Morgen. Die Wetterinformationen und Apps von Met Éireann helfen dabei, Warnungen und die Tagesentwicklung zu prüfen. Zieht ein Schauer durch, lässt sich oft erst eine geschützte Pause einlegen und anschließend der Spaziergang nachholen.
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Was gehört bei jedem Wetter in den Koffer?
Für Irland funktioniert Kleidung in Schichten am besten: Sie lässt sich zwischen windiger Küste, kühlerem Schauer und milderem Nachmittag schnell anpassen.
Wasserdichte Jacke: Sie sollte auch bei Wind bequem über einer zusätzlichen Schicht sitzen.
Leichte und wärmende Lagen: So kannst du auf Temperaturwechsel reagieren, ohne für jede Wetterlage ein eigenes Outfit mitzunehmen.
Feste Schuhe: Rutschfestes Schuhwerk hilft auf feuchten Wegen und unebenem Boden.
Sonnenschutz: Auch bei Wolken sind UV-Strahlung und kurze sonnige Abschnitte nicht zu unterschätzen.
Kleiner Tagesrucksack: Darin bleiben zusätzliche Schicht, Wasser und Wetterschutz unterwegs griffbereit.
Für Küstenwanderungen ist außerdem entscheidend, was du vor dem Start prüfst: Wind, Regenentwicklung und eventuelle Warnungen. Gute Ausrüstung erweitert die Möglichkeiten, ersetzt aber keine passende Routenentscheidung.
FAQ
Welcher Monat ist der beste für Irland?
Mai und Juni sind für viele Rundreisende besonders attraktiv: Die Tage sind lang, beide Monate zählen zu den niederschlagsärmeren, und es ist oft ruhiger als im Hochsommer.
Wie warm wird es in Irland im Sommer?
Der Sommer ist meist angenehm mild. Met Éireann nennt landesweite Monatsmitteltemperaturen von 13,6 Grad im Juni, 15,2 Grad im Juli und 15,0 Grad im August; eine Jacke bleibt sinnvoll.
Regnet es in Irland wirklich ständig?
Nein. Zwischen Schauern gibt es auch trockene und sonnige Abschnitte. Dauerregen ist möglich, aber nicht die tägliche Regel; im regionalen Mittel ist der Osten trockener als der Westen.
Lohnt sich Irland im Herbst?
Ja, besonders im September: Viele Reisende schätzen die mildere Nachsaison und das wechselnde Licht. Ab Oktober solltest du kürzere Tage und kräftigere Windphasen stärker berücksichtigen.
Kann man im Winter nach Irland reisen?
Ja. Städte und kürzere Ausflüge lassen sich gut planen. Im Flachland sind lange Frostperioden weniger typisch, doch kurze Tage und mögliche Sturmwarnungen verlangen Flexibilität.
Wann sind die Tage in Irland am längsten?
Rund um die Sommersonnenwende im Juni. Im Raum Dublin sind dann ungefähr 17 Stunden Tageslicht möglich; das ist die mögliche Tageslänge, nicht die tatsächliche Sonnenscheindauer.
Wann kann man in Irland surfen?
Surfen ist nicht auf eine einzige Jahreszeit beschränkt. Kräftiger Atlantik-Swell tritt häufig von Herbst bis Frühling auf; Neopren, Ortskenntnis und die Prüfung von Gezeiten und Strömungen sind wichtig.
Wie viele Tage braucht man für eine Irland-Rundreise?
Sieben Tage passen für den Süden in kompakter Form. Mit zehn Tagen lassen sich Süden und Westen entspannter verbinden; vierzehn Tage schaffen zusätzlich Raum für Connemara und Donegal.
Fazit – Irland ist ein Ganzjahresziel mit klarer Hauptsaison
Mai bis September ist für die meisten Reisenden die angenehmste Zeit für Irland. Mai, Juni und September bieten Rundreisenden eine besonders gute Verbindung aus Tageslicht, milden Bedingungen und meist weniger Andrang als im Hochsommer. Im Herbst und Winter rücken kräftigere Atlantiklagen stärker in den Vordergrund – für Wellenreiter ein möglicher Reiz, für Küstenwanderungen ein Grund zu genauerer Planung.
Entscheidend ist weniger die Suche nach einem garantiert trockenen Monat als eine Route mit Spielraum: Wetter vor Ort prüfen, Aussichtspunkte bei guter Sicht besuchen und Schauerpausen gelassen einbauen. Wer dafür Anregungen sucht, kann Wetter- und Reisetipps für die Grüne Insel in die eigene Planung einbeziehen.
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/irland-klippen-pexels-andras-stefuca.jpg6271200WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-25 20:05:562026-09-25 20:40:07Beste Reisezeit für Irland: Wetter, Wind und Klima Monat für Monat
Hierfür ist es wichtig zwischen Luftfrost und Bodenfrost zu unterscheiden. Von Luftfrost spricht man, wenn die Temperatur in 2 Meter Höhe über Grund unter den Gefrierpunkt fällt. Damit Bodenfrost auftritt, muss sich die Luft in einer Höhe von 5 Zentimeter über Grund auf unter 0 Grad Celsius abkühlen, dabei kann die Temperatur auf einer Höhe 2 Meter über Grund gemessen durchaus über dem Gefrierpunkt liegen. Dies passiert in Herbstnächten dann, wenn drei Faktoren erfüllt sind: wenig Bewölkung, eine geringe Luftfeuchte und möglichst niedrige Windgeschwindigkeiten.
In der Nacht gibt die Erdoberfläche langwellige Wärmestrahlung an die Atmosphäre ab und kühlt dadurch aus. Die bodennahe Luft wird dabei ebenfalls abgekühlt, sodass ihre Temperatur sinkt. Bei einem wolkenfreien Himmel kann diese Strahlung ungehindert ausstrahlen. Wolken absorbieren einen Teil der langwelligen Strahlung und geben selbst Wärmestrahlung ab. Ihre Gegenstrahlung zur Erdoberfläche schwächt die nächtliche Abkühlung ab.
Auch die relative Luftfeuchte spielt eine Rolle. Beim Abkühlen steigt die relative Luftfeuchte. Wird der Taupunkt erreicht, kann Wasserdampf kondensieren. Es wird also flüssig. Bei dem Phasenübergang von gasförmig zu flüssig wird aber viel Energie, die sogenannte latente Energie, freigesetzt. Diese war zuvor im Wasserdampf gespeichert und sorgt, wenn sie freigesetzt wird, für eine Erwärmung der Umgebungsluft (mehr dazu beim Thema des Tages vom 22.09.2026). Somit verhindert Nebelbildung eine starke Abkühlung.
Zuletzt braucht man noch geringe Windgeschwindigkeiten, damit keine Durchmischung der Luftschichten stattfindet. Kalte Luft hat eine höhere Dichte als warme Luft, sie ist also schwerer und sammelt sich in Bodennähe. Würde nun ein starker Wind wehen, würde dieser die kalte Bodenschicht mit den darüberliegenden wärmeren Schichten vermischen. Diese Durchmischung kann eine starke Auskühlung der bodennahen Luft verhindern, die für das Auftreten von Bodenfrost nötig ist.
Nun ist zwar klar wie es zu den niedrigen Temperaturen und damit zum Bodenfrost kommt, aber warum sind dann Tallagen besonders häufig davon betroffen?
Das liegt vor allem an ihrer Topographie, also ihrer Lage im Gelände. Wie bereits beschrieben hat kalte Luft eine höhere Dichte als warme Luft und sammelt sich in Bodennähe. Wenn sich nun Kaltluft in der Bodenschicht der umliegenden Hänge eines Tals bildet, fließt diese, angetrieben durch die Schwerkraft den Hang hinunter und sammelt sich im Tal. Dies wird auch gravitative Dichteströmung genannt.
Neben der Abkühlung vor Ort kann in das Tal zusätzliche Kaltluft von den umliegenden Hängen einfließen. Es wirkt dadurch als Sammelbecken. Die kalte Luft sammelt sich also an der tiefsten Stelle im Gelände und sorgt dort für besonders niedrige Temperaturen.
Damit es bereits im frühen Herbst zu Bodenfrost kommt, müssen all diese Faktoren erfüllt sein. So kann es vorkommen, dass an einer Station Temperaturen unter 0 Grad Celsius und Bodenfrost auftreten, während wenige Kilometer weiter Plusgrade gemessen werden. Denn bereits kleine Unterschiede in der Topographie, der Bewölkung, der Windgeschwindigkeit oder der Luftfeuchtigkeit können dabei einen deutlichen Einfluss auf die Temperatur in Bodennähe haben.
In der Nacht zum Freitag lässt sich gut der Unterschied der Temperatur in 5 Zentimeter und 2 Meter Messhöhe und der Einfluss der Bewölkung erkennen. An nahezu allen Stationen ohne Bewölkung wurde in 5 Zentimeter eine niedrigere Temperatur gemessen als in 2 Meter Höhe. Die Bodenschicht konnte hier also stärker auskühlen. Im Nordosten unter der Bewölkung dagegen, liegen die Temperaturen zum einen deutlich höher als im restlichen Bundesgebiet, zum anderen sind kaum Unterschiede zwischen den Höhen feststellbar.
Nächtliche Minimumtemperaturen am 25.09.2026 bis 08:00 MESZ, links in 5 cm Höhe und rechts in 2 m Höhe. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
An den Stationen in Gießen-Wettenberg (203 m) und am Hoherodskopf (740 m) zeigt sich, dass in der höheren Lage die Temperaturen nie unter 3 Grad gefallen sind, während an der Messstation auf 203 m die Temperaturen auf 0 Grad gefallen sind.
Nächtliche Minimumtemperatur in 5 cm Höhe am 25.09.2026 bis 08:00 Uhr MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Wenn all die hier beschriebenen Bedingungen erfüllt sind, entsteht aber nicht nur Bodenfrost, sondern auch eine sogenannte Bodeninversion. Unter einer Inversion versteht man in der Meteorologie eine Umkehr des Temperaturverlaufs mit der Höhe. Normalerweise nimmt die Lufttemperatur mit der Höhe ab. Bei einer Inversion dagegen steigt die Temperatur mit der Höhe an. Um eine Bodeninversion handelt es sich dann, wenn sich die bodennahe Luftschicht durch Ausstrahlung abkühlt und dadurch unter wärmeren Schichten liegt. Die Bodeninversion kann man besonders gut durch Radiosondenaufstiege erkennen, da hier die Temperatur mit steigender Höhe gemessen wird.
Radiosondenaufstieg von Idar-Oberstein am 25.09.2026 um 06.00 Uhr UTC. In rot wird der Temperaturverlauf mit der Höhe dargestellt; in blau der Verlauf des Taupunkts. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Auch in der nächsten Nacht kann aufgrund des Hochdruckeinflusses und der damit verbundenen trockenen Luft, niedrigen Windgeschwindigkeiten und geringer Bewölkung das Phänomen Bodenfrost in Tallagen und Inversionsbildung beobachtet werden.
Meteorologin Lea Friedel/MSc Sonja Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-25-image-2.jpg4901000WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-25 12:00:002026-10-03 21:31:40Warum Tallagen besonders frostgefährdet sind
Die Sonne zeigte sich in diesem Jahr über Deutschland mal wieder ungewöhnlich oft am Himmel. Somit wird das Jahr 2026 nicht nur wegen der vielen und teils extremen sommerlichen Hitzeperioden mit einem neuen deutschen Temperaturrekord in die Geschichte eingehen. Voraussichtlich wird es auch als eines der sonnigsten Jahre in den Statistiken auftauchen. Gut zwei Drittel des Jahres liegen bereits hinter uns. Da die Nächte nun wieder länger und die Tage zunehmend wolkenreicher werden, haben wir statistisch betrachtet schon über 80 % des jährlichen Sonnenscheins abbekommen. Damit ist es an der Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.
In den ersten acht Monaten (Januar bis August) schien die Sonne im bundesweiten Durchschnitt schon 1592 Stunden. Verglichen mit dem vieljährigen Mittel aus den Jahren 1991-2020 (1303 Stunden) ist das ein Plus von 22,2 %, bezogen auf die Periode 1961-1990 (1195 Stunden) sogar ein Plus von 33,2 %. Die Sonne schien also im aktuellen Jahr bis zu jenem Zeitpunkt deutlich häufiger als in durchschnittlichen Jahren. Abbildung 1 verdeutlicht eindrucksvoll, dass mit Ausnahme des Februars in allen weiteren Monaten die Sonne eine fleißige Mitarbeiterin war, die zahlreiche Überstunden machte. Vor allem in den Monaten März, April und Juli überragen die gelben Balken des Jahres 2026 die vieljährigen Mittelwerte (graue Balken) deutlich.
Abb. 1: Monatliche Sonnenstunden im Jahr 2026 (gelbe Säulen) im Vergleich zu den vieljährigen Mittelwerten (graue Säulen). (Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Sollte sich dieser Trend in den noch verbleibenden 3 ½ Monaten fortsetzen, könnte 2026 eines der sonnenscheinreichsten Jahre seit Messbeginn im Jahre 1951 werden. Vergleichen wir dazu das Jahr 2026 mit den bisherigen „Top 3“ der 75-jährigen Messreihe. Das bislang sonnigste Jahr liegt erst vier Jahre zurück. Im Jahr 2022 schien die Sonne im deutschlandweiten Flächenmittel durchschnittlich 2024 Stunden. Auch in den Jahren 2018 und 2003 – letzteres bekannt durch den Jahrhundertsommer – wurde die 2000-Stunden-Marke übertroffen (2018: 2015 Stunden, 2003: 2014 Stunden). Hinter diesen außergewöhnlich sonnigen Jahren rangieren auf den Plätzen vier und fünf mit etwas Abstand das Jahr 1959 mit 1984 Stunden und das vergangene Jahr 2025 mit 1914 Stunden.
Abb. 2: Jahresverlauf der Sonnenstunden im Jahr 2026 im Vergleich zu den vieljährigen Mittelwerten bis zum 15.09.2026. (grafische Darstellung: www.mtwetter.de, mit eigenen Ergänzungen; Datenbasis: DWD)
Nimmt man die knapp 90 Sonnenstunden, die in der ersten Septemberhälfte bereits gemessen wurden, noch dazu, landen wir bereits bei 1681 Stunden. Damit wurde das vieljährige Mittel von 1665 Sonnenstunden der aktuellen Referenzperiode 1991-2020, bezogen auf das gesamte (!) Jahr, bereits vor wenigen Tagen übertroffen (Abbildung 2)! Vergleicht man diesen Wert mit jenen aus den genannten „Top 5“ im selben Zeitraum, stellt man fest, dass nur im Rekordjahr 2022 die Sonne mit 1704 Stunden etwa 23 Stunden länger schien. Unser aktuelles Jahr liegt also zum jetzigen Zeitpunkt auf Platz 2. Damit stehen die Chancen also nicht schlecht, dass 2026 einen Platz auf dem Treppchen ergattern oder 2022 sogar vom Thron stoßen könnte. Ein Platz unter den „Top 5“ erscheint aus heutiger Sicht durchaus wahrscheinlich. Auf welchem Platz das aktuelle Jahr am 31. Dezember stehen wird, hängt vor allem vom Wetterverlauf in der zweiten Septemberhälfte und im Oktober ab. In diesem Zeitraum können bei sonnigen Hochdrucklagen noch reichlich Sonnenstunden gesammelt werden. In den Monaten November und Dezember scheint die Sonne hingegen durchschnittlich nur noch weniger als 100 Stunden, da die dunklen Nächte zu dieser Zeit am längsten sind und auch bei Hochdruck der Himmel oft von Wolken, Nebel und Hochnebel bedeckt ist.
Abb. 3: Anomalie der Sonnenscheindauer über Deutschland inklusive Trendlinien, bezogen auf die Referenzperioden 1961-1990 (links) und 1991-2020 (rechts). (Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Falls Ihnen beim Lesen aufgefallen sein sollte, dass häufig Jahre aus dem aktuellen Millennium genannt wurden, trügt der Schein nicht. Statistische Auswertungen belegen nämlich, dass die Anzahl der gemessenen Sonnenstunden über Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Vor allem im Zeitraum von etwa 1975 bis 1990 schien die Sonne über Deutschland deutlich seltener als heutzutage (Abbildung 3). Ab den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nahmen die Sonnenstunden über Deutschland signifikant zu, was die schwarzen Trendlinien in Abbildung 3 belegen. Bezogen auf den Referenzzeitraum 1961-1990 (linkes Diagramm) lagen seit dem Jahr 2000 gerade einmal vier Jahre minimal unter dem Mittelwert von 1544 Sonnenstunden (graue Säulen), während sich alle weiteren Jahre zum Teil erheblich darüber befanden (gelbe Säulen). Dieser Referenzzeitraum ist also für heutige Verhältnisse nicht mehr repräsentativ. Selbst bei der neueren Referenzperiode 1991-2020 (rechtes Diagramm) fällt auf, dass seit 2018 nur das Jahr 2021 eine unterdurchschnittliche und 2024 eine etwa durchschnittliche Anzahl an Sonnenstunden aufwiesen. Auch ein Blick auf die „Top 10“ der sonnigsten Jahre belegt diesen Trend. Acht der der zehn sonnigsten Jahre in Deutschland seit 1951 wurden nach 2000 gemessen. Dieses Jahr wird sich ebenfalls in diese Riege einreihen. Dass der 2022 aufgestellte Sonnenscheinrekord in diesem Jahr schon wieder wackelt, ist also kein reiner Zufall.
Neben der offiziellen Jahresbilanz, die Ende 2026 vom DWD als Pressemitteilung veröffentlicht wird, werden wir zu Beginn des Jahres 2027 auch an dieser Stelle nochmals im Detail bezüglich Sonnenstunden Bilanz ziehen und bekanntgeben, welchen Platz das Jahr 2026 einnehmen wird.
Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe) Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 16.09.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Sonnenscheinreiches-Jahr-2026-–-Erste-Zwischenbilanz-1.png7001103WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-16 13:02:212026-09-25 09:10:57Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz
Während im östlichen Pazifik bereits drei starke Hurrikane der Kategorie 3 oder höher beobachtet wurden, blieb der Atlantik bislang von einem Hurrikan verschont. Die jüngste tropische Aktivität konzentrierte sich von Ende August bis Anfang September auf den Golf von Mexiko. Dort entwickelte sich Tropensturm EDOUARD, der anschließend an der Golfküste zwischen Louisiana und Texas an Land ging und sich über dem Festland rasch abschwächte. Der Sturm erreichte während seiner relativ kurzen Lebensdauer einen minimalen Kerndruck von etwa 998 hPa und maximale Windgeschwindigkeiten von 85 bis 100 km/h. Damit blieb EDOUARD deutlich hinter der Intensität zurück, die starke Hurrikane im Atlantik erreichen können.
Die bisher aufgetretenen tropischen Wirbelstürme über dem Atlantik in der diesjährigen Saison. Bisher konnte sich noch kein Hurrikan entwickeln. Insgesamt gab es 5 tropische Stürme.
Bereits wenige Tage zuvor hatte sich über dem zentralen Atlantik DOLLY zu einem Tropensturm entwickelt. Auch dieses System konnte sich jedoch nicht nachhaltig verstärken und löste sich unter zunehmend ungünstigen atmosphärischen Bedingungen innerhalb von 24 Stunden wieder auf. Seit dem 3. September ist der Atlantik nun komplett frei von Tropenstürmen und Hurrikans.
Ein wesentlicher Grund für die derzeit geringe Aktivität ist die ausgeprägte vertikale Windscherung. Dabei unterscheiden sich Windgeschwindigkeit und Windrichtung zwischen der unteren und der oberen Troposphäre deutlich. Während in der oberen Troposphäre über dem mittleren Atlantik teils kräftige Westwinde vorherrschen, wehen in der unteren Troposphäre überwiegend eher schwach ausgeprägte östliche Winde. Für tropische Wirbelstürme ist eine solche Umgebung äußerst ungünstig.
Insbesondere im Bereich der Karibik und des tropischen Atlantiks können die mit dem aktuellen El-Niño-Ereignis verbundenen atmosphärischen Zirkulationsänderungen die Windscherung verstärken. Wird ein sich entwickelndes tropisches Tief von starken Winden in höheren Luftschichten überströmt, wird dessen vertikale Struktur zunehmend gestört. Die für eine weitere Intensivierung notwendige symmetrisch angeordnete hochreichende Konvektion kann sich dadurch kaum formieren.
El Niño ist allerdings nicht der einzige Faktor. Die tatsächliche Aktivität einer Hurrikan-Saison ergibt sich aus dem Zusammenspiel verschiedener großräumiger und regionaler Prozesse. Dazu gehören unter anderem die Meeresoberflächentemperaturen, die Windscherung, die Feuchteverteilung in der Atmosphäre, die Lage subtropischer Hochdruckgebiete sowie die Madden-Julian-Oszillation (MJO).
Ein weiterer ungünstiger Faktor ist die derzeit häufig vorhandene trockene Luft über Teilen des tropischen Atlantiks. Trockene Luft in der mittleren Troposphäre kann in tropische Störungen vor allem bei starker vertikaler Windscherung eingemischt werden und dadurch die Entwicklung von hochreichender Konvektion behindern.
Auch die wiederholt auftretenden Saharastaub-Ausbrüche spielen eine Rolle. Staubhaltige, trockene Luftmassen können die Atmosphäre stabilisieren und damit die Bildung beziehungsweise Organisation kräftiger Gewitterzellen erschweren. Für ein tropisches Tiefdruckgebiet ist das problematisch, da seine weitere Entwicklung auf einer anhaltenden und ausreichend hochreichenden Konvektion aufbaut. Die Kombination aus trockener Luft, Saharastaub und starker vertikaler Windscherung stellt deshalb derzeit eine besonders ungünstige Umgebung für die Entwicklung tropischer Wirbelstürme dar.
Aktuell befindet sich zwar ein Gewittersystem über dem subtropischen Atlantik – eine Verstärkung zu einem Hurrikan ist aber zunächst unwahrscheinlich, da sich das Gewittersystem in einer Umgebung mit relativ starker Windscherung befindet. Allerdings könnten sich die Umgebungsbedingungen zur Wochenmitte verbessern. Damit ist im weiteren Verlauf zumindest die Entwicklung des Gewittersystems zu einem Tropensturm nicht ausgeschlossen. Abgesehen davon ist der tropische und subtropische Atlantik, sowie auch der Golf von Mexiko weitgehend störungsfrei. Und auch die Vorhersage für die nächsten Tagen zeigt kein Aufleben der tropischen Wirbelsturmaktivität über dem Atlantik.
Die probabilistische Vorhersage von Tropenstürmen und Hurrikans über dem Atlantik. Aktuell befindet sich eine Störung über dem subtropischen Atlantik, die sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 % innerhalb von 7 Tagen zu einem Tropensturm entwickeln kann.
Ist die Hurrikan-Saison damit schon vorbei?
Die offizielle atlantische Hurrikan-Saison dauert noch bis zum 30. November. Auch wenn der klimatologische Höhepunkt normalerweise von Anfang bis Mitte September liegt, können sich im Oktober und sogar noch im November tropische Wirbelstürme entwickeln.
Derzeit spricht zwar vieles für eine weiterhin unterdurchschnittliche Aktivität. Insbesondere die hohe vertikale Windscherung ist ein wichtiger hemmender Faktor. Dennoch wäre es falsch, bereits jetzt das endgültige Ende der Saison vorherzusagen. Auch die Erfahrung aus vergangenen El-Niño-Jahren zeigt, dass eine ruhige erste Saisonhälfte nicht zwangsläufig eine ruhige zweite Hälfte bedeutet. Das Jahr 1997 ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Damals herrschte ein außergewöhnlich starker El Niño, dennoch entstanden im weiteren Verlauf der Saison insgesamt drei Hurrikane.
Eine mögliche kurzfristige Veränderung könnte zudem durch die Madden-Julian-Oszillation (MJO) ausgelöst werden. Eine Phase verstärkter tropischer Konvektion kann die großräumige Zirkulation über dem Atlantik beeinflussen und dadurch vorübergehend günstigere Bedingungen für tropische Entwicklungen schaffen. Ob daraus tatsächlich Hurrikane entstehen können, hängt jedoch von den gleichzeitig herrschenden atmosphärischen Bedingungen, wie den regionalen Meeresoberflächentemperaturen, der troposphärischen Feuchte und der Windscherung ab.
Damit bleibt die weitere Entwicklung offen. Sollte die starke Windscherung über dem tropischen Atlantik jedoch über längere Zeit bestehen bleiben und sollten keine anderen großräumigen Prozesse für eine deutliche Verbesserung der Bedingungen sorgen, könnte die Saison tatsächlich als eine der schwächsten atlantischen Hurrikan-Saisons in die Statistik eingehen. Historisch schwache Saisons waren insbesondere 1907 und 1914: In beiden Jahren wurde im Atlantik kein einziger Hurrikan registriert. Ob die Saison 2026 am Ende tatsächlich in diese Kategorie fällt, lässt sich aktuell allerdings noch nicht seriös beurteilen.
M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.09.2026
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In einer sehr religiösen Welt, in der die Vorstellung eines Raumes mit absoluter Leere auf Erden nicht in das Glaubensbild der Menschen passte, wollte der Magdeburger Bürgermeister Otto Guericke genau dies erzeugen. 1656 startete er seine Experimentenreihe mit einem Holzfass. Seine Theorie: Wenn zuerst Wasser in das Fass gefüllt wird und er dieses dann ablasse, müsste in dem Fass die gesuchte Leere herrschen. Sein Problem jedoch: Das verwendete Holzfass war nicht komplett dicht und es gelangte Luft hinein. Dies hörte er an den Blasen, die durch das Eindringen der Luft entstanden. Er brauchte ein stabiles und dichtes Gefäß und ließ sich schließlich von einem Kupferschmied zwei Halbkugeln anfertigen. Außerdem verwendete er eine bessere Pumpe, mit der er direkt die Luft aus den zusammengesetzten Halbkugeln absaugen konnte. Nach kräftigem Ziehen und Zerren war schließlich all die Luft aus der Kupferkugel herausgepumpt und Guericke hatte sein Ziel erreicht. In dem Gefäß befand sich absolut nichts.
Doch bei dem Versuch, die beiden Halbkugeln wieder auseinanderzunehmen stellte er etwas Überraschendes fest. Egal wie viele starke Männer er an den beiden Hälften ziehen ließ, sie wollten sich einfach nicht trennen, obwohl sie von außen nicht aneinandergeschraubt waren. Darum besorgte er 16 Pferde und spannte je 8 vor eine Halbkugel. Auch diesen gelang das Auseinanderziehen nicht. Die Luft in der Umgebung schien so stark zu sein, dass sie die beiden Teile so zusammendrückte, dass sie nicht trennbar waren.
Guerickes Experiment, die beiden Halbkugeln mithilfe von Pferden zu trennen.
Mit diesem spektakulären Trick trat Guericke unter anderem bei Fürsten auf. Doch die Frage, wie stark nun die Luft genau sei, ließ ihn nicht los. Um dies herauszufinden, befestigte er die obere Halbkugel an einem Galgen und hängte an die untere Hälfte eine Waage, auf die er nach und nach Gewichte stellte. Gewicht um Gewicht fügte er hinzu, doch die Kugel blieb als Ganzes. Schließlich nach 275 kg trennten sich die beiden Teile. Dass die Luft einem solch hohen Gewicht entgegenwirken konnte, beeindruckte Guericke und er fragte sich, was er noch alles mithilfe dieser Kraft machen könne.
Magdeburger Halbkugeln am Galgen befestigt mit Gewichten darunter.
So kam er auf die Idee, eine luftleere Röhre in Wasser zu halten. Nach seiner Vorstellung müsse das Wasser nun in der Röhre nach oben steigen. Dies geschah auch, sogar bis in eine Höhe von 12,7 Metern. Um zu schauen, wie und ob sich der Wasserstand verändere, markierte Guericke die Höhe des Pegels. Nach einer Weile sank dieser. Guericke vermutete zunächst, dass das Rohr nicht mehr dicht sei. Doch an einem anderen Tag stieg die Wasserhöhe erneut. Das ist wirklich seltsam, oder? Nun ein kleiner Tipp, um des Rätsels Lösung näherzukommen: Der Wasserpegel stieg an Tagen mit gutem Wetter und fiel bei schlechtem Wetter. Guericke entwickelte mit diesen einfachen Mitteln also eine Methode, um festzustellen, ob gerade Hochdruck („schönes“ Wetter) oder Tiefdruck („schlechteres“ Wetter) vorliegt. Bei hohem Außendruck wird das Wasser mehr in das Rohr gepresst und steigt höher, andersherum bei niedrigerem Außendruck. Durch das Studieren dieses Zusammenhangs gelang es ihm, vereinfachte Vorhersagen über das Wettergeschehen zu tätigen. Damit wurde Guericke dann berühmt und durfte sich fortan Otto von Guericke nennen.
Er wies mit seinen Versuchen nicht nur die Existenz des Vakuums nach, sondern entdeckte schon im 17. Jahrhundert eine der Grundlagen der Wettervorhersage.
Meteorologin Anna-Lena Dötsch / Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.09.2026
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Magdeburger-Halbkugeln-Auf-der-Suche-nach-dem-Nichts-1.jpg11171386WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-14 16:06:032026-09-15 20:37:45Magdeburger Halbkugeln – Auf der Suche nach dem Nichts
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