Wer hatte Recht?
Am Sonntag waren die Unterschiede zwischen den Wettermodellen für Dienstag noch groß. Der Deutsche Wetterdienst blickt zurück: Welches Modell hatte recht – oder lag zumindest nahe an der tatsächlichen Entwicklung?
Ein Höhentief erschwert die Vorhersage
Die Vorhersage für Dienstag, den 20. Oktober 2026, gestaltete sich am Wochenende schwierig. Grund dafür war die unterschiedliche Simulation eines Tiefdruckgebietes in höheren Luftschichten. Die Berechnung solcher Kaltlufttropfen bereitet den Wettermodellen häufig Schwierigkeiten; ihre genaue Entwicklung lässt sich mitunter erst kurz vor dem betreffenden Zeitpunkt verlässlich eingrenzen.
Im Beitrag „Mission impossible“ vom 18. Oktober wurde gezeigt, wie unterschiedlich das deutsche Wettermodell ICON, das amerikanische GFS und das IFS des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage die Lage des Höhentiefs am Dienstag berechneten – und welches Wetter daraus jeweils folgen sollte.
So zog das Höhentief am Dienstag
Am Dienstag waren sich die Modelle schließlich einig: Das Tief zog von Polen nach Deutschland.

Bis zum frühen Nachmittag verlagerte es sich westwärts, etwa auf die geografische Breite Hamburgs.

Anschließend zog das Höhentief nach Norden in Richtung Dänemark.

Wolken und Regen im Vergleich zur Vorhersage
Entsprechend entwickelte sich das Wetter: Im Osten waren die Wolken zwar dicht und die Sonne hatte es schwer, doch der Niederschlag lief dem Nordrand des Höhentiefs voraus. Deshalb blieben weite Teile Ostdeutschlands weitgehend trocken, während im Nordosten und Norden etwas Regen fiel.

Welches Wettermodell hatte recht?
Rückblickend lagen ICON und GFS mit ihren Vorhersagen vom Sonntag zumindest für Ostdeutschland näher an der Realität als IFS. Im Südwesten war dagegen IFS näher dran: Im Süden hielten sich längere Zeit dichter Nebel und Hochnebel, die weder ICON noch GFS so simuliert hatten.
ICON und GFS hatten außerdem bereits für den Mittag beziehungsweise Nachmittag dichte Wolken im Westen und Nordwesten erwartet. Tatsächlich dauerte diese Entwicklung bis in den Abend.
Die Mischung macht’s: Kein Wettermodell hat immer recht. Bei schwierigen Wetterlagen lässt sich eine verlässliche Prognose manchmal erst kurz vor dem Ereignis erstellen.
Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 21.10.2026. Der DWD-Text wurde für Windinfo redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; relative Zeitangaben wurden durch konkrete Daten ergänzt. Alle vier DWD-Abbildungen wurden unverändert lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen. Weiterführend: DWD-Originalbeitrag vom 18.10.2026.


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