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Wie wird eigentlich … gemessen? – Temperatur

31. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Auch wenn der Sommer nun (zumindest im meteorologischen Sinne) zu Ende geht, bleiben uns die zahlreichen Meldungen über Hitzerekorde noch deutlich in Erinnerung. Nun stellt sich die Frage: Auf welche Weise kann die Temperatur denn überhaupt gemessen werden?
Offensichtlich ist dafür ein Thermometer notwendig. Doch diese Messgeräte machen sich mitunter viele physikalische Gesetze und Eigenschaften zunutze, um daraus schließlich die Temperatur abzuleiten.

Beispielbild eines Flüssigkeitsthermometers (Quelle: Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Thermometer)

Beginnen wir mit einem klassischen Flüssigkeitsthermometer. Das Prinzip ist einfach. Eine bestimmte Flüssigkeitsmenge – früher Quecksilber, heutzutage oft Ethanol – dehnt sich aus, sobald sie erwärmt wird. Diese Volumenänderung zeigt sich, indem der Pegel der Flüssigkeit entlang eines Röhrchens steigt oder sinkt. Eine entsprechend angepasste Skala (siehe Link für mehr Informationen) gibt die Temperatur an. Doch nicht nur bei Flüssigkeiten lässt sich dieser Effekt verwenden. Eine weitere Thermometerbauweise zeichnet sich dadurch aus, dass zwei unterschiedliche Metallstreifen fest miteinander verklebt werden. Man nennt dies auch „Bimetallstreifen“. Die verschiedenen Wärmeausdehnungskoeffizienten sorgen bei Erwärmung oder Abkühlung dafür, dass sich das Bimetall in eine oder die andere Richtung krümmt. Das Ausmaß der Krümmung lässt auf die Temperatur schließen. Oft werden hierfür Legierungen verwendet, die Eisen, Nickel oder Mangan enthalten. Naheliegenderweise heißen die Messgeräte, die diese Art der Temperaturmessung benutzen, Ausdehnungsthermometer.

Beispielbild eines Bimetall-Thermometers (Quelle: Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bimetallthermometer)

Sogenannte Thermoelemente bestehen aus zwei unterschiedlichen Materialien, zwischen denen eine Spannung gemessen werden kann. Hierbei wird der sogenannte Seebeck-Effekt ausgenutzt. Dieser besagt, dass die gemessene Spannung abhängig vom Temperaturunterschied der beiden Materialien ist. Da nur die Differenz, jedoch nicht der absolute Temperaturwert gemessen werden kann, muss für eine echte Temperaturmessung eine der beiden schon bekannt sein.

Die Funktionsweise eines Widerstandsthermometers beruht darauf, dass der elektrische Widerstand temperaturabhängig ist. Liegt also ein konstanter Strom am Gerät an, ändert sich die gemessene Spannung, wenn sich die Temperatur ändert. Dadurch kann diese abgeleitet werden. Zumeist werden hierfür Metalle wie Platin, Nickel oder Silizium verwendet.

Allgemein haben diese Messgeräte die Gemeinsamkeit, dass sie mit der zu messenden Oberfläche oder dem zu messenden Material in Kontakt kommen müssen. Daher gibt es hierfür den Überbegriff „Berührungsthermometer“. Weitere Varianten sind beispielsweise das Dampfdruckthermometer, das auf den Eigenschaften des Dampfdrucks einer Flüssigkeit beruht, oder Temperaturmessstreifen. Letztere verändern in Abhängigkeit der Temperatur ihre Farbe.

Im Gegensatz dazu gibt es auch Messgeräte, die keinen direkten Kontakt benötigen. Hier wird die ausgehende Strahlung im Infrarotbereich genutzt. Diese ist sowohl in ihrer Intensität als auch in der Wellenlängenverteilung von der Eigentemperatur abhängig. Das Plancksche Strahlungsgesetz (bzw. das Stefan-Boltzmann-Gesetz und das Wiensche Verschiebungsgesetz) bildt dabei die physikalische Grundlage. Für die Messung wird ein Infrarotsensor benötigt. Verschiedene Variationen der Messung analysieren entweder einen großen Wellenlängenbereich oder konzentrieren sich auf wenige spezielle Wellenlängen und ermitteln aus dem Vergleich die Temperatur. Wohlbekannt ist uns diese Art der Messung beispielsweise von Fieberthermometern.

M.Sc. Met. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Wie-wird-eigentlich-.-gemessen-1.jpg 456 250 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-31 17:39:002026-09-08 20:01:38Wie wird eigentlich … gemessen? – Temperatur

Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

30. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Ein ausgeprägter Tiefdruckkomplex über Nordwest- und Nordeuropa sorgt bei uns vor allem im Norden für wechselhaftes und kühleres Wetter. So treten bereits am heutigen Sonntag in Verbindung mit Tief SINA bei vielen Wolken Schauer auf. Im Süden bleibt es dagegen bei schwachem Zwischenhocheinfluss überwiegend trocken. Dazu liegen die Höchsttemperaturen von Brandenburg bis zum Mittelrhein und südöstlich davon häufig bei oder gar über 25 Grad. An der unteren Donau und am Oberrhein gibt es bei bis zu 29 Grad nochmals bestes Badewetter.

Vorhersagekarte für Sonntag, den 30.08.2026 um 12 UTC. Tief SINA beeinflusst vor allem den Norden des Landes.

Zu Wochenbeginn folgt auf Tief SINA bereits das nächste Tief. Dabei sickert nicht nur kühlere sondern auch labil geschichtete Luft vor allem in die Nord- und Nordwesthälfte des Landes. Das bedeutet, dass sich im Tagesverlauf vermehrt teils kräftige Schauer und Gewitter entwickeln können. Dabei dürfte vor allem der Wind zum Thema werden. Bei kräftigen Gewittern sind durchaus Sturmböen um 85 km/h (Bft 9) möglich. Zudem tritt punktuell kleinkörniger Hagel und Starkregen auf. Auch abseits der Gewitter weht ein kräftiger Südwestwind. Auf den Bergen und an der Nordsee treten auch abseits der Gewitter örtlich Sturmböen (Bft 9) auf. Im Süden präsentiert sich das Wetter dagegen insgesamt freundlicher. Zwar sind auch dort einzelne Schauer nicht völlig ausgeschlossen, vielerorts bleibt es jedoch trocken. Die Temperaturen gehen allerdings im Vergleich zu den vorherigen Tagen etwas zurück, ohne dass sich der Sommer dort vollständig verabschiedet.

Im Norden bleibt es durch die Nähe zur Frontalzone auch in der zweiten Wochenhälfte wechselhaft mit weiteren Schauern und einzelnen Gewittern. Dadurch ergibt sich dort ein frühherbstlicher Eindruck. Im Süden herrscht dagegen unter schwachem Hochdruckeinfluss weiterhin ruhiges Spätsommerwetter. Ab Freitag macht sich von Südwesten zudem ein Höhenrücken bemerkbar. Dabei strömt in den Süden des Landes wieder sehr warme bis heiße Luft ein. Somit wird am Freitag am Oberrhein voraussichtlich auch wieder die Hitzegradmarke von 30 Grad erreicht. In der Nordhälfte ist von der sehr warmen bis heißen Luftmasse aber nichts zu spüren. Dort bleibt es unter dem Einfluss atlantischer Tiefdruckgebiete nur mäßig warm.

Die synoptische Übersicht im Modellvergleich für Samstag, den 05.09.2026 um 00 UTC. Ab dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Der äußerste Süden bleibt aber voraussichtlich noch in der sehr warmen bis heißen Subtropikluft.

Zum Wochenende nehmen die Unsicherheiten in den Vorhersagemodellen deutlich zu. Einige Berechnungen zeigen ein rasches Zurückdrängen der sehr warmen bis heißen Subtropikluft auch im Süden des Landes. Die wahrscheinlichste Lösung nach jetzigem Stand ist allerdings eine Fortsetzung des sehr warmen bis heißen und meist auch freundlichen Spätsommerwetters im Süden. Somit ist durchaus möglich, dass den Bewohnern im äußersten Südwesten entlang des Ober- und Hochrheins noch einige Hitzetage bevorstehen. Eine klassische, flächendeckende Hitzewelle wie während der markanten Hitzeperioden des Sommers 2026 ist allerdings nicht zu erwarten. Anfang September werden die Nächte bereits deutlich länger, wodurch die Temperaturen stärker absinken können. Selbst bei Höchstwerten um oder über 30 Grad ist die nächtliche Abkühlung deshalb meist ausgeprägter als noch im Hochsommer. Die Wärmebelastung fällt entsprechend geringer aus.

Fazit: Der Sommer meldet sich zumindest regional noch einmal zurück. Während sich der Norden unter dem Einfluss atlantischer Tiefdruckgebiete zunehmend wechselhaft und zeitweise fast frühherbstlich präsentiert, stehen die Chancen im Süden und insbesondere im Südwesten gut für eine erneute spätsommerliche bis hochsommerliche Wetterphase. Ob daraus nur ein kurzer Wärmeschub oder sogar mehrere Hitzetage werden, entscheidet sich allerdings erst in den kommenden Tagen.

Die Ensemblevorhersagen für Stuttgart und Hamburg. Im Norden bleibt es bis zum Wochenende mäßig warm und häufig nass. Im Süden ist dagegen in der zweiten Wochenhälfte eine Erwärmung erkennbar. Ab dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Quelle: ECMWF

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Kommt-die-hochsommerliche-Hitze-zurueck-1.png 909 1279 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-30 13:31:272026-09-08 20:01:35Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

29. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Tropische Wirbelstürme bilden sich über dem Nordatlantik jedes Jahr. Die sogenannte Hurrikansaison beginnt dabei am 1. Juni und endet Ende November. 2005 war eine der aktivsten Jahre mit 28 tropischen Stürmen, davon 15 mit Hurrikanstärke. Insbesondere Hurrikan KATRINA bleibt im Gedächtnis, da dessen Landgang mit vielen Todesfällen und enormen Schäden einher gegangen ist.

Abb. 1: Satellitenbild von Hurrikan KATRINA.

Schon am 23. August bildete sich eine tropische Depression bei den Bahamas und verstärkte sich im Laufe des nächsten Tages zu einem tropischen Sturm – der „Vorstufe“ eines Hurrikans. Während sich das System zuerst nach Norden bewegte und dann in südöstliche Richtung über Florida schwenkte, erreichte es am 25. August erstmals die Stärke eines Hurrikans der Stufe 1. Nach kurzer Abschwächung über Land erreichte KATRINA den Golf von Mexiko. Hier begünstigten Faktoren, wie eine hohe Wassertemperatur und eine schwache Windscherung die weitere Entwicklung. Dadurch konnte sich eine erste rasche Verstärkungsphase (rapid intensification) vollziehen. In nur 24 Stunden stieg die mittlere Windgeschwindigkeit von 65 auf 95 kt (120 auf 175 km/h) an und die Hurrikanstufe 3 wurde am 27. August erreicht. Daran schloss sich ein zweiter rasanter Entwicklungsschritt an. KATRINA änderte ihre Zugrichtung durch eine Veränderung der Strömung in höheren Schichten auf Nordost. In weniger als 12 Stunden entwickelte sie sich zu einem Hurrikan der Kategorie 5, der höchsten Kategorie in der Saffir-Simpson-Skala! Die maximale Intensität von 145 kt (270 km/h) und ein Kerndruck von 902 hPa wurden am Abend des 28. August erreicht.

Abb. 2: Hurrikan KATRINAs Zugbahn. Die Farben stellen die Stärke dar.

Leider zog dieses zerstörerische System daraufhin in nördliche Richtung, schwächte sich zwar noch auf Stufe 4 ab, traf aber am 29. August nahe New Orleans auf die Küste der USA. Neben den exorbitanten Windgeschwindigkeiten hatten sich entwickelnde Tornados, große Regenmengen und eine Flutwelle, die eine Höhe von bis zu 8 Metern erreichte, verheerende Folgen. Beispielsweise stand der Großteil des Stadtgebietes von New Orleans durch Brüche von Staudämmen bis zu 7,6 Meter tief unter Wasser. Dort festsitzende Menschen mussten teilweise einige Tage auf Rettung warten. Insgesamt entstanden Schäden in Höhe von einem Dollarbetrag im dreistelligen Milliardenbereich. So wurde KATRINA zum kostenintensivsten Hurrikan der Geschichte. Glücklicherweise konnten vermutlich etwa 1,3 Millionen Menschen rechtzeitig die betroffenen Gebiete verlassen, dennoch waren über den gesamten Entwicklungszeitraum dieses Systems 1392 Tote zu beklagen. Wer einen detaillierten Bericht (auf Englisch) zu Hurrikan KATRINA lesen möchte, der findet einen solchen unter https://www.nhc.noaa.gov/data/tcr/AL122005_Katrina.pdf.

M.Sc. (Meteorologe) Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Hurrikan-KATRINA-1.jpg 1239 960 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-29 16:15:522026-09-08 20:01:00Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

28. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Ein Halo entsteht, wenn Sonnen- oder Mondlicht auf Eiskristalle trifft, die sich zum Beispiel in hohen Schleierwolken (Cirruswolken) befinden. Diese Eiskristalle sind meist sechseckig und können das Licht brechen und reflektieren. Je nach genauer Form oder Lage der Kristalle entstehen dabei unterschiedlichste Erscheinungen um die Lichtquelle herum. Dazu gehören unter anderem mehrere Ringe (Halos), Nebensonnen und Lichtbögen.

Heute ist das Auftreten dieses Spektakels physikalisch also gut erklärbar. Doch in früheren Zeiten ging die Sichtung eines Halos oft mit einer Reihe abergläubischer Interpretationen einher.

Halo bei Maria Bildhausen/Bayern vom 17.03.2023, ca. 13 Uhr

Eine dieser Geschichten ereignete sich am 7. Mai 1665 im südlichen Frankreich. Dort wurde in einer feierlichen Zeremonie die Herrschaft über die Stadt Orange zurück an den jungen Prinz William Henry von Nassau gegeben. Etwa zur Mittagszeit versammelten sich viele Menschen vor dem alten römischen Theater, um der Zeremonie beizuwohnen.

Zeichnung des Ereignisses vom 7. Mai 1665 in Orange

Plötzlich ertönen Schreie, Ausrufe der Verwunderung und des Entsetzens, Aufruhr fährt durch die Menge. Gerade als der Prinz den Thron antritt und die Bürger ihm die Treue schwören, erscheint eine „himmlische Krone direkt über dem Thron“. Als ein „außergewöhnliches Event“ in den „Farben eines Regenbogens“ wird es beschrieben. Es schien der gläubigen Gemeinde, als hätte Gott ein Zeichen gesendet. Er drücke durch dieses himmlische Symbol sein Wohlwollen dem jungen Prinzen gegenüber aus und verheiße ihm eine gute Zukunft. Auch der Leiter der Zeremonie, Constantijn Huygens, befeuerte diese Euphorie. Er trieb den Enthusiasmus der Menschen so in die Höhe, dass Dichter Gedichte über dieses Ereignis schrieben und Künstler Gemälde malten.

Die interessante Wendung dieser Geschichte:

Vielleicht ist aufmerksamen Leserinnen und Lesern, die bereits das Glück (oder Unglück?) hatten, sich mit der Wellentheorie des Lichts zu beschäftigen, der Name des Zeremonienleiters (Huygens) schon aufgefallen. Denn jener Mann, der oben auf dem Podium der Menge predigt, Gott habe ein Zeichen zur Gunst des jungen Prinzen gesendet, ist kein Geringerer als der Vater des heute bekannten Naturwissenschaftlers Christiaan Huygens. Dieser entwickelte nur drei Jahre vor jenem „göttlichen“ Geschehnis die erste erfolgreiche quantitative Beschreibung der Entstehung von Halos. Kaum anzunehmen, dass sein eigener Vater Constantijn Huygens nicht Bescheid wusste, was dort gerade vonstatten ging. Ein cleverer Trick von Constantijn Huygens also, wissend, dass es sich lediglich um ein physikalisches Schauspiel handelte, die Euphorie der Menschen in eine politische Richtung zu lenken. Denn wer widersetzt sich schon einem Prinzen, der vom Allmächtigen persönlich abgesegnet wurde?

Diese Politisierung des Auftretens von Halo-Erscheinungen in günstigen Momenten ist jedoch kein Einzelfall. Schon bei den alten Römern (44 vor Christus) und auch zur Tschernobyl-Katastrophe (1986) gab es ähnliche Vorfälle, die aber wohl eher Gegenstand eines weiteren Themas des Tages sind.

Wen nun ebenfalls die Euphorie für optische Erscheinungen am Himmel gepackt hat, der kann sich mithilfe der HaloSim3-Software (https://www.atoptics.org.uk/halo/halfeat.htm) auch eigene Phänomene zusammenbasteln. In dem Programm ist es zum Beispiel möglich, durch Herumspielen mit physikalischen Parametern wie Eiskristallausrichtung exakt den Himmel zum Zeitpunkt von Huygens‘ Zeremonie nachzubauen. Alternativ lässt sich auch einfach gut die Vielfältigkeit der Erscheinungen durch Lichtbrechung und Beugung bewundern.

Obwohl das physikalische Verständnis heute wesentlich weiter ist als zu jener Zeit, sorgt die Sichtung von Halo-Ereignissen dennoch für Begeisterung. Schließlich befindet es sich an einem Ort, an dem die Menschen seit jeher nach Antworten suchen: dem Himmelszelt. Ob dies als Zeichen für etwas gedeutet werden kann, bleibt letztlich jedem selbst überlassen.

Meteorologin Anna-Lena Dötsch / Dipl.-Met Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Goettliche-Zeichen-am-Himmel-1.jpg 800 1066 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-28 14:06:082026-09-08 20:00:53Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

27. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Offiziell läuft die alljährliche Hurrikansaison über dem Nordatlantik vom 1. Juni bis zum 30. November. Vor ihrem Beginn erstellen diverse nationale Wetterdienste und weitere wissenschaftliche Einrichtungen stets Prognosen über ihren Verlauf. Prognostiziert wird dabei die Anzahl benannter Stürme, wobei es dabei nicht nur um Hurrikane geht, sondern um alle tropischen und subtropischen Stürme über dem Nordatlantik.

Ganz kurz für’s Hintergrundwissen: Wirbelstürme definieren sich über ihre mittlere Windgeschwindigkeit (1-minütiger Mittelwind). Ab 62 km/h spricht man von einem tropischen Sturm (bzw. je nach Entstehungsregion auch subtropischen Sturm), ab 119 km/h von einem Hurrikan und ab 178 km/h von einem schweren Hurrikan (englisch: major hurricane). Schwere Hurrikane nehmen damit die Kategorien drei bis fünf auf der fünfteiligen Saffir-Simpron-Skala ein. Durchschnittlich entwickelten sich zwischen 1991 und 2020 – also innerhalb der aktuellen sogenannten Vergleichsperiode – pro Jahr 14 tropische Stürme, darunter 7 Hurrikane und darunter wiederum 3 schwere Hurrikane.

Nun zurück zur aktuellen Saison, bei der die meisten Einrichtungen im Vorfeld davon ausgingen, dass sie unterdurchschnittlich verlaufen soll. Als Hauptgrund wurde der sich entwickelnde El Nino angeführt, der sich im weiteren Verlauf dieses Jahres weiter verstärken soll beziehungsweise wird. Grob gesagt, sorgt El-Niño für erhöhte Windscherung über dem tropischen Nordatlantik, was für die Entwicklung tropischer Wirbelstürme nicht förderlich ist.

Anfang/Mitte Juni, also während der Anfangsphase der diesjährigen Saison, korrigierte die Colorado State University ihre Prognose nochmals nach unten. Ihr folgte die University of Arizona (UA), die ihre Anzahl tropischer Stürme sogar deutlich nach unten drückte. Das ist vor allem deshalb interessant, da die UA mit die einzige Einrichtung war, die ursprünglich von einer überdurchschnittlichen Saison ausgegangen war. Sie sah Ähnlichkeiten zu 2023 als trotz sich ausbildendem El-Niño eine der aktivsten Wirbelsturmsaisons seit Aufzeichnungsbeginn beobachtet wurde. Grund hierfür war eine ungewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperatur, die den dämpfenden El-Niño-Effekt kompensieren konnte. Da sich die Meeresoberflächentemperatur nun allerdings nicht so stark erhöht hat, wie erwartet wurde, ruderte die UA entsprechend zurück.

Prognose der atlantischen Hurrikansaison 2026 durch die NOAA.

Das jüngste Prognoseupdate lieferte das Klimaprognosezentrum der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) am 6. August, das ihre Erwartung ebenfalls geringfügig herunterschraubte. Genauer gesagt: Für eine unterdurchschnittliche Saison ruft es eine Wahrscheinlichkeit von stolzen 75 % auf, für eine durchschnittliche Saison 20 % und für eine überdurchschnittliche Saison nur noch 5 %. In absolute Zahlen umgemünzt geht das Klimaprognosezentrum für 2026 mittlerweile von 7 bis 13 (zuvor 8 bis 14) benannten Stürmen aus, wovon 3 bis 6 (unverändert) zu Hurrikanen und davon wiederum 0 bis 2 (zuvor 1 bis 3) zu schweren Hurrikanen heranreifen sollen.

Na und wie ist denn nun der aktuelle Stand? Magere drei Tropenstürme stehen bisher auf der Habenseite: Arthur (17.-18. Juni), Bertha (19.-24. Juli) und Cristobal (12.-13. August). Während Cristobal sich im atlantischen Niemandsland aufhielt, trieben Arthur und Bertha im Golf von Mexico ihr Unwesen, wo sie vor allem Teile der US-Golfküstenstaaten heimsuchten. Arthur sorgte zum Teil für Sturzfluten, Überschwemmungen und auch einige Tornados. Die traurige Bilanz waren vier Todesopfer und ein materieller Schaden in Höhe von über einer Milliarde US-Dollar. „Bertha“ machte sich dagegen mehr durch eine Sturmflut und hohen Wellengang entlang der US-Golfküste bemerkbar. Dabei werden die Schäden „nur“ auf einige zehn Millionen US-Dollar geschätzt.

Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines tropischen Systems innerhalb der nächsten sieben Tage. Hinweis: Laut Nationalem Hurrikan Zentrum (NHC) soll sich die hier beobachtete Störung bereits innerhalb der nächsten 48 Stunden zu einem tropischen System entwickeln (nicht auf dieser Karte zu sehen).

In den kommenden Tagen wird der Zähler voraussichtlich auf „4“ gestellt, denn über dem Atlantik braut sich etwas zusammen. Das Nationale Hurrikan Zentrum (NHC) in Miami beobachtet derzeit mitten über dem tropischen Atlantik einen Gewitterkomplex, dem es innerhalb der nächsten 48 Stunden eine 90-%-ige Chance für die Entwicklung zu einem Tropensturm einräumt. Ob sich daraus vielleicht auch der erste Hurrikan der Saison entwickelt? Man darf gespannt sein.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Die-atlantische-Hurrikansaison-1.png 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-27 17:52:242026-09-01 23:00:17Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

Marine Hitzewellen

26. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Über die wiederholten Hitzewellen wurde an dieser Stelle in den vergangenen Monaten mehrmals berichtet, weniger intensiv wurden jedoch die Temperaturen in den uns umgebenden Meeren betrachtet. Da die Wärmekapazität von Wasser und damit der Meere deutlich größer als die der Landmasse ist, reagieren diese deutlich träger auf Einflüsse von außen. So fand die Erwärmung verzögert statt, aber auch wenn an Land wieder Normalität einkehrt, so ist dies für die Ozeane noch längst nicht der Fall.

Entsprechend der Verteilung der Hitzewellen im zu Ende gehenden Sommer 2026 stechen besonders die positiven Anomalien im West- und Zentralteil des Mittelmeers sowie in den im Westen an den Kontinent angrenzenden Meeresgebieten heraus. Verbreitet werden im Südwestteil der Nordsee, dem Ärmelkanal, der Biskaya sowie im Mittelmeer westlich der Ägäis zwei bis vier Grad mehr gemessen als zu dieser Jahreszeit üblich. Dies mag angesichts von zurückliegenden Hitzewellen an Land, die teils mehr als zehn Grad Abweichung brachten, nicht viel erscheinen, doch für das träge System Ozean sind dies enorme Abweichungen und sehr viel zusätzliche Energie, die dort nun gespeichert ist. Die Oberflächentemperatur des Mittelmeers beträgt derzeit verbreitet 24 bis 30 Grad. Anfang August wurden von Bojen bei den Balearen sogar Spitzenwerte von 32 bis 33 Grad gemessen. Ganz so warm ist es an der deutschen Nordseeküste derzeit nicht, aber mit Werten um 20 Grad ist auch dort das Wasser wärmer als üblich.

Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur vom 24.08.2026, Mischprodukt aus Messungen und Modelldaten Quelle: COPERNICUS

Wie extrem die marine Hitzewelle im Mittelmeer ist, verdeutlicht eine Zeitserie der Meeresoberflächentemperatur. Diese zeigt seit Ende Mai nicht nur deutlich höhere Werte als im Mittel der Jahre 1982 bis 2015, sondern weist für diesen Zeitraum auch fast durchgehend Temperaturen auf, die über dem 90- %-Perzentil des Vergleichszeitraums liegen. Während der „Wärmespitzen“ Ende Juni, Mitte Juli und Mitte August lag die Temperatur sogar 1 bis 1,5 Kelvin über diesem 90-%-Perzentil. Korallen und Seegraswiesen sterben unter diesem Hitzestress teilweise ab, Fische wandern ab, neue invasive Arten wandern ein.

Zeitserie der Meeresoberflächentemperatur des Mittelmeers für 2026 im Vergleich zum langjährigen Mittel dem 90%-Perzentil. Werte über dem 90%-Perzentil sind orange eingefärbt. Quelle: SOCIB/ COPERNICUS

Die hohen Wassertemperaturen des Mittelmeeres 2026 setzen einen seit über mehrere Dekaden anhaltenden Trend zu immer höheren Temperaturen fort. Laut Erdbeobachtungsprogramm der EU „Copernicus“ lag die Erwärmungen in den Jahren 1982 bis 2023 bei etwa 0,04 Grad pro Jahr.

Zeitreihe der Temperaturanomalie der Meeressoberfläche des Mittelmeers. Quelle: COPERNICUS

Die hohen Wassertemperaturen haben auch potenzielle Auswirkungen auf das Wetter im kommenden Herbst. Die Meere wirken praktisch als Akku, der seine Energie im späteren Verlauf des Jahres wieder abgibt. Dies tut er in Form von Wärme und vor allem auch in Form von Wasserdampf. Diese Energieabgabe tritt zwar jedes Jahr auf, dieses Jahr „ist der Akku aber besonders voll“. Für mögliche Tiefdruckgebiete steht so besonders viel Treibstoff zur Verfügung. Dieser muss zwar nicht genutzt werden, die Vergangenheit zeigt aber, dass es irgendwo und irgendwann zu Wetterlagen kommt, die von dem erhöhten Wasserdampfdargebot profitieren. Dies kann sich dann in stärkeren Niederschlägen bei Gewittern und Tiefdruckgebieten zeigen oder die Bildung von Medicanes begünstigen und im Entstehungsfall auch zu höheren Windgeschwindigkeiten führen. Dabei müssen die Auswirkungen nicht auf die Anrainerstaaten des Mittelmeers beschränkt bleiben. Großräumige Strömungen können die Feuchtigkeit weit verfrachten und zum Beispiel auch erst über Mitteleuropa den gebundenen Wasserdampf als Niederschlag freisetzen.

M.Sc.-Meteorologe Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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Steigende Gewitter- und Unwettergefahr in dieser Woche!

25. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Ein lockerer Blick auf das kombinierte Radar- und Satellitenbild offenbart bereits, dass wir es mit dem Einfluss zweier Drucksysteme über Deutschland zu tun haben. Einerseits befindet sich die Nordhälfte noch immer im Einfluss des umfangreichen Hochs STEFFEN, das mit seinem Schwerpunkt über Skandinavien liegt und von einem Höhenrücken gestützt wird. Andererseits hat sich die von Süden kommende Warmfront eines Tiefs namens QUIRIA mit Kern über Westfrankreich langsam bis zur Landesmitte voran gearbeitet. An ihr sind wiederholt leichte bis mäßige Regenfälle zu erwarten, die recht großflächig das noch immer ersehnte Nass von oben bringen. Vereinzelt sind auch schauerartige bzw. gewittrige Verstärkungen mit von der Partie.

Das kombinierte Radar- und Satellitenbild zeigt für den Dienstag, 25.08.2026 um 14 Uhr deutlich die Warmfront von Rheinland-Pfalz bis nach Bayern mit Regenfällen.

Apropos Gewitter: Diese kann es heute auf der Rückseite der Warmfront, also über dem äußersten Süden, ebenfalls geben. Meist ist dann Starkregen um 15 bis 20 l/qm in kurzer Zeit das bestimmende Warnelement, kleiner Hagel und stürmische Böen sind aber auch nicht ausgeschlossen. Ansonsten regnet es nachts über der Mitte gebietsweise weiter, sodass hier regional über 10 l/qm zusammenkommen können.

Anhand der 24h-Regensummen wird ersichtlich, dass bis Mittwochmittag vor allem über der Mitte flächig Regen fallen wird, teils mit mehr als 10 l/qm.

Am morgigen Mittwoch schwächt sich die Warmfront von QUIRIA über der Landesmitte immer weiter ab und kommt durch STEFFENs Bollwerk kaum noch nach Norden voran, sondern zieht eher ostwärts ab. Es bleibt längere Zeit stark bewölkt bis bedeckt mit letzten Tropfen, sodass in der Mitte häufig nur 20 bis 22 Grad zu erwarten sind, im Südwesten sind dagegen schon wieder 29 Grad drin. Prinzipiell sind im Tagesverlauf, vor allem abends, über dem Westen und dem Süden auch Gewitterzutaten wie Feuchte und Labilität ausreichend vorhanden, es mangelt aber am „Zündfunken“, nämlich der Hebung, da ein schwacher Keil aus der Höhe wetterwirksam ist. Also ist es unklar bis sehr unwahrscheinlich, ob bzw. dass sich Gewitter entwickeln.

Das sieht am kommenden Donnerstag gänzlich anders aus: Auf QUIRIAs Vorderseite wird eine zunehmend warme bis heiße und mit ausreichend Feuchtigkeit angereicherte Luft nach Deutschland transportiert. Diese ist in der ersten Tageshälfte vom Hochdruckeinfluss weiter nordöstlich „gedeckelt“. Somit steht erstmal recht viel Sonnenschein bei Höchstwerten von 27 bis 30 Grad über der Mitte und dem Norden und bis zu 33, ganz vielleicht knapp 34 Grad im Südwesten an.
Die angekündigte Spannung entlädt sich dann abends von Westen her mit Übergreifen der Kaltfront. Hier stimmen im Verlauf sämtliche Gewitterzutaten wie Feuchte, Labilität, Hebung und Windscherung, sodass zunächst einzelne, später immer mehr werdende und teils heftige Gewitter das Abendwetter im Westen prägen werden.
Diese können sowohl beim Starkregen, als auch bei Sturm und Hagel unwetterartig ausfallen. Denkbar ist, dass sich abends ein größeres Gewittersystem bildet, das dann nach Nordosten zieht, bevor nachts weitere Schauer und heftige Gewitter auf die Landesmitte übergreifen könnten.

Die Animation zeigt anhand des Modellwetters deutlich, wie am Donnerstagabend (unwetterartige) Gewitter auf den Westen übergreifen sollen (rote Flächen). Am Freitag drohen dann weitere Gewitter, teils Unwetter!

Ab Freitag ist die Großwetterlage zwar weitestgehend ersichtlich, im Detail aber noch unsicher. Die Kaltfront erreicht zögerlich den Osten, sodass auch hier heftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotential drohen. Von Westen kommen im Tagesverlauf aber weitere Gewitter auf, die möglicherweise erneut ein Unwetterpotential in einem gut gescherten Umfeld bieten könnten (Achtung: Sturm!). Bei den Temperaturen kann man auf den Konjunktiv jedoch verzichten: Bei 21 bis 28 Grad, ganz im Osten knapp 30, ist definitiv Schluss.

Zum Wochenende nur ein Satz: Mit einer auflebenden Westdrift wird es zusehends windiger mit einem Nordwest-Südostgefälle hinsichtlich des Wettercharakters und mit dem „schlechteren“ Ende für die Nordlichter.

M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Steigende-Gewitter-und-Unwettergefahr-in-dieser-Woche-1.png 924 939 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-25 16:37:592026-09-01 23:00:00Steigende Gewitter- und Unwettergefahr in dieser Woche!

SINFONY: Vom aktuellen Wetter zur nahtlosen Vorhersage der nächsten Stunden

24. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Eine unserer Hauptaufgaben im Sommer ist die Warnung vor Gewittern. Um deren Entwicklung und Zugbahn für die nächsten Stunden möglichst genau vorherzusagen, stehen unterschiedliche Vorhersageverfahren zur Verfügung. Für die unmittelbare Zukunft liefert das sogenannte Nowcasting besonders wertvolle Informationen. Es basiert wesentlich auf aktuellen Beobachtungen. Dazu gehören Fernerkundungsmessungen wie Radar, Satellit und Blitzmessungen. Auch Nutzermeldungen, beispielsweise aus der WarnWetter-App, können zusätzliche Informationen über das aktuelle Wetter liefern.

Aus diesen Beobachtungen lassen sich die Position, Zugrichtung und Entwicklung von Niederschlags- und Gewitterzellen kurzfristig relativ gut abschätzen. Eine wichtige Rolle spielt dabei KONRAD-3D. Das Verfahren erkennt konvektive Zellen automatisch in den Radardaten und liefert unter anderem Informationen über deren Position und Intensität. Aus der bisherigen Bewegung können Vorhersagen über die weitere Zugbahn einschließlich ihrer Unsicherheit abgeleitet werden.

Mit zunehmender Vorhersagezeit stößt das Nowcasting jedoch an Grenzen. Gewitterzellen werden nicht einfach nur verlagert, sondern können sich verstärken, abschwächen, auflösen oder neu entstehen. Solche Entwicklungen lassen sich nicht allein aus der bisherigen Bewegung ableiten. Hier kommen numerische Wettervorhersagemodelle (NWV) ins Spiel. Sie berechnen auf Grundlage der physikalischen Prozesse in der Atmosphäre deren weitere Entwicklung und können damit deutlich weiter in die Zukunft blicken. Für die hochaufgelöste numerische Kurzfristvorhersage wird am DWD unter anderem ICON-D2 eingesetzt.

Damit treffen zwei unterschiedliche Stärken aufeinander: Nowcasting beschreibt besonders gut, was gerade passiert, während die numerische Wettervorhersage besser darin ist, zu beschreiben, was daraus entstehen kann. Allerdings können kleinräumige Strukturen wie Gewitterzellen in der numerischen Wettervorhersage zu Beginn noch nicht optimal erfasst werden. Gerade bei schnelllebiger Konvektion kann es daher zunächst zu Abweichungen bei Position, Struktur und Intensität kommen.

Bisher entstand dadurch ein Übergang zwischen den beiden Vorhersagemethoden. Anschaulich lässt sich dies beispielsweise in der WarnWetter-App beobachten: Geht man mit dem Zeitslider in die Zukunft, werden Gewitterzellen zunächst auf Grundlage des Nowcastings ohne Entwicklung weiterverlagert. Später übernimmt die numerische Wettervorhersage. Zwischen beiden Ansätzen entsteht dabei ein deutlich sichtbarer Bruch.

Wie diese Verbindung verbessert werden kann, zeigt das folgende Diagramm.

Grundidee von SINFONY – veranschaulicht anhand eines Verifikationsmaßes: Zunächst werden Nowcasting und numerische Wettervorhersage jeweils weiter verbessert. Anschließend werden beide Verfahren miteinander verknüpft, um eine möglichst nahtlose und bruchfreie Vorhersage zu ermöglichen.

Das Diagramm stellt vereinfacht dar, wie sich die Qualität verschiedener Vorhersageverfahren mit zunehmender Vorhersagezeit verändert. Auf der horizontalen Achse nimmt die Vorhersagezeit von der unmittelbaren Gegenwart in die Zukunft zu. Die vertikale Achse beschreibt die Vorhersagequalität: Je höher der Wert, desto besser die Vorhersage.

Die rote Kurve zeigt die Vorhersagequalität des Nowcastings. Zu Beginn ist sie besonders hoch, da aktuelle Beobachtungen direkt in die Vorhersage eingehen. Mit zunehmender Vorhersagezeit nimmt die Qualität jedoch ab. Die blaue Kurve beschreibt die numerische Wettervorhersage. Sie startet zunächst auf einem niedrigeren Qualitätsniveau, gewinnt aber mit zunehmender Vorhersagezeit an Bedeutung und übertrifft schließlich das Nowcasting.

Genau hier setzt SINFONY, das „Seamless INtegrated FOrecastiNg sYstem“ an. Die Grundidee besteht darin, die Stärken beider Verfahren zu verbinden: die hohe Qualität des Nowcastings für die unmittelbare Zukunft und die physikalisch konsistente Entwicklung der numerischen Wettervorhersage für die weitere Zukunft.

Dazu werden zunächst beide Seiten verbessert. Im Diagramm ist dies durch die gestrichelten Linien dargestellt. Das Nowcasting wird unter anderem durch verbesserte Verfahren wie KONRAD-3D sowie durch eine höhere Datenqualität und verbessertes Postprocessing weiterentwickelt.
Auch die numerische Wettervorhersage wird speziell für diesen kurzen Vorhersagezeitraum verbessert. Mit ICON-RUC wird ein lokales Modell eingesetzt, das jede Stunde neu gestartet wird. RUC steht dabei für „Rapid Update Cycle“. Durch die häufigere Aktualisierung steht ein deutlich aktuellerer Modellzustand zur Verfügung. Zudem wurde das Modell darauf ausgerichtet, beobachtete Radarstrukturen möglichst realistisch zu simulieren.

Damit können die Informationen aus beiden Welten miteinander verbunden werden. Für das Nowcasting werden die Unsicherheiten der vorhergesagten Zellbewegungen berücksichtigt. Gleichzeitig können auf das ICON-RUC-Ensemble entsprechende Verfahren angewendet werden, sodass sich Informationen über mögliche Zellpositionen und Entwicklungen aus Nowcasting und numerischer Wettervorhersage kombinieren lassen. Daraus können unter anderem Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten und die weitere Entwicklung konvektiver Zellen abgeleitet werden.

Das Ergebnis ist unter anderem die Grundidee von KONRAD-3D-SINFONY: Statt zwischen zwei unterschiedlichen Vorhersagemethoden umzuschalten, soll eine möglichst nahtlose Vorhersage entstehen, vom aktuell beobachteten Wetter bis in die weitere Kurzfrist.

SINFONY verbindet damit das Beste aus beiden Welten: die Stärke des Nowcastings in der unmittelbaren Zukunft mit der Stärke der numerischen Wettervorhersage beim Blick in die weitere Zukunft.

Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Vom-aktuellen-Wetter-zur-nahtlosen-Vorhersage-der-naechsten-Stunden.png 349 662 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-24 15:28:042026-09-01 22:59:50SINFONY: Vom aktuellen Wetter zur nahtlosen Vorhersage der nächsten Stunden

Mögliche Auswirkungen eines starken El-Niño auf Europa?

23. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen im östlichen Pazifik vor der Küste Südamerikas und gleichzeitig deutlich niedrigere Wassertemperaturen im westlichen Pazifik verändern das Wettergeschehen in diesen Regionen erheblich. Während es in Südamerika selbst in sonst trockenen Gebieten zu kräftigen Niederschlägen kommen kann, herrscht in Teilen Südostasiens häufig schwere Dürre. Diese veränderten Niederschlagsmuster haben nicht nur weitreichende ökologische und wirtschaftliche Konsequenzen für die betroffenen Regionen, sondern beeinflussen auch die großräumige atmosphärische Zirkulation.

Während eines starken El Niño bilden sich über dem zentralen und östlichen Pazifik vermehrt hochreichende Gewitterwolken. Dabei werden beim Kondensationsprozess große Mengen latenter Wärme in die Atmosphäre freigesetzt. Diese zusätzliche Wärme beeinflusst die tropische Zirkulation und kann über die Hadley-Zirkulation auch die atmosphärische Dynamik in höheren Breiten modifizieren. Dadurch können sich die großräumigen Zirkulationsmuster und in der Folge auch die Lage und Stärke des Jetstreams verändern. Insbesondere im Winterhalbjahr kann dies Auswirkungen auf das Wettergeschehen in Europa haben.

Je stärker ein El-Niño-Ereignis ausgeprägt ist, desto größer kann grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit sein, dass solche Wechselwirkungen auftreten. Der Zusammenhang ist allerdings nicht linear und von Ereignis zu Ereignis unterschiedlich.

Die relative Meeresoberflächentemperatur im Pazifik im Vergleich zur Referenzperiode von 1991-2020 für Juli 2026. Über dem mittleren und östlichen Pazifik zeigen sich bereit stark positive Anomalien.

Deshalb lohnt sich derzeit ein Blick auf den Pazifik. Dort könnte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen herausbilden. Die Entwicklung ist bereits deutlich erkennbar. Über dem zentralen und östlichen Pazifik lagen die Meeresoberflächentemperaturen im Juli deutlich über dem Klimamittel. Vor der Küste Perus wurden teilweise Anomalien von mehr als 3 °C gegenüber der Referenzperiode 1991–2020 registriert. Gleichzeitig wurde über Südostasien eine deutlich unterdrückte Konvektion beobachtet. Über dem zentralen Pazifik kam es dagegen bereits zu häufiger und stärker ausgeprägter Konvektion, die sich unter anderem auch auf die Wetterbedingungen rund um die Urlaubsinsel Hawaii auswirkte.

Vorhersage des Relativen Ozeanischen Nino Indexes inklusive Unsicherheitsbereich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird ein sehr starker El Nino erwartet.

Die El-Niño-Bedingungen werden sich im weiteren Verlauf des Spätsommers und Herbstes noch verstärken. Nach den aktuellen Prognosen wird das Ereignis seinen Höhepunkt voraussichtlich im Spätherbst beziehungsweise Frühwinter erreichen. Bei den bisher stärksten Ereignissen 1997/98 und 2015/16 lag der Relative Oceanic Niño Index (RONI) bei etwa +2,4 °C. Der RONI beschreibt, wie stark die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen tropischen Pazifik im Verhältnis zu den Temperaturen des übrigen tropischen Ozeans vom Normalzustand abweichen.

Die aktuellen Prognosen deuten darauf hin, dass dieser Wert im kommenden Winter überschritten werden könnte. Sollte dies eintreten, könnte sich 2026/27 als eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen herausstellen.

Die Auswirkungen eines starken El Niño sind in vielen Teilen der Welt deutlich ausgeprägter als in Europa. Besonders betroffen können unter anderem Teile Amerikas, Australiens, Asiens und Afrikas sein. Für Europa sind die Signale dagegen wesentlich schwächer und treten vor allem indirekt über Veränderungen der großräumigen atmosphärischen Zirkulation auf.

Studien zeigen, dass ein starkes El-Niño-Ereignis im Verlauf des Winters die Wahrscheinlichkeit für Veränderungen des stratosphärischen Polarwirbels erhöhen kann. Bei vergangenen El-Niño-Ereignissen trat zudem häufiger eine negative Phase der Nordatlantischen Oszillation (NAO) auf. Eine negative NAO kann die Voraussetzungen für Kaltlufteinbrüche nach Europa begünstigen.

Allerdings wäre es falsch, daraus unmittelbar auf einen kalten europäischen Winter zu schließen. Die Reaktion der Atmosphäre unterscheidet sich signifikant zwischen einzelnen El-Niño-Ereignissen. Ob es tatsächlich zu einer ausgeprägten Störung des Polarwirbels kommt, hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab. Dazu gehören beispielsweise die Quasi-Biennale- Oszillation (QBO), die arktische Meereisbedeckung, die solare Aktivität sowie die regionalen Meeresoberflächentemperaturen im Atlantik.

Damit lässt sich aus einem starken El Niño allein kein kalter Winter in Europa ableiten!

Interessanterweise zeigen Beobachtungen vergangener El-Niño-Ereignisse im Frühwinter sogar häufig eine andere Tendenz: In weiten Teilen Mittel- und Westeuropas kann zunächst mildes und niederschlagsreiches Wetter vorherrschen. Ursache ist eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine ausgeprägte Westwindzirkulation, die durch tiefen Luftdruck im Bereich Islands und höheren Luftdrucks über den Azoren begünstigt wird. Dadurch gelangt vergleichsweise milde und feuchte Atlantikluft nach Europa. Dieser Effekt ist insbesondere in Westeuropa ausgeprägt.

Die mittlere Druckkonstellation über Europa während eines El/La Nino Ereignisses.

Allerdings zeigt die Statistik, dass auch dies nicht bei jedem El Nino Ereignis auftritt. Jedes Ereignis hat eine etwas andere Ausdehnung und Intensität, die einen konträren Einfluss auf die im Winterhalbjahr vorherrschenden Wetterlagen in Europa nehmen kann. Darüber hinaus spielt auch der klimatologische Grundzustand eine wichtige Rolle. Veränderungen der mittleren Meeresoberflächentemperaturen und der großräumigen atmosphärischen Zirkulation können beeinflussen, wie sich die durch El Niño angeregten atmosphärischen Wellen ausbreiten und wo sie ihre Wirkung entfalten. Dadurch kann sich der Einfluss auf Europa von einem ähnlich starken El-Niño-Ereignis von Jahrzehnt zu Jahrzehnt unterscheiden.

El Niño kann damit auch in Europa die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wetterlagen verändern – wie sich das Signal letztlich auswirkt, hängt jedoch nicht nur von der Stärke und Ausdehnung des Ereignisses ab, sondern auch von den großräumigen Wetter- und Meeresbedingungen, die zu diesem Zeitpunkt vorherrschen und aktuell noch nicht adäquat prognostizierbar sind.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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Pokalwetter mit Sommer-Comeback

22. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

An diesem Wochenende rollt der Ball wieder im DFB-Pokal. Doch nicht überall können sich die Fans auf einen trockenen Stadionbesuch freuen. Tief PRISKA über Osteuropa bestimmt vor allem am heutigen Samstag noch unser Wetter und sorgt in vielen Regionen für Schauer und einzelne Gewitter. Wer sich auf den Weg ins Stadion macht, sollte daher neben Fan-Schal und Trikot besser auch eine Regenjacke einpacken.

Am heutigen Samstag ziehen immer wieder Schauer durch unser Land, vereinzelt sind auch Gewitter dabei. Die besten Chancen auf längere trockene Abschnitte und etwas Sonnenschein gibt es im Süden. Ganz sicher ist man allerdings auch dort vor einem Schauer nicht. Mit Höchstwerten zwischen 18 und 23 Grad fühlt sich das Ganze eher mäßig warm als hochsommerlich an.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Samstag den 22.08.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Sonntag zieht sich PRISKA langsam nach Osten zurück. Ganz verabschiedet sich das wechselhafte Wetter allerdings noch nicht. Vor allem an den Küsten und im Nordosten ziehen bei wechselnder Bewölkung weitere Schauer durch. Im Süden macht sich dagegen zunehmend STEFFEN bemerkbar. Damit ist nicht etwa Steffen Tigges gemeint, der mit seinem SC Paderborn in Lübeck antritt, sondern das gleichnamige Hochdruckgebiet. Folglich stehen im Süden die Chancen auf trockenes Wetter und längere sonnige Abschnitte deutlich besser. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 und 25 Grad.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Sonntag den 23.08.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Mit Beginn der neuen Woche übernimmt STEFFEN dann zunehmend die Wetterregie. In weiten Teilen Deutschlands setzt sich freundliches und sonniges Wetter durch, und gleichzeitig zeigen die Temperaturen wieder deutlich nach oben. Der Sommer meldet sich zurück: Zunächst werden verbreitet 22 bis 28 Grad erreicht, im weiteren Verlauf fällt vor allem in der Mitte und im Süden auch wieder die 30-Grad-Marke.

Ganz störungsfrei verläuft das sommerliche Comeback allerdings nicht. Am Dienstag und Mittwoch wird die Luft im Süden und Südwesten zunehmend feucht und labil. Dort können sich im Tagesverlauf kräftige Gewitter entwickeln, die örtlich mit Starkregen, Hagel und Sturmböen einhergehen. Abseits der Gewitter bleibt es bei sommerlichen Temperaturen jedoch häufig freundlich.

Nach einer kurzen Verschnaufpause deutet sich ab Freitag ein markanterer Wetterwechsel an. Von Westen könnte eine kräftigere Störung auf Deutschland übergreifen und die sommerliche Ruhe beenden. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit für verbreitetere Niederschläge und teils kräftige Gewitter deutlich an. Regional können dabei auch größere Regenmengen zusammenkommen.

Ausgerechnet zum Auftakt der Bundesliga könnte das Wetter damit wieder zum Spielverderber werden. Nach dem sommerlichen Intermezzo unter der Woche drohen zum ersten Spieltag erneut Starkregen und Gewitter. Ob der Bundesliga-Start tatsächlich ins Wasser fällt, ist allerdings noch nicht entschieden – bis dahin hat auch die Wetterlage noch ein paar Spielzüge offen.

Dipl.-Met. Marco Manitta in Zusammenarbeit mit Hochschulpraktikantin Anna-Lena Dötsch

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Pokalwetter-mit-Sommer-Comeback-1.png 916 1287 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-22 13:09:542026-08-24 13:46:18Pokalwetter mit Sommer-Comeback
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