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Schlagwortarchiv für: Windscherung

Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität

18. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die atlantische Hurrikan-Saison beginnt offiziell am 01. Juni. Auch im Nordpazifik, im Ostpazifik und im Indischen Ozean reicht die Hauptaktivität meist von Mai bis November, wobei regionale Unterschiede bestehen. Aktuell befinden wir uns noch in einer neutralen Phase der ENSO (EL Nino-Southern Oszillation). Für die nächsten Monate gilt allerdings der Übergang zu einem El-Nino-Ereignis als sehr wahrscheinlich. El Nino hat weitreichende Auswirkungen auf die tropische und subtropische Zirkulation und damit auch auf die Entstehung und Intensivierung von tropischen Wirbelstürmen. Dabei ergeben sich je nach Ozeanbecken unterschiedliche Effekte.

Modellvorhersage der Stärke eines ENSO Ereignisses. Das Einsetzen von El Nino ist sehr wahrscheinlich. Allerdings gibt es noch Unsicherheiten bezüglich der Stärke des Ereignisses. (Quelle:NOAA)

Nordwestlicher Pazifik

Während eines EL-Nino-Ereignisses verschiebt sich die Walker-Zirkulation nach Osten und schwächt sich teilweise ab. Damit verlagert sich auch die konvektiv aktivste Region vom westlichen in den zentralen Pazifik. In der Folge verschiebt sich häufig auch die Hauptentstehungsregion tropischer Wirbelstürme weiter nach Osten. Gleichzeitig verändert sich die großräumige atmosphärische Zirkulation: In Teilen des westlichen Nordpazifiks kann die vertikale Windscherung zunehmen, was die Entwicklung tropischer Wirbelstürme regional erschwert. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig eine deutlich geringere Gesamtzahl an Taifunen. Vielmehr verschieben sich Entstehungsgebiete und typische Zugbahnen. So treten während eines El Nino häufig weniger Landfälle in Teilen Südostasiens auf. Dafür nimmt die Wahrscheinlichkeit für langlebige und teils sehr intensive Taifune, die weiter östlich entstehen und später Richtung Japan oder Zentralpazifik ziehen zu. Neben ENSO beeinflussen noch weitere Faktoren die Wirbelsturmaktivität im westlichen Nordpazifik, darunter die Madden-Julian-Oszillation (MJO), subtropische Rossby-Wellen sowie regionale Meeresoberflächentemperaturen. Letztere sind während eines El Niño regional zwar teils etwas niedriger, bleiben jedoch weiterhin hoch genug, um starke Taifune zu ermöglichen.

Nordöstlicher Pazifik

Im östlichen Nordpazifik zeigt sich meist ein gegenteiliger Effekt. Aufgrund der Verlagerung der Warmwasseranomalie nach Osten wandert auch die konvektiv aktivste Region nach Osten in Richtung zentraler Pazifik. Außerdem ist die Windscherung in Teilen dieser Region geringer als bei einer neutralen Phase oder La Nina. Dadurch können sich mehr und vor allem kräftigere und langlebigere Stürme ausbilden. Besonders betroffen davon ist die Tropeninsel Hawaii, aber auch die Pazifikküste von Mexiko. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Rekord-Hurrikan Patricia, welcher während des sehr starken El Nino Ereignisses 2015 entstand. Patricia profitierte damals von einem sehr warmen bis heißen Ozean mit einer Wassertemperatur von teils über 30 Grad, einem hohen Wärmeinhalt des Ozeans und geringer Windscherung. Allerdings war das sehr starke EL-Nino-Ereignis damals nicht die einzige Erklärung für die Entwicklung des beeindruckenden Hurrikans mit Spitzenwinden von bis zu 345 Kilometer pro Stunde.

Nördlicher Indischer Ozean

Auf die Zyklonen-Aktivität im nördlichen indischen Ozean hat El Nino nur indirekt einen Einfluss. Durch die Verschiebung der Walker Zirkulation ist der Druckgradient über Südasien und damit auch der Südwestmonsun schwächer ausgeprägt. Dies kann regional die Bedingungen für tropische Wirbelstürme beeinflussen. Der Zusammenhang ist jedoch deutlich komplexer als in anderen Ozeanbecken. Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Region und Jahreszeit. Während manche Studien eine geringere Aktivität über der Bucht von Bengalen nahelegen, zeigen andere nur schwache oder saisonabhängige Zusammenhänge. Entscheidender für die Auftrittshäufigkeit von Zyklonen ist die Phase des Indischen Ozeanischen Dipols (IOD). Außerdem beeinflusst auch die Madden-Julian-Oszillation (MJO) sowohl die konvektive Aktivität als auch die regionale Verteilung der Meeresoberflächentemperaturen in diesem Ozeanbecken. Somit ist El Nino in diesem Gebiet eher ein Hintergrundrauschen als die primäre Ursache für die Entwicklung von Zyklonen.

Nördlicher Atlantik

Über dem nördlichen Atlantik entwickeln sich vorwiegend über der Karibik aufgrund von Veränderungen des subtropischen Jetstreams stärkere Westwinde. Dadurch wird hauptsächlich in dieser Region die Entstehung von atlantischen Hurrikans unterdrückt. Im Vergleich zum nordwestlichen Pazifik hat der nördliche Atlantik häufig zusätzlich trockenere Luftmassen und geringere Wassertemperaturen. Darum sind Wirbelstürme in diesem Ozean sensitiver gegenüber höherer Windscherung. Allerdings zeigte beispielsweise die Saison 2023, dass dieser hemmende Effekt teilweise durch außergewöhnlich hohe Ozeantemperaturen kompensiert werden kann. In solchen Fällen kann die Hurrikanaktivität trotz El Niño höher ausfallen als klimatologisch erwartet.

Anzahl an atlantischen Stürmen in Abhängigkeit von La Nina und El Nino im Zeitraum von 1980-2023. Die Anzahl an Stürmen während El Nino ist deutlich geringer. (Quelle:NOAA)

Zusammenfassend hat ein El Nino Ereignis unterschiedliche Einflüsse auf das Auftreten von tropischen Wirbelstürmen auf der Nordhemisphäre. Während im östlichen Teil des Pazifiks Hurrikane häufiger und auch mehr starke tropische Wirbelstürme entstehen können, nimmt deren Aktivität im westlichen Teil des Ozeanbeckens und im Atlantik generell ab. Im Indischen Ozean überlagern andere Effekte die Auswirkungen von El Nino. Zudem gleicht in der Ausprägung auch nicht jedes EL-Nino-Ereignis dem anderen. Neben dem klassischen El Nino gibt es auch den Zentralpazifik El Nino (El Nino Modoki), bei dem die stärkste Erwärmung des Ozeans im zentralen Pazifik stattfindet und die Walker Zirkulation vergleichsweise etwas stärker ausgeprägt ist. In diesem Fall wären die Auswirkungen vor allem auf den Atlantik auch nicht so prägnant. Zuletzt ist es auch nicht ausgeschlossen, dass es im Laufe des Jahres zu einer Ausbildung eines Super-El-Nino kommen kann. In diesem Fall könnten die Auswirkungen auf globale Wetterlagen und auch auf die tropische Wirbelsturmaktivität deutlich ausgeprägter sein. Noch bleibt jedoch abzuwarten, wie stark sich das kommende EL-Nino-Ereignis tatsächlich entwickelt.

Anzahl der beobachteten Stürme zwischen 1980 und 2021 in den verschiedenen Ozeanen bei der neutralen Phase, El Nino und La Nina. Deutliche Unterschiede sind vor allem im Atlantik erkennbar. (Quelle:https://www.nature.com/articles/s41597-025-05018-4)

M.Sc.Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/05/Auswirkungen-eines-El-Nino-auf-die-tropische-Wirbelsturmaktivitaet-1-scaled.png 1493 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-18 15:30:162026-05-18 15:31:01Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität

Wie funktioniert eine Gewittervorhersage?

7. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am gestrigen Mittwoch hat es im Süden und über der östlichen Mitte Deutschlands zum Teil ordentlich „gerummst“. Über Südbayern konnte sich sogar eine sogenannte Superzelle entwickeln. Dabei handelt es sich um ein besonders starkes, rotierendes Gewitter. Neben Sturmböen und Starkregen wurde damit zusammenhängend auch Hagel mit Korngrößen bis 3 cm Durchmesser beobachtet. Genau dieses Szenario wurde bereits am Vortag innerhalb des Warndienstes diskutiert und letztlich schon etliche Stunden vor dem Ereignis in die entsprechenden Warnlageberichte und Vorhersagetexte aufgenommen. Da stellt sich die Frage, wie so eine Gewittervorhersage überhaupt funktioniert.

Dass die Vorhersage von Gewittern von einigen Problemen begleitet wird, wurde auch an dieser Stelle schon mehrfach beschrieben (siehe zum Beispiel das Thema des Tages vom 12.08.2023) und wird sicherlich auch in Zukunft immer wieder Thema sein. Kurz zusammengefasst: Eine räumlich und zeitlich exakte Vorhersage eines Gewitters ist aus verschiedenen Gründen so gut wie unmöglich. Was dagegen meistens sehr gut prognostizierbar ist, sind einerseits die Regionen, in denen das Potenzial für die Entstehung von Gewittern erhöht ist und andererseits die zu erwartenden Begleiterscheinungen.

Für die Abschätzung des Gewitterpotenzials steht dem Vorhersageteam des DWD unter anderem der sogenannte „Konvektionsfavorit“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung mehrerer Prognosefelder, die die nötigen Zutaten für die Entwicklung von Gewittern beschreiben. Was für den Laien vielleicht nur nach vielen bunten Bildchen oder eventuell auch moderner Kunst aussieht, liefert den Meteorologen wichtige Informationen hinsichtlich der potentiellen Entstehung und Stärke der Gewitter. Aus diesem Grund hat der Konvektionsfavorit auch einen Stammplatz auf einem der zahlreichen Bildschirme am Arbeitsplatz.

Abb.1: Konvektionsfavorit – Zusammenstellung verschiedener Prognosefelder, die für die Abschätzung des Gewitterpotenzials wichtig sind (ICON).

Bevor wir kurz etwas genauer auf die einzelnen „Bildchen“ eingehen, nochmal ganz kurz zu den Zutaten für ein Gewitter: Neben genügend Feuchtigkeit muss die Luftmasse auch eine labile Schichtung aufweisen, d.h. die Temperatur muss mit der Höhe stark abnehmen. Nun muss die energiegeladene Luftmasse noch gezündet werden, sprich man benötigt einen Mechanismus, der die Luft dazu veranlasst, aufzusteigen. Das kann zum Beispiel ein zu überströmendes Gebirge sein, bodennahe Überhitzung (Wärmegewitter), ein bodennah konvergentes Windfeld oder ein dynamischer Impuls aus höheren Luftschichten.

Abb.2: Vorhersagefelder zur Feuchtigkeit (links), der Schichtung (Mitte) und dem daraus folgenden Energiegehalt der Luft (CAPE, rechts).

In der obigen Abbildung 2 ist auf der linken Seite einerseits ein Maß für die Feuchtigkeit der Luft in unteren Schichten zu sehen (Flächendarstellung) und andererseits die sogenannten PPW-Werte, also der Wassergehalt der gesamten Luftsäule, der als Niederschlag ausfallen kann (in mm, Zahlenwerte). Letzterer liefert einen Hinweis auf das Starkregenpotenzial. Rechts daneben geht es um die sogenannten Lapse Rates, also die Temperaturabnahme mit der Höhe, die besonders zwischen zwei und vier Kilometer Höhe ausgeprägt sein sollte. Rote Farben stehen für eine Abnahme von mindestens 0,6 Kelvin pro 100 m Höhe (instabil) und blaue Farben für eine geringere Abnahme und daher stabilere Verhältnisse. Die Kombination aus Feuchtigkeit und (In-)Stabilität mündet schließlich in der potentiell zur Verfügung stehenden Energie für die Gewitterentwicklung, dem sogenannten CAPE (rechts). Die Zahlenwerte geben das sogenannte CIN an, das konvektionshemmende Faktoren innerhalb der Luftschichtung angibt.

Abb.3: Vorhersagefelder zur Geschwindigkeitsscherung (links) sowie der Richtungsscherung und Höhe der Wolkenunterkante (rechts).

In Abbildung 3 steht die Windscherung im Fokus. Diese stellt – um im Küchensprech zu bleiben – das Gewürz dar und ist wichtig für die weitere Entwicklung eines Gewitters. Dabei unterscheidet man zwischen der Geschwindigkeits- und der Richtungsscherung. Die Geschwindigkeitsscherung (links) kann man wiederum in hochreichende Scherung (0 bis 6 km Höhe, Fläche) und in die Scherung im untersten Kilometer (Low Level Scherung, Zahlen) aufsplitten. Während erstere für den Organisationsgrad und damit die Langlebigkeit und auch Schwere der Gewitter verantwortlich ist, liefert die Low Level Scherung Hinweise für ein mögliches Tornadopotenzial. Für letzteres sind auch die Felder rechts wichtig, die die Richtungsscherung, also die Drehung des Windes mit der Höhe (Fläche), und die Höhe der Wolkenuntergrenze (Linien/Zahlen, in m) zeigt. Ist die Richtungsscherung hoch genug, können sich rotierende Gewitter, sogenannte Superzellen entwickeln, an denen sich bei niedriger Wolkenunterkante (unter 1000 m) ein Tornado entwickeln könnte.

Abb.4: Vorhersagefelder zu den Strömungsverhältnissen in verschiedenen Höhen (links: ca. 5,5 km, Mitte: ca. 9 km, rechts: bodennah).

Kommen wir zur unteren Reihe des Konvektionsfavoriten. Die Bildchen in Abbildung 4 liefern Informationen zu potentiellen Hebungsmechanismen, die zum Beispiel aus den Strömungsverhältnissen in verschiedenen Höhenbereichen resultieren (links: ca. 5,5 km, Mitte: ca. 9 km, rechts: bodennah).

Abb. 5: Vorhersagefelder zu den Strömungsverhältnissen in verschiedenen Höhen (links, rot: 10 m, gelb: ca. 1,5 km, grün: ca. 5,5 km, blau: ca. 9 km) sowie der Auslösetemperatur und dem Niederschlag (rechts).

Abbildung 5 zeigt linkerhand die Windstärke und -richtung in verschiedenen Höhenniveaus, woraus man konvergente Windstrukturen herausarbeiten kann und einen Überblick über eine mögliche Winddrehung mit der Höhe bekommt. Rechterhand ist dann noch die sogenannte Auslösetemperatur zu finden. Wird diese Temperatur erreicht, beginnt die Luft von selbst, aufzusteigen. Dazu gesellt sich eine Niederschlagsprognose, die neben der Menge (Fläche) auch die Art des Niederschlags (Symbole) angibt.

Durch diese Fülle an Informationen bekommt man also schon mal einen ersten Eindruck darüber, in welchen Regionen das Gewitterpotenzial erhöht ist, welche Begleiterscheinungen erwartet werden können und wo wahrscheinlich keine Gewitter auftreten werden. Doch für eine finale Aussage braucht es noch etwas mehr. Wichtig ist zum Beispiel noch die Sichtung von sogenannten Prognoseaufstiegen, die die vertikale Temperatur- und Feuchteverteilung zeigen. Und dann gibt es natürlich noch weitere Vorhersagemodelle, die manchmal eine völlig andere Idee hinsichtlich der Gewitterlage haben als das, das dem Konvektionsfavoriten zugrunde liegt.

Vielleicht haben Sie bemerkt, dass sich die betrachteten Felder auf den gestrigen Mittwoch beziehen (17 Uhr MESZ). Demnach wurde vom Süden bis in die zentrale und östliche Mitte eine feuchte und gleichzeitig auch instabile Luftmasse vorhergesagt, was wenige hundert Joule pro Kilogramm an CAPE zur Folge hatte. Ausreichend Energie für Gewitter war also vorhanden. Im Südosten überlappte diese Energie zudem mit hochreichender Geschwindigkeitsscherung sowie etwas Richtungsscherung, was Hinweise für organisierte Strukturen bis hin zu Superzellen und zudem etwas größerem Hagel und Böen bis in den schweren Sturmbereich lieferte. Angesichts der hohen prognostizierten Wolkenuntergrenzen (über 1500 m) wurde die Tornadogefahr dagegen als sehr gering eingeschätzt. Deutlich höher war die Wahrscheinlichkeit wiederum für Starkregen, was auf PPW-Werte zwischen 20 und 25 mm und einer eher langsamen Zuggeschwindigkeit der Gewitterzellen zurückzuführen war.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/05/Wie-funktioniert-eine-Gewittervorhersage-1.png 924 1885 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-07 17:31:202026-05-11 14:15:35Wie funktioniert eine Gewittervorhersage?

Vom Frühherbst zum Spätsommer

15. September 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Das Sturmfeld von Tief ZACK erreicht am heutigen Montag den Nordwesten Deutschlands und sorgt dort für den ersten kleinen Herbststurm der noch jungen Saison. Im Binnenland reicht es für stürmische Böen und einzelne Sturmböen aus Südwest bis West (Bft 8 und 9). An der Nordsee werden schwere Sturmböen (Bft 10) und an der nordfriesischen Küste sogar einzelne orkanartige Böen (Bft 11) erwartet. Passend dazu gestaltet sich das Wetter wechselhaft, vor allem im Nordseeumfeld gibt es Schauer und einzelne Gewitter. Im Binnenland sind diese seltener und südlich der Donau bekommt man von Schauern und Wind kaum etwas mit. ZACK führt anfangs noch einen Schwall warmer Luft nach Deutschland. Das treibt die Temperaturen auf 21 bis 26 Grad Celsius.

Prognostizierte maximale Böen am 15. und 16.09.2025. MOS-Daten.

In der Nacht zum Dienstag beruhigt sich im Binnenland das Wetter meist, Schauerhäufigkeit und Wind nehmen deutlich ab. In der Nordwesthälfte Niedersachsens und in Schleswig-Holstein nehmen Schauer und einzelne Gewitter dagegen eher zu, es bleibt dort zudem windig bis stürmisch.

Der Dienstag steht weiterhin im Zeichen von ZACK. Sein Sturmfeld liegt über Norddeutschland und sorgt dort für stürmische Böen und einzelne Sturmböen, an den Küsten teils für schwere Sturmböen. Der anhaltend kräftige westliche Wind sorgt an der Nordsee für erhöhte Wasserstände. Trotz „ungünstiger“ astronomischer Bedingungen kurz nach Halbmond berechnet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Wasserstände, die an der Westküste Schleswig-Holsteins nur knapp unter 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser, der Schwelle einer Sturmflut liegen. Fährfahrten nach Helgoland werden vorübergehend ausgesetzt. Dennoch: Für die winderprobten Schleswig-Holsteiner stellt dies kein außergewöhnliches Ereignis dar. Im Süden verläuft der Dienstag abermals ruhiger als weiter nördlich. Mehr Sonne, weniger Niederschlag und Wind stehen dort auf dem Programm.

Gezeitenvorausberechnung für Husum.

Am Mittwoch gibt es im Südwesten Deutschlands den ersten Fingerzeig einer bevorstehenden markanten Änderung der Großwetterlage. Im Tagesverlauf setzt sich dort Hochdruckeinfluss durch und über die burgundische Pforte fließt allmählich warme Luft in den Oberrheingraben. Für immerhin knapp 24 Grad im Breisgau sollte diese gut sein. Im Rest des Landes bleibt es vorerst noch unbeständig, teils windig und mit Höchstwerten zwischen 17 und 21 Grad auch kühler.

Im weiteren Wochenverlauf spielt ZACK für das Wetter in Deutschland keine Rolle mehr. Über dem Alpenraum baut sich ein Hoch auf und aus Südwesten wird warme bis heiße Subtropikluft herangeführt. Am Donnerstag reicht es im Süden gebietsweise für einen Sommertag mit mehr als 25 Grad, am Freitag wird dieser dann abseits des äußersten Nordens verbreitet erreicht. Am Samstag wird örtlich wahrscheinlich sogar die 30-Grad-Marke erreicht oder überschritten.

Prognostizierte Temperaturmaxima vom 16.09. bis 19.09.2025. MOS-Daten.

M.Sc.Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.09.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/09/Vom-Fruehherbst-zum-Spaetsommer-1.png 923 941 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-09-15 11:46:112025-09-22 11:58:17Vom Frühherbst zum Spätsommer

Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14. September 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Hurrikan ERIN entwickelte sich vom 15. zum 16. August über dem südwestlichen Atlantik in einer beeindruckenden Zeit von lediglich 25 Stunden von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie 5! Er war der erste und zugleich auch der bisher letzte Hurrikan in dieser Saison. Nach ERIN entwickelte sich allerdings am 23. August der vorerst letzte tropische Sturm der diesjährigen Hurrikan-Saison. Dieser Sturm wurde auf den Namen FERDINAND getauft. FERDINAND vollzog am 28. August seine extratropische Umwandlung und verlagerte sich anschließend in Richtung Westeuropa bevor er sich auflöste.

Diese Grafik zeigt die klimatologische Verteilung von Hurrikans und tropischen Wirbelstürmen über dem Atlantik. (Quelle: NOAA)

Nachfolgend gab es bis zum heutigen Tag keinen weiteren tropischen Sturm im Atlantik mehr. Und auch die Vorhersage für die nächsten 7 Tage zeigt nur wenig Aktivität über dem mittleren Atlantik. Lediglich eine aktuell noch schwach ausgeprägte Störung könnte sich zum Ende der kommenden Woche zu einem Tropensturm entwickeln. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass es bisher seit 1950 erst einmal vorkam, dass sich vom 29. August bis zum 16. September während der klimatologischen Hochphase der atlantischen Hurrikan- Saison kein einziger Sturm bildet. Deshalb stellt sich die Frage: Was sind die Gründe für diese außergewöhnlich ruhige Phase?

Diese Grafik zeigt die Anzahl der Hurrikans innerhalb von 100 Jahren auf dem Atlantik im Monat September. (Quelle: NOAA)

Damit sich tropische Störungen zu einem Hurrikan entwickeln können, ist es förderlich, dass die Umgebung eine hohe Feuchtigkeit und Instabilität aufweist. Betrachtet man allerdings die Bedingungen in den letzten Wochen über dem mittleren Atlantik, zeigt sich eine ungewöhnlich trockene und stabil geschichtete Troposphäre. Ein Grund dafür ist ein sehr stark ausgeprägtes Hochdruckgebiet über dem subtropischen Atlantik. Dabei ergibt sich auf der Ostseite des Druckgebildes ein bis in die Tropen reichender Strom von sehr trockener Luft. Dadurch wurde vorhandene Konvektion über dem tropischen Atlantik stark unterdrückt. Außerdem spielt dabei auch ein tropischer Trog in der höheren Troposphäre eine wichtige Rolle. In den letzten Wochen wurde dieser über dem westlichen subtropischen Atlantik beobachtet. Der Trog transportierte trockene, konvektionshemmende Luftmassen von den Subtropen in die Tropen. Zudem sorgt er auch für eine erhöhte Windscherung in seinem Einflussbereich. Dadurch werden trockene Luftmassen von höheren Schichten in tiefere troposphärische Schichten transportiert und somit jegliche tropische Konvektion unterdrückt.

Diese Grafik zeigt die vorhergesagte Anomalie der Windscherung über dem Atlantik im Zeitraum vom 14. bis zum 19. September. Die Werte zeigen vorerst noch weitgehend ungünstige Bedingungen für die Entwicklung von Hurrikans an. (Quelle: Tidbits)

Normalerweise kommt es während einer neutralen oder positiven ENSO– Phase deutli

ch seltener zu der Entwicklung eines Troges in der Höhe im westlichen subtropischen Atlantik. So herrschten zu Beginn der laufenden Saison gute Bedingungen für die Entwicklung von tropischen Stürmen und Hurrikans. Die Folge war Hurrikan ERIN. Dieser war der frühste Kategorie 5 Hurrikan seit Aufzeichnungsbeginn.

Zudem zeigten sich bei einem Blick auf den östlichen Atlantik und nach Westafrika deutlich schwächer ausgeprägte African Easterly Waves. Dies führte nicht nur zu geringeren Niederschlägen in Westafrika, sondern auch zu schlechteren Anfangsbedingungen für die Ausbildung eines tropischen Sturms über dem östlichen Atlantik!

Auch in den kommenden Tagen bleibt es im tropischen und subtropischen Atlantik voraussichtlich sehr ruhig. Erst zum Ende des Monats deuten sich bessere Bedingungen an. Im mittelfristigen Zeitraum zeigen einige Modelle eine Abnahme der vertikalen Windscherung und gleichzeitig eine Abschwächung des subtropischen Hochdruckgebietes. Dies könnte zusammen mit den immer noch sehr hohen Wassertemperaturen dazu führen, dass uns in diesem Jahr nach einer sehr ruhigen Phase eine späte Hurrikan-Saison bevorsteht. In der vergangenen Saison gab es ebenfalls eine ruhige Phase bis Mitte September und anschließend konnten noch einige Tropenstürme und Hurrikans beobachtet werden. Möglicherweise nehmen dann im Oktober auch einzelne ehemalige Tropenstürme Einfluss auf das Wettergeschehen in Mitteleuropa. Es bleibt also sehr spannend.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.09.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/09/Ungewoehnlich-ruhiger-tropischer-Atlantik-1.png 720 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-09-14 09:49:182025-09-15 09:57:52Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

Storm Splitting – Wenn Gewitter sich scheiden lassen

23. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Essentiell für die Entstehung von Superzellen und damit auch die Grundlage für einen Storm Split ist eine vorhandene vertikale Windscherung in der Atmosphäre. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Hauptformen: der Geschwindigkeits- und der Richtungsscherung. Die Geschwindigkeitsscherung beschreibt Veränderungen in der Windgeschwindigkeit mit zunehmender Höhe, während sich bei der Richtungsscherung die Windrichtung in den verschiedenen Höhenschichten verändert. Beide Prozesse führen dazu, dass in der Atmosphäre sogenannte horizontale Vorticity, also horizontal rotierende Luftwirbel, entstehen (siehe Abbildung 2). 

Abbildung 1: Beispiel für einen (doppelten) Storm Split im Radarbild östlich Reims im Nordosten Frankreichs am 14.06.2025 (Quelle:DWD) 

 

 

Abbildung 2: Die Bildung von horizontaler Vorticity durch Geschwindigkeits- und Richtungsscherung in vereinfachter Darstellung (Quelle: Aaron Gentner) 

Um das Phänomen des Storm Splits möglichst verständlich zu erklären, betrachten wir zunächst den einfachsten, idealisierten Fall. Dabei liegt ausschließlich vertikale Geschwindigkeitsscherung vor. Das bedeutet: Der Wind weht in allen Höhen aus der gleichen Richtung, in diesem Fall aus Westen. In einem solchen Szenario bewegen sich auch die Wolken gerade von West nach Ost – stets parallel zum mittleren Windscherungsvektor. Die durch die Geschwindigkeitsscherung erzeugte horizontale Vorticity steht dabei perfekt senkrecht zur Zugrichtung des Sturms, weil sie in diesem Fall Nord-Süd ausgerichtet ist. Diese senkrechte Ausrichtung wird als crosswise Vorticity bezeichnet. Gelangt nun der horizontal rotierende Luftwirbel in den Aufwindbereich eines Gewitters, wird er davon nach oben in die Zelle hineingesogen. Dabei kippt die Vorticity durch die vertikale Bewegung in eine aufrechte Position und bildet jetzt eine vertikale Rotation. 

Es entsteht also ein Wirbelpaar an den Flanken des Aufwinds. Auf der einen Seite entsteht dementsprechend eine antizyklonale Drehung (im Uhrzeigersinn), während die andere Seite zyklonal (gegen den Uhrzeigersinn) rotiert. Die vertikale Rotation hat einen entscheidenden Effekt: An den beiden Flanken bilden sich lokale Tiefdruckbereiche (Stichwort Zentrifugalkraft), ähnlich wie bei einem Wasserwirbel, der entsteht, wenn man die Badewanne ablaufen lässt. Statt Wasser strömt hier allerdings Luft nach, angetrieben durch die Druckgradientkraft. Diese Luftbewegung führt an beiden Flanken zur Bildung eines neuen Aufwindbereichs, wodurch zwei neue, getrennte Zellen entstehen. 

Ein weiterer Mechanismus kann diesen Aufspaltungsprozess zusätzlich beschleunigen: Wenn sich durch den ursprünglichen Aufwind bereits genügend Niederschlag in der Wolke gesammelt hat, fällt dieser herab und erzeugt einen zentralen Abwind. Dieser verdrängt das ursprüngliche Aufwind-Maximum und „drückt“ die beiden neuen Zellen zusätzlich auseinander. In der Folge spaltet sich der ursprüngliche Sturm also in zwei Richtungen auf. Bei einer rein westlichen Windscherung zieht die eine Zelle, der sogenannte left mover (LM), nach Nordwesten ab. Die andere, der right mover (RM), bewegt sich weiter nach Südwesten. Diese Namensgebung basiert auf der relativen Abweichung der Zugrichtungen beider Zellen vom ursprünglichen Kurs. 

Wenn sich die Zugrichtung eines Sturms zunehmend von der mittleren Windscherung unterscheidet, trifft der Sturm auf eine verstärkte Komponente sogenannter streamwise Vorticity. Dabei handelt es sich um Wirbel in der Umgebungsluft, deren Rotationsachse nicht mehr senkrecht, sondern zunehmend parallel zur der Zugrichtung des Sturms verläuft. Das macht es einfacher die vorhandene Rotation in den bestehenden Aufwind einzufangen, weil die Wirbelachse jetzt direkter mit der Aufwindachse zusammenfällt. Diese wird dann vertikal gestreckt, weshalb sich die Rotationsgeschwindigkeit des Aufwinds deutlich erhöht. Das ist vergleichbar mit dem Pirouetten-Effekt bei einer Eiskunstläuferin, die ihre Arme anzieht. Auf diese Weise entsteht eine rotierende Aufwindstruktur, die sogenannte Mesozyklone – das zentrale Merkmal einer Superzelle. 

Im zuvor beschriebenen Fall mit rein crosswise ausgerichteter Vorticity (senkrecht zur Zugrichtung) wird dieser Prozess auf beiden Seiten des Aufwinds gleich stark ausgelöst. Es entstehen zwei Superzellen mit unterschiedlicher Zugbahn, da die Druckverteilung innerhalb der Zellen weiterhin eine Abweichung vom mittleren Windfeld bewirkt. Theoretisch wären diese beiden Superzellen spiegelbildlich. Allerdings gibt es noch einen weiteren Einflussfaktor, nämlich die Corioliskraft. Diese, durch die Erdrotation verursachte Scheinkraft, wirkt auf der Nordhalbkugel verstärkend auf die zyklonale (rechtsdrehende) Rotation der RM-Superzelle und abschwächend auf die antizyklonale (linksdrehende) Rotation der LM-Superzelle. Das bedeutet, dass die RM-Superzelle meist etwas stärker ausgeprägt ist als die LM-Superzelle. Auf der Südhalbkugel kehrt sich dieses Verhalten natürlich um. 

Tatsächlich wird in der Praxis meist auch ohne den Einfluss der Corioliskraft eine der beiden Superzellen bevorzugt, während die andere in ihrer Entwicklung gehemmt wird. Die zuvor beschriebene symmetrische Aufspaltung ist eher die Ausnahme. Denn wie bereits erwähnt, tritt neben der Geschwindigkeitsscherung meistens auch Richtungsscherung auf. Diese beeinflusst maßgeblich die Orientierung der Vorticity (streamwise vs. crosswise) in der Umgebungsluft. 

Das hat direkte Auswirkungen auf die Entwicklungschancen der entstehenden Zellen. Dreht der Wind mit zunehmender Höhe beispielsweise von Süd auf West, entsteht eine rechtsdrehende (zyklonale) Richtungsänderung. In diesem Fall trifft die rechtsläufige Zelle auf eine stärkere Komponente an streamwise Vorticity, also förderlicher Rotation, die sich effizient in vertikale Rotation und damit in eine stabile Mesozyklone umwandeln lässt. Die linksläufige Zelle hingegen hat meist nur Zugang zu mehr crosswise Vorticity, die für die Entstehung einer starken, rotierenden Superzelle weniger günstig ist. Daher bleibt sie oft schwächer oder löst sich schnell wieder auf. 

Solche rechtsdrehenden Windscherungsprofile treten insbesondere auf der Nordhalbkugel häufig auf – weshalb RM-Superzellen dort typischerweise dominieren. Auf der Südhalbkugel ist das Muster wiederum umgekehrt. In besonders extremen Fällen, bei denen eine sehr ausgeprägte Richtungsänderung mit der Höhe vorliegt, kann der Aufwind auf einer Seite sogar so stark unterdrückt werden, dass sich die Teilung des Gewitters gar nicht sichtbar vollzieht. Stattdessen entsteht direkt eine einzelne, dominante Superzelle. 

Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass in den beiden Storm-Splits aus Abbildung 1 die linke Superzelle etwas schwächer ausgeprägt ist – obwohl der zugehörige Hodograph (siehe Abbildung 3) überwiegend auf Geschwindigkeitsscherung hinweist. Denn selbst leichte Richtungsänderungen mit der Höhe können ausreichen, um eine der beiden Zellen zu begünstigen. In diesem Fall die rechtsdrehende Superzelle. 

Abbildung 3: Hodograph in der Nähe des in Abbildung 1 gezeigten Storm Splits, zwei Stunden zuvor (Quelle:DWD) 

An dieser Stelle noch ein paar erklärende Worte zum Begriff Hodograph: Ein Hodograph ist eine grafische Darstellung der Windvektoren in Abhängigkeit von der Höhe. Dabei werden sowohl Windrichtung als auch -geschwindigkeit für verschiedene Höhenniveaus als Punkte in ein Koordinatensystem eingetragen und miteinander verbunden. Verläuft die Verbindungslinie gerade, bedeutet das: Die Windgeschwindigkeit nimmt mit der Höhe zu, die Windrichtung bleibt jedoch konstant. Es liegt also reine Geschwindigkeitsscherung vor. Eine gekrümmte Linie hingegen zeigt, dass sich auch die Windrichtung mit der Höhe ändert, was ein Hinweis auf Richtungsscherung ist. Diese Krümmung ist entscheidend für die Entstehung von streamwise Vorticity und beeinflusst damit maßgeblich Art und Stärke der Rotation in einer Gewitterzelle. Im oben gezeigten Beispiel (Abbildung 1) erkennt man im zugehörigen Hodographen eine leichte Winddrehung in den unteren drei Kilometern von Süd auf Südwest, was durch die gekrümmte Linie in diesem Höhenbereich deutlich wird. Darüber hinaus verlaufen die Windvektoren relativ einheitlich in nordöstliche Richtung. Das deutet auf eine dominante Windrichtung aus Südwesten und damit überwiegend Geschwindigkeitsscherung hin. 

Um abschließend nochmal zur Einleitung zurückzukommen: Laut ESWD-Datenbank waren in diesem Fall beide Superzellen nach der Trennung eher launisch unterwegs. Die linke der beiden Zellen konnte neben den typischen Gewitterbegleiterscheinungen vor allem mit Hagelgrößen bis 3 cm auf sich aufmerksam machen, die rechte Superzelle schmiss dagegen mit bis zu 4 cm großen Eisklumpen um sich. 

Hochschulpraktikant B. Sc. Aaron Gentner in Zusammenarbeit mit Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.06.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Storm-Splitting-Wenn-Gewitter-sich-scheiden-lassen-1.png 684 2450 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-23 10:28:432025-06-27 10:38:50Storm Splitting – Wenn Gewitter sich scheiden lassen

Erste Tornadozwischenbilanz 2025

15. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Einleitung 

Nachdem die diesjährige Tornadosaison etwas Mühe hatte in Gang zu kommen, kamen in den zurückliegenden gut zwei Wochen einige neue Fälle in die Datenbank. Gesammelt werden die Tornadofälle in Deutschland unter anderem in der europäischen Unwetterdatenbank (eswd.eu) oder über die Tornadoliste Deutschland (tornadoliste.de). Letztere Seite sammelt auch viele Verdachtsfälle und sogenannte plausible Fälle. Diese plausiblen Fälle werden zu einem späteren Zeitpunkt nochmal genauer unter die Lupe genommen, die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch, dass diese noch bestätigt werden. 

Tornadofälle bisher 

Insgesamt gab es bereits 13 bestätigte Tornados und sechs plausible Fälle. Das ist eine gute Gelegenheit, um einmal zu schauen, was bisher schon passiert ist. 

Das Bild zeigt alle im Jahr 2025 bisher bestätigten Tornadofälle sowie die plausiblen Fälle in Deutschland. 

Den ersten bestätigten Tornado des Jahres gab es am 30. März in Uenze in Brandenburg. Dies war ein relativ kurzlebiger Tornado der Stärke IF1 (~150 km/h). Schäden wurden auf einer Länge von 1.3 km erfasst. Dann gab es auch aufgrund beständiger Hochdrucklagen eine längere Pause. 

Interessant wurde es wieder am ersten Maiwochenende. Nun waren wieder Tiefausläufer am Zuge und auch die für organisierte Gewitter und Tornados so wichtige Zutat Windscherung war recht üppig vorhanden. Bei Windscherung ist es ausschlaggebend, dass sich der Wind bezüglich Richtung und Stärke möglichst stark mit der Höhe ändert. So kam es am 2.Mai zu einem schwachen Tornado in Oppenwehe, am 3.Mai wurden dann zwei Tornados in Hessen (Biebertal, Stolzhausen bei Bebra), sowie einer im sächsischen Vogtland (Unterheinsdorf) registriert, wobei die beiden hessischen Tornados eine Stärke von IF1.5 (~180 km/h) hatten. Die Vorortuntersuchung wurde von der Vereinigung TorKUD (Tornado Kartierung und Untersuchung Deutschland) unter anderem mit Drohnen durchgeführt. Solche Aufnahmen ermöglichen es, ein genaues Schadensmuster zu erstellen und daraus abzuleiten, ob es sich tatsächlich um einen Tornado gehandelt hat. TorKUD ist damit ebenfalls ein wichtiger Partner des DWD.
Schließlich wurde noch am 4.Mai. auf Usedom eine Wasserhose beobachtet. 

Bisher aktivste Tornadophase und stärkster Tornado des Jahres 

Nach einer weiteren hochdruckbedingten Pause folgte die bisher aktivste Tornadophase in Deutschland. Los ging es am 28.05.2025. An diesem Tag sind insgesamt mindestens vier Tornados aufgetreten, drei davon in Hessen (Bieber, Steinau an der Straße und in Hessisch-Lichtenau)) und ein weiterer in Untertheres bei Schweinfurt in Unterfranken. Vor allem bei dem Fall in Nordhessen gab es größere Gebäudeschäden, da der Tornado auf einer Strecke von 1.4 km über bebautes Gebiet gezogen ist. 

Der bisher stärkste Tornado der Saison trat am 4. Juni in Donaustetten bei Ulm auf. Auf einer Strecke von 15.5 km wurden Schäden bis in einen Bereich von IF2 (~220 km/h) festgestellt. Damit war dies auch der erste signifikante Tornado im Jahr 2025 (im Schnitt gibt es etwa vier starke Tornado im Jahr in Deutschland, mind. IF2). Die Schadenanalyse wurde wieder von TorKUD durchgeführt und zeigte eine maximale Tornadobreite von 310 m. Am stärksten war unter anderem eine Baumallee und eine Wohnsiedlung betroffen. In der Siedlung gab es an einem Haus beträchtliche Schäden. Das Hausdach und Teile des Dachstuhls wurden stark beschädigt. 

Im Bild sind die Schadensspur (oben links) sowie einige Schadensbilder des starken Tornados in Messtetten bei Ulm zu sehen. 

Zuletzt gab es noch zwei Tornados in Mecklenburg-Vorpommern. Am 07.06. war die Gemeinde Glewitz (südlich von Stralsund) betroffen (Stärke IF1) und am 10.06. die Stadt Greifswald (IF0.5). Der Grund für die gehäuften Tornadomeldungen und Verdachtsfälle war die sehr dynamische Wetterlage der vergangenen Wochen. 

Auch am gestrigen Samstag möglicherweise ein Tornado 

Auch gestern haben unsere Tornadoexperten beim DWD (tornado@dwd.de) zahlreiche Beobachtungen eines weit nach unten reichenden Funnels erreicht. Betroffen war ein Gebiet zwischen Bad Lippspringe und Altenbeken in Ostwestfalen. Zwar liegen bisher keine Meldungen über Schäden vor, es ist aber sehr wahrscheinlich, dass auch am Boden ein Wirbel vorhanden war. Möglicherweise wurde aber nur unbewohntes Gebiet getroffen, sodass mögliche Auswirkungen nur mit einer Vor-Ort Untersuchung zu ermitteln sind. 

Ausblick 

Auch unter Berücksichtigung der plausiblen, noch nicht bestätigten Fälle, hält sich die Anzahl der Tornados bisher noch in Grenzen. Zur durchschnittlichen Anzahl von 49 Tornados im Jahr, sind noch einige Fälle nötig. Es folgen aber noch zweieinhalb Sommermonate und auch im September ist die Tornadowahrscheinlichkeit noch erhöht. Zudem kann es besonders im August und September auch häufig Wasserhosen an Nord- und Ostsee geben. Um jetzt schon die aktuelle Saison zu bilanzieren, ist es also noch viel zu früh. 

Im Bild oben sind die tornado stripes zu sehen. Sie zeigen die Entwicklung der Tornadozahlen in Deutschland im Vergleich zum Mittelwert zwischen 2000 und 2024. Darunter ist der Jahresgang der Tornadoaktivität in Deutschland zu sehen. Die große Anzahl an Tornados im August kommt vor allem durch Wasserhosen zu Stande.  

Nachdem es heute vor allem im Osten und Süden nochmal ordentlich zur Sache geht (mit allerdings nur geringem Tornadopotential), kehrt dann zu Beginn der neuen Woche wieder Ruhe ein und es steht eine möglicherweise wieder längere Tornadopause bevor. 

Dipl.-Met. Marcus Beyer 

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.06.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Erste-Tornadozwischenbilanz-2025-1.png 911 707 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-15 18:33:052025-06-19 18:43:28Erste Tornadozwischenbilanz 2025

Starkregen, Hagel und einzelne Tornados: Ein Rückblick auf letzten Mittwoch

30. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Gut zu tun hatten unsere Warnmeteorologen am vergangenen Mittwoch. Überraschend war das jedoch nicht, denn die von den Wettermodellen prognostizierten Gewitterzutaten, lieferten bereits einige Zeit im Vorfeld Hinweise darauf, dass es ordentlich krachen kann. 

Deutschland lag an jenem Tag auf der Südflanke von Tief OLE, das von Schleswig-Holstein ostwärts zur Ostsee zog und sehr feuchte und instabil geschichtete Luft (starke Temperaturabnahme mit der Höhe) aus der Biskaya im Gepäck hatte. Diese Luftmasse konnte sich vor allem auf den Süden und die Mitte ausbreiten, während auf den Norden bereits OLEs Kaltfront übergegriffen hatte, die dort kühlere und trockenere Luft einströmen ließ. 

Bereits in der Nacht zum Mittwoch zogen im Westen aus Belgien schauerartige Regenfälle auf, die sich ostwärts in die Mitte ausweiteten und neben dem ein oder anderen Liter Regen auf den Quadratmeter auch einzelne Böen bis Sturmstärke mit sich brachten. Zum Beispiel meldete Aachen um 2 Uhr eine Böe von 76 km/h, Wuppertal um 3 Uhr 74 km/h. Ursache dafür war der kräftige Höhenwind, der durch die schauerartigen Verstärkungen lokal bis zum Boden heruntergemischt werden konnte. 

Während sich diese Regenfälle zunehmend in den Süden verlagerten und so die Gewitterentstehung dort hemmten, konnten sich vor allem über der breiten Mitte und anfangs auch im Nordosten ab dem frühen Nachmittag zahlreiche Gewitter entwickeln. Hier und da gingen diese mit Starkregen (häufig etwa 10 bis 20 l/qm in kurzer Zeit), stürmischen Böen und kleinkörnigem Hagel einher. Lokal kamen aber auch deutlich höhere Regenmengen zusammen. 

24 stündige Niederschlagsmenge vom 28. bis 29.05.2025, 8 Uhr MESZ, ab 10 mm. Zahlen zeigen Messwerte, die Flächendarstellung steht für aus Radardaten abgeleitete Mengen. 

Durch die vorherrschenden Strömungsverhältnisse kam es teilweise dazu, dass Gewitterzellen immer wieder über denselben Ort zogen oder sich rückseitig neugebildet haben. Dieses Schicksal traf beispielsweise Worms am Abend als dort 43,7 l/qm innerhalb einer Stunde beziehungsweise 53 l/qm in zwei Stunden zusammenkamen. Von derselben Gewitterlinie betroffen war auch die Station Wilhelmsfeld in Nordbaden wo innerhalb weniger Stunden rund 80 l/qm vom Himmel stürzten. Ein weiterer Korridor mit hohen Regenmengen spannte sich zwischen Ostthüringen und Westsachsen auf. 

24 stündige Niederschlagsmenge vom 28. bis 29.05.2025, 8 Uhr MESZ, ab 10 mm. Zahlen zeigen Messwerte, die Flächendarstellung steht für aus Radardaten abgeleitete Mengen. 

Nun gab es einen Bereich, der etwa vom Westen bis in die zentrale und südliche Mitte reichte, in dem zur feuchten und instabilen Luftmasse auch noch eine erhöhte Windscherung dazukam, sprich eine kräftige Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe. Dadurch konnten sich die Gewitter dort organisieren, das heißt, ihr jeweiliger Auf- und Abwindbereich waren voneinander getrennt, wodurch die Zellen langlebiger und kräftiger wurden. Mit Hilfe der stark gegliederten Orographie im dortigen Mittelgebirgsraum war zudem auch ein gewisses Maß an Richtungsscherung vorhanden, das heißt die Windrichtung dreht mit der Höhe. Mehr zum Thema Windscherung finden Sie zum Beispiel im Thema des Tages vom 18.04.2025 (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/4/18.html). 

Foto des Tornados in Biebergemünd am 28.05.2025 (Quelle: Jörg Müller DWD) 

Alles in allem waren dadurch ausreichend gute Bedingungen geschaffen, dass sich vereinzelt sogar Tornados entwickeln konnten. Einer wurde im südosthessischen Biebergemünd kurz nach 15 Uhr gesichtet, der dort zum Teil schwere Schäden hinterließ. Ein weiterer Tornado wirbelte nur wenig weiter nordöstlich nahe Steinau an der Straße. Dieselbe Zelle brachte etwas später bei Schweinfurt wohl nochmals einen Tornado hervor. Zumindest liefert das vorhandene Bildmaterial starke Hinweise dafür, dass sich dort erneut einer gebildet hat. 

Auch wenn der heutige Freitag in Sachen Wetter recht ruhig verläuft, bleiben kräftige Gewitter ein Thema! Am morgigen Samstag drohen im Westen, am Sonntag dann in der Südost- und Osthälfte kräftige Gewitter mit lokalem Unwetterpotenzial. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.05.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/05/Starkregen-Hagel-und-einzelne-Tornados-Ein-Rueckblick-auf-letzten-Mittwoch-teil-1.jpg 738 734 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-05-30 20:48:282025-06-03 21:06:04Starkregen, Hagel und einzelne Tornados: Ein Rückblick auf letzten Mittwoch

Aufgaben der Vorhersage- und Beratungszentrale – Teil 2

14. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Mediendienst:
Der Medienmeteorologe tritt am Morgen seinen Dienst an und ist dann bis in die Mittagsstunden einem relativ straffen Programm ausgesetzt. Zuerst muss der Wetterbericht fürs Deutschlandradio überarbeitet werden. Im Anschluss folgt der allgemeine Wetterbericht für Deutschland und ein erstes Posting auf den Plattformen der sozialen Medien. Dieses Posting sollte mit einem schön gestalteten und aussagekräftigen Bild garniert werden. Im weiteren Verlauf wird der Pressetext verfasst, der an verschiedene Medienanstalten verschickt wird. Dabei geht es darum, das Wetter möglichst anschaulich für die Bevölkerung zu beschreiben. Danach folgt die Kernaufgabe des Mediendienstes, nämlich die Erstellung eines Wetterclips beziehungsweise eines Unwetter- oder Hitzeclips. Diese Clips werden bei entsprechenden Wetterlagen auf YouTube, in der WarnWetter-App und auf der Homepage hochgeladen. Dafür wird mit einer Software ein Wetterfilm erzeugt, der dann im betriebseigenen TV-Studio vorgetragen und aufgenommen wird. Am Mittag und Nachmittag wird der Deutschlandwetterbericht fortlaufend aktualisiert und ein Thema des Tages verfasst. Außerdem gibt es bei Unwetterlagen einen extra Bericht für Medienanstalten. Des Weiteren müssen weitere Postings erzeugt und Kundenmails beantwortet werden. Ebenso kann den ganzen Tag über das Telefon klingeln, weil beispielsweise ein Radiosender ein Interview will oder eine Zeitung Informationen für einen Artikel braucht. Gelegentlich kommt auch ein Fernsehteam vorbei, um Aufnahmen zu machen. Der Mediendienst ist also sehr vielfältig und der Kundenkontakt ziemlich ausgeprägt. 

Warnproduktion:
Dieser Dienst ist äußerst facettenreich und es werden viele unterschiedliche Aufgaben bearbeitet. Am frühen Morgen steht ein hydrologischer Bericht für ganz Deutschland und im Speziellen nochmals für das Rheineinzugsgebiet an. Danach erstellt man im Bedarfsfall Grafiken für das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) und die Deutsche Bahn (DB). Interessant für diese Kundengruppen sind vor allem großräumig zu erwartende Unwetterereignisse mit gewissem Schadenspotenzial. Daran anschließend nimmt der Meteorologe dann das weltweite Wetter in Betracht und dafür nutzt er zum Beispiel auch den Extreme Weather Index (EWI). Dieser Index dient zur Abschätzung von außergewöhnlichen Wetterereignissen weltweit und wird dazu genutzt, frühzeitig Unwetterereignisse zu erfassen. Diese Erkenntnisse werden dann entweder mündlich oder in Form eines Berichtes an das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum weitergeleitet, damit dort beispielsweise Hilfsaktionen koordiniert werden können. Im Warnproduktionsdienst werden weitere deutschlandinterne oder internationale Sonderaufgaben bearbeitet. Derzeit werden beispielsweise verschiedene Berichte zum aktuellen Wetter und die Windverhältnisse für die Ukraine erstellt. Auch für die international stationierte Bundeswehr wird Zuarbeit geleistet. Der Dienst ist somit sehr anspruchsvoll, da man sich in viele unterschiedliche Themenbereiche einarbeiten muss und sehr gute Geografiekenntnisse unbedingt erforderlich sind. 

Evaluierungs- und Analysedienst:
Dieser Dienst ist in zwei Blöcke aufgeteilt. Am Morgen und am frühen Nachmittag stehen die Bodenanalysekarten an. Es ist quasi eine Art „Malen nach Zahlen“ für den Bereich Europa und Nordatlantik. Neben der Positionierung von Hoch- und Tiefdruckgebieten werden auch Fronten sowie Isobaren in die Karte eingezeichnet. Nachdem dies früher alles noch mit Stift und Papier erfolgte, nutzt man mittlerweile ein grafisches Visualisierungstool.

Der zweite Part dieses Dienstes, der zwischen den Analysen und auch am Nachmittag gemacht wird, ist die Evaluierung. Dabei sollen Produkte auf Herz und Nieren geprüft und mögliche Fehler beziehungsweise Verbesserungsvorschläge dokumentiert werden. Das können Untersuchungen zu neu entwickelten Radarprodukten, neuen Wettermodellfeldern oder Weiterentwicklung von bestehenden Produkten sein. Des Weiteren dient dieser Dienst der Unterstützung des Guidancemeteorologen oder des Supervisors vor allem bei komplexen Warnlagen. Außerdem übernimmt der Meteorologe bei Ausfall der Außenstellen deren Arbeit, wie beispielsweise die Erstellung von Wetter- und Warnlageberichten sowie von akuten Warnungen. 

Nachtdienste:
Neben dem Supervisorennachtdienst gibt es noch zwei Nachtdienste, die nachts die Aufgaben der Außenstellen von Essen, Leipzig und Potsdam übernehmen. Neben der Erstellung der Guidance sind sie dann für akute Warnungen im Zuständigkeitsbereich der Außenstellen, für die Erstellung von Warnlage- und Wetterberichten, für die telefonische Beratung und für eine Reihe von Sonderaufgaben verantwortlich. 

Das heutige Thema des Tages und das Thema des Tages von vergangenem Samstag (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/5/10.html) boten einen Überblick über die verschiedenen Schichten in der VBZ. Nicht weiter aufgeführt wurden eine Reihe von Sonderaufgaben, wie beispielsweise die Erstellung von Ausbreitungsrechnungen im Bedarfsfall und die Übernahme von Projektarbeiten, die einen immer größeren Raum im Dienstplan einnehmen. Die Arbeit in der VBZ ist also sehr spannend, anspruchsvoll und nicht langweilig, da man sich immer wieder mit neuen Aufgaben befassen und sich in neue Themengebiete einarbeiten muss. 

 

Dipl. Met. Marcel Schmid
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Vor 10 Jahren: Zweiter Tornadoausbruch im „Unwetter-Mai“ von 2015

13. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Vergangene Woche wurde an dieser Stelle bereits über den Tornadoausbruch am 5. Mai 2015 im Nordosten Deutschlands berichtet, der sich in diesem Jahr zum zehnten Mal jährte. Diese Unwetterlage sollte aber erst der Startschuss eines denkwürdigen Unwetter-Monats sein. Nur eine Woche nach dem berüchtigten „Bützow-Tornado“ kam es am 12. und 13. Mai 2015 zur nächsten, folgenschweren Unwetterlage. Schwere Gewitter brachten neben schweren Sturmböen, Starkniederschlägen und großem Hagel auch wieder mehrere, starke Tornados, die für Verwüstungen sorgten. 

Abbildung 1: DWD-Bodenanalyse vom 12. und 13. Mai 2015, 12 und 18 UTC. Quelle: DWD 

Wie schon bei der ersten Unwetterlage zu Beginn des Monats handelte es sich auch bei der zweiten am 12. und 13. Mai 2015 um eine hochenergiereiche und dynamische Gewitterlage. Den Gewittern stand nicht nur eine sehr warme, feuchte und instabile Luftmasse zur Verfügung, sondern auch viel Windscherung, also mit der Höhe rasch an Stärke gewinnende und in ihrer Richtung variierende Winde. Die DWD-Analyse vom 12. Mai (14 Uhr) verdeutlicht, wie Deutschland zwischen Tief BENEDIKT über dem Nordmeer und Hoch TINA über Südosteuropa in eine Südwestströmung gelangte, mit der feucht-warme Mittelmeerluft herangeführt werden konnte (Abb. 1, links). Zugleich griff aber auch die Kaltfront von BENEDIKT über, die einen markanten Luftmassenwechsel von Nordwesten her einleitete. Unmittelbar vor der Kaltfront konnte sich in der warmen Luft eine sog. Konvergenzlinie ausbilden, also ein schmaler Bereich zusammenströmender und folglich zum Aufsteigen gezwungener Luft. Die Konvergenzlinie konnte somit als Trigger für die Gewitterentstehung fungieren. Es bildete sich eine markante, mehrere 100 Kilometer lange Gewitterlinie aus (Abb. 2, rechts). Aufgrund der Windscherung konnten sich die Gewitter organisieren, was bedeutet, dass sie stärker und langlebiger wurden. Auch einige Superzellen, also stark rotierende Gewitterzellen, waren mit dabei. Diese brachten nicht nur großen Hagel bis 4 cm Durchmesser, sondern produzierten auch mindestens vier Tornados in Arfurt in Hessen, in Kirchgandern und Nohra in Thüringen sowie in Alten in Sachsen-Anhalt. Die Tornados wurden als IF0 bis IF1.5 mit Windgeschwindigkeiten von 90 bis 180 km/h klassifiziert. 

Abbildung 2: Radarbilder vom 12. Mai 2015, 15 und 17 UTC, und beispielhafte DWD-Warnkarte während des Ereignisses. Unwetterwarnungen sind rot, die Warndreiecke markieren Bundesländer mit einer Unwettervorabinformation. Quelle: DWD 

Am 13. Mai flutete kühlere Meeresluft weite Teile Deutschlands, zudem brachte Hoch ULRIKE eine Wetterberuhigung. Im äußersten Süden allerdings hielt sich die feucht-warme und instabile Luft und wiederholt konnte sich auf der warmen Seite der Luftmassengrenze im Bereich einer Tiefdruckrinne eine Konvergenzlinie ausbilden (Abb. 1, rechts). Zudem war die Windscherung noch etwas stärker und die Bedingungen für Superzellen und Tornados noch etwas günstiger als am Vortag. Besonders herausragend war eine Superzelle, die am Abend vom Elsass her nach Südwestdeutschland und u. a. auch über Freiburg im Breisgau zog. Dort richtete Hagel bis zu 5 cm Durchmesser größere Schäden an. Sich weiter über den Schwarzwald südostwärts verlagernd produzierte die Zelle noch mindestens zwei Tornados der Stärke IF2 bis IF2.5 (220 bis 250 km/h) bei Lenzkirch und Bonndorf. Ein weiteres System über Bayrisch Schwaben wurde eingangs der Nacht „tornadisch“. Auf eine Strecke von 10 Kilometern zwischen Stettenhofen und Affing richtete der als IF3 (~290 km/h) eingestufte Tornado schwere Schäden an. Autos wurden versetzt, Wände und Mauern eingerissen und einige Gebäude unbewohnbar. 

Alle Blitze und eine beispielhafte Warnkarte vom 13. Mai 2015. Unwetterwarnungen sind rot, extreme Unwetterwarnungen sind violett, die Warndreiecke markieren Bundesländer mit einer Unwettervorabinformation. Quelle: DWD 

Den Betroffenen wird diese Unwetterlage sicher noch in Erinnerung sein, aber vielleicht auch dem ein oder anderen „Wetterbegeisterten“ unter den Lesern. Allen anderen soll dieser Artikel vor Augen führen, welche Naturgewalten sich schon im Mai in Form von schweren Gewittern entfalten können. 

Schäden nach dem Tornado in Affing am 13. Mai 2015. Quelle: DWD/Siemens 

Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.05.2025
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/05/Vor-10-Jahren-Zweiter-Tornadoausbruch-im-22Unwetter-Mai22-von-2015-teil-1-.png 759 1965 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-05-13 14:32:372025-05-17 14:48:38Vor 10 Jahren: Zweiter Tornadoausbruch im „Unwetter-Mai“ von 2015

10 Jahre Bützow – Ein Tornadoausbruch der in Erinnerung bleibt

4. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Am 05.05.2015, also am Montag vor genau 10 Jahren, gab es im Nordosten Deutschlands ein Wettereignis, das die Kleinstadt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern bundesweit bekannt machte und viele Bützower:innen wohl nicht vergessen haben. Innerhalb von Minuten hat ein Tornado große Schäden angerichtet und eine Schneise der Verwüstung in der Kleinstadt hinterlassen. 

Das Foto zeigt den Tornado am frühen Abend über einem Waldstück etwa 15 km von Bützow entfernt. 

Zehnter Jahrestag 

Anlässlich des zehnten Jahrestags des Ereignisses gibt es in Bützow heute eine Gedenkveranstaltung und eine Sonderausstellung zu dem Ereignis ist geplant (siehe: https://www.nordkurier.de/regional/guestrow/hier-wuetete-ein-verheerender-tornado-ich-erinnere-mich-an-ein-bild-der-zerstoerung-3505478 oder https://www.nordkurier.de/regional/guestrow/5-mai-2015-der-tag-an-dem-ein-tornado-buetzow-verwuestete-2839448).
Man muss von Glück sprechen, dass es an diesem Tag keine Todesopfer und „nur“ 40 Verletzte zu beklagen gab. Der Schaden wird nach damaligem Wert auf mehr als 40 Millionen Euro geschätzt. 

Das Bild zeigt die von Dachziegeln der Stiftskirche übersäte Straße in Bützow 2015 kurz nach dem Ereignis (links) und ein weiteres Bild aus diesem Jahr 2025 im Vergleich. 

Tornado Outbreak 

Auch wir möchten nochmal zurückschauen auf das Ereignis. Auch wenn der 05.05.2015 mit dem Namen Bützow verbunden ist, gab es an diesem Tag nicht nur diesen einen Tornado, sondern ganze sieben Stück. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem sogenannten „Tornado Outbreak“ (deutsch: Tornadoausbruch).
Bei einem Outbreak kommt es, gekoppelt an eine Gewitterlage, zu mindestens fünf Tornados, wobei einer der Tornados die Stärke IF2 erreichen muss (Internationale Fujita Skala: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2024/4/11.html) und damit definitionsgemäß ein signifikanter Tornado ist. Solche Ereignisse mit multiplen Tornados sind eher selten. Zuletzt gab es dies am 20.05.2022 rund um den Tornado bei Paderborn, als acht Tornados registriert wurden (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/5/30.html). 

Die Grafik zeigt alle Unwettermeldungen in der europäischen Unwetterdatenbank (eswd.eu) in Norddeutschland. Zu sehen sind auch die sieben Tornados. Zudem wurden alle Tornados am 5. Mai aufgelistet. 

Der Tornadomodus von Gewittern 

Am 05.05.2015 konzentrierte sich die Tornadoaktivität auf Mecklenburg und alle Tornados traten innerhalb einer einzigen Stunde zwischen 18 und 19 Uhr MESZ auf.
Interessant ist, dass alle Tornados von nur zwei Gewitterzellen verursacht wurden. Dies ist ein Phänomen, das man tatsächlich recht häufig bei ausgeprägten Tornadolagen beobachten kann. Während manche Gewitterzellen bei ähnlichen Bedingungen keinen Tornado hervorbringen, können andere wiederholt Wirbel erzeugen. Diese Zellen befinden sich in einem „Modus der Tornadoproduktion“. Warum das so ist, wird weiterhin erforscht (siehe dazu auch (https://www.schweizerbart.de/papers/metz/detail/31/102440/Analysis_of_significant_tornado_events_in_Central_Europe_synoptic_situation_and_convective_development). 

Ablauf der Tornados 

Den ersten Tornado gab es um 18:05 Uhr MESZ in Neu Kaliß, dieser hatte eine Stärke von IF0 (um 90 km/h). Der erste signifikante Tornado wurde in Groß Laasch (südlich der Bützow-Zelle) beobachtet. Dieser wies eine Stärke von IF2.5 (um 250 km/h) auf. Um 18:48 Uhr MESZ war es dann soweit, die nördliche der beiden Zellen hatte schon dreimal einen Tornado hervorgebracht, ehe genau über Bützow ein Tornado der Stärke IF3 (um 290 km/h) registriert wurde. Eben jene Gewitterzelle brachte um 19:05 MESZ nochmal einen fünften Tornado in Woland hervor, der eine Stärke von IF1.5 (um 180 km/h) hatte. 

Wetterlage 

Schauen wir nochmal auf die Wetterlage. Am Morgen des 5. Mai 2015 erinnerte noch nichts an die bevorstehende Katastrophe. Der Himmel über Bützow war bedeckt und es regnete. Und auch um die Mittagszeit zog nochmal ein Regengebiet über die Kleinstadt. Nachfolgend lichteten sich die Wolken am Nachmittag und es wurde doch noch ein sonniger Frühlingstag mit Höchstwerten um 16 Grad. Der Regen gehörte zur Warmfront eines Tiefs bei den Britischen Inseln. Wie üblich gibt es bei Tiefdrucksystemen auch eine Kaltfront. Diese erreichte den Nordwesten Deutschlands am frühen Nachmittag. Eine Gewitterlinie zog von der Nordsee landeinwärts und kam im Laufe des Nachmittags über dem Norden rasch ostwärts voran. Es dauerte gerade einmal vier Stunden, bis die Gewitterlinie vom Emsland Mecklenburg erreicht hatte und sich die Wolken schlagartig verdunkelten. 

In der Grafik sieht man den zeitlichen Ablauf der Passage der Kaltfront und der Superzelle analysiert anhand von Radarbildern. 

Vorgelagerte Superzellen 

Nun kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Im Vorfeld der eigentlichen Kaltfront haben sich noch zwei vorgelagerte Gewitter gebildet, zwei sogenannte Superzellen. Diese beiden vorgelagerten Superzellen standen dabei in Wechselwirkung mit der sich nähernden Kaltfront. Diese beiden Hauptprotagonisten waren letztendlich für die sieben Tornados verantwortlich. Die Kaltfront holte schließlich die vorgelagerten Zellen ein und integrierte sie in die Gewitterlinie. Damit war die Tornadogefahr gebannt, aber durch die Wechselwirkung produzierte die Linie noch mehrere heftige Böen auf ihrem Weg nach Osten. Eine davon traf den kleinen Flughafen Laage, wo eine Geschwindigkeit von 126 km/h gemessen wurde. 

Die vier Bilder zeigen wesentliche Zutaten de Gewittervorhersage sowie das Gewürz Scherung, das für Superzellen essentiell ist. 

Zutatenmethode 

Die Gewitterlage 2015 war sehr klassisch. Um Gewitter vorherzusagen schauen wir Vorhersagemeteorologen uns verschiedene Zutaten an: Feuchtigkeit, Labilität und Hebung (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/5/9.html). Damit ein einfaches Gewitter zu einer schadensträchtigen Superzelle heranwachsen kann, braucht es ein entscheidendes Gewürz – die Windscherung (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/6/22.html). Am Tag des Bützow-Tornados passten alle Zutaten perfekt zusammen. Für Tornados kommt es insbesondere auf die Scherung im unteren Troposphärenbereich zwischen 0 und 1 km an und auch diese Werte waren ausgesprochen hoch. Da gleichzeitig auch noch die Wolkenuntergrenze ziemlich niedrig war (geringer als 1000 m über Grund), war alles perfekt aufbereitet und das Potential für Tornados stark erhöht (mehr zur Tornadopotentialvorhersage: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/7/19.html). Die Tornados am 05 Mai 2015 kamen also nicht aus dem Nichts, sondern es war wie eine Lage aus dem Lehrbuch. 

Die Grafik zeigt anhand von Radarbildern, wie die Superzelle in die Gewitterlinie (Kaltfront) eingebaut wurde. Im das sich daraus entwickelnde Bogenecho wurde nochmal Orkanböen in Laage gemessen. 

Zehn Jahre danach – der Fall bleibt in Erinnerung 

Mittlerweile erinnert kaum noch etwas an das Ereignis von vor zehn Jahren, vergessen wird diesen Tag aber wohl niemand. Auch unter Meteorologen fällt der Name Bützow regelmäßig, wenn es um das Thema „Starke Tornados in Deutschland“ geht. 

Dipl. Met. Marcus Beyer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/05/10-Jahre-Buetzow-–-Ein-Tornadoausbruch-der-in-Erinnerung-bleibt-teil-2-.png 555 1645 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-05-04 13:14:412025-05-08 13:26:5210 Jahre Bützow – Ein Tornadoausbruch der in Erinnerung bleibt
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