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Schmutzwasserpumpe für große Wassermengen richtig dimensionieren

3. Oktober 2026/in Tipps & Tricks, Wetter/von Cathy
Überflutete Straße bei Windsor in Australien mit einer Absperrung im Wasser
Symbolbild: Überschwemmte Straße bei Windsor, Australien, Juli 2022. Foto: Wes Warren / Unsplash.

Nach Starkregen, bei einem vollgelaufenen Keller oder beim Leerpumpen eines Beckens zählt nicht nur die Motorleistung. Entscheidend ist, wie viel Wasser innerhalb einer bestimmten Zeit gefördert werden muss und welche Höhe dabei zu überwinden ist. Eine zu kleine Pumpe verlängert den Einsatz unnötig. Ein überdimensioniertes Modell kann dagegen unnötige Anschaffungs- und Betriebskosten verursachen.

Wer für solche Arbeiten eine Schmutzwasserpumpe auswählt, sollte Fördermenge, Förderhöhe und die Beschaffenheit des Wassers gemeinsam betrachten. Erst aus diesen Angaben ergibt sich, welche Leistung für den konkreten Einsatz sinnvoll ist.

Fördermenge anhand der Wassermenge bestimmen

Die Fördermenge wird meist in Litern pro Stunde angegeben. Für einen kleinen Pumpensumpf reichen andere Werte als für einen überfluteten Keller mit mehreren Kubikmetern Wasser. Ein Kubikmeter entspricht 1.000 Litern.

Bei 10.000 Litern Wasser und einer gewünschten Entleerungszeit von zwei Stunden wird rechnerisch eine tatsächliche Förderleistung von mindestens 5.000 Litern pro Stunde benötigt. Dieser Wert muss unter den Bedingungen am Einsatzort erreicht werden. Schlauchlänge, Höhenunterschiede und Leitungswiderstände reduzieren die Fördermenge gegenüber dem angegebenen Maximalwert. Fließt weiterhin Wasser nach, muss die Pumpe zusätzlich diesen Zufluss bewältigen.

Vor dem Kauf lassen sich einige Daten direkt am Einsatzort erfassen:

  • Wassermenge oder ungefähres Volumen des zu entleerenden Bereichs bestimmen;
  • Höhenunterschied zwischen Wasseroberfläche und Auslaufstelle messen;
  • erforderliche Schlauchlänge festlegen;
  • Schlauchdurchmesser und Pumpenanschluss miteinander abstimmen;
  • gewünschte Dauer für das Abpumpen festlegen.

Diese Werte grenzen die passende Leistungsklasse deutlich ein. Eine hohe Fördermenge auf dem Datenblatt allein sagt noch nicht, wie viel Wasser unter realen Bedingungen am Schlauchende ankommt.

Förderhöhe und Höhenunterschied richtig einschätzen

Die Förderhöhe beschreibt die von der Pumpe erzeugte Druckhöhe. Sie muss sowohl den Höhenunterschied als auch die Druckverluste im Schlauchsystem abdecken. Die angegebene maximale Förderhöhe wird bei Kreiselpumpen praktisch ohne Durchfluss erreicht und ist daher kein geeigneter Betriebspunkt zum Abpumpen.

Muss das Wasser beispielsweise aus einem Keller auf Straßenniveau gepumpt werden, entsteht bereits durch den Höhenunterschied ein Leistungsbedarf. Lange Schläuche erhöhen zusätzlich den Widerstand. Auch enge Leitungen, Winkelstücke und Kupplungen beeinflussen den Durchfluss. Liegt die maximale Förderhöhe einer Pumpe nur knapp über dem tatsächlichen Höhenunterschied, kann die Fördermenge stark sinken.

Für größere Entfernungen ist deshalb ein Modell mit ausreichender Leistungsreserve sinnvoll. Die Förderkennlinie des Herstellers zeigt, welche Wassermenge bei einer bestimmten Förderhöhe erreicht wird. Die Verluste des verwendeten Schlauchsystems müssen bei der Auswahl mit berücksichtigt werden.

Korngröße des Schmutzwassers prüfen

Große Wassermengen bedeuten nicht automatisch sauberes Wasser. Nach einer Überschwemmung können Sand, kleine Steine, Laub oder andere Feststoffe enthalten sein. Die Pumpe muss für diese Bestandteile geeignet sein. Der angegebene Korndurchlass allein garantiert nicht, dass faseriges Material oder Laub ohne Verstopfung gefördert werden.

Bei Shopping-Kobolde finden Käufer Pumpentechnik und Zubehör für unterschiedliche Anwendungen rund um Haus, Grundstück und Wasserversorgung. Für Schmutzwasser sollte die zulässige Korngröße immer mit den Bedingungen am Einsatzort verglichen werden. Maßgeblich sind die Freigaben und Betriebshinweise des jeweiligen Herstellers.

Schlauchdurchmesser an die Leistung anpassen

Eine leistungsstarke Pumpe benötigt einen ausreichend großen Druckschlauch. Ein kleiner Querschnitt begrenzt den Durchfluss und erhöht den Widerstand. Bei großen Fördermengen kann ein größerer Schlauchdurchmesser die vorhandene Pumpenleistung deutlich besser nutzen.

Auch Anschlüsse und Kupplungen sollten den vorgesehenen Durchmesser unterstützen. Reduzierstücke sind zwar praktisch, können bei hohen Wassermengen jedoch zum Engpass werden.

Leistungsdaten passend zum Einsatz auswählen

Für gelegentliches Abpumpen kleiner Flächen gelten andere Anforderungen als für regelmäßig anfallende große Wassermengen. Förderleistung, Förderhöhe, Korndurchlass und Schlauchsystem sollten deshalb als zusammengehörige technische Daten betrachtet werden.

Das Sortiment von Shopping-Kobolde umfasst Schmutzwasser-, Entwässerungs- und Gartenpumpen sowie Zubehör wie Schläuche, Steuerungen und Kupplungen. Bei der Zusammenstellung eines Systems sollten die technischen Daten der Komponenten aufeinander abgestimmt werden. Für die Auswahl zählen die Anforderungen am Einsatzort und die Herstellerangaben zur Eignung und Leistung.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Ueberschwemmte-Strasse-bei-Windsor.jpg 720 1280 Cathy https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png Cathy2026-10-03 20:51:052026-10-03 21:11:24Schmutzwasserpumpe für große Wassermengen richtig dimensionieren

Navier-Stokes – ein (un)lösbares Problem?

3. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Millennium-Preis-Probleme sind sieben ursprünglich ungelöste, komplexe mathematische Probleme, für deren Lösung das Clay Mathematics Institute jeweils eine Million Dollar Preisgeld vergibt. Anfang September sorgte das KI-Unternehmen OpenAI mit einer Nachricht für Aufsehen. Das Unternehmen veröffentlichte einen von einem internen KI-System erzeugten Beweis, der nach eigener Darstellung das Navier-Stokes-Millennium-Problem löst. Doch warum findet dieses mathematische Problem hier überhaupt Erwähnung, obwohl es doch um Meteorologie gehen soll? Was genau sind eigentlich die Navier-Stokes-Gleichungen?

Als erstes sei gesagt, ohne die Navier-Stokes-Gleichungen wäre unsere heutige Wettervorhersage nicht möglich. Sie bilden eine der zentralen mathematischen Grundlagen der modernen Meteorologie. Deshalb soll es im Folgenden darum gehen, was diese Gleichungen beschreiben, wie sie genutzt werden und warum sie überhaupt ein Millennium-Problem sind.

Die Gleichungen gehen bereits auf das 19. Jahrhundert zurück. Sie wurden zwischen 1822 und 1845 von gleich vier Mathematikern und Physikern unabhängig voneinander formuliert: den Franzosen Claude Louis Marie Henri Navier (1785-1836), Siméon Denis Poisson (1781–1840) und Adhémar Jean Claude Barré de Saint-Venant (1797–1886), sowie dem Iren Sir George Gabriel Stokes (1819-1903). Auch wenn sie alle als „Entwickler“ gelten, hat sich letztendlich der Name Navier-Stokes-Gleichungen durchgesetzt.

Vereinfacht gesagt beschreiben sie, wie sich Fluide, wie zum Beispiel Luft oder Wasser, unter dem Einfluss von Trägheit, Druck, Viskosität (also Reibung) und äußeren Kräften bewegen. Sie beschreiben also einen der zentralen Prozesse in der Meteorologie, nämlich wie sich Luft bewegt, wenn Faktoren wie Reibungseffekte, die Corioliskraft oder die Schwerkraft berücksichtig werden. Damit sind die Navier-Stokes-Gleichungen die Grundlage unserer heutigen Wettermodelle wie ICON, IFS oder GFS. Für die Modelle werden die Gleichungen von Hochleistungsrechnern numerisch auf Millionen von Gitterpunkten gelöst. Für einen vorgegebenen Startwert gibt es also Lösungen, die wir tagtäglich verwenden.

Das Millennium-Problem liegt aber gar nicht in dieser numerischen Lösung, sondern in der Frage, ob es im Dreidimensionalen Raum immer, also bei jeglicher Art von Anfangsbedingungen eine global glatte Lösung gibt. Für den zweidimensionalen Raum ist die Antwort bekannt, dort gibt es solche global glatten Lösungen. Für den dreidimensionalen Raum hat OpenAI am 8. September 2026 einen KI-generierten Beweis angekündigt. Er beschreibt eine zunächst glatte Strömung unter einer glatten äußeren Kraft, die in endlicher Zeit eine Singularität entwickelt. Ob der Beweis das Millennium-Problem abschließend löst, wird noch geprüft.

Am besten lässt sich bildlich beschreiben, was eine Singularität und ein Blow-up überhaupt sind. Dafür stellen wir uns einen Wind vor. Mit der Zeit nimmt seine Geschwindigkeit zu. Nach einer Minute hat er eine Geschwindigkeit von 8 m/s. Nach zwei Minuten weht er schon mit 40 m/s. Nach fünf Minuten hat er dann plötzlich eine unendlich hohe Geschwindigkeit. In der Mathematik wäre das nun das Blow-up unserer Lösung. In einer endlichen Zeit ist die Lösung unendlich groß geworden, ohne dass sich die Anfangsbedingungen verändert haben. Die Singularität beschreibt den Zeitpunkt, an dem dies geschieht, in unserem Beispiel also bei Minute fünf.

Die KI-Agenten haben nach Angaben von OpenAI eine solche Singularität gefunden und damit gezeigt, dass unter den entsprechenden Bedingungen eine zunächst glatte Lösung in endlicher Zeit ihre Glattheit verlieren kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Navier-Stokes-Gleichungen „ungültig“ sind.

Die Wettermodelle bleiben davon dennoch unberührt. Das mathematische Millennium-Problem fragt danach, ob bestimmte dreidimensionale Lösungen für alle Zeiten glatt bleiben. Eine numerische Wettervorhersage betrachtet dagegen einen konkreten Anfangszustand und einen begrenzten Zeitraum. Dass sich mit diesen Gleichungssystemen konkrete Wetterentwicklungen für einige Tage numerisch berechnen lassen, steht daher nicht im Widerspruch zum Millennium-Problem. Die Singularität tritt zudem nicht in den üblichen Wettervorhersagen auf, sondern in einer speziell konstruierten mathematischen Lösung. Vergleichbar ist das mit einer Landkarte. Die ganze Karte bildet Deutschland richtig ab, nur ganz am Rand ist der Gipfel der Zugspitze unendlich hoch. Dennoch bleibt die restliche Karte gültig und es kann mit ihr navigiert werden. Nur für diesen einen speziellen Punkt muss nachgeforscht werden, um für ihn eine „richtige“ Lösung zu finden. Und weil es nun mal keine unendlichen Windgeschwindigkeiten gibt, ist diese theoretische Schwäche der Mathematik für die Vorhersage nicht relevant.

Die angekündigte mathematische Konstruktion stellt die praktische Wettervorhersage nicht grundsätzlich infrage. Eine Anerkennung durch das Clay Mathematics Institute ist damit noch nicht verbunden. Dafür gelten dessen Regeln zur Veröffentlichung, unabhängigen Prüfung und allgemeinen Akzeptanz; ein bestimmter Anerkennungstermin steht nicht fest. Das Institut hat die Ankündigung am 11. September 2026 begrüßt und auf die noch ausstehende Bewertung verwiesen.

Lea Friedel und M.Sc.- Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Ergänzende Prüfung: OpenAI-Veröffentlichung vom 8. September 2026; Stellungnahme des Clay Mathematics Institute vom 11. September 2026.

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 03.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-03 12:00:002026-10-03 21:32:31Navier-Stokes – ein (un)lösbares Problem?

Deutschlandwetter im September 2026

2. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 19,4 °C +4,5 Grad
2 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 18,8 °C +3,5 Grad
3 Ohlsbach Baden-Württemberg 18,8 °C +4,0 Grad

Vergleichsweise kühle Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 11,8 °C +2,0 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 11,9 °C +2,2 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 12,2 °C +0,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 Cadenberge Niedersachsen 142,2 l/m² 179 %
2 Joldelund Schleswig-Holstein 138,9 l/m² 151 %
3 Groß Wittensee Schleswig-Holstein 134,6 l/m² 169 %

Besonders trockene Orte im September 2026**

Platz

Station

Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 Henschtal Rheinland-Pfalz 0,8 l/m² 1 %
2 Losheim-Niederlosheim Saarland 0,8 l/m² 1 %
3 Merzig Saarland 1,1 l/m² 2 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1 Rheinfelden Baden-Württemberg 268 h 155 %
2 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 268 h 150 %
3 Freiburg Baden-Württemberg 266 h 149 %

Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 121 h 90 %
2 Leck Schleswig-Holstein 122 h 87 %
3 Hohn Schleswig-Holstein 123 h 83 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Denny Karran

Deutscher Wetterdienst
Offenbach, den 02.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 02.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-02 12:00:002026-10-03 21:33:51Deutschlandwetter im September 2026

Regen nach Trockenheit – warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

1. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Nach einem trockenen Sommer und einem ebenfalls niederschlagsarmen September 2026 dürsten unsere Böden nach Wasser. Besonders im Südwesten sind die Böden, vor allem die oberen Bodenhorizonte ausgetrocknet. Da trifft es sich gut, dass am heutigen Donnerstag eine Kaltfront von Westen her endlich langersehnte, flächendeckende Niederschläge mit sich bringt. Bis Freitagfrüh sind in der Westhälfte Deutschlands verbreitet Mengen um 10 Liter auf den Quadratmeter zu erwarten. Lokal kann sogar Starkregen mit Mengen zwischen 20 bis vereinzelt 40 l/qm auftreten.

Doch schaffen solche kurzen Regenereignisse überhaupt Abhilfe gegen die derart ausgetrockneten Böden?

Aktuelle Bodenfeuchte vom 30.09.2026 in Deutschland  (Quelle DWD)
Aktuelle Bodenfeuchte vom 30.09.2026 in Deutschland. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich erst einmal anschauen, wie der Boden aufgebaut ist. Wenn man sich vorstellt, ein Stück Boden auszugraben, besteht dieser zusammengefasst aus drei Teilen: festem Material, Wasser und Luft. Das feste Material wird Bodensubstanz genannt, es besteht aus Körnern und Partikeln von verwittertem Gestein und zersetzen Pflanzenresten. Wenn man diese Körner und Partikel in ein Behältnis werfen würde, entstehen Lücken zwischen ihnen. Das kann man sich vorstellen, als wenn man verschieden geformte Bauklötze in eine Kiste wirft: Sie verkanten sich und zwischen ihnen entstehen Hohlräume. Diese Hohlräume im Boden werden Poren genannt und haben Größen von wenigen Mikrometern bis mehrere Zentimeter. Dort können sich dann die beiden anderen Bodenzutaten sammeln, Wasser und Luft. Dabei wirken zwei verschiedene Kräfte. Zum einen die Adhäsionskraft, die die Anziehung zwischen Wasser und Bodenteilchen beschreibt und zum anderen die Kohäsionskraft, die die Anziehungskraft zwischen Wassermolekülen ausdrückt.

Bei langanhaltender Trockenheit trocknen die Poren aber nach und nach aus, bis am Ende kaum noch Wasser im Boden vorhanden ist. Dabei trocknen die großen Poren zuerst aus, denn hier sind die Anziehungskräfte an den Boden am geringsten. Am Ende sind die großen Poren alle nur noch mit Luft gefüllt und nur in ganz kleinen Poren befindet sich noch etwas Restwasser.

Grafik über die Unterschiede zwischen Einschüssen von Wasser und Luft in feuchten und ausgetrockneten Böden (Quelle DWD)
links: feuchter Boden, in den Poren befindet sich Wasser und Luft, rechts: ausgetrockneter Boden, in den Poren befindet sich nur noch Restwasser und viel Luft. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Nach längerer Trockenheit können manche Böden vorübergehend wasserabweisend werden. Regen bleibt dann zunächst an der Oberfläche, statt rasch einzudringen. Ob und wie stark dies auftritt, hängt von Bodenart, organischen Stoffen und der bisherigen Austrocknung ab. Mit zunehmender Benetzung kann sich die Wasseraufnahme verbessern. Die hydraulische Leitfähigkeit beschreibt, wie gut Wasser durch den Boden fließen kann; daneben bestimmen unter anderem Porenstruktur, Verdichtung und die Intensität des Regens, wie viel Wasser tatsächlich versickert. Nicht jeder trockene Boden nimmt Wasser grundsätzlich schlecht auf.

Grafik über die Unterschiede bezüglich der Eindringtiefe bei Niederschlägen zwischen feuchten und ausgetrockneten Böden (Quelle DWD)
links: im feuchten Boden kann das Wasser gut versickern und dabei in tiefere Bodenhorizonte eindringen, rechts: im trockenen Boden versickert nur sehr wenig Wasser und der Niederschlag sammelt sich an der Oberfläche. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Ein kurzes Starkregenereignis kann das langfristige Auffüllen der Wasservorräte nur begrenzt unterstützen, wenn die Intensität die Aufnahmefähigkeit des Bodens übersteigt. Über einen kurzen Zeitraum erreicht zwar viel Wasser den Boden, aber durch die vorhergegangene Trockenheit kann es nur langsam versickern und erreicht keine tieferen Bodenhorizonte. Ein großer Anteil des Regens fließt einfach oberirdisch ab und der Boden bleibt trotz Regens weitestgehend trocken. Damit er Wasser gut aufnehmen kann, bräuchte es langanhaltenden Landregen. Dieser würde den Boden erst befeuchten und das Wasser kann dann langsam und mit der Zeit immer besser im Boden versickern.

Genau ein solcher Landregen, am besten über einen längeren Zeitraum wiederholt auftretend, ist bei der aktuellen Wetterlage allerdings nicht in Sicht. Bereits ab dem morgigen Freitag lösen sich die Ausläufer des Sturmtiefs EVA über dem Osten und Süden Deutschlands allmählich auf und bei steigendem Luftdruck sind zumindest absehbar bis weit in die kommende Woche hinein kaum nennenswerte Niederschläge zu erwarten.

Dipl.-Met. Robert Hausen / Lea Friedel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 01.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-10-1-image-1.jpg 564 392 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-01 12:00:002026-10-03 21:33:25Regen nach Trockenheit – warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen
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