Sommerbonus

Meteorologisch bzw. klimatologisch gesehen hat der Herbst am vergangenen Mittwoch und damit wie jedes Jahr am 1. September begonnen. Im Unterschied zu den kalendarischen und damit entsprechend des Sonnenstandes festgelegten Jahreszeiten, beginnen die meteorologischen Jahreszeiten aus statistischen Gründen immer am gleichen Tag und zu Monatsbeginn – das macht das Rechnen oder besser die statistische Auswertung deutlich einfacher.

Wettertechnisch könnte man dieses Jahr glatt behaupten, dass der Sommer die ganzen letzten Monate nicht so richtig in Fahrt kam und pünktlich zu Herbstbeginn legt er doch noch los… Ganz so war es sicher nicht, es gab in den vergangenen Sommermonaten immer mal Regionen (siehe Auswertung „Deutschlandwetter im Sommer 2021, in denen das Wetter eine Zeit lang recht stabil, freundlich und sommerlich warm war. Viele Landesteile erlebten aber einen sehr wechselhaften Sommer.

Pünktlich zu Beginn des meteorologischen Herbstes stellte sich die Wetterlage um und es etablierte sich eine recht ruhige und (spät-) sommerliche Wetterlage, die sich nach aktuellem Stand der Vorhersagen im Wesentlichen auch noch bis zum Mittwoch halten dürfte. Von ein paar kleinen Schönheitsfehlern abgesehen – örtliche Schauer oder auch einzelne Gewitter vor allem über dem Bergland, gebietsweisem Nebel oder Hochnebel und zu Wochenbeginn durchziehenden Wolkenfeldern von Nordwesten – überwiegt freundliches, häufig auch sonniges Wetter. Die Temperaturen haben sich auf einem überwiegend sommerlichen Niveau um 25 Grad eingependelt, in der Südwesthälfte auch häufig darüber, bei hartnäckigerem Nebel oder Hochnebel und insgesamt im Nordosten etwas darunter.

Im Hinblick auf den Nebel und Hochnebel zeigt sich dann auch die fortgeschrittene Jahreszeit in Richtung (kalendarischem) Herbst. Wir merken es alle, die Sonne geht bereits wieder viel früher unter als im Hochsommer, die Nächte werden länger und bei fehlender Wolkendecke gehen die Temperaturen bis zum Sonnenaufgang deutlich zurück. Insgesamt steht die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel, so dass sich in der Nacht gebildeter Nebel oder Hochnebel schon recht zäh halten kann.*

Dipl.-Met. Sabine Krüger

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 05.09.2021

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Die Quasi-Biennale Oszillation (QBO)

Die Quasi-Biennale Oszillation (QBO) ist eine periodische Umkehr des zonalen Windes (Windkomponente in West-Ost-Richtung oder umgekehrt, also entsprechend West- oder Ostwinde) in der äquatorialen Stratosphäre (auch mittlere Atmosphäre genannt) der Erde. Sie tritt in einer Höhe von rund 15 bis knapp 40 Kilometer mit einem Maximum bei circa 20 bis 25 Kilometern Höhe auf.

Wie hat man diese Zirkulation in diesen schwindelerregenden Höhen überhaupt entdeckt?

Der Ausbruch des Vulkans Krakatau (auf der Vulkaninsel Krakatau, zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra) am 27. August 1883 führte zu der Annahme, dass der Stratosphärenwind über dem Äquator generell in westlicher Richtung weht. Der Staub des Ausbruchs brauchte insgesamt 13 Tage, um den Äquator zu umrunden, und dieser Wind in der mittleren Atmosphäre wurde als Krakatau-Ostwind bekannt.

Im Jahr 1908 ließ der deutsche Meteorologe und Aerologe Josef Berson Beobachtungsballons über dem Viktoriasee in Afrika aufsteigen und stellte Westwinde in etwa 15 km Höhe fest. Diese Westwinde werden seitdem als Bersonsche Westwinde bezeichnet. Diese zunächst widersprüchlich erscheinenden Ergebnisse wurden durch die Arbeiten von Reed (1961) und Veryard sowie Edbon (1961) aufgelöst, die zeigten, dass der Wind über dem Äquator seine Windrichtung periodisch umkehrt. Es wurde nun nachgewiesen, dass der Wind in der Stratosphäre im Durchschnitt alle 26 bis 28 Monate seine Richtung ändert und dass sich die abwechselnden Ost- und Westwinde im Verlauf jeweils nach unten in der Stratosphäre verlagern.

Mit dem Vorhandensein längerer Datensätze (Naujokat 1986) konnten folgende Eigenschaften der QBO manifestiert werden: Die abwechselnden Ost- und Westwinde bewegen sich mit etwa 1 km/Monat abwärts und nehmen auch mit abnehmender Höhe an Stärke ab. Die Dauer der Oszillation beträgt 20 bis 36 Monate mit einem Mittelwert von etwa 27 bis 28 Monaten. In etwa 10 hPa beginnt die Windumkehr (in über 35 km Höhe über dem Äquator) und sinkt im Verlauf bis auf etwa 100 hPa (ca. 18 km Höhe) ab. Die maximale Windgeschwindigkeit von 40 bis 50 m/s wird bei 20 hPa (in etwa 25 km Höhe) gemessen. Ostwinde sind im Allgemeinen stärker als Westwinde. Westwinde halten in höheren Schichten länger an als Ostwinde, während in tieferen Schichten der Stratosphäre genau das Gegenteil der Fall ist. Westwinde bewegen sich schneller abwärts als die Ostwinde. Der Übergang zwischen West- und Ostwindzyklus erfolgt oft verzögert zwischen 30 und 50 hPa. Es besteht eine beträchtliche Variabilität des QBO in Bezug auf Periode bzw. Andauer und Amplitude bzw. Ausprägung (Windgeschwindigkeit).

Wie entsteht diese periodische Windumkehr?

Die Theorie besagt hierzu folgendes:

Holton und Lindzen (1972) waren die ersten, die ein Modell der QBO vorschlugen, das auf sich vertikal ausbreitenden Wellen beruht. Mittlerweile geht man davon aus, dass äquatoriale Kelvin-Wellen die westlichen Winde (aufgrund deren genereller Ausbreitung in östliche Richtung) und gemischte Rossby-Schwerewellen die östlichen Winde (aufgrund Ausbreitung der Wellen in westlicher Richtung) zur Generierung der QBO-Oszillation liefern.

Warum ist die QBO nun so wichtig?

Die jeweilige Phase der QBO kann sich auf die Hurrikanaktivität im Atlantik auswirken und wird bei Hurrikanvorhersagen sogar als Prognoseinstrument mit verwendet. Eine erhöhte Hurrikanaktivität tritt bei westlichen Windanomalien, eine verringerte Hurrikanaktivität bei östlichen Windanomalien in der Stratosphäre auf. Es wird angenommen, dass die QBO zusammen mit der entsprechenden Meeresoberflächentemperatur und dem ENSO-Phänomen den indischen Monsun beeinflussen kann. Die Häufigkeit tropischer Wirbelstürme im Nordwestpazifik nimmt während der westlichen Phase der QBO zu. Die Aktivität im südwestindischen Becken nimmt dagegen mit der östlichen Phase der QBO zu. Plötzliche Stratosphärenerwärmungen (z.B. über dem Nordpol, Zusammenbruch Stratosphärischer Polarwirbel) im Winter treten bevorzugt während der östlichen Phase der QBO auf (Holton und Tan 1980). Die Zeitdauer des Abklingens der Aerosolbelastung nach Vulkanausbrüchen wie El Chichon und Pinatubo hängt ebenso von der Phase des QBO ab.

Über die QBO wurde bereits im Thema des Tages vom 26.05.2020 berichtet Dort ging es hauptsächlich um einen möglichen Zusammenhang mit außertropischen Zirkulationen, hier speziell im atlantisch-europäischen Wetterraum.

In der beigefügten Grafik erkennt man aktuell die östliche Phase der QBO, mit dem Maximum der Ostwinde in etwa 20 hPa, die allerdings nicht sonderlich stark ausgeprägt ist (Maximum der Windgeschwindigkeit bei 30 bis 35 m/s). Bei Fortdauer der östlichen Phase bis in den Nordhemisphärischen Winter hinein sollte jedoch dieser Umstand berücksichtigt werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die QBO nicht nur für die tropische Konvektion im äquatorialen Bereich wichtig ist, sondern gerade im Winterhalbjahr auch so genannte Teleconnections (Fernverbindungen) über die globale stratosphärische Zirkulation existieren, die indirekt somit auch das Wetter bei uns mit beeinflussen können.

Dipl.-Met. Dr. Jens Bonewitz

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 04.09.2021

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DWD Die Quasi Biennale Oszillation QBO

Deutschlandwetter im Sommer 2021

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland. Besonders warme Orte im Sommer 2021* 1. Platz Berlin-Tempelhof 20,3 °C Abweich. 2,1 Grad 2. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 20,1 °C Abweich. 1,4 Grad 3. Platz Berlin-Brandenburg 20,1 °C Abweich. 2,7 Grad

Besonders kalte Orte im Sommer 2021* 1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 14,0 °C Abweich. 1,9 Grad 2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 14,2 °C Abweich. 2,1 Grad 3. Platz Neuhaus am Rennweg (Thüringen) 14,6 °C Abweich. 1,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Sommer 2021** 1. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 899,8 l/m² 129 Prozent 2. Platz Balderschwang (Bayern) 828,5 l/m² 107 Prozent 3. Platz Kreuth-Glashütte (Bayern) 825,6 l/m² 112 Prozent

Besonders trockene Orte im Sommer 2021** 1. Platz Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern) 96,9 l/m² 61 Prozent 2. Platz Erxleben-Bregenstedt (Sachsen-Anhalt) 115,6 l/m² 63 Prozent 3. Platz Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) 126,5 l/m² 72 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Sommer 2021** 1. Platz Arkona (Mecklenburg-Vorpommern) 803 Stunden 104 Prozent 2. Platz Putbus (Mecklenburg-Vorpommern) 770 Stunden 107 Prozent 3. Platz Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern) 767 Stunden 98 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Sommer 2021** 1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 456 Stunden 89 Prozent 2. Platz Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen) 483 Stunden 95 Prozent 3. Platz Lennestadt-Theten (Nordrhein-Westfalen) 496 Stunden 91 Prozent

oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahreszeitmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990). ** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitwertes zum vieljährigen Jahreszeitmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Christian Throm

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 03.09.2021

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Deutschlandwetter im August 2021

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im August 2021*

1. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 18,8 °C Abweich. 0,0 Grad

2. Platz Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) 18,5 °C Abweich. 0,6 Grad

3. Platz Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) 18,5 °C Abweich. 0,7 Grad

Besonders kalte Orte im August 2021*

1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 12,4 °C Abweich. -0,1 Grad

2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 12,4 °C Abweich. -0,3 Grad

3. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 12,9 °C Abweich. -0,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im August 2021**

1. Platz Kreuth-Glashütte (Bayern) 409,3 l/m² 172 Prozent

2. Platz Aschau-Stein (Bayern) 398,3 l/m² 167 Prozent

3. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 364,1 l/m² 168 Prozent

Besonders trockene Orte im August 2021**

1. Platz Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern) 11,6 l/m² 22 Prozent

2. Platz Perl-Nennig (Saarland) 34,3 l/m² 58 Prozent

3. Platz List/Sylt (Schleswig-Holstein) 37,6 l/m² 52 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im August 2021**

1. Platz Arkona (Mecklenburg-Vorpommern) 230 Stunden 94 Prozent

2. Platz Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern) 214 Stunden 89 Prozent

3. Platz Putbus (Mecklenburg-Vorpommern) 206 Stunden 90 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im August 2021**

1. Platz Bad Hersfeld (Hessen) 119 Stunden 56 Prozent

2. Platz Fassberg (Niedersachsen) 120 Stunden 60 Prozent

3. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 121 Stunden 72 Prozent

oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Christian Throm

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 02.09.2021

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Spätsommer ja, Hitze nein

Der Spätsommer hat dank Hoch GAYA nun Einzug in Deutschland gehalten. Dadurch, dass GAYA seinen Schwerpunkt über Nordwesteuropa hat, befindet sich Deutschland an seiner Ostflanke in einer eher nur mäßig warmen bis warmen nördlichen Strömung. Wer also Hitze und Temperaturen über 30 Grad herbeisehnt, der muss an dieser Stelle leider enttäuscht werden. Solche Höchstwerte finden sich rund ums Mittelmeer. Mit Höchstwerten zwischen 20 und 26 Grad lädt das Temperaturniveau hierzulande eher zu Outdoor-Aktivitäten ein. Wem das allerdings zu warm ist, der kann sich gerne auf den Weg ins nördliche Skandinavien machen, denn dort liegen die Maxima teilweise nur im einstelligen Bereich. Genau das werden bei uns in Deutschland gebietsweise die Minima sein. Jacke und Weste sollten daher am Morgen und Abend definitiv immer griffbereit liegen. Tiefstwerte zwischen 13 und teils nur um 5 Grad erinnern doch eher an kühle Herbstnächte denn an laue Sommernächte.

In der Grafik ist der Temperaturverlauf für verschiedene Städte Deutschlands dargestellt. Man erkennt ein leichtes Nord-Süd-Gefälle und auch einen ausgeprägten Tagesgang der Temperatur. Vor allem im Süden des Landes werden sommerliche Höchstwerte von über 25 Grad erreicht, während es im Norden mit Höchstwerten um 20 Grad allenfalls mäßig warm wird. Dafür bleiben die Nächte im Norden milder, wohingegen es im Süden doch empfindlich frisch wird. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Norden immer wieder von Wolkenfeldern gestreift wird, die eine nächtliche Auskühlung verhindern. Tagsüber sorgen diese Wolkenfelder dafür, dass die Sonne nicht ungehindert einstrahlen und die Luft erwärmen kann. Außerdem spielt der nördliche Wind eine tragende Rolle für die gedämpften Temperaturen. Da der Wind über die kühle Nordsee weht (Wassertemperaturen 13-18 Grad) tut sich die Luftmasse schwer, sich zu erwärmen. Mit jedem Kilometer weiter nach Süden verliert das Meer jedoch an Einfluss und folglich wird es im Süden und Südwesten wärmer als im Norden. Des Weiteren kann man sich dort, wo sich Nebel und Hochnebel zügig auflösen, auf etwa 13 Stunden Sonnenschein freuen. In der Südhälfte sind die Auswirkungen durch die Sonnenstrahlung durchaus als hoch einzustufen. Es sollte bei einem UV-Index teils um Stufe 6 also auf ausreichend Sonnenschutz geachtet werden.

Wie lange das spätsommerliche und häufig auch sonnenscheinreiche Wetter noch anhalten wird, ist noch mit gewissen Unsicherheiten behaftet. Zum Start in die neue Woche hat sich GAYA dann nämlich nach Nordeuropa verlagert und über Westeuropa lauert bereits wieder ein Tiefdruckgebiet. Wer letztendlich die Vorherrschaft für das Wetter in Deutschland erlangt, das ist derzeit noch etwas ungewiss, wenngleich GAYA sich wohl nicht so einfach geschlagen geben wird.

Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 01.09.2021

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DWD Spaetsommer ja Hitze nein

Das nächste Hoch! Die alte Leier?

Über Hoch GAYA wurde bereits viel berichtet und auch wenn – wie im gestrigen Thema des Tages geschrieben – der Regen sicherlich auch seine schönen Seiten hat, werden wohl viele GAYAs Deutschlandauftritt herbeisehnen.

Genau genommen nimmt GAYA mit Schwerpunkt nordwestlich von Schottland einen neuen Versuch, unser Wetter etwas nachhaltiger zu beeinflussen bzw. zu beruhigen. Moment mal, „neuer Versuch“? Ja, genau! Tatsächlich existiert GAYA auf den Wetterkarten nämlich bereits seit dem 22.08.2021. Damals noch im Schatten von Tief MANFRED nahe der Biskaya gelegen, verlagerte es sich zu den Britischen Inseln. Von dort aus konnte es gerade einmal etwa zwei Tage für Ruhe im deutschen Wettergeschehen sorgen, ehe ihm ab Mitte der vergangenen Woche Tief NICK die Zügel aus der Hand riss.

Nun streckt Hoch GAYA seine Fühler also noch einmal nach Deutschland aus, was man am heutigen Dienstag vor allem in der Nordwesthälfte schon spürt. Zwar tümmeln sich dort zum Teil noch einige Wolken, die Sonne wird aber im Tagesverlauf dann doch zunehmend die Oberhand gewinnen. Anders sieht es Richtung Osten und vor allem Südosten aus, wo Tief OVE über Osteuropa noch sehr wolkenreiche Luft einsteuert, die besonders im südlichen Alpenvorland sowie in Sachsen für mitunter schauerartige Regenfälle sorgt.

Dieser Regen ist aber ab Mittwoch Geschichte. Bis einschließlich Samstag bleibt es nach jetzigem Stand weitestgehend trocken. „Weitestgehend“ deshalb, da sich am Freitag und Samstag über dem südwestdeutschen Bergland und an den Alpen einzelne Schauer oder Gewitter entwickeln können. Dazu kann es aus dem ein oder anderen Hochnebelfeld herausnieseln, denn Nebel und Hochnebel werden sich in den kommenden Nächten immer wieder mal hier und da ausbreiten. Nach ihrer Auflösung gibt es dann aber oftmals viel Sonnenschein bei – wenn überhaupt – meist nur lockeren Wolkenfeldern.

Die Außenthermometer werden dabei Tag für Tag etwas höhere Werte anzeigen. Sind es am heutigen Dienstag in der Spitze noch nur 16 bis 23 Grad, werden am Freitag bereits 22 bis 26 Grad erwartet.

Auf diesem Temperaturniveau geht es wohl auch in den Sonntag und in die neue Woche, wobei es dann von Westen her voraussichtlich wieder wolkenreicher und unbeständiger wird. Denn Hoch GAYA verschiebt seinen Schwerpunkt in dieser Woche langsam nordostwärts Richtung norwegische Küste. Dadurch wird der Weg frei für eine Tiefdruckzone, die sich vom Atlantik kommend über Frankreich allmählich bis nach Deutschland ausweiten kann.

Inwieweit bzw. wie lange GAYA dem tiefen Luftdruck entgegenwirken kann, ist allerdings noch recht unsicher. Freunde des ruhigen Wetters sollten daher auf jeden Fall die kommenden Tage genießen.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 31.08.2021

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DWD Das naechste Hoch Die alte Leier

Eine kleine Hommage auf den Regen

Am vorletzten Tag des meteorologischen Sommers blicken die Sonnenfans vermutlich etwas bedrückt auf die letzten Wochen zurück: Grau in Grau zeigte sich oft der Himmel, mancherorts regnete es sogar tagelang durch. „Das ist gut für die Natur“ sagen die einen – „und die Schlangen vor den Eisdielen sind kürzer“ trösten sich die anderen. Aber so wirklich toll finden die meisten Regen trotzdem nicht, vor allem nicht im Urlaub. Aber warum eigentlich? Viele Kinder lieben doch (noch) Regenwetter; durch Pfützen zu springen und total durchnässt im Regen zu tollen ist für sie meist mit mehr Spaß und Glück verbunden als Eitel-Sommer-Sonne-Sonnenschein-Wetter. Aber wann hat sich das geändert? Wer hat uns Erwachsenen beigebracht, Regen wäre schlechtes Wetter?

Anstatt die Schultern hochzuziehen und missmutig zu werden, könnten wir das „miese Wetter“ auch mal mit anderen Augen sehen; denn Regen ist ja nichts anderes als Leben spendendes Wasser, ohne das kein Leben auf der Erde möglich wäre. Eigentlich wäre das schon Grund genug, dem Regen etwas wohlgesonnener gegenüber zu stehen. Aber es gibt weitere positive Aspekte, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Regen verbindet. Etwa Wanderer, die in einer Hütte Unterschlupf suchen und zusammenrücken, wenn es draußen gießt (okay, zumindest in der Vor-Corona-Zeit). Regen erzeugt Nähe und nicht ohne Grund schüttet es in romantischen Filmszenen oft wie aus Eimern.

Niederschlag verleiht Szenen etwas Besonderes, nicht nur etwas Düsteres, sondern auch etwas Sinnliches. Woody Allen schrieb einmal: „Wer sich meine Filme ansieht, wird feststellen, dass so gut wie nie die Sonne scheint, sondern der Himmel immer grau ist. Ich liebe es einfach, wenn es draußen regnerisch ist.“

Und mal ehrlich: Würden wir uns noch über Sonnenschein freuen, wenn es jeden Tag sonnig wäre? Oft ist es ja gerade die Abwechslung, die reizvoll ist.

Wem das zu abgestumpft klingt, dem sei hinzugefügt, dass Regen nicht nur schlau macht (australische Forscher fanden heraus, dass Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit bei Regenwetter dreimal höher ist als bei Sonnenschein), sondern auch schön. Sprühregen ist gut für den Teint und so kann „frau“ mittlerweile in Drogeriemärkten sogar kleine Sprühfläschchen mit Wasser kaufen, die dank geschickter Vermarktung teuer unter Namen wie „Eau Mineral Rafraichissant“ verkauft werden. Sparfüchse könnten da beim nächsten Nieselregen auch einfach das Gesicht gen Himmel richten.

Und wer nun immer noch nicht so wirklich von den guten Seiten des Regens überzeugt ist, der sei an die alte und etwas banale Redewendung erinnert: „Auf Regen folgt Sonnenschein“. In unserem Fall bewahrheitet sich diese „Weisheit“ ab Wochenmitte, wenn das bei den Britischen Inseln schon in den Startlöchern stehende Hoch GAYA für uns wetterbestimmend wird.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 30.08.2021

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DWD Eine kleine Hommage auf den Regen

Hoch GAYA und Tief NICK feilschen um Mitteleuropa!

Das Wetter in Mitteleuropa und somit auch Deutschland wird derzeit sowie bis zur kommenden Wochenmitte von dem Hoch GAYA und den Tiefs NICK I und II bestimmt. Beide Drucksysteme ringen um den Platz über der Mitte des europäischen Kontinents. Dabei thront Hoch GAYA zunächst mit Würde und großem Einfluss nördlich der Britischen Inseln. Die Tiefs NICK I und II tummeln sich dagegen über dem östlichen Mitteleuropa und spannen zusammen mit Tief OVE, nahe des Schwarzen Meeres, eine große Tiefdruckzone auf, die auch den östlichen Mittelmeerraum und die Schwarzmeerregion umfasst (vgl. Abb. 1). Im Kräftevergleich sind die kleinräumigen Tiefs der mächtigen GAYA allerdings deutlich unterlegen, sodass sie nur gemeinsam genügend Druck ausüben können, um das Hoch noch auf Abstand zu halten. Über Deutschland prallen die beiden Druckmuster schließlich aufeinander. Dort wird zwischen dem Hoch und den Tiefs Meeresluft subpolaren Ursprungs von Norden bzw. Nordosten ins Land geführt. Vor allem NICK I mit Zentrum über dem Osten Deutschlands kann dabei zunächst weiter seine Muskeln spielen lassen. Zusammen mit Prozessen in höheren Luftschichten bringt er die Troposphäre ordentlich in Schwung und sorgt so für Niederschlagsbildung. Da die Tiefs NICK I und II zudem wärmere Luft aus dem östlichen Mitteleuropa herumholen und über Deutschland auf die subpolare Luft treffen lassen, werden die vertikalen Umlagerungen zusätzlich befeuert. Die Folge sind schauerartige Niederschläge, die regional bevorzugt im Nordstau der Berge auch länger anhalten können. Vor allem im Bereich der eingemischten wärmeren Luft sind auch einzelne Gewitter möglich.

In den nächsten Tagen schwächeln die Tiefs um NICK zwar etwas und verlagern ihre Zentren etwas nach Osten, sodass Hoch GAYA von Nordwesten allmählich mehr Einfluss auf das Wetter in Deutschland gewinnt, grundsätzlich bleibt jedoch vor allem in der Südosthälfte des Landes der regenreiche Wettercharakter bis zur kommenden Wochenmitte erhalten. Vor allem im Harz und an den Alpen sowie in Teilen Mitteldeutschlands soll es weiter ordentlich schütten. Von Sonntagfrüh bis Mittwoch sollen an den Alpen nochmals 30 bis 70 l/m² fallen, im Harz hört es schon dienstags auf, bis dahin sind aber ebenfalls 30 bis 60 l/m² zu erwarten (vgl. Abb. 2). Aber auch sonst kommt noch etwas „Nass“ vom Himmel dazu. Mit der Nähe zum Hoch weisen die Regionen vom Niederrhein bis nach Schleswig-Holstein die geringsten Regenmengen auf. Dort klingen diese auch schon am morgigen Montag weitgehend ab.

Da das Hoch GAYA bis über die kommende Wochenmitte seine Lage kaum verändert und die Seeluft bei den Britischen Inseln genießt, bleibt Deutschland trotz zunehmendem Hochdruckeinfluss von Nordwesten auf der Ostseite von GAYA. Entsprechend erholen sich auch die Temperaturen nur langsam und schaffen es mit Sonnenunterstützung zumindest verbreitet auf ein mäßig warmes Niveau (18 bis 23 Grad), am Oberrhein und im Rhein-Main-Gebiet wird ab Mittwoch auch wieder an der Sommerschwelle von 25 Grad geschnuppert. Vielleicht kann ja der sonnige Sommer nochmals im meteorologischen Herbst zuschlagen?! Denn am kommenden Mittwoch, dem 1. September, sagen die Meteorologen schon Servus Sommer 2021 und Willkommen Herbst.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 29.08.2021

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DWD Hoch GAYA und Tief NICK feilschen um Mitteleuropa

Tropensturm IDA steuert auf US-Golfküste zu

Offiziell beginnt die alljährliche Hurrikansaison auf dem Nordatlantik am 1. Juni und endet am 30. November. In diesem Zeitraum treten üblicherweise die meisten Tropischen Stürme auf, da dann geeignete Bedingungen für die Bildung solcher Systeme vorherrschen.

In diesem Jahr begann die Saison über dem Atlantischen Ozean bereits am 22. Mai mit der Entstehung des Tropischen Sturms ANA nordöstlich von Bermuda. Bislang zählt die diesjährige Saison 8 Tropische Stürme, von denen sich drei bis hin zu einem Hurrikan verstärken konnten: ELSA (Ende Juni 2021, Kategorie 1), GRACE (Mitte August 2021, Kategorie 3) und HENRI (Mitte August, Kategorie 1).

Dabei wird die Stärke von Wirbelstürmen anhand der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala definiert. Über die durchschnittliche Windgeschwindigkeit über 1 Minute erfolgt die Einteilung der Wirbelstürme in fünf Kategorien. Ab Windgeschwindigkeiten von 63 km/h spricht man von einem tropischen Sturm, ab 119 km/h von einem Hurrikan (Kategorie 1 bis 2) und ab 178 km/h von einem schweren Hurrikan (Kategorie 3 bis Kategorie 5, engl.: major hurricane).

Mittlerweile hat sich mit dem Tropensturm IDA der neunte Sturm der Saison entwickelt und den Prognosen zufolge, soll sich IDA in den kommenden Stunden zu einem weiteren Major Hurrikan intensivieren.

IDA entstand als Tropisches Tief am vergangenen Donnerstag, 26. August südwestlich von Jamaika über dem Karibischen Meer. Rasch verstärkte sich IDA zu einem Tropischen Sturm und schlug eine nordwestliche Zugbahn ein. Am gestrigen Freitagabend zog IDA über den westlichen Teil Kubas hinweg. Kurz vor Erreichen der karibischen Insel hatte der Sturm weiter an Stärke gewonnen und wurde vom National Hurricane Center (NHC) zu einem Hurrikan der Kategorie 1 hochgestuft. Er erreichte dabei Windgeschwindigkeiten von etwa 120 km/h bei einem Kerndruck von 985 hPa.

In den kommenden Stunden wird der Hurrikan über den Golf von Mexiko hinweg Richtung Golfküste der USA ziehen. Aktuellen Prognosen zufolge soll der Sturm etwa Sonntagabend im Bereich der Bundesstaaten Louisiana und Mississippi auf Land treffen. Somit wäre auch die Metropole New Orleans betroffen. Dies wäre auf den Tag genau 16 Jahre nach dem verheerenden Hurrikan KATRINA, der am 29. August 2005 an etwa gleicher Stelle das Festland erreichte.

Aufgrund des sehr warmen Wassers, ausreichend Luftfeuchtigkeit und nur geringer Windscherung ist davon auszugehen, dass sich der Sturm bis dahin weiter verstärken wird. Kurz vor Erreichen der nördlichen Golfküste soll IDA zu einem Major Hurrikan der Kategorie 3 oder sogar 4 herangewachsen sein.

Somit drohen in den betroffenen Gebieten schwere Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten um 200 km/h. Hinzu kommen meterhohe Wellen und teils sintflutartige Regenfälle, die für entsprechende Überflutungen sorgen können. Vor allem von Sonntagabend bis in den Montag hinein muss vom Südosten Louisianas über Mississippi bis nach Westalabama mit Regenmengen zwischen 150 und 250 mm, insbesondere im Südosten von Louisiana auch mit Mengen von 250 bis 400 mm, teilweise sogar noch darüber gerechnet werden.

Nach dem Auftreffen auf Land wird IDA durch die Bodenreibung und das Einmischen trockenerer Luftmassen rasch an Stärke verlieren und sich wieder zu einem Tropischen Sturm abschwächen. Dennoch muss zunächst weiterhin mit Sturmböen und teils kräftigen Regenfällen gerechnet werden. In den darauffolgenden Tagen soll der Tropische Sturm einen nordöstlichen Kurs einschlagen und schließlich unter weiterer Abschwächung über Tennessee hinweg Richtung Kentucky ziehen.

Dipl.-Met. Johanna Anger

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 28.08.2021

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DWD Tropensturm IDA steuert auf US Golfkueste zu

Beständig unbeständig

Wie bereits im gestrigen Thema des Tages konstatiert, beschert uns das Tiefdruckgebiet NICK am Wochenende und sogar bis über den Monatswechsel hinaus ein kühles, oft nasses und eher herbstlich anmutendes Wetter. Sommerliche Temperaturen von über 25 Grad rücken somit vorerst in weite Ferne. Die Beständigkeit der vorherrschenden Wetterlage wird dabei von drei Hauptakteuren bedingt. Seit Wochenbeginn hat sich das mächtige Hoch GAYA über den Britischen Inseln festgesetzt. Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag schnürte sich an der Ostflanke des Hochs Tief NICK ab und verlagerte sich von Skandinavien kommend südwärts und nistet sich mit seinem Drehzentrum nun im östlichen Mitteleuropa ein. Zudem hat sich ein weiteres Tief über den Azoren positioniert. Somit wird GAYA an dessen Südrand von beiden Tiefs flankiert.

Wir Meteorologen sprechen bei solch einer Druckverteilung von einer Omega-Wetterlage. Auf einer Wetterkarte erinnert die Position der Druckgebilde und das daran gekoppelte Strömungsmuster an den griechischen Großbuchstaben Omega. Die Omegalage ist dabei von einer gewissen Stabilität gekennzeichnet, da sich alle drei Druckgebilde einander verstärken und die Westdrift blockieren. Manchmal kann sich solch eine Wetterlage über einige Tage bis hin zu mehreren Wochen hinweg fortsetzen. Sommerliche Omega-Wetterlagen zeichnen sich oft durch längere Schönwetterphasen aus und sind teils auch für Hitzewellen in Mitteleuropa verantwortlich. Die Bedingung ist dafür allerdings, dass sich das Hoch dann über Mitteleuropa platziert. Derzeit liegt das blockierende Hoch weiter westlich und somit leider am „falschen“ Platz für uns. So verbleibt das Bundesgebiet im anhaltenden Einflussbereich von Tief NICK in einer nördlichen Strömung in Zufuhr feucht-kühler Luftmassen. Über das Wochenende und zu Beginn der neuen Woche kommt es daher immer wieder zu teils ergiebigeren Regengüssen. „Beständig unbeständig“ eben.

Der meteorologische Sommer verabschiedet sich daher salopp gesagt sang- und klanglos. Zeit also, eine kleine vorläufige Bilanz für zwei wichtige sommerliche Kenntage zu ziehen Als Sommertag definieren Meteorologen einen Tag mit einem Höchstwert von mindestens 25 Grad. Tage, an denen die Temperatur 30 Grad oder mehr erreicht, werden als Hitzetage geführt. Diese bilden somit eine Untermenge der Sommertage.

Der diesjährige Sommer verlief bis auf wenige, kurze heiße Phasen eher durchschnittlich, phasenweise sogar unterkühlt. Mit im Bundesdurchschnitt 31,6 Sommertagen fällt die Gesamtbilanz im Vergleich zum aktuellen Klimamittel 1991-2020 nur geringfügig unterdurchschnittlich aus. Allerdings lässt sich in den Daten ein Nordost-Südwest Gefälle konstatieren. So lagen die registrierten Sommertage in den nördlichen und östlichen Bundesländern über dem Durchschnitt. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg/Berlin verzeichneten im Schnitt 6 weitere Sommertage als im langjährigen Mittel. Im Westen und Südwesten ergibt sich ein ganz anderes Bild. Speziell Rheinland-Pfalz, das Saarland und Baden-Württemberg registrierten im Vergleich zum Klimamittel einen Rückgang von 5-8 Sommertagen.

Die Anzahl der Hitzetage liegt in diesem Sommer im bundesweiten Schnitt bei 4,4 Tagen. Im Vergleich zum langjährigen Klimamittel 1991-2020 von durchschnittlich 8,3 Sommertagen ist dies ein Rückgang um etwa die Hälfte. Dennoch unterstreichen die Differenzen zum Klimamittel, dass die Anzahl der Hitzetage in den nördlichen bis nordöstlichen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg/Berlin) nur wenig, in den übrigen Regionen deutlich unterdurchschnittlich ausfielen.

Zuletzt noch ein Blick auf den absoluten Spitzenreiter: Die Station Lübben-Blumenfelde im südlichen Brandenburg belegte sowohl mit 56 registrierten Sommertagen als auch mit 14 Hitzetagen die Spitzenposition unter allen Messstationen. Im Vorjahr 2020 lag Rheinstetten (Baden-Württemberg) noch mit jeweils 66 Sommer- und 24 Hitzetagen an der Spitze.

M.Sc.-Met. Sebastian Altnau

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.08.2021

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