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Nicht so schönes Wochenende?

11. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Aktuell zeigt die Bodenwetterkarte zwar den Einfluss eines Hochdruckgebietes, wer aber aus dem Fenster guckt, der sieht oft dichte und dunkle Wolken oder gar Regen und Gewitter. Dazu ist es recht frisch für fast Mitte Juni. Die Temperaturen liegen am Nachmittag meist zwischen 16 und 20 Grad.

Grund für das wenig sommerliche Wetter ist das Bodentief ROSI über der Norwegischen See. Es ist auch in höheren Luftschichten gut ausgeprägt und die Ausläufer reichen bis nach Deutschland. Dabei gelangt aus Westen subpolare Meeresluft zu uns, die nicht nur kühl sondern auch feucht ist.

links: Karte Europa und Nordatlantik mit Frontenanalyse des DWD vom 11.06.2026 6 UTC; rechts: Vorhersage Höhenwetterkarte aus ICON für den 11.06.2026 12 UTC

An der Konstellation ändert sich auch am morgigen Freitag wenig. Zwar wird ROSI dann unter Auflösungserscheinungen den Weg über Skandinavien ostwärts nehmen. Auf dem Atlantik stehen aber neue Tiefdruckgebiete bereit, um die Wetterregie bei uns zu übernehmen. Aus Westen breiten sich bereits in der Nacht zum Freitag schauerartige Regenfälle zu uns aus, die im Tagesverlauf auch den Osten und Südosten Deutschlands erreichen. In der Nacht zum Samstag ziehen die Niederschläge dann allmählich ostwärts ab. Bis dahin regnet es am Alpenrand recht langanhaltend, sodass regional über 30 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden zusammenkommen.

Am Samstag liegen wir zwischen Tiefdruckgebieten über Skandinavien und einem Hochdruckgebiet, das von der Biskaya bis nach Tunesien reicht, in einer straffen nordwestlichen Strömung. Dabei wird in den Norden und Osten kühle und feuchte Luft geführt, die immer wieder für Schauer und auch Gewitter sorgt. Im Südwesten kommt dagegen trockene und milde Luft an und bei viel Sonnenschein steigt die Temperatur verbreitet auf sommerliche Werte über 25 Grad. Etwas ungemütlich ist der bundesweit frische bis starke Wind, der in Böen auf den Bergen und an den Küsten durchaus stürmisch sein kann. Er dämpft das Wärmeempfinden, wobei im Norden bei Maxima von 16 bis 20 Grad kaum von Wärme gesprochen werden kann.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage von Isobaren und Fronten für Samstag, den 13.06.2026 12 UTC

Am Sonntag verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt nach West- und Nordwesteuropa und der Tiefdruckeinfluss aus Nordosten gewinnt. Damit wird die milde Luft wieder nach Frankreich und in die Schweiz gedrängt und auch im Südwesten setzt sich wieder kühlere Luft durch. Mit etwas Glück werden am Hochrhein noch knapp über 25 Grad erreicht. Da der Anteil an trockener Luft aber überwiegt, sind Schauer zwischen Eifel und Bodensee unwahrscheinlich. Anders sieht es nördlich des Mains aus. Da fließt die kühle und feuchte Luft weiter ungehindert ein und es kommt wiederholt zu Schauern, im Nordosten auch zu Gewittern. Die Höchstwerte liegen zwischen 16 und 20 Grad. Da der Druckgradient dort weiterhin recht hoch ist, ist auch der Wind noch frisch unterwegs. Nach Süden hin fächert der Gradient mit abziehendem Hoch auf und der Wind lässt deutlich nach.

Karte Europa und Nordatlantik mit der Vorhersage von Isobaren und Fronten für Sonntag, den 14.06.2026 12 UTC

Fazit: Wie immer ist die Ansicht des „schönen“ Wetters subjektiv. Für den Fan von Sonne und Wärme lohnt sich am Wochenende ein Ausflug in den Südwesten Deutschlands. Wen dichte Wolken und mindestens zeitweise Nässe nicht stören, der ist im Nordosten gut aufgehoben. Alle, die sich an wechselhaftem Wetter erfreuen, werden dazwischen sicher glücklich.

Dipl. Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Nicht-so-schoenes-Wochenende-1.png 802 2242 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-11 19:18:032026-06-15 22:47:59Nicht so schönes Wochenende?

Das Observatorium auf dem Hohen Sonnblick

10. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wie schon am gestrigen Dienstag entführt Sie das Thema des Tages in die Berge. Dabei gilt das Augenmerk heute dem Hohen Sonnblick (Höhe 3106 m über der Adria) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern. Er liegt auf dem Gebiet des Raurisertals im österreichischen Bundesland Salzburg (Abbildung 1). Zusammen mit seinen Nachbargipfeln, dem 3123 m ü. A. hohen Schareck und dem 3254 m ü. A. hohen Hochgarn, dem höchsten Gipfel der Goldberggruppe, bilden sie einen Teil der Grenze des Bundeslandes Salzburg zum benachbarten Kärnten.

Karte des Bundeslandes Salzburg mit Detailkarte des Raurisertals. Quelle: Google Maps

Wer in der Region unterwegs ist, bewegt sich im Bereich des Tauernfensters, eines geologisch außergewöhnlichen Gebiets, das von seiner westlichen Begrenzung am Brenner bis etwa ins österreichische Lungau recht und von Nord nach Süd eine Ausdehnung von etwa 30 km aufweist. Das Tauernfenster gilt als besonders mineralienreich, im Raurisertal äußert sich diese Tatsache unter anderem in nicht unerheblichen Goldvorkommen.

Bis hierhin hat das Ganze noch nicht viel mit Meteorologie zu tun. Aber bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in der meteorologischen Community die Stimmen lauter, nach der vermehrt auch in exponierten Höhenlagen Messstationen betrieben werden sollten. Diese Forderung wurde sowohl beim ersten Meteorologenkongress 1873 in Wien als auch beim zweiten Meteorologenkongress 1879 in Rom erhoben. Bei Letzterem wurde sogar die Empfehlung ausgesprochen, es möge doch – bitte schön – ein ganzes Netzwerk von Messstationen werden.

Der Vorteil von Höhenmessungen liegt dabei auf der Hand: Das Beobachtungsgebiet quasi in die dritte Dimension zu erweitern und auf diese Art und Weise Daten zu sammeln, die einen wesentlichen Baustein zum Verständnis atmosphärischer Prozesse liefern. Darüber hinaus konnten die so gewonnenen Daten verglichen werden, einerseits mit den Messungen in tieferen Lagen, andererseits aber auch mit den damals aufkommenden Drachen- und Ballonmessungen. Und, last but not least, war man getrieben von der Hoffnung auf bessere Vorhersagen. Mit anderen Worten: Man wollte den sympathischen Maiöc
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/9.html)
und seine Bauernregeln gerne in Rente schicken – was aber bis heute nicht so ganz geklappt hat.

Wie auch immer, in der Folge wurde eine Reihe von Hochgebirgs-Observatorien eingerichtet. Auf dem Säntis in der Schweiz war man 1882 soweit. Auf der Zugspitze begann man im Jahr 1900 mit den Messungen, so dass der DWD im letzten Jahr das 125. Jahr der Messungen auf Deutschlands höchstem Berg feiern konnte. In Österreich suchte der später sogar geadelte Meteorologe Julius Ferdinand Hann (Abbildung 2), der damalige Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG, heute Teil von GeoSphere Austria), einen adäquaten Standort. Er landete bei seiner Suche letztendlich im Gebiet des Tauernfensters – und dort wiederum im Raurisertal.

Portraits von Julius Ferdinand Hann (links) und Ignaz Rojacher (rechts). Quelle: wikipedia.de

Und das war durchaus kein Zufall. Denn die Region war für damalige Maßstäbe vergleichsweise hoch industrialisiert. Zur Blütezeit des Tauernbergbaus kamen etwa 10% des weltweiten Goldes aus der Region. Und der Bergwerksbesitzer Ignaz Rojacher (ebenfalls Abbildung 2), dem man nachsagt, er habe neben dem elektrischen Strom und dem Telefon auch die Ski (oder doch die Schi?) nach Rauris gebracht, unterstützte den Bau eines Observatoriums auf dem Hohen Sonnblick. Die Herausforderungen waren enorm, nicht nur finanziell. So mussten die Baumaterialien allesamt entweder getragen oder mit provisorischen Seilbahnen gezogen werden. Hier kam den Erbauern sicherlich das Wissen aus dem Bergbau zugute. Auch die klimatischen Bedingungen waren sehr anspruchsvoll, im vieljährigen Mittel steigt die Temperatur tagsüber nur zwischen Juni und September auf positive Werte (Abbildung 3). Wobei die Angabe der Regentage in Abbildung 3 mit Vorsicht zu genießen ist, handelt es sich dabei doch fast ausschließlich um Schneetage.

Klimatabelle für den Hohen Sonnblick. Quelle: GeoSphere Austria

Eingeweiht wurde das Observatorium letztendlich 1886. Es ist bis heute die höchstgelegene meteorologische Beobachtungsstation Österreichs und wenig überraschend hat sie auch einige Rekorde zu bieten. So wurde z. B. am 9. Mai 1944 mit 11,9 m die höchste in Österreich je gemessene Schneedecke registriert.

Das Aufgabenfeld des Observatoriums auf dem Hohen Sonnblick hat sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gewandelt bzw. wurde erweitert. Ein Schwerpunkt liegt heute auf der Klimaforschung. Die (vermutlich durchweg männlichen) Teilnehmer der ersten beiden Meteorologenkongresse hatten sicherlich das Thema Klimawandel nicht auf der Agenda und folglich war ihnen vermutlich auch nicht klar, dass der Klimawandel im Hochgebirge noch schneller voranschreitet als in tieferen Lagen.

Temperaturentwicklung auf dem Hohen Sonnblick für die Jahre 1886 bis 2025, jährliche Werte sowie tiefpassgefilterter Trend. Quelle: GeoSphere Austria

Die Abbildung 4 zeigt dies sehr eindrücklich. Für das Zeitfenster von 1886, der Inbetriebnahme des Observatoriums am Hohen Sonnblick, bis zum Jahr 2025 zeigt sie die jährlichen Mittelwerte der Temperatur ebenso wie einen gleitenden tiefpassgefilterten Durchschnitt. Während die Mitteltemperatur auf dem Hohen Sonnblick zu Henns und Rojachers Zeiten noch bei etwa -7°C gelegen hat, nähert sie sich aktuell von unter der -3°C-Marke, was mithin einem Anstieg der Mitteltemperatur von etwa 3,5°C entspricht (HISTALP steht dabei übrigens für Historical Instrumental climatological Surface Time series of the greater ALPine region).

Webcambilder des Goldbergkees, oben vom 06.08.2016, unten vom 09.08.2025. Quelle: GeoSphere Austria / foto-webcam.eu

Diese traurige Realität kann man vom Hohen Sonnblick täglich live erleben, schließlich wartet das Gebiet neben einem beeindruckenden Panorama auch mit dem ein oder anderen größeren oder kleineren Gletscher auf. Einer davon ist das Goldbergkees, von dessen zeitlicher Entwicklung die Abbildung 5 einen Eindruck vermitteln soll. Während das obere Bild vom 8. August 2016 stammt, wurde das untere Bild am 9. August 2025 aufgenommen. Der Masseverlust des Goldbergkees ist dabei deutlich zu erkennen.

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Das-Observatorium-auf-dem-Hohen-Sonnblick-1.png 612 913 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-10 14:08:202026-06-15 22:47:56Das Observatorium auf dem Hohen Sonnblick

Wetterweisheiten aus den Bergen

9. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wer gern in den Bergen unterwegs ist und erst recht, wenn es in hochalpine Regionen geht, der kommt um einen Blick in die Wetterentwicklung nicht herum – oder sollte es zumindest nicht. Das Wetter in den Bergen ändert sich teilweise sehr schnell und kann gefährlich werden. Von daher sollte schon bei der Planung das Wetter im Blick behalten werden, Touren umgeplant oder angepasst oder im Zweifelsfall auch gar nicht gestartet werden. Dies betrifft sowohl den Winter und Frühling mit Themen wie der Schnee-, Wind- und der damit verbundenen Lawinensituation als auch den Sommer bis in den Herbst mit Gewittern und Starkregenereignissen. In den Hochalpen sind auch Schneefälle im Frühsommer bis in den Juni hinein oder auch bereits wieder Ende August / Anfang September keine Seltenheit.

Foto einer Infotafel aus Casaccia/Maloja, Oberengadin, Schweiz

Bei einer Wanderung im Schweizer Engadin begegnete der Autorin in diesem Zusammenhang eine Infotafel mit meteorologischen und nicht meteorologischen Aspekten zum Thema Bergwetter oder besser gesagt mit einer Auflistung an Merksätzen, Regeln und Zeichen zur Einschätzung der Wettersituation in den Bergen. Einige davon beziehen sich auf die Tierwelt, einige sind meteorologisch erklärbar und bei anderen wiederum regten sich beim Lesen Zweifel an der Verlässlichkeit. Bereits in der Einleitung heißt es: „Schon seine [der auf dem Schild zitierte Bergbewohner Maiöc, Anmerkung der Autorin] Tasse Kaffee am Morgen gibt ihm den ersten Hinweis. Wenn sich die Blasen in der Mitte der Tasse sammeln, wird es schön. Sammeln sie sich hingegen am Rand, wird es Regen geben.“ – Nun ja, eine wirklich meteorologische Erklärung fällt diesbezüglich schwer.

Nachfolgenden hier noch einige Tricks von Maiöc zur Einschätzung des Wetters…

Gut und beständig bleibt das Wetter, wenn:
– Die Wolken aufsteigen.
– Sich früh kräftiger Tau bildet.
– Die Wolken sich im Sommer zusammenballen und anhäufen (Kumulus).*
– Die Schwalben hoch fliegen.
– Die Frösche abends lange quaken.
– Der Himmel mattblau und wolkenarm ist.
– Sich die Kondensstreifen der Flugzeuge schnell auflösen.
– Die Mückenschwärme in der Abendsonne tanzen.
– Sich nachts Reif oder Tau bildet.
– Nachts die Milchstraße deutlich zu sehen ist.

Analog gibt es auch einige Punkte, bei der nun die „Neigung zu schlechtem Wetter“ absehbar ist:

– Die Bienen mitten im Tag aufhören Nektar zu sammeln.
– Wenn sich ein kräftiges Morgenrot auf tiefhängenden Wolken bildet.
– Frühnebel aufsteigt.
– Die Schwalben tief fliegen.
– Die Sterne stark flimmern.
– Der Tau im Sommer ausbleibt.
– Die Ameisen aufgeregt sind und offenbar planlos durch die Gegend laufen.
– Die Katze gähnt.
– Die Geräusche aller Art besonders deutlich und von weither hörbar sind.
– Die Insekten morgens schon lästig sind (Gewitter).

Diese Liste ist nicht vollständig und soll auch nicht im Einzelnen auf meteorologische Wertigkeit geprüft werden. Die komplette Liste findet sich auf beigefügtem Foto der beschriebenen Infotafel. Einzig auf die Weisheit mit der Cumulusbewölkung (*) soll hier kurz eingegangen werden. Danach soll das Wetter gut und beständig bleiben, wenn sich im Sommer die Wolken „zusammenballen und anhäufen“ – das ist tatsächlich insbesondere in den Bergen ein schmaler Grat. Sicher gibt es flache Cumulusbewölkung, die auch als Schönwetter- oder Schäfchenwolken bezeichnet werden. Bei entsprechender, labiler Luftmasse und mit zusätzlichem Hebungsantrieb in den Bergen können aus kleinen Cumuluswolken allerdings schnell hochreichende Cumulus- und damit Gewitterwolken entstehen. Und dann kann es in offenem, hochalpinem Gelände gefährlich werden.

Egal wie, ob mit den oben genannten Aspekten oder vielleicht doch lieber mit einem Blick in entsprechende Wetterberichte oder Apps, bei Aufenthalten im Freien ist es immer ratsam, einen Blick auf die Wetterentwicklung zu richten und gegebenenfalls auch rechtzeitig umzukehren, falls sich wider Erwarten die Umstände doch anders entwickeln. Das betrifft natürlich auch nicht nur Aktivitäten in den Bergen. Manchmal wird man sonst vielleicht einfach nur nass und das ist unangenehm, vielleicht gerät man aber auch in gefährliche oder gar lebensbedrohliche, wetterbedingte Situationen.

Spezielle Berichte für die Alpen, aber auch für die Küsten von Nord- und Ostsee, die entsprechend angrenzenden Seegebiete oder auch den Bodensee gibt es auf unserer Homepage und in unserer WarnWetter-App.

Dipl. Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Wetterweisheiten-aus-den-Bergen-1-scaled.png 2560 1516 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-09 17:58:312026-06-15 22:48:25Wetterweisheiten aus den Bergen

Die Schafskühle

8. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Nach mäßig warmen aber teils unbeständigen Vortagen lebt der Sommer dank dem scheidenden Hoch EMIL heute nochmals auf: Rund 25 bis 29 Grad sind vor allem im Süden und Osten zu erwarten, in der Mitte und Teilen des Nordens noch um 25 Grad und im Westen „nur“ bis 24 Grad. Hier kündigt sich schon jetzt die herannahende Kaltfront von Tief ROSI an, das als mehrkerniges Tiefdrucksystem von den Britischen Inseln bis nach Island reicht und einen deutlich kühleren Witterungsabschnitt samt Niederschlägen einleitet.

Die Großwetterlage ändert sich: Ausgehend von Tief ROSI zieht eine Kaltfront über Deutschland hinweg und leitet einen kühleren und unbeständigen Witterungsabschnitt ein (Quelle:DWD/Berliner Wetterkarte e.V.)

Während der Montag im Süden und Osten trocken über die Bühne geht, regnet es abends ganz im Westen bereits und auch das ein oder andere kurze Gewitter kann mit von der Partie sein, wobei aber keine Unwetter zu erwarten sind.

Am morgigen Dienstag zieht die Kaltfront langsam in Richtung Süden und Osten des Landes. Vor allem am Alpenrand kommt sie langsam ins Schleifen was bedeutet, dass sie nahezu ortsfest wird und einiges an Regen bringen kann, ganz vielleicht sogar warnwürdigen Dauerregen. Vom Südwesten bis zur Mitte lockert es aber schon wieder auf und es bleibt meist trocken. Anders jedoch in der Nordhälfte, wo einige Schauer und auch Gewitter zu erwarten sind. Bei 18 bis 21, vielleicht lokal 22 Grad ist es deutlich kühler als noch heute, wobei der böige West-/Südwestwind seinen Anteil an dem kälteren Feeling hat.

Am morgigen Dienstag ist das Wetter in Teilen sehr unbeständig mit Schauern, Gewittern oder länger anhaltendem Regen bei gemäßigten Temperaturen. (Quelle:DWD)

Richtig usselig wird es dann am Mittwoch, wenn zahlreiche Schauer und auch Gewitter von West nach Ost ziehen, die dem Tag einen aprilhaften Charakter verleihen. Da passen auch die Temperaturen gut ins Bild, denn bei rund 20 Grad wird Schluss sein. Manche mögen hierbei schon von der Schafskälte sprechen, die um diesen Zeitraum kreiselt, angebrachter wäre vermutlich aber eher eine „Schafskühle“, denn es könnte noch kälter sein.

Auch die Folgetage bleiben temperaturmäßig eher mäßig warm bis kühl und unbeständig mit zeitweiligem Regen oder Schauern. (Quelle:DWD)

Ab Donnerstag nehmen die Prognoseunschärfen wieder zu. Stand heute könnte, zumindest wenn man in der Westhälfte lebt, schwacher Zwischenhocheinfluss für eine vorübergehende Wetterberuhigung sorgen. Ansonsten sind Schauer, weiter im Osten vielleicht sogar Gewitter am Werk. An den Tageshöchsttemperaturen ändert sich nichts, bei maximal 20 Grad, häufig sogar etwas weniger, ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

Zu guter Letzt ist in der Nacht zu Freitag und Freitag selbst ein neues Frontensystem aus Westen zu erwarten. Dieses bringt erneut leichte bis mäßige Niederschläge, wenngleich es mit 18 bis 22, am Oberrhein bis 23 Grad wieder etwas milder wird.

„Wann wird es mal wieder richtig Sommer?“ ist dann die passende Frage für das kommende Wochenende. Nach dem heutigen Willen der Wettermodelle setzt sich von Südwesten her Hochdruckeinfluss durch, mit dem die Witterung wieder beständiger wird und auch die Temperaturen wieder deutlich über die 25-Grad-Marke steigen könnten. Ob es am Ende aber so kommt, bleibt zumindest für ein paar Tage noch ungewiss und so muss der Konjunktiv weiter beibehalten werden.

M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Die-Schafskuehle-1.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-08 16:46:322026-06-15 22:48:18Die Schafskühle

Die Wettervorhersage für den D-Day

7. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Der „D-Day“ (Decision Day) am 06. Juni 1944 war der erste Tag der Invasion der Alliierten (USA, Kanada, Großbritannien und weitere Verbündete) an der französischen Atlantikküste in der Normandie zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Diese groß angelegte Militäraktion startete unter dem Decknamen „Overlord“ und beinhaltete die Einnahme deutscher Stellungen in der Normandie und die Errichtung mehrerer Brückenköpfe, um den Nachzug weiterer Truppen zu ermöglichen. Von dort aus sollte dann die Befreiung des westlichen Europas von der Naziherrschaft erfolgen.

Da diese Militäraktion die Überquerung des unberechenbaren Ärmelkanals mit teils nur bedingt hochseetauglichen Transportbooten erforderte, war eine erfolgreiche Landung maßgeblich vom Wetter abhängig. Die Prognose eines geeigneten Zeitfensters mehrere Tage im Voraus war zur damaligen Zeit fast nicht möglich, denn bereits die Vorhersage des nächsten Tages gestaltete sich schwierig. Zumal es sich bei dieser Region um eine handelt, in der das Wetter sehr variabel ist. Aufgrund dieser Variabilität ist eine Vorhersage über mehrere Tage auch heute noch nur begrenzt möglich. Es kann also mit Fug und Recht behauptet werden, dass diese Wettervorhersage im Jahr 1944 eine der wichtigsten in der Geschichte werden sollte.

Zumal das Militär mehrere Grundvoraussetzungen festlegte:

– Ebbe, um mögliche Unterwasserhindernisse des Feindes erkennen zu können, aber auch Flut, um nicht bereits weit vor der Küste an Land gehen und sich somit früh im Visier der deutschen Maschinengewehre bewegen zu müssen;
– Trockener und für schwere Fahrzeuge tragfähiger Boden, somit sollte es in den Tagen zuvor wenig bis gar nicht geregnet haben;
– Gute Lichtverhältnisse beim nächtlichen Einsatz von Transportflugzeugen und Bombern, was vor allem bei Vollmond gegeben wäre;
– Kein Morgennebel und kaum Wolken für gute Sichtbedingungen der Fallschirmjäger und
– Auflandiger Wind von maximal 20 km/h, aber keine Windstille.

Im Mai 1944 wurde der D-Day auf den Morgen des 05. Juni terminiert. Anfang Juni war das Wetter sehr wechselhaft, da über dem Atlantik ein Tiefdruckgebiet dem nächsten folgte. Nun sollte der D-Day verschoben werden. Um den Moment eines Überraschungsangriffs nicht zu versäumen, wurde der D-Day aber nur um einen Tag verschoben.

Die Vorhersagen wichen damals stark voneinander ab, sowohl bei den Alliierten untereinander als auch im Vergleich zur deutschen Vorhersage. Für den 05. Juni sollte der Chefmeteorologe Eisenhowers recht behalten, denn eine Kaltfront sorgte für viel Wind und Regen, was die Militäraktion unmöglich gemacht hätte. Hinter der Kaltfront zeichnete sich für den 06. Juni eine vorübergehende Wetterberuhigung im Zusammenhang von Zwischenhocheinfluss ab und somit eröffnete sich ein kurzes Zeitfenster für eine mögliche Invasion. Auf deutscher Seite rechnete man weiterhin mit wechselhaftem und stürmischem Wetter. Dies lag auch daran, dass die Deutschen keine Wetterdaten auf dem Gebiet des Atlantiks zur Verfügung hatten.

Somit wurde am 06. Juni das Überraschungsmoment vonseiten der Alliierten genutzt, auch wenn sich das Wetter tatsächlich erst im Tagesverlauf besserte. Viele Soldaten hatten da bereits ihr Leben lassen müssen, denn insbesondere zu Beginn der Landung waren die Verluste groß.

Ausschnitt aus der Wetterkarte der Zentralen Wetterdienstgruppe (ZWG) des Generalstabes der Luftwaffe vom 6. Juni 1944, 11 DSZ

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Die-Wettervorhersage-fuer-den-D-Day.png 838 1183 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-07 17:21:192026-06-15 20:36:22Die Wettervorhersage für den D-Day

Eine Nebelnacht im Juni

6. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Tiefdruckgebiet PEGGY hatte Deutschland in den vergangenen Tagen einiges an teils unwetterartigem Niederschlag beschert. Mit Durchgang der dem Tiefdruckgebiet zugeordneten Kaltfront, sowie den zahlreichen teils schweren Gewittern in deren Peripherie war bereits am Donnerstag, dem 04.06.2026 relative verbreitet einiges an Niederschlag zusammengekommen. Für weite Teile Deutschlands fielen 5 bis 10 mm oft in kurzer Zeit, bei stärkeren Gewitterzellen oder Mehrfach-Treffern von Gewittern am selben Ort auch um 20 mm. Im Süden und Südosten von den Alpen bis zum Allgäu hielt sich der frontale Niederschlag dann ab Donnerstagabend etwas länger, und brachte auch dort bis in den Freitag hinein zwischen 10 und 15 mm Niederschlagssummen, teils auch etwas mehr. Rückseitig der durchgezogenen Kaltfront traten am gestrigen Freitag noch einmal verbreitet Schauer und insbesondere in der Nordhälfte Gewitter auf. Die Schaueraktivität ließ zum Abend hin nach und Zwischenhoch DJAMSCHID sorgte verbreitet für eine sternenklare Nacht. Die Taupunkte lagen in vielen Regionen nach den Niederschlägen noch vergleichsweise hoch, während die feuchten Böden durch Verdunstung zusätzlich Wasserdampf an die bodennahe Luftschicht abgaben. Mit der nächtlichen Abkühlung sank die bodennahe Lufttemperatur unter klarem Himmel rasch ab und näherte sich, trotz der vergleichsweise kurzen Nacht, vielerorts dem Taupunkt an. Dadurch stieg die relative Luftfeuchtigkeit kontinuierlich an, bis örtlich Sättigung erreicht wurde. Besonders in windschwachen Niederungen, Fluss- und Tallagen konnte sich die Luft in Bodennähe stark auskühlen, sodass Wasserdampf an Aerosolen kondensierte und sich dort Strahlungsnebel bildete.

Die Animation zeigt eine Bildfolge von Satellitenbildern zentriert über Deutschland aus der vergangenen Nacht. Die vom Nebel betroffenen Regionen sind im Fließtext beschrieben. (Quelle EUMETSAT)

Animation des Nebels/niedrige Wolken Produkts des EUMETSAT MTG Satelliten, für die Nacht vom 05.06.2026 auf den 06.06.2026

Die Animation des EUMETSAT Satellitenprodukts zeigt anschaulich wie sich noch vor Mitternacht und in der zweiten Nachthälfte zunehmend Nebel entlang der unteren Donau und den angrenzenden Flusstälern Richtung Westen ausbreitete. In westlichen Landesteilen zog zeitweise hohe und mittelhohe Bewölkung herein, aber auch hier ist zwischen den Wolken sichtbar wie sich Nebel durch die Fluss- und Gebirgstäler „fraß“: entlang des Mittel- und Niederrheins, der Mosel, verbreitet in Nordhessen und im Sieger- und Sauerland, sowie weiter südlich entlang des Mains.
Das dargestellte „Nebel/niedrige Wolken“ Produkt (Fog/Low Clouds Night Microphysics) basiert auf Daten des SEVIRI Sensors an Bord des geostationären MTG (Meteosat Third Generation) Satelliten. Zur nächtlichen Nebelerkennung wird vor allem die Differenz der Helligkeitstemperaturen der infraroten Ausstrahlung bei 10,8 und 3,9 µm genutzt. Nebel und tiefe Stratuswolken bestehen überwiegend aus sehr kleinen Wassertröpfchen mit Radien in der Größenordnung von 10 µm. Die kleinen Nebeltröpfchen emittieren bei 3,9 µm weniger effizient als bei 10,8 µm, sodass die gemessene Helligkeitstemperatur im 3,9-µm-Kanal niedriger ausfällt. Daraus ergibt sich eine Temperaturdifferenz die charakteristisch für Nebel und tiefe Wasserwolken ist.

Warnkarte aus der WarnWetter-App vom 06.06.2026 um kurz vor 6 Uhr morgens, kurz bevor einige der ausgegebenen Nebelwarnungen ausgelaufen sind.

In der vergangenen Nacht entstand teilweise auch dichter Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Dementsprechend wurden in der zweiten Nachthälfte auch Nebelwarnungen vom DWD herausgegeben, wie auf der dargestellten Warnkarte von heute früh zu sehen. Nach Sonnenaufgang löste sich der Nebel rasch auf, die Sichtweiten stiegen wieder und die Warnungen liefen dementsprechend um 6:00 beziehungsweise 6:30 Uhr aus.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Eine-Nebelnacht-im-Juni-2.png 951 524 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-06 15:03:412026-06-15 20:36:14Eine Nebelnacht im Juni

Aprilwetter im Juni

5. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am gestrigen Donnerstag zeigte sich das Wetter sehr turbulent und es wurden zahlreiche markante Gewitterwarnungen ausgegeben. Vereinzelt wurde auch die rote Karte (Unwetterwarnung) gezogen. Dennoch muss konstatiert werden, dass die Lage glimpflicher über die Bühne lief, als im Voraus befürchtet. Möglicherweise hat die verbreitet im Vorfeld vorhandene Schichtbewölkung sowie eine stabilere Grundschicht als angenommen verhindert, dass die Luftmasse energetisch stärker aufbereitet werden konnte. Dennoch gibt es derzeit einen bestätigten Tornado der Stärke IF1 (Thema des Tages vom 11.04.2024) in Gronau (Westfalen) an der holländischen Grenze. Mögliche weitere Schadensfälle müssen noch untersucht werden.

Das wechselhafte Wetter findet auch in den kommenden Tagen seine Fortsetzung, wenngleich der Süden am Wochenende von den Hochdruckgebieten DJAMSCHID und EMIL profitiert. Der Norden bleibt hingegen im Einflussbereich des Tiefdruckgebietes QUELLA mit Kern über Nordwesteuropa.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Samstag, den 06.06.2026 um 12 UTC (Quelle: DWD)

Am heutigen Freitag gibt es wechselhaftes Aprilwetter – und das mitten im Juni. Sonne, Wolken und Regenschauer sowie einzelne kurze Gewitter wechseln einander ab. Die Intensität und Häufigkeit der Schauer und Gewitter lässt gegenüber dem Vortag allerdings nach und auch der Wind weht bei weitem nicht mehr so ruppig. Da er aber nach wie vor aus westlichen Gefilden daherkommt, erwärmt sich die Luft lediglich auf mäßig warme 18 bis 22 Grad. In der Nacht zum Samstag klingen die Schauer zwar ab, aber es wird mit oftmals nur einstelligen Tiefstwerten empfindlich frisch. Es lohnt sich also am Abend eine Jacke oder Decke für die zahlreichen Outdoorveranstaltungen mit einzupacken. Örtliche Nebelfelder am Samstagmorgen erinnern schon an den Frühherbst und das, wo der Sommer im meteorologischen Sinne gerade erst begonnen hat.

Am Samstag tummeln sich über dem Westen und Norden einige Wolken und im Tagesverlauf kommen erneut gebietsweise Schauer und Gewitter auf. Bestes Grill- und Freizeitwetter deutet sich hingegen für die Südosthälfte an. Dort kann sich die Sonne länger am Himmel zeigen und in der Lausitz sind sommerliche Höchstwerte um 25 Grad zu erwarten. Ansonsten werden 18 bis 24 Grad erreicht.

Vorhersagekarte mit Symbolen und Höchstwerten am Samstag, den 06.06.2026 (Quelle: DWD)

Am Sonntag ergibt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Während im Norden wiederum unbeständiges Wetter mit wenig Sonne auf dem Programm steht, hat die Sonne im Süden die Spendierhosen an. Sie treibt die Temperaturen dort auf frühsommerliche Werte um 25 Grad, während man sich sonst mit 19 bis 23 Grad begnügen muss. Dazu lebt der Wind im Norden und der Mitte gelegentlich unangenehm böig auf.

In der neuen Woche deutet sich kein stabiles Sommerhoch an. Ganz im Gegenteil: Weiterhin haben Tiefdruckgebiete über Nordwesteuropa das Zepter in der Hand und sorgen für einen sehr unbeständigen und meist nur mäßig warmen Witterungsabschnitt. Lediglich am Montag werden in der Südosthälfte sommertaugliche Höchstwerte zwischen 24 und 28 Grad erwartet.

Vorhersagekarte mit Symbolen und Temperaturen am Sonntag, Montag und Dienstag (Quelle: DWD)

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Aprilwetter-im-Juni-1.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-05 13:52:302026-06-15 20:36:02Aprilwetter im Juni

Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

4. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Auch in diesem Jahr findet im und um den Monat Juni in vielen deutschen Städten der Christopher Street Day (CSD) statt. Der CSD erinnert an den geschichtsträchtigen 28. Juni 1969, als queere Menschen sich während einer Polizeirazzia in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ gegen die systematische Kriminalisierung, Unterdrückung und Marginalisierung zur Wehr setzten, und damit einen Wendepunkt im Kampf für rechtliche und gesellschaftspolitische Gleichberechtigung einläuteten. Frei nach dem in der Meteorologie vielzitierten chaostheoretischen Konzept des Schmetterlingseffekts – eine kleine Veränderung kann große Auswirkungen haben – schlugen die Stonewall-Proteste in einer kleinen Bar in der Christopher Street große Wellen: Als sich der Aufstand 1970 zum ersten Mal jährte, fand anlässlich dessen in New York der erste Christopher Street Liberation March statt – eine anfangs kleine Demonstration entlang der Sixth Avenue Richtung Central Park, der sich alsbald deutlich mehr Menschen anschlossen als ursprünglich erwartet. Ein Zeitzeuge erinnert sich mit den Worten „[…] was in Downtown New York als Fragezeichen begann endete in einem Ausrufezeichen.“ Ähnliche Versammlungen fanden 1970 bereits in drei weiteren US-amerikanischen Großstädten statt, und in den folgenden Jahren schlossen sich auch international mehr und mehr Städte dem an, was heute eine weltweite Erinnerungs- und Protestbewegung gegen Diskriminierung und für Sichtbarkeit für LSBTIQ* und Vielfalt ist.

Der Deutsche Wetterdienst wird den CSD in den kommenden Wochen mit Wettervorhersagen für die Städte Dresden, München, Köln, Leipzig, Frankfurt am Main, Stuttgart, Berlin, Bonn, Hamburg und Essen begleiten. Wie oben bereits erwähnt macht in dieser Reihe Dresden am kommenden Samstag den Auftakt. Dabei die wichtigste Information vorweg: Das Wetter am Samstag wird dem CSD keinen Strich durch die Rechnung machen. Nachdem am heutigen Donnerstagabend und am morgigen Freitag Schauer und Gewitter das Rahmenprogramm des CSD in Dresden begleiten werden, setzt am Freitagabend eine deutliche Wetterberuhigung ein. Die letzten Schauer klingen ab und in der Nacht auf Samstag klart es zeitweise auf. Sollte sich dabei Nebel bilden löst sich dieser am Samstagmorgen rasch auf, und der Tag beginnt mit viel Sonnenschein. Die Temperaturen steigen im Tagesverlauf auf bis zu 24 Grad. Von Westen her zieht am Nachmittag zunehmend Bewölkung auf, was am Abend oder Eingangs der Nacht in leichten Regen gipfeln könnte – sofern überhaupt Niederschlag am Boden ankommt. Die maximal zu erwartenden Regenmengen liegen dabei bis Mitternacht bei weniger als 5 mm. Ein angenehmer Effekt der Bewölkung ist die reduzierte Ausstrahlung, wodurch die nächtlichen Temperaturen nicht unter 13 Grad fallen.

Wettervorhersage für den CSD in Dresden am kommenden Samstag, den 06. Juni 2026.

Mit unserer Wettervorhersage für den CSD möchten wir ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen. Denn Vielfalt wird bei uns im DWD großgeschrieben: unabhängig von Geschlecht, geschlechtlicher Identität, ethnischer und sozialer Herkunft, Nationalität, Religion oder Weltanschauung, körperlichen & geistigen Fähigkeiten, Alter sowie sexueller Orientierung – bei uns sollen sich alle willkommen und wertgeschätzt fühlen.
Das CSD-Wetter ist eine Idee aus unserem queeren Netzwerk bunt@dwd. Der Deutsche Wetterdienst ist dabei mit: „Wir können Regenbogen“.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Abwechslungsreiches-Wetter-fuer-einen-bunten-CSD-am-Samstag-in-Dresden.jpg 1350 1080 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-04 14:37:542026-06-15 20:35:51Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

3. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Frühjahr 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 12,5 °C +2,9 Grad
2 Frankfurt/Main-Westend Hessen 12,5 °C +2,3 Grad
3 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 12,5 °C +2,2 Grad

Besonders kalte Orte im Frühjahr 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 6,1 °C +2,5 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 6,4 °C +2,8 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,5 °C +1,3 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Bad Lippspringe Nordrhein-Westfalen 307,3 l/m² 143 %
2 Jachenau-Tannern Bayern 299,0 l/m² 76 %
3 Horn-Bad Meinberg Nordrhein-Westfalen 291,6 l/m² 100 %

Besonders trockene Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Gottfrieding Bayern 40,6 l/m² 26 %
2 Pentling-Matting Bayern 44,1 l/m² 27 %
3 Kelheim-Thaldorf Bayern 48,4 l/m² 28 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 787 h 140 %
2 Manschnow Brandenburg 780 h 150 %
3 Westermarkelsdorf Schleswig-Holstein 766 h 145 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 Schwarzburg Thüringen 549 h 117 %
2 Schönau am Königssee Bayern 571 h 147 %
3 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg 584 h 128 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitenmittelwertes
zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Jahreszeitenrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-03 16:34:002026-06-15 20:35:39Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

Deutschlandwetter im Mai 2026

2. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Mai 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 17,0 °C +2,5 Grad
2 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 16,7 °C +2,8 Grad
3 Bad Dürkheim Rheinland-Pfalz 16,7 °C +3,1 Grad

Besonders kalte Orte im Mai 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 10,6 °C +2,5 Grad
2 Kahler Asten Nordrhein-Westfalen 10,7 °C +2,5 Grad
3 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 11,1 °C +2,6 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Bad Lippspringe Nordrhein-Westfalen 212,9 l/m² 272 %
2 Lichtenau in Westfalen Nordrhein-Westfalen 192,0 l/m² 246 %
3 Horn-Bad Meinberg Nordrhein-Westfalen 182,5 l/m² 189 %

Besonders trockene Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Kelheim-Thaldorf Bayern 18,4 l/m² 27 %
2 Kröning-Leisteneck Bayern 20,1 l/m² 20 %
3 Pentling-Matting Bayern 20,7 l/m² 33 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 List auf Sylt Schleswig-Holstein 315 h 130 %
2 Passau-Fürstenzell Bayern 306 h 149 %
3 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 302 h 115 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 Schwarzburg Thüringen 193 h 94 %
2 Schneifelforsthaus Rheinland-Pfalz 204 h 115 %
3 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg 206 h 107 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-02 15:27:282026-06-15 20:35:24Deutschlandwetter im Mai 2026
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