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Eine Nebelnacht im Juni

6. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Tiefdruckgebiet PEGGY hatte Deutschland in den vergangenen Tagen einiges an teils unwetterartigem Niederschlag beschert. Mit Durchgang der dem Tiefdruckgebiet zugeordneten Kaltfront, sowie den zahlreichen teils schweren Gewittern in deren Peripherie war bereits am Donnerstag, dem 04.06.2026 relative verbreitet einiges an Niederschlag zusammengekommen. Für weite Teile Deutschlands fielen 5 bis 10 mm oft in kurzer Zeit, bei stärkeren Gewitterzellen oder Mehrfach-Treffern von Gewittern am selben Ort auch um 20 mm. Im Süden und Südosten von den Alpen bis zum Allgäu hielt sich der frontale Niederschlag dann ab Donnerstagabend etwas länger, und brachte auch dort bis in den Freitag hinein zwischen 10 und 15 mm Niederschlagssummen, teils auch etwas mehr. Rückseitig der durchgezogenen Kaltfront traten am gestrigen Freitag noch einmal verbreitet Schauer und insbesondere in der Nordhälfte Gewitter auf. Die Schaueraktivität ließ zum Abend hin nach und Zwischenhoch DJAMSCHID sorgte verbreitet für eine sternenklare Nacht. Die Taupunkte lagen in vielen Regionen nach den Niederschlägen noch vergleichsweise hoch, während die feuchten Böden durch Verdunstung zusätzlich Wasserdampf an die bodennahe Luftschicht abgaben. Mit der nächtlichen Abkühlung sank die bodennahe Lufttemperatur unter klarem Himmel rasch ab und näherte sich, trotz der vergleichsweise kurzen Nacht, vielerorts dem Taupunkt an. Dadurch stieg die relative Luftfeuchtigkeit kontinuierlich an, bis örtlich Sättigung erreicht wurde. Besonders in windschwachen Niederungen, Fluss- und Tallagen konnte sich die Luft in Bodennähe stark auskühlen, sodass Wasserdampf an Aerosolen kondensierte und sich dort Strahlungsnebel bildete.

Die Animation zeigt eine Bildfolge von Satellitenbildern zentriert über Deutschland aus der vergangenen Nacht. Die vom Nebel betroffenen Regionen sind im Fließtext beschrieben. (Quelle EUMETSAT)

Animation des Nebels/niedrige Wolken Produkts des EUMETSAT MTG Satelliten, für die Nacht vom 05.06.2026 auf den 06.06.2026

Die Animation des EUMETSAT Satellitenprodukts zeigt anschaulich wie sich noch vor Mitternacht und in der zweiten Nachthälfte zunehmend Nebel entlang der unteren Donau und den angrenzenden Flusstälern Richtung Westen ausbreitete. In westlichen Landesteilen zog zeitweise hohe und mittelhohe Bewölkung herein, aber auch hier ist zwischen den Wolken sichtbar wie sich Nebel durch die Fluss- und Gebirgstäler „fraß“: entlang des Mittel- und Niederrheins, der Mosel, verbreitet in Nordhessen und im Sieger- und Sauerland, sowie weiter südlich entlang des Mains.
Das dargestellte „Nebel/niedrige Wolken“ Produkt (Fog/Low Clouds Night Microphysics) basiert auf Daten des SEVIRI Sensors an Bord des geostationären MTG (Meteosat Third Generation) Satelliten. Zur nächtlichen Nebelerkennung wird vor allem die Differenz der Helligkeitstemperaturen der infraroten Ausstrahlung bei 10,8 und 3,9 µm genutzt. Nebel und tiefe Stratuswolken bestehen überwiegend aus sehr kleinen Wassertröpfchen mit Radien in der Größenordnung von 10 µm. Die kleinen Nebeltröpfchen emittieren bei 3,9 µm weniger effizient als bei 10,8 µm, sodass die gemessene Helligkeitstemperatur im 3,9-µm-Kanal niedriger ausfällt. Daraus ergibt sich eine Temperaturdifferenz die charakteristisch für Nebel und tiefe Wasserwolken ist.

Warnkarte aus der WarnWetter-App vom 06.06.2026 um kurz vor 6 Uhr morgens, kurz bevor einige der ausgegebenen Nebelwarnungen ausgelaufen sind.

In der vergangenen Nacht entstand teilweise auch dichter Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Dementsprechend wurden in der zweiten Nachthälfte auch Nebelwarnungen vom DWD herausgegeben, wie auf der dargestellten Warnkarte von heute früh zu sehen. Nach Sonnenaufgang löste sich der Nebel rasch auf, die Sichtweiten stiegen wieder und die Warnungen liefen dementsprechend um 6:00 beziehungsweise 6:30 Uhr aus.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Eine-Nebelnacht-im-Juni-2.png 951 524 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-06 15:03:412026-06-15 20:36:14Eine Nebelnacht im Juni

Aprilwetter im Juni

5. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am gestrigen Donnerstag zeigte sich das Wetter sehr turbulent und es wurden zahlreiche markante Gewitterwarnungen ausgegeben. Vereinzelt wurde auch die rote Karte (Unwetterwarnung) gezogen. Dennoch muss konstatiert werden, dass die Lage glimpflicher über die Bühne lief, als im Voraus befürchtet. Möglicherweise hat die verbreitet im Vorfeld vorhandene Schichtbewölkung sowie eine stabilere Grundschicht als angenommen verhindert, dass die Luftmasse energetisch stärker aufbereitet werden konnte. Dennoch gibt es derzeit einen bestätigten Tornado der Stärke IF1 (Thema des Tages vom 11.04.2024) in Gronau (Westfalen) an der holländischen Grenze. Mögliche weitere Schadensfälle müssen noch untersucht werden.

Das wechselhafte Wetter findet auch in den kommenden Tagen seine Fortsetzung, wenngleich der Süden am Wochenende von den Hochdruckgebieten DJAMSCHID und EMIL profitiert. Der Norden bleibt hingegen im Einflussbereich des Tiefdruckgebietes QUELLA mit Kern über Nordwesteuropa.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Samstag, den 06.06.2026 um 12 UTC (Quelle: DWD)

Am heutigen Freitag gibt es wechselhaftes Aprilwetter – und das mitten im Juni. Sonne, Wolken und Regenschauer sowie einzelne kurze Gewitter wechseln einander ab. Die Intensität und Häufigkeit der Schauer und Gewitter lässt gegenüber dem Vortag allerdings nach und auch der Wind weht bei weitem nicht mehr so ruppig. Da er aber nach wie vor aus westlichen Gefilden daherkommt, erwärmt sich die Luft lediglich auf mäßig warme 18 bis 22 Grad. In der Nacht zum Samstag klingen die Schauer zwar ab, aber es wird mit oftmals nur einstelligen Tiefstwerten empfindlich frisch. Es lohnt sich also am Abend eine Jacke oder Decke für die zahlreichen Outdoorveranstaltungen mit einzupacken. Örtliche Nebelfelder am Samstagmorgen erinnern schon an den Frühherbst und das, wo der Sommer im meteorologischen Sinne gerade erst begonnen hat.

Am Samstag tummeln sich über dem Westen und Norden einige Wolken und im Tagesverlauf kommen erneut gebietsweise Schauer und Gewitter auf. Bestes Grill- und Freizeitwetter deutet sich hingegen für die Südosthälfte an. Dort kann sich die Sonne länger am Himmel zeigen und in der Lausitz sind sommerliche Höchstwerte um 25 Grad zu erwarten. Ansonsten werden 18 bis 24 Grad erreicht.

Vorhersagekarte mit Symbolen und Höchstwerten am Samstag, den 06.06.2026 (Quelle: DWD)

Am Sonntag ergibt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Während im Norden wiederum unbeständiges Wetter mit wenig Sonne auf dem Programm steht, hat die Sonne im Süden die Spendierhosen an. Sie treibt die Temperaturen dort auf frühsommerliche Werte um 25 Grad, während man sich sonst mit 19 bis 23 Grad begnügen muss. Dazu lebt der Wind im Norden und der Mitte gelegentlich unangenehm böig auf.

In der neuen Woche deutet sich kein stabiles Sommerhoch an. Ganz im Gegenteil: Weiterhin haben Tiefdruckgebiete über Nordwesteuropa das Zepter in der Hand und sorgen für einen sehr unbeständigen und meist nur mäßig warmen Witterungsabschnitt. Lediglich am Montag werden in der Südosthälfte sommertaugliche Höchstwerte zwischen 24 und 28 Grad erwartet.

Vorhersagekarte mit Symbolen und Temperaturen am Sonntag, Montag und Dienstag (Quelle: DWD)

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Aprilwetter-im-Juni-1.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-05 13:52:302026-06-15 20:36:02Aprilwetter im Juni

Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

4. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Auch in diesem Jahr findet im und um den Monat Juni in vielen deutschen Städten der Christopher Street Day (CSD) statt. Der CSD erinnert an den geschichtsträchtigen 28. Juni 1969, als queere Menschen sich während einer Polizeirazzia in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ gegen die systematische Kriminalisierung, Unterdrückung und Marginalisierung zur Wehr setzten, und damit einen Wendepunkt im Kampf für rechtliche und gesellschaftspolitische Gleichberechtigung einläuteten. Frei nach dem in der Meteorologie vielzitierten chaostheoretischen Konzept des Schmetterlingseffekts – eine kleine Veränderung kann große Auswirkungen haben – schlugen die Stonewall-Proteste in einer kleinen Bar in der Christopher Street große Wellen: Als sich der Aufstand 1970 zum ersten Mal jährte, fand anlässlich dessen in New York der erste Christopher Street Liberation March statt – eine anfangs kleine Demonstration entlang der Sixth Avenue Richtung Central Park, der sich alsbald deutlich mehr Menschen anschlossen als ursprünglich erwartet. Ein Zeitzeuge erinnert sich mit den Worten „[…] was in Downtown New York als Fragezeichen begann endete in einem Ausrufezeichen.“ Ähnliche Versammlungen fanden 1970 bereits in drei weiteren US-amerikanischen Großstädten statt, und in den folgenden Jahren schlossen sich auch international mehr und mehr Städte dem an, was heute eine weltweite Erinnerungs- und Protestbewegung gegen Diskriminierung und für Sichtbarkeit für LSBTIQ* und Vielfalt ist.

Der Deutsche Wetterdienst wird den CSD in den kommenden Wochen mit Wettervorhersagen für die Städte Dresden, München, Köln, Leipzig, Frankfurt am Main, Stuttgart, Berlin, Bonn, Hamburg und Essen begleiten. Wie oben bereits erwähnt macht in dieser Reihe Dresden am kommenden Samstag den Auftakt. Dabei die wichtigste Information vorweg: Das Wetter am Samstag wird dem CSD keinen Strich durch die Rechnung machen. Nachdem am heutigen Donnerstagabend und am morgigen Freitag Schauer und Gewitter das Rahmenprogramm des CSD in Dresden begleiten werden, setzt am Freitagabend eine deutliche Wetterberuhigung ein. Die letzten Schauer klingen ab und in der Nacht auf Samstag klart es zeitweise auf. Sollte sich dabei Nebel bilden löst sich dieser am Samstagmorgen rasch auf, und der Tag beginnt mit viel Sonnenschein. Die Temperaturen steigen im Tagesverlauf auf bis zu 24 Grad. Von Westen her zieht am Nachmittag zunehmend Bewölkung auf, was am Abend oder Eingangs der Nacht in leichten Regen gipfeln könnte – sofern überhaupt Niederschlag am Boden ankommt. Die maximal zu erwartenden Regenmengen liegen dabei bis Mitternacht bei weniger als 5 mm. Ein angenehmer Effekt der Bewölkung ist die reduzierte Ausstrahlung, wodurch die nächtlichen Temperaturen nicht unter 13 Grad fallen.

Wettervorhersage für den CSD in Dresden am kommenden Samstag, den 06. Juni 2026.

Mit unserer Wettervorhersage für den CSD möchten wir ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen. Denn Vielfalt wird bei uns im DWD großgeschrieben: unabhängig von Geschlecht, geschlechtlicher Identität, ethnischer und sozialer Herkunft, Nationalität, Religion oder Weltanschauung, körperlichen & geistigen Fähigkeiten, Alter sowie sexueller Orientierung – bei uns sollen sich alle willkommen und wertgeschätzt fühlen.
Das CSD-Wetter ist eine Idee aus unserem queeren Netzwerk bunt@dwd. Der Deutsche Wetterdienst ist dabei mit: „Wir können Regenbogen“.

Dr. rer. nat. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Abwechslungsreiches-Wetter-fuer-einen-bunten-CSD-am-Samstag-in-Dresden.jpg 1350 1080 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-04 14:37:542026-06-15 20:35:51Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

3. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Frühjahr 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 12,5 °C +2,9 Grad
2 Frankfurt/Main-Westend Hessen 12,5 °C +2,3 Grad
3 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 12,5 °C +2,2 Grad

Besonders kalte Orte im Frühjahr 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 6,1 °C +2,5 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 6,4 °C +2,8 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,5 °C +1,3 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Bad Lippspringe Nordrhein-Westfalen 307,3 l/m² 143 %
2 Jachenau-Tannern Bayern 299,0 l/m² 76 %
3 Horn-Bad Meinberg Nordrhein-Westfalen 291,6 l/m² 100 %

Besonders trockene Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Gottfrieding Bayern 40,6 l/m² 26 %
2 Pentling-Matting Bayern 44,1 l/m² 27 %
3 Kelheim-Thaldorf Bayern 48,4 l/m² 28 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 787 h 140 %
2 Manschnow Brandenburg 780 h 150 %
3 Westermarkelsdorf Schleswig-Holstein 766 h 145 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Frühjahr 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 Schwarzburg Thüringen 549 h 117 %
2 Schönau am Königssee Bayern 571 h 147 %
3 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg 584 h 128 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitenmittelwertes
zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Jahreszeitenrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-03 16:34:002026-06-15 20:35:39Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

Deutschlandwetter im Mai 2026

2. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Mai 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 17,0 °C +2,5 Grad
2 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 16,7 °C +2,8 Grad
3 Bad Dürkheim Rheinland-Pfalz 16,7 °C +3,1 Grad

Besonders kalte Orte im Mai 2026*

Platz Station Bundesland durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 10,6 °C +2,5 Grad
2 Kahler Asten Nordrhein-Westfalen 10,7 °C +2,5 Grad
3 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 11,1 °C +2,6 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Bad Lippspringe Nordrhein-Westfalen 212,9 l/m² 272 %
2 Lichtenau in Westfalen Nordrhein-Westfalen 192,0 l/m² 246 %
3 Horn-Bad Meinberg Nordrhein-Westfalen 182,5 l/m² 189 %

Besonders trockene Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Niederschlags-
menge
Anteil
1 Kelheim-Thaldorf Bayern 18,4 l/m² 27 %
2 Kröning-Leisteneck Bayern 20,1 l/m² 20 %
3 Pentling-Matting Bayern 20,7 l/m² 33 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 List auf Sylt Schleswig-Holstein 315 h 130 %
2 Passau-Fürstenzell Bayern 306 h 149 %
3 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 302 h 115 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Mai 2026**

Platz Station Bundesland Sonnenschein-
dauer
Anteil
1 Schwarzburg Thüringen 193 h 94 %
2 Schneifelforsthaus Rheinland-Pfalz 204 h 115 %
3 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg 206 h 107 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-02 15:27:282026-06-15 20:35:24Deutschlandwetter im Mai 2026

Tief NESRIN – der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn

1. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Grundsätzlich passt die Konstellation am heutigen meteorologischen Sommerbeginn schon gut. Das für uns wetterbestimmende Hoch CORNELIUS ist zwar genau genommen nur ein Ableger des Azorenhochs, trotzdem sorgt CORNELIUS für viel Sonnenschein, auch, indem er die letzten Regenwolken aus dem Südosten Deutschlands herausschiebt. Und so präsentieren sich weite Teile West- und Mitteleuropas sommerlich, wie man auch dem Satellitenbild in Abbildung 1 (Mehrkanalbild Rot-Grün-Blau des Meteosat Third Generation) entnehmen kann.

Satellitenbild von Meteosat Third Generation sowie Bodendruck (Vorhersage nach ICON-EU)

In der Form könnte der Sommer für viele weitergehen – tut er aber nicht. In einem meteorologischen Schnelldurchlauf wurde diese Tatsache hier im Thema des Tages ja auch gestern schon angedeutet. Dazu gibt es jetzt noch ein paar Details. In Abbildung 1 ist über dem Nordatlantik in der Bodendruckverteilung (Linien gleichen Drucks = Isobaren) schon Tief NESRIN zu erkennen, welches das Hoch CORNELIUS beerbt und ein breites Wolkenband mit sich führt. Dieses Band erstreckt sich vom Tiefkern über dem Nordostatlantik ausgehend in einem weiten Bogen über Schottland, Irland und Wales hinweg bis ins Seegebiet westlich der Biskaya. Mit einer westlichen bis südwestlichen Strömung wird das Wolkenband nach Osten geschoben, so dass schon in der kommenden Nacht Wolken auf den Westen übergreifen, am morgigen Dienstag dann auch die zugehörigen Regenfälle.
Dass der gute CORNELIUS dabei geradezu aufgerieben wird zeigt Abbildung 2. In dieser Frontenvorhersagekarte hat NESRIN am morgigen Mittag (12 UTC entspricht 14 MESZ) schon die schottische Nordseeküste erreicht. Dazu reihen sich vom westlichen Mittelmeer über Italien und Südosteuropa bis zum Baltikum und weiter nach Nordwestrussland einige Tiefs aneinander, wovon das Tief MECHTHILD uns noch gut in Erinnerung ist durch die heftigen Gewitter vom gestrigen Sonntag. CORNELIUS ist auf dieser Karte jedenfalls nicht mehr zu finden, seine Reste tummeln sich wahrscheinlich im Bereich Kroatien-Serbien-Ungarn.

Fronten- und Bodendruckvorhersagekarte für Dienstag, 02.06.2026, 12 UTC (ICON-Lauf 00 UTC + 36)

NESRIN ist daran natürlich nicht ganz unschuldig, ihre Kaltfront greift schon vormittags auf den Westen unseres Landes über. Da gleichzeitig die Warmfront quer über die Nordsee nach Dänemark positioniert ist, liegen wir im recht weit aufgespannten Warmsektor des Tiefs.
Eine Abschätzung des Gewitter- und damit auch des Unwetterpotentials ist u. a. mithilfe der Infos aus Abbildung 3 möglich. Das Stichwort „Potential“ lenkt die Aufmerksamkeit auf die linke Seite des Bildes, steht CAPE doch für „Convective Available Potential Energy“, also die für konvektive Umlagerungen zur Verfügung stehende Potentielle Energie. Diese ist in hohem Maße abhängig von der Situation in der unteren Troposphäre. Je nachdem, welche Annahmen man macht, kann der Wert durchaus variieren. Hier ist das sogenannte „Most Unstable“ CAPE gewählt, das so etwas wie ein „Worst Case Szenario“ darstellt. Spitzenwerte von knapp über 1000 J/kg lassen starke Gewitter durchaus wahrscheinlich erscheinen, auch einzelne Unwetter liegen im Bereich des Möglichen.

Most Unstable CAPE (links) und PPW-Werte (rechts) am morgigen Dienstagnachmittag um 17 MESZ (ICON-EU-Lauf 00 UTC +15)

Darauf deuten auch die PPW-Werte hin, die das „Niederschlagbare Wasser“ (den Wassergehalt in der Luftsäule) beschreiben. Bezüglich des Niederschlages liegt beim Deutschen Wetterdienst die Schwelle zum Unwetter bei 25 mm (Liter pro Quadratmeter) in einer Stunde – eine Größenordnung, die die PPW-Werte am morgigen Dienstag durchaus erreichen, und das nicht nur lokal. Unglücklicherweise kann man die PPW-Werte nicht eins zu eins in die erwarteten Niederschlagsmengen umrechnen. Hierzu bedarf es weiterer Überlegungen, wovon eine die sogenannte Zuggeschwindigkeit von möglichen Schauern und Gewittern ist. Je schneller sich Schauer und Gewitter über ein Gebiet hinwegbewegen, desto geringer ist das Unwetterpotential bezüglich Starkregen (dafür kann dann durchaus dasjenige durch orkanartige Böen oder Orkanböen größer werden, aber das ist eine andere Geschichte). Letztendlich deuten aber auch die PPWs durchaus das Potential für einzelne Unwetter am morgigen Dienstag an.

48-stündiger akkumulierter Niederschlag (abgeleitet aus Radardaten) bis Montagmorgen, 01.06.2026, 08 MESZ.

Was der morgige Dienstag bringt, das werden wir dann am Mittwoch beurteilen können. Aber wenn wir über Niederschläge sprechen, soll doch zumindest kurz ein Blick zurück auf den gestrigen Sonntag geworfen werden. Dazu sind in Abbildung 4 die aus dem Radar abgeleiteten 48-stündigen Niederschlagssummen bis heute Morgen um 08 MESZ angegeben. Das Zeitfenster von 48 Stunden wurde deshalb gewählt, weil es schon aus der Nacht zum Sonntag heraus im äußersten Westen sehr kräftige Gewitterentwicklungen gegeben hat, die bei einer 24-stündigen Betrachtung keine Berücksichtigung gefunden hätten. So fließen diese (nördliches Eifelvorland) aber in die Betrachtung ein, wobei die kräftigsten Entwicklungen bei unseren belgischen Nachbarn aufgetreten sind. Tagsüber war dann ein Streifen vom südlichen Emsland bis nach Westsachsen der Schwerpunkt, wobei sich in Westsachsen an der Station Treuen über 102 mm (Liter pro Quadratmeter) akkumuliert haben – und dies sogar in weniger als 24 Stunden.

Dipl-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Tief-NESRIN-der-erste-Daempfer-fuer-den-meteorologischen-Sommerbeginn-1.png 494 700 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-01 15:04:212026-06-15 20:35:10Tief NESRIN – der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn

Nach Gewitterlage: Wechselhafte Wetterwoche

31. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Tief Mechthild sorgt heute vor allem in der Mitte und im Süden für einen turbulenten Sonntag. Das kleinräumige, schwach ausgeprägte Tief schaufelt noch einmal feuchte und sehr warme Luft in den Süden und die Mitte Deutschlands. So kam es bereits in den Morgenstunden im Westen zu kräftigen Gewittern. Diese verlagerten sich am Vormittag teils unter Abschwächung nach Osten in die mittleren Landesteile. Ab dem Mittag kommt es von Südniedersachsen über die mittleren Landesteile bis in den Süden vermehrt zu kräftigen Gewittern. Örtlich besteht dabei Unwettergefahr durch Hagel um 3 cm und heftiger Starkregen um 30 l/qm innerhalb 1 Stunde. Stellenweise sind auch vor allem in den südlichen Landesteilen schwere Sturmböen bis 100 km/h nicht ausgeschlossen. Dadurch kann es lokal zu Schäden durch Hagelschlag, kleinräumigen Überflutungen und umgestürzten Bäumen kommen. In der Fläche wird diese Gewitterlage allerdings nicht so stark ausfallen wie die Lage am vergangenen Freitag im Nordwesten.

Analysekarte für Sonntag, den 31.05.2026 um 12 UTC. Tief Mechthild liegt mit seinem Zentrum über Nordwestdeutschland.

Am Montag verabschiedet sich Tief Mechthild nach Polen und wir gelangen zumindest vorübergehend unter schwachen Hochdruckeinfluss. Damit ist die Unwettergefahr erst einmal gebannt. Vor allem im Südosten und Osten fällt aber noch schauerartiger, teils auch gewittriger Regen.

Am Dienstag ist es mit dem kurzzeitig stabilen Wetter im Westen schon wieder vorbei. Das Hoch verabschiedet sich und macht Platz für ein Frontensystem eines neuen Tiefdruckgebietes mit seinem Zentrum über den Britischen Inseln. Damit kommen im Westen teils kräftige Regengüsse samt Blitz und Donner auf. Im Osten ist es tagsüber voraussichtlich noch weitgehend trocken und sonnig. In der Nacht breiten sich die Niederschläge ostwärts aus. Stellenweise ist mehrstündiger Starkregen mit Niederschlagsmengen bis 30 l/qm innerhalb von 6 bis 12 Stunden möglich.

Und auch am Mittwoch und Donnerstag setzt sich das wechselhafte Wetter mit teils kräftigen schauerartigen Niederschlägen und einzelnen Gewittern fort. Verantwortlich hierfür ist ein kräftiger Höhentrog über Nordwesteuropa. Dieser ist am Boden mit mehreren Tiefs verbunden, deren Frontensysteme Deutschland beeinflussen. Dies sorgen bei uns für wechselhaftes zu Schauer und Gewittern neigendes Wetter. Die Temperaturen liegen dabei meist nur noch um oder knapp über 20 Grad. Badewetter mit hochsommerlichen Temperaturen ist somit erst einmal nicht in Sicht.

Am Freitag könnte auf den Nordwesten des Landes ein markanter Kurzwellentrog übergreifen. Damit könnte es zu kräftigen Schauern und Gewittern kommen. Dann wäre auch eine größere Gewitterlage möglich. Die Entwicklung ist aber noch sehr unsicher.

Ensemblevorhersage der Temperatur in 850 hPa, des Niederschlags und des Geopotentials in 500 hPa für Frankfurt am Main. Ab dem kommenden Wochenende ist sowohl ein Anstieg bei der Temperatur als auch beim Geopotential erkennbar. Gleichzeitig nehmen aber auch die Unsicherheiten stark zu.

Am kommenden Wochenende nehmen die Modellunsicherheiten weiter zu. In der Ensemblevorhersage zeichnet sich jedoch eine Tendenz zu höherem Geopotential mit hohem Luftdruck am Boden ab. Dies würde ab dem Wochenende vor allem im Süden erneut zu stabilem Frühsommerwetter führen. Allerdings gibt es auch einige Modellösungen, die ein Fortbestand der aktuellen Wetterlage sehen. Außerdem gibt es Andeutungen, dass sich zu Beginn der neuen Wochen eine Troglage über Mitteleuropa aufbaut. Dies würde niederschlagsreiches und kühles Wetter bei uns bedeuten.

Synoptische Übersicht im Modellvergleich für den kommenden Samstag, den 06.06.2026 um 12 UTC. Hoher Luftdruck macht sich in Bodennähe breit. Allerdings werden die Stärke und Position des Hochs unterschiedlich berechnet.

Wohin der Fahrplan ab dem Wochenende geht, ist somit noch sehr unsicher. Eines ist aber sicher: An Spannung mangelt es beim Wetter in nächster Zeit nicht.

M.Sc.Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Wechselhafte-Wetterwoche-1.jpg 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-31 14:52:492026-06-15 20:34:55Nach Gewitterlage: Wechselhafte Wetterwoche

Radau am Himmel

30. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Das tagelang ruhige und gebietsweise heiße Wetter unter der Regie von Hoch BORIS ist größtenteils Geschichte, weil das Hoch von Tiefdruckgebieten nach Südosten abgedrängt wird. Wie so oft geht dieser Wetterwechsel aber nicht geräuschlos über die Bühne, sondern wird von Blitz und Donner und weiteren starken Wettererscheinungen wie Starkregen, Sturmböen oder Hagel begleitet.

Gewitternachlese Freitag, 29. Mai 2026

Bereits am gestrigen Freitag, als die Tiefdruckgebiete MECHTHILD über Frankreich und LAUDINE über Skandinavien eine Kaltfront und feuchte Luftmassen nach Deutschland brachten, gab es entsprechenden Radau am Himmel. Am Nachmittag kamen im Nordwesten teils kräftige Schauer und Gewitter auf, die sich bis in die Nachtstunden hinein mit Verlagerung der Front bis in die Mitte ausbreiteten.

Dabei öffnete der Himmel seine Pforten und sorgte örtlich für Platzregen. Am meisten Regen fiel 24-stündig gesehen in Bornheim/Eichenkamp (NRW) mit 42 Liter pro Quadratmeter (siehe Bild 1), jeweils 36 l/m² gab es in Reichshof-Eckenhagen sowie in Steinfurt-Burgsteinfurt (beide NRW). Davon fiel ein Großteil meist in einer oder zwei Stunden vom Himmel.

24-stündige Niederschlagssummen (links) und 24-stündige Windböen (rechts) am Freitag 29.05.2026 (Quelle: DWD)

Neben den starken Regenfällen waren lokal auch größerer Hagel bis 3 cm sowie gebietsweise Sturmböen bzw. schwere Sturmböen zwischen 75 und 90 km/h (Bft 9 bis 10) mit von der Partie. Am Flughafen Köln-Bonn wurde sogar eine Orkanböe von 123 km/h (Bft 12) registriert. Bei solchen Windgeschwindigkeiten verwunderten die zahlreichen Meldungen über umgestürzte Bäume oder herabgebrochene Äste kaum.

Gewitter am Samstag, 30. Mai 2026

Am heutigen Samstag befindet sich die Kaltfront weiterhin über der Mitte des Landes. In ihrem Einflussbereich sind weitere Schauer und Gewitter unterwegs, die allerdings nicht mehr ganz das hohe Potenzial wie am Vortag aufweisen. Dennoch muss in einem Streifen vom Westen bis in den Südosten Bayerns mit starken Gewittern mit Starkregen um 20 l/m² in kurzer Zeit, Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9) und kleinem Hagel gerechnet werden. Lokal können bis zu 40 l/m² Regen in kurzer Zeit fallen.

Gewittergefahren am Samstag, 30.05.2026 (Quelle: DWD)

Gewitter am Sonntag, 31. Mai 2026

Am Sonntag greift Tief MECHTHILD auf Deutschland über und verstärkt die Gewitteraktivität wieder. Bereits in den Morgenstunden tauchen im Westen neue Schauer und Gewitter auf, wobei ähnliche Begleiterscheinungen wie am Samstag zu erwarten sind. Im Laufe des Tages breiten sich die Gewitter in die Mitte und den Süden aus, im Nordosten bleibt es vermutlich trocken. Im Westen setzt zum Nachmittag hin eine Wetterberuhigung ein. Im Süden besteht zusätzlich jedoch ein erhöhtes Sturmrisiko, sodass dort auch schwere Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) vorkommen können. In der Mitte und im Norden steht dagegen mehr der Starkregen im Fokus. Wo genau sich die Schwerpunkte der Gewitter herausbilden, ist nach heutigem Stand aufgrund größerer Modellschwankungen aber noch unsicher.

Gewittergefahren am Sonntag, 31.05.2026 (Quelle: DWD)

Und in der neuen Woche?

In der geht es nach einer kurzen Pause am Montag mit Zwischenhocheinfluss ab Dienstag wechselhaft mit gebietsweisen Schauern und Gewittern weiter. Diese können erneut teils kräftig ausfallen, sodass neuer Radau am Himmel zu erwarten ist. Ruhe kehrt also vorerst nur kurzzeitig ein, dafür verschwindet aber bei etwas zurückgehenden Temperaturen die Hitze.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Radau-am-Himmel-1.jpg 602 1328 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-30 12:41:212026-06-15 20:34:41Radau am Himmel

Trockene und feuchte Luftmassen

29. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Das trockene und sonnige Hochdruckwetter geht zu Ende. Das liegt nicht nur am sich abschwächenden Hoch BORIS, sondern auch an unterschiedlichen Luftmassen, die sich über Deutschland befinden. Dabei spielt der Feuchtegehalt der Luft eine entscheidende Rolle. Im heutigen Thema des Tages beschreiben wir anhand der aktuellen Wetterlage, wie man die Feuchtigkeit in der Luft bestimmen kann und welchen Einfluss diese auf das Wetter hat.

In der Meteorologie existieren ganz unterschiedliche Feuchtemaße. Zwei häufig verwendete Größen sind die relative Luftfeuchtigkeit und der Taupunkt. Während der Taupunkt ein absolutes Feuchtemaß ist, das unabhängig von anderen Eigenschaften der Luft den Feuchtegehalt der Luft beschreibt, ändert sich die relative Luftfeuchtigkeit mit der Temperatur. Dies liegt daran, dass wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft. Kühlt man Luft mit einem bestimmten Feuchtegehalt ab, steigt die relative Luftfeuchtigkeit an. Die relative Luftfeuchte wird in Prozent (%) angegeben, d.h. bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 % enthält die Luft halb so viel Feuchtigkeit wie sie maximal speichern kann. Der Wert 50 % beschreibt also nicht direkt den Wassergehalt der Luft. Bei 30 Grad Lufttemperatur befindet sich bei 50 % relativer Luftfeuchtigkeit deutlich mehr Wasser in der Luft (13,1 Gramm pro Kilogramm Luft) als bei 10 Grad (3,8 g/kg).

Kühlt man Luft mit einem bestimmten Wassergehalt immer weiter ab, steigt die relative Luftfeuchtigkeit so lange an, bis sie 100 % erreicht. Dann spricht man von Sättigung. Würde man die Luft noch weiter abkühlen, würde das überschüssige Wasser kondensieren, d.h. es bilden sich Wassertropfen. Dies ist der eigentliche Grund, warum es bei uns in der Atmosphäre Wolken und Regen gibt.

Damit sind wir beim Taupunkt angekommen. Der Taupunkt wird in Grad Celsius (°C) angegeben und ist die Temperatur, bei der die Luft mit einem bestimmten Wassergehalt eine relative Luftfeuchtigkeit von 100 % (d.h. Sättigung) erreicht. Er hängt also direkt vom Wassergehalt der Luft ab. Je weniger Feuchtigkeit eine Luftmasse enthält, umso weiter muss man sie abkühlen, um Sättigung zu erreichen. Den Taupunkt kann man übrigens auch im Alltag ganz leicht beobachten. Denn bei Erreichen des Taupunkts beginnt z.B. eine Wasserflasche an ihrer Außenseite zu beschlagen. Nimmt man also eine Flasche aus dem Kühlschrank und sie beschlägt sofort, dann liegt der Taupunkt der Luft (deutlich) oberhalb der Temperatur der Glasflasche. Läge der Taupunkt unter der Temperatur im Kühlschrank, würde die Flasche bei der gleichen Lufttemperatur nicht beschlagen.

Abb. 1: links: Taupunkt (°C, Zahlenwerte) und relative Luftfeuchtigkeit (%, Farbflächen), rechts: Temperatur (°C) in 2 m Höhe (Zahlenwerte und Farbflächen), jeweils gemessen am Donnerstag, 28.05.2026, um 16 Uhr (MESZ). Quelle: DWD

In der Meteorologie ist der Feuchtegehalt der Luftmasse und somit der Taupunkt so bedeutsam, da er entscheidenden Einfluss auf gleich mehrere Wettereigenschaften hat. Das kann man gut am Wetter vom gestrigen Donnerstag, heutigen Freitag und morgigen Samstag erkennen. Am gestrigen Donnerstag war die Luft vor allem in einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über Hessen bis in Teile Bayerns sehr trocken (Abbildung 1). Die Taupunkte lagen dort meist im einstelligen Bereich oder waren teilweise sogar negativ. Da zudem die Temperatur am Nachmittag auf sommerliche 25 bis knapp 30 Grad stieg, war die relative Luftfeuchtigkeit ungewöhnlich niedrig. Sie betrug dort am Nachmittag nur 15 bis 25 % – Werte die alles andere als alltäglich sind. Die Luft fühlte sich dort auch trotz der hohen Temperaturen sehr angenehm (und nicht schwül) an. Wolken hatten unter diesen Bedingungen keine Chance.

Abb. 2: links: Taupunkt (°C, Zahlenwerte) und relative Luftfeuchtigkeit (%, Farbflächen), rechts: Temperatur (°C) in 2 m Höhe (Zahlenwerte und Farbflächen), jeweils vorhergesagt aus MOSMIX für Freitag, 29.05.2026, um 16 Uhr (MESZ). Quelle: DWD

Abb. 3: Gemessene Tiefstwerte der Temperatur am Freitag, 29.06.2026 (Quelle: DWD)

Am heutigen Freitag ist die Luft von Baden-Württemberg und Bayern bis ins südliche Brandenburg ähnlich trocken wie gestern (Abbildung 2). Daher fühlen sich die sommerlichen Temperaturen erneut angenehm an und keine Wolke ist am Himmel. Wenig sommerlich war es hingegen am Morgen. Mit Ausnahme des Westens kühlte es nachts kräftig ab. Verbreitet wurden Tiefstwerte unter 10, teils sogar unter 5 Grad erreicht (Abbildung 3). In Teilen Sachsens und Südbrandenburgs wurden sogar Tiefstwerte zwischen 0 und 3 Grad gemessen. Auch dies liegt am Taupunkt. Trockene Luft kann sich nämlich einerseits nachts besonders stark abkühlen und andererseits tagsüber mit Sonnenunterstützung sehr effektiv erwärmen. Große Tagesgänge bei der Temperatur sind die Folge.

Dass es im Westen nicht so stark abkühlte, lag an den höheren Taupunkten in dieser Region. Dort ist nämlich feuchtere Luft eingeflossen. Diese ist in Verbindung mit einer Kaltfront auch dafür verantwortlich, dass sich im Laufe des Nachmittags und am Abend im Westen und Nordwesten kräftige Gewitter bis in den Unwetterbereich bilden können (mehr Informationen unter www.dwd.de/warnungen).

Abb. 4: wie Abb. 2, nur für Samstag, 30.05.2026, um 16 Uhr (MESZ). Quelle: DWD

Am morgigen Samstag sind die Taupunkte mit rund 12 bis 16 Grad vor allem in einem Steifen in der Mitte erhöht (Abbildung 4). In diesem Bereich fühlt sich die Luft drückend schwül an und es entwickeln sich vermehrt Schauer und kräftige Gewitter mit Starkregen. Weiter im Süden sind die Taupunkte niedriger. Bei viel Sonnenschein und allenfalls einzelnen Hitzegewittern am Nachmittag wird es dort nochmals über 30 Grad heiß. Durch die niedrigen Taupunkte lässt sich die Hitze dort aber gut aushalten.

Spätestens am Sonntag ist es aber auch dort mit den niedrigen Taupunkten vorbei. Die Luft wird in der Mitte und im Süden deutlich feuchter und es drohen neue unwetterartige Gewitter. Die feuchte Luft mit Schauern und Gewittern bleibt uns auch in der kommenden Woche erhalten. Somit wird es häufiger blitzen und donnern und die Trockenheit wird abgemildert. Die Temperaturen gehen dabei in der Mitte und im Süden etwas zurück.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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Erste große Gewitterlage 2026?

28. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Hoch BORIS sorgte in den letzten Tagen für viel Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen. Vor allem im Südwesten und Süden gab es gebietsweise bereits fünf Hitzetage mit Höchsttemperaturen von über 30 Grad in Folge. Auch am heutigen Donnerstag dürfen sich alle Sonnen- und Wärmeliebhaber freuen. Erneut gibt es vielerorts Sonnenschein von früh bis spät. Lediglich ganz im Süden vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand besteht ein geringes Gewitterrisiko. Dazu gehen die Temperaturen allerdings insgesamt etwas zurück. Nur noch in einigen Niederungen im Südwesten wird die 30 Grad-Marke erreicht oder leicht überschritten. Sonst werden meist 23 bis 29 Grad erwartet, in Küstennähe bleibt es deutlich kühler.

Vorhersage für Freitag, den 29.05.2026 um 12 UTC. Das Frontensystem eines Tiefs bei den Färöer-Inseln nimmt zunehmend Einfluss auf den Nordwesten Deutschlands.

Am Freitag zeichnet sich dann aber bereits die erste kleinere, aber durchaus signifikante Änderung ab. Ein kleines Tief verlagert sich von den Färöer-Inseln nach Südskandinavien und beeinflusst mit seinem Frontensystem den Nordwesten Deutschlands. Gleichzeitig schwächt sich der Hochdruckeinfluss weiter ab, sodass die Luftmasse zunehmend labilisiert wird.

Im Vorfeld der Front strömt von Süden sehr warme bis heiße sowie zunehmend feuchte Luft heran. So können ab dem Nachmittag mit Heranrücken des kleinen kurzwelligen Troges einzelne, aber kräftige Schauer und Gewitter entstehen. Da neben einem hohen Energiegehalt auch die Windscherung erhöht ist, können sich organisierte Strukturen sowie einzelne Superzellen ausbilden. Damit steigt bei Gewittern neben der Gefahr von Starkregen, auch das Risiko für größeren Hagel und schweren Sturmböen (Bft 10) an. Bei solchen Windgeschwindigkeiten können Bäume umstürzen und Gegenstände umhergewirbelt werden. Es besteht dann im Freien Lebensgefahr. Der Schwerpunkt befindet sich am Abend voraussichtlich in Niedersachsen und dem Norden Nordrhein-Westfalens. In der Nacht zum Samstag verlagern sich die Gewitter nach Osten und Südosten. Erst im Laufe der zweiten Nachthälfte schwächen sich diese allmählich ab. Im Süden merkt man davon allerdings kaum etwas. Dort setzt sich das ruhige und hochsommerlich warme-bis heiße Frühsommerwetter fort.

Gewitterzutaten für Freitag, den 29.05.2026 um 18 UTC. Im Nordwesten überlappen sich die Felder mit hoher Feuchte, Labilität und Windscherung.

Dies ändert sich jedoch am Wochenende. Am Samstag befindet sich über der Mitte Deutschlands eine markante Luftmassengrenze. Diese trennt trockene und kühle Luft im Norden von feuchter und sehr warmer Subtropikluft im Süden. Bodennah zeichnet sich eine Tiefdruckrinne ab, an der kräftige Hebungsimpulse entstehen. Dort entstehen im Tagesverlauf vermehrt Schauer und kräftige Gewitter. Im Gegensatz zum Vortag liegt das Hauptaugenmerk auf den Starkregen. Ursache dafür ist die geringere Windscherung und die langsamere Verlagerung der Gewitterzellen im Vergleich zur Lage am Freitag im Nordwesten. Neben heftigem Starkregen kann es lokal auch zu Hagel mit größeren Hagelansammlungen kommen.

Am Sonntag bleibt uns in der Südhälfte voraussichtlich die feuchtlabile Subtropikluft erhalten. Dort bilden sich somit erneut teils kräftige Schauer und Gewitter. Örtlich besteht weiterhin Unwettergefahr durch heftigen Starkregen und Hagel. Erst am Montag sorgt ein von Westen heranrückendes Hochdruckgebiet für eine vorübergehende Wetterberuhigung. Doch bereits am Dienstag könnte uns nach jetzigem Stand schon wieder die nächste Gewitterlage bevorstehen. Das ruhige Frühsommerwetter macht somit erst einmal Pause!

Aktuelle Informationen zu den bevorstehenden Gewitterlagen finden sie auf unserer Webseite und in der Warn-Wetter App.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

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