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Wetterentwicklung

5. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Aktuell gestaltet sich das Wetter durch doch recht ausgedehnte FrĂŒhnebelfelder leicht herbstlich. Im Einflussbereich einer Hochdruckzone namens DIETER dominiert nach deren Auflösung aber hĂ€ufig freundliches bis sonniges Wetter. Bemerkenswert sind dabei die noch sehr milden Temperaturen mit Tageshöchstwerten oftmals um 20, vor allem im SĂŒden teils bis 24 Grad.

Am heutigen Montag hat zunĂ€chst ein Tief in höheren Luftschichten im SĂŒden fĂŒr mehr Bewölkung und bis in die Mittagsstunden auch noch fĂŒr Schauer oder schauerartigen Regen gesorgt. Nachfolgend setzt sich auch dort erst einmal das freundliche Herbstwetter durch. Nachts bildet sich Nebel. Das angesprochene Tief in höheren Luftschichten kann aber am Dienstagnachmittag und -abend im SĂŒdosten und insbesondere im Alpenraum erneut fĂŒr Quellwolken und einzelne Schauer oder vereinzelte Gewitter sorgen. Auch im Norden ist das Herbstwetter meist nicht ganz so freundlich. Dort schleifen Frontensysteme mit hĂ€ufig stĂ€rkerer Bewölkung und zeitweise etwas Regen.

Die interessanteste Wetterentwicklung dieser Woche steht uns in der zweiten WochenhĂ€lfte ins Haus. Dann bildet sich an einem langgezogenen Frontensystem ĂŒber der sĂŒdlichen Nordsee ein Tiefdruckgebiet, das sich zum Donnerstag noch etwas verstĂ€rken kann und ostwĂ€rts Richtung Ostsee zieht. Die dazugehörende Kaltfront ĂŒberquert Deutschland ab Mittwochabend von Nordwest nach SĂŒdost. Der Alpenrand wird voraussichtlich Donnerstag frĂŒh oder am Vormittag erreicht. Im Vorfeld der Front können Mittwochabend im Westen und SĂŒdwesten bereits Schauer und einzelne Gewitter auftreten.

Insgesamt regnet es an der Front in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag verbreitet, teils schauerartig verstĂ€rkt, anfangs lokal gewittrig und insbesondere am Alpenrand auch anhaltender bis in den Freitag. Zudem fließt frontrĂŒckseitig mit einer nördlichen bis nordwestlichen Strömung deutlich kĂŒhlere Luft ein. Damit ist dann ab Donnerstag Schluss mit den sehr milden Temperaturen. Wir bewegen uns dann in einem der Jahreszeit eher entsprechenden Bereich meist zwischen 13 und 16 Grad. Außerdem sorgt die AbkĂŒhlung bei anhaltenden NiederschlĂ€gen in der Nacht zum Freitag wahrscheinlich auch fĂŒr ein Absinken der Schneefallgrenze in den Alpen auf Werte um 1500 Meter.

DWD-Vorhersage der Bodenwetterkarte fĂŒr den 7. Oktober 2026 um 12 UTC: Tief ĂŒber der sĂŒdlichen Nordsee und Frontensystem ĂŒber Mitteleuropa.
Vorhersage der Bodenwetterkarte fĂŒr Mittwoch, 07.10.2026, 12 UTC (14 Uhr MESZ). 60-stĂŒndige Vorhersage vom 05.10.2026, 00 UTC.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0. UnverĂ€ndert ĂŒbernommen, Darstellung responsiv angepasst.

Auch im weiteren Verlauf am kommenden Wochenende gestaltet sich das Wetter voraussichtlich eher wechselhaft. Die Temperaturen bewegen sich weiterhin etwa im jahreszeitlich normalen Rahmen.

Diplom-Meteorologin Sabine KrĂŒger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 05.10.2026. Text redaktionell bearbeitet: Rechtschreibung und Satzgliederung angepasst, AbsĂ€tze fĂŒr die Lesbarkeit aufgeteilt. DWD-Grafik unverĂ€ndert ĂŒbernommen und responsiv dargestellt. Lizenz: CC BY 4.0.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-05 12:00:002026-10-05 19:13:46Wetterentwicklung

Der dritte im Bunde – MTG-I2

4. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am Abend des 27. August 2026 um 22:11 Uhr mitteleuropÀischer Sommerzeit startete die europÀische Ariane 6 Rakete vom Raumfahrtzentrum in Französisch-Guayana, an Bord der zweite sogenannte Imager Satellit MTG-I2 und damit der dritte und letzte Satellit im aktuellen MTG Satellitenverbund. Nach erfolgreichem Start der Ariane 6 TrÀgerrakete wurde MTG-I2 bei rund 2800 km Höhe in seine stark elliptische Transferumlaufbahn entlassen, um in den darauffolgenden Tagen mit eigenstÀndigen Orbitalmanövern seinen geostationÀren Orbit bei knapp 36.000 km Höhe zu erreichen.

MTG-I2 folgt damit zum einen MTG-I1, welcher bereits im Dezember 2022 in Orbit gebracht wurde und zwei Jahre spĂ€ter vollstĂ€ndigen operationellen Betrieb aufnahm, einhergehend mit einer Umbenennung von MTG-I1 zu Meteosat-12. Zum anderen erfolgte der Start von MTG-I2 etwas mehr als ein Jahr nach dem erfolgreichen MTG-S1-Launch, ĂŒber den Windinfo bereits berichtete. MTG-S1 hat vor zwei Monaten seine Inbetriebnahmephase abgeschlossen und befindet sich in seinem operationellen Orbit bei 2° Ost ĂŒber dem Äquator, erste prĂ€operationelle DatensĂ€tze sind bereits verfĂŒgbar. Mit seinem auf Interferometrie basierenden Hyperspektral-Infrarotsensor erfasst MTG-S1 vertikale Informationen ĂŒber Temperatur und Feuchte sowie weitere atmosphĂ€rische Parameter und generiert so durch das Abtasten seines Blickfeldes dreidimensionale Scans der AtmosphĂ€re. ErgĂ€nzt wird dies durch das Sentinel-4 UVN-Spektrometer, wobei UVN fĂŒr Ultraviolett, sichtbares Licht (visible) und nahes Infrarot steht. Sentinel-4 liefert hochaufgelöste stĂŒndliche Messungen von wichtigen Spurengasen und Aerosolen und ermöglicht damit unter anderem eine detaillierte Beobachtung der LuftqualitĂ€t und ihrer zeitlichen Entwicklung.

Illustration der drei Wettersatelliten MTG-I1, MTG-I2 und MTG-S1 mit Solarpaneelen und Messinstrumenten ĂŒber der Erde.
Illustration der drei Meteosat-Satelliten der dritten Generation. Bild: ESA/Mlabspace; unverĂ€ndert ĂŒbernommen, responsiv dargestellt. Lizenz: CC BY-SA 3.0 IGO.

Sowohl Meteosat-12 als auch MTG-I2 befinden sich auf einer geostationĂ€ren Umlaufbahn ĂŒber dem Äquator. Meteosat-12 ist dabei auf dem Nullmeridian bei 0° LĂ€nge positioniert, wĂ€hrend MTG-I2 im operationellen Betrieb bei 9,5° östlicher LĂ€nge stationiert sein wird. Das erste der beiden zentralen Messinstrumente an Bord von Meteosat-12 und MTG-I2 ist der „Flexible Combined Imager“ (FCI), eine Art Kamera, die in 16 SpektralkanĂ€len Aufnahmen der ihr zugewandten ErdhemisphĂ€re macht. Der FCI tastet sein Blickfeld dabei in einem alternierenden West-Ost und Ost-West-Muster ab und erfasst so innerhalb von 10 Minuten die gesamte Erdscheibe in allen 16 SpektralkanĂ€len – vom sichtbaren Licht bis ins Infrarot.

Aus den einzelnen SpektralkanĂ€len sowie aus geschickten Kombinationen mehrerer KanĂ€le lassen sich vielfĂ€ltige Informationen insbesondere ĂŒber Wolken, deren Struktur, Temperatur, Höhe und Zusammensetzung ableiten. Meteosat-12 liefert diese 10-minĂŒtigen Scans („Full Scan Disc Service – FSDS“) bereits seit 2024. Der FCI von MTG-I2 wird komplementĂ€r dazu im sogenannten „Rapid Scanning Service“ (RSS) alle 2,5 Minuten den europĂ€ischen Raum und angrenzende Gebiete abtasten, in manchen spektralen KanĂ€len auch mit einer höheren rĂ€umlichen Auflösung. Dadurch lassen sich beispielsweise Gewitterzellen in frĂŒhen Entwicklungsstadien detaillierter verfolgen und deren Lebenszyklen nahezu lĂŒckenlos aus dem Weltraum beobachten. Das zweite zentrale Messinstrument an Bord der beiden Satelliten ist der „Lightning Imager“ (LI), der mit seinen 4 Kameras quasi kontinuierlich die optischen Signale von Blitzentladungen registriert. Der FCI liefert somit Informationen ĂŒber die physikalische Entwicklung der Gewitterwolke, wĂ€hrend die vom LI gemessene BlitzaktivitĂ€t Hinweise auf die StĂ€rke und Entwicklung der darin ablaufenden Konvektion gibt. SelbstverstĂ€ndlich gibt es abgesehen von diesem Fokus auf das konvektive Wettergeschehen eine Vielzahl weiterer Anwendungsmöglichkeiten der umfangreichen Messungen der beiden Satelliten.

Dr. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Weitere Informationen: DWD-Thema des Tages vom 06.07.2025 zum Start von MTG-S1.

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 04.10.2026, Dr. Thorsten Kaluza. Text unter CC BY 4.0, redaktionell bearbeitet: Schreibweise und Absatzstruktur angepasst; Startzeit nach ESA-Startmeldung auf 22:11 Uhr MESZ korrigiert. Die EUMETSAT-Animation wurde mangels belegter Nutzungsfreigabe nicht ĂŒbernommen. Die ESA-Illustration unterliegt der gesondert angegebenen Bildlizenz.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/MTG-Satellitenkonstellation-–-ESAMlabspace.jpg 1081 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-04 15:02:452026-10-04 19:14:23Der dritte im Bunde – MTG-I2

Navier-Stokes – ein (un)lösbares Problem?

3. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Millennium-Preis-Probleme sind sieben ursprĂŒnglich ungelöste, komplexe mathematische Probleme, fĂŒr deren Lösung das Clay Mathematics Institute jeweils eine Million Dollar Preisgeld vergibt. Anfang September sorgte das KI-Unternehmen OpenAI mit einer Nachricht fĂŒr Aufsehen. Das Unternehmen veröffentlichte einen von einem internen KI-System erzeugten Beweis, der nach eigener Darstellung das Navier-Stokes-Millennium-Problem löst. Doch warum findet dieses mathematische Problem hier ĂŒberhaupt ErwĂ€hnung, obwohl es doch um Meteorologie gehen soll? Was genau sind eigentlich die Navier-Stokes-Gleichungen?

Als erstes sei gesagt, ohne die Navier-Stokes-Gleichungen wĂ€re unsere heutige Wettervorhersage nicht möglich. Sie bilden eine der zentralen mathematischen Grundlagen der modernen Meteorologie. Deshalb soll es im Folgenden darum gehen, was diese Gleichungen beschreiben, wie sie genutzt werden und warum sie ĂŒberhaupt ein Millennium-Problem sind.

Die Gleichungen gehen bereits auf das 19. Jahrhundert zurĂŒck. Sie wurden zwischen 1822 und 1845 von gleich vier Mathematikern und Physikern unabhĂ€ngig voneinander formuliert: den Franzosen Claude Louis Marie Henri Navier (1785-1836), SimĂ©on Denis Poisson (1781–1840) und AdhĂ©mar Jean Claude BarrĂ© de Saint-Venant (1797–1886), sowie dem Iren Sir George Gabriel Stokes (1819-1903). Auch wenn sie alle als „Entwickler“ gelten, hat sich letztendlich der Name Navier-Stokes-Gleichungen durchgesetzt.

Vereinfacht gesagt beschreiben sie, wie sich Fluide, wie zum Beispiel Luft oder Wasser, unter dem Einfluss von TrĂ€gheit, Druck, ViskositĂ€t (also Reibung) und Ă€ußeren KrĂ€ften bewegen. Sie beschreiben also einen der zentralen Prozesse in der Meteorologie, nĂ€mlich wie sich Luft bewegt, wenn Faktoren wie Reibungseffekte, die Corioliskraft oder die Schwerkraft berĂŒcksichtig werden. Damit sind die Navier-Stokes-Gleichungen die Grundlage unserer heutigen Wettermodelle wie ICON, IFS oder GFS. FĂŒr die Modelle werden die Gleichungen von Hochleistungsrechnern numerisch auf Millionen von Gitterpunkten gelöst. FĂŒr einen vorgegebenen Startwert gibt es also Lösungen, die wir tagtĂ€glich verwenden.

Das Millennium-Problem liegt aber gar nicht in dieser numerischen Lösung, sondern in der Frage, ob es im Dreidimensionalen Raum immer, also bei jeglicher Art von Anfangsbedingungen eine global glatte Lösung gibt. FĂŒr den zweidimensionalen Raum ist die Antwort bekannt, dort gibt es solche global glatten Lösungen. FĂŒr den dreidimensionalen Raum hat OpenAI am 8. September 2026 einen KI-generierten Beweis angekĂŒndigt. Er beschreibt eine zunĂ€chst glatte Strömung unter einer glatten Ă€ußeren Kraft, die in endlicher Zeit eine SingularitĂ€t entwickelt. Ob der Beweis das Millennium-Problem abschließend löst, wird noch geprĂŒft.

Am besten lĂ€sst sich bildlich beschreiben, was eine SingularitĂ€t und ein Blow-up ĂŒberhaupt sind. DafĂŒr stellen wir uns einen Wind vor. Mit der Zeit nimmt seine Geschwindigkeit zu. Nach einer Minute hat er eine Geschwindigkeit von 8 m/s. Nach zwei Minuten weht er schon mit 40 m/s. Nach fĂŒnf Minuten hat er dann plötzlich eine unendlich hohe Geschwindigkeit. In der Mathematik wĂ€re das nun das Blow-up unserer Lösung. In einer endlichen Zeit ist die Lösung unendlich groß geworden, ohne dass sich die Anfangsbedingungen verĂ€ndert haben. Die SingularitĂ€t beschreibt den Zeitpunkt, an dem dies geschieht, in unserem Beispiel also bei Minute fĂŒnf.

Die KI-Agenten haben nach Angaben von OpenAI eine solche SingularitĂ€t gefunden und damit gezeigt, dass unter den entsprechenden Bedingungen eine zunĂ€chst glatte Lösung in endlicher Zeit ihre Glattheit verlieren kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Navier-Stokes-Gleichungen „ungĂŒltig“ sind.

Die Wettermodelle bleiben davon dennoch unberĂŒhrt. Das mathematische Millennium-Problem fragt danach, ob bestimmte dreidimensionale Lösungen fĂŒr alle Zeiten glatt bleiben. Eine numerische Wettervorhersage betrachtet dagegen einen konkreten Anfangszustand und einen begrenzten Zeitraum. Dass sich mit diesen Gleichungssystemen konkrete Wetterentwicklungen fĂŒr einige Tage numerisch berechnen lassen, steht daher nicht im Widerspruch zum Millennium-Problem. Die SingularitĂ€t tritt zudem nicht in den ĂŒblichen Wettervorhersagen auf, sondern in einer speziell konstruierten mathematischen Lösung. Vergleichbar ist das mit einer Landkarte. Die ganze Karte bildet Deutschland richtig ab, nur ganz am Rand ist der Gipfel der Zugspitze unendlich hoch. Dennoch bleibt die restliche Karte gĂŒltig und es kann mit ihr navigiert werden. Nur fĂŒr diesen einen speziellen Punkt muss nachgeforscht werden, um fĂŒr ihn eine „richtige“ Lösung zu finden. Und weil es nun mal keine unendlichen Windgeschwindigkeiten gibt, ist diese theoretische SchwĂ€che der Mathematik fĂŒr die Vorhersage nicht relevant.

Die angekĂŒndigte mathematische Konstruktion stellt die praktische Wettervorhersage nicht grundsĂ€tzlich infrage. Eine Anerkennung durch das Clay Mathematics Institute ist damit noch nicht verbunden. DafĂŒr gelten dessen Regeln zur Veröffentlichung, unabhĂ€ngigen PrĂŒfung und allgemeinen Akzeptanz; ein bestimmter Anerkennungstermin steht nicht fest. Das Institut hat die AnkĂŒndigung am 11. September 2026 begrĂŒĂŸt und auf die noch ausstehende Bewertung verwiesen.

Lea Friedel und M.Sc.- Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

ErgĂ€nzende PrĂŒfung: OpenAI-Veröffentlichung vom 8. September 2026; Stellungnahme des Clay Mathematics Institute vom 11. September 2026.

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 03.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-03 12:00:002026-10-03 21:32:31Navier-Stokes – ein (un)lösbares Problem?

Deutschlandwetter im September 2026

2. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 19,4 °C +4,5 Grad
2 WaghĂ€usel-Kirrlach Baden-WĂŒrttemberg 18,8 °C +3,5 Grad
3 Ohlsbach Baden-WĂŒrttemberg 18,8 °C +4,0 Grad

Vergleichsweise kĂŒhle Orte im September 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 11,8 °C +2,0 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 11,9 °C +2,2 Grad
3 Deutschneudorf-BrĂŒderwiese Sachsen 12,2 °C +0,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 Cadenberge Niedersachsen 142,2 l/mÂČ 179 %
2 Joldelund Schleswig-Holstein 138,9 l/mÂČ 151 %
3 Groß Wittensee Schleswig-Holstein 134,6 l/mÂČ 169 %

Besonders trockene Orte im September 2026**

Platz

Station

Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1 Henschtal Rheinland-Pfalz 0,8 l/mÂČ 1 %
2 Losheim-Niederlosheim Saarland 0,8 l/mÂČ 1 %
3 Merzig Saarland 1,1 l/mÂČ 2 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1 Rheinfelden Baden-WĂŒrttemberg 268 h 155 %
2 Emmendingen-Mundingen Baden-WĂŒrttemberg 268 h 150 %
3 Freiburg Baden-WĂŒrttemberg 266 h 149 %

Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im September 2026**

Platz Station Bundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1 GlĂŒcksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 121 h 90 %
2 Leck Schleswig-Holstein 122 h 87 %
3 Hohn Schleswig-Holstein 123 h 83 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berĂŒcksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljÀhrigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das VerhÀltnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljÀhrigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausfĂŒhrlichen MonatsrĂŒckblick fĂŒr ganz Deutschland und alle
BundeslÀnder finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Denny Karran

Deutscher Wetterdienst
Offenbach, den 02.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 02.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-02 12:00:002026-10-03 21:33:51Deutschlandwetter im September 2026

Regen nach Trockenheit – warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

1. Oktober 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Nach einem trockenen Sommer und einem ebenfalls niederschlagsarmen September 2026 dĂŒrsten unsere Böden nach Wasser. Besonders im SĂŒdwesten sind die Böden, vor allem die oberen Bodenhorizonte ausgetrocknet. Da trifft es sich gut, dass am heutigen Donnerstag eine Kaltfront von Westen her endlich langersehnte, flĂ€chendeckende NiederschlĂ€ge mit sich bringt. Bis FreitagfrĂŒh sind in der WesthĂ€lfte Deutschlands verbreitet Mengen um 10 Liter auf den Quadratmeter zu erwarten. Lokal kann sogar Starkregen mit Mengen zwischen 20 bis vereinzelt 40 l/qm auftreten.

Doch schaffen solche kurzen Regenereignisse ĂŒberhaupt Abhilfe gegen die derart ausgetrockneten Böden?

Aktuelle Bodenfeuchte vom 30.09.2026 in Deutschland  (Quelle DWD)
Aktuelle Bodenfeuchte vom 30.09.2026 in Deutschland. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich erst einmal anschauen, wie der Boden aufgebaut ist. Wenn man sich vorstellt, ein StĂŒck Boden auszugraben, besteht dieser zusammengefasst aus drei Teilen: festem Material, Wasser und Luft. Das feste Material wird Bodensubstanz genannt, es besteht aus Körnern und Partikeln von verwittertem Gestein und zersetzen Pflanzenresten. Wenn man diese Körner und Partikel in ein BehĂ€ltnis werfen wĂŒrde, entstehen LĂŒcken zwischen ihnen. Das kann man sich vorstellen, als wenn man verschieden geformte Bauklötze in eine Kiste wirft: Sie verkanten sich und zwischen ihnen entstehen HohlrĂ€ume. Diese HohlrĂ€ume im Boden werden Poren genannt und haben GrĂ¶ĂŸen von wenigen Mikrometern bis mehrere Zentimeter. Dort können sich dann die beiden anderen Bodenzutaten sammeln, Wasser und Luft. Dabei wirken zwei verschiedene KrĂ€fte. Zum einen die AdhĂ€sionskraft, die die Anziehung zwischen Wasser und Bodenteilchen beschreibt und zum anderen die KohĂ€sionskraft, die die Anziehungskraft zwischen WassermolekĂŒlen ausdrĂŒckt.

Bei langanhaltender Trockenheit trocknen die Poren aber nach und nach aus, bis am Ende kaum noch Wasser im Boden vorhanden ist. Dabei trocknen die großen Poren zuerst aus, denn hier sind die AnziehungskrĂ€fte an den Boden am geringsten. Am Ende sind die großen Poren alle nur noch mit Luft gefĂŒllt und nur in ganz kleinen Poren befindet sich noch etwas Restwasser.

Grafik ĂŒber die Unterschiede zwischen EinschĂŒssen von Wasser und Luft in feuchten und ausgetrockneten Böden (Quelle DWD)
links: feuchter Boden, in den Poren befindet sich Wasser und Luft, rechts: ausgetrockneter Boden, in den Poren befindet sich nur noch Restwasser und viel Luft. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Nach lĂ€ngerer Trockenheit können manche Böden vorĂŒbergehend wasserabweisend werden. Regen bleibt dann zunĂ€chst an der OberflĂ€che, statt rasch einzudringen. Ob und wie stark dies auftritt, hĂ€ngt von Bodenart, organischen Stoffen und der bisherigen Austrocknung ab. Mit zunehmender Benetzung kann sich die Wasseraufnahme verbessern. Die hydraulische LeitfĂ€higkeit beschreibt, wie gut Wasser durch den Boden fließen kann; daneben bestimmen unter anderem Porenstruktur, Verdichtung und die IntensitĂ€t des Regens, wie viel Wasser tatsĂ€chlich versickert. Nicht jeder trockene Boden nimmt Wasser grundsĂ€tzlich schlecht auf.

Grafik ĂŒber die Unterschiede bezĂŒglich der Eindringtiefe bei NiederschlĂ€gen zwischen feuchten und ausgetrockneten Böden (Quelle DWD)
links: im feuchten Boden kann das Wasser gut versickern und dabei in tiefere Bodenhorizonte eindringen, rechts: im trockenen Boden versickert nur sehr wenig Wasser und der Niederschlag sammelt sich an der OberflÀche. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Ein kurzes Starkregenereignis kann das langfristige AuffĂŒllen der WasservorrĂ€te nur begrenzt unterstĂŒtzen, wenn die IntensitĂ€t die AufnahmefĂ€higkeit des Bodens ĂŒbersteigt. Über einen kurzen Zeitraum erreicht zwar viel Wasser den Boden, aber durch die vorhergegangene Trockenheit kann es nur langsam versickern und erreicht keine tieferen Bodenhorizonte. Ein großer Anteil des Regens fließt einfach oberirdisch ab und der Boden bleibt trotz Regens weitestgehend trocken. Damit er Wasser gut aufnehmen kann, brĂ€uchte es langanhaltenden Landregen. Dieser wĂŒrde den Boden erst befeuchten und das Wasser kann dann langsam und mit der Zeit immer besser im Boden versickern.

Genau ein solcher Landregen, am besten ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum wiederholt auftretend, ist bei der aktuellen Wetterlage allerdings nicht in Sicht. Bereits ab dem morgigen Freitag lösen sich die AuslĂ€ufer des Sturmtiefs EVA ĂŒber dem Osten und SĂŒden Deutschlands allmĂ€hlich auf und bei steigendem Luftdruck sind zumindest absehbar bis weit in die kommende Woche hinein kaum nennenswerte NiederschlĂ€ge zu erwarten.

Dipl.-Met. Robert Hausen / Lea Friedel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 01.10.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-10-1-image-1.jpg 564 392 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-01 12:00:002026-10-03 21:33:25Regen nach Trockenheit – warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

30. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Offiziell lĂ€uft die alljĂ€hrliche Hurrikansaison ĂŒber dem Ostpazifik vom 15. Mai bis zum 30. November und im zentralen Pazifik vom 1. Juni bis zum 30. November. Das bedeutet nicht, dass es außerhalb dieser Zeitfenster keine Hurrikans beziehungsweise tropischen WirbelstĂŒrme gibt. Statistisch gesehen, treten die meisten davon aber innerhalb dieser Korridore auf.

Tropische WirbelstĂŒrme definieren sich ĂŒber ihre mittlere Windgeschwindigkeit (1-minĂŒtiger Mittelwind). Ab 62 km/h spricht man von einem tropischen Sturm (bzw. je nach Entstehungsregion auch subtropischen Sturm), ab 119 km/h von einem Hurrikan und ab 178 km/h von einem schweren Hurrikan (engl.: major hurricane). Schwere Hurrikane nehmen damit die Kategorien drei bis fĂŒnf auf der fĂŒnfteiligen Saffir-Simpson-Skala ein.

Durchschnittlich entwickelten sich zwischen 1991 und 2020 – also innerhalb der aktuellen sogenannten Vergleichsperiode – pro Jahr 15 tropische StĂŒrme, darunter 8 Hurrikane und darunter wiederum 4 schwere Hurrikane. WĂ€hrend diverse nationale Wetterdienste und weitere wissenschaftliche Einrichtungen fĂŒr den Atlantik aufgrund des extrem starken El Niños eine unterdurchschnittliche Saison 2026 erwarteten, war fĂŒr den Pazifik genau das Gegenteil der Fall. Das Klimaprognosezentrum der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zum Beispiel ging in seiner Prognose vom 21.05.2026 von einer ĂŒberdurchschnittlichen Saison aus mit 15 bis 22 benannten StĂŒrmen, darunter 9 bis 14 Hurrikanen und darunter wiederum 5 bis 9 schwere Hurrikanen. Als BegrĂŒndung fĂŒhrte die NOAA unter anderem ebenfalls El Niño auf.

Der DWD berichtet in seinem Artikel vom 30. September 2026 von 20 benannten StĂŒrmen, darunter 7 schwere Hurrikane. Damit wird bereits an der oberen Grenze der NOAA-Prognose gekratzt, zumindest was die Gesamtanzahl der StĂŒrme angeht. Zudem zĂ€hlt die Saison 2026 schon jetzt zu einer der intensivsten seit Aufzeichnungsbeginn und die offizielle Saison lĂ€uft noch zwei volle Monate wohlgemerkt.

Satellitenbild von Kategorie-5-Hurrikan "Genevieve" vom 27.07.2026 sĂŒdwestlich von Mexiko. (Quelle NASA)
Satellitenbild von Kategorie-5-Hurrikan „Genevieve“ vom 27.07.2026 sĂŒdwestlich von Mexiko. (Quelle: NASA)

Unter den sieben schweren Hurrikanen befinden sich drei Exemplare, die mit Kategorie 5 die Saffir-Simpson-Skala voll ausgenutzt haben: „Genevieve“ (Lebensdauer 24.07.-02.08., maximales 1-Minuten-Mittel 260 km/h, tiefster Luftdruck 924 hPa), „Lowell“ (27.08.-11.09., 260 km/h, 922 hPa) und „Polo“ (20.09.-30.09., 285 km/h, 892 hPa). Damit zĂ€hlt 2026 neben 1994, 2002 und 2018 zu den Saisons mit den meisten Kategorie-5-Hurrikanen – zumindest bis jetzt.
Von den StĂŒrmen betroffen waren neben kleineren Inselgruppen hauptsĂ€chlich Mexiko und Hawaii. Den klassischen Landfall, also das Ziehen auf Land, vollfĂŒhrten nur Tropensturm „Boris“ und jĂŒngst Hurrikan „Polo“ – beide in Mexiko. Neben dem ein oder anderen Streifschuss blieben einige StĂŒrme (zum GlĂŒck) aber auch fernab jeglicher Landmasse. Der materielle Schaden wird bisher auf knapp 690 Millionen US-Dollar geschĂ€tzt, dazu sind 20 Todesopfer zu beklagen.

Satellitenbild vom 25.09.2026. Darauf zu sehen gleich drei Hurrikane sowie die Entstehung eines weiteren ĂŒber dem Pazifik. (Quelle NASA)
Satellitenbild vom 25.09.2026. Darauf zu sehen gleich drei Hurrikane („Nolo“, „Odalys“ und „Polo“) sowie die Entstehung von Hurrikan „Rachel“ ĂŒber dem östlichen und zentralen Pazifik. (Quelle:NASA)

Aktuell wirbelt Hurrikan „Rachel“ knapp sĂŒdwestlich von Mexiko, der sich im weiteren Verlauf zwar verstĂ€rken, aber zum GlĂŒck auch nach Westen (also von Mexiko weg) abdriften soll. Und dann hĂ€tten wir da noch „Nolo“, der bereits seit 13. September, also seit ĂŒber zwei Wochen, sein Unwesen treibt, sich zwischendurch bis Kategorie 4 verstĂ€rken konnte und mittlerweile westlich von Hawaii angekommen ist – allerdings nur noch als Tropensturm. Den Prognosen nach soll sich „Nolo“ auf seinem weiteren Weg nach Westen erneut zu einem Hurrikan (Kat. 1) mausern.

SĂŒdlich von Mexiko braut sich derweil wohlmöglich schon wieder neues Ungemach zusammen. Das Nationale Hurrikan Zentrum (NHC) gibt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 40 % an, dass sich dort in den nĂ€chsten sieben Tagen ein Tropisches Tief, also die Vorstufe eines Tropensturms entwickelt. Man darf gespannt sein, was die pazifische Hurrikansaison noch so alles zu bieten haben wird.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 30.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-30-image-3.jpg 1000 750 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-30 12:00:002026-10-03 21:31:08Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

Kunterbuntes zum Monatswechsel

29. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In zwei Tagen haben wir bereits Oktober, womit drei Viertel des Jahres schon wieder vorĂŒber sind. Damit ist es auch an der Zeit, beispielsweise die Winterreifen an die Autos zu montieren. Die „O-bis-O-Regel“ besagt, dass man grob gesagt zwischen Oktober und Ostern nur mit Winterreifen unterwegs sein sollte. Der momentan ungewöhnlich warme Altweibersommer wĂŒrde es nicht vermuten lassen, aber die merklich kĂŒrzer werdenden TageslĂ€ngen zeigen, dass das Winterhalbjahr allmĂ€hlich Einzug hĂ€lt.

Und wie prĂ€sentiert sich das Wetter zum Monatswechsel? Die letzten beiden Septembertage verlaufen wettertechnisch ruhig. In weiten Teilen Deutschlands scheint lĂ€nger die Sonne und vor allem im Westen und SĂŒdwesten ist es sommerlich warm mit Höchsttemperaturen zwischen 25 und 29 Grad, vereinzelt werden 30 Grad erreicht.

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Mittwoch, den 30.09.2026
Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Mittwoch, den 30.09.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

In der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag selbst wird dieses sonnige und trockene Altweibersommerwetter vorrangig in der WesthĂ€lfte Deutschlands von zyklonalem Wettergeschehen abgelöst, zumindest vorĂŒbergehend. Zeitweilige RegenfĂ€lle ziehen von Westen auf, die örtlich durchaus krĂ€ftiger und vereinzelt gewittrig sein können. Diese RegenfĂ€lle verlagern sich allmĂ€hlich ostwĂ€rts und sollen sich dabei bis zum Freitagmorgen langsam abschwĂ€chen. Höchsttemperaturen von mehr als 25 Grad werden nachfolgend zwar nicht mehr erreicht, dennoch verbleiben die Höchsttemperaturen auch bis zum Feiertagswochenende oftmals ĂŒber der 20-Grad-Marke. Bei mal mehr, mal weniger Sonnenschein setzt sich die Trockenheit Anfang Oktober allerdings vielerorts fort.

Der Herbst zeigt sich zunehmend auch anhand der VerfĂ€rbung des Laubs in Gelb- und Rottöne, insofern sich die BlĂ€tter nicht bereits aufgrund der Trockenheit braun verfĂ€rbt haben. Die VerfĂ€rbung des Laubs wird durch die kĂŒrzer werdenden Tage bzw. lĂ€nger werdenden NĂ€chte ausgelöst. Aufgrund des mangelnden Lichts und weil die NĂ€hrstoffversorgung der BlĂ€tter im Winter nicht gewĂ€hrleistet werden kann, stellen die LaubbĂ€ume die Photosynthese ein und „entledigen“ sich der BlĂ€tter. Dabei werden zunĂ€chst einmal das Chlorophyll, das die BlĂ€tter grĂŒn erscheinen lĂ€sst, und andere wichtige NĂ€hrstoffe abgebaut und im Stamm, in den Ästen oder in den Wurzeln eingelagert. Anschließend ĂŒberwiegen die Gelb- und Rottöne. Braun werden die BlĂ€tter erst beim Absterben. Neben der TageslĂ€nge beeinflussen Temperatur und Wasserversorgung die HerbstfĂ€rbung. KĂŒhle NĂ€chte können die FĂ€rbung begĂŒnstigen; Frost ist dafĂŒr keine notwendige Voraussetzung. Daneben spielen auch die gefallenen Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle.

Am 01. Oktober wird der „Weltmusiktag“ gefeiert, der auf eine Initiative des Internationalen Musikrats (engl. International Music Council, kurz: IMC) im Jahr 1975 zurĂŒckgeht. Da am 01. Oktober 1973 die IMC-Generalversammlung in Lausanne stattfand, entschied man sich dazu, dieses Datum zum „Weltmusiktag“ zu ernennen. Seither finden alljĂ€hrlich am 01. Oktober musikalische Aktionen und Veranstaltungen statt. Welche Rolle das Wetter in der Musik spielt, kann in folgendem Thema des Tages nachgelesen werden: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/11/7.html Und welches Lied wĂŒrde zum aktuellen Wetter am besten passen? Möchte man Lieder hören, in denen die momentan fĂŒr Europa wetterbestimmenden Hoch- und Tiefdruckgebiete namentlich genannt werden, so mĂŒsste man auf die Namen ARNO, BORCHERT, DAPHNE oder EVA achten. Zur Wetterlage selbst wĂŒrde man sicherlich schnell fĂŒndig werden, da man einfach Lieder heraussuchen mĂŒsste, in denen Sonne und WĂ€rme thematisiert werden.

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete fĂŒr den heutigen Dienstag, den 29.09.2026 12 UTC
Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete fĂŒr den heutigen Dienstag, den 29.09.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Neben dem „Weltmusiktag“ ist am 01. Oktober auch der „Tag des Kaffees“. Wie wĂ€re es also (ganz unabhĂ€ngig von diesem Feiertag) bei einem TĂ€sschen Kaffee auf der Terrasse oder dem Balkon zu verweilen? Sollte im Fall von Regen am Donnerstag keine Überdachung vorhanden sein, so kann man dieses auch getrost drinnen bei guter Musik genießen.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 29.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-29-image-1.jpg 561 1000 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-29 12:00:002026-10-03 21:32:59Kunterbuntes zum Monatswechsel

Halos – optische Erscheinungen am Himmel

28. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Unter dem Begriff Halo wird eine Gruppe optischer PhĂ€nomene von Ringen, Bögen, Flecken oder SĂ€ulen zusammengefasst, die durch Spiegelung (Reflexion) und Brechung (Refraktion) von Licht an in der Luft schwebenden Eiskristallen entstehen. Welche Erscheinung an welcher Stelle des Himmels auftritt, ist abhĂ€ngig von der Art, GrĂ¶ĂŸe und Orientierung der Eiskristalle sowie vom Winkel, unter dem das Sonnenlicht auf die Kristalle trifft. Die Eiskristalle, die Voraussetzung fĂŒr das Entstehen von Halos sind, findet man als Teil einer Cirrusbewölkung. Dabei handelt es sich um Wolken, die in unseren Breiten in einer Höhe von 8 bis 12 km auftreten und umgangssprachlich auch als Schleierwolken bezeichnet werden.

Eine Halo-Art sind sogenannte Nebensonnen. Nebensonnen sind helle, leicht farbige Flecken links und rechts von der Sonne. Am vergangenen Mittwoch (23.09.2026) konnten abends, etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang, Nebensonnen im Raum Stuttgart beobachtet werden. Bei der Entstehung dieser Halo-Art erfolgt die Lichtbrechung an zwei SeitenflĂ€chen der Eiskristalle, genauer an Eiskristallen in Form von PlĂ€ttchen. Die unterschiedlichen Anteile des Sonnenlichtes werden dabei verschieden stark abgelenkt, so dass das sichtbare, weiße Sonnenlicht in seine Farbanteile aufgespalten wird. Damit entsteht eine regenbogenfarbene Leuchterscheinung, zur Sonne hin mit dem roten Lichtanteil. Sind Nebensonnen besonders intensiv ausgeprĂ€gt, zeigt sich ein weißer, nach außen (von der Sonne weg) gerichteter Schweif.

Nebensonnen können relativ oft im Jahr auftreten, im Gegensatz zu einer anderen Halo-Art, die vor einigen Jahren ebenfalls im Stuttgarter Raum beobachtet werden konnte: ein Zirkumhorizontalbogen.

Eine der Hauptbedingungen fĂŒr die Entstehung eines solchen Zirkumhorizontalbogens ist ein sehr hoher Sonnenstand. Dadurch kann der Lichtstrahl an einer SeitenflĂ€che und der unteren BasisflĂ€che des Eiskristalles gebrochen werden. Erst ab einer Sonnenhöhe von 57,8° zeigt sich der Bogen unterhalb der Sonne am Horizont. Im Norden Deutschlands besteht daher nur an wenigen Tagen um die Sommersonnenwende die Möglichkeit, einen Zirkumhorizontalbogen zu sehen. In Richtung Bayern und Baden-WĂŒrttemberg sind die Voraussetzungen hinsichtlich der Sonnenhöhe von Anfang Mai bis Anfang August gegeben.

Dipl.-Met. Sabine KrĂŒger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 28.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

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Tag der FlĂŒsse

27. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit MĂ€rz gab es im Deutschlandmittel keinen Monat mehr mit ausreichendem Niederschlag. Der langjĂ€hrige Klimamittelwert (Referenzjahre 1991 bis 2020) wurde mit dem Monat August sechs Mal in Folge unterboten. Regional sieht es zwar in den einzelnen Monaten auch anders aus, das Grundproblem bleibt aber bestehen: Es regnet zu wenig in der FlĂ€che. Die Gewitter im Sommer oder die StauniederschlĂ€ge im FrĂŒhjahr an den Alpen und Mittelgebirgen sorgten nur auf wenigen Quadratkilometern und nur fĂŒr kurze Zeit fĂŒr eine Entspannung der Trockenheitslage.

Sehen wir uns die gefallenen NiederschlĂ€ge im FrĂŒhjahr 2026 an. Aus Messwerten aller Stationen des Deutschen Wetterdienstes werden jeden Monat Summenkarten zum Niederschlag erstellt. Auch nach jeder Jahreszeit werden die Niederschlagsmengen aufsummiert. Neben der tatsĂ€chlichen Niederschlagshöhe (links im nachfolgenden Bild) kann man auch immer die Abweichung vom langjĂ€hrigen Mittel ansehen (rechts im nachfolgenden Bild).

Niederschlagshöhe in Deutschland im FrĂŒhling 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjĂ€hrigen Mittelwert  (Quelle DWD)
Niederschlagshöhe in Deutschland im FrĂŒhling 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjĂ€hrigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Dabei fĂ€llt fĂŒr das FrĂŒhjahr (Bild oben) der besonders trockene SĂŒden und Osten auf, wo teils weniger als 75 Liter pro Quadratmeter fielen. Das entspricht nur gut 50 Prozent des klimatologisch normalen Niederschlags. Im Sommer (Bild unten) verschiebt sich die Trockenheit in den Westen und SĂŒdwesten des Landes. MengenmĂ€ĂŸig ist zwar im Sommer mehr Niederschlag gefallen als im Winter, die Abweichung von der Klimanorm betrĂ€gt dennoch gut minus 50 Prozent.

Niederschlagshöhe in Deutschland im Sommer 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjÀhrigen Mittelwert  (Quelle DWD)
Niederschlagshöhe in Deutschland im Sommer 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjÀhrigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Betrachten wir die Abweichung der aktuell herrschenden Bodenfeuchte in den oberen Erdschichten (bis 60 cm Tiefe) zur Referenzperiode von 1991 bis 2020, so fĂ€llt vor allem der SĂŒden und SĂŒdwesten mit tiefbrauner Farbe auf. Die Abweichung der Bodenfeuchte liegt in diesen Regionen bei unter -50 Prozent. Die Böden sind demnach halb so feucht, wie sie es im Mittel in den Jahren 1991 bis 2020 waren.

Abweichung Bodenfeuchte unter Gras, bis 60 cm Tiefe (Quelle DWD)
Abweichung Bodenfeuchte unter Gras, bis 60 cm Tiefe. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Es wundert also nicht, dass die FlĂŒsse wenig Wasser fĂŒhren. Auf den Seiten der Hochwasserzentralen sieht man vermehrt Pegel mit Niedrigwasser. Egal ob in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen oder Baden-WĂŒrttemberg – Begriffe wie „mittleres Niedrigwasser“ dominieren die Karten.

Ein Blick in die Wetterkarten verheißt fĂŒr die kommenden Tage auch keine Besserung. FlĂ€chiger Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht. Stattdessen ĂŒberwiegen Sonnenschein und spĂ€tsommerliche WĂ€rme. Erst nach Wochenmitte bringt eine Front Regen in die WesthĂ€lfte Deutschlands. Regional könnte dieser im Nordwesten und Westen auch krĂ€ftig ausfallen und die Dauerregenschwellen ĂŒberschreiten. Nach Osten kommt die Front jedoch nicht, Hoch Arno stellt sich wie ein Bollwerk dagegen und lĂ€sst sie ĂŒber der Mitte Deutschlands verhungern. In weiterer Folge deutet sich bereits wieder hoher Luftdruck und damit mehrheitlich trockenes Wetter an.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 27.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-27-image-1.jpg 670 1000 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-27 12:00:002026-10-03 21:29:33Tag der FlĂŒsse

Ungewöhnlich warmer Altweibersommer

26. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Aktuell erstreckt sich eine HochdruckbrĂŒcke von Westeuropa ĂŒber Mitteleuropa bis nach Russland. Dabei ist die zuvor eingeflossene Luftmasse subpolaren Ursprungs zur Ruhe gekommen und in den bereits sehr langen und klaren NĂ€chten sanken die Temperaturen deutlich ab. So kam es auch in der vergangenen Nacht stellenweise wieder zu Bodenfrost. Vereinzelt gab es sogar Luftfrost. Am kĂ€ltesten wurde es dabei in einigen Tallagen der Mittelgebirge. Im Nordwesten des Landes und auf den Bergen der Mittelgebirge blieb es dagegen deutlich milder. Grund fĂŒr die höheren Temperaturen auf den Bergen war eine markante Temperaturinversion im SĂŒdwesten, die sich ĂŒber Nacht gebildet hatte. Im Nordwesten zogen dagegen hohe Wolken auf, die sich auf der Vorderseite eines von Westen herannahenden Troges entwickelten.

Dieser Trog schwenkt am heutigen Samstag ĂŒber DĂ€nemark hinweg nach SĂŒdskandinavien. Damit verbunden ist ein Tief in BodennĂ€he, dessen Kaltfront allerdings kaum vorankommt und von einem sich von Westen heranrĂŒckenden HöhenrĂŒcken ĂŒberlagert wird. Somit fĂ€llt auch im Norden und Nordwesten nur stellenweise etwas Regen. In den restlichen Landesteilen zeigt sich die Sonne hĂ€ufiger, im SĂŒden scheint sie dort sogar ungestört von frĂŒh bis spĂ€t. Mit dem Zustrom sehr warmer Luftmassen aus SĂŒdwesteuropa steigen die Temperaturen im Vergleich zu den Vortagen weiter an. So werden in der SĂŒdwesthĂ€lfte Spitzenwerte von 23 bis 29 Grad erwartet. Entlang des Oberrheins sind örtlich auch bis zu 30 Grad möglich.

Diese Grafik zeigt die Vorhersagekarte fĂŒr Sonntag, den 27.09.2026 um 12 UTC (Quelle DWD)
Die Vorhersagekarte fĂŒr Sonntag, den 27.09.2026 um 12 UTC. Eine Hochdruckzone erstreckt sich von Russland, ĂŒber Zentraleuropa, bis in den Mittelmeerraum. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Am Sonntag dehnt sich der HöhenrĂŒcken langsam weiter in Richtung Osteuropa aus. Damit verbunden ist eine Hochdruckzone am Boden, die sich von Russland bis nach Mitteleuropa erstreckt, womit die Strömung auf sĂŒdliche Richtungen dreht. Dadurch werden subtropische Luftmassen herangefĂŒhrt. Bei Temperaturen von 10 bis 16 Grad in 1,5 Kilometern Höhe und bis zu 32 Grad am Oberrhein in BodennĂ€he sind Dekadenrekorde an einzelnen Stationen durchaus wahrscheinlich. Möglicherweise könnte sogar der höchste deutschlandweite Dekadenrekord von 32,2 Grad, gemessen am 21.09.2018 im sĂ€chsischen Klipphausen-Garsebach, erreicht werden.

Und auch in der kommenden Woche bleibt uns das ĂŒberwiegend freundliche und sehr warme SpĂ€tsommerwetter erhalten. Zu Wochenbeginn entwickelt sich ĂŒber dem östlichen Atlantik ein krĂ€ftiges Sturmtief. Dieses Sturmtief verlagert sich aufgrund eines krĂ€ftigen, blockierenden Hochs ĂŒber Skandinavien bis zur Wochenmitte nach Nordwesten in Richtung Island. Dabei wird ab Dienstag erneut ein Schwall sehr warmer Luft subtropischen Ursprungs ĂŒber West- und Mitteleuropa nach Norden gefĂŒhrt. Damit sind am Dienstag und Mittwoch auch in den Niederungen im Westen örtlich Temperaturen bis zu 30 Grad möglich. Somit sind dort und vor allem im SĂŒdwesten des Landes mehrere Tage mit Höchsttemperaturen um 30 Grad möglich.

Diese Grafik zeigt die synoptische Übersicht fĂŒr Dienstag, den 29.09.2026 um 12 UTC.   (Quelle DWD)
Die synoptische Übersicht fĂŒr Dienstag, den 29.09.2026 um 12 UTC. Auf der Vorderseite eines krĂ€ftigen Sturmtiefs ĂŒber dem nordöstlichen Atlantik wird sehr warme Luft subtropischen Ursprungs nach Norden gefĂŒhrt. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Erst in der zweiten WochenhĂ€lfte könnte es von Westen her zu einer sukzessiven AbkĂŒhlung kommen. Dann sind auch zumindest vorĂŒbergehend schauerartige NiederschlĂ€ge und einzelne Gewitter möglich. Am besten stehen die Chancen auf signifikante Niederschlagsmengen in der WesthĂ€lfte des Landes. Allerdings nehmen gleichzeitig die Unsicherheiten in der Modellwelt deutlich zu. Somit bleibt abzuwarten, ob auf die spĂ€tsommerliche Wetterepisode auch nennenswerte NiederschlĂ€ge folgen. Eines steht aber fest: Der Sommer scheint sich auch Ende September noch nicht ganz geschlagen zu geben!

Diese Grafik zeigt die prognostizierte Tageshöchsttemperatur von Sonntag bis Dienstag, den 29.09.2026. (Quelle DWD)
Diese Grafik zeigt die prognostizierte Tageshöchsttemperatur von Sonntag bis Dienstag, den 29.09.2026. Vor allem in den Niederungen in der SĂŒdwesthĂ€lfte werden Spitzenwerte um 30 Grad erwartet. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 26.09.2026. Text redaktionell bearbeitet; verwendete DWD-Grafiken skaliert und komprimiert. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

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