Genormt bis unters Dach: Die Standardatmosphäre

Tief MARLIS über Südskandinavien beschert uns mit seiner Kaltfront am heutigen Mittwoch einen Wetterumschwung: weg vom (sehr) milden Frühlingswetter hin zu einer eher spätwinterlich anmutenden Witterung. Auch in den Folgetagen wird es dem hohen Luftdruck sehr schwerfallen, sich nachhaltig durchzusetzen. Stattdessen geben sich die Tiefdruckgebiete regelrecht die Klinke in die Hand und lassen immer wieder ihre Ausläufer über Deutschland hinwegziehen.

Haben Sie sich schon mal gefragt, wann man eigentlich von hohem und wann von tiefem Luftdruck spricht? Wurde da vielleicht irgendwann mal ein bestimmter Druckwert festgelegt? Ja, genauso ist es (wobei es auch relative Hoch- und Tiefdruckgebiete gibt, die sich nicht an diesen Wert „halten“, aber das nur am Rande)!

Dieser Druckwert ist Teil der sogenannten Standardatmosphäre. Sie wurde von der International Civil Aviation Organization (ICAO), zu Deutsch Internationale Organisation für zivile Luftfahrt, ins Leben gerufen und weltweit verbindlich festgelegt. Sie beschreibt den mittleren Zustand unserer Erdatmosphäre in den mittleren Breiten. Genau genommen geht es um die durchschnittliche Druck-, Temperatur- und Dichteverteilung. Diese betragen 1013,25 hPa, 15 Grad (Celsius), und 1,2250 Kilogramm pro Kubikmeter. Tages- und jahreszeitliche Schwankungen werden dabei außer Acht gelassen. Dazu wird die Luft als absolut trockenes Gas betrachtet, die relative Luftfeuchtigkeit beträgt also 0 %.

Vielleicht fragen Sie sich, wofür man denn bitte standardisierte Werte für atmosphärische Eigenschaften braucht, die in dieser Form über ein ganzes Jahr betrachtet wohl nur sehr selten gemeinsam auftreten. Nun, ihren Einsatz findet die Standardatmosphäre zum Beispiel – wie der Name ihrer Gründungsorganisation schon verrät – in der Luftfahrt. Dort werden diese Mittelwerte unter anderem zur Eichung von Messgeräten, wie den Höhenmessern in Flugzeugen, herangezogen.

Genormt bis unters Dach Die Standardatmosphaere 1

Druck- und Temperaturverteilung bis 11 km Höhe in der Standardatmosphäre. (Quelle: DWD)

Und da es in der Luftfahrt auch immer hoch hinaus geht und die Atmosphäre natürlich nicht zwei-, sondern dreidimensional ist, gibt es nicht nur für das Bodenniveau, sondern auch für höhere Luftschichten Standardwerte. Beim Luftdruck zählen dabei zum Beispiel 850 hPa in 1,5 km Höhe, 500 hPa in 5,6 km Höhe und 300 hPa in 9,2 km Höhe. Am Oberrand der Troposphäre, der auf 11 km Höhe genormt wurde und das Ende der untersten Schicht unserer Atmosphäre beschreibt, liegt der Luftdruck nur noch bei 226,32 hPa. Die Luftdichte nimmt ebenfalls Stück für Stück ab und wurde in 11 km Höhe auf 0,3692 Kilogramm pro Kubikmeter festgesetzt.

Die standardisierte Temperaturabnahme mit der Höhe beträgt 0,65 K pro 100 m (entspricht 0,65 Grad Celsius pro 100 m). In der „Realität“ entspricht dieser Wert der Temperaturabnahme von gesättigter, also feuchter Luft. Trockene Luft kühlt dagegen mit der Höhe um 1 K pro 100 m, also stärker ab. Aber zurück zum Standard. Im Druckniveau 850 hPa liegt die Temperatur damit bei 5,5 Grad, in 500 hPa bei -21,3 Grad und in 300 hPa bei -44,5 Grad. Für den Oberrand der Troposphäre ergeben sich schließlich -56,5 Grad.

Da sich in der Troposphäre unser tägliches Wettergeschehen abspielt, wollen wir unseren Höhenflug an dieser Stelle beenden. Weitere Informationen zur Standardatmosphäre finden Sie zum Beispiel im DWD-Wetterlexikon.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.03.2026
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Harry Houdini

Den Namen Harry Houdini hat fast jeder schon einmal gehört. Manch einer benutzt ihn oder Abwandlungen davon, um das Entkommen aus ausweglos scheinenden Situationen zu beschreiben. Auch in die Musik hat es Houdini geschafft. Dua Lipa und Eminem haben in den vergangenen Jahren Songs mit dem Titel „Houdini“ herausgebracht.

Harry Houdini war aber gar kein so guter Zauberer. Er war laut, seine Shows wirkten oft uninspiriert und zogen daher nur wenig Publikum an. Als er sich aber auf die Entfesselung konzentrierte und die Stunts dabei immer spektakulärer wurden, gewann er an Popularität.

Neben der Entfesselung beschäftigte sich Houdini auch mit der Wissenschaft. Er war ein entschiedener Gegner des Spiritismus und kämpfte für die Aufklärung von als übernatürlich angesehenen Phänomenen. Dabei machte er sich jede Menge Feinde. Er starb am 31.10.1926 in einem Krankenhaus in Detroit an einer Bauchfellentzündung, hervorgerufen durch einen geplatzten Blinddarm.

Wenn Sie sich jetzt fragen, was Houdini mit dem Wetter zu tun hat, dann kann ich Ihnen sagen: Nichts. Er begeisterte sich zwar im weitesten Sinne für die Wissenschaft und war ein Fan des Fliegens, war aber nicht näher an der Meteorologie dran.

Es gibt aber beim Wetter so etwas wie „Zauberei“. Dabei muss man ganz klar den Volksglauben und den Schamanismus von der modernen Wetterbeeinflussung unterscheiden. Der berühmte „Regentanz“ (beschrieben in einem früheren Thema des Tages: Thema des Tages vom 17.09.2018) beruht doch mehr auf dem Aberglauben. Wohingegen das Impfen der Wolken mit Silberiodid oder anderen Stoffen einen tatsächlichen – wenn auch umstrittenen – Einfluss hat.

Beim sogenannten „Cloud-Seeding“ (zu Deutsch: Wolkensaat) werden chemische Mittel (zumeist Silberiodid oder Trockeneis) aus Flugzeugen heraus in die Luft gebracht. Sie sollen Wolken zur verstärkten Konvektion und damit zum Abregnen bringen. Einerseits nutzt man diese Prozedur für das Erzeugen von Regen in trockenen Gebieten, wie zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Andererseits versucht man aber auch entstehende Konvektion zu beschleunigen, um die Bildung von größerem Hagel zu verhindern und so Schäden an der Vegetation zu minimieren. Letzteres wird auch in Deutschland noch betrieben. In China gibt es immer wieder Versuche, durch das frühzeitige Abregnen von Wolken an einzelnen Tagen oder zu bestimmten Zeiten „schönes“ Wetter zu haben – zum Beispiel an Feiertagen oder zu besonderen Veranstaltungen.

Die Wetterbeeinflussung ist keine neuzeitliche Erfindung. Schon vor Christi Geburt gab es Maßnahmen zur Abwehr von Gewittern. Damals wurden noch aus Aberglauben heraus Gegenstände (meist Kugeln oder Pfeile) in die Luft geschossen, um Gewitterdämonen zu töten. Der Aberglaube wurde erst im 18. Jahrhundert vom Glauben an eine physikalische Wirkung abgelöst. Damals nahm man an, dass hohe Gebäude und auch Flüsse Gewitter anziehen. Und so gab es die Erlaubnis, Kugeln in die Luft zu schießen, um so die Blitze anzuziehen und dadurch das Gewitter vorzeitig oder andernorts zu entladen.

Harry Houdini 1

Hagelkanonen Ende des 19. Jahrhunderts ( Quelle: Wikipedia: Plumandon – History repeated : Forgotten hail cannons of Europe)

Auch glaubte man daran, dass mehrere Schüsse in den Himmel verhinderten, dass die Gewitter sich nach unten – also zur Erde hin – ausbreiteten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kombination aus Schall und Schwarzpulver populär – es war die Hochzeit der Wetterkanonen. Auch heute sind noch einige dieser Exemplare im Betrieb. Allerdings kommt kein Schießpulver mehr zum Einsatz. Die modernen Kanonen emittieren – mit lautem Knall – ein Propangasgemisch, die die Gewitterwolken verwirbeln sollen, um so die Entstehung von Hagel zu reduzieren.

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moderne Hagelkanone (Quelle: DRadio Wissen / Vera Pache)

Wissenschaftlich beweisen konnte und kann man die Wirksamkeit der Kanonen aber nicht. Vielmehr zweifelt die Wissenschaft daran, dass eine Kanone mit begrenzter vertikaler Reichweite eine Gewitterwolke, die in unseren Breiten oft über 10 km in die Höhe reicht, wirklich beeinflusst.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.03.2026
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Auf Bilderbuchfrühling folgt jäher Absturz

Sonne, sehr milde Luft und zum Leidwesen der Allergiker eine aufblühende Natur. So präsentiert sich derzeit der Frühling in Deutschland. Verantwortlich für das schöne Frühlingswetter sind die Hochdruckgebiete MAX mit Schwerpunkt über Osteuropa und NORBERT mit Schwerpunkt über Westeuropa, die eine Partnerschaft eingehen und somit das Wettergeschehen in Deutschland bestimmen.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 1

Analysekarte für Europa mit Lage der Druckgebilde und Isobaren sowie Stationsdaten am Montagmorgen, den 23.03.2026 um 06 UTC

Dabei steigen in einer trockenen Luftmasse nach einer kalten Nacht die Temperaturen heute auf 14 bis 18 Grad. Oftmals scheint bei nur wenigen Quellwolken die Sonne, sodass 10 bis 12 Sonnenstunden auf der Agenda stehen. Nur im Nordwesten und im äußersten Süden verdecken auch mal ein paar mehr Wolken das Zentralgestirn. Ein geringes Schauerrisiko besteht im Südschwarzwald und am Alpenrand. In der Nacht zum Dienstag ziehen von Nordwesten vermehrt harmlose Wolkenfelder auf. Frostig wird es erneut gebietsweise in der Südosthälfte, während in der Nordwesthälfte der Gefrierpunkt meist nicht unterschritten wird.

Am Dienstag steht vorerst der letzte Frühlingstag ins Haus. Allerdings kündigen mitunter dichtere Wolkenfelder und ein vor allem im Nordwesten auflebender Südwestwind bereits die Umstellung der Wetterlage an. Regen ist allerdings lediglich im äußersten Norden möglich und bei Maxima zwischen 14 und 20 Grad kann nochmals die Frühjahrskollektion ausgetragen werden. In der Nacht zum Mittwoch kommt im Nordwesten schauerartig verstärkter Regen auf, der bis zum Morgen in etwa eine Linie Saarland-Rügen erreicht. Dazu lebt der Südwestwind deutlich auf und an der Nordsee sowie im Bergland sind erste Sturmböen möglich. Im Südosten bekommt man von alledem noch nichts mit.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 2

Animation der Windentwicklung am Mittwoch, den 25.03.2026

Am Mittwoch macht ein teils stürmischer Westwind dem Frühling den Garaus. Mit einer markant ausgeprägten Kaltfront verlagert sich ein Regengebiet samt einzelner eingelagerter Gewitter südostwärts. Nachfolgend setzt sich in labiler Kaltluft Schauerwetter durch. Auch einzelne Graupelgewitter sind mit von der Partie und die Schneefallgrenze sinkt im Westen auf etwa 400-600 m und an den Alpen auf 600-900 m. Die Maxima von 8 bis 16 Grad werden meist schon am Vormittag erreicht und in der Folge sinken die Temperaturen. Der Wind lässt bereits am Nachmittag meist schon wieder deutlich nach.

In der Nacht zum Donnerstag hält die rege Schauertätigkeit an und eventuell gibt es vorrangig im Umfeld der Mittelgebirge sowie in weiten Teilen Bayerns am Morgen eine weiße Überraschung mit ein paar Zentimetern Neuschnee. Ein deutlicher Neuschneezuwachs wird am Alpenrand erwartet, wo bis Donnerstagfrüh durchaus 5 bis 15, in Staulagen über 20 cm Schnee fallen können.

Am Donnerstag fließt in einem breiten Strom kalte Polarluft nach Deutschland.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 3

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Donnerstag, den 26.03.2026 um 12 UTC

Infolgedessen stellt sich vor allem im Westen und Süden bereits Ende März schon typisches Aprilwetter mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern ein. An den Alpen fällt länger anhaltend Schnee, sodass dort die Schneedecke weiter an Mächtigkeit gewinnt. Bis Freitagfrüh sind weitere 10 bis 20, in Staulagen über 30 cm Neuschnee möglich. Im Norden und Osten wird nur wenig Niederschlag erwartet. Höchstwerte im zweistelligen Bereich werden in die Welt der Fabeln verbannt. Der teils ruppige Nordwestwind tut sein Übriges, um einen ungemütlichen Wettereindruck entstehen zu lassen. Frühlingsgefühle bauen sich da kaum auf.

Am Freitag kehrt etwas Ruhe ein. Bei einem Wechsel von Sonne und Wolken gibt es noch einzelne Regen-, ab mittleren Lagen Schneeschauer. Die Schneefälle am Alpenrand klingen langsam ab. Gegenüber dem Vortag steigen die Höchstwerte nur etwas an.

Auf Bilderbuchfruehling folgt jaeher Absturz 4

Temperaturverlauf für die Städte Mannheim (gelb), Berlin (rot) und München (blau) von Montag, den 23.03.2026 bis Freitag, den 27.03.2023

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.03.2026
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Die Vegetationsbrandgefahr im Frühjahr

„F1 – Brennt Bahndamm“ hieß es für die Feuerwehren im Haunetal bei Bad Hersfeld in Hessen am vergangenen Freitag in einer Alarmmeldung in den Mittagsstunden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich, dass nicht nur der Bahndamm sondern auch anliegendes Gestrüpp und größere Feld-/Wiesenabschnitte in Brand geraten waren. Während die Brandursache erst einmal im Unklaren blieb, kam vor allem die Frage auf, wie sich ein Vegetationsbrand so früh im Jahr bereits so groß ausdehnen konnte, denn eigentlich dachte man, dass „so etwas nur im Sommer“ passieren könne.

Die Vegetationsbrandgefahr im Fruehjahr 1

Vor allem im Frühjahr gibt es zunächst wenig frisches Grün, weshalb altes, trockenes gras sehr feueranfällig werden kann – bei passender Witterung.

Hier muss jedoch genauer auf den aktuellen Bewuchs geschaut werden: Während es draußen schon langsam wärmer und vor allem trockener wurde, hat die Natur gerade erst mit dem Austrieb begonnen und noch befindet sich viel altes, abgestorbenes Gras und sonstiges organisches Material in der Natur, das nur sehr zögerlich von frischem Grün ersetzt wird.

Gibt es nun, wie in den vergangenen Wochen häufig zu beobachten gewesen, kaum Niederschlag, so trocknet dieses abgestorbene Gras immer weiter aus. Dies bietet nahezu ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Vegetationsbrände, sollte es eine externe Zündquelle geben. Diese kann natürlich ein technischer Defekt, etwa an einem Zug, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder natürlich auch Vorsatz sein.

Generell neigen Vegetationsbrände vor allem im März immer häufiger dazu, sich schnell auf größere Flächen auszudehnen, da in der Vergangenheit vermehrt ein zu trockenes Frühjahr verzeichnet wurde und somit große Flächen trockenen Grases oder Gestrüpps vorhanden waren. Zwar sind die Flammenlängen dann meistens nicht so groß wie bei ausgedehnten Waldbränden im Sommer, nichtsdestotrotz erfordert es ein rasches Eingreifen von Feuerwehrkräften, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Dies gelang den Einsatzkräften im Haunetal glücklicherweise rasch, sodass größerer Schaden ausblieb.

Mit Blick auf die Vegetationsbrandgefährdung in den kommenden Tagen zeigt sich, dass sowohl der Graslandfeuerindex, als auch der Waldbrandgefahrenindex steigen und eine erhöhte Feuergefahr vorhersagen. Wichtig hierbei ist, dass es aber erst einer Zündquelle bedarf und dann lediglich das Brandpotential abgeschätzt wird.

Die Vegetationsbrandgefahr im Fruehjahr 2

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD steigt in den kommenden Tagen noch deutlich an und erreicht ab Dienstag regional die zweithöchste Warnstufe. Erst ab Donnerstag ist die Gefahr erstmal gebannt.

Aufgrund der anhaltenden Hochdruckwitterung bleibt es weiterhin trocken, was das Brandrisiko weiter erhöht und den Waldbrandindex am Dienstag und teils noch am Mittwoch bis auf die Stufe 4 von 5 ansteigen lässt, womit eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch der Graslandfeuerindex erreicht am Mittwoch regional die Stufe 4 von 5 und somit eine hohe Gefahr für Brände und deren (rasche) Ausbreitung.

Die Vegetationsbrandgefahr im Fruehjahr 3

Der Graslandfeuerindex zeigt ebenso wie der Waldbrandindex ein ansteigendes Feuerrisiko, das erst zum Donnerstag wieder absinkt.

Erst mit dem Wetterumschwung ab Mittwoch/Donnerstag sinkt die Vegetationsbrandgefahr durch aufkommende Regenfälle rasch ab. Später im Frühjahr mit Austreiben von neuem Gras und der restlichen Vegetation sollte die Brandgefahr an sich wieder sinken, sofern es nicht komplett trocken bleibt.
Wie sich das Vegetationsbrandrisiko dann im Sommer 2026 verhält, ist heute noch nicht abzusehen.

M.Sc. Meteorologe Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.03.2026
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Geografie und Topografie

In Deutschland gibt es unzählige Gebirgszüge und einige davon spielen für die tägliche Wettervorhersage eine maßgebliche Rolle. Oftmals ist die Rede von Sturm oder Schnee im Bergland und im Sommer entstehen auch Gewitter oftmals im Umfeld von Gebirgszügen. Besonders wichtig ist es auch im Flugwetter die Höhenzüge und ihre vertikale Erstreckung zu kennen. Beispielsweis gibt es in Deutschland verschiedene GAFOR-Gebiete (General Aviation Forecast), die genutzt werden, um Sichtflugbedingungen darzustellen. Und genau diese Gebiete werden einer Bezugshöhe zugeordnet auf deren Basis die Vorhersage mittels einer codierten Form erfolgt. Beispielsweise wird für das GAFOR-Gebiet Schwarzwald eine Bezugshöhe von 4000 FT (ca. 1200 m) angenommen, während es für das Havelland 300 FT (ca. 100 m) sind. Weitere Infos zu GAFOR Gebieten finden sich unter: https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/luftfahrt/teaser/gafor_test/luftsportberichte_mit_bild.html.

Nun wollen wir aber zum Quiz kommen. Natürlich könnten gewisse Hilfsmittel verwendet werden, aber viel mehr Spaß macht das Quiz doch dann, wenn die grauen Zellen aktiviert werden. Am Ende ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben ein Lösungswort.

Frage 1:

Nun nehmen wir in der ersten Frage mal an, dass Sie von Köln auf direktem Weg nach Leipzig fliegen. Welche Höhenzüge werden dabei unter anderem überquert?

  1. S) Hunsrück, Odenwald, Rhön, Thüringer Wald
    F) Bergisches Land, Siegerland, Nordhessisches Bergland
    R) Teutoburger Wald, Harz, Erzgebirge

Frage 2:

Wie heißt die höchste Erhebung im Hunsrück?

  1. r) Erbeskopf
    o) Feldberg
    e) Fichtelberg

Frage 3:

Der Fichtelberg gehört zu welchem Mittelgebirge?

  1. n) Fichtelgebirge
    ü) Erzgebirge
    g) Thüringer Wald

Frage 4):

In welchem Bundesland befindet sich das höchste Mittelgebirge Deutschlands?

  1. n) Sachsen- Anhalt
    e) Bayern
    h) Baden-Württemberg

Frage 5):

Wie hoch ist der Brocken?

  1. l) 1142 m üNN
    n) 1426 m üNN
    e) 925 m üNN

Frage 6):

Nun wollen Sie von Marburg nach Schwäbisch Hall fliegen. Dabei befindet sich die Unterkante der Hochnebeldecke in etwa 500 m üNN. Welche Flugroute bietet sich daher an, damit Sie nicht in die Wolkendecke fliegen und ist die kürzeste?

  1. t) Marburg, Gießener Becken, Rhein-Main-Gebiet, Odenwald, Bauland, Hohenloher Ebene, Schwäbisch Hall
    i) Marburg, Wetterau, Rhein-Main-Gebiet, entlang des Mains, Bauland, Hohenloher Ebene, Schwäbisch Hall
    s) Marburg, Wetterau, Rhein-Main-Gebiet, Bergstraße, Kraichgau, Hohenloher Ebene, Schwäbisch Hall

Frage 7):

In welchen Bundesländern liegt der Fläming?

  1. a) Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
    n) Brandenburg und Sachsen-Anhalt
    c) Rheinland-Pfalz und Saarland

Frage 8):

Wie hoch sind die höchsten Erhebungen in Schleswig-Holstein?

  1. e) 50-80 m üNN
    h) 80-120 m üNN
    g) 120-170 m üNN

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.03.2026
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Hitzewelle in den USA erreicht vorläufigen Höhepunkt

In unserer Tagesrubrik, exakt an dieser Stelle, wurde genau vor einer Woche in einem ausführlichen Artikel auf eine sehr wahrscheinlich bevorstehende Hitzewelle im Südwesten der USA verwiesen. Diese ist nun eingetreten und erreicht aktuell ihren vorläufigen Höhepunkt. Betroffen ist insbesondere der Südwesten der USA, also primär der Südteil der Bundesstaaten Kalifornien und Nevada sowie große Teile Arizonas. Dort wurden am gestrigen bereits flächendeckend 35 bis 40 °C, an der Grenze zu Mexiko in der Wüstengemeinde Martinez Lake 43,3 °C als Höchstwerte gemessen.

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 1

Temperaturen März 2026 (Messung und Klimatologie) in Phoenix/Arizona. (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Zahlreiche Tages- und Monatsrekorde wurden nicht nur gebrochen, so wurden förmlich pulverisiert. Wie hier am Beispiel der Station Phoenix in Arizona zu erkennen ist, wurden als gestrige Höchsttemperatur 105 Grad Fahrenheit gemessen (entspricht 40,6 Grad Celsius). Der vorherige Rekord für den Gesamtmonat März lag bei 100 Grad Fahrenheit (37,8 °C). Es ist bereits der 6. Tag im März 2026 mit einem neuen Tagesrekord an der Station. Doch nicht nur die Maxima, auch die nächtlichen Tiefstwerte sind beachtlich. So sank das Thermometer in den vergangenen 3 Nächten nicht mehr unter 68° Fahrenheit (entspricht 20 °C) in der Region. 3 Tropennächte im März: Allein die Vorstellung dürfte einigen Kälteliebhabern hierzulande sprichwörtlich die Schweißperlen auf die Stirn treiben! Wie anhand der linksstehenden roten Zahl in Klammern zu erkennen ist, die die Abweichungen vom Klimamittel kennzeichnen, bewegt man sich dort aktuell um rund 10 Grad Fahrenheit über dem langjährigen Mittelwert (circa 5 °C entsprechend).

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 2

Warnkarte USA (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Beim Blick auf die Warnkarte (Abbildung 2) stechen nehmen der violetten Hitzewarnungen im Südwesten ebenfalls die Magentafarben, von den Great Plains bis in den mittleren Westen reichend, heraus. Dort ist eine extrem erhöhte Waldbrandgefahr gegeben, bei der neben sehr trockene Bedingungen und viel Wind auch die rekordträchtigen Temperaturen ihren Beitrag leisten. Denn nicht nur die Qualität dieser Hitzewelle mit den absoluten Peaks ist beachtlich, sondern auch deren Ausdehnung. Selbst in Nebraska in der Stadt mit dem schönen Namen Scottsbluff und sogar noch weiter nördlich bis nach South Dakota sind mehr als 30 °C gemessen worden am heutigen Freitag.

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 3

Höchsttemperaturen vom Freitag, 20.03.2026 bis 13 Uhr MEZ (links), Abweichung vom Klimamittel (rechts)( Quelle: DWD/EZMW)

Grund hierfür ist ein sogenannter „Heat Dome“, bei dem sich die Atmosphäre innerhalb eines stationären Hochdruckgebietes durch langanhaltendes Absinken sehr stark bis in oberen Schichten der Troposphäre erwärmt. Normalerweise tritt dieses Phänomen vorrangig oder in den Sommermonaten (zumindest aber Sommerhalbjahr auf), ist also speziell für die Jahreszeit ungewöhnlich stark und sehr weit nach Norden ausgedehnt. Auch wenn selbstredend noch keine Attributionsstudien zu der Lage vorliegen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Klimawandel maßgeblich an den Rekorden beteiligt ist.

Die Behörden empfehlen in den betroffenen Regionen dringend eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme von Wasser oder elektrolythaltigen Sportgetränken, zur Nutzung von Sonnencreme, Tragen leichter Kleidung sowie Anstrengungen im freien zur Mittags- und Nachmittagszeit zu meiden. Verzichten sollte man hingegen auf einen erhöhten Alkohol- und Koffeinkonsum, fettiges oder stark proteinhaltiges Essen und das Zurücklassen von Kindern in Autos.

Hitzewelle in den USA erreicht vorlaeufigen Hoehepunkt 4

Höchstwerte und Rekorde der nächsten Tage im Südwesten der USA (Quelle: National Weather Service (NOAA))

Wie geht es nun weiter? Eine leichte Entspannung kündigt sich zwar an, aber noch keine wirklich nachhaltige Abkühlung. Schwache Kaltfronten, streifen nur den Norden des Landes und gehen vielfach ohne nennenswerte Regenfälle von West nach Ost durch. Im Gegenteil: In der kommenden Woche verdichten sich die Hinweise, dass sich die Hitzeglocke nach kurzer Abschwächung erneut regenerieren kann (siehe auch Abbildung 4). Bleibt zu hoffen, dass zumindest Wald- und Buschbrände ausbleiben.

Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.03.2026
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Das Wetter zum Frühlingsanfang

Am morgigen Freitagnachmittag (20. März 2026, 15:46 Uhr MEZ) ist auf der Nordhalbkugel astronomischer Frühlingsanfang. Dann überquert die Sonne den Äquator und bringt damit der Südhalbkugel den Herbst. An diesem Tag sind überall auf der Welt Tag und Nacht (in etwa) gleich lang, weshalb man auch von der Tag-und-Nacht-Gleiche spricht.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. März Frühling. Dies hat statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn man hierfür komplette Monate betrachtet, als Beispiel für den Frühling die Monate März, April und Mai. Würde man sich hierbei auf die astronomischen Daten beziehen, so müsste man den jährlich variablen Anfang und das variable Ende der Jahreszeiten beachten, was jede Auswertung unnötig kompliziert machen würde.

Phänologisch beginnt der Vorfrühling mit der Haselblüte, was in diesem Jahr am 07. Februar der Fall war. Seit dem 16. März befinden wir uns nun im Erstfrühling, wobei der Beginn mit der Forsythienblüte einhergeht. Statistisch gesehen war die Haselblüte also zwei Tage früher als im vieljährigen Mittel, die Forsythienblüte hingegen bereits acht Tage früher. Ende April beginnt statistisch gesehen mit der Apfelblüte dann der Vollfrühling.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 1

Phänologische Uhr mit Beginn und Dauer der phänologischen Jahreszeiten, vieljähriges Mittel und aktuelles Jahr 2026 im Vergleich

Doch wie ist das Wetter in den kommenden Tagen? Präsentiert es sich von seiner frühlingshaften Seite oder hat der Winter noch ein paar letzte Pfeile im Köcher?

Hoch LUKAS sorgt am heutigen Donnerstag in weiten Teilen Deutschlands für ruhiges und meist sehr mildes Wetter mit viel Sonnenschein. Die Temperaturmaxima liegen verbreitet bei Werten zwischen 13 und 19 Grad, nur an der Küste sowie südlich der Donau ist es etwas kühler. In den Hochlagen des Südwestens weht dabei ein mäßiger Nordost- bis Ostwind, dieser schwächt sich zum Abend aber weitestgehend ab.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 2

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Donnerstag, den 19.03.2026 12 UTC

In der Nacht zum Freitag wird es im Süden und Südosten sowie in Teilen der Mitte frostig. Trotz des warmen und sonnenscheinreichen Wetters tagsüber sollte man also nicht bereits voreilig empfindliche Pflänzchen nach draußen stellen oder einpflanzen. In besagten Regionen ist Luftfrost zwischen 0 und -5 Grad zu erwarten. Am Boden gehen die Temperaturen allerdings deutschlandweit zurück auf Werte zwischen +2 und -5 Grad, in weiten Teilen von Baden-Württemberg und Bayern ist mit mäßigem Bodenfrost zwischen -5 und -10 Grad zu rechnen.

Währenddessen greift bereits ein schwacher Tiefausläufer auf den Norden und Nordosten Deutschlands über. Dieser hat dichtere Bewölkung sowie etwas Regen im Gepäck und erreicht bis Freitagmorgen die mittleren Landesteile. Dort sorgt er auch am Freitag tagsüber für stärkere Bewölkung und gelegentlich etwas Regen.

Im Süden und Südwesten merkt man erst einmal noch nichts davon. Zunächst scheint die Sonne länger vom Himmel, ehe im Laufe des Nachmittags auch dort die Bewölkung tendenziell dichter werden soll. Dafür lockert dann die Bewölkung im Nordwesten wieder auf und die Sonne kommt etwas häufiger zum Vorschein. Die Höchsttemperatur erreicht dabei Werte zwischen 7 Grad an der See und bis 18 Grad im Südwesten.

Das Wetter zum Fruehlingsanfang 3

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Freitag, den 20.03.2026

Am Wochenende sorgt ein sogenannter Kaltlufttropfen – ein Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten mit hochreichend kalter Luft – im Süden Deutschlands für dichtere Bewölkung und insbesondere am Samstag für etwas Regen, in den höheren Lagen der Alpen auch für etwas Schnee. Im Norden und Nordwesten scheint hingegen die Sonne von einem zeitweise wolkenlosen Himmel. Die höchsten Temperaturwerte liegen meist zwischen 11 und 16 Grad, nur an der See, im Alpenvorland sowie im östlichen und südöstlichen Bergland ist es etwas kühler.

Summa summarum präsentiert sich das Wetter in den kommenden Tagen also meist von seiner frühlingshaften Seite, in den Alpen sorgen ein paar Schneeflocken jedoch für einen kurzen Wintergruß.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.03.2026
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Als Deutschland im Schnee versank: Der strenge Winter 2005/2006

Schon der Auftakt hatte es in sich: Ein stationäres Tief über Westdeutschland sorgte am 25. November 2005 für bis zu 45 cm nassen Schnee. Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen und zahlreiche Strommasten brachen unter der enormen Schneelast zusammen. Dies sollte als das Münster-Schneechaos in die Geschichte eingehen.

Bereits im Dezember stellte sich eine anhaltend winterliche Witterung ein, die sich – nur kurzzeitig unterbrochen – bis in den März hinein fortsetzte. Verantwortlich dafür war unter anderem eine plötzliche Stratosphärenerwärmung Anfang Dezember. Sie begünstigte wiederholt Hochdrucklagen über Nordeuropa, die milde Atlantikluft blockierten und stattdessen kalte Kontinentalluft nach Mitteleuropa lenkten. Charakteristisch für diesen Winter war das Zusammenspiel stabiler Hochdruckgebiete im Norden mit aktiven Tiefdruckgebieten entlang der Frontalzone über Süd- und Mitteleuropa. Das Ergebnis: anhaltende Kälte bei gleichzeitig wiederkehrenden, teils kräftigen Schneefällen.

Die erste markante Frostperiode stellte sich um den Jahreswechsel ein. Besonders in der Südosthälfte Deutschlands traten verbreitet strenge Nachtfröste bis unter −20 °C auf. Zuvor gefallener Schnee sorgte für eine nahezu flächendeckende Schneedecke, die im Nordosten regional bereits eine Höhe von über 30 cm erreichte. Im Bayerischen Wald wuchs sie rasch auf über einen Meter an. Die Schneemassen führten schließlich zur Tragödie von Bad Reichenhall, wo das Dach einer Eissporthalle einstürzte.
Im Januar folgte eine weitere Stratosphärenerwärmung, welche die winterliche Großwetterlage zusätzlich stabilisierte. Eine lang anhaltende Hochdruckphase ließ die Luft in Bodennähe stark auskühlen. Vor allem im Osten und Südosten wurden wiederholt strenge Fröste bis -18 °C gemessen. Zeitweise bildeten sich ausgeprägte Inversionslagen. Selbst größere Seen froren zu. Zwischendurch sorgten Tiefausläufer immer wieder für neue Schneefälle.

Seinen Höhepunkt erreichte der Winter im Februar. In einer Nordwestlage fielen in den Staulagen der östlichen Mittelgebirge innerhalb weniger Tage mehr als ein Meter Neuschnee. Mehr als 1.000 Gebäude in den östlichen Mittelgebirgen waren durch die Schneelast gefährdet. In mehreren Landkreisen, insbesondere in Niederbayern, wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundeswehr und THW waren im Dauereinsatz, um Dächer von Schnee zu befreien. Dennoch kam es zu Einstürzen. Straßen mussten wegen Schneebruchs gesperrt werden und die Schneehöhen türmten sich mancherorts auf über zwei Meter. Auch in den Nachbarländern Tschechien und Österreich waren Ortschaften zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Während der Übergang zu frühlingshaftem Wetter mit Temperaturen bis 20 °C in diesem Jahr bereits Ende Februar erfolgte, zeigte sich der März 2006 nochmals von seiner winterlichen Seite. Mit einer Nordlage gelangte erneut arktische Kaltluft nach Deutschland, begleitet von atlantischen Tiefdruckgebieten. Es kam verbreitet zu kräftigen Schneefällen. In Norddeutschland wurden bis zu 40 cm gemessen, im Alpenvorland 50 bis 100 cm. Auch sonst war ein Großteil Deutschlands erneut schneebedeckt. Besonders markant war die Lage am 11. und 12. März, als im Erzgebirge über 50 cm Neuschnee fielen. Insgesamt lag das Temperaturniveau im ersten Märzdrittel etwa 4 bis 6 Grad unter dem neuen klimatologischen Mittel.

Erst ab dem 25. März setzte sich schließlich eine nachhaltige Wetterumstellung durch. Mit einer südlichen Strömung gelangten warme Luftmassen nach Deutschland und brachten Tauwetter sowie Temperaturen über 20 °C. In den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge hielt sich die Schneedecke jedoch noch bis in den Mai hinein.

Der Winter 2005/2006 bleibt somit als einer der letzten ausgeprägten Kälte- und Schneewinter in Erinnerung.
Die folgenden Bilder entstanden am 12.03.2006 auf dem Aschberg in Klingenthal im oberen Vogtland, das letzte Bild in Carlsfeld von Mitte März 2006.

Als Deutschland im Schnee versank 1

Bereits auf 700 m lag über 1,5 m Schnee.

Als Deutschland im Schnee versank 2

Eingeschneite Ausfahrt mit zugewehtem Auto.

Als Deutschland im Schnee versank 3

Häuser verschwinden unter Schneewehen

Als Deutschland im Schnee versank 4

Die Aschbergstraße auf 800 m unpassierbar.

Als Deutschland im Schnee versank 5

Bis zu 2 m Schnee auf dem Kamm.

Als Deutschland im Schnee versank 6

Eingeschneites Haus in Carlsfeld im Westererzgebirge

Diplom-Meteorologe Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.03.2026
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Christian Andreas Doppler

CAD ist nicht nur die Abkürzung für „computer-aided design“, also für ein rechnergestütztes Konstruieren und Arbeiten an (dreidimensionalen) Modellen. Es sind ebenso die Initialen eines berühmten Mannes: Christian Andreas Doppler. Heute jährt sich sein Todestag zum 173. Mal, daher wollen wir in diesem Thema des Tages ihn und seine Entdeckung ehren.

Christian Andreas Doppler war ein österreichischer Mathematiker und Physiker, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte. Er wurde 1803 in Salzburg geboren und studierte in Wien Mathematik und Physik. Das reichte ihm augenscheinlich nicht, denn dazu kam anschließend noch ein Studium der Philosophie in Salzburg.

Christian Andreas Doppler 1

Abbildung 1: Porträtzeichnung Christian Dopplers

Nach einigen anderen Lehrstellen, wurde er schließlich Professor in Prag und später Professor für Experimentalphysik und Direktor des Physikalischen Instituts in Wien. In Prag veröffentlichte er seine Abhandlung mit dem Titel „Über das farbige Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels“. In diesem Text beschreibt und leitet er theoretisch her, was mit Wellen passiert, wenn sich der Sender oder der Empfänger bewegt. Heute ist uns dieser Effekt zu seinen Ehren als Dopplereffekt bekannt. Das Beispiel des vorbeifahrenden Krankenwagens haben wohl die meisten schon einmal gehört. Wenn das Fahrzeug mit dröhnender Sirene auf uns zufährt, hört sich die Tonlage anders an, als wenn es an uns vorbeigerast ist und sich nun wegbewegt. Das liegt daran, dass die Schallwellen im ersten Fall zusammengestaucht werden und die Wellenlänge kleiner wird – der Ton wird höher. Im zweiten Fall wird die Wellenlänge größer und wir hören tiefere Töne.

Das Prinzip lässt sich nicht nur auf Schall anwenden, sondern auch auf Licht. Doppler wollte dadurch erklären, wieso manche Sterne eine andere Farbe besitzen als andere. Kurioserweise ist für dieses Problem der nach ihm benannte Effekt gar nicht ausschlaggebend. Die Temperatur des Sterns ist hauptverantwortlich welche Farbe er bevorzugt abstrahlt. Für sein Problem hat er also eine Lösung gefunden, die zwar nicht stimmte, jedoch trotzdem eine wichtige Entdeckung darstellt.

Der experimentelle Nachweis des akustischen Dopplereffekts wurde 1844 von Christoph Buys-Ballot erbracht. Dabei spielten Blasmusikanten einen gleichbleibenden Ton in einer fahrenden Eisenbahn. Im Labor konnte Ernst Mach den Effekt erst 1860 und somit nach Dopplers Tod nachweisen. Der Nachweis für Licht erfolgte noch später im Jahre 1876 durch Carl Vogel.

Heutzutage wird der Dopplereffekt in vielen verschiedenen Bereichen genutzt. In der Medizin, kann die Geschwindigkeit des Blutes in unseren Gefäßen gemessen werden. Hierbei sendet man Ultraschallwellen in das Gefäß und misst das reflektierte Echo. Die sich bewegenden Blutkörperchen verändern die Frequenz der Wellen und diese Änderung lässt Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit des Blutstroms zu. In der Astronomie kann gemessen werden, wie sich ein Objekt relativ zur Erde bewegt oder ob es um sich selbst rotiert. In der Satellitenkommunikation muss immer berücksichtigt werden, dass sich durch die hohe Geschwindigkeit des Satelliten auch das ausgesandte Signal verändert.

Es wäre natürlich kein Thema des Tages, wenn nicht der Bezug zur Meteorologie hergestellt würde. Hier müssen die Dopplerradare genannt werden, die wichtige Informationen zu der Geschwindigkeit von Gewitterzellen liefern. Auch besonders kräftige Entwicklungen können besser entdeckt werden, denn Superzellen beinhalten eine Rotation. Mithilfe des Dopplereffektes können die engbeieinander liegenden entgegengesetzten Relativbewegungen sichtbar gemacht werden. Wer mehr über dieses Thema lesen möchte, kann sich in vielen vorangegangen Themen des Tages umschauen (siehe Link 1 oder Link 2).
Christian Andreas Doppler 2

Abbildung 2: Gedenktafel zu Ehren Christian Dopplers an dessen Geburtshaus.

Zur Ehrung Christian Dopplers steht im Arkadenhof der Universität Wien eine steinerne Büste von ihm. Außerdem ist sein Name in einer Ehrentafel verewigt und ein Hörsaal nach ihm benannt. Auch in seiner Geburtsstadt Salzburg wurde anlässlich seines 100. Geburtstages eine Informationstafel an seinem Geburtshaus und zu seinem 200. Geburtstag eine Büste in der Christian-Doppler-Klinik aufgestellt.

M.Sc. Meteorologe Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.03.2026
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Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Frühling zurück

Die neue Woche startete am heutigen Montag mit klassischem Aprilwetter. Ein mit reichlich Höhenkaltluft angereicherter Trog in 500 hPa, d.h. tiefer Luftdruck und kalte Temperaturen in etwa 5,5 km Höhe, sorgte am heutigen Montag für abwechslungsreiches Wetter. Wir erlebten einen Mix aus etwas Sonnenschein und dichten Wolken. Dazu gesellten sich einige Schauer, teils mit Graupel. Auch das ein oder andere Graupelgewitter war mit von der Partie. Kaum Schauer gab es im Südwesten des Landes und auch im Nordwesten ließen die Schauer bis zum Abend nach. Der Regenschirm half bei den Schauern und Gewittern nur wenig, denn diese waren von starken bis stürmischen Böen begleitet, aber auch abseits von Schauern wehte zeitweise ein lebhafter Wind. Mit 7 bis 12 Grad war es am heutigen Nachmittag auch vergleichsweise kühl.

Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Fruehling zurueck 1

Abbildung 1: Bodendruckverteilung und Fronten am morgigen Dienstag, 17.03.2026, 12 UTC (13 Uhr mitteleuropäische Zeit, MEZ).

Bereits in der kommenden Nacht zum Dienstag lassen die Schauer und Gewitter nach und ziehen sich nach Südosten zurück. An den Alpen stauen sich allerdings die Niederschläge. Bis auf 800 m herab schneit es und es wird nochmal weiß. Stellenweise werden 5 bis 10 cm Neuschnee erwartet. Vor allem in den östlichen Bayerischen Alpen halten die Schneefälle bis morgen Nachmittag an und in höheren Lagen können bis zu 30 cm Neuschnee zusammenkommen. Während es abgesehen davon in der Osthälfte Deutschlands meist aufklart, ziehen im Westen schon neue Wolken auf, die auch etwas Regen bringen. Dabei handelt es sich um die bereits erwähnte Warmfront, die uns von Westen erreicht und deutlich mildere Luft im Schlepptau hat. Dort, wo es aufklart, gibt es verbreitet leichten Frost, im Westen unter den Wolken bleibt es hingegen frostfrei.

Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Fruehling zurueck 2

Abbildung 2: Wetter (tagsüber) am morgigen Dienstag, 17.03.2026.

Am morgigen Dienstag dehnt sich ein Hochdruckgebiet von Russland und Nordosteuropa weiter zu uns nach Mitteleuropa aus und wird dort LUKAS genannt (Abbildung 1). Dadurch kommen die Niederschläge und Wolkenfelder der Warmfront nicht mehr bis in den Osten voran (Abbildung 2). Auch in der Westhälfte sorgt der steigende Luftdruck dafür, dass die Regenfälle immer schwächer werden und im Tagesverlauf abklingen. Im Westen ist es also morgen noch oft grau und vielleicht auch anfangs regnerisch, während sich im Osten schon häufiger die Sonne durchsetzt. Mit Temperaturen zwischen 8 Grad in Teilen Südbayerns und 16 Grad am Niederrhein wird es schon wieder etwas milder als heute. Trotz der Wolken wird es also im Westen am wärmsten was der wärmeren Luft hinter der Warmfront geschuldet ist.

Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Fruehling zurueck 3

Abbildung 3: Bodendruckverteilung und Fronten am Mittwoch, 18.03.2026, 12 UTC (13 MEZ).

Diese Wetterbesserung setzt sich auch am Mittwoch fort (Abbildung 3). Zuvor müssen wir aber nochmals durch eine kalte Nacht. Mit Ausnahme des Nordwestens und entlang des Rheins, fallen die Temperaturen verbreitet unter den Gefrierpunkt. Vor allem von Bayern über Sachsen bis in den Süden Brandenburgs muss in ungünstigen Lagen sogar mit Tiefstwerten um -5 Grad gerechnet werden (Abbildung 4, links). Empfindliche Pflanzen sollten also vor Frostschäden geschützt werden. Tagsüber treibt viel Sonnenschein zusammen mit der wärmeren Luftmasse dann die Temperaturen aber in die Höhe. Am Nachmittag kommen bei strahlend blauem Himmel und Höchstwerten zwischen 12 und 18 Grad wieder Frühlingsgefühle auf (Abbildung 4, rechts). Ähnlich sieht es auch am Donnerstag aus (Abbildung 5). Vielerorts Sonnenschein und Höchstwerte zwischen 13 und 19 Grad dürften der Vegetation einen weiteren Schub geben. Nur im Norden ziehen im Tagesverlauf Wolken auf, die am Abend in Küstennähe etwas Regen bringen könnten.

Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Fruehling zurueck 4

Abbildung 4: Tiefstwerte (links) und Höchstwerte (rechts) der Temperatur am Mittwoch (nach MOSMIX), 18.03.2026.

In der Nacht zum Freitag und am Freitag kommen Wolken und etwas Regen weiter südwärts voran. Bei diesem Regenband handelt es sich um eine Kaltfront, die uns von Nord nach Süd überquert. Hinter ihr fließt wieder kühlere Luft ein. Die Temperaturen gehen also – zumindest vorübergehend – wieder zurück. Da sich voraussichtlich über Nordeuropa aber schon das nächste Hoch etabliert, beruhigt sich das Wetter wieder. Die Niederschläge klingen ab und die Sonne kommt am Wochenende auch wieder zeitweise zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen aber vorerst nicht mehr das Niveau der Wochenmitte. Die Frostgefahr bleibt in den Nächten weiter bestehen.

Nach turbulentem Wochenstart kehrt der Fruehling zurueck 5

Abbildung 5: Wetter-Aussichten von Mittwoch bis Freitag, 18. – 20.03.2026.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.03.2026
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