Hoch RICCARDA

Aktuell bestimmt das umfangreiche Hoch RICCARDA (I) mit Schwerpunkt über Schottland bzw. über der Nordsee das Wetter in Deutschland. Sein Einflussbereich reicht von Irland bis nach Skandinavien bzw. bis zum Baltikum. Tiefdruckgebiete müssen daher ausweichen, so dass das Hoch auch in den kommenden Tagen bei uns wetterbestimmend bleibt. Die Position des Hochs sorgt allerdings dafür, dass die Grundströmung aus nördlichen bzw. nordöstlichen Richtungen kommt. Somit bleiben die Temperaturen zunächst gedämpft und aufgrund der feuchteren Grundschicht ziehen immer wieder kompaktere Wolkenfelder durch, die aber kaum Regen bringen.

Hoch RICCARDA teil 1 

Abb 1: Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Mittwoch den 07.05.2025 12 UTC 

Am heutigen Mittwoch zeigt sich der Himmel unterschiedlich bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Lediglich an den Alpen sind die Wolken kompakter und bringen dort etwas Regen in den höchsten Alpengipfeln auch etwas Schnee. Es liegt daran, dass der Einfluss von Tief JÜRGEN über Oberitalien über den Alpenhauptkamm hinweg bis nach Süddeutschland reicht. Die Höchstwerte liegen zwischen 12 Grad an den Alpen und 18 Grad im Westen. Der Wind weht schwach bis mäßig aus nordöstlichen Richtungen. 

In der Nacht zum Donnerstag klart der Himmel vor allem in der Mitte und in Teilen des Nordens auf. Im Süden halten sich dichtere Wolken und an den Alpen regnet es weiter, oberhalb 1800 m schneit es. Die Tiefstwerte liegen zwischen 8 und 0 Grad. Von Schleswig-Holstein bis nach Sachsen tritt örtlich leichter Frost bis -2 Grad auf. 

Hoch RICCARDA teil 2

Abb 2: Wetter- und Temperaturkarte, Mittwoch 07.05.2025 

Am Donnerstag profitierten die Mitte und der Norden des Landes von der Nähe des Hochs, so dass dort überwiegend die Sonne scheint. Im Süden hingegen fällt aus kompakten Wolkenfeldern etwas Regen. Dabei liegen die Tageshöchstwerte zwischen 11 Grad an den Alpen und knapp 20 Grad am Niederrhein. Der Wind weht weiterhin schwach bis mäßig aus Nordost. 

In der Nacht zum Freitag klingen die leichten Niederschläge an den Alpen weiter ab. An der Ostsee ziehen vereinzelte Schauer auf. Der Rest des Landes bekommt eine meist klare Nacht. Vor allem vom östlichen Niedersachsen bis nach Sachsen und Brandenburg muss bei Tiefstwerten zwischen +2 und -3 Grad häufiger mit leichtem Frost gerechnet werden. Ansonsten liegen die Tiefstwerte zwischen 8 und 2 Grad. 

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Abb 3: Wetter- und Temperaturkarte, Donnerstag 08.05.2025 

Am Wochenende verstärkt sich der Hochdruckeinfluss über Deutschland, so dass die sonnigen Anteile zunehmen werden. Lediglich am Freitag gibt es noch im Osten und an den Alpen vereinzelte Schauer, ab Samstag ist es überall niederschlagsfrei. Die Temperaturen steigen von Tag zu Tag an. Am Sonntag werden dann Höchstwerte von 17 bis 22, im Westen bis knapp 25 Grad erreicht. In der Nacht zum Samstag ist die Frostgefahr noch leicht erhöht, aber sie nimmt ab Samstag dann deutlich ab. 

Auch die neue Woche beginnt freundlich und mit Höchstwerten von 19 bis 24 Grad ist es auch mäßig warm. Regen wird nicht erwartet, so dass sich die Trockenheit in einigen Teilen Deutschlands weiter verschärft. 

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Feliz cumpleaños, señora Saulo!

Am heutigen 06. Mai 2025 feiert die argentinische Meteorologin und Hochschullehrerin Andrea Celeste Saulo Geburtstag. Warum das eine Erwähnung wert ist? Nun, sie hat nicht nur kürzlich erst den DWD-Hauptsitz in Offenbach und damit auch einen Teil unserer Kollegen im Vorhersagedienst besucht, sondern ist auch seit dem 01. Januar 2024 die erste Frau und außerdem erste Person aus Lateinamerika, die das Amt der Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) innehat. Der aktuelle Präsident der WMO, Abdulla Al Mandous, beerbte 2023 den langjährigen DWD-Präsidenten Gerhard Adrian, der das Amt bei der WMO parallel von 2019 bis 2023 bekleidete. 

Doch wer ist diese Frau eigentlich? Geboren am 06. Mai 1964 in Buenos Aires wächst sie in einer Mittelschichtfamilie auf. Ihr Interesse für die Meteorologie ist rasch geweckt, ihr Werdegang entspricht einer klassischen Karrierelaufbahn mit Ambitionen für Führungsaufgaben. Nach dem erfolgreich absolvierten Studium der Meteorologie an der Universität von Buenos Aires (UBA) 1987 promovierte sie 1996 in Atmosphärenwissenschaften. Seit 1988 ist sie im Fachbereich für Atmosphären- und Ozeanwissenschaften (DCAO) der Fakultät für Exakte und Naturwissenschaften (FCEN) der UBA in der Lehre tätig. Dies übte sie zunächst als Assistenzprofessorin, ab 2006 in der Position einer ordentlichen Professorin und seit 2017 als außerordentliche Professorin aus. Mit ihrer Arbeit hat sie ganz wesentlich zu einem besseren Verständnis des südamerikanischen Monsunsystems beigetragen, das durch Einflüsse wie die Abholzung des Regenwaldes, Dürren und Brände erheblich bedroht ist. Eine Reihe von Auslandsaufenthalten als Gastwissenschaftlerin führten sie unter anderem an die University of Utah (USA), an das NOAA Climate Diagnostics Center (USA), an die Universität nach Pelotas (Brasilien) oder das Labor für dynamische Meteorologie in Paris. In einem Interview gab sie einmal zu, dass sie gerne mehr gereist wäre, aber aus Verantwortung ihrer Familie (verheiratet und 2 Kinder) gegenüber bewusst darauf verzichtet hat. 

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Celeste Saulo auf dem Jahrestreffen der Europäischen Meteorologischen Gesellschaft im Jahr 2022. Quelle: DWD 

Im Juli 2014 wurde Celeste Saulo dann zur Direktorin des argentinischen Nationalen Wetterdienstes (Servicio Meteorológico Nacional, SMN) ernannt, was die „Eintrittskarte“ zur WMO darstellte, der alle Leiter der nationalen Wetterdienste als ständige Repräsentanten angehören. Rasch machte sie sich mittels Engagements, Expertise und Empathie auch dort einen Namen und stieg nach Tätigkeiten im wissenschaftlichen Lenkungsausschuss des Weltwetterforschungsprogramms sowie als Mitglied des Exekutivrats 2018 zur 2. Vizepräsidentin, ein Jahr später zur 1. Vizepräsidentin auf. Im Juni 2023 wurde sie beim Weltkongress der WMO in Genf als Nachfolgerin des finnischen Kollegen Petteri Taalas bereits im ersten Wahlgang zur zukünftigen Generalsekretärin gewählt. Wie die heutigen Geschehnisse im Deutschen Bundestag zeigen, kann eine Abstimmung auch anders laufen… 

Und wofür steht Celeste Saulo? Nach der Wahl äußerte die in ihrer Freizeit passionierte Tennisspielerin und Tänzerin, dass in diesen Zeiten, in denen Ungleichheit und Klimawandel die größten globalen Bedrohungen darstellten, die WMO dazu beitragen müsse, die meteorologischen und hydrologischen Dienste zu stärken. Man müsse die Menschen und ihre Ökonomien schützen, indem man zeitnahe und wirksame Dienste und Frühwarnsysteme bereitstellt. Es gelte, den klaren Auftrag zur Koordinierung und Stärkung des kollektiven Handelns in den drei Kernbereichen: 

  • Beobachtung und Überwachung des Systems Erde
    • Vorhersagen und Warnen
    • Koordinierte Kommunikation zum Zweck des vorausschauenden Handelns 

umzusetzen. 

„Mein Ziel ist es, die WMO zu einem Szenario zu führen, in dem die Stimme aller Mitglieder gleichermaßen gehört wird, in dem die Schwächsten Vorrang haben und in dem die Maßnahmen der WMO auf die Bedürfnisse und Besonderheiten jedes einzelnen Mitglieds abgestimmt sind!“, betonte die Argentinierin nach ihrer Wahl. „Wir müssen die Lücken, die in der Infrastruktur an hydrometeorologischen, maritimen und sonstigen umweltrelevanten Dienstleistungen und Forschung bestehen, bewerten und schließen. Der Schlüssel für die Bewältigung dieser Herausforderung, insbesondere im Interesse der Schwächsten, sind Zusammenarbeit und koordiniertes Handeln.“ Trotz aller Herausforderungen glaubt sie fest daran, dass „wir uns zum Besseren verändern können“ und bleibt damit optimistisch. Ein Wesenszug, der ihr schon durch so manch schwere Hürde im Leben geholfen haben dürfte. Wir sagen: „Feliz cumpleaños – Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“! 

Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Arktisches Meereis mit historisch niedriger Winterausdehnung

Seit dem Jahr 1979 wird mittels kontinuierlicher Satellitenmessungen die Ausdehnung des Meereises in der Arktis gemessen. Die Meereisbedeckung folgt einem saisonalen Zyklus, der durch die jahreszeitlichen Temperaturänderungen angetrieben wird. In der Regel wird Ende März das jahreszeitliche Maximum erreicht. Nachfolgend startet die Schmelzsaison und die Meereisausdehnung schrumpft nun wieder bis zu ihrem sommerlichen Minimum.

In diesem Jahr erreichte laut dem Meereisportal des Alfred-Wegener-Institutes die Meereisdecke mit 14,45 Millionen Quadratkilometern auf dem Arktischen Ozean am 21. März ihre maximale winterliche Ausdehnung. In der 46-jährigen Messreihe entspricht dieser Wert einem neuen Negativrekord. Auch der US-amerikanische Beobachtungsdienst NSIDC (National Snow and Ice Data Center) wertet die Satellitendaten der Meereisbedeckung aus. Bei der Auswertung kommen im Vergleich zum Meereseisportal etwas unterschiedliche Methoden und Algorithmen zum Einsatz. Nichtsdestotrotz vermeldetet das NSIDC mit einem Wintermaximum von 14,33 Millionen Quadratkilometer für den 22. März ein neues Rekordminimum in der Gesamtausdehnung des arktischen Meereises.
 

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Abb 1: Differenz der mittleren Eiskantenposition im März 2025 im Vergleich zum Langzeitmittel der Jahre 2003 bis 2014. Rot: Meeresgebiete mit weniger Meereis; Blau: Meeresgebiete mit mehr arktischem Meereis

Die geringe Meereisausdehnung hielt seit dem sommerlichen Minimum im September 2024 über das gesamte zurückliegende Winterhalbjahr an. Insbesondere im Gebiet nördlich von Spitzbergen sowie im nordöstlichen Teil der Barentssee waren weniger meereisbedeckte Flächen als im vieljährigen Mittel zu verzeichnen (Abbildung 1). Dabei spielt in beiden Regionen die Zufuhr von warmem Atlantikwasser eine Rolle, welches auf das Meereis trifft und dessen Neubildung verzögert. Auch im Beringmeer auf der pazifischen Seite der Arktisregion wurde weniger Meereis als im vieljährigen Mittel dokumentiert. Darüber hinaus hat die Arktis erneut ein außergewöhnlich warmes Winterhalbjahr erlebt. Das Eiswachstum wurde daher in den Wintermonaten von Oktober 2024 bis März 2025 durch die weit überdurchschnittliche Lufttemperatur gehemmt. Diese lag in weiten Teilen der Arktis fast durchgehend 5 bis 6 °C über dem vieljährigen Mittel.

Zudem nimmt auch die Eisdynamik, also die Bewegung und Verformung von Meereis durch Wind und Strömungen, Einfluss auf die Meereisbedeckung. Insbesondere in der Laptewsee, in der Karasee sowie in der Barentssee trieben stark ablandige Winde das Meereis von der Küste weg in Richtung zentrale Arktis. Während diese Dynamik in kälteren Regionen wie der Laptew- und Karasee zu einer überdurchschnittlichen Bildung von Neueis führte, konnte in der wärmeren Barentssee eine Verlagerung der Eiskante nach Norden beobachtet werden.

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Abb 2: Vergleich des Jahresganges der Meereisausdehnung in der Arktis für die Jahre 2024, 2025, 2012 und das vieljährige Mittel 1981-2010 

Nach Erreichen des winterlichen Maximums am 21. März ist nun wieder die saisonale Schmelzsaison aktiv. Die Satellitendaten dokumentieren einen beständigen Rückgang des Meereises beginnend von den äußeren Rändern bzw. Randmeeren rund um den Arktischen Ozean. Die Meereisbedeckung hat bereits über eine Million Quadratkilometer seit dem Wintermaximum eingebüßt und steht aktuell bei etwa 13,3 Millionen Quadratkilometern. Dabei wurde in einer Phase etwa von Ende März bis in die erste Aprildekade vorübergehend nur ein geringer Eisverlust verzeichnet (siehe Abbildung 2). Verantwortlich hierfür könnten leicht unterdurchschnittliche Temperaturen und nördliche Wind mit entsprechender Eisdrift im Bereich der nördlichen Barentssee gewesen sein. Nachfolgend beschleunigte sich der Meereisverlust wieder und lag weiter deutlich unter dem langjährigen Mittel 1981-2010. Insbesondere in der Barentssee und im Beringmeer setzen sich die großen Defizite fort (Abbildung 3).

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Abb 3: Meereiskonzentration in der Arktis vom 04.05.2025. Grüne Linie: Mittlere Meereisausdehnung im Mai 1981-2010  

Im Verlauf der Schmelzsaison, die bis etwa Mitte September anhalten wird, wird sich die arktische Meereisausdehnung auf rund 4 Millionen Quadratmeter reduzieren. Inwiefern der sommerliche Allzeitnegativrekord von 3,4 Millionen Quadratkilometern von 2012 in Gefahr sein könnte, bleibt abzuwarten. Aber die Vorzeichen mit einer relativ dünnen und verletzlichen Eisdecke sind jedenfalls nicht gut.
 

M.Sc. (Meteorologe) Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

10 Jahre Bützow – Ein Tornadoausbruch der in Erinnerung bleibt

Am 05.05.2015, also am Montag vor genau 10 Jahren, gab es im Nordosten Deutschlands ein Wettereignis, das die Kleinstadt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern bundesweit bekannt machte und viele Bützower:innen wohl nicht vergessen haben. Innerhalb von Minuten hat ein Tornado große Schäden angerichtet und eine Schneise der Verwüstung in der Kleinstadt hinterlassen. 

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Das Foto zeigt den Tornado am frühen Abend über einem Waldstück etwa 15 km von Bützow entfernt. 

Zehnter Jahrestag 

Anlässlich des zehnten Jahrestags des Ereignisses gibt es in Bützow heute eine Gedenkveranstaltung und eine Sonderausstellung zu dem Ereignis ist geplant (siehe: https://www.nordkurier.de/regional/guestrow/hier-wuetete-ein-verheerender-tornado-ich-erinnere-mich-an-ein-bild-der-zerstoerung-3505478 oder https://www.nordkurier.de/regional/guestrow/5-mai-2015-der-tag-an-dem-ein-tornado-buetzow-verwuestete-2839448).
Man muss von Glück sprechen, dass es an diesem Tag keine Todesopfer und „nur“ 40 Verletzte zu beklagen gab. Der Schaden wird nach damaligem Wert auf mehr als 40 Millionen Euro geschätzt. 

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Das Bild zeigt die von Dachziegeln der Stiftskirche übersäte Straße in Bützow 2015 kurz nach dem Ereignis (links) und ein weiteres Bild aus diesem Jahr 2025 im Vergleich. 

Tornado Outbreak 

Auch wir möchten nochmal zurückschauen auf das Ereignis. Auch wenn der 05.05.2015 mit dem Namen Bützow verbunden ist, gab es an diesem Tag nicht nur diesen einen Tornado, sondern ganze sieben Stück. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem sogenannten „Tornado Outbreak“ (deutsch: Tornadoausbruch).
Bei einem Outbreak kommt es, gekoppelt an eine Gewitterlage, zu mindestens fünf Tornados, wobei einer der Tornados die Stärke IF2 erreichen muss (Internationale Fujita Skala: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2024/4/11.html) und damit definitionsgemäß ein signifikanter Tornado ist. Solche Ereignisse mit multiplen Tornados sind eher selten. Zuletzt gab es dies am 20.05.2022 rund um den Tornado bei Paderborn, als acht Tornados registriert wurden (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/5/30.html). 

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Die Grafik zeigt alle Unwettermeldungen in der europäischen Unwetterdatenbank (eswd.eu) in Norddeutschland. Zu sehen sind auch die sieben Tornados. Zudem wurden alle Tornados am 5. Mai aufgelistet. 

Der Tornadomodus von Gewittern 

Am 05.05.2015 konzentrierte sich die Tornadoaktivität auf Mecklenburg und alle Tornados traten innerhalb einer einzigen Stunde zwischen 18 und 19 Uhr MESZ auf.
Interessant ist, dass alle Tornados von nur zwei Gewitterzellen verursacht wurden. Dies ist ein Phänomen, das man tatsächlich recht häufig bei ausgeprägten Tornadolagen beobachten kann. Während manche Gewitterzellen bei ähnlichen Bedingungen keinen Tornado hervorbringen, können andere wiederholt Wirbel erzeugen. Diese Zellen befinden sich in einem „Modus der Tornadoproduktion“. Warum das so ist, wird weiterhin erforscht (siehe dazu auch (https://www.schweizerbart.de/papers/metz/detail/31/102440/Analysis_of_significant_tornado_events_in_Central_Europe_synoptic_situation_and_convective_development). 

Ablauf der Tornados 

Den ersten Tornado gab es um 18:05 Uhr MESZ in Neu Kaliß, dieser hatte eine Stärke von IF0 (um 90 km/h). Der erste signifikante Tornado wurde in Groß Laasch (südlich der Bützow-Zelle) beobachtet. Dieser wies eine Stärke von IF2.5 (um 250 km/h) auf. Um 18:48 Uhr MESZ war es dann soweit, die nördliche der beiden Zellen hatte schon dreimal einen Tornado hervorgebracht, ehe genau über Bützow ein Tornado der Stärke IF3 (um 290 km/h) registriert wurde. Eben jene Gewitterzelle brachte um 19:05 MESZ nochmal einen fünften Tornado in Woland hervor, der eine Stärke von IF1.5 (um 180 km/h) hatte. 

Wetterlage 

Schauen wir nochmal auf die Wetterlage. Am Morgen des 5. Mai 2015 erinnerte noch nichts an die bevorstehende Katastrophe. Der Himmel über Bützow war bedeckt und es regnete. Und auch um die Mittagszeit zog nochmal ein Regengebiet über die Kleinstadt. Nachfolgend lichteten sich die Wolken am Nachmittag und es wurde doch noch ein sonniger Frühlingstag mit Höchstwerten um 16 Grad. Der Regen gehörte zur Warmfront eines Tiefs bei den Britischen Inseln. Wie üblich gibt es bei Tiefdrucksystemen auch eine Kaltfront. Diese erreichte den Nordwesten Deutschlands am frühen Nachmittag. Eine Gewitterlinie zog von der Nordsee landeinwärts und kam im Laufe des Nachmittags über dem Norden rasch ostwärts voran. Es dauerte gerade einmal vier Stunden, bis die Gewitterlinie vom Emsland Mecklenburg erreicht hatte und sich die Wolken schlagartig verdunkelten. 

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In der Grafik sieht man den zeitlichen Ablauf der Passage der Kaltfront und der Superzelle analysiert anhand von Radarbildern. 

Vorgelagerte Superzellen 

Nun kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Im Vorfeld der eigentlichen Kaltfront haben sich noch zwei vorgelagerte Gewitter gebildet, zwei sogenannte Superzellen. Diese beiden vorgelagerten Superzellen standen dabei in Wechselwirkung mit der sich nähernden Kaltfront. Diese beiden Hauptprotagonisten waren letztendlich für die sieben Tornados verantwortlich. Die Kaltfront holte schließlich die vorgelagerten Zellen ein und integrierte sie in die Gewitterlinie. Damit war die Tornadogefahr gebannt, aber durch die Wechselwirkung produzierte die Linie noch mehrere heftige Böen auf ihrem Weg nach Osten. Eine davon traf den kleinen Flughafen Laage, wo eine Geschwindigkeit von 126 km/h gemessen wurde. 

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Die vier Bilder zeigen wesentliche Zutaten de Gewittervorhersage sowie das Gewürz Scherung, das für Superzellen essentiell ist. 

Zutatenmethode 

Die Gewitterlage 2015 war sehr klassisch. Um Gewitter vorherzusagen schauen wir Vorhersagemeteorologen uns verschiedene Zutaten an: Feuchtigkeit, Labilität und Hebung (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/5/9.html). Damit ein einfaches Gewitter zu einer schadensträchtigen Superzelle heranwachsen kann, braucht es ein entscheidendes Gewürz – die Windscherung (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/6/22.html). Am Tag des Bützow-Tornados passten alle Zutaten perfekt zusammen. Für Tornados kommt es insbesondere auf die Scherung im unteren Troposphärenbereich zwischen 0 und 1 km an und auch diese Werte waren ausgesprochen hoch. Da gleichzeitig auch noch die Wolkenuntergrenze ziemlich niedrig war (geringer als 1000 m über Grund), war alles perfekt aufbereitet und das Potential für Tornados stark erhöht (mehr zur Tornadopotentialvorhersage: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/7/19.html). Die Tornados am 05 Mai 2015 kamen also nicht aus dem Nichts, sondern es war wie eine Lage aus dem Lehrbuch. 

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Die Grafik zeigt anhand von Radarbildern, wie die Superzelle in die Gewitterlinie (Kaltfront) eingebaut wurde. Im das sich daraus entwickelnde Bogenecho wurde nochmal Orkanböen in Laage gemessen. 

Zehn Jahre danach – der Fall bleibt in Erinnerung 

Mittlerweile erinnert kaum noch etwas an das Ereignis von vor zehn Jahren, vergessen wird diesen Tag aber wohl niemand. Auch unter Meteorologen fällt der Name Bützow regelmäßig, wenn es um das Thema „Starke Tornados in Deutschland“ geht. 

Dipl. Met. Marcus Beyer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Heftige Gewitter drehen die Wetteruhr vom Frühsommer zurück zum Frühling!

Da sich der hohe Luftdruck aus dem Staub gemacht hat und mit dem Hoch RICCARDA nun zwischen Island und den Britischen Inseln zu finden ist, konnten weite Teile Europas, von Skandinavien bis zur Iberischen Halbinsel, vom tiefen Luftdruck erobert werden. 

Heftige Gewitter drehen die Wetteruhr vom Fruehsommer zurueck zum Fruehling teil 1

Prognostizierte Wetterlage für Samstag, 3. Mai mit Hoch RICCARDA südlich Island, Tief IMMO bei Dänemark und Tief HENRY über Nordfinnland. (Quelle: DWD) 

Dabei schieben die Tiefs über der Iberischen Halbinsel von Südwesten weiter warme Subtropikluft bis nach Deutschland, während in den Norden schon kühlere Nordseeluft einsickert. Resultierend kann sich eine sogenannte Luftmassengrenze über Deutschland ausbilden. An dieser sowie auf der warmen, südlichen Seite kommt die Troposphäre richtig in Wallung. Quellwolken können in die Höhe schießen und kräftige Gewitter auslösen. Über die Mitte hinweg stehen die Gewitter vor allem mit Starkregen in kurzer Zeit oder mehrstündig in Verbindung. Dabei sind Regenmengen bis 35 l/m² möglich. Vom Saarland und Rheinland-Pfalz über Südhessen, Südthüringen, den Norden Baden-Württembergs hinweg bis nach Nordostbayern und Sachsen sind bei kräftigen und/oder wiederholt auftretenden Gewittern auch mehrstündiger Starkregen bis 50 l/m² sowie Sturmböen bis 85 km/h und kleinkörniger Hagel auftreten. Vom Allgäu über dem Süden und Osten Bayerns hinweg können im Tagesverlauf in der warmen bis sehr warmen Luft auch einzelne, teils rotierende und langlebige Gewitterzellen entstehen, die mit Starkregen, Hagel und Sturmböen, vereinzelt sogar schweren Sturmböen einhergehen. 

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Schematische Karte für die potentielle Gewittergefahr am Samstag, 3. Mai. Über der Mitte und dem Süden starke bis schwere Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. (Quelle: DWD) 

Die genannte Luftmassengrenze mit viel Getöse und ordentlichen Krachern bleibt aber nicht über der Mitte liegen, sondern bewegt sich bis Sonntag zu den Alpen. Denn zwischen dem Hoch RICCARDA und den Tiefs HENRY über Nordfinnland und Tief IMMO über Dänemark setzt eine stramme nördliche Grundströmung ein, die Polarluft anzapft und erwärmt über die Nordsee hinweg nach Deutschland schiebt. Die Vorderseite wird dabei von einer zu IMMO gehörenden Kaltfront markiert, die zwar thermisch signifikant ist, aber aus Wettersicht eher auf leisen Pfoten daherkommt. An bzw. in den Alpen kommt die nach Süden geschobene Luftmassengrenze zum Schleifen. Zudem sorgen die einsetzenden Nordwinde an den Alpen für eine gewisse Staukomponente. Als Folge kann es dort sowie im Vorland bis in die Nacht zum Dienstag teils länger anhaltend und schauerartig verstärkt regnen. 

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Akkumulierte Niederschlagsmengen des ICON6-Modells bis Dienstag 8 Uhr. Vor allem an den Alpen in der Fläche 30 bis 50 l/qm möglich. (Quelle: DWD) 

Ansonsten kann sich nach Abzug der Luftmassengrenze das Hoch RICCARDA aufplustern und sich von den Britischen Inseln bis nach Deutschland ausdehnen. Da der Wind aber weiter von Norden weht und somit die Zufuhr von kühler Luft polaren Ursprungs anhält, bleibt das Temperaturniveau eher auf Frühlingsniveau. Die Nordseeluft verfügt zudem auch über ausreichend Feuchte, sodass im Küstenumfeld und vielleicht auch im Mittelgebirgsraum einzelne kurze Schauer möglich sind. 

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Prognostizierte Wetterlage für Mittwoch, 7. Mai mit Hoch RICCARDA über der Nordsee und Tiefs über dem zentralen Mittelmeerraum. (Quelle: DWD) 

Mit Blick auf warnwürdige Wetterparameter ist neben den starken bis schweren Gewittern von Samstag bis Sonntagabend noch der stark böige Wind an der Nordsee sowie dem höheren Bergland zu nennen. Ab der Nacht zum Montag und vor allem in der Nacht auf Dienstag muss im Norden, Osten und Teilen der Mitte auch nochmals mit Bodenfrost, im Osten gebietsweise sogar mit Luftfrost gerechnet werden, sodass gefährdete Pflanzen geschützt werden sollten.
Im Trend über die Woche hinweg bis zum Wochenende sorgt Hoch RICCARDA verbreitet für freundliche, zunehmend auch sonniges und trockenes Wetter. Mit dem Sonnenschein steigen auch die Temperaturen langsam wieder auf Werte um 20 Grad an. Allenfalls im Süden ziehen häufiger noch dichtere Wolken durch, die zeit- und gebietsweise auch etwas Regen bringen können. 

Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

Deutschlandwetter im April 2025

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland. 

Besonders warme Orte im April 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Frankfurt am Main – Westend  Hessen  12,8 °C  +2,9 Grad 
2  Frankfurt am Main  Hessen  12,5 °C  +3,3 Grad 
3  Waghäusel-Kirrlach  Baden-Württemberg  12,5 °C  +2,4 Grad 

Besonders kalte Orte im April 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Carlsfeld  Sachsen  7,1 °C  +3,8 Grad 
2  Zinnwald-Georgenfeld  Sachsen  7,5 °C  +4,3 Grad 
3  Kahler Asten  Nordrhein-Westfalen  7,6 °C  +4,1 Grad 

Besonders niederschlagsreiche Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Malsburg-Marzell  Baden-Württemberg  131,8 l/m²  93 Prozent 
2  Schauenburg-Elgershausen  Hessen  103,3 l/m²  179 Prozent 
3  Münstertal  Baden-Württemberg  92,5 l/m²  93 Prozent 

Besonders trockene Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Kuhbier  Brandenburg  1,3 l/m²  3 Prozent 
2  Riedenburg  Bayern  2,6 l/m²  6 Prozent 
3  Neuburg-Steinhausen  Mecklenburg-Vorpommern  2,9 l/m²  7 Prozent 

Besonders sonnenscheinreiche Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenschein  Anteil 
1  Karlshagen  Mecklenburg-Vorpommern  279 Stunden  160 Prozent 
2  Goldberg  Mecklenburg-Vorpommern  279 Stunden  170 Prozent 
3  Putbus  Mecklenburg-Vorpommern  278 Stunden  160 Prozent 

Besonders sonnenscheinarme Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenscheindauer  Anteil 
1  Oberstdorf  Bayern  187 Stunden  138 Prozent 
2  Schwarzburg  Thüringen  192 Stunden  127 Prozent 
3  Aue  Sachsen  197 Stunden  156 Prozent 

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt. 

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. 

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990). 

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent). 

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse 

Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

May Day is Lei Day

Das Wetter in Deutschland bietet aktuell wenig Gesprächsstoff. Selbst die Schauerneigung in den Alpen sowie den südöstlichen Mittelgebirgen ist heute gering. Gewitter sind keine zu erwarten. Auch sonst ist in der Welt wettertechnisch nicht viel los. Vereinzelt gibt es Regionen, in denen etwas mehr Regen fällt, als das sonst zu dieser Zeit im Jahr üblich ist. Begleiterscheinungen wie Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutsche können auftreten. Aber es betrifft meist nur sehr kleine Regionen.

In Deutschland kann man bei Sonnenschein und warmer Temperatur in Urlaubslaune kommen. Und wenn man an Urlaub denkt, dann kommen vielen Menschen Sonne, Sand und Meer in den Sinn, vielleicht auch noch tropische Cocktails zur Abkühlung. In den Tropen, genauer gesagt auf den hawaiianischen Inseln, ist das Wetter meist sommerlich. Dort gibt es die Tradition des Lei Bindens und Tragens.

Eine Lei ist eine Kette, die meist aus Blumen, Blättern und Muscheln gefertigt wird. Man verschenkt sie zu besonderen Anlässen oder hängt sie zur Begrüßung Gästen um den Hals. Jedes Jahr am ersten Mai wird in Hawaii der May Day gefeiert. Überall auf den Inseln treffen sich Menschen, zelebrieren den hawaiianischen Lebensstil und binden Leis. Die schönsten Exemplare werden ausgestellt und prämiert. Am Ende des Tages werden die Blumenketten auf die Grabsteine verstorbener Könige oder hochrangiger Persönlichkeiten gelegt, um diese zu ehren.

Beim May Day geht es aber nicht nur um die schönsten Blumenketten. Wesentlicher Bestandteil der hawaiianischen Kultur ist das Leben im Einklang mit der Natur. Über Generationen hinweg wird der respektvolle Umgang mit dem Land, dem Meer und den Lebewesen darauf und darin gelehrt. Ein Ausdruck der Liebe zur Natur und zu Hawaii findet im Hula-Tanz und der Musik statt. Jeder Tanz erzählt eine ganz eigene Geschichte. Am May Day wird die hawaiianische Lebensart gefeiert und jeder ist eingeladen teilzunehmen und sich mindestens für einen Tag als Teil der „ohana“ zu fühlen.

Wer jetzt nicht spontan nach Hawaii reisen will oder kann, der kann auch aus heimischen Blumen einen Kranz oder eine Kette basteln. Das Wetter spielt auf jeden Fall mit.

Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Deutschlandwetter im April 2025

Der siebtwärmste April mit frühen sommerlichen Spitzen – besonders im Osten
Mit einem voraussichtlichen Mittelwert von 10,5 °C erreichte der April 2025 deutschlandweit eine positive Abweichung von +3,1 Kelvin (K) gegenüber der Referenzperiode 1961–1990 (7,4 °C). Im Vergleich zur neueren Klimanorm 1991–2020 (9,0 °C) betrug das Plus +1,5 K. Der Monat reihte sich damit unter die sieben wärmsten Aprilmonate seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 ein. Am 12. wurde am Oberrhein sowie in geschützten Tallagen und Niederungen von Rheinland-Pfalz und Saarland der erste Sommertag (Höchsttemperatur ≥ 25,0 °C) des Jahres gemessen. Am 17. meldeten die brandenburgischen Orte Coschen und Cottbus mit jeweils 28,4 °C die höchsten Temperaturen bundesweit. Ein sommerliches Ausrufezeichen setzte gebietsweise auch das Monatsfinale. Die kälteste Phase mit leichten bis mäßigen Nachfrösten trat in der ersten Monatswoche auf und erreichte am Morgen des 7. im unterfränkischen Bad Königshofen mit -8,2 °C das bundesweite Minimum im April.

Anhaltende Trockenheit trotz stärkerer Niederschläge in der zweiten Monatshälfte
Im April fielen mit rund 31 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp 53 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (58 l/m²). Im Vergleich zur neueren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 erreichte die Menge rund 69 Prozent des Solls (45 l/m²). Außergewöhnlich trocken blieb es im Nordosten und in Oberbayern mit teils weniger als 10 l/m² Monatsniederschlag, während es vorzugsweise in den westlichen Mittelgebirgen stellenweise über 80 l/m² regnete. Am 24. wurde mit 52,4 l/m² in Etzleben, Thüringer Becken, die bundesweit höchste Tagessumme des Monats gemessen. Bis zum vermehrten Einsetzen der Niederschläge in der zweiten Monatshälfte verzeichnete der DWD eine außergewöhnliche Trockenheit, die sich im Zeitraum von Anfang Februar bis Mitte April als die stärkste seit Beginn der Auswertung im Jahr 1931 erwies.

April 2025: Einer der fünf sonnigsten Ostermonate mit 56 % Plus beim Sonnenschein
Mit rund 240 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im April ihr Soll von 154 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um 56 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (183 Stunden) betrug die positive Abweichung rund 31 Prozent. Im äußersten Nordosten brillierte die Aprilsonne sogar bis zu 270 Stunden. Unmittelbar am Alpenrand sowie im Erzgebirge zeigte sie sich etwa 200 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im April 2025
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Der April 2025 zeigte sich trotz typischer Wankelmütigkeit mit einem Monatsmittel von 10,5 °C (7,4 °C) ungewöhnlich warm. Bereits am 12. wurde in der Oberrheinebene der erste meteorologische Sommertag (Tageshöchsttemperatur ≥ 25,0 °C) registriert. Eine frühsommerliche Witterungsphase in den letzten Apriltagen verstärkte den positiven Temperaturtrend nochmals deutlich. Während die erste Aprilhälfte von anhaltender Trockenheit geprägt war, traten im zweiten Abschnitt häufiger Niederschlagsereignisse auf; mit einer Monatsmenge von nur mageren 33 l/m² gegenüber dem klimatologischen Soll von 78 l/m² setzte sich die ungewöhnliche Frühjahrstrockenheit jedoch unvermindert fort. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Niederschläge sowie der geringen Schneeschmelze infolge des schneearmen Winters verzeichnete der Bodensee einen außergewöhnlich niedrigen Wasserstand. Auffällig war auch die Sonnenscheindauer mit über 240 Stunden in Baden-Württemberg, wobei das klimatologische Ziel (151 Stunden) bereits zur Monatsmitte erreicht wurde.

Bayern: Der Ostermonat 2025 war im Freistaat markant zu warm, niederschlagsarm und ungewöhnlich sonnenscheinreich. Mit einem voraussichtlichen Monatsmittel von etwa 10,4 °C (7,0 °C) wird der April 2025 in die Gruppe der zehn wärmsten seit Messbeginn eingehen. Die kälteste Phase des Monats mit leichten bis mäßigen Nachfrösten trat in der ersten Monatswoche auf und erreichte am Morgen des 7. im unterfränkischen Bad Königshofen mit
-8,2 °C das bundesweite Aprilminimum. Nach einem sehr trockenen März setzte sich die Frühjahrstrockenheit im April unvermindert fort. Begrenzte Niederschlagsereignisse in der zweiten Aprilhälfte führten zu einer Monatssumme von nur rund 24 l/m², was etwa 34 Prozent des Solls (70 l/m²) entsprach. In Teilen Oberbayerns fielen nur 5 bis 10 l/m². Gleichzeitig übertraf die Sonnenscheindauer landesweit mit rund 240 Stunden das langjährige Mittel von 154 Stunden um knapp 56 Prozent.

Berlin: Im April 2025 war die Bundeshauptstadt die wärmste Region in Deutschland. So lag die Durchschnittstemperatur von 12,0°C erstaunliche +3,6 K über dem klimatologischen Mittel (8,4 °C). Am 16. und 17. setzten sommerliche Temperaturen neue Maßstäbe für Mitte April: In Marzahn wurden 27,4 °C gemessen. Der Monatsniederschlag blieb mit etwa 13 l/m² bei nur rund 33 % des klimatologischen Solls (40 l/m²), während die Sonnenscheindauer mit rund 245 Stunden die Zielmarke von 161 Stunden um etwa 52 % übertraf.

Brandenburg: Der April 2025 präsentierte sich in Brandenburg als außergewöhnlich warmer und strahlungsreicher Frühlingsmonat, der zugleich durch markante Trockenheit geprägt war. Mit einem voraussichtlichen Monatsmittel von 11,3 °C lag die Temperatur deutlich über dem langjährigen Vergleichswert von 7,8 °C. Besonders in der Monatsmitte wurden teils sommerliche Spitzenwerte erreicht: Am 17. verzeichneten Coschen und Cottbus mit 28,4 °C für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen und zugleich die höchsten Werte deutschlandweit im abgelaufenen Monat. Der spärliche Flächenniederschlag von rund 14 l/m² (41 l/m²) fiel vor allem in der dritten Woche, während große Teile des Monats niederschlagsfrei blieben. Entsprechend hoch war die Waldbrandgefahr. Bis zum Monatsende werden über 245 Stunden Sonnenschein erreicht und das Klimamittel von 163 Stunden um rund 50 Prozent übertroffen.

Bremen: In Bremen war der April 2025 deutlich zu warm, sehr trocken und ausgesprochen sonnig. Das Monatsmittel lag bei 10,7 °C und damit rund 3,1 Kelvin über dem langjährigen Durchschnitt von 7,6 °C. Frühsommerliche Höchstwerte bis 24,0 °C am 15. trafen dabei auf frostige Nächte in der ersten Monatsdekade. Die wenigen, meist unergiebigen Niederschlagsereignisse konzentrierten sich auf die zweite Monatshälfte. Insgesamt fielen nur 15 l/m² – was rund 30 % des Klimasolls von 48 l/m² entsprach. Die Sonnenscheindauer übertraf hingegen mit rund 230 Stunden das Mittel von 155 Stunden um rund 48%.

Hamburg: Der April 2025 brachte der Hafenmetropole viel Sonne, wenig Regen und ungewöhnlich milde Temperaturen. Mit 10,7 °C lag das Monatsmittel um 3,2 K über dem Klimawert von 7,5 °C. Am 15. wurde mit 24,9 °C fast ein Sommertag erreicht – ein ungewöhnlich früher Wärmepeak. Niederschlag blieb selten: Nur rund 36 l/m² fielen gegenüber dem Sollwert von 50 l/m², das Meiste davon in der zweiten Monatsdekade. Auch die Sonne zeigte sich großzügig: 235 Stunden schien sie bis Monatsende, ein Plus von gut 50 % gegenüber dem Klimamittel von 156 Stunden.

Hessen: Mit einem prognostizierten Monatsmittel von 10,5 °C lag der April 2025 in Hessen 3,0 K über dem langjährigen Mittel von 7,5 °C. Der Monat begann kühl mit verbreiteten Frostnächten, doch bereits am 16. wurden in Osthessen erste Sommertage erreicht: 25,0 °C in Tann/Rhön und 25,3 °C in Fulda-Horas. Auch zum Monatsende stiegen die Temperaturen verbreitet mit über 25 °C auf sommerliche Werte. Der Niederschlag summierte sich auf etwa 40 l/m², blieb damit deutlich unter dem Soll von 59 l/m², wobei der Großteil der Menge zu Beginn der dritten Monatsdekade fiel. Der April war in Hessen auch sehr sonnig: Schon in der ersten Monatshälfte war das klimatische Mittel (152 Stunden) an Sonnenschein erfüllt und zum Monatsende kletterte die Gesamtzahl auf etwa 242 Stunden – ein Plus von fast 60 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern: Der zweite meteorologische Frühlingsmonat 2025 war im Nordosten außergewöhnlich warm. Mit einem prognostizierten Monatsmittel von 10,1 °C lag er 3,4 K über dem langjährigen Klimawert von 6,7 °C und reiht sich zu den fünftwärmsten Aprilmonaten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 ein. Am 17. wurde in Ueckermünde mit 27,9 °C nicht nur ein selten früher Sommertag, sondern auch ein Extremwert für die bis dahin vorangeschrittene Jahreszeit verzeichnet. Extrem war auch die Niederschlagsbilanz: Mit rund 10 l/m² wurden nur etwa 24 % des Solls von 42 l/m² erreicht. In den küstennahen Gebieten blieb es mit teils weniger als 5 l/m² noch trockener. In der 144-jährigen Messreihe gab es in Mecklenburg-Vorpommern nur vier Aprilmonate, die noch trockener waren. Der Nordosten war folglich die niederschlagsärmste Region im letzten Monat. Die Sonne erreichte rund 260 Stunden, womit das Klimamittel von 167 Stunden um etwa 55 % übertroffen wird.

Niedersachsen: In Niedersachsen war der April 2025 mit einer voraussichtlichen Gebietsmitteltemperatur von 10,5 °C ungewöhnliche 3,0 K wärmer als im langjährigen Mittel (7,5 °C). Bereits am 15. wurde im Teufelsmoor und im Elbe-Weser-Dreieck der erste Sommertag registriert: 25,4 °C meldete Rotenburg (Wümme) und 25,3 Worpswede-Hüttenbusch. Solche Werte sind in der ersten Aprilhälfte sehr selten. Beim Niederschlag blieb der Monat deutlich unter dem Soll: Mit etwa 29 l/m² wurden nur gut 55 % des klimatologischen Wertes von 52 l/m² erreicht, wobei der Großteil in der zweiten Monatshälfte fiel. Dafür strahlte die Sonne umso kräftiger: Bis Monatsende werden etwa 235 Stunden erwartet, was die Norm von 151 Stunden um rund 56 % übertraf.

Nordrhein-Westfalen: Mit 10,9 °C lag die Mitteltemperatur im April 2025 rund 3,0 K über dem langjährigen Schnitt von 7,9 °C. Mitte April wurden in weiten Teilen frühsommerliche Höchstwerte um 24 °C gemessen, Ende des Monats fiel dann auch die Sommermarke von 25 °C. Der Flächenniederschlag von 61 l/m², der vor allem in der zweiten Monatshälfte fiel, harmonierte mit dem Klimamittel von 62 l/m². NRW thronte als niederschlagsreichstes Bundesland. Im Sauerland und im Bergischen Land war es mit über 80 l/m² am nassesten. Zuvor führte die anhaltende Trockenheit zu einer ungewöhnlich frühen und markanten Niedrigwasserphase des Rheins. Zudem kam es zu mehreren Wald- und Vegetationsbränden. Die Sonnenscheindauer erreichte bereits in der ersten Aprilhälfte ihr klimatologisches Soll (148 Stunden) und summierte sich bis zum Monatsende auf über 244 Stunden.

Rheinland-Pfalz: Der zweite Frühlingsmonat 2025 verabschiedet sich in Rheinland-Pfalz mit einer Mitteltemperatur von 10,8 °C, was einer Abweichung von 3,0 K gegenüber dem langjährigen Klimawert von 7,8 °C entsprach. Am 12. erreichte Trier-Zewen mit 25,5 °C einen ungewöhnlich frühen Sommertag. Während die erste Monatshälfte von sonnigen Tagen und weitgehender Trockenheit geprägt war, fiel das Sonnenscheinsoll von 151 Stunden bereits zur Monatsmitte. Bis Monatsende summierte sich die Sonnenscheindauer auf rund 235 Stunden – ein Plus von 56% gegenüber der Norm. Niederschläge traten nur sporadisch auf und konzentrierten sich auf die zweite Monatshälfte. Insgesamt blieb es mit etwa 37 l/m² deutlich trockener als üblich (57 l/m²).

Saarland: Im kleinsten Flächenland erreichte der April eine Durchschnittstemperatur von 11,2 °C, womit das das langjährige Klimamittel (8,2 °C) um 3,0 K überschritten wurde. Am 12. registrierten Saarbrücken-Burbach und Neunkirchen-Wellesweiler mit 25,0 °C bzw. 25,4 °C den ersten Sommertag des Jahres – ein ungewöhnlich früher Termin. Sommerlich warm wurde auch das Monatsfinale. Die Sonnenscheindauer übertraf ihr Soll von 155 Stunden bereits zur Monatsmitte und stieg bis zum Monatsende auf rund 240 Stunden an, was einem Plus von rund 55 % entsprach. Gleichzeitig blieb der Ostermonat erheblich zu trocken: Statt der üblichen 64 l/m² fielen landesweit nur etwa 38 l/m². Die wenigen Niederschläge konzentrierten sich schwerpunktmäßig auf die Mitte des Monats.

Sachsen: Mit einer Mitteltemperatur von 10,1 °C (7,3 °C) war der April 2025 in Sachsen ungewöhnlich warm. Letzte winterliche Akzente wurden mit verbreitet leichten bis mäßigen Nachfrösten in der ersten Aprilwoche gesetzt. Danach leitete eine markante Erwärmung den Übergang zum Frühsommer ein und am 16. wurde verbreitet der erste meteorologische Sommertag des Jahres registriert. Niederschläge blieben rar: Mit rund 29 l/m² fiel nur etwa die Hälfte der üblichen Monatsmenge (57 l/m²). Regengüsse konzentrierten sich auf wenige Tage in der zweiten Monatshälfte. Die Sonnenscheindauer summierte sich auf großzügige 211 Stunden, was einem Plus von etwa 40 % gegenüber dem Klimawert von 150 Stunden entsprach.

Sachsen-Anhalt: Der April 2025 geht in Sachsen-Anhalt als ungewöhnlich warmer und sonniger Monat in die Statistik ein. Mit einem erwarteten Monatsmittel von 10,7 °C lag er 2,9 K über dem langjährigen Mittelwert (7,8 °C). Am 16. wurde mit Höchsttemperaturen von über 25 °C der erste Sommertag beobachtet. Besonders eindrucksvoll präsentierte sich die Sonne: Bis zum Monatsende dürften es etwa 242 Stunden werden – ein Zuwachs von knapp 59 % gegenüber dem Mittel von 152 Stunden. Der Niederschlag blieb mit insgesamt etwa 31 l/m² deutlich unter dem Soll von 43 l/m², trotz stärkerer Niederschlagsereignisse in der zweiten Monatshälfte.

Schleswig-Holstein: Der April 2025 brachte dem äußerten Norden Deutschlands eine mit 9,6 °C (6,6 °C) rund 3,0 K ungewöhnlich wärmere Witterung als im klimatologischen Mittel. Im Ländervergleich war Schleswig-Holstein aber die kühlste Region. Am 15. und 16. erreichten die Temperaturen einen frühsommerlichen Höhepunkt, jedoch wurde ein offizieller Sommertag (≥ 25 °C) nicht erreicht. Niederschläge fielen äußerst spärlich: Mit rund 26 l/m² war ein markantes Monatsdefizit gegenüber dem Soll von 49 l/m² zu beobachten. Niederschlagsschwerpunkte konzentrierten sich vor allem auf die dritte Monatswoche. Sonst dominierte die Sonne, die sich bis zum Monatsende etwa 230 Stunden zeigen wird – ein Überschuss von rund 40 % gegenüber dem klimatologischen Erwartungswert von 164 Stunden.

Thüringen: In Thüringen verlief der April 2025 sonnig, deutlich zu warm und eher trocken. Die Mitteltemperatur wird bei etwa 9,8 °C liegen und damit klar über dem klimatologischen Referenzwert von 6,8 °C. Ein erster Vorgeschmack auf den Sommer zeigte sich am 16. mit Höchsttemperaturen von über 25 °C. Niederschlag fiel schwerpunktmäßig zu Beginn der dritten Monatsdekade, als am 24. mit 52,4 l/m² in Etzleben, im Thüringer Becken, der bundesweit höchste Tagesniederschlag gemessen wurde. In der Landesfläche wurde ein Monatsniederschlag von 38 l/m² (58 l/m²) ermittelt. Mit rund 235 Sonnenstunden wurde das Klimamittel von 147 Stunden um 60 Prozent übertroffen.

Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. Die für den letzten Tag des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

Hinweis: Die bundesweiten Spitzenreiter bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer finden Sie jeweils am zweiten Tag des Folgemonats als „Thema des Tages“ unter www.dwd.de/tagesthema. Einen umfassenden klimatologischen Rückblick und eine Vorschau finden Sie ab dem 10. des Folgemonats unter www.dwd.de/klimastatus.
 

 

 

Tanz in den Mai

Der Mai ist der fünfte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender. Im römischen Kalender war er noch der dritte, im julianischen Kalender dann ebenfalls der fünfte Monat des Jahres. Benannt ist dieser Monat nach der römischen Göttin Maia, der Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Im katholischen Kirchenjahr gilt er auch als Marienmonat. Der Mai zeigt sich weniger launisch als sein Vorgängermonat April und gilt aufgrund des häufig „schönen“ Wetters als Wonne-, Liebes- oder auch wegen der Hauptblütezeit als Blumenmonat. Warum der Mai als Wonnemonat bezeichnet wird, könnte auch auf Karl den Großen zurückzuführen sein, der den Namen „Wonnemond“ einführte. Dies hat allerdings weniger damit zu tun, was wir heutzutage unter „Wonne“ verstehen. Der Begriff hängt vielmehr mit dem althochdeutschen „wunnimanot“ (Weidemond) zusammen und weist darauf hin, dass zur damaligen Zeit in diesem Monat das Vieh auf die Weide getrieben wurde. Der Mai ist der letzte Monat des meteorologischen Frühlings und  weist direkt in Richtung Sommer. Trotzdem kann es insbesondere in der Zeit der Eisheiligen Mitte des Monats kurzzeitig noch einmal etwas kühler werden. 

Der erste Mai ist der internationale Feiertag der Arbeiterbewegung und in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. In Finnland wird an diesem Tag das Frühlingsfest „Vappu“ begangen. Traditionell beginnen die Feierlichkeiten bereits am Abend zuvor und vergleichbar zum deutschen Karneval ist es üblich, sich zu verkleiden. Am Feiertag selbst gibt es zahlreiche Veranstaltungen und man trifft sich zum Picknick im Park. 

In vielen Gegenden Deutschlands und Österreichs ist es Brauch, oft imposante Maibäume aufzustellen. Auch die Walpurgisnacht (Nacht auf den 01. Mai) gilt als Brauchtum. Der Name leitet sich von der Heiligen Walburga ab, deren Gedenktag der 01. Mai ist. Bekannt ist die Walpurgisnacht auch als Hexensabbat, bei dem sich die Hexen auf dem Blocksberg (Brocken im Harz) zum Tanz mit dem Teufel treffen. In gewisser Hinsicht lebt der Hexentanz auch heute noch in Feiern wie dem „Tanz in den Mai“ weiter, bei dem die Maibowle getrunken werden kann. Auch die „Maifeuer“ sind darauf zurückzuführen. Nachdem das Feuer heruntergebrannt ist, findet in einigen Gegenden der Maisprung statt, bei dem Verliebte gemeinsam über das Feuer springen. Viele, oftmals jüngere Leute ziehen umher, um Streiche zu spielen. 

Und wie gestaltet sich das Wetter zum Monatswechsel? Kurz zusammengefasst: Hoch QUENDOLIN, welches momentan über Zentraleuropa weilt, beschert uns sonniges, trockenes und ruhiges Frühlingswetter. 

In der Walpurgisnacht passiert wettertechnisch weniger bis nichts. Es ist gering bewölkt oder klar, im Verlauf der Nacht bildet sich im Norden örtlich Nebel. Die Tiefsttemperaturen liegen bei Werten zwischen 11 und 4 Grad. In den Mittelgebirgen und im Norden können die Tiefsttemperaturen lokal auch noch etwas niedriger sein. 

Tanz in den Mai teil 1

Wettervorhersage sowie Vorhersage der nächtlichen Tiefsttemperaturen in Deutschland in der Nacht zum Donnerstag, den 01.05.2025 

Am morgigen Feiertag gibt es für alle Sonnenanbeter gute Nachrichten. Bei viel Sonnenschein bilden sich im Tagesverlauf allenfalls ein paar Quellwolken. Im Bergland können ganz vereinzelt kurze Schauer nicht ausgeschlossen werden. Dabei werden Höchsttemperaturen zwischen 24 und 29 Grad erreicht, 30 Grad sind an einzelnen Orten entlang des Rheins durchaus im Rahmen des Möglichen. 

Tanz in den Mai teil 2

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Donnerstag, den 01.05.2025 

Brauchtümer sowie Fahrrad- und Wandertouren können also uneingeschränkt geplant werden. Hinsichtlich Maifeuern sollte man hingegen Vorsicht walten lassen, da die Böden oftmals sehr trocken sind (siehe https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/4/28.html). 

Das „schöne“ Wetter hat für viele aber auch eine Kehrseite, denn der Pollenflug wird bei warmen und sonnigen Bedingungen begünstigt. Bei Pollenallergikern nimmt das Immunsystem die eigentlich harmlosen Pollen als Gefahr wahr und setzt Abwehrmechanismen in Gang, die sich in juckenden und tränenden Augen sowie einer laufenden Nase äußern können. Der Deutsche Wetterdienst erstellt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PDI) Vorhersagen zum Pollenflug-Gefahrenindex für die acht allergologisch wichtigsten Pollen in Deutschland (Hasel, Erle, Esche, Birke, Süßgräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia). Der Pollenflug-Gefahrenindex beschreibt die Stärke der Symptomatik bei Allergikern, die von der jeweiligen Pollenart und der in der Luft zu erwartenden Konzentration abhängt. Die aktuellen Vorhersagen können unter www.dwd.de/pollenflug abgerufen werden. 

M.Sc.(Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Die besten Stopps und Aktivitäten für den ersten Besuch am Gardasee

Der Gardasee ist mehr als nur ein beliebtes Ferienziel – er ist ein Ort, der Natur, Kultur und Aktivurlaub mühelos miteinander verbindet. Mit seiner Lage zwischen den Alpen und der Po-Ebene vereint er alpine Frische mit mediterranem Flair. Kein Wunder also, dass jährlich Millionen Reisende aus ganz Europa hierherkommen, um ein paar Tage am Wasser zu verbringen, neue Orte zu entdecken und zur Ruhe zu kommen.

Gerade für Menschen, die zum ersten Mal an den Gardasee reisen, kann die Vielfalt zunächst überwältigend wirken: Charmante Altstädte, beeindruckende Berglandschaften, lange Uferpromenaden, zahlreiche Sportangebote und kulinarische Erlebnisse konkurrieren um die Aufmerksamkeit. Doch man muss nicht alles auf einmal sehen oder erleben, um den Charakter dieser Region zu verstehen.

Selbst ein kurzer Aufenthalt – ein verlängertes Wochenende oder eine spontane Auszeit – reicht aus, um in das Lebensgefühl rund um den See einzutauchen. Die Orte sind gut angebunden, viele Highlights liegen nahe beieinander, und mit etwas Planung lässt sich viel erleben, ohne dass die Erholung zu kurz kommt.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche Orte und Aktivitäten du bei deinem ersten Besuch nicht verpassen solltest – von entspannter Seeüberfahrt über sportliche Ausflüge bis hin zu regionaler Küche und praktischen Tipps für die Reisevorbereitung.

Sirmione: Geschichte, Gassen und heiße Quellen

Sirmione liegt auf einer schmalen Landzunge im Süden des Sees. Der Ort zählt zu den bekanntesten am Gardasee und ist bei Erstbesuchern sehr beliebt – auch weil man ihn bequem zu Fuß erkunden kann.

Am Ortseingang erhebt sich die gut erhaltene Scaligerburg, deren Türme und Zinnen direkt aus dem Wasser ragen. Von dort hat man einen tollen Blick auf den kleinen Hafen. Nur ein paar Gehminuten entfernt liegen die Grotten des Catull, die Überreste einer römischen Villa mit freiem Blick auf den See.

Wer nach etwas Erholung sucht, kann sich in den Thermen von Sirmione entspannen. Das Thermalwasser ist warm, mineralhaltig und ideal nach einem Spaziergang durch die Altstadt. Mit kleinen Plätzen, Cafés und typischem italienischem Eis lässt sich hier ein ganzer Nachmittag verbringen.

Mit der Seilbahn auf den Monte Baldo

Ein ganz anderes Erlebnis bietet der Monte Baldo, der sich direkt über dem Ostufer erhebt. Von Malcesine aus bringt eine drehbare Panoramaseilbahn Besucher auf über 1.700 Meter Höhe. Die Aussicht während der Fahrt ist bereits ein Highlight – oben angekommen erwartet einen frische Bergluft und ein weiter Blick über den See und die umliegenden Gipfel.

Im Sommer sind die Wege gut begehbar und führen durch Wiesen, auf denen Kühe grasen und Blumen blühen. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zur Po-Ebene. Auch für Familien mit Kindern ist die Fahrt lohnenswert, denn schon der Höhenunterschied sorgt für Staunen. Besonders an heißen Tagen bietet der Berg eine willkommene Abkühlung.

Wer gern länger bleibt, kann auf einer der Almhütten einkehren oder ein Picknick mitnehmen. Tipp: Früh am Morgen ist es oft ruhiger und die Sicht besonders klar.

Wassersport im Norden: Windsurfen und Segeln

Der nördliche Gardasee rund um Torbole und Riva del Garda gilt als Mekka für Windsportler. Dank der regelmäßigen Winde – dem Pelèr am Morgen und der Ora am Nachmittag – herrschen hier fast täglich ideale Bedingungen zum Windsurfen und Segeln.

Wer es ausprobieren möchte, findet zahlreiche Surfschulen, die auch Anfänger freundlich empfangen. Ausrüstung wird meist gestellt, und die Kurse sind flexibel buchbar. Fortgeschrittene mieten einfach das passende Board und los geht’s.

Auch Segeln ist hier sehr beliebt. Vom kleinen Boot bis zum Katamaran oder geführten Touren – die Auswahl ist groß. Die Kombination aus Wind, Wellen und Kulisse macht den Reiz dieser Region aus.

Mit der Fähre zu neuen Ufern

Eine besonders entspannte Möglichkeit, den See zu entdecken, ist die Fahrt mit der Fähre. Zahlreiche Linien verbinden die wichtigsten Orte, sodass man bequem ohne Auto reisen kann. Vom Deck aus bieten sich einmalige Ausblicke auf das Ufer und die Berge.

Ein beliebtes Ziel ist Limone sul Garda, bekannt für seine Zitronengärten und steilen Gassen. Wer von Desenzano oder Peschiera startet, ist schnell dort. Auf der anderen Seeseite lockt Bardolino mit ruhiger Atmosphäre und Spazierwegen direkt am Wasser.

Die meisten Strecken lassen sich gut an einem Tag kombinieren. Am besten informiert man sich vorab über Abfahrtszeiten, da der Fahrplan je nach Saison variiert.

Regionale Küche genießen

Die Küche rund um den Gardasee ist bodenständig, frisch und saisonal. Besonders beliebt sind Süßwasserfische wie Forelle oder Barsch, meist gegrillt oder mit Risotto serviert. Viele Gerichte werden mit Olivenöl aus der Region zubereitet – ein milder, fruchtiger Klassiker.

Dazu passt ein Glas Lugana oder Bardolino – zwei Weißweine aus dem Umland, die sich hervorragend als Essensbegleitung eignen. In den Restaurants direkt am See lässt sich das Essen mit Blick auf das Wasser genießen. Wer in der Hauptsaison unterwegs ist, sollte vorab reservieren – außerhalb dieser Zeit findet man meist spontan einen Platz.

Gut organisiert unterwegs

Auch bei einem Kurztrip können sich schnell einige Unterlagen ansammeln: Buchungsbestätigungen, Zugtickets, Fährfahrpläne, Eintrittskarten. Wer alles geordnet an einem Ort parat hat, spart unterwegs Zeit und Nerven.

Praktisch ist ein Tool zum Zusammenführen von PDFs, mit dem sich alle Dokumente in einer Datei bündeln lassen. Das ist besonders hilfreich, wenn man unterwegs keinen ständigen Internetzugang hat. Einmal gespeichert, ist alles offline griffbereit – ob Fahrpläne, Karten oder Einfahrtscodes. Das ist eine große Erleichterung, vor allem bei gut geplanten Tagesabläufen.

Das Beste aus der Zeit am Gardasee machen

Ein kurzer Aufenthalt am Gardasee kann weit mehr bieten, als man auf den ersten Blick vermutet. Die Kombination aus landschaftlicher Vielfalt, charmanten Orten und angenehmer Atmosphäre macht es leicht, in kurzer Zeit viele Eindrücke zu sammeln. Ob sportliche Aktivitäten wie Windsurfen und Wandern, entspannte Fährfahrten über den See oder der Besuch historischer Städte – der Gardasee ist ideal für alle, die Natur und Kultur gleichermaßen schätzen

Gerade bei einem kompakten Reisezeitraum lohnt es sich, vorab ein grobes Konzept zu haben: Welche Orte möchte man sehen? Wo lohnt sich ein Zwischenstopp? Welche Strecken lassen sich gut verbinden? Ein durchdachter Plan bedeutet nicht, dass man jede Stunde verplanen muss – vielmehr schafft er Freiraum für spontane Momente, weil man sich nicht ständig um Orientierung oder nächste Schritte kümmern muss.

Wer sich bewusst auf ein paar ausgewählte Erlebnisse konzentriert und nicht versucht, alles auf einmal zu sehen, wird mehr vom Gardasee mitnehmen – in Form von Erinnerungen, Bildern und kleinen Momenten, die in Erinnerung bleiben. Und vielleicht stellt man schon auf der Rückfahrt fest, dass es sich gelohnt hat. Oder dass man bald wiederkommt.