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Deutschlandwetter im Frühling 2020

Ein extrem sonniger, recht warmer und viel zu trockener Frühling

Offenbach, 29. Mai 2020 – Wie schon im Vorjahr fiel auch das Frühjahr 2020 recht warm aus. Deutschland befand sich überwiegend im Bereich warmer Luftmassen, wenige Kaltlufteinbrüche blieben meist nur von kurzer Dauer. So setzte sich die im Juni 2019 begonnene Serie zu warmer Monate auch im Frühling 2020 zunächst fort. Erst der Mai brachte eine leicht negative Temperaturabweichung. Häufiger Hochdruckeinfluss sorgte dabei für eines der sonnigsten Frühjahre seit Aufzeichnungsbeginn und zugleich für deutlich zu wenig Niederschlag. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Mildem März und zu warmem April folgte ein leicht zu kühler Mai
Mit 9,2 Grad Celsius (°C) lag im Frühling 2020 der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,7 Grad. Der Frühling startete mit einem milden März, der jedoch zu Beginn seiner letzten Dekade mit einem Temperatursturz und Maxima im oft nur einstelligen Bereich zu Ende ging. Auch der April verlief deutlich zu warm; er zählte sogar zu den sieben wärmsten Aprilmonaten seit Messbeginn 1881. Der Mai zeigte sich leicht zu kühl, dennoch verzeichneten einige Stationen im Süden bis zu sieben Sommertage mit mehr als 25 °C. Den deutschlandweit höchsten Frühlingswert erreichte Lingen im Emsland am 21. Mai mit 29,4 °C. Pünktlich zu den Eisheiligen sank das Thermometer nachts dagegen verbreitet unter den Gefrierpunkt. An manchen Orten traten im Frühling mehr Frosttage als im vorangegangenen Winter auf. Die bundesweit tiefste Temperatur meldete Deutschneudorf-Brüderwiese, im Erzgebirge, am 1. April mit -12,0 °C.

Frühjahr 2020 unter den sechs niederschlagsärmsten seit 1881
Bereits zum 7. Mal in Folge konnte der Frühling sein Soll von 186 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen: Mit rund 108 l/m² erreichte das Frühjahr 2020 nur gut 50 Prozent seines vieljährigen Durchschnitts und war eines der sechs niederschlagsärmsten seit 1881. Besonders der Westen und Osten Deutschlands litten unter anhaltender Trockenheit. So kam im Thüringer Becken, im Lee des Harzes sowie an der vorpommerschen Küste mit örtlich weniger als 45 l/m² teilweise nicht einmal ein Drittel des Solls zustande. Mespelbrunn im Spessart meldete am 11. Mai mit 77,2 l/m² die bundesweit höchste Tagessumme. Insgesamt fiel am unmittelbaren Alpenrand sowie im südlichen Schwarzwald mit bis zu 320 l/m² der meiste Niederschlag.

Mit dem Frühjahr 2011 sonnigster Frühling seit Messbeginn 1951
Die Sonnenscheindauer kam mit etwa 705 Stunden auf rund 150 Prozent ihres Solls von 467 Stunden. Damit war der Frühling 2020 mit 2011 das sonnigste Frühjahr seit Messbeginn 1951. Die sonnenscheinreichen Gebiete lagen mit bis zu 790 Stunden verstreut in ganz Deutschland. Die sonnenscheinärmste Region war der äußerste Süden mit örtlich weniger als 580 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Frühling 2020
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Im Frühling war Schleswig-Holstein mit 8,6 °C (7,1 °C) das zweitkühlste Bundesland. Hier betrug die Niederschlagsmenge fast 85 l/m² (155 l/m²) und die Sonnenscheindauer etwa 695 Stunden (492 Stunden). Für Hamburg ermittelten die DWD-Meteorologen 9,2°C (8,0 °C), über 85 l/m² (163 l/m²) und rund 690 Sonnenstunden (470 Stunden). Am 30. März lagen im Süden von Schleswig-Holstein bis zu 2 cm Schnee, der gesamte Winter 2019/20 war hingegen völlig schneefrei.

Niedersachsen und Bremen: In Niedersachsen betrug die Durchschnittstemperatur 9,2 °C (7,9 °C) und die Niederschlagssumme annähernd 90 l/m² (168 l/m²). Der deutschlandweit wärmste Ort im Frühjahr 2020 war Lingen im Emsland, wo das Thermometer am 21. Mai auf 29,4 °C kletterte. Göttingen meldete im Frühling 35 Frosttage, im vorangegangenen Winter waren es hingegen nur 24. Aufgrund der Trockenheit standen am 18. April etwa 32 ha Moor bei Papenburg im Emsland in Flammen. Mit rund 685 Stunden (455 Stunden), dies entspricht 151 Prozent des Klimawerts, gehörte es zu den sonnenscheinarmen Gebieten. Bremen erreichte 9,4 °C (8,0 °C), abgerundet 80 l/m² (159 l/m²) und knapp 700 Stunden (462 Stunden) Sonnenschein.

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern präsentierte sich im Frühling 2020 mit 8,6 °C (7,2 °C) als ein kühles und mit abgerundet 70 l/m² (134 l/m²) als das zweitniederschlagsärmste Bundesland. Zu den trockensten Gebiet Deutschlands gehörte im Frühling die vorpommerische Küste, wo örtlich weniger als 45 l/m² fielen. In Schwerin lag der Schnee am 30. März 2 cm hoch und damit höher als dort im gesamten Winter 2019/20. Die Sonne schien gut 690 Stunden (516 Stunden).

Brandenburg und Berlin: Für Brandenburg ermittelten die DWD-Experten 9,2 °C (8,2 °C) sowie nahezu 705 Sonnenstunden (507 Stunden). Mit einer Niederschlagsmenge von annähernd 75 l/m² (131 l/m²) war es eine trockene Region Deutschlands. Berlin war mit 9,9 °C (8,7 °C) ein warmes Bundesland. Die Hauptstadt meldete rund 80 l/m² (132 l/m²) und fast 710 Sonnenstunden (507 Stunden).

Sachsen-Anhalt: Hier lag die Mitteltemperatur bei 9,2 °C (8,1 °C) und die Sonnenscheindauer bei gut 715 Stunden (468 Stunden). In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge sank das Thermometer in der Nacht zum 1. April auf -12,0 °C und damit bundesweit am tiefsten. Sachsen-Anhalt war mit knapp 65 l/m² (135 l/m²) im Frühling vor Mecklenburg-Vorpommern das niederschlagsärmste Gebiet Deutschlands. Dies entspricht nur 48 Prozent des Solls. Vor allem im Lee des Harzes verzeichnete der DWD örtlich weniger als 45 l/m² und damit bundesweit mit am wenigsten Niederschlag.

Sachsen: Im Frühjahr 2020 war Sachsen mit 8,7 °C (7,6 °C) ein eher kühles und mit nahezu 685 Stunden (460 Stunden) das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. Der Freistaat verzeichnete eine Niederschlagsmenge von aufgerundet 105 l/m² (171 l/m²). In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge trat im Frühling am 1. April mit -12,0 °C die tiefste Temperatur auf.

Thüringen: Thüringen war im Frühling mit 8,6 °C (7,1 °C) das kühlste und mit knapp 675 Stunden auch das sonnenscheinärmste Gebiet Deutschlands. Die Sonnenscheindauer erreichte dennoch 151 Prozent und lag damit sehr deutlich über ihrem Soll von 448 Stunden. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf gut 110 l/m² (176 l/m²). Im Thüringer-Becken kam mit örtlich weniger als 45 l/m² bundesweit mit am wenigsten Niederschlag zusammen.

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen ordnete sich im Frühling 2020 mit 10,0 °C (8,3 °C) bei den eher warmen Bundesländern ein. Hier betrug die Niederschlagsmenge rund 110 l/m² (205 l/m²) und die Sonnenscheindauer annähernd 720 Stunden (441 Stunden). Durch die anhaltende Trockenheit kam es zu zahlreichen Bränden: Am 20. wurden bei Gummersbach, nordwestlich von Siegen, 75 ha und einem mehrtägig wütenden Feuer bei Niederkrüchten an der niederländischen Grenze 10 ha Wald sowie Weide zerstört.

Hessen: Bei durchschnittlich 9,5 °C (7,8 °C) erreichte Hessen eine Niederschlagssumme von gut 110 l/m² (191 l/m²). Laut den Klimaexperten des DWD war es mit fast 725 Stunden (452 Stunden) ein sonnenscheinreiches Bundesland.

Rheinland-Pfalz: Im Frühling war Rheinland-Pfalz mit 10,1 °C (8,1 °C) die zweitwärmste und mit gut 745 Stunden die sonnenscheinreichste Region im Bundesgebiet. Diese Summe entsprach 165 Prozent des Klimawertes (453 Stunden). Der Niederschlag akkumulierte sich auf knapp 120 l/m² (191 l/m²).

Saarland: Das Saarland präsentierte sich im Frühjahr 2020 mit 10,4 °C (8,4 °C) als das wärmste, mit etwa 165 l/m² (222 l/m²) als das niederschlagsreichste Gebiet Deutschlands. Ebenso durften sich die Saarländer mit nahezu 745 Sonnenstunden (468 Stunden) über den zweiten Platz im Ranking der Bundesländer freuen.

Baden-Württemberg: Die DWD-Meteorologen registrierten für Baden-Württemberg im Mittel 9,5 °C (7,6 °C). Im allgemeinen Vergleich war es mit über 130 l/m² (243 l/m²) die zweitniederschlagsreichste und mit rund 720 Stunden (457 Stunden) eine eher sonnenscheinreiche Region des Bundesgebietes. Im Südschwarzwald fiel im Frühling 2020 neben dem unmittelbaren Alpenrand mit bis zu 320 l/m² der meiste Niederschlag.

Bayern: Im Freistaat lag die Mitteltemperatur bei 8,8 °C (7,2 °C). Bayern war im Frühling 2020 mit über 130 l/m² (223 l/m²) ein niederschlagsreiches und mit nahezu 690 Stunden (466 Stunden) ein sonnenscheinarmes Bundesland. Der Süden Bayerns erhielt mit örtlich unter 580 Stunden bundesweit am wenigsten Sonnenschein, lag damit aber noch deutlich über dem Klimawert. Am 11. Mai führte eine Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands zu länger anhaltenden, schauerartig verstärkten Niederschlägen. Mespelbrunn im Spessart registrierte mit 77,2 l/m² im Frühjahr die deutschlandweit höchste Tagessumme. Die Allgäuer, Ammergauer und Chiemgauer Alpen zählten mit bis zu 320 l/m² zu den Regionen mit dem meisten Niederschlag.

Alle in dieser Pressemitteilung genannten Jahreszeitenwerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage der Jahreszeit verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

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