Schlagwortarchiv für: Hitzewelle

Der Sommer mit Hindernissen nimmt zur neuen Woche richtig Fahrt auf!

Hoch JULIA über dem Ostatlantik und Hoch INES über Osteuropa versuchen gemeinsame Sache zu machen und so die Wetterküche in Europa nachhaltig zu dominieren. Doch ganz geben die Tiefs nicht auf, die sich von Neufundland über den Nordatlantik bis nach Skandinavien tummeln und auch zahlreiche Frontenzüge im Gepäck haben. Da Deutschland zwischen JULIA im Westen und INES im Osten liegt, besteht genau hier eine Schwachstelle in der ausgeprägten Hochdruckzone. Diese nutzen derzeit wiederholt Tiefausläufer, um zumindest den Norden zu streifen (vgl. Grafik 1).

Der Sommer mit Hindernissen 1

Prognostizierte Wetterlage Samstag, 9. August um 14 Uhr mit Hoch Julia über dem Ostatlantik und Hoch INES über Osteuropa. (Quelle: TKB-DWD)

Zudem sorgen Prozesse in größeren Höhen dafür, dass das Wetter im Norden und teilweise auch in der Mitte derzeit zwar sommerlich warm, aber nicht ganz frei von Störungen ist. Neben dichteren Wolkenfeldern tröpfelte es am gestrigen Freitag vor allem von Hessen bis nach Sachsen und Franken bzw. der Oberpfalz. Dieser zusätzliche Feuchteinput sorgte schließlich dafür, dass es schwül wurde und die sehr warmen bis heißen Temperaturen schon wieder gen unerträglich gingen. Da half nur der Sprung ins kühlere Wasser, egal ob See, Fluss oder Schwimmbad. In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen tröpfelte es von Rheinland-Pfalz über Süd- und Mittelhessen hinweg bis nach Franken und Südthüringen weiter. Nicht nur, dass die dichteren Wolken das nächtliche Abkühlen ausbremsten und somit Tiefstwerte zwischen 20 und 16 Grad brachten, der leichte Regen feuchtete die Luft nochmals an, sodass im Tagesverlauf bei zunehmendem Sonnenschein schwül-heiße Werte zum Schwitzen anregen. Dies beschreibt auch die Karte für das thermische Empfinden mittels der gefühlten Temperatur für den heutigen Samstag. Vor allem südlich von Mosel und Main sowie in Teilen Ostdeutschlands werden heiße Werte über 32 Grad erwartet (vgl. Grafik 2). Vor allem für wetterfühlige und beeinträchtigte Menschen kann es demnach im Süden und Teilen der Mitte und Ostens zu einer hohen Gefährdung der allgemeinen Befindensbeeinträchtigungen (zum Beispiel Herz-Kreislauf-Beschwerden) kommen (vgl. Grafik 3).

Der Sommer mit Hindernissen 2

Gefühlte Temperaturen für Samstag, 9. August (links) und für die Nacht auf Sonntag, 10. August (rechts). Vor allem im Süden tagsüber ein heißes thermischen Empfinden. (Quelle: DWD)

 

Der Sommer mit Hindernissen 3

Gesundheitliche Bedeutung für Wetterfühlige bezüglich allgemeiner Befindensbeeinträchtigungen mit einer hohen gesundheitlichen Gefährdung im Süden und Teilen der Mitte und des Ostens. (Quelle: DWD)

Aber zurück zu unseren Hochs. Vor allem JULIA wird in den kommenden Tagen das Wetter in Deutschland prägen. Sobald der Tiefausläufer des Tiefs zwischen Island und Norwegen ost- bis südostwärts gezogen ist und voraussichtlich nur im Norden ein paar Regentropfen abgeladen hat, zieht Hoch JULIA am Sonntag mit seinem Schwerpunkt Richtung Britische Inseln und die südwestliche Nordsee. Damit schiebt JULIA aber hinter der Kaltfront vorübergehend nochmals kühlere Nordseeluft ins Land, die fast bis zu den Alpen vorankommt. Diese gelangt vor allem in der Südwesthälfte rasch unter den Einfluss von JULIA. Bei nur wenigen Wolken kann dort die Sonne lange scheinen. Anders im Norden und Osten, wo die Kaltfront samt der feuchten Luft teilweise dichtere Wolkenfelder produziert und lokal auch mal etwas Regen bringen könnte. Auch wenn die Kaltfront nahezu wetterinaktiv den Weg nach Südosten sucht, wird der Luftmassenwechsel bei den Temperaturen sichtbar. Im Norden sollen die Höchstwerte unter den Wolken mal wieder wenig sommerliche Werte unter 25 Grad erreichen. Der mäßige und stark böige Nordwestwind lässt schließlich die Temperaturen noch etwas kühler wirken (Wind-Chill-Effekt). Aber auch sonst gehen die Temperaturen im Vergleich zum heutigen Samstag zurück und pendeln zwischen 24 und 30 Grad, im Südosten örtlich auch nochmals bis heiße 32 Grad.

Zur neuen Woche will es Hoch JULIA aber so richtig wissen und nimmt Südwest-, West und Mitteleuropa in die Hitzezange. Denn JULIA wandert mit ihrem Schwerpunkt nach Polen bzw. Rumänien. Gleichzeitig kann sich von den Britischen Inseln ein Tief Richtung Nordwestfrankreich schieben. Damit kann von der Iberischen Halbinsel richtig heiße Luft über Frankreich bis nach Mitteleuropa gelangen (vgl. Grafik 4). Entsprechend sollen die Höchstwerte hierzulande dann von 21 bis 32 Grad am Montag auf 27 bis 37 Grad am Mittwoch ansteigen. Zudem macht sich die heiße subtropische Luft auch in der Nacht zum Mittwoch bemerkbar, indem die Temperaturen vor allem in der Südwesthälfte des Landes regional nicht mehr unter 20 Grad sinken (tropische Nacht, vgl. Grafik 5). Leider verliert aber auch das Hoch an Einfluss, sodass ruhiges und trockenes Hochdruckwetter eher nicht nachhaltig in Sicht ist. Stattdessen steigt ab Dienstag von Süden und Westen das Gewitterrisiko. Gebietsweise kann sich wieder ordentlich etwas zusammenbrauen. Die Folge wären mal wieder starke, teils schwere Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Zudem wäre die Luft schwül-heiß und daher für viele Menschen eher unerträglich.

Im Trend soll es voraussichtlich sommerlich warm, aber auch unbeständig bleiben. Wie immer sind die mittelfristigen Prognosen aber auch mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Der Sommer mit Hindernissen 4

Prognostizierte Wetterlage für Dienstag, 12. August um 14 Uhr mit Hoch JULIA über Osteuropa, einem Randtief über England sowie Zufuhr heißer subtropischer Luft von Süden. (Quelle: DWD)

 

Der Sommer mit Hindernissen 5

Prognostizierte Tiefsttemperaturen für die Nacht auf Mittwoch mit tropischer Nacht (> 20 Grad) im Westen und Südwesten (links) und Höchstwerte mit Maxima bis 37 Grad (rechts). (Quelle: DWD)

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurück

Deutschland wird aktuell von Sturmtief NING (int. Floris) mit Kern über Westnorwegen beeinflusst. Die dazugehörige Kaltfront liegt quer über der Mitte des Landes und erreicht Dienstagabend den Süden. Für die Jahreszeit ist ein recht intensives Sturmtief. Zum Glück zieht der Kern des Tiefs so weit nördlich, sodass nur die nördliche Nordsee, der Norden von Dänemark und Südnorwegen vom eigenen Sturmfeld betroffen werden und sich die Auswirkungen in Deutschland in Grenzen halten.

Somit startete der Dienstag entlang der Kaltfront in einem breiten Streifen über die Mitte und Teile des Nordens bedeckt. Von Rheinland-Pfalz über Thüringen bis nach Sachen und Südbrandenburg fällt schauerartiger Regen, der im weiteren Tagesverlauf nach Süddeutschland zieht. Zuvor scheint dort die Sonne und bevor die eigentliche Kaltfront eintrifft, können sich dort einzelne starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen entwickeln. Von Nordwesten lockern die Wolken zwar auf, aber von der Nordsee greifen Schauer und kurze Gewitter auf Norddeutschland über, dazu ist es dort sehr windig, an den Küsten auch stürmisch.

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurueck

Wetter- und Temperaturkarte, Dienstag 05.08.2025

Am Mittwoch macht sich das Hoch INES über Deutschland bemerkbar. Dessen Einflussbereich erstreckt sich bis nach Mitteleuropa. Der Süden und die Mitte profitieren vom Hoch, der Norden hingegen liegt noch am Rande des Tiefs NING, sodass es dort noch leicht wechselhaft mit vereinzelten Schauern ist. Dazu weht noch ein kräftiger Westwind. Ansonsten zeigt sich überwiegend die Sonne.

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurueck 2

Wetter- und Temperaturkarte, Mittwoch 06.08.2025

Hoch INES bringt die lang ersehnte Wetterberuhigung in Deutschland und sorgt für die Rückkehr des Hochsommers. Bereits am Donnerstag steigen die Temperaturen in den sommerlichen Bereich zwischen 25 und 30 Grad, dazu scheint im fast ganzen Land die Sonne. Am Freitag wird es noch heißer mit Höchstwerten südlich des Mains und der Mosel über 30 Grad. Lediglich im äußersten Norden ist es merklich kühler und wolkiger.

Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurueck 3

Wetterausichten von Donnerstag bis Samstag (07.08.2025 – 09.08.2025)

Wie lange hält das schöne und heiße Wetter an? Bis Sonntag bleibt es sehr wahrscheinlich sommerlich warm bis heiß, jedoch steigt das Gewitterrisiko vor allem im Westen und im Süden an. Es sind aber nur lokale Geschichten, der Gesamteindruck bleibt schön.

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Europawetter

Vor allem zwischen Ostsee und Erzgebirge wird man aufatmen – zumindest, wenn die Wettervorhersagemodelle recht behalten sollten. Tief GABRIEL sorgt übers Wochenende dort für einiges an Regen. Lokal eng begrenzt kann es sogar schon wieder etwas (zu) viel werden, denn kräftige Schauer und Gewitter können durchaus Unwetterpotential aufweisen. Und auch in den übrigen Gebieten, so z. B. in der Nordhälfte Bayerns, wird der Mangel an Niederschlag etwas abgemildert. 

Europawetter 1

Tief GABRIEL und die Temperaturverteilung sowie die angedeutete Strömung im Niveau 850 hPa (ca. 1,5 km Höhe)

Auf seinem Weg vom südlichen Baltikum nach Westen erreicht GABRIEL am morgigen Samstagmittag das Stettiner Haff. In Abbildung 1 ist seine Position um 12 UTC (14 MESZ) zu sehen, zusammen mit der durch Pfeile angedeuteten, gegen den Uhrzeigersinn verlaufenden Zirkulation um Gabriel herum. Dazu liefert Abbildung 1 auch Informationen über die Temperaturen in ca. 1,5 km Höhe. Die in Orange und Rot gehaltenen Bereiche relativ hoher 850 hPa-Temperaturen bilden dabei einen Ring um GABRIEL, wobei dieser in gewisser Weise als steuerndes Zentraltief fungiert. 

Die Temperaturunterschiede sind dabei durchaus beachtlich. Über der zentralen Ostsee in unmittelbarer Nähe des Tiefkerns liegen sie teils nur um 7°C, dagegen können Teile Nordwestrusslands mit bis zu 20°C aufwarten. Insbesondere vom östlichen Schwarzen Meer, dem Kaukasus und dem Kaspischen Meer wird in einem breiten Streifen heiße Luft über den Westen Russlands hinweg bis nach Skandinavien geführt. Westlich von Tief GABRIEL und damit über Westeuropa ist die Strömung dagegen etwas diffuser und nicht so klar konturiert. Für den „warmen“ oder „heißen“ Ring braucht es dort die Hilfe von Hochdruckgebieten, deren Absinken für eine Austrocknung und Erwärmung der Luftmassen sorgt. 

Europawetter 2

Höchsttemperaturen in Europa am kommenden Sonntag 

Wie stark sich insbesondere das „Förderband“ östlich von GABRIEL bei den Höchsttemperaturen bemerkbar macht, zeigt Abbildung 2. Nördlich des Kaukasus werden am Sonntag Höchstwerte von 35 bis 40°C erwartet, gebietsweise kann es auch noch etwas mehr sein. Die Region um Moskau bringt es auf bis zu 30°C, und selbst in Skandinavien und England, die man normalerweise nicht mit solchen Temperaturen in Verbindung bringt, fällt zumindest lokal die 30°C-Marke. Für das Mittelmeer sind dies sicherlich im Juli erwartbare Maxima, in Deutschland kann sich in den erlauchten Kreis der „30er“ nur der Oberrhein einreihen. Überall dort, wo GABRIEL für viele Wolken sorgt, schwanken die sonntäglichen Maxima um 25°C, und wenn dann auch noch eine ordentliche Portion Regen dazu kommt, schaffen es die Maxima sogar nur knapp über 20°C – wenn überhaupt. 

Skandinavien hat es bezüglich des Sonnenscheins und des damit verbundenen „Sahnehäubchens“ bei den Höchstwerten etwas besser als wir. Einerseits scheint dort die Sonne am Wochenende von einem oft blitzblank geputzten Himmel, andererseits sind im hohen Norden die Tage noch immer bemerkenswert lang. So geht im mittelschwedischen Gunnarn am morgigen Samstag die Sonne schon um 02:37 MESZ auf und erst um 23:12 MESZ unter. Gunnarn ist für MOSMIX auch der „Top-Pick“ bei den sonntäglichen Maximalwerten: 31°C peilt das Modell dort an, der entsprechende Wert ist auch in Abbildung 2 zu finden. 

Europawetter 3

Klimadiagramm der Station Sundsvall-Härnösand (Mittelschweden) 

Da die Temperaturen in Mittelschweden in der Nacht zum Montag auch nur auf meist 19 bis 14°C zurückgehen (Gunnarn: 17°C) und damit teils knapp an der Tropennacht vorbeischrammen, ergeben sich in der Folge recht hohe Tagesmitteltemperaturen. Für die in Abbildung 2 mit einem grünen Stern markierte Station Sundsvall-Härnösand liegen die nächtlichen Minima bei 14°C und die Höchstwerte bei 26°C, was grob über den Daumen gepeilt eine Tagesmitteltemperatur von 20°C bedeutet. Dass dies deutlich mehr ist als zu der Zeit normalerweise zu erwarten ist, zeigt Abbildung 3. Dort ist das Klimadiagramm von Sundsvall-Härnösand zu sehen. Immerhin weicht die geschätzte Mitteltemperatur um 5°C von der klimatologisch zu erwartenden ab. In Gunnarn dürfte es sogar noch etwas mehr sein. 

Diplom-Meteorologe Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.07.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Wie lange dauert die Hitzewelle an?

Vor allem im Südwesten und Süden herrschte bereits am vergangenen Wochenende bei hochsommerlichen Temperaturen bestes Badewetter. So kletterte das Quecksilber am gestrigen Sonntag bei viel Sonnenschein örtlich auf über 35 Grad. Spitzenreiter war Regensburg mit einem vorläufigen Höchstwert von 35,7 Grad. Im Norden des Landes lagen die Temperaturen dagegen häufig nur im sommerlichen Bereich. An den Küsten auch nachmittags sogar nur bei knapp über 20 Grad. Diese Zweiteilung bleibt uns auch heute noch erhalten.

Grund dafür ist die bei uns kaum wetterwirksame Kaltfront von Tief CORNELIUS, die vergangene Nacht die Nordosthälfte des Bundesgebietes überquerte. CORNELIUS befindet sich aktuell mit seinem Zentrum über dem Baltikum und verlagert sich bis zur Wochenmitte unter Abschwächung nach Nordwestrussland. Damit wird Platz für unser Hochsommerhoch BETTINA. Auf der Vorderseite von BETTINA wird vor allem zur Wochenmitte sehr heiße Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum herangeführt. 

Wie lange dauert die Hitzewelle an 1

Prognosekarte für Montag, den 30.06.2025 um 12 UTC. Das Hoch BETTINA befindet sich mit seinem Zentrum über Norddeutschland. 

In der hinter der Kaltfront eingeflossenen kühlen und trockenen Luftmasse konnte es sich im Norden vergangene Nacht ordentlich abkühlen. Somit lagen die Tiefsttemperaturen dort teils sogar bei unter 10 Grad. Gleichzeitig gab es im Südwesten stellenweise erneut eine Tropennacht. Heute und am Dienstag erwartet uns unter der Regie von Hoch BETTINA viel Sonnenschein und weiter steigende Temperaturen. Während heute am Oberrhein stellenweise bis zu 36 Grad erreicht werden, sind es am Dienstag in den Niederungen des Westens und Südwestens häufig schon 36 bis 38 Grad. Damit kommt es in diesen Regionen auch aufgrund der nur relativ geringen nächtlichen Abkühlung zu einer extremen Wärmebelastung.

Im südwestdeutschen Bergland entwickeln sich jeweils im Tagesverlauf einzelne kräftige Hitzegewitter. Am Dienstag sind vor allem vom Schwarzwald bis zu den Alpen örtlich unwetterartige Gewitter mit dabei. Lokal eng begrenzt kann es zu heftigen Starkregen und zu größeren Hagelansammlungen kommen! Die meisten Bewohner des Bundesgebietes werden davon aber nichts mitbekommen. Stattdessen geht bis zur Wochenmitte das große Schwitzen weiter.

Am Mittwoch breitet sich die Hitze nahezu auf das ganze Land aus. Dann sind verbreitet Höchstwerte zwischen 33 und 40 Grad möglich. Am heißesten wird es dabei voraussichtlich in einigen Flussniederungen im Südwesten und der Mitte Deutschlands. An einigen Wetterstationen können dann auch neue Allzeitrekorde aufgestellt werden. Der deutschlandweite Allzeitrekord vom 25 Juli 2019 mit 41,2 Grad wird aber voraussichtlich nicht erreicht!

Nichtsdestotrotz sorgt die Hitze für eine starke Belastung des Körpers. Gerade ältere und geschwächte Personen sollten somit um die Nachmittagszeit einen längeren Aufenthalt im Freien vermeiden und vor allem viel Flüssigkeit trinken! 

Wie lange dauert die Hitzewelle an 2

Temperaturvorhersage von Dienstag bis Donnerstag (1. bis 3. Juli 2025). Der Hitzehöhepunkt wird am Mittwoch erwartet. Dann sind verbreitet Höchsttemperaturen von über 35 Grad wahrscheinlich. Ab Donnerstag gehen die Temperaturen von Nordwesten her deutlich zurück. 

Wie lange dauert die Hitze an?

Bereits in der Nacht zum Donnerstag macht sich eine markante Kaltfront eines Tiefs bei Skandinavien bemerkbar. Vorderseitig der Kaltfront können sich dann im Nordwesten und am Donnerstag auch in der Südosthälfte Schauer und teils kräftige Gewitter mit Unwetterpotential entwickeln. Während es am Donnerstag südlich einer Linie vom Main bis zur Oder nochmals bei Höchstwerten von 30 bis 35 Grad zu einer starken Wärmebelastung kommt, ist am Freitag Durchatmen angesagt. Dann erreichen die Spitzenwerte lediglich noch am Oberrhein knapp 30 Grad. Ansonsten gibt es bei wieder freundlicheren Wetterbedingungen angenehme sommerliche Werte von 23 bis 29 Grad. Damit steht uns mit Ausnahme des Südwestens zwar nur eine kurze aber dafür eine sehr starke Hitzewelle bevor.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Bevorstehende Hitzewelle

Während für den Juni als erstem Sommermonat noch am Resümee gefeilt wird, was gar nicht so einfach sein dürfte, weil sein Ausklang den Start einer Hitzewelle markiert, steht der Juli schon jetzt kraftstrotzend in den Startlöchern. Das Hoch ANITA, aktuell noch das westliche oder nordwestliche Ende einer Hochdruckbrücke, die bis über die Azoren hinaus auf den zentralen Nordatlantik reicht, schaufelt schon jetzt heiße Luft zu uns. Schon in der kommenden Nacht schnürt sich ein eigenständiger Hochschwerpunkt ab, der zum Morgen etwa über dem Westausgang des Ärmelkanals zu finden sein wird. Im Weiteren wandert dieser Schwerpunkt nach Ost-Nordosten. Etwa am Montagmittag hat er die Oder und die westliche Ostsee erreicht. Mit anderen Worten: Wir liegen dann auf seiner Rückseite und heiße Luft kann umso besser zu uns einfließen. 

Bevorstehende Hitzewelle 1

Meteogramm der Station Frankfurt Flughafen 

Der Blick auf das Meteogramm der Station Frankfurt Flughafen in Abbildung eins zeigt dies eindrücklich. Im oberen Teil erkennt man die Temperaturkurve (rot) und die Taupunktkurve (Maß für die Feuchte, bräunlich). Von Samstag (Höchsttemperatur 32,5°C) auf Sonntag (Höchsttemperatur 33,1°C) macht die Temperatur noch keine großen Sprünge. Aber dann geht es deutlicher nach oben; 35°C sollen es am Montag und 37,5°C respektive 37,7°C am Dienstag und Mittwoch werden (Daten aus dem DWD-Modell MOSMIX). Die entsprechenden Zahlen findet man als Maximaltemperaturen auch in Abbildung eins, wobei pro Tag immer zwei Temperaturen angegeben sind. Es handelt sich dabei um die Maxima von 06 bis 18 UTC (08 bis 20 MESZ) bzw. 18 bis 06 UTC (20 bis 08 MESZ). 

Das gleiche Schema mit den zwei Temperaturen pro Tag finden wir bei den Minimaltemperaturen. Während es in der Nacht zum Montag zumindest nochmal knapp unter 20°C abkühlt, liegen die Minima in den Nächten zu Dienstag und zu Mittwoch bei 21,1°C bzw. 21,2°C. Mithin stehen dem Frankfurter Flughafen Tropennächte ins Haus, zumindest wenn das Modell Recht behält. 

Dass die Advektion der heißen Luftmasse ein wesentlicher Faktor für die bevorstehende Hitzewelle ist, wurde ja schon angesprochen. Ein weiterer ist die fast ungehinderte Einstrahlung. Dazu kann man sich den unteren Teil der Abbildung eins anschauen. Die gelben Balken geben die Sonnenscheindauer in Minuten pro voller Stunde an. Und sie erreichen am Montag und Dienstag fast ganztägig das stündlich maximal Mögliche. Letztendlich heißt das an beiden Tagen über 15 Stunden Sonnenschein. Dazu passen die Angaben zu den Wolken, die man an bzw. in den kleinen Kreisen ablesen kann. Die obere Kreisreihe gibt die Gesamtbewölkung an, die sich aus der hohen, mittelhohen und tiefen Bewölkung ergibt (den darunter liegenden drei Reihen von Kreisen). Die leeren Kreise bei den tiefen und mittelhohen Wolken weisen auf deren Ausbleiben hin. Allenfalls ein paar hohe Wolkenfelder lässt das Modell durchziehen. 

Über 35°C und pralle Sonne – das schreit nach Sonnenschutz und ruft die empfohlenen Hitze-Verhaltensweisen in Erinnerung: viel trinken, Anstrengung vermeiden und kühle Plätze aufsuchen. 

Bevorstehende Hitzewelle 2

Temperaturentwicklung bis Mittwoch, 02.07.2025 

Bleibt die Frage, ob der Frankfurter Flughafen repräsentativ ist für das gesamte Land? In gewisser Weise, beispielsweise bezüglich des Temperaturtrends, gilt das tatsächlich. Mit anderen Worten: Die Temperatur steigt überall bis zur Wochenmitte an, und der Mittwoch dürfte deutschlandweit der heißeste Tag werden (vgl. Abbildung zwei). Allerdings zeigt sich der Montag in der Nordosthälfte mit Höchstwerten um 30°C noch vergleichsweise handzahm, während die Südwesthälfte schon recht verbreitet 33 bis 35°C aufzuweisen hat. In den Folgetagen greift die Hitze dann weit nach Norden und Nordosten aus, in Hamburg und Bremen soll die 35°C-Marke fallen oder zumindest angekratzt werden, das ist schon eine Hausnummer. 

Bevorstehende Hitzewelle 3

Sonnenscheindauer bis Dienstag, 01.07.2025

Dabei scheint im Norden die Sonne verbreitet sogar länger als in Frankfurt, was nicht verwundert, weil die astronomisch mögliche Sonnenscheindauer im Sommer im Norden höher ist als im Süden. Es weist allerdings darauf hin, dass auch dort kaum eine Wolke den Himmel trübt, was für weite Teile des Landes gilt, womit der Frankfurter Flughafen auch diesbezüglich wieder in gewisser Weise repräsentativ ist. 

Diplom-Meteorologe Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Hochsommerlich heiß

Der heutige Donnerstag steht ganz im Zeichen von Gewittern. Verbreitet treten starke Gewitter mit Sturmböen und Starkregen, aber auch kleinerem Hagel auf. Nur der Südwesten ist weitgehend verschont. Nach Osten und Südosten hin sind am Nachmittag und Abend lokal Unwetter mit heftigem Starkregen, größerem Hagel und schweren Sturmböen oder auch orkanartigen Böen möglich. Da die Bäume voll belaubt sind, ist Astbruch oder Baumbruch möglich. Auch kleinräumige Überschwemmungen oder Schäden durch Hagel können auftreten. 

Hochsommerlich heiss 1

Unwettergrafik zu lokalen Schwergewittern am Donnerstag, 26.06.2025 

Wenn das Gewittertief abzieht, setzt sich von Südwesten her aber wieder hoher Luftdruck durch. Die Bewölkung geht zurück, die Sonnenanteile nehmen zu. Mit südlicher Strömung wird sehr warme bis heiße Luft aus Nordafrika zu uns geführt. In der Höhe (ca. 1500 Meter = 850 hPa) werden am Sonntag im Süden bereits knapp 20 Grad erwartet. Über der Mitte werden rund 15, im Norden 11 Grad liegen. Am Boden resultieren daraus 31 bis 35 Grad im Süden, 28 bis 32 Grad über der Mitte und 21 bis 27 Grad im Norden.
An den Folgetagen gelangt die heiße Luft weiter in den Norden. In den Nächten sinkt die Temperatur vor allem in urbanen Regionen nur noch selten und wenig unter 20 Grad. Auch sonst laden die Tiefstwerte zwischen 12 und 17 Grad kaum zum Durchlüften ein. Die Wärmebelastung steigt. 

Hochsommerlich heiss 2 

Hitzetrend für Deutschland von Samstag, 28.06.2025 bis Dienstag, 01.07.2025 

Ein Ende der Hitzewelle ist erst nach Mitte der kommenden Woche zu erwarten. Fraglich ist noch, wie stark die Abkühlung ausfallen wird. Bis dahin sind es aber im Süden etwa 5 Tage mit starker bis extremer Wärmebelastung, über der Mitte und im Norden kommen wahrscheinlich 2 bis 3 Tag mit starker Wärmebelastung zusammen. 

Neben Kreislaufproblemen können auch Hitzekrämpfe oder Hitzschlag Folgen der starken Wärmebelastung sein. Soweit muss es aber nicht kommen. Bereiten Sie sich auf die erwartete Wärmebelastung vor. In den letzten Jahren gab es immer wieder längere Hitzewellen. Es ist auch zu erwarten, dass die Wahrscheinlichkeit dafür steigt. Eine Lösung ist zum Beispiel die Anschaffung einer Klimaanlage. Sie verschafft an heißen Tagen Erleichterung durch kühle Räume. Guter Schlaf hilft dabei, die tagsüber hohe Belastung besser wegzustecken. 

Weitere Verhaltenstipps finden Sie auf hitzewarnungen.de. 

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Hitzeintermezzo am Wochenende – Temperatursturz zum Wochenstart

Hoch ZORA hat das Wettergeschehen in Deutschland weiterhin fest im Griff! Zwar verlagert es seinen Schwerpunkt am morgigen Samstag von Norddeutschland ins südöstliche Mitteleuropa, Tiefdruckgebiete haben aber noch keine Chance, sich durchzusetzen. Die Betonung liegt auf „noch“. Denn über dem Nordatlantik, genauer gesagt knapp südlich von Grönland, lauert bereits Tief ZIROS. 

Hitzeintermezzo am Wochenende 1 1 2

Abb. 1: Luftdruck am Boden (weiße Linien) und Temperatur in rund 1500 m Höhe (Farbfläche) für Freitag, 20.06.2025, 20 Uhr (ICON-Prognose). Quelle: DWD 

Dieses Tief nimmt Kurs Richtung Südskandinavien und wird ab Sonntagabend einen Wetterwechsel einleiten, der sich gewaschen hat – so viel schon mal vorweg. Zunächst einmal gelangt aber zwischen ZORA und dem herannahenden ZIROS aus Südwesten zunehmend heiße Luft nach Deutschland. 

Hitzeintermezzo am Wochenende 2

Abb. 2: Luftdruck am Boden (weiße Linien) und Temperatur in rund 1500 m Höhe (Farbfläche) für Sonntag, 22.06.2025, 20 Uhr (ICON-Prognose). Quelle: DWD 

Während am heutigen Freitag gerade mal am Oberrhein die 30-Grad-Marke knapp erreicht wird, wird das am Samstag vor allem in der Westhälfte vermehrt der Fall sein. Entlang des Rheins sind dann lokal schon bis zu 33 Grad drin. Der astronomische Sommeranfang drückt also direkt auf’s Gaspedal! 

Der Sonntag legt noch eine ordentliche Schippe drauf. Verbreitet werden Höchstwerte zwischen 30 und 35 Grad erwartet. Eine Spur heißer wird es Richtung Südwesten, wo lokal sogar erst bei 37 Grad Schluss sein kann mit dem Temperaturanstieg. Freibäder und Badeseen dürften prall gefüllt sein und das Lieblingseis sollte wahrscheinlich im Rekordtempo gegessen werden, wenn man es noch im einigermaßen festen Zustand genießen will. Wer der Hitze innerhalb Deutschlands entfliehen möchte, findet wohl nur in den Hochlagen der Gebirge, auf den Nord- und Ostseeinseln sowie an der Grenze zu Dänemark Höchstwerte unter 30 Grad vor. Hitzeliebhaber sollten dagegen genießen, was das Zeug hält, denn von mehr als einem Intermezzo kann man hierbei nicht sprechen. 

Am Sonntagabend greift nämlich die Kaltfront von Tief ZIROS auf den Westen und Nordwesten Deutschlands über, die ihrem Namen mehr als gerecht wird! Zunächst einmal wird es in ihrem Vorfeld erste kräftige Schauer und Gewitter geben, die sich bis Montag in die Südosthälfte vorarbeiten und lokal Unwetterpotenzial mit sich bringen. Die Temperatur stürzt förmlich ab. Im Norden und Westen sind am Montag nicht einmal mehr 25 Grad drin und im Nordseeumfeld bekommt man selbst mit der 20-Grad-Marke schon Schwierigkeiten. Damit liegen die Höchstwerte dort oftmals um mehr als 10 Kelvin niedriger als noch am Vortag. In der Südosthälfte bleibt es zwar sommerlich warm, 30 Grad dürften aber auch dort nicht mehr erreicht werden. 

Hitzeintermezzo am Wochenende 3

Abb. 3: Höchsttemperatur für Sonntag, 22.06.2025 (links) und Montag, 23.06.2025 (rechts) (MOSMIX-Prognose). Quelle: DWD 

Doch damit nicht genug: Neben Schauern, Gewittern und Temperatursturz wird es zudem auch noch sehr windig bis stürmisch. Gerade im Norden und Westen wird sich der Wochenstart damit fast schon herbstlich anfühlen im Vergleich zum hochsommerlichen und heißen Sonntag. 

Die Wetterumstellung hin zu einer für unsere Breiten klassischen Westwetterlage wird voraussichtlich die ganze nächste Woche anhalten. Immer wieder werden daher Tiefausläufer mit zeitweiligem Regen ostwärts durchziehen, die vor allem den Norden betreffen, hin und wieder aber auch bis in den Süden ausgreifen. Dazu stellt sich ein Nord-Süd-Gefälle beim Temperaturniveau ein. Während es im Süden (und zumeist wohl auch in der Mitte) sommerlich warm bis heiß bleibt, halten sich die Höchstwerte im Norden eher in einem Bereich zwischen 20 und 25 Grad auf. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Abkühlung in Sicht!

„Erste Hitzewelle des Jahres“, “ Ab Mittwoch kommt die Hitze“, „Bis zu 35 Grad“ – so oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen für die kurze Hitzewelle, die vielen Teilen Deutschlands nun bis maximal zum Sonntag bevorsteht. Dass die Hitzewelle aber nur von recht kurzer Dauer und eine Abkühlung bereits wieder in Sicht ist, zeigen die Wettermodelle auch in schöner Beständigkeit.

Die Hitzewelle

XARA ist keine Modekette für Bekleidung (die wird sowieso anders geschrieben), sondern das verantwortliche Hoch, das Teilen Deutschlands die erste Hitzewelle des Jahres mit Temperaturen zum Teil deutlich über 30 Grad bringt. Weil XARA bis zum Samstag ihre Zelte allerdings lieber in skandinavische bzw. osteuropäische Gefilde verlegen möchte, dreht die Strömung in Deutschland mehr und mehr auf Süd bis Südost. Folglich zapft XARA subtropische bis tropische Luftmassen vom Mittelmeer oder sogar aus Nordafrika an.

Diese erhitzen zunächst vor allem den Westen und Südwesten. Das lässt die Temperaturen dort kräftig steigen: Am heutigen Mittwoch 20 bis 27 Grad, am Donnerstag 24 bis 33, am Freitag 25 bis 35 Grad. Im Norden und Osten geht die Erwärmung nicht ganz so schnell: heute 15 bis 21, morgen 18 bis 24, am Freitag dann aber auch 25 bis 30 Grad. An den Küsten bleibt es zum Teil etwas kühler, was dem kühleren Meer geschuldet ist. Die Nächte sind bis zum Donnerstag meist noch frisch mit teils einstelligen Tiefstwerten. Ab der Nacht zum Freitag kühlt es im Westen und Südwesten bereits nicht mehr auf einstellige Tiefstwerte ab, in großen Städten wird die 20 Grad-Marke zum Teil nicht mehr unterboten. Die zunehmend milden (gefühlt warmen) Nächte erfassen bis zum Sonntag auch den Osten.

Abkuehlung in Sicht 1

Anrollende Hitzewelle – Temperaturen von Mittwoch, 11.06.2025 bis Freitag 13.06.2025 

Die Abkühlung

XARA entschwindet bis zum Sonntag immer weiter nach Osteuropa, sodass sich ihr Einfluss auf Deutschland immer weiter reduziert. Mit der dadurch bedingten Drehung der Strömung auf Südwest wird bei zunehmenden Tiefdruckeinfluss die Luftmasse von Tag zu Tag immer feuchter. Das ruft Gewitter auf den Plan, die sich in der heißen Luftmasse entwickeln. Am Sonntag kommt es darüber hinaus zu einem Kaltfrontdurchgang, der bis Montagmorgen alle Landesteile erfasst haben dürfte.

Im Detail so sieht das so aus: Am Freitag ist XARA bei uns meist noch kräftig genug, um den Deckel drauf und die Gewitterwolken in Schach zu halten. Der eine oder andere Berg als Hilfsmittel könnte es aber doch schon schaffen, den Deckel mit einem Knalleffekt zu sprengen. Am Samstag passiert das im Westen dann immer häufiger, und weil angesichts der Luftmasse viel Energie im Spiel ist, könnten die Gewitter dann auch kräftig mit Platzregen, größerem Hagel und Sturmböen ausfallen. Am Sonntag weitet sich das Gewittergeschehen in den Osten und Südosten aus, während im Westen und Südwesten unter wieder zunehmenden Hochdruckeinfluss bereits wieder eine Beruhigung einsetzt. Die Temperaturen zeigen es an: Im Osten nochmals 27 bis 31 Grad, im Westen nach den Gewittern allerdings „nur“ noch 22 bis 28 Grad.
Abkuehlung in Sicht 2
  

Abkühlung von Westen – Temperaturen von Samstag, 14.06.2025 bis Montag 16.06.2025 

Und dann?

In der neuen Woche nimmt der Hochdruckeinfluss überall wieder zu, wobei die Temperaturen außer ganz im Norden meist im sommerlichen Bereich verweilen. In den Nächten kühlt es wieder deutlicher ab, sodass durchgelüftet werden kann. Neuerliche Hitze steht dann erst einmal nicht mehr ins Haus.

Abkuehlung in Sicht 3

 

Sommerliche neue Woche – Temperaturen von Dienstag, 17.06.2025 bis Donnerstag 19.06.2025 

 

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Erste Hitzewelle des Jahres?

Kräftige Regengüsse und teils auch ein stürmischer Wind. So gestaltete sich vor allem der Pfingstsonntag. Dazu erreichten die Temperaturen häufig nur Höchstwerte unter 20 Grad. Im Nordwesten und an den Küsten reichte es gebietsweise sogar nur für 15 Grad. Lediglich im Südosten und Osten des Landes lagen die Höchstwerte gebietsweise um 20 Grad. Verantwortlich dafür war Tief VEIT im Zusammenspiel mit Hoch WILTRUD, welche kühle Meeresluft subpolaren Ursprungs nach Deutschland strömen ließen. So zeigte das Thermometer heute früh verbreitet einstellige Temperaturwerte an. In einigen höhergelegenen Tallagen der Mittelgebirge gab es sogar Bodenfrost. 

Erste Hitzewelle des Jahres teil 1

Analysekarte für den 09.06.2025 um 12 UTC. Während der Norden weiterhin unter Tiefdruckeinfluss verweilt, setzt sich im Süden zunehmend hoher Luftdruck durch. (Quelle.DWD) 

Die aktuell vorherrschende zyklonal geprägte Westlage bleibt uns noch bis zur Wochenmitte erhalten, dann stellt sich die Wetterlage aber grundlegend um. Schon am heutigen Pfingstmontag macht sich im Süden zunehmend hoher Luftdruck bemerkbar. So steigen die Temperaturen im Süden mit Sonnenunterstützung bereits bis auf 23 Grad an. Und diese Erwärmung setzt sich auch in den kommenden Tagen dort fort. In der Nordhälfte überwiegt dagegen vorerst noch der Tiefdruckeinfluss. Dies führt auch heute dort wieder zu wechselhaftem und windigem, herbstlich anmutendem Wetter. 

Dies ändert sich aber ab der Wochenmitte. Dann baut sich der Hochdruckschwerpunkt von VEIT über Zentraleuropa auf. Gleichzeitig etabliert sich tiefer Luftdruck vor den Toren Westeuropas. Damit wird der Weg frei für heiße Luftmassen aus dem westlichen Mittelmeerraum. Deshalb werden bereits am Donnerstag im Südwesten häufig Höchstwerte von 30 Grad erreicht. Aber auch im Norden und Nordosten gibt es abseits der Küstengebiete größtenteils einen Sommertag mit Höchsttemperaturen von über 25 Grad. 

Erste Hitzewelle des Jahres teil 2

Großwetterlage für den 13.06.2025 um 12 UTC. Auf der Vorderseite eines Tiefdrucksystems nahe den Britischen-Inseln strömt heiße und auch zunehmend feuchte Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum in den Südwesten Deutschlands. (Quelle:DWD) 

Zum Wochenende verlagert sich der Hochdruckschwerpunkt voraussichtlich etwas weiter nach Osten. Damit nimmt auch allmählich die Gewittergefahr wieder zu. Allerdings flutet zuvor nochmals ein Schwall heißer und zunehmend auch feuchter Luft das Land. Vor allem im Südwesten sind am Freitag und Samstag häufig schweißtreibende Höchstwerte von über 30 Grad zu erwarten. Vor allem am Oberrhein ist bei Spitzenwerten von 35 oder örtlich sogar 36 Grad mit einer starken Wärmebelastung zu rechnen. Aber auch in der Nordhälfte wird am Freitag und Samstag größtenteils ein Hitzetag erwartet. Nur lediglich an den Küsten sowie im höheren Bergland bleibt es hitzefrei. Somit gibt es am Donnerstag und Freitag in weiten Landesteilen lupenreines Badewetter. 

Wie nachhaltig ist das sommerlich heiße Wetter? 

Ab dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten in der Vorhersage deutlich zu. Am Samstag ziehen nach jetzigem Stand von Westen zunehmend kräftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotenzial auf! Dazu gehen die Temperaturen am Sonntag voraussichtlich im Westen und am Montag auch im Osten deutlich zurück. Trotz größerer Unsicherheiten in der Modellwelt hinsichtlich der Wetterlage zeigt sich in der Probabilistik doch relativ deutlich eine nachhaltigere Abkühlung. Eine rasche Rückkehr der großräumigen Hitze ist somit unwahrscheinlich. Mehr als ein kurzes Hitzeintermezzo deutet sich in den meisten Landesteilen damit nicht an. Lediglich im Südwesten sind örtlich 3 bis maximal 4 Hitzetage am Stück möglich! 

Erste Hitzewelle des Jahres teil 3 

Ensemblevorhersage für Frankfurt (links) und Berlin (rechts). Deutlich erkennbar ist die markante Abkühlung zu Wochenbeginn. (Quelle:ECMWF)  

 

M.Sc.Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Wo steckt der Sommer?

Die Großwetterlage in Europa ist seit Wochen ziemlich eingefahren. Ein sich immer wieder regenerierender Höhentrog über West- und Mitteleuropa sorgte für eine kühle und teils auch sehr nasse Witterungsphase. Dies führte in den letzten Wochen gebietsweise zu teils unwetterartigen Niederschlägen, die in der vergangenen Woche zu den Hochwassern im Süden und Südosten, sowie bereits im Mai im Südwesten führten.

Am Wochenende sorgte schwacher Zwischenhocheinfluss zumindest gebietsweise für beständiges und warmes Frühsommerwetter. Am gestrigen Samstag wurde vor allem im Süden und Osten in den Niederungen gebietsweise die Sommermarke von 25 Grad erreicht oder knapp überschritten. Spitzenreiter war dabei Simbach am Inn mit 28,4 Grad. Doch auch damit ist es in den kommenden Tagen wieder vorbei.

Grund dafür ist ein neuer ausgedehnter Höhentrog, welcher sich allmählich aus Richtung Skandinavien nach Mitteleuropa ausbreitet. Dabei strömt zum Dienstag ein weiterer Schwall Subpolarluft nach West- und Mitteleuropa. Dies lässt die Temperaturen in 850 hPa (etwa 1,5 Kilometer Höhe) teils unter die 0 Grad-Marke sinken, sodass bei wechselhaftem Wettercharakter die Höchstwerte in weiten Teilen von Nordwest- und Mitteleuropa meist unter 20 Grad liegen.

DWD Wo steckt der Sommer

Gleichzeitig macht sich auf der Vorderseite des Höhentroges heiße Luft aus Nordafrika auf den Weg nach Südosteuropa. Dort läutet sie die erste große Hitzewelle ein. Von Süditalien über Griechenland bis in die Ostukraine werden verbreitet hochsommerliche Temperaturen über 30 Grad erwartet. Vor allem in Griechenland und im Westen der Türkei sind örtlich auch Temperaturen um 40 Grad denkbar. Der Höhepunkt wird dort voraussichtlich zur Wochenmitte erreicht. Erst am kommenden Wochenende deutet sich eine zaghafte Abkühlung an. Aber auch dann werden immer noch Spitzenwerte von etwa 35 Grad erwartet.

DWD Wo steckt der Sommer 1

In Deutschland sind wir dagegen von solchen Temperaturen meilenweit entfernt. Ganz im Gegenteil: Zur Wochenmitte kann es bei längerem Aufklaren in den Nächten empfindlich kalt werden. Dann deuten sich mit Ausnahme der Küsten verbreitet einstellige Tiefsttemperaturen an. In einigen Mittelgebirgstallagen ist sogar Bodenfrost möglich. Dazu wird es vor allem in der Nordhälfte zeitweise windig. An den Küsten treten teils auch stürmische Böen auf. Insgesamt macht der Juni also eher einen herbstlichen Eindruck.

DWD Wo steckt der Sommer 2

Und auch ein Blick in Richtung des kommenden Wochenendes macht für alle Sommerfans nur wenig Hoffnung. Immerhin steigen die Temperaturen allmählich wieder an, sodass zum Wochenende auch wieder Tageshöchsttemperaturen von knapp über 20 Grad in Reichweite kommen. Der Wettercharakter bleibt aber weiterhin wechselhaft. Beständiges Sommerwetter mit badetauglichen Temperaturen ist auch dann weiterhin noch nicht in Sicht!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.06.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst