• Login
  • Registrieren
Windinfo.eu
  • NEWS
  • CHAT
  • WINDWARNER
  • WETTER
    • Regenradar
    • Isobarenkarte Europa
    • Föhndiagramme
    • Wassertemperatur in Europa
    • Wettervorhersage Videos
    • Langzeitprognose
    • Windskala – Windrechner
  • WEBCAMS + SPOTS
    • Webcam Finder
      • Webcam Ostsee
      • Webcam Nordsee
      • Webcam Alpsee
      • Webcam Altmühlsee
      • Webcam Ammersee
      • Webcam Bodensee
      • Webcam Bostalsee
      • Webcam Brombachsee
      • Webcam Brückelsee
      • Webcam Chiemsee
      • Webcam Edersee
      • Webcam Eibsee
      • Webcam Epplesee
      • Webcam Forggensee
      • Webcam Förmitztalsperre
      • Webcam am Kochelsee
      • Mandichosee – Lechstaustufe
      • Webcam Norderney
      • Webcam Rügen
      • Webcam Simssee
      • Webcam Staffelsee
      • Webcam Starnberger See
      • Webcam Tegernsee
      • Webcam Walchensee
      • Webcam Wörthsee
    • Webcam Finder
      • Webcam Achensee
      • Webcam Attersee
      • Webcam Mattsee
      • Webcam Mondsee
      • Webcam Millstättersee
      • Webcam Neusiedlersee
      • Webcam Ossiachersee
      • Webcam Traunsee
      • Webcam Wolfgangsee
      • Webcam Zell am See
      • Webcam Genfer See
      • Webcam Luganersee
      • Webcam Silsersee
      • Webcam Silvaplaner See
      • Webcam Urnersee
      • Webcam Zürichsee
      • Webcam Comersee
      • Webcam Gardasee
      • Webcam Kalterer See
      • Webcam Lago Maggiore
      • Webcam Lago di Santa Croce
      • Webcam Reschensee
      • Webcam Sardinien
      • Webcam Trieste
      • Webcam Vieste – Gargano
  • ACTIVITY
  • GROUPS
    • MEMBERS
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: Hochdruckwetter

Facettenreicher Schönwetterhimmel

1. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Hochdruckwetter ohne Ende – das ist das dominierende Thema beim aktuellen Wetter. In vielen Landesteilen machte die Sonne in den letzten Tagen ordentlich Überstunden und auch am heutigen Maifeiertag herrscht bestes Ausflugswetter. Fans von mehr Action beim Wetter durchleben gerade eine lange Durststrecke und wir Warnmeteorologen leiden aktuell nicht an Überarbeitung. Das für manche scheinbar völlig langweilige Wetter hat aber mehr spannende Wetterphänomene zu bieten als man meinen mag. Schon der weiß-blaue Schönwetter-Himmel liefert reichlich interessante, facettenreiche und mitunter sogar kunstvoll anmutende Wolkenformationen.

Bei meinem ersten Blick aus dem Fenster, am Morgen des letzten Montags (27. April 2026), erweckten sofort wunderschöne faserige Cirrus-Wolken meine Aufmerksamkeit, die den azurblauen Himmel schmückten. Da zögerte ich nicht lange und zückte mein Smartphone für ein „Guten-Morgen-Foto“. Als ich später am Vormittag ganz andere Wolkenmuster am Himmel entdeckte, kam mir die Idee, meine Eindrücke zu den unterschiedlichen Wolkenformationen im Laufe eines sonnigen Tages in einem Thema des Tages zu beschreiben und ein paar meteorologische Erläuterungen dazu zu geben.

Abbildung 1: „Cirrus fibratus“ und „Cirrus spissatus“ am Morgen des 27. April 2026 im südlichen Rhein-Main-Gebiet.

Schauen wir uns zunächst das Foto am Morgen an (Abbildung 1). Wie Federn oder leuchtend weiße Haarbüschel überzogen Cirrus-Wolken den morgendlichen Himmel. Die Bezeichnung „Cirrus“ (Plural: Cirren) kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Haarbüschel“. Genau genommen handelt es sich hierbei um die Wolkenart „Cirrus fibratus“, faserige Cirrus-Wolken. Cirren sind reine Eiswolken. Sie bestehen also aus feinen Eiskristallen und sind in der oberen Troposphäre anzutreffen, in etwa 7 bis 11 Kilometern Höhe. Charakteristisch ist ihre feder- oder haarähnliche Struktur. Enthalten die unterhalb der Cirren befindlichen Atmosphärenschichten relativ wenig Feuchtigkeit und steht die Sonne in einem geeigneten Winkel, sind die faserigen Federwolken – wie im gezeigten Foto – besonders schön anzusehen. In Hintergrund zeigen sich die Cirren etwas kompakter, man spricht dann von der Wolkenart „Cirrus spissatus“ (lateinisch für „verdichtet“).

Abbildung 2: „Cirrocumulus“ mit Wolkenschatten und Nebensonne am Vormittag des 27. April 2026 im südlichen Rhein-Main-Gebiet.

Etwa zwei Stunden später bot der Himmel im südlichen Rhein-Main-Gebiet ein ganz anderes Bild (Abbildung 2). Anstelle der federartigen Cirren dominierten nun Cirrocumulus-Wolken (von lateinisch cumulus „Anhäufung“) den Himmel. Auch hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Eiswolken, wobei ein kleiner Anteil unterkühlter Wassertröpfchen in den Wolken enthalten sein kann. Sie entstehen ebenfalls in der oberen Troposphäre. Die wie kleine Wattebäusche anmutenden Wolken treten, wie auch im gezeigten Foto, häufig in größeren Feldern auf. Etwa in der Bildmitte ist ein Band etwas dichterer Bewölkung zu erkennen, das auf seiner linken Seite einen Schatten auf die Cirrocumuli wirft. Schaut man ganz genau hin, erkennt man in diesem Wolkenband sogar eine schwach ausgeprägte Nebensonne. Diese leicht regenbogenfarbigen Flecke entstehen in einem horizontalen Winkel von 22° zur Sonne. Sie werden durch Brechung des Sonnenlichts in Eiskristallen der Wolken hervorgerufen, wodurch das weiße Sonnenlicht in seine Spektralfarben aufgespalten wird.

Abbildung 3: „Cirrocumulus undulatus“ und Schattenwurf eines Kondensstreifens am Vormittag des 27. April 2026 im südlichen Rhein-Main-Gebiet.

Nur eine halbe Stunde später veränderte sich der Himmel erneut (Abbildung 3). Die eher gleichmäßig verteilten Cirrocumuli ordneten sich zunehmend in gerippten Bändern an. Die Rede ist dann von „Cirrocumulus undulatus“ (lateinisch für „wellenförmig“). Diese Muster werden durch Wellenbewegungen der Luft verursacht, die eine Folge von mit der Höhe veränderten Windgeschwindigkeiten (d.h. Windscherung) sind. Rechts oben im Bild ist zudem der Schattenwurf eines Kondensstreifens auf die Cirrocumulus-Wolken zu sehen.

Abbildung 4: „Cirrus fibratus“ mit besonders langen Wolkenfäden, überquert von einem Kondensstreifen am Vormittag des 27. April 2026 im südlichen Rhein-Main-Gebiet.

Fast zeitgleich konnte ich in einem anderen Himmelssektor besonders lange Fasern einer Cirrus-Wolke einfangen (Abbildung 4). Diese ausgedehnten Fäden sind natürlich keine Haarbüschel von greisen Engeln mit Haarausfall. Sie entstehen vielmehr durch eine Verdriftung von fallenden Eiskristallen bei hohen Windgeschwindigkeiten in der Höhe. Beim Fallen ändert sich auch die Windrichtung, wodurch die Kristalle abgelenkt werden und sich im unteren Bereich der Wolke ansammeln. Die Wolke wird zudem von einem Kondensstreifen eines Flugzeugs überquert.

Abbildung 5: „Cirrocumulus undulatus“ mit unterschiedlichen Wellenlängen und Ausrichtungen (rote Markierungen) am Mittag des 27. April 2026 im südlichen Rhein-Main-Gebiet.

Wieder einige Minuten später präsentierte sich der Himmel fast chaotisch (Abbildung 5). Cirrocumulus-undulatus-Wolken zeigten sich in unterschiedlichsten Wellenrichtungen und -längen. In manchen Bereichen überlagerten sich diese Wolken zu karoförmigen Mustern. Die unterschiedlichen Ausrichtungen und Wellenlängen sind das Resultat von Wolken in verschiedenen Höhen mit variierenden Windrichtungen und Wellenbewegungen.

Abbildung 6: „Cirrocumulus undulatus“ am frühen Abend des 27. April 2026 im südlichen Rhein-Main-Gebiet.


Abbildung 7: „Cirrocumulus floccus“ und „Cirrostratus“ am frühen Abend des 27. April 2026 im südlichen Rhein-Main-Gebiet.

Nicht nur der vormittägliche Himmel war facettenreich. Auch in den Abendstunden hatte der Himmel noch einiges zu bieten. Zum einen zog ein Wolkenfeld mit besonders großen und langgezogenen Wellen über den Himmel (Abbildung 6). Die Wellenlänge der atmosphärischen Schwingung war zu diesem Zeitpunkt offenbar besonders groß. Zudem konnte man beim Blick nach Nordwesten weitere Wolkenarten und -gattungen erkennen (Abbildung 7). Zum einen sind in der oberen Bildhälfte die flockenartigen Strukturen des sogenannten „Cirrocumulus floccus“ zu sehen, zum anderen ein „Cirrostratus“ in weiterer Entfernung im unteren Bereich des Fotos. Dabei handelt es sich um eher gleichmäßige und mal mehr, mal weniger dichte Wolkenschichten aus Eiskristallen in der oberen Atmosphäre. Auch eine Nebensonne konnte ich nochmals sichten (nicht gezeigt).

Wie Sie sehen, genügt schon ein kurzer Blick gen Himmel, um selbst bei ruhigem und freundlichem Hochdruckwetter interessante Wettererscheinungen zu entdecken. Wenn Sie mögen, können Sie bei Ihrem nächsten Sonnenbad in der Gartenliege oder beim abendlichen Gassigehen mit dem Hund mal den Himmel beobachten. Vielleicht können Sie einige der hier beschriebenen Formationen aufspüren.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/05/Facettenreicher-Schoenwetterhimmel-1.png 816 1450 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-01 17:13:002026-05-11 14:16:27Facettenreicher Schönwetterhimmel

Was tun an grauen Tagen?

15. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Das Wetter sowohl für den heutigen Montag als auch die kommenden Tage ist im Grunde schnell erzählt und wurde in den vergangenen Tagen an dieser Stelle bereits ausgiebig erläutert. Hoch FRIEDA, welches aktuell mit ihrem Zentrum auf der Balkanhalbinsel zu finden ist, beschert uns weiterhin ruhiges Vorweihnachtswetter.
 

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Montag, den 15.12.2025 12 UTC 

 

Damit verbunden sind teils zähe Nebel- und Hochnebelfelder in den Niederungen des Südens und in Teilen der Mitte. Besonders beständig halten dürften sich diese an der unteren Donau. Dort erreichen die Temperaturen im Tagesverlauf allenfalls Werte um den Gefrierpunkt. Bei solch trüben Verhältnissen erfreut einen der Kerzenglanz in der Stube doch gleich noch etwas mehr.

In der nördlichen Mitte und im Norden sowie in den Hochlagen des Südens und Südwestens kommt die Sonne hingegen länger zum Vorschein, in Küstennähe ziehen zumindest zeitweise Wolkenfelder durch. Die Höchsttemperatur liegt in diesen Regionen bei 5 bis 11 Grad. An der Küste und im höheren Bergland weht zeitweise ein böiger Wind aus südlichen Richtungen. In Ostsachsen macht sich der Böhmische Wind bemerkbar, ein kalter Fallwind, bei dem Kaltluft aus dem Böhmischen Becken beim Überströmen der Böhmisch-Sächsischen Grenzgebirge als Fallwind in die angrenzenden Täler einbricht und die Windgeschwindigkeit dabei zunimmt.

In der Nacht zum Dienstag ist es teils klar, teils ziehen Wolkenfelder durch. Im Süden bilden sich erneut Nebel- und Hochnebelfelder bzw. bestehende können sich im Laufe der Nacht ausbreiten. Die Temperaturen gehen dabei zurück auf Werte zwischen +8 Grad im Westen und bis -5 Grad im Süden.

Auch in den kommenden Tagen ändert sich an diesem Wettercharakter wenig. Im Westen und Nordwesten ziehen mal mehr, mal weniger dichte Wolkenfelder durch, die ein paar Regentropfen im Gepäck haben. In den übrigen Regionen gibt es eine Mischung aus (Hoch-)Nebel und mal kürzer, mal länger andauernden sonnigen Phasen. Beständig trüb bleibt es im Südosten, wo es nachts frostig ist und am Tag nur für niedrige einstellige Temperaturwerte reicht. Ansonsten ist es mild bei 5 bis 13 Grad.

Doch nun zurück zur Überschrift und zu der Frage, was man mit solch grauen Tagen in der Adventszeit anfangen kann?

Wir haben heute Montag und damit den ersten Tag einer möglicherweise kompletten Arbeitswoche. Da kann es durchaus passieren, dass man morgens im Dunkeln anfängt und auch im Dunkeln wieder nach Hause kommt. Man hätte von einem sonnigen Tag also unter Umständen sowieso nichts. Falls man doch das Glück hat, zeitweise frei zu haben, ist es jedem selbst überlassen, einen kleinen Spaziergang zu machen, wobei es in den Regionen mit Sonnenschein sicherlich etwas leichter fällt. Im gestrigen Thema des Tages ging es um die wenigen Regionen, die das Glück haben könnten, Sternschnuppen der Geminiden zu erspähen. Damit wäre ein Abendprogramm also bereits gefunden. Ganz unabhängig vom Wetter gibt es natürlich vorweihnachtliche Aktivitäten, sei es ein Besuch der zahlreichen Weihnachtsmärkte oder der obligatorische Geschenkekauf.

Zieht es einen nicht nach draußen, so bieten sich erst recht allerhand Möglichkeiten. Die Weihnachtsbäckerei schläft bekanntlich nie. Sind schon alle Geschenke beisammen, die „nur“ noch verpackt werden müssen, oder bevorzugt man sowieso, diese selbst zu basteln, so ist aktuell die perfekte Zeit dafür.

Oder man liest ein gutes Buch bei einer Tasse Tee. Falls Sie sich für meteorologische Themen interessieren oder jemanden kennen und für diese Person noch ein Geschenk benötigen, so finden sich hierzu im Thema des Tages vom 21.11.2025 einige gute Tipps . Nicht nur für Kinder sind Märchen mit meteorologischem Bezug von Interesse.

Zählt man nicht zu den Leseratten und bevorzugt lieber Film und Fernsehen, so findet sich auch hierbei sicherlich für jeden etwas. Im Thema des Tages vom 07.12.2025 werden filmische Vorschläge gemacht, die Elemente der Zeit und des Wetters beinhalten. Das Thema des Tages vom 28.11.2024 handelt wiederum unter anderem von Laura Bassi, der ersten Universitätsprofessorin Europas, die sich bei ihren Forschungen der Entwicklung eines Blitzableiters widmete.

Überzeugt auch das nicht, so kann man beispielsweise Musik hören. Auch hierbei kann man neben den aktuell obligatorischen Weihnachtsliedern durchaus Lieder wählen, in denen das Thema „Wetter“ verarbeitet wurde (siehe auch Thema des Tages vom 17.11.2025). Mag man nicht stillsitzen, um der Musik zu lauschen, kann man sich währenddessen mit allem möglichen beschäftigen. Unter anderem ist es immer wieder interessant, sich damit auseinanderzusetzen, wie die historischen Hintergründe sind und warum etwas so ist, wie es ist. Im Thema des Tages vom 19.12.2022 wurde beispielsweise auf das Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf“, dessen Hintergründe und die darin enthaltenen meteorologischen Motive eingegangen.

Wie Sie anhand der erläuterten Beispiele sehen, findet sich also garantiert etwas zu tun, auch oder erst recht an grauen Tagen. 

Meteorologin M.Sc. Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Was-tun-an-grauen-Tagen.jpg 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-15 17:50:572025-12-18 18:26:07Was tun an grauen Tagen?

Lokaler Schneefall trotz Hochdruckwetter?

5. Februar 2025/in Klima, Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Ruhiges Hochdruckwetter dominierte in weiten Teilen des Landes in den vergangenen Tagen. Verbunden damit war vor allem auf den Bergen viel Sonnenschein. In den Nächten gab es verbreitet leichten bis mäßigen Frost. Zu Wochenbeginn lag das Hochdruckzentrum von CAROLINE direkt über Deutschland. Zudem nahm bei nur windschwachen Bedingungen die Feuchte in bodennahen Schichten zu, sodass sich in den Nächten in den Niederungen häufiger teils dichter Nebel und Hochnebel ausbilden konnte. In den Nebelgebieten reichte es bereits am Montag für Dauerfrost. So verharrten die Temperaturen vom Saarland über das Rhein-Main-Gebiet bis zur Donau gebietsweise auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt.  

Synoptische Übersicht für Dienstag, den 04.02.2024 um 06 UTC. Ein ausgeprägter Höhenrücken erstreckt sich bis nach Mitteleuropa und sorgt für eine leichte Erwärmung in höheren Schichten. (Quelle: DWD) 

Am Dienstag breitete sich von Westen ein Höhenrücken bis nach Mitteleuropa aus. Damit sickerte in der Höhe etwas mildere Luft ein, wodurch die Inversion weiter verstärkt wurde. So zeigte der Radiosondenaufstieg von Dienstagfrüh in Idar-Oberstein eine markante Inversion in etwa 400 Meter über Grund. An der Obergrenze der Nebelschicht herrschten Temperaturen um -7 Grad, während nur wenige Meter darüber Temperaturen von + 7 Grad beobachtet wurden. Oberhalb der Inversion sorgte großräumiges Absinken der Luftmasse für eine Erwärmung und Abtrocknung der Luft. So lag die relative Luftfeuchtigkeit in 2 Kilometer Höhe bei unter 10 Prozent. In der bodennahen Kaltluftschicht lag diese dagegen häufig bei über 95 Prozent und somit nahe der Sättigung.

Satellitenbild und Temperaturen für Dienstag, den 04.02.2024 um 10 UTC. In den Niederungen im Südwesten zeigt sich weitgehend dichter Nebel und Hochnebel. (Quelle: DWD) 

Radiosondenaufstieg von Idar-Oberstein für Dienstag, den 04.02.2024 um 10 UTC. Oberhalb der Inversionsschicht ist die sehr milde trockene Luft erkennbar. (Quelle: DWD) 

Durch zusätzlichen Eintrag von Wasserdampf und Aerosolen von Industrieanlagen kann es unter diesen Bedingungen in der Nähe von größeren Städten zu Industrieschneefall kommen. Durch die Emissionen von Wasserdampf und Kondensationskernen können die winzigen Wassertröpfchen gefrieren, da durch die hohe Aerosolanzahl in der Luft der Gefrierpunkt gesenkt wird. Somit entstehen winzige Eiskristalle, die zu Boden fallen. Aufgrund der geringen Fallhöhe und der kaum vorhandenen Turbulenz in der Nebelschicht ist Industrieschnee deshalb auch deutlich feiner als natürlicher Schnee. Dies konnte auch gestern vor allem in der Südwesthälfte beobachtet werden. So fiel beispielsweise in Frankfurt-Höchst zeitweise etwas Schnee. Aber auch an der Vorhersagezentrale in Offenbach konnte am Vormittag Industrieschnee betrachtet werden. Örtlich und eng begrenzt reichte es sogar für eine dünne Schneedecke.

Größere Mengen kamen aber nicht zusammen. Für reichlich Industrieschnee benötigt es über eine längere Zeit eine markante Inversionswetterlage mit Nebel und Hochnebel in den Niederungen. Zudem zeigten wissenschaftliche Studien, dass die Temperaturen dazu an der unteren Grenze der Inversionsschicht über einen längeren Zeitraum unter -7 Grad liegen und in der Höhe eine sehr warme und trockene Luftmasse vorherrschend sein müsste. Am heutigen Mittwoch greift allerdings von Nordwesten eine schwache Okklusionsfront auf Deutschland über. Diese führt zu einer vorübergehenden Abschwächung der Hochdrucklage. Industrieschnee ist somit vorerst kein Thema mehr. Allerdings kommt es im Zuge des Frontensystems am heutigen Mittwoch und auch am Donnerstag stellenweise zu gefrierenden Sprühregen. Vor allem am Donnerstag dürfen sich alle Winterfreunde in der Südhälfte gebietsweise auch auf echten Schnee freuen. Allerdings größtenteils nur in homöopathischen Mengen. Ein Wintereinbruch mit reichlich Schneefall ist vorerst nicht in Sicht!

M.Sc. Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/02/Lokaler-Schneefall-trotz-Hochdruckwetter-teil-1-.png 466 1294 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-02-05 17:20:072025-02-17 18:51:18Lokaler Schneefall trotz Hochdruckwetter?
Search Search

Neueste Beiträge

  • Bachelorarbeit Hilfe für Themen rund um Ökologie
  • Bisher abwechslungsreicher Mai
  • Tag der Diversität
  • Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität
  • Blick nach vorne – Sommerwetter?

Kategorien

  • Allgemein (84)
  • Brand News (45)
  • Stories (10)
  • Tipps & Tricks (4)
    • Gesundheit (3)
  • Wetter (2.237)
    • Thema des Tages (2.221)
    • Wetterlexikon (1.263)
      • Klima (1.015)
    • Wind (579)

Archiv

  • Mai 2026 (21)
  • April 2026 (29)
  • März 2026 (32)
  • Februar 2026 (28)
  • Januar 2026 (31)
  • Dezember 2025 (31)
  • November 2025 (31)
  • Oktober 2025 (31)
  • September 2025 (30)
  • August 2025 (31)
  • Juli 2025 (31)
  • Juni 2025 (32)
  • Mai 2025 (31)
  • April 2025 (33)
  • März 2025 (36)
  • Februar 2025 (27)
  • Januar 2025 (32)
  • Dezember 2024 (31)
  • November 2024 (30)
  • Oktober 2024 (33)
  • September 2024 (30)
  • August 2024 (31)
  • Juli 2024 (32)
  • Juni 2024 (30)
  • Mai 2024 (30)
  • April 2024 (30)
  • März 2024 (32)
  • Februar 2024 (29)
  • Januar 2024 (31)
  • Dezember 2023 (31)
  • November 2023 (30)
  • Oktober 2023 (31)
  • September 2023 (29)
  • August 2023 (35)
  • Juli 2023 (34)
  • Juni 2023 (35)
  • Mai 2023 (32)
  • April 2023 (30)
  • März 2023 (30)
  • Februar 2023 (28)
  • Januar 2023 (33)
  • Dezember 2022 (30)
  • November 2022 (30)
  • Oktober 2022 (31)
  • September 2022 (30)
  • August 2022 (32)
  • Juli 2022 (31)
  • Juni 2022 (32)
  • Mai 2022 (32)
  • April 2022 (30)
  • März 2022 (32)
  • Februar 2022 (27)
  • Januar 2022 (31)
  • Dezember 2021 (31)
  • November 2021 (30)
  • Oktober 2021 (34)
  • September 2021 (30)
  • August 2021 (30)
  • Juli 2021 (33)
  • Juni 2021 (31)
  • Mai 2021 (30)
  • April 2021 (33)
  • März 2021 (33)
  • Februar 2021 (30)
  • Januar 2021 (38)
  • Dezember 2020 (39)
  • November 2020 (33)
  • Oktober 2020 (38)
  • September 2020 (32)
  • August 2020 (33)
  • Juli 2020 (22)
  • Juni 2020 (22)
  • Mai 2020 (16)
  • April 2020 (13)
  • März 2020 (15)
  • Februar 2020 (15)
  • Januar 2020 (16)
  • Dezember 2019 (9)
  • November 2019 (13)
  • Oktober 2019 (13)
  • September 2019 (16)
  • August 2019 (7)

Schlagwörter

Bodenseeschifferpatent Brand News Druckgradienten Eis Frost Gewitter Herbstwetter Hitzewelle Hochdruckeinfluss Hochdruckgebiet Hochnebel Hochwasser Hurrikan Kaltfront Klimawandel Luftdruckmuster Meereisrückgang Nebel Niederschlag Polarluft Regen SBF-Binnen SBF-Binnen unter Segeln SBF-See Schnee Sommer Sommerzeit Sonnenschein Sportboot-Patente Sportbootführerschein Starkregen Sturm Sturmböen Sturmtief Temperatur Thema des Tages Tiedruckgebiet Tiefdruckgebiet Tiefdruckgebiete Trockenheit Wetter Wetterumschwung Wind Winter Winterwetter
Search Search
© Copyright - Windinfo.eu
  • Link zu Facebook
  • Link zu Youtube
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen