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Schlagwortarchiv für: Sonnenstunden

Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

16. September 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Sonne zeigte sich in diesem Jahr über Deutschland mal wieder ungewöhnlich oft am Himmel. Somit wird das Jahr 2026 nicht nur wegen der vielen und teils extremen sommerlichen Hitzeperioden mit einem neuen deutschen Temperaturrekord in die Geschichte eingehen. Voraussichtlich wird es auch als eines der sonnigsten Jahre in den Statistiken auftauchen. Gut zwei Drittel des Jahres liegen bereits hinter uns. Da die Nächte nun wieder länger und die Tage zunehmend wolkenreicher werden, haben wir statistisch betrachtet schon über 80 % des jährlichen Sonnenscheins abbekommen. Damit ist es an der Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

In den ersten acht Monaten (Januar bis August) schien die Sonne im bundesweiten Durchschnitt schon 1592 Stunden. Verglichen mit dem vieljährigen Mittel aus den Jahren 1991-2020 (1303 Stunden) ist das ein Plus von 22,2 %, bezogen auf die Periode 1961-1990 (1195 Stunden) sogar ein Plus von 33,2 %. Die Sonne schien also im aktuellen Jahr bis zu jenem Zeitpunkt deutlich häufiger als in durchschnittlichen Jahren. Abbildung 1 verdeutlicht eindrucksvoll, dass mit Ausnahme des Februars in allen weiteren Monaten die Sonne eine fleißige Mitarbeiterin war, die zahlreiche Überstunden machte. Vor allem in den Monaten März, April und Juli überragen die gelben Balken des Jahres 2026 die vieljährigen Mittelwerte (graue Balken) deutlich.

Abb. 1: Monatliche Sonnenstunden im Jahr 2026 (gelbe Säulen) im Vergleich zu den vieljährigen Mittelwerten (graue Säulen). (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Sollte sich dieser Trend in den noch verbleibenden 3 ½ Monaten fortsetzen, könnte 2026 eines der sonnenscheinreichsten Jahre seit Messbeginn im Jahre 1951 werden. Vergleichen wir dazu das Jahr 2026 mit den bisherigen „Top 3“ der 75-jährigen Messreihe. Das bislang sonnigste Jahr liegt erst vier Jahre zurück. Im Jahr 2022 schien die Sonne im deutschlandweiten Flächenmittel durchschnittlich 2024 Stunden. Auch in den Jahren 2018 und 2003 – letzteres bekannt durch den Jahrhundertsommer – wurde die 2000-Stunden-Marke übertroffen (2018: 2015 Stunden, 2003: 2014 Stunden). Hinter diesen außergewöhnlich sonnigen Jahren rangieren auf den Plätzen vier und fünf mit etwas Abstand das Jahr 1959 mit 1984 Stunden und das vergangene Jahr 2025 mit 1914 Stunden.

Abb. 2: Jahresverlauf der Sonnenstunden im Jahr 2026 im Vergleich zu den vieljährigen Mittelwerten bis zum 15.09.2026. (grafische Darstellung: www.mtwetter.de, mit eigenen Ergänzungen; Datenbasis: DWD)

Nimmt man die knapp 90 Sonnenstunden, die in der ersten Septemberhälfte bereits gemessen wurden, noch dazu, landen wir bereits bei 1681 Stunden. Damit wurde das vieljährige Mittel von 1665 Sonnenstunden der aktuellen Referenzperiode 1991-2020, bezogen auf das gesamte (!) Jahr, bereits vor wenigen Tagen übertroffen (Abbildung 2)! Vergleicht man diesen Wert mit jenen aus den genannten „Top 5“ im selben Zeitraum, stellt man fest, dass nur im Rekordjahr 2022 die Sonne mit 1704 Stunden etwa 23 Stunden länger schien. Unser aktuelles Jahr liegt also zum jetzigen Zeitpunkt auf Platz 2. Damit stehen die Chancen also nicht schlecht, dass 2026 einen Platz auf dem Treppchen ergattern oder 2022 sogar vom Thron stoßen könnte. Ein Platz unter den „Top 5“ erscheint aus heutiger Sicht durchaus wahrscheinlich. Auf welchem Platz das aktuelle Jahr am 31. Dezember stehen wird, hängt vor allem vom Wetterverlauf in der zweiten Septemberhälfte und im Oktober ab. In diesem Zeitraum können bei sonnigen Hochdrucklagen noch reichlich Sonnenstunden gesammelt werden. In den Monaten November und Dezember scheint die Sonne hingegen durchschnittlich nur noch weniger als 100 Stunden, da die dunklen Nächte zu dieser Zeit am längsten sind und auch bei Hochdruck der Himmel oft von Wolken, Nebel und Hochnebel bedeckt ist.

Abb. 3: Anomalie der Sonnenscheindauer über Deutschland inklusive Trendlinien, bezogen auf die Referenzperioden 1961-1990 (links) und 1991-2020 (rechts). (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Falls Ihnen beim Lesen aufgefallen sein sollte, dass häufig Jahre aus dem aktuellen Millennium genannt wurden, trügt der Schein nicht. Statistische Auswertungen belegen nämlich, dass die Anzahl der gemessenen Sonnenstunden über Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Vor allem im Zeitraum von etwa 1975 bis 1990 schien die Sonne über Deutschland deutlich seltener als heutzutage (Abbildung 3). Ab den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nahmen die Sonnenstunden über Deutschland signifikant zu, was die schwarzen Trendlinien in Abbildung 3 belegen. Bezogen auf den Referenzzeitraum 1961-1990 (linkes Diagramm) lagen seit dem Jahr 2000 gerade einmal vier Jahre minimal unter dem Mittelwert von 1544 Sonnenstunden (graue Säulen), während sich alle weiteren Jahre zum Teil erheblich darüber befanden (gelbe Säulen). Dieser Referenzzeitraum ist also für heutige Verhältnisse nicht mehr repräsentativ. Selbst bei der neueren Referenzperiode 1991-2020 (rechtes Diagramm) fällt auf, dass seit 2018 nur das Jahr 2021 eine unterdurchschnittliche und 2024 eine etwa durchschnittliche Anzahl an Sonnenstunden aufwiesen. Auch ein Blick auf die „Top 10“ der sonnigsten Jahre belegt diesen Trend. Acht der der zehn sonnigsten Jahre in Deutschland seit 1951 wurden nach 2000 gemessen. Dieses Jahr wird sich ebenfalls in diese Riege einreihen. Dass der 2022 aufgestellte Sonnenscheinrekord in diesem Jahr schon wieder wackelt, ist also kein reiner Zufall.

Neben der offiziellen Jahresbilanz, die Ende 2026 vom DWD als Pressemitteilung veröffentlicht wird, werden wir zu Beginn des Jahres 2027 auch an dieser Stelle nochmals im Detail bezüglich Sonnenstunden Bilanz ziehen und bekanntgeben, welchen Platz das Jahr 2026 einnehmen wird.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/Sonnenscheinreiches-Jahr-2026-–-Erste-Zwischenbilanz-1.png 700 1103 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-09-16 13:02:212026-09-25 09:10:57Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

Novembergrau oder Dezembergrau? 

13. Dezember 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

„Trübes Novemberwetter“ oder „tristes Novembergrau“ – diese Bezeichnungen für ganztägiges Einheitsgrau am Himmel im November (und nicht nur im November) kennt fast jeder. Auch in diesen Tagen ist der Himmel in vielen Regionen Deutschlands wieder grau in grau. Heute gehen wir der Frage nach, warum das so ist und ob in Deutschland der November tatsächlich der Monat ist, in dem die Sonne am seltensten zu sehen ist. 

Für die zuletzt gestellte Frage hilft ein Blick in die langjährigen Wetteraufzeichnungen. Dazu betrachten wir die Referenzperioden 1961-1990 und 1991-2020 und es wird schnell klar, dass der November seinem Ruf als „trüb(st)er Monat“ nicht gerecht wird. Mit 52,8 (1961-1990) bzw. 54,6 (1991-2020) Sonnenstunden liegt er in der Rangliste der sonnenärmsten Monate sogar nur auf Platz 3. Statistisch gesehen noch seltener scheint die Sonne im Januar (1961-1990: 43,6 Stunden; 1991-2020: 51,8 Stunden). Der trübste Monat ist allerdings der, in dem wir uns gerade befinden, der Dezember, und zwar mit durchschnittlich nur 38 (1961-1990) bzw. 42 Sonnenstunden (1991-2020). Im Vergleich zu den jeweils über 200 Sonnenstunden in den Monaten Mai bis August ist das in der Tat ganz schön wenig. Aber warum ist das so? 

Eine entscheidende Rolle spielen die unterschiedlichen Tageslängen. Da die Rotationsachse der Erde gegenüber der Umlaufbahn um die Sonne um 23° geneigt ist, sind die Tage im Sommer länger als im Winter. Dadurch beträgt in Frankfurt am Main die Tageslänge (Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang) zur Sommersonnenwende (2025: 21. Juni) 16:24 Stunden und zur Wintersonnenwende (2025: 21. Dezember) 8:03 Stunden. In anderen Worten sind also schon rein astronomisch betrachtet im Dezember nur etwa halb so viele Sonnenstunden möglich wie im Juni. Rechnet man die oben genannten monatlichen Sonnenstunden auf die einzelnen Tage um, sieht man schnell, dass die kürzere astronomische Tageslänge das winterliche Sonnendefizit alleine aber nicht erklären kann. In Frankfurt am Main beispielsweise scheint die Sonne im Juli durchschnittlich 7:07 Stunden am Tag und damit mehr als 8-mal so lange wie im Dezember (52 Minuten). 

Links: Jahresverlauf der Sonnenstunden in Deutschland mit vieljährigen Mittelwerten 1961-1990 und 1991-2020 sowie der Extrema der einzelnen Monate; rechts: Vergleich astronomische Tageslänge und durchschnittlich gemessene Sonnenstunden pro Tag der einzelnen Monate in Frankfurt am Main. Quelle: DWD 

Ein weiterer Grund ist die stärkere Bewölkung im Winter. Während im Sommer ein Hochdruckgebiet meist sonniges Sommerwetter verspricht, ist bei winterlichen Hochdruckwetterlagen (wie aktuell) die Neigung zu neblig-trübem Wetter groß. Auch hierfür ist indirekt die Neigung der Erdachse verantwortlich, wir werden von ihr also quasi doppelt bestraft. Da im Winter die Sonne deutlich tiefer am Himmel steht als im Sommer, besitzt sie auch viel weniger Energie in Form von Sonnenstrahlung. Somit fehlt ihr im Winter oft die Kraft, um Nebelfelder aufzulösen. So können sich bei beständigem Hochdruckwetter Nebel- und Hochnebelfelder immer weiter ausbreiten und man bekommt die Sonne teils tagelang nicht zu sehen. Doch auch bei Tiefdruckwetterlagen hat es die Sonne im Winter schwer. Im Einflussbereich von Tiefs tummeln sich meist ausgedehnte Wolkenfelder mit Regen oder Schnee, die uns den Blick auf die Sonne versperren. Zwar gibt es zwischen den Tiefausläufern auch immer mal wieder sonnige Auflockerungen, von langer Dauer sind diese aber meistens nicht. 

Es ist also nicht verwunderlich, dass gerade im Winter die Sonne ein recht seltener Gast ist. Tendenziell scheint die Sonne im Westen und Norden seltener als im Süden, wobei es gerade dort große regionale Unterschiede gibt. Während in den Tälern Frankens die Sonne durchschnittlich teils weniger als 30 Stunden scheint (z.B. 29,9 Stunden in Bad Kissingen), kann man sich im südlichen Alpenvorland über deutlich mehr Sonne freuen (z.B. 72,8 Stunden in Kempten). Dort befindet man sich häufig bereits oberhalb der Hochnebeldecke und profitiert zusätzlich vom Föhn. Am sonnigsten ist es auf den Alpengipfeln (z.B. Zugspitze mit 116,1 Stunden). 

Der bisher sonnenärmste Monat war übrigens der Dezember 1993 mit nur 18,4 Sonnenstunden im bundesweiten Schnitt, wobei damals in Hessen die Sonne lediglich 8,5 Stunden und in NRW 8,6 Stunden schien. Wer damals in Lüdenscheid im westlichen Sauerland oder in Schotten (Mittelhessen) wohnte, den traf es besonders bitter. Im gesamten Monat schien dort die Sonne gerade einmal 1,2 bzw. 1,4 Stunden. Manch einem mag auch der Dezember 2018 noch in Erinnerung sein, der mit 25,2 Sonnenstunden auch alles andere als glänzte. 

Ganz so trüb wird es im diesjährigen Dezember aller Voraussicht nach nicht. In den ersten 12 Tagen kamen im deutschlandweiten Durchschnitt schon 17 Sonnenstunden zusammen. Zwar bekommen wir an diesem Wochenende die Sonne in vielen Landesteilen überhaupt nicht zu sehen, aber ab Montag steigen die Chancen auf Sonne wieder, sodass weitere Sonnenstunden auf das Konto kommen werden. Wie viele Sonnenstunden sich dann in der zweiten Monatshälfte summieren, bleibt noch abzuwarten. 

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/12/Novembergrau-oder-Dezembergrau-.png 566 1232 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-12-13 20:08:482025-12-18 17:43:55Novembergrau oder Dezembergrau? 

Deutschlandwetter im Frühjahr 2025

3. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Frühjahr 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 12,4 °C +2,8 Grad
2 Frankfurt am Main-Westend Hessen 12,3 °C +2,1 Grad
3 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 12,2 °C +1,9 Grad

Besonders kalte Orte im Frühjahr 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 6,1 °C +2,6 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 6,5 °C +2,9 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,5 °C +1,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Marktschellenberg Bayern 378,8 l/m² 94 %
2 Ruhpolding-Seehaus Bayern 363,5 l/m² 66 %
3 Aschau-Stein Bayern 345,3 l/m² 66 %

Besonders trockene Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Riedenburg Bayern 35,5 l/m² 23 %
2 Neu Benthen Mecklenburg-Vorpommern 38,5 l/m² 28 %
3 Grabow Mecklenburg-Vorpommern 38,6 l/m² 26 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 Borkum-Flugplatz Niedersachsen 785 Stunden 151 %
2 Bassum Niedersachsen 782 Stunden 181 %
3 Norderney Niedersachsen 781 Stunden 150 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oberstdorf Bayern 465 Stunden 108 %
2 Garmisch-Partenkirchen Bayern 503 Stunden 110 %
3 Schönau am Königssee Bayern 527 Stunden 135 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Jahreszeitenmittelwertes zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Jahreszeitenrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 03.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-03 18:41:582025-06-09 18:48:39Deutschlandwetter im Frühjahr 2025

Persistente Hochdrucklage

9. Mai 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Der meteorologische Frühling geht allmählich in die finale Phase und ein Blick in die Statistik zeigt, dass dieser bisher größtenteils zu sonnig und zu trocken ausfiel. Der März brachte im Flächenmittel lediglich 17 Liter pro Quadratmeter an Niederschlag. Dies entspricht verglichen mit dem Referenzzeitraum von 1991 bis 2020 gerade einmal 31,8 Prozent der üblichen Niederschlagssumme. Der April gestaltete sich zumindest zeitweise etwas unbeständiger. Doch auch im zweiten meteorologischen Frühlingsmonat fiel vielerorts erneut zu wenig Niederschlag. Dafür kamen alle Sonnenliebhaber in den ersten beiden Frühlingsmonaten auf ihre Kosten. Verbreitet gab es überdurchschnittlich viele Sonnenstunden.

Verantwortlich dafür waren persistente blockierende Hochdrucklagen über Nordwesteuropa. Diese kräftigen Hochdruckgebiete sind verbunden mit hohem Geopotential in der mittleren Troposphäre und haben einen deutlichen Einfluss auf die großräumige Strömungskonfiguration. So werden Tiefdruckgebiete, welche sich in mittleren Breiten normalerweise von West nach Ost verlagern, nach Süden und Norden abgelenkt. Dadurch gab es in den vergangenen Monaten in Teilen von Süd- und Südwesteuropa immer wieder teils kräftige Niederschläge. Gleichzeitig kam es in Nordwesteuropa und in Teilen von Mitteleuropa zu längeren Trockenperioden.

Geopotentialanomalie im Zeitraum von März bis April 2025 über Europa. Persistente Hochdrucklagen über Zentral- und Nordwesteuropa sorgen für positive Anomalien. 

Aktuell befinden wir uns im Einflussbereich von Hoch RICCARDA. RICCARDA erstreckt sich vom Atlantik bis nach Zentraleuropa. Dadurch herrscht bei uns auch an diesem Wochenende überwiegend sonniges und vor allem weitgehend trockenes Wetter. Gleichzeitig erstreckt sich von den Azoren bis in den Mittelmeerraum eine Zone tiefen Luftdrucks. Damit setzt sich ein ähnliches Muster, wie in den vergangenen Monaten häufig beobachtet, auch in den nächsten Tagen fort. Während in Südwesteuropa teils kräftige Niederschläge fallen, bleibt es in weiten Teilen Mitteleuropas niederschlagsfrei oder es werden nur sehr geringe Niederschlagsmengen erwartet.

Vorhersagekarte des Bodendrucks für Freitag, den 09.05.2025 um 12 UTC. Hoch RICCARDA beeinflusst das Wettergeschehen in weiten Teilen Deutschlands. 

Und auch in der kommenden Woche bleibt bei uns voraussichtlich hoher Luftdruck wetterbestimmend. Am Montag gelangt der äußerste Südwesten in den Einflussbereich eines Tiefdruckgebietes über der Biskaya. Dadurch sind dort im Tagesverlauf einzelne Schauer oder Gewitter möglich. Nach jetzigem Stand baut sich allerdings über Nordwesteuropa bereits zur Wochenmitte erneut eine Omegalage mit einem kräftigen blockierenden Hoch bei den Britischen Inseln auf. Deutschland befindet sich dann auf der Vorderseite des Druckgebildes in einer nördlichen Strömung. Dadurch gehen die Temperaturen in der nächsten Woche wieder etwas zurück und aufgrund der recht trockenen und häufig auch freundlichen Witterung wäre die Nachtfrostgefahr immer noch nicht ganz gebannt.

 

Vergleich der Modellvorhersagen zur Großwetterlage für Freitag, den 16.05.2025 um 12 UTC. Eine ausgeprägte Omegalage baut sich über Nordwesteuropa auf.  

Allerdings bestehen bezüglich der Intensität und der genauen Lage des Hochs noch Unsicherheiten. Befindet sich das Hoch etwas weiter westlich, kommt es bei uns zu einer unbeständigen und kühlen Wetterphase. Verlagert sich der Schwerpunkt des Druckgebildes etwas weiter nach Osten, dürfen wir uns bei viel Sonnenschein teils schon auf frühsommerliche Temperaturen freuen. Während beim ersten Szenario zumindest etwas Niederschlag zu erwarten wäre, bliebe es beim zweiten weitgehend trocken. Somit bliebe uns auch in nächster Zeit das altbekannte Muster des diesjährigen Frühlings erhalten. Damit wird sehr wahrscheinlich auch der Mai überdurchschnittlich viele Sonnenstunden mit sich bringen und die Trockenheit verschärft sich in einigen Gebieten weiter!

M.Sc. – Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/05/Persistente-Hochdrucklage-teil-1-.png 720 851 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-05-09 17:30:502025-05-12 17:41:21Persistente Hochdrucklage
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