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Sommerendspurt und Herbstanfang

Am Abend des 22. Septembers ist auf der Nordhalbkugel astronomischer Herbstanfang. Dann überquert die Sonne den Erdäquator und bringt damit der Südhalbkugel allmählich den Frühling. An diesem Tag sind überall auf der Welt Tag und Nacht in etwa gleich lang, weshalb man auch von der Tag-und-Nacht-Gleiche spricht.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. September Herbst. Dies hat statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn man als Beispiel für den Herbst die Monate September, Oktober und November als Ganzes heranzieht. Wenn man sich hierbei auf den astronomischen Herbstanfang bezöge, so müsste man den jährlich variablen Herbstanfang und das variable Ende beachten, was jede Auswertung unnötig kompliziert machen würde.

Phänologisch beginnt der Frühherbst mit der Reife des Schwarzen Holunders, was in diesem Jahr am 17. August der Fall war. Seit dem 15. September befinden wir uns nun im Vollherbst, wobei der Beginn mit der Reife der Stiel-Eiche einhergeht.

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Phänologische Uhr mit Beginn und Dauer der phänologischen Jahreszeiten, vieljähriges Mittel und aktuelles Jahr 2025 im Vergleich

Nachdem die Ernte eingebracht ist, werden Erntedankfeste gefeiert und auch das berühmte Oktoberfest in München findet alljährlich Ende September/Anfang Oktober statt.

Die Blätter an den Laubbäumen verfärben sich in prächtige Gelb- und Rottöne und sorgen somit für die typische Herbststimmung. Die Verfärbung des Laubs wird durch die kürzer werdenden Tage bzw. länger werdenden Nächte ausgelöst. Aufgrund des mangelnden Lichts und weil die Nährstoffversorgung der Blätter im Winter nicht gewährleistet werden kann, stellen die Laubbäume die Photosynthese ein und „entledigen“ sich der Blätter. Dabei werden zunächst einmal das Chlorophyll, das die Blätter grün erscheinen lässt, und andere wichtige Nährstoffe abgebaut und im Stamm, in den Ästen oder in den Wurzeln eingelagert. Anschließend überwiegen die Gelb- und Rottöne. Braun werden die Blätter erst beim Absterben. Neben kürzer werdenden Tageslängen sind auch kalte Nächte für die Blattverfärbung notwendig. Sinken die Temperaturen in mehreren, aufeinander folgenden Nächten unter den Gefrierpunkt, so ist dies für einen schnelleren und großflächigen Verfärbungsprozess vorteilhaft. Daneben spielen auch die gefallenen Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle.

Doch wie wird das Wetter in den kommenden Tagen? Legt der Sommer noch einen Endspurt hin und wie zeigt sich das Wetter pünktlich zum Herbstanfang?

Dank Hoch OLDENBURGIA kann am heutigen Samstag in großen Teilen Deutschlands freundliches Spätsommerwetter mit viel Sonnenschein genossen werden. Der Sommer legt also tatsächlich noch einen Endspurt hin und wartet mit Höchsttemperaturen von 27 bis 32 Grad auf. Nur im Nordwesten ziehen bereits dichtere Wolkenfelder auf, die eine Umstellung beim Wetter ankündigen. Am späten Nachmittag und Abend sind vom Niederrhein bis nach Schleswig-Holstein schauerartige Regenfälle und erste Gewitter zu erwarten. Die Höchsttemperaturen liegen dort bei 23 bis 27 Grad.

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Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Samstag, den 20.09.2025

In der Nacht zum Sonntag kommt der schauerartige Regen dann ausgehend vom Westen bis zur Mitte voran, teilweise sind auch kräftige Gewitter eingelagert. Sonst ist es häufig gering bewölkt oder klar, im Südosten können sich Nebelfelder bilden. Dort sinken die Temperaturen auf Werte bis zu 9 Grad ab, sonst liegen die Tiefsttemperaturen zwischen 19 und 12 Grad.

Am morgigen Sonntag ist in einem breiten Streifen vom Südwesten über die Mitte bis in den Nordosten wiederholt schauerartig verstärkter Regen zu erwarten, vereinzelt sind auch eingelagerte Gewitter mit von der Partie.

Nordwestlich davon ziehen Wolkenfelder über den Himmel und einzelne Schauer treten auf, zeitweise kann sich hier und da aber auch die Sonne zeigen. Insbesondere auf den Nordseeinseln pfeift ein lebhafter Nordwestwind. Bei Höchsttemperaturen zwischen 17 und 21 Grad präsentiert sich das Wetter dann schon von seiner herbstlichen Seite.

Im Südosten merkt man von alldem erst einmal noch nichts. Bei teilweise längerem Sonnenschein klettern die Temperaturen noch einmal auf Werte zwischen 24 und 28 Grad. Der spätsommerliche Sonntag wird also seinem Namen gerecht, bevor in der Nacht zum Montag auch dort die Wetterumstellung Einzug hält.
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Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Sonntag, den 21.09.2025

Zu Beginn der neuen Woche, und damit pünktlich zum astronomischen Herbstanfang, bleibt die 20-Grad-Marke dann unerreicht. Die Sonne zeigt sich am ehesten im Norden. Ansonsten präsentiert sich das Wetter meist von seiner wechselhaften Seite, insbesondere im Süden und Südosten muss zeitweise mit schauerartigen Regenfällen gerechnet werden.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.09.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Der Spätsommer am Wochenende auf Stippvisite, ab der neuen Woche droht wieder meteorologisches Unheil.

Der Samstag startet vielerorts schon freundlich mit einem herbstlichen Touch. Die aufgehende Sonne wurde nämlich teilweise von flachen, teils aber auch schon dichteren Nebelfelder eingehüllt. Allenfalls von Ostsachsen bis nach Vorpommern halten sich noch dichtere Wolkenfelder, die zu der nach Polen abgezogenen Luftmassengrenze gehören und vereinzelt noch etwas Regen abladen. Im Tagesverlauf sollten jedoch auch diese Wolkenpakete brüchig werden und der Sonne langsam nachgeben. Dann steht einem freundlichen und wohltemperierten Spätsommertag nichts mehr im Wege.

Der Spaetsommer am Wochenende auf Stippvisite

Wetterlage am Samstag, 6. September mit Spätsommerhoch NINA über Deutschland. (Quelle:TKB-VBZ)

Verantwortlich für den Spätsommer ist das Hoch NINA, welches sich vorübergehend über Südostdeutschland einnistet und eine Hochdruckzone vom nördlichen Mittelmeerraum bis nach Norwegen aufspannt. Somit werden atlantische Tiefs und deren Frontenzüge zunächst mal blockiert. Resultierend kann die Sonne die eingeflossene, mäßig warme Atlantikluft am Wochenende abtrocknen und auf Werte zwischen 20 und 30 Grad erwärmen. Nachts bleibt aber bei schon recht langen Nächten (am 22. September ist Tag-Nacht-Gleiche) regional der Nebel und somit der herbstliche Touch ein Thema.

Der Spaetsommer am Wochenende auf Stippvisite 2

Höchsttemperaturen von links für Samstag, Sonntag und Montag mit Werten bis 29 Grad am Sonntag im Südwesten und Westen. (Quelle:DWD)

Doch leider ist unser spätsommerliches Hoch NINA nicht sehr stabil. Schon am Sonntag verlagert sie ihre Schwerpunkte nach Dänemark und Italien. Allerdings geschieht dies nicht freiwillig, sondern auf besonders starkem Druck eines kräftigen Tiefdruckwirbels zwischen Island und Irland. Dieses schiebt mit Macht ihre Frontenzüge vom Atlantik über Frankreich Richtung Deutschland. Der Hauptgrund, dass der Spätsommer nur auf Stippvisite vorbeischaut und rasch wieder Tiefdruckeinfluss weichen muss, liegt in größeren Höhen. Dort nämlich bleiben die derzeit bestehenden Verhältnisse gewahrt, in dem weiter tiefes Geopotential infolge eines Langwellentroges, das Zepter in der Wetterküche schwingt und Höhenhochs nur sporadisch mal mitmischen dürfen.

Zur neuen Woche kann es dann aus Wettersicht wieder richtig spannend werden. Was Meteorologen fasziniert und den trockenen Böden gefällt, dürfte vielen Bundesbürgern, die sich nach Sonne und noch etwas Wärme sehnen missfallen. In der Nacht zum Montag besucht uns zunächst die Warmfront des besagten Tiefs. Allerdings ist diese noch wenig aktiv und schiebt vor allem Wolken ins Land. Dahinter folgt aber rasch die Kaltfront, welche die Atmosphäre mehr in Wallung versetzt und bevorzugt in der Westhälfte Schauer und auch einzelne Gewitter im Programm hat. Insgesamt kann das Wettergeschehen aber nur als lockerer Aufgalopp angesehen werden, der erneut die Weichen auf einen unbeständigen, teils unwetterartigen Witterungsabschnitt einläutet.

Der Spaetsommer am Wochenende auf Stippvisite 3

Prognostizierte Wetterlage für die Nacht auf Montag, 8. September, mit einem Tief südlich von Island und dessen auf Deutschland übergreifende Ausläufer. (Quelle:TKB-VBZ)

In der Nacht zum Dienstag kann das Höhentief südwestlich von Island ihren Einfluss so stark auf die Prozesse in West- und Teilen Mitteleuropas ausdehnen, dass bodennah ein kleines aber feines Tief von Ostfrankreich über Südwestdeutschland und diagonal über Deutschland hinweg ziehen soll. Dieses Tief hat auf der Südostflanke sehr warme und feuchte Suptropikluft im Gepäck, während auf der Nordwestflanke kühle Nordseeluft vorherrscht. Auf der Zugbahn über Deutschland hinweg soll es schließlich im Umfeld des Tiefs sowie auf der Westflanke zu kräftigen und länger anhaltenden Regenfällen kommen, die gebietsweise heftig (Unwetter) ausfallen können. Einzelne Modelle zeigen aktuell sogar extreme Starkregenfälle. Auf der warmen Seite stehen dagegen teils kräftige Schauer und Gewitter auf der Agenda.

Jetzt zum ABER! Eine solche Randtiefentwicklung mit teils heftigen Begleiterscheinungen sind mit großen Unsicherheiten behaftet. Sowohl die Zugbahn sowie die räumliche Einordnung der Niederschlagsschwerpunkte als auch deren Intensität werden derzeit typischerweise noch nicht konsistent abgebildet und springen von Lauf zu Lauf. der Blick auf die neuesten Läufe am Samstagmorgen brachte überraschend viel Einigkeit bei der räumlichen Einordnung der Niederschlagsschwerpunkte. Dies muss noch nichts heißen, könnte aber ein erster signifikanter Trend sein. Demnach sollen die höchsten Niederschlagsmengen von Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie westlichen Baden-Württemberg über Hessen, das östliche NRW und Thüringen hinweg bis ins östliche Niedersachsen und Sachsen-Anhalt fallen. Da aber sprichwörtlich bis Montag noch viel Wasser den Rhein hinab läuft, können sich die Modelle auch noch deutlich verändern. Recht sicher scheint jedoch, dass in der Nacht zum Dienstag und am Dienstag durchaus unwetterträchtige Wetterphänomene möglich scheinen.

Der Spaetsommer am Wochenende auf Stippvisite 4

24-stg. Niederschlagsmengen im Modellvergleich von Montagabend bis Dienstagabend mit Starkregenfällen vom Südwesten über die Mitte hinweg bis in den Norden. (Quelle: DWD-VBZ)

Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.09.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Der September – ein verkappter Sommermonat?

Nein, das hat er sich anders vorgestellt, der September. Der Monat, der von den Meteorologen kühl-wissenschaftlich zum ersten Herbstmonat degradiert wird. Dabei will der Liebe vielmehr ein Spätsommermonat sein, den Menschen vor der nahenden dunklen und kalten Jahreszeit noch einmal laue Sommerabende bescheren.

Aber genug des unwissenschaftlichen Plädoyers, nun zu den Fakten.

Aus astronomischer Sicht sieht es tatsächlich nicht gut aus für den „Möchtegern-Sommermonat“. Die Fakten: morgens wird es später hell, abends früher dunkel, der „lichte Tag“ wird schnell kürzer. Die Sonne steht zudem immer niedriger über dem Horizont, die direkte Sonnenstrahlung dringt also immer flacher in die Atmosphäre ein. Die Sonne liefert damit im Laufe des Monats sukzessive weniger wärmende Energie. Ein eindrückliches Beispiel: Die Tageslänge Anfang September entspricht in etwa der von Anfang April.

Also jetzt auch noch ein Vergleich zwischen September und April, der nicht weiß, was er will? Nun, die astronomische Wahrheit ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Sonnenstand bestimmt nicht allein die Temperaturentwicklung über das Jahr hinweg. Nach der kalten Jahreszeit wird ein nicht zu vernachlässigender Anteil der Sonnenenergie in die Erwärmung von Wasser- und Landmassen oder auch in das Abschmelzen von Eis investiert. Vor allem die Ozeane können sehr viel Wärme speichern, die im Herbst wieder an die Luft abgegeben wird. Die Landmassen, insbesondere aber die Ozeane, sind sozusagen die anspringende Heizung, wenn der Sonne im Herbst allmählich die Puste ausgeht. Als Resultat dessen ist das Maximum der Temperaturen – zumindest im vieljährigen Mittel – um etwa sechs Wochen gegenüber dem Maximum der Sonneneinstrahlung verschoben. Davon profitiert auch der September!

Der September ein verkappter Sommermonat 1

Monatsmittel des Sonnenstandes zur Mittagszeit und der Mitteltemperatur in Frankfurt/Main.

Natürlich spielen darüber hinaus auch noch weitere örtliche und regionale Klimafaktoren eine Rolle wie Meeresströmungen oder die für einen bestimmten Zeitraum typischen Großwetterlagen. Der September gilt in Mitteleuropa so z. B. als „klimatisch stabil“. Im Wesentlichen sind es die geringen Temperaturgegensätze zwischen den Europa umgebenden Meeren und dem Festland sowie zwischen den hohen und niederen Breiten, die weniger turbulente Tiefdruckaktivität als Hochdruckdominanz über Mitteleuropa begünstigen.

Das klingt doch eher nach Sommer als nach Herbst. Tatsächlich wartet der September z. B. in Frankfurt am Main mit einem mittleren Temperaturmaximum von 20,8 °C auf und liegt damit zwar hinter den Monaten Juli (26,1 °C), August (25,7 °C) und Juni (23,9 °C), aber noch vor Mai (20,4 °C) auf dem vierten Platz. Vor allem in der ersten Monatshälfte kann es noch einmal richtig heiß werden mit Temperaturen über 30 °C. In Jena (Sternwarte) ging es am 03.09.1911 bis auf hochsommerliche 36,5 °C rauf. Auch im vergangenen Jahr am 04.09. wurden Temperaturen über 35°C registriert (z. B. in Doberlug-Kirchhain in Brandenburg; 35,2 °C). Zugleich kühlt die Luft in den immer länger werdenden Nächten schon deutlich stärker aus als noch in den Vormonaten. Zum Ende des Monats steigt zudem das Potenzial erster kräftiger Kaltluftvorstöße aus Norden. In der Folge stellen sich im Septemberverlauf häufig die ersten Nachtfröste ein (z. B. Karlshuld in Oberbayern: -6,4 Grad am 23.09.1964).

Wie steht es nun um das Eingangsplädoyer, der September wäre zu Unrecht zum Herbstmonat degradiert worden? Im Hinblick auf die Ausführungen mag es zwar etwas hoch gegriffen gewesen sein, denn der September weist neben vielen sommerlichen immerhin auch einige herbstlich anmutende Facetten auf. Aber wie sagt man so schön: Im Zweifel für den Angeklagten – geben wir dem September also noch die Chance, sich sommerlich zu bewähren.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.09.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Übergang in den Herbst?

Bei einem Blick auf die aktuelle Analysekarte ist ein umfangreiches Sturmtief mit seinem Zentrum bei Irland zu erkennen. Der herbstliche Charakter des Sturmtiefs ULRICH zeigt sich durch seinen tiefen Kerndruck von unter 970 Hektopascal. Zu Wochenbeginn verlagert sich ULRICH unter leichter Abschwächung nach Schottland und beeinflusst mit seinen Frontensystemen auch die Westhälfte Deutschlands. Damit kommen in der Nacht auf Montag im Westen teils kräftige schauerartige Niederschläge auf. Örtlich sind auch eingelagerte Gewitter nicht ausgeschlossen. Vor allem von der Eifel bis zum Emsland besteht die Gefahr durch mehrstündigen Starkregen.

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Analysekarte für Sonntag, den 31.08.2025. Auf der Vorderseite von Sturmtief ULRICH wird feuchtwarme Luft nach Deutschland geführt. (Quelle: DWD)

In der großen Südosthälfte gibt es davor am Sonntag aber nochmals angenehm warmes und sonniges Spätsommerwetter. Dort steigen die Temperaturen auf badetaugliche 24 bis 28 Grad. Am Montag kommen die Niederschläge aus der Nacht in abgeschwächter Form bis zur nördlichen Landesmitte voran. Dazu gehen auch die Temperaturen etwas zurück. Häufig werden nur noch um oder knapp über 20 Grad erwartet. Lediglich im äußersten Osten treten nochmals sommerliche Werte von über 25 Grad auf.

Auch in den Folgetagen ändert sich an der Großwetterlage nicht viel. Es bleibt bei einer zyklonal geprägten Südwestlage. Damit strömt zwar relativ warme Meeresluft ins Land, allerdings ist beständiges Spätsommerwetter mit mehreren niederschlagsfreien Tagen damit nicht in Sicht. Etwas bevorzugt dabei ist voraussichtlich der Osten und Südosten. Dort sind auch längere sonnige Abschnitte möglich. Jedoch sorgt dort am Dienstag ein kleinräumiges Tief für kräftige, teils gewittrige Niederschläge. Stellenweise ist auch mehrstündiger Starkregen möglich.

In der zweiten Wochenhälfte stellt sich wieder das altbekannte Muster ein. Während sich der Südosten vorübergehend unter schwachem Zwischenhocheinfluss befindet, sorgen Frontensysteme eines kräftigen Tiefdruckkomplexes mit Zentrum über Nordwesteuropa vor allem in der Nordwesthälfte für weitere Niederschläge. Dazu bleibt es aber spätsommerlich warm. Bei längerem Sonnenschein werden in den Niederungen durchaus Höchsttemperaturen um 25 Grad erreicht.

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Temperaturvorhersage für kommende Woche für Deutschland. (Quelle: DWD)

Mittelfristig bleibt uns nach jetzigem Stand die Großwetterlage erhalten. Über Nordwesteuropa werden immer wieder kräftige Tiefdrucksysteme simuliert. Am kommenden Wochenende könnte sich allerdings auf der Vorderseite eine Hochdruckbrücke aufbauen. Diese würde dann im Zusammenspiel mit einer sehr warmen südwestlichen Strömung vorübergehend für lupenreines Spätsommerwetter sorgen. Gleichzeitig nimmt die Vorhersageunsicherheit ab dem Wochenende auch deutlich zu. Ein Großteil der Modelläufe deutet nur auf eine kurze, stabile und warme bis sehr warme Spätsommerperiode hin! Einen längeren Zeitraum mit beständigem Spätsommerwetter ist allerdings vorerst nicht in Sicht. Die wechselhafte und relativ warme Witterung setzt sich somit bis auf Weiteres fort. Erst in der zweiten Septemberdekade gibt es unter stark zunehmender Vorhersageunsicherheit Anzeichen für hochdruckgeprägte Wetterlagen über Zentraleuropa (siehe Grafik 3).

Uebergang in den Herbst 3

Hovmöller Diagramm der Wetterlagen über Europa bis Ende September. Bis zum Beginn der zweiten Septemberdekade ist tiefes Geopotential über West – und teilweise über Mitteleuropa vorherrschend. Danach gibt es bei stark zunehmenden Unsicherheiten Anzeichen für eine Umstellung mit hochdruckgeprägten Wetterlagen. (Quelle: ECMWF)

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Von der Messung der Lufttemperatur

Wenn es um Temperaturwerte oder sogar Temperaturrekorde geht, erreichen uns Meteorologen immer wieder Kommentare, dass die Temperatur im Garten der Familie Mustermann doch eigentlich viel höher war als die offiziell gemessene. Warum kommt es zu solchen Unterschieden bei der Temperaturmessung?

Im Zeichen des Spätsommers

Auch dem Norden stehen in den kommenden Tagen sonnige und warme Zeiten bevor. Regen ist vorerst – mal wieder – Mangelware.