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Schlagwortarchiv für: Unwettergefahr

Hitze, Blitz und Donner!

27. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit Tagen ächzt Deutschland unter der andauernden Hitze. Nahezu ungestörter Hochdruckeinfluss hat die Temperaturen kontinuierlich ansteigen lassen, sodass die Hitze jetzt zum Wochenende ihren Höhepunkt erreicht.

Aber schon gestern ist der Temperaturrekord gebrochen worden. Die endgültige Überprüfung steht noch aus, jedoch zeigte die Station Saarbrücken-Burbach eine Höchsttemperatur von 41,3 °C. Der vorherige höchste jemals vermeldete Rekord lag knapp darunter: Die Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst hatten im Juli 2019 41,2 °C gemessen. Die Modelle haben für heute und Sonntag stellenweise 41 °C prognostiziert und kommen damit dem gerade eben erst erreichten Rekordwert ein weiteres Mal bestürzend nahe!

Also heißt es: Durchhalten! Es stehen uns zwar großflächig Tropennächte bevor, das heißt die nächtliche Temperatur sinkt nicht unter 20 °C. Am Montag sollen die Temperaturen jedoch größtenteils unter 30 Grad sinken. Leider steigt bis dahin die Feuchte und die Schwüle wird sich auch nicht ganz so angenehm anfühlen.

Doch nicht nur Hitze, sondern auch eine zunehmende Gewitter-/Unwettergefahr steht an. Schon heute Nachmittag haben sich einzelne, aber durchaus kräftige Gewitter gebildet. In der heißen Luftmasse steht den Gewittern viel Energie zur Verfügung und wenn es einmal anfängt, kann es ordentlich Krachen und wie aus Kübeln schütten. Potentiell schadensträchtigste Entwicklungen stehen in der heutigen Nacht zum Sonntag im Nordwesten an. Eine offizielle Vorabinformation ist schon herausgegeben. Es soll ein sogenanntes mesoskaliges konvektives System (MCS) von den Niederlanden in nordöstliche Richtung ziehen. Diese hoch organisierte Gewitterstruktur kann auch nachts lange bestehen. Ein ganzes Potpourri an Begleiterscheinungen geht damit einher. Schwere Sturmböen bis 100 km/h können beispielsweise Äste brechen lassen, lokal sind sogar Orkanböen nicht ausgeschlossen. Dazu besteht die Möglichkeit, dass Hagelkörner etwa auf die Größe eines Tischtennisballs anwachsen. Außerdem können kleinräumig auch über 40 l/m² Regen in einer oder wenigen Stunden herunterprasseln.

Was den Sonntag betrifft, so wird auch dieser nicht ruhig. Es geht relativ gemäßigt mit nur einzelnen Gewittern los, am Nachmittag sollen sich aber wieder kräftige Gewitter entwickeln. Dieses Mal steht der Westen im Fokus. Im Laufe der Nacht bis in die Frühstunden des Montags zieht dieser Komplex nach Nordosten. Unwettergefahr besteht dabei erneut, lokal ist mit dem in rauen Mengen anzapfbaren Wasserdampf und der verfügbaren Energie auch extremes Unwetter nicht ausgeschlossen.
Das Wetter hält also noch einiges für uns bereit. Hoffen wir, dass die Gewitter glimpflich verlaufen und die Abkühlung zur nächsten Woche Linderung bringt!

Temperaturaussichten für die nächsten Tage. (Quelle:DWD)

M.Sc. Met.Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Hitze-Blitz-und-Donner.png 924 1886 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-27 16:53:262026-07-04 14:21:47Hitze, Blitz und Donner!

Heiß, heißer, HARTMUT!

25. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Seit nunmehr rund einer Woche ächzen weite Teile des Landes unter der anhaltenden Hitzewelle mit täglichen Höchstwerten über 30 Grad. Zunächst war es Hoch GORGIAS, der dann von Hoch HARTMUT nahtlos abgelöst wurde. Unter HARTMUT konnte sich dank günstiger Konfiguration des Strömungsmusters die Hitze noch verstärken, sodass wir ab morgen den eigentlichen Höhepunkt erwarten dürfen. Während der Rahmen grundsätzlich steht, sind Details noch immer unsicher.

Dazu zählt auch die alles entscheidende Frage, ober der Allzeitrekord der Temperatur in Deutschland aus dem Jahre 2019 (41,2°C in Tönisvorst und Duisburg) gebrochen werden kann. Anhand der vorliegenden Modelle ist davon – so viel vorweg – begründet auszugehen.

Hoch HARTMUT führt seit Tagen warme bis heiße Luftmassen nach Deutschland, wobei sich diese Strömung in den kommenden Tagen noch etwas verstärkt und die Luftmasse immer weiter aufgeheizt wird.

Am heutigen Donnerstag sind es noch rund 35 bis lokal im Südwesten 39 Grad, womit zumindest der Juni-Rekord (39,6 Grad) für Deutschland schon mal ins Visier genommen. Spätestens am morgigen Freitag wird es dann soweit sein: Vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet rund um Frankfurt werden rund 40 Grad berechnet, eine einzelne 41 ist durchaus im Rahmen des Möglichen.

Bereits am morgigen Freitag sind 40 Grad (und mehr) vom Oberrhein bis nach Frankfurt realistisch und werden von allen Modellen so gesehen.

Am Samstag steht für viele ein erster Höhepunkt an, wenn sich die Hitzeglocke von HARTMUT genau über uns legt. Zwar sind nachmittags ein paar Quellwolken, im Westen vielleicht auch Hitzegewitter, zu erwarten, dennoch wird es regional für 40-41 Grad reichen, sodass der deutsche Allzeitrekord in Reichweite kommt.

Am Samstag sind nach aktuellem Stand im Südwesten regional 40 bis 41 Grad zu erwarten, auch das stützen alle dargestellten Modelle.

Am Sonntag wird es möglicherweise noch spannender aus klimatologischer Sicht, denn zumindest nach dem Willen der deutschen Modellkette (ICON) verstärkt sich die Hitze im Osten des Landes weiter, sodass im Ergebnis auf der Karte des Modells 42, lokal gerundet sogar 43 (!) Grad abgelesen werden können. Der Mix aus statistischen Berechnungen verschiedener Modelle (MOSMIX) belässt es dagegen bei 41 Grad. Es sieht aber auch ein schnelleres Vorankommen von Schauern, Gewittern und „kühlerer“ Luft aus dem Westen, während ICON die Gewitter erst später nach Osten driften lässt. Dies würde eine maximale Einstrahlung bei einer eh schon enorm warmen bis heißen Luftmasse zulassen.

Am Sonntag gehen die Modelle ein Stück weit auseinander: Während in den Prognosen der deutschen Modellkette sogar 43 (!) Grad zu finden sind, wäre nach dem Willen von MOSMIX und dem MOS des ECMWF bei 41 Grad Schluss. Hier muss noch abgewartet werden, was genau passiert.

Ob der deutsche Allzeitrekord der Temperatur am Wochenende fällt, ist noch nicht sicher und hängt auch von möglichen Abschirmungen, etwa durch etwas Saharastaub oder Deckbewölkung von Schauern/Gewittern ab. Näher dran als zurzeit war man aber an einem neuen Rekord selten.
Noch ein letzter Absatz zu den möglichen Gewittern: Diese Luftmasse ist nicht nur enorm heiß, sondern sie lässt auch beim Blick auf die Energiewerte kaum Spielraum nach Oben, sprich es ist nahe am Anschlag. Das bedeutet vor allem ab Samstag im Westen/Nordwesten, ab Sonntag dann über der Mitte und später auch in den restlichen Landesteilen ein großes Unwetterpotential, wobei jede Gewitterzelle rasch eskalieren könnte. Die Details sind hier aber noch nicht geklärt und so müssen wir bis morgen oder Samstag abwarten.
Behalten Sie bitte einen kühlen Kopf und kommen Sie gut durch diese anstrengenden Tage!

M.Sc.Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Hitzewelle-Temperaturrekord-Unwettergefahr-1.gif 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-25 16:03:072026-07-04 14:21:38Heiß, heißer, HARTMUT!

Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig

18. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Derzeit rollt eine Hitzewelle auf Deutschland zu. Tageshöchstwerte von bis zu 38 Grad Celsius im Südwesten bringen uns in den kommenden Tagen ganz schön ins Schwitzen. Mit einer südwestlichen Strömung wird aber nicht nur heiße, sondern auch feuchte und energiereiche Subtropikluft nach Mitteleuropa geführt. In der Folge können sich in den kommenden Tagen teils kräftige Gewitter entladen.

Bereits ab der kommenden Nacht zum Freitag (19. Juni 2026) treten erste Gewitter im Nordwesten und Norden auf. Dabei ist die Unwettergefahr aber zunächst noch gering. Ab Freitagnachmittag bilden sich dann insbesondere über den westlichen und südwestlichen Mittelgebirgen sowie an den Alpen teils schwere Gewitter, die bezüglich Starkregen und Hagel auch unwetterartig ausfallen können. Innerhalb kurzer Zeit können kleinräumig Niederschlagsmengen erreicht werden, die einer halben Monatssumme oder mehr entsprechen. Darüber hinaus können lokal eng begrenzt auftretende (schwere) Sturmböen Äste abbrechen lassen oder vereinzelt Bäume umstürzen.

Am Wochenende breitet sich die Gewittergefahr dann landesweit aus. Lediglich im Südwesten könnten die Bedingungen für kräftige konvektive Entwicklungen aufgrund geringerer Feuchte und fehlender Auslöse weniger günstig sein. Am Sonntag lässt die Schauer- und Gewittergefahr in der im Norden einfließenden kühleren Nordseeluft dann nach. In der Mitte und im Süden muss aber weiterhin mit teils kräftigen Hitzegewittern gerechnet werden.

Cumulonimbus-Wolke bei Ernstthal am Rennsteig am 27. Juni 2020.

Wie so häufig bei sommerlichen Gewitterlagen gilt, dass nicht jeder Ort in Deutschland getroffen wird. Bilden sich die kräftigen Gewitter oder ziehen diese auf, erkennt man diese anhand der mächtigen, sich auftürmenden Wolkenformationen. Durch komplexe Prozesse innerhalb der Gewitterwolke werden elektrische Ladungen getrennt. Dadurch können Spannungen von mehreren Millionen Volt entstehen. Der Abbau dieser Spannung erfolgt dann in Form von Blitzen, vor denen man wohl besser in Deckung geht. Dort, wo die kräftigsten Entwicklungen auftreten, muss zudem mit Überschwemmungen, Hagelschlag und lokalen Sturmschäden gerechnet werden. Aber wie verhalte ich mich denn am besten, wenn ich im Freien von einem aufziehenden Gewitter überrascht werde?

Natürlich wäre die beste Lösung, Schutz in Gebäuden mit Blitzableitern oder Fahrzeugen mit metallener Karosserie zu suchen. Diese wirken nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs: Der elektrische Strom fließt über die Außenhülle und nicht durch den Innenraum, sodass die Gefahr von Verletzungen minimiert werden kann. Hat man im Moment des Gewitteraufzugs allerdings kein Gebäude oder Fahrzeug „zur Hand“, ist man dann dem Gewitter hoffnungslos ausgeliefert?

Der Volksmund rät im Allgemeinen dazu, „vor Eichen zu weichen und Weiden zu meiden“. Stattdessen sollte man „Buchen [auf]suchen“. Davon ist allerdings abzuraten. Blitze suchen sich häufig hohe Objekte als Ziel aus, vor allem, wenn diese frei stehen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich dabei nun um eine Eiche oder eine Buche handelt. Ob ein Baum getroffen wird, hängt vor allem von seiner Höhe, seinem Standort und seiner Umgebung ab.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich von offenem Gelände, Berggipfeln sowie frei stehenden Objekten wie Bäumen, Antennen und ähnlich hohen Objekten fernzuhalten. Zu Überlandleitungen sollte ein Mindestabstand von 50 Metern unbedingt eingehalten werden. Schutz findet man möglichst in Bodensenken, sozusagen am niedrigsten Punkt der Umgebung. Dabei empfiehlt es sich, mit eng zusammengestellten Füßen in die Hocke zu gehen, damit die sogenannte Schrittspannung möglichst gering bleibt. Außerdem sollte man den Kopf und Nacken schützen, da Gewitter unter Umständen Hagelschlag verursachen. In leeren Flussläufen oder engen Schluchten sollte man jedoch bedenken, dass hier womöglich die Gefahr von Überschwemmungen aufgrund von Starkregen besteht. Außerdem empfiehlt es sich, nach Möglichkeit metallische Gegenstände vom eigenen Körper zu entfernen (z. B. Regenschirme, Golfschläger, Wanderstöcke, etc.). Diese erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit eines Blitztreffers, können aber bei einem Einschlag Verletzungen verursachen und sollten daher abgelegt werden.

Übersicht über geeignete Verhaltensregeln bei Gewittern im Freien.

Und falls ich mich nun zufällig in einem Wald befinde, wenn mich das Gewitter überrascht? Am besten suche ich dann Bereiche auf, an denen jüngere und kleinere Bäume stehen. Aber auch hier gilt, einen möglichst großen Abstand zu den höheren Bäumen einzuhalten. Denn dort kann nicht nur der Blitz einschlagen, kräftige Böen können Bäume auch durchaus zu Fall bringen.

Grundsätzlich sollte man bei einem Aufenthalt in der Natur immer aufmerksam sein und bei den ersten Anzeichen eines Gewitters, das heißt bei aufziehenden dunklen Wolken mit Blitz und Donner in der Ferne, möglichst einen sicheren Zufluchtsort suchen. Denn auch wenn sich das Gewitter nicht direkt über dem eigenen Standort befindet, ist Vorsicht geboten. Zum einen können Gewitterwolken eine große horizontale Ausdehnung erreichen, theoretisch ist darunter überall Blitzschlag möglich. Zum anderen können sich Blitze über mehrere Kilometer seitlich aus einer Gewitterwolke heraus ausbreiten und anschließend den Erdboden erreichen. Daher kann es in seltenen Fällen passieren, dass am Himmel die Sonne scheint und trotzdem ein Blitz aus dem Randbereich einer Gewitterwolke einschlägt – aus „heiterem Himmel“ sozusagen. Bevor man sich nach einem Gewitter wieder ins Freie wagt, sollte man entsprechend möglichst so lange warten, bis sich die Wolke verzogen hat und man keinen Donner mehr hört.

Für den Ausflug ins Freie empfiehlt es sich natürlich, bereits im Vorfeld Informationen über mögliche Wettergefahren unter www.dwd.de einzuholen. Unterwegs lassen sich Wetterwarnungen auch bequem mit dem Smartphone über die DWD-WarnWetter-App empfangen.

M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Gewitter-im-Anmarsch-1-scaled.jpg 1001 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-18 12:55:422026-06-21 19:53:43Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig

Erste große Gewitterlage 2026?

28. Mai 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Hoch BORIS sorgte in den letzten Tagen für viel Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen. Vor allem im Südwesten und Süden gab es gebietsweise bereits fünf Hitzetage mit Höchsttemperaturen von über 30 Grad in Folge. Auch am heutigen Donnerstag dürfen sich alle Sonnen- und Wärmeliebhaber freuen. Erneut gibt es vielerorts Sonnenschein von früh bis spät. Lediglich ganz im Süden vom Südschwarzwald bis zum Alpenrand besteht ein geringes Gewitterrisiko. Dazu gehen die Temperaturen allerdings insgesamt etwas zurück. Nur noch in einigen Niederungen im Südwesten wird die 30 Grad-Marke erreicht oder leicht überschritten. Sonst werden meist 23 bis 29 Grad erwartet, in Küstennähe bleibt es deutlich kühler.

Vorhersage für Freitag, den 29.05.2026 um 12 UTC. Das Frontensystem eines Tiefs bei den Färöer-Inseln nimmt zunehmend Einfluss auf den Nordwesten Deutschlands.

Am Freitag zeichnet sich dann aber bereits die erste kleinere, aber durchaus signifikante Änderung ab. Ein kleines Tief verlagert sich von den Färöer-Inseln nach Südskandinavien und beeinflusst mit seinem Frontensystem den Nordwesten Deutschlands. Gleichzeitig schwächt sich der Hochdruckeinfluss weiter ab, sodass die Luftmasse zunehmend labilisiert wird.

Im Vorfeld der Front strömt von Süden sehr warme bis heiße sowie zunehmend feuchte Luft heran. So können ab dem Nachmittag mit Heranrücken des kleinen kurzwelligen Troges einzelne, aber kräftige Schauer und Gewitter entstehen. Da neben einem hohen Energiegehalt auch die Windscherung erhöht ist, können sich organisierte Strukturen sowie einzelne Superzellen ausbilden. Damit steigt bei Gewittern neben der Gefahr von Starkregen, auch das Risiko für größeren Hagel und schweren Sturmböen (Bft 10) an. Bei solchen Windgeschwindigkeiten können Bäume umstürzen und Gegenstände umhergewirbelt werden. Es besteht dann im Freien Lebensgefahr. Der Schwerpunkt befindet sich am Abend voraussichtlich in Niedersachsen und dem Norden Nordrhein-Westfalens. In der Nacht zum Samstag verlagern sich die Gewitter nach Osten und Südosten. Erst im Laufe der zweiten Nachthälfte schwächen sich diese allmählich ab. Im Süden merkt man davon allerdings kaum etwas. Dort setzt sich das ruhige und hochsommerlich warme-bis heiße Frühsommerwetter fort.

Gewitterzutaten für Freitag, den 29.05.2026 um 18 UTC. Im Nordwesten überlappen sich die Felder mit hoher Feuchte, Labilität und Windscherung.

Dies ändert sich jedoch am Wochenende. Am Samstag befindet sich über der Mitte Deutschlands eine markante Luftmassengrenze. Diese trennt trockene und kühle Luft im Norden von feuchter und sehr warmer Subtropikluft im Süden. Bodennah zeichnet sich eine Tiefdruckrinne ab, an der kräftige Hebungsimpulse entstehen. Dort entstehen im Tagesverlauf vermehrt Schauer und kräftige Gewitter. Im Gegensatz zum Vortag liegt das Hauptaugenmerk auf den Starkregen. Ursache dafür ist die geringere Windscherung und die langsamere Verlagerung der Gewitterzellen im Vergleich zur Lage am Freitag im Nordwesten. Neben heftigem Starkregen kann es lokal auch zu Hagel mit größeren Hagelansammlungen kommen.

Am Sonntag bleibt uns in der Südhälfte voraussichtlich die feuchtlabile Subtropikluft erhalten. Dort bilden sich somit erneut teils kräftige Schauer und Gewitter. Örtlich besteht weiterhin Unwettergefahr durch heftigen Starkregen und Hagel. Erst am Montag sorgt ein von Westen heranrückendes Hochdruckgebiet für eine vorübergehende Wetterberuhigung. Doch bereits am Dienstag könnte uns nach jetzigem Stand schon wieder die nächste Gewitterlage bevorstehen. Das ruhige Frühsommerwetter macht somit erst einmal Pause!

Aktuelle Informationen zu den bevorstehenden Gewitterlagen finden sie auf unserer Webseite und in der Warn-Wetter App.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/06/Erste-grosse-Gewitterlage-2026.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-05-28 13:48:332026-06-10 19:58:17Erste große Gewitterlage 2026?

Schwere Gewitterlage

4. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Sturmtief TIM sorgt in Deutschland für ordentlich „Action“ in der Wetterküche. Zwar liegt der Kern über dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland, jedoch reicht sein Einflussbereich bis nach Mitteleuropa. Das dazugehörige Frontensystem liegt zurzeit diagonal über Deutschland und trennt die schwülwarme und energiegeladene Luft im Südosten des Landes von der kühleren Luft im Nordwesten. 

Am heutigen Mittwoch stellt sich also im Südosten und in Teilen des Ostens eine schwere Gewitterlage ein. Bereits in den in den Mittagstunden zieht ein kräftiges, mit Gewittern durchsetztes Regengebiet an der Luftmassengrenze nach Nordosten. Später bilden sich daran teils heftige Gewitter, die sich in der energiereichen Luft ostwärts verlagern. Aber besonders im Südosten Deutschlands (östliches Baden-Württemberg und Südostbayern) muss man ab dem Nachmittag mit schweren Gewittern rechnen, die neben heftigem Starkregen auch Großhagel und schwere Sturm- oder gar orkanartige Böen mit sich bringen können. Zuvor sorgt dort der Föhn für aufgelockerte Bewölkung. Im südlichen Alpenvoland ist daher die Lage besonders tückisch, denn es kann passieren, dass der Föhn die Entstehung von Gewittern verhindert. Aber beim Föhnzusammenbruch frischt der Wind plötzlich bis auf Sturmstärke auf, ohne Anzeichen eines Gewitters. Es ist also Vorsicht geboten, vor allem für die Segler, die auf den südbayerischen Seen segeln. Im Nordwesten bleibt man von all dem verschont: Dort dominiert ein freundlicher Wechsel aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen.

 

Die markierten Bereiche zeigen die Gebiete, in denen Gewitter erwartet werden. Der rot markierte Bereich zeigt die Regionen mit der höchsten Unwettergefahr. 

Am Donnerstag macht sich hinter der Kaltfront deutlich ungemütlicheres und windiges Wetter breit. Die Sonne zeigt sich eher selten, stattdessen dominieren dichtere Wolkenfelder. Immer wieder ziehen Schauer und Gewitter durch. Es besteht aber keine Unwettergefahr mehr. Diese wechselhafte Wetterlage setzt sich auch am kommenden Wochenende fort. Dabei ziehen immer wieder Tiefausläufer durch, die Regen oder Schauer bringen, kurze Gewitter sind auch dabei. Die Temperaturen gehen etwas zurück, am Sonntag wird dann nur im Osten des Landes die 20-Grad-Marke überschritten. Ein eher unterkühltes, wechselhaftes und windiges Wochenende steht uns bevor. Am Pfingstmontag kommt voraussichtlich ein Hoch und sorgt wieder für freundlicheres Wetter und steigende Temperaturen.
 

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Schwere-Gewitterlage-teil-1.jpg 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-04 21:52:242025-06-09 18:39:07Schwere Gewitterlage

Eine turbulente Wetterwoche mit teils schweren Gewittern steht uns bevor!

17. Juni 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Nach einer kurzen Verschnaufpause steht uns am morgigen Dienstag in einigen Teilen Deutschlands eine Schwergewitterlage bevor. Nachdem sich das Wochenende zumindest wettertechnisch recht ruhig und meist kühl gestaltetet hatte, stellt sich die Wetterlage zum Start in die neue Woche um. Das wetterbestimmende Tiefdruckgebiet VALESCA bei den Britischen Inseln verlagert sich unter weiterer Abschwächung nach Skandinavien. Gleichzeitig spaltet sich vor der Küste Nordspaniens ein Höhentief von der Höhenströmung ab und verlagert sich langsam in Richtung Iberische Halbinsel. Dabei werden auf der Vorderseite des Tiefs sehr warme bis heiße Luftmassen über den westlichen Mittelmeerraum nach Norden bis in die Südhälfte Deutschlands transportiert. Durch die Überströmung des Mittelmeeres kommt es zu einer signifikanten Anfeuchtung, sodass die vorherrschende Luftmasse am Dienstag in der Süd- und Osthälfte des Landes einen sehr hohen Feuchtegehalt aufweist. Gebietsweise liegen dort die  bei über 20 Grad.

Zur selben Zeit strömt auf der Rückseite von VALESCA weiterhin kühle Meeresluft in den Nordwesten Deutschlands ein. Dadurch entsteht quer über Deutschland eine Luftmassengrenze, die sich nach aktuellem Stand in einem Bereich von Nordrhein-Westfalen bis nach Südbrandenburg erstreckt. Im Bereich der Luftmassengrenze kommt es zu kräftigen schauerartigen Niederschlägen und vor allem südlich davon auch zu schweren Gewittern. Da in dieser Zone sowohl eine stark ausgeprägte Windgeschwindigkeits- als auch Richtungsänderung mit der Höhe vorhanden ist, können sich stellenweise Superzellen ausbilden. Dabei handelt es sich um langlebige, gut organisierte Gewitter, die häufig ein hohes Gefahrenpotential aufweisen. Morgen liegt die größte Wahrscheinlichkeit für solche Gewitter in einem Bereich, der südlich an die Luftmassengrenze angrenzt. Dieses Gebiet erstreckt sich voraussichtlich von der Eifel über Nordhessen bis nach Südbrandenburg. Dort muss örtlich mit heftigem Starkregen, größerem Hagel von 3 bis 5 Zentimeter Korndurchmesser und Böen bis in den Orkanbereich gerechnet werden. Auch die Ausbildung einzelner Tornados ist nicht ganz ausgeschlossen.

Südlich des Mains fehlt zur Auslösung von Gewittern der Hebungsantrieb. Dort sind zunächst lediglich im Bereich der Mittelgebirge einzelne heftige Gewitter möglich. Diese können aber durchaus auch mit ähnlichen Begleiterscheinungen einhergehen. Lediglich die Ausbildung von Tornados ist aufgrund einer zu hohen Wolkenbasis und schwächerer in der unteren Troposphäre unwahrscheinlich. Im Südwesten kommen voraussichtlich in der Nacht zu Mittwoch häufiger, teils kräftige Gewitter auf. Nur südlich der Donau werden unter anderem aufgrund des Föhns an den Alpen keine Niederschläge erwartet. Auch im äußersten Nordwesten bleibt es in der deutlich kühleren Meeresluft ruhig. Dort liegen die Höchsttemperaturen zudem nur bei etwa 20 Grad, während im Süden in der schwülwarmen Luftmasse bis zu 33 Grad erreicht werden.

In den darauffolgenden Tagen stehen hauptsächlich im Süden weiterhin stellenweise kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial an. Vor allem am Freitag deutet sich nach jetzigem Stand eine neue Unwetterlage durch schwere Gewitter an. Eine genauere Eingrenzung der Schwerpunkte ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht möglich. Aktualisierte Informationen zur Unwettersituation erhalten Sie jederzeit auf der oder in der Warn-Wetter-App.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.06.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/06/DWD-Eine-turbulente-Wetterwoche-mit-teils-schweren-Gewittern-steht-uns-bevor.png 597 1124 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-06-17 18:38:032024-06-25 09:49:46Eine turbulente Wetterwoche mit teils schweren Gewittern steht uns bevor!
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