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Der Schlüssel zur Klimageschichte: Klimaproxys – Teil 1

12. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Unser Klimasystem besteht aus fünf eng verknüpften Bausteinen: Atmosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre und Lithosphäre. Diese Komponenten beeinflussen sich ständig gegenseitig. Klimaänderungen hinterlassen dabei oft ihre Spuren in der belebten und unbelebten Umwelt, die zu jener Zeit mit dem Klima in Kontakt standen. Natürliche Elemente wie Gesteinsschichten, Eis oder Pflanzen können solche Veränderungen speichern und so als ″Zeitkapseln″ der Erdgeschichte dienen. In diesen natürlichen Archiven findet man physikalische, chemische oder biologische Merkmale, sogenannte Proxys, die indirekt Auskunft über vergangene Umweltbedingungen geben. Klima-Proxys sind somit wertvolle Stellvertreter, die Forschenden weltweit helfen, das Klima der Vergangenheit zu verstehen und zu rekonstruieren.

Klimaproxys lassen sich fast überall auf der Welt in vielfältigen Formen finden. Sie geben Einblicke in viele klimatische Veränderungen – von plötzlichen Ereignissen wie Vulkanaus-brüchen oder Überschwemmungen bis hin zu langfristigen Trends wie Erwärmung und Abkühlung, Trocken- und Feuchtperioden, Meeresspiegelanstiege oder Veränderungen des CO₂-Gehalts. Auch saisonale Phänomene wie Wirbelstürme oder Monsunzyklen können mit Proxys untersucht werden. Um die Vielfalt und wissenschaftliche Nutzung solcher Daten besser zu verstehen, stellt die US-amerikanische NOAA eine umfangreiche Datenbank mit über 10.000 Datensätzen bereit. Diese ist nach natürlichen Archiven geordnet und zeigt, in welchen Studien die Proxys verwendet wurden und woher diese stammen (siehe Abbildung 1). Hier geht’s zur Datenbank (siehe: Weitere Informationen zum Thema“). 

Abb 1: Eine Übersicht über die Herkunftsorte und natürliche Archive aus denen verschiedener Proxy-Datensätze stammen (z.B. Baumringe = grüne Dreiecke) 

 

Bevor es im zweiten Teil vor allem darum geht, wie aus Klimaproxys quantitative Daten gewonnen werden, sollen jetzt zunächst einmal wichtige natürliche Archive und darin enthaltene Proxys vorgestellt werden.

1. Historische Dokumente:

Den Anfang soll eine besonders greifbare Form des Klimaproxys machen: historische Dokumente. Zwar zählen sie nicht zu den natürlichen Archiven und haben die kürzeste temporale Abdeckung, doch liefern sie oft unglaublich detailreiche und datierte Informationen, die für die Klimarekonstruktion unerlässlich sind. Je nach Region reichen solche Aufzeichnungen von wenigen Jahrhunderten bis zu mehreren Jahrtausenden zurück, wie etwa in China oder Mesopotamien. Neben direkten meteorologischen Beobachtungen – wie sie in Chroniken, Zeitungen, Briefen, Wettertagebüchern, Schiffslogs sowie Eisgangs- und Flussnotizen auftauchen – enthalten auch viele andere Schriftquellen wertvolle Klimaerkenntnisse, obwohl sie ursprünglich mit administrativen, religiösen oder politischen Hintergründen ganz andere Zwecke beabsichtigten. So liefern Verwaltungsdokumente wie Steuerlisten, Ernteberichte oder Marktpreisaufzeichnungen wichtige Hinweise auf Dürren, Missernten oder Überschwemmungen. Auch Kirchenbücher oder Grabinschriften verraten mitunter ungewöhnliche Klimaereignisse, etwa wenn eine Hungersnot oder ein extremer Winter im Zusammenhang mit Todesfällen erwähnt wird. Berühmte Beispiele zeigen, wie mächtig diese Quellen sein können. Das ″Jahr ohne Sommer″ 1816, ausgelöst durch den Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora, ist durch zahlreiche Briefe, Tagebücher und Zeitungsberichte dokumentiert. Sie berichten von Schnee im Juni, Ernteausfällen und Hungersnöten quer durch Europa. Oder auch das Magdalenenhochwasser von 1342, eine der schlimmsten Überschwemmungen Mitteleuropas, ausgelöst durch eine Vb-Wetterlage. Das Ausmaß ist dank Stadtchroniken und Pegelnotizen noch heute gut nachvollziehbar. Der Main und andere Flüsse erreichten damals enorme Abflussmengen und ihre höchsten jemals beobachteten Wasserstände.

2. Baumringe:

Die Analyse von Baumringen (Dendrochronologie) ist eine der bekanntesten Methoden, um das Klima der letzten rund 10.000 Jahre zu erforschen. Jeder Baum legt jedes Jahr einen neuen Ring an, der aus einem hellen Abschnitt für das schnelle Wachstum im Frühling und einem dunkleren für das langsamere Wachstum im Spätsommer besteht. Die Breite dieser Jahresringe zeigt, wie gut der Baum in einem bestimmten Jahr gewachsen ist – und gibt damit Hinweise auf die klimatischen Bedingungen von denen das Wachstum natürlich abhängt. In warmen und feuchten Jahren wachsen die Ringe breit, während sie in kühlen oder trockenen Jahren schmaler ausfallen. So lassen sich also Rückschlüsse auf vergangene Temperatur- und Niederschlagsmuster ziehen.

3. Gletschereis:

Mit Eisbohrkernen aus Gletschern oder großen Eismassen kann man sogar noch weiter zurück in die Vergangenheit blicken. Der längste lückenlose Eisbohrkern stammte bisher vom Dome C in der Ostantarktis und reicht etwa 800.000 Jahre zurück. Erst im Januar 2025 wurde nun ein 2.800 Meter langer und bis 1,2 Millionen Jahre zurückreichender Eiskern erbohrt. Bis dieser ausgewertet ist, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Das Klima der Vergangenheit lässt sich bei diesem Proxy vor allem über das Verhältnis von Sauerstoffisotopen in den Eisschichten rekonstruieren. Isotope sind verschiedene Varianten eines Elements, die sich in der Anzahl der Neutronen und somit Masse unterscheiden, chemisch aber sehr ähnlich sind. Besonders wichtig ist das Verhältnis von 18O zu 16O: Während wärmerer Zeiten ist 18O häufiger im Wasserdampf, in kalten Perioden dominiert 16O. Welche atmosphärischen Prozesse diese Verteilung auslösen, wird in einem älteren Thema des Tages sehr detailliert beschrieben, welches unter dem folgenden Link zu finden ist: Thema des Tages vom 11.11.2020. Gletschereis besteht aus vielen Schichten von zusammengepresstem Schnee, in denen winzige, alte Luftbläschen eingeschlossen sind, die genau diese Isotope eingefangen haben. Sie können analysiert werden, um Rückschlüsse auf vergangene Temperaturen zu ziehen. Eisbohrkerne liefern aber auch Hinweise auf besondere, kurzfristige Ereignisse, etwa große Vulkanausbrüche. Diese hinterlassen Spuren wie Staub, Asche oder erhöhte Sulfatwerte im Eis, die sich ebenfalls messen und datieren lassen.

An dieser Stelle soll vorerst einmal ein Schlussstrich gezogen werden. Im zweiten Teil dieses Themas, der voraussichtlich nächste Woche erscheint, widmen wir uns dem wohl wichtigsten Archiv und allem was in ihm stecken kann: den Sedimentgesteinen. Außerdem werfen wir einen genaueren Blick darauf, wie aus den Proxy-Daten konkrete numerische Werte für weitere Berechnungen gewonnen werden – und welche Unsicherheiten mit dieser Form der Vergangenheits-Rekonstruktion verbunden sind. Bis bald!

 

Aaron Gentner und M.Sc. (Meteorologe) Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Der-Schluessel-zur-Klimageschichte-Klimaproxys-–-Teil-1-1-1-1.png 509 1026 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-12 18:02:392025-06-19 18:15:18Der Schlüssel zur Klimageschichte: Klimaproxys – Teil 1

Abkühlung in Sicht!

11. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

„Erste Hitzewelle des Jahres“, “ Ab Mittwoch kommt die Hitze“, „Bis zu 35 Grad“ – so oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen für die kurze Hitzewelle, die vielen Teilen Deutschlands nun bis maximal zum Sonntag bevorsteht. Dass die Hitzewelle aber nur von recht kurzer Dauer und eine Abkühlung bereits wieder in Sicht ist, zeigen die Wettermodelle auch in schöner Beständigkeit.

Die Hitzewelle

XARA ist keine Modekette für Bekleidung (die wird sowieso anders geschrieben), sondern das verantwortliche Hoch, das Teilen Deutschlands die erste Hitzewelle des Jahres mit Temperaturen zum Teil deutlich über 30 Grad bringt. Weil XARA bis zum Samstag ihre Zelte allerdings lieber in skandinavische bzw. osteuropäische Gefilde verlegen möchte, dreht die Strömung in Deutschland mehr und mehr auf Süd bis Südost. Folglich zapft XARA subtropische bis tropische Luftmassen vom Mittelmeer oder sogar aus Nordafrika an.

Diese erhitzen zunächst vor allem den Westen und Südwesten. Das lässt die Temperaturen dort kräftig steigen: Am heutigen Mittwoch 20 bis 27 Grad, am Donnerstag 24 bis 33, am Freitag 25 bis 35 Grad. Im Norden und Osten geht die Erwärmung nicht ganz so schnell: heute 15 bis 21, morgen 18 bis 24, am Freitag dann aber auch 25 bis 30 Grad. An den Küsten bleibt es zum Teil etwas kühler, was dem kühleren Meer geschuldet ist. Die Nächte sind bis zum Donnerstag meist noch frisch mit teils einstelligen Tiefstwerten. Ab der Nacht zum Freitag kühlt es im Westen und Südwesten bereits nicht mehr auf einstellige Tiefstwerte ab, in großen Städten wird die 20 Grad-Marke zum Teil nicht mehr unterboten. Die zunehmend milden (gefühlt warmen) Nächte erfassen bis zum Sonntag auch den Osten.

Anrollende Hitzewelle – Temperaturen von Mittwoch, 11.06.2025 bis Freitag 13.06.2025 

Die Abkühlung

XARA entschwindet bis zum Sonntag immer weiter nach Osteuropa, sodass sich ihr Einfluss auf Deutschland immer weiter reduziert. Mit der dadurch bedingten Drehung der Strömung auf Südwest wird bei zunehmenden Tiefdruckeinfluss die Luftmasse von Tag zu Tag immer feuchter. Das ruft Gewitter auf den Plan, die sich in der heißen Luftmasse entwickeln. Am Sonntag kommt es darüber hinaus zu einem Kaltfrontdurchgang, der bis Montagmorgen alle Landesteile erfasst haben dürfte.

Im Detail so sieht das so aus: Am Freitag ist XARA bei uns meist noch kräftig genug, um den Deckel drauf und die Gewitterwolken in Schach zu halten. Der eine oder andere Berg als Hilfsmittel könnte es aber doch schon schaffen, den Deckel mit einem Knalleffekt zu sprengen. Am Samstag passiert das im Westen dann immer häufiger, und weil angesichts der Luftmasse viel Energie im Spiel ist, könnten die Gewitter dann auch kräftig mit Platzregen, größerem Hagel und Sturmböen ausfallen. Am Sonntag weitet sich das Gewittergeschehen in den Osten und Südosten aus, während im Westen und Südwesten unter wieder zunehmenden Hochdruckeinfluss bereits wieder eine Beruhigung einsetzt. Die Temperaturen zeigen es an: Im Osten nochmals 27 bis 31 Grad, im Westen nach den Gewittern allerdings „nur“ noch 22 bis 28 Grad.

  

Abkühlung von Westen – Temperaturen von Samstag, 14.06.2025 bis Montag 16.06.2025 

Und dann?

In der neuen Woche nimmt der Hochdruckeinfluss überall wieder zu, wobei die Temperaturen außer ganz im Norden meist im sommerlichen Bereich verweilen. In den Nächten kühlt es wieder deutlicher ab, sodass durchgelüftet werden kann. Neuerliche Hitze steht dann erst einmal nicht mehr ins Haus.

 

Sommerliche neue Woche – Temperaturen von Dienstag, 17.06.2025 bis Donnerstag 19.06.2025 

 

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Abkuehlung-in-Sicht-1-.jpg 924 1886 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-11 21:04:482025-06-16 21:16:38Abkühlung in Sicht!

Kanadischer Rauch trübt Sonnenschein in Europa

10. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Seit Mitte Mai diesen Jahres gibt es vor allem in zentralen Bereichen von Kanada zahlreiche Waldbrände. Nach den Rekordbränden 2023 und den starken Bränden 2024 startet auch die Waldbrandsaison 2025 ungewöhnlich intensiv. Als eine von mehreren Ursachen für die diesjährigen Feuer gelten tatsächlich Brände aus 2023, die unter den Wäldern „überwintert“ haben. Sogenannte „zombie fires“ haben im Zusammenspiel mit den heißen und trockenen Bedingungen im Mai zur Entfachung neuer Waldbrände geführt. Mit der typischerweise vorherrschenden westlichen Strömung über Kanada und dem Nordatlantik hat der Rauch mittlerweile auch Europa und Deutschland erreicht.

Der Rauch kommt dabei nicht gleichmäßig in Europa an, sondern wurde auf dem Weg über den Atlantik durch Frontensysteme in mehr oder weniger dichte und großräumige, das heißt sich über mehrere Hundert Kilometer erstreckende Wolken aus Rauch aufgeteilt. Eine solche Rauchwolke liegt seit dem gestrigen Pfingstmontag über Deutschland. Sichtbar wird diese besonders dann, wenn keine Wolken aus Wassertröpfchen am Himmel sind. So ist der Himmel trotz fehlender Wasserwolken nicht blau, sondern mit einem milchig-grauen Schleier bedeckt, ähnlich einer mitteldichten Cirrenbewölkung. Unter Hochdruckeinfluss kann sich solch eine Rauchwolke lange halten. Da es mangels Niederschläge nicht zu einer Auswaschung kommt und schwache Winde die Wolke nicht vertreiben. In Süddeutschland, aber auch in Teilen Frankreichs, der Schweiz, Österreichs oder Italiens ist das derzeit der Fall. In diesen Ländern liegt auch heute oft ein milchiger Schleier in der Luft. 

Satellitenbild vom 09. und 10.06.2025 jeweils um 08 Uhr MESZ. Echtfarbenbild eines Satelliten der Meteosat Third Generation. 

Eindrucksvoll sichtbar wird dies im Echtfarbenbild der Satelliten aus der neuen Meteosat Third Generation (MTG). Das Bild vom 09.06.2025, 8 Uhr MESZ zeigt verbreitet einen Schleier über den Alpen und den angrenzenden Regionen, wobei der Schleier teils dichter und teils weniger dicht ist. Etwas klarer erscheinen die höchsten Regionen der Westalpen und zum Teil die Pyrenäen, diese ragen stellenweise über die Rauchschicht hinaus. Denn die Rauchwolke füllt nicht die gesamte Troposphäre, sondern nur einen vergleichsweise kleinen Teil davon. Meist ist die Schicht einige Hundert Meter oder maximal wenige Kilometer dick. Im Bereich des Hochs findet in der Troposphäre ein langsames Absinken der Luft statt. Mit der Luft sinken auch die Rauchpartikel in tiefere Niveaus ab. In tiefen Lagen ist der Unterschied ob die Rauchschicht in 3.000 Meter oder in 1.500 m liegt kaum bemerkbar. Anders ist das im Gebirge, dort macht es den Unterschied zwischen „in“ oder „über“ dem Rauch. Deutlich wird dies am Satellitenbild von heute, 10.06.2025, 8 Uhr MESZ. Dort zeigen sich große Teile der Alpen ohne grauen Schleier, wobei dies für die Täler häufig nicht gilt. Dort hängt weiterhin die mit Feinstaub aus den Bränden angereicherte Luft. 

Webcambilder vom Hohen Kasten (Schweiz) mit Blick ins Rheintal. 03.06. und 10.06.2025 08 Uhr MESZ. 

Doch nicht nur aus dem All ist der Staub und seine Wanderung durch die Troposphäre sichtbar. Webcams in den Alpen zeigen die deutliche Sichteintrübung durch den Rauch und wenn hoch genug gelegen, auch das Absinken der Rauchschicht. Ein Vergleich der Webcambilder (https://www.foto-webcam.eu/) vom 03. und 10.06.2025 jeweils von 8 Uhr MESZ zeigt beim Blick vom Hohen Kasten (Schweiz) ins Alpenrheintal deutlich die Sichteinschränkung durch den Rauch. Ein weiterer Vergleich der Bilder von der Wetterwarte auf der Zugspitze vom 09. und 10.06.2025 macht das Absinken der Rauchschicht sichtbar. Am 10.06. ist der Himmel deutlich blauer als am Vortag, dafür ist in den Tälern die graue Schicht gut auszumachen. Als Vergleich ist der 06.06.2025 beigefügt, das Bild dokumentiert die „normalen“ Sichtverhältnisse ohne Eintrübung durch den Rauch. 

Webcambilder von der Wetterwarte auf der Zugspitze. 06.06., 09.06. und 10.06.2025 08 Uhr MESZ. 

Eine weitere Möglichkeit die Rauchschicht in Daten zu verfolgen, sind die sogenannten „Ceilometer„. Diese Messinstrumente senden einen nach oben gerichteten pulsierenden Lichtstrahl. Sie können durch Rückstreuung des Lichts Wassertröpfchen oder auch andere Partikel detektieren. Üblicherweise werden sie zur Wolkenerkennung eingesetzt. Ihre Daten können aber zum Erkennen von Saharastaub oder wie in diesem Fall von Rauch genutzt werden. So zeigt sich beispielsweise in Konstanz die Rauchschicht als wenige Hundert Meter dicke Schicht (rötliche Färbung) in etwa zwei Kilometer Höhe in der Nacht zum heutigen Dienstag (Abbildung 2). Tagsüber hat sich die Rauchschicht vertikal ausgebreitet und reicht abgeschwächt bis in tiefe Schichten. Dies kann am Boden die Feinstaubbelastung erhöhen. 

Ceilometerdaten aus Konstanz vom 10.06.2025. 

Kurzfristig ist vor allem im Alpenraum nicht mit einem vollständigen Ausräumen des Rauchs zu rechnen. Mittel- und langfristig kann immer mal wieder Rauch aus Nordamerika Europa erreichen, solange die Brände dort weiter wüten und die Strömungsverhältnisse über dem Atlantik günstig sind. Eine Vorhersage über die Ausbreitung der Aerosole durch das Brennen der Wälder (biomass-burning aerosol) gibt es auf der Seite von Copernicus: https://atmosphere.copernicus.eu/charts/packages/cams/products/aerosol-forecasts.

M.Sc. Meteorologe Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Kanadischer-Rauch-truebt-Sonnenschein-in-Europa-1.png 1134 1148 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-10 20:32:312025-06-16 20:48:21Kanadischer Rauch trübt Sonnenschein in Europa

Erste Hitzewelle des Jahres?

9. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Kräftige Regengüsse und teils auch ein stürmischer Wind. So gestaltete sich vor allem der Pfingstsonntag. Dazu erreichten die Temperaturen häufig nur Höchstwerte unter 20 Grad. Im Nordwesten und an den Küsten reichte es gebietsweise sogar nur für 15 Grad. Lediglich im Südosten und Osten des Landes lagen die Höchstwerte gebietsweise um 20 Grad. Verantwortlich dafür war Tief VEIT im Zusammenspiel mit Hoch WILTRUD, welche kühle Meeresluft subpolaren Ursprungs nach Deutschland strömen ließen. So zeigte das Thermometer heute früh verbreitet einstellige Temperaturwerte an. In einigen höhergelegenen Tallagen der Mittelgebirge gab es sogar Bodenfrost. 

Analysekarte für den 09.06.2025 um 12 UTC. Während der Norden weiterhin unter Tiefdruckeinfluss verweilt, setzt sich im Süden zunehmend hoher Luftdruck durch. (Quelle.DWD) 

Die aktuell vorherrschende zyklonal geprägte Westlage bleibt uns noch bis zur Wochenmitte erhalten, dann stellt sich die Wetterlage aber grundlegend um. Schon am heutigen Pfingstmontag macht sich im Süden zunehmend hoher Luftdruck bemerkbar. So steigen die Temperaturen im Süden mit Sonnenunterstützung bereits bis auf 23 Grad an. Und diese Erwärmung setzt sich auch in den kommenden Tagen dort fort. In der Nordhälfte überwiegt dagegen vorerst noch der Tiefdruckeinfluss. Dies führt auch heute dort wieder zu wechselhaftem und windigem, herbstlich anmutendem Wetter. 

Dies ändert sich aber ab der Wochenmitte. Dann baut sich der Hochdruckschwerpunkt von VEIT über Zentraleuropa auf. Gleichzeitig etabliert sich tiefer Luftdruck vor den Toren Westeuropas. Damit wird der Weg frei für heiße Luftmassen aus dem westlichen Mittelmeerraum. Deshalb werden bereits am Donnerstag im Südwesten häufig Höchstwerte von 30 Grad erreicht. Aber auch im Norden und Nordosten gibt es abseits der Küstengebiete größtenteils einen Sommertag mit Höchsttemperaturen von über 25 Grad. 

Großwetterlage für den 13.06.2025 um 12 UTC. Auf der Vorderseite eines Tiefdrucksystems nahe den Britischen-Inseln strömt heiße und auch zunehmend feuchte Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum in den Südwesten Deutschlands. (Quelle:DWD) 

Zum Wochenende verlagert sich der Hochdruckschwerpunkt voraussichtlich etwas weiter nach Osten. Damit nimmt auch allmählich die Gewittergefahr wieder zu. Allerdings flutet zuvor nochmals ein Schwall heißer und zunehmend auch feuchter Luft das Land. Vor allem im Südwesten sind am Freitag und Samstag häufig schweißtreibende Höchstwerte von über 30 Grad zu erwarten. Vor allem am Oberrhein ist bei Spitzenwerten von 35 oder örtlich sogar 36 Grad mit einer starken Wärmebelastung zu rechnen. Aber auch in der Nordhälfte wird am Freitag und Samstag größtenteils ein Hitzetag erwartet. Nur lediglich an den Küsten sowie im höheren Bergland bleibt es hitzefrei. Somit gibt es am Donnerstag und Freitag in weiten Landesteilen lupenreines Badewetter. 

Wie nachhaltig ist das sommerlich heiße Wetter? 

Ab dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten in der Vorhersage deutlich zu. Am Samstag ziehen nach jetzigem Stand von Westen zunehmend kräftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotenzial auf! Dazu gehen die Temperaturen am Sonntag voraussichtlich im Westen und am Montag auch im Osten deutlich zurück. Trotz größerer Unsicherheiten in der Modellwelt hinsichtlich der Wetterlage zeigt sich in der Probabilistik doch relativ deutlich eine nachhaltigere Abkühlung. Eine rasche Rückkehr der großräumigen Hitze ist somit unwahrscheinlich. Mehr als ein kurzes Hitzeintermezzo deutet sich in den meisten Landesteilen damit nicht an. Lediglich im Südwesten sind örtlich 3 bis maximal 4 Hitzetage am Stück möglich! 

 

Ensemblevorhersage für Frankfurt (links) und Berlin (rechts). Deutlich erkennbar ist die markante Abkühlung zu Wochenbeginn. (Quelle:ECMWF)  

 

M.Sc.Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Erste-Hitzewelle-des-Jahres-teil-1-.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-09 20:09:362025-06-09 20:10:53Erste Hitzewelle des Jahres?

Das Weltwetter im Fokus! Wo wird es extrem?

8. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Hierzulande sorgt Tief Veit für einen kühlen, windigen und unbeständigen Witterungsabschnitt, der mehr an den April erinnert als an den Juni. Zwischen VEIT und dem Hoch über dem Atlantik stellt sich nämlich die Strömung auf West bis Nordwest, sodass die Luft aus dem Nordostatlantik nach Deutschland gelangt. Diese ist noch kühl, was sich schließlich bei den Temperaturen hierzulande bemerkbar macht. Zudem kann die Luft auf Ihrem Weg viel Wasser aufnehmen, welches sie anscheinend nur zu gerne über Deutschland wieder loswerden möchte. Als drittes Puzzleteil für typisches Aprilwetter im Juni kommt noch der Wind hinzu, der in Böen vor allem in Schauer- und Gewitternähe stark bis stürmisch daherkommt. Mehr zu dem Wetter in Deutschland sowie die heißen Aussichten können im gestrigen Thema des Tages nachgelesen werden. 

Abbildung 1: Prognostizierte Wetterlage für Europa und den Ostatlantik für Sonntag, 8. Juni2025 um 14 Uhr mit Tief VEIT über der westlichen Ostsee. (Quelle: TKB/DWD) 

Hier soll nun das Weltwetter in den Fokus rücken. Besonders Wetterextreme, die für humanitäre Einrichtungen bzw. sensible Regionen interessant sind, werden bevorzugt gesichtet und bearbeitet. Hierzu stehen den Meteorologen verschiedene Modelle und Extremwettertools zur Verfügung, die dazu genutzt werden verschiedene schematische Grafiken für Endnutzer zu generieren. Weitere Informationen zu der Extremwettervorhersage können gerne im Thema des Tages vom 16.06.2024 nachgelesen werden.

Doch wo sind denn gerade extreme Wetterphänomene zu verzeichnen. Für eine rasche Analyse bietet sich der sogenannte EWI (ExtremWetterIndex) an. Der „EWI“ identifiziert homogen und konsistent Regionen, in denen Extremwetterereignisse sowohl auf Basis klimatologischer Informationen als auch unter Berücksichtigung von Wahrscheinlichkeiten (Ensemble) simuliert werden. Das 90 %-Perzentil entspricht einem „reasonable worst case„. Das Endprodukt enthält absolute Werte für die Schwere der erwarteten Ereignisse im bewährten 3-Farben-Stil, wobei in den hervorgehobenen Regionen mindestens ein 20-jähriges Ereignis (für den Referenzzeitraum +/-14 Tage) erwartet wird. Demnach richtet sich der Blick derzeit zum einen auf den östlichen Pazifik, wo der Tropensturm BARBARA unter leichter Verstärkung entlang der mexikanischen Küste nordostwärts gezogen ist und nun unter Abschwächung auf den Pazifik flüchtet, im gleichen Atemzug rund um Mittelamerika aber neue tropische Tiefs in Entwicklung sind. Zum anderen rückt die Umgebung der Philippinen wo ebenfalls ein tropisches Tief ihr Unwesen treibt und sich durchaus zu einem tropischen Sturm entwickeln könnte in den Blickwinkel der Meteorologen.

Zunächst wollen wir mal die Entwicklungen in Mittelamerika genauer unter die Lupe nehmen. Der Tropensturm Barbara liegt komplex über See und wird auch im weiteren Verlauf nicht auf Land treffen. Dennoch sind die Auswirkungen am heutigen Sonntag und morgigen Montag voraussichtlich an der mexikanischen Westküste zu spüren, indem dort kräftiger Regen bis 50 l/m²/24h sowie eine größere Wellenhöhe zu verzeichnen sind. Im direkten Umfeld von BARBARA sollen dagegen innerhalb von 48 bis 72h 200 bis 400, lokal bis 600 l/m² niedergehen (siehe Grafik 2). Im weiteren Verlauf sorgen weitere tropische Tiefs sowie Höhenprozesse vor allem von Panama bis Guatemala für Starkregenfälle bis 150 l/m²/72h, gebietsweise bis 300 l/m²/72h. Diese sind ab Freitag (13. Juni) in Panama und Costa Rica teils klimatisch signifikant (siehe Grafik 3). 

Abbildung 2: 72-stündige Niederschlagsmengen verschiedener Modelle für Mittelamerika mit den höchsten Mengen westlich von Mexiko sowie in Costa Rica und Nicaragua. (Quelle: DWD) 

Abbildung 3: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Regenmengen im Umfeld von Tropensturm BARBARA und bei Costa Rica. (Quelle: DWD) 

Beim Wind sind die Regionen meist nur rund um Tropensturm BARBARA betroffen. Im Umfeld von Barbara sind demnach Windspitzen zwischen 85 und 150 km/h zu erwarten. An der Westküste von Mexiko sollten aber nur noch Böen bis 80 km/h auftreten (siehe Grafik 4). Die höchsten Windgeschwindigkeiten bezüglich BARBARA sind am morgigen Montag auf der Tagesordnung (vgl. Grafik 5). Ab kommenden Freitag könnte sich das Szenario von BARBARA wiederholen, indem ein neues tropisches Tief vor der Südwestküste Mexikos entlangzieht und ähnliche Windspitzen produziert. 

Abbildung 4: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Windgeschwindigkeiten im Umfeld von Tropensturm BARBARA. (Quelle: DWD)  

Abbildung 5: Modellvergleich für maximale Windgeschwindigkeiten im Umfeld von Tropensturm BARBARA für Montag, 9. Juni. (Quelle: DWD) 

Der zweite Schwerpunkt potentieller Extremwetterereignisse liegt wie angesprochen bei den Philippinen und dem Südchinesischen Meer. Dort sieht es bezüglich der Regenmengen und räumlichen Verbreitung noch heftiger aus. Vor allem der Norden und Westen der Philippinen sticht heraus. Dort sollen von Montag bis einschließlich Mittwoch regional 100 bis 250 l/m²/72h fallen. Einige Modelle simulieren lokal sogar bis 400 l/m²/72h (vgl. Grafik 6). Die Niederschläge in den Regionen an der Westküste sowie dem angrenzenden Binnenland sind demnach auch klimatisch signifikant, indem diese mindestens ein 20-jähriges Ereignis abbilden (vgl. Grafik 7). Im weiteren Verlauf sollen die Starkniederschläge schließlich Richtung Hainan wandern. 

Abbildung 6: 72-stündige Niederschlagsmengen verschiedener Modelle für die Philippinen und das Südchinesische Meer mit den höchsten Mengen im Norden und Westen der Philippinen. (Quelle: DWD) 

Abbildung 7: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Regenmengen im Küstenumfeld von Nord- und West Philippinen. (Quelle: DWD) 

Beim Wind sind auf den Philippinen voraussichtlich nur die Küstenregionen und die Hochlagen von Windspitzen zwischen 80 und 110 km/h betroffen. Diese Böenstärke ist aber durchaus klimatisch relevant. Über dem südchinesischen Meer schaukeln sich die Böen aber auf Spitzen bis 150 km/h hoch und treffen in dieser Stärke auch auf Hainan und später das chinesische Festland treffen, wo sich dies dann spürbar abschwächen. (vgl. Grafik 8). Den Sturmhöhepunkt auf den Philippinen wird dabei am Mittwoch und über Hainan und Südchina schließlich am Freitag erreicht (vgl. Grafik 9 I & II). 

Abbildung 8: ExtremWetterIndex für klimatisch signifikante Windgeschwindigkeiten an den Küsten und den Hochlagen der Philippinen und über dem Meer. (Quelle: DWD) 

Abbildung 9: Modellvergleich für maximale Windgeschwindigkeiten über dem Südchinesischen Meer und den Philippinen für Mittwoch, 11. Juni und Freitag, 13. Juni. (Quelle: DWD) 

Die beschriebenen Wetterereignisse wurden schließlich auch schon letzten Donnerstag in dem sogenannten „Global Weekly Scan“ des „WMO Coordination Mechanism“ aufgenommen und sind weiter gültig (vgl. Grafik 10). 

Abbildung 10: Global Weekly Scan des WMO Coordination Mechanism von Donnerstag, 5. Juni. (Quelle: WCM) 

Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
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Durchwachsene Pfingsten, danach Weichenstellung auf Sommer!

7. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Anfang Juni oder Ende September? Beim reinen Blick aus dem Fenster könnte man derzeit vielleicht Schwierigkeiten bekommen, diese Frage ad hoc korrekt zu beantworten. Der Kalender bringt dann aber schnell Klarheit: Wir befinden uns im (meteorologischen) Frühsommer und nicht etwa im Herbst. 

„Das ist schon ungewöhnlich, oder?“ wurde am gestrigen Freitag im Zuge eines Beratungsgesprächs gefragt, als die Frage nach der Wetterentwicklung mit unbeständig, windig und nur mäßig warm beantwortet wurde. Tatsächlich sieht (oder sah?) so eigentlich ein typischer mitteleuropäischer Sommer aus. Hitzewellen und Trockenheit sind dagegen eigentlich eher die Ausnahme oder sollten es zumindest sein. Grund dafür ist, dass Deutschland in der Westwindzone liegt, die sich in unseren Breiten einmal um den Globus zieht und in der ein bunter Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruckeinfluss herrscht. 

Der tiefe Luftdruck wird uns am heutigen Samstag und auch am Pfingstsonntag ein treuer Wegbegleiter sein. Um das Kind oder besser das Tief beim Namen zu nennen: TIM ist gemeint. Dieser fühlt sich über dem Europäischen Nordmeer pudelwohl und hat sich dort mittlerweile scheinbar häuslich eingerichtet. Die Arbeit, die unser Wetter betrifft, delegiert er an andere Tiefs, die an seiner Südflanke ostwärts geführt werden. Zu nennen wäre hier zum einen ULI, der unser Wetter heute von Südskandinavien ausgehend mit seinen Ausläufern beeinflusst. Der Pfingstsonntag steht dann ganz im Zeichen von VEIT, der über den äußersten Norden Deutschlands hinwegzieht und für einen verbreitet sehr windigen, zum Teil sogar stürmischen Tag sorgen wird. Dazu gibt es zahlreiche Schauer und auch Gewitter, die lokal Sturmböen, kurzzeitig kräftigen Regen und zumeist nur kleinkörnigen Hagel im Gepäck haben können. 

Abb. 1: Luftdruck am Boden (weiße Linien) und Temperatur in rund 1500 m Höhe (Farbfläche) für Pfingstsonntag, 08.06.2025, 14 Uhr (ICON-Prognose). 

Eine Wetterberuhigung steht dann ab Pfingstmontag ins Haus. Während der Norden bis zur Wochenmitte noch unter Tiefdruckeinfluss verbleibt mit zeitweiligem Regen, macht sich ansonsten zunehmend hoher Luftdruck breit. Die Sonnenanteile nehmen folglich von Südwesten her Tag für Tag zu. Aber nicht nur der Sonnenschein, auch die Temperatur beseitigt nun sämtliche, potentielle Unklarheiten und stellt die Weichen klar Richtung Sommer! 

Auf der Ostflanke eines Tiefs, das von Südspanien langsam Richtung Biskaya zieht und dort in die Zirkulation eines Nordatlantiktiefs aufgenommen wird, gelangt langsam aber sicher eine subtropische Luftmasse zu uns. In der Folge werden am Dienstag über der Mitte und dem Süden verbreitet 20 bis 25 Grad erwartet, am Mittwoch dann bereits schon 25 bis 30 Grad (im Norden etwas kühler, am Oberrhein noch etwas wärmer). 

 

Abb. 2: Luftdruck am Boden (weiße Linien) und Temperatur in rund 1500 m Höhe (Farbfläche) für Donnerstag, 12.06.2025, 14 Uhr (ICON-Prognose).

Die zweite Wochenhälfte verspricht nach aktuellem Stand heiß zu werden. Ab Donnerstag könnten die Außenthermometer vielerorts Höchstwerte um oder über 30 Grad anzeigen. Zwar steigt in den westlichen Landesteilen wohl gleichzeitig auch das Gewitterpotential wieder an, Freibad- und Eisdielenbesitzer dürften sich aber trotzdem auch dort die Hände reiben. Am Wochenende ist tendenziell wieder ein Rückgang des Temperaturniveaus zu erkennen bei dann insgesamt ansteigendem Schauer- und Gewitterrisiko. Die Unsicherheiten hinsichtlich dieser Entwicklung sind allerdings noch recht hoch. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
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Wie entsteht großer Hagel?

6. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Hagelkörner so groß wie Tennisbälle? Gerade im Frühling und im Sommer kommt es bei uns immer mal wieder zu unwetterartigen Gewittern mit großem Hagel. Beispielsweise zog am 28. Juli 2013 eine Superzelle vom Schwarzwald entlang der Schwäbischen Alb bis nach Franken und sorgte vor allem südlich von Stuttgart für massiven Hagelschlag. Die Hagelkörner erreichten teils Durchmesser von bis zu 8 cm. Eine Woche später produzierte eine weitere Superzelle sogar das bisher größte Hagelkorn Deutschlands. Dieser Eisbrocken wurde in Undingen im Landkreis Reutlingen gefunden und hatte einen Durchmesser von 14,1 Zentimeter. Doch es geht noch größer. Das größte Hagelkorn weltweit wurde in der Nähe von Vivian in South Dakota in den USA gefunden. Dieser Hagelbrocken hatte einen Durchmesser von unglaublichen 20,32 Zentimeter. 

Das weltweit größte Hagelkorn. Gefunden am 23.07.2010 in der Nähe von Vivian in South Dakota in den Vereinigten Staaten von Amerika. (Quelle:severe-weather.eu NWS Aberdeen) 

Wie kann derart großer Hagel entstehen? 

Damit Hagel entstehen kann, werden hochreichende und vor allem langlebige Gewitterzellen benötigt. In diesen Wolken sind sowohl Eiskristalle als auch unterkühlte Wassertröpfchen vorhanden. Zudem befinden sich dort Aerosole, die vereinzelt als Gefrier- und Kondensationskeime agieren können. Bei tiefen Temperaturen von unter -10 Grad sind allerdings nur wenige dieser Aerosole als Eiskeime geeignet. Beispielsweise liegt bei einer Temperatur von -20 Grad die Konzentration bei etwa 1 Eiskeim pro Liter Luft. Das bedeutet, dass in diesen Wolkenbereichen viele unterkühlte Wassertröpfchen und nur sehr wenige Eiskeime vorhanden sind. 

Durch die Deposition von Wasserdampf entstehen Eiskristalle, welche durch Anlagerung von weiteren Eiskristallen oder von unterkühlten Wassertröpfchen zu Graupelkörnern anwachsen können. Graupel ist die Vorstufe von Hagel. Laut Definition handelt es sich dabei um Eiskörner mit einem Durchmesser zwischen 2 und 5 Millimeter. In hochreichenden Gewitterwolken ist die Turbulenz meist ausreichend groß, dass das Graupelkorn durch Anlagerung von weiteren unterkühlten Wassertröpfchen und durch Diffusion von Wasserdampf zu einem Hagelkorn anwachsen kann. Dies geschieht in einem idealen Temperaturbereich zwischen -10 und -20 Grad. 

Damit sich nun große Hagelkörner bilden können, benötigt es eine lange Lebensdauer des Gewittersturms und hohe Vertikalgeschwindigkeiten. Diese sollten vor allem im wachstumsrelevanten Wolkenbereich mit Temperaturen zwischen -10 und -20 Grad vorhanden sein. Zudem ist ein hoher Flüssigwassergehalt in diesem Temperaturbereich förderlich. Da Einzelzellen recht kurzlebig sind, kann bei diesen Gewittersystemen kein größerer Hagel entstehen. Auch in Multizellengewittern, die aus einem Cluster von verschiedenen Einzelzellen bestehen, ist großer Hagel selten. Somit tritt großer Hagel mit Korngrößen von über 5 cm fast ausschließlich in Verbindung mit Superzellengewittern auf. Durch die rotierenden Aufwinde innerhalb einer solchen Zelle werden die Hagelembryos auf Spiralbahnen in den oberen Teil der Wolke transportiert. Auf der langen Bahn können sich eine Vielzahl an unterkühlten Wassertröpfchen anlagern, sodass daraus Hagelkörner mit einem sehr großen Durchmesser entstehen können, die unmittelbar auf der Vorderseite des Aufwindes der Zelle zu Boden fallen. 

Am vergangenen Mittwoch waren in der Modellwelt die Voraussetzungen für großen Hagel im Vorfeld gegeben. Allerdings konnten die Gewitter aufgrund ungünstiger Konstellationen nicht ihr volles Potential ausschöpfen, sodass nur mittelgroßer Hagel bis 5 Zentimeter beobachtet wurde! Details dazu können Sie im gestrigen Thema des Tages nachlesen. 

M.Sc.Meteorologe Nico Bauer
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Schwere Gewitter in Süddeutschland – Ein Rückblick

5. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Für die Meteorologinnen und Meteorologen in der Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes bedeutete der gestrige Mittwoch (04. Juni 2025) in jedem Fall viel Arbeit, denn die Wetterlage war nicht nur komplex. Insbesondere in Süddeutschland deutete sich auch eine Schwergewitterlage an. Aber der Reihe nach…

Wie gestaltete sich die Wetterlage?

Auf der Vorderseite eines umfangreichen Tiefdruckgebiets auf dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland wurde feucht-warme und energiereiche Luft in die Südosthälfte Deutschlands geführt. Im Grenzbereich zu dieser Subtropikluft und der von Westen einströmenden mäßig-warmen Atlantikluft bildete sich eine markante Luftmassengrenze aus, die durch Hebungsimpulse aktiviert und verstärkte wurde. Gleichzeitig sollte sich im östlichen Alpenvorland ein sogenanntes Leetief entwickeln, an dessen Nordflanke nochmal feuchtere und damit besonders energiegeladene Luft aus Osten nach Südbayern geführt werden würde. Insgesamt waren dort sowie in den angrenzenden Gebieten die Bedingungen für eine sogenannte „dynamische Gewitterlage“ mit besonders starken und langlebigen Gewittersystemen gegeben. Denn die energiegeladene Luft wurde von starker Windscherung überlagert, also einer raschen Änderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe.

Abb 1: DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Mittwoch, den 04. Juni 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 03. April 2025, 02 Uhr 

Was simulierten die Wettermodelle?

Die Wettermodelle simulierten im Vorfeld am Montag und Dienstag zwei Gewitterschwerpunkte: Zum einen ein markanter Streifen von teils gewittrigen Starkregenfällen, der sich am Mittwochmorgen entlang der Luftmassengrenze von Frankreich ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz schieben sollte. Im Verlauf wurde dieser durch die Hebungsimpulse verstärkt und produzierte schließlich kräftige, gut organisierte Gewitterzellen. Dabei waren durchaus auch unwetterartige Entwicklungen mit heftigem Starkregen und Hagel bis 3 Zentimeter möglich.

Zum anderen waren die Gewitterzutaten im Süden für eine ausgewachsene Schwergewitterlage gegeben. In der energiereichsten Luft in Süd- und Südostbayern sollten sich am Nachmittag zunächst isolierte Superzellen, also kleinräumige, aber sehr starke und langlebige Gewitterzellen bilden. In einige Modellberechnungen passten alle meteorologischen Parameter zusammen und das Potenzial der Gewitterlage wurde voll umgesetzt. In extrem stark rotierenden Superzellen war demnach Großhagel bis 5 oder gar 8 cm zu befürchten. Im weiteren Nachmittagsverlauf rechneten die Modelle einen nachfolgenden größeren Gewitterkomplex, teils sogar in Form einer ausgeprägten Gewitterlinie. Dabei sollten mit einer markanten Winddrehung von Ost auf West teilweise Böen bis Orkanstärke und heftiger Starkregen zwischen 20 und 40 Liter pro Quadratmeter in kürzester Zeit auftreten.

 

Abb 2: Wettergefahrenkarte für Mittwoch, den 04. Juni 2025 

Was machte die Atmosphäre am Mittwoch schließlich daraus?

Im Laufe der Nacht zum Mittwoch griff bereits der schauerartige Regen auf den Südwesten und Westen über, blieb aber zumindest in Bezug auf die Gewittertätigkeit etwas hinter den Erwartungen zurück. Darüber hinaus zog im Laufe des Vormittags dichtere Bewölkung in den Süden Deutschlands ausgehend von Gewitterresten über der Schweiz. Dies behinderte die Sonneneinstrahlung. Die für den Aufbau hoher Energiewerte benötigte ungehinderte Einstrahlung blieb also aus bzw. setzte erst später ein. Damit konnte sich auch das Leetief nicht in der vorhergesagten Stärke entwickeln, sodass sich kaum Ostwind im Süden Bayerns durchsetzen konnte bzw. die Winddrehung auf West schon vor den Gewittern einsetzte. Das nahm der Gewitterlage, insbesondere der abends gerechneten Gewitterlinie mächtig Wind aus den Segeln. So ruderten die Wettermodell am Mittwoch im Tagesverlauf ein wenig zurück, die Prognosen wurden etwas abgemildert.

Abb 3: Vergleich der vorhergesagten Reflektivität für Mittwoch, den 04. Juni 2025, 20 Uhr MESZ auf Basis des ICON-D2-Laufs von Dienstagmittag (links) und Mittwochmittag (rechts). Man erkennt die stärkeren Gewitterzellen im Vorlauf 

Dennoch bildeten sich am Nachmittag über der Schweiz und Ostfrankreich teils kräftige Gewitterzellen, die in der Folge auf den Südwesten übergriffen und sich zu einer Gewitterlinie formierten. Gleichzeitig entwickelten sich in deren Vorfeld über Bayern ebenfalls einzelne kräftigere Zellen. Letztere verbrauchten die ohnehin nicht in der befürchten Ausprägung vorhandene Energie, sodass der Gewitterlinie auf dem Weg nach Ostbayern schließlich „die Luft“ bzw. die Energie ausging. In der Folge verclusterten die Gewitterlinie und die Gewitterzellen auf ihrem Weg nach Tschechien.

Abb 4: Animation der Radar-Reflektivität von Mittwoch, den 04. Juni 2025 zwischen 16 bis 23 Uhr MESZ  

Welche Auswirkungen hatten die Unwetter?

Zwar blieb der vorhergesagte Großhagel von 8 Zentimeter aus, in Essenbach in Niederbayern wurden am Abend immerhin noch knapp 5 Zentimeter registriert. Auch anderorts ist die Rede von golfballgroßen Hagelkörnern. Knapp verpasst wurde hingegen der Osten Deutschlands. Dort bildeten sich am Abend im Zittauer Gebirge kräftige Gewitter, die aber rasch auf polnischen Boden abzogen. In der Folge wurden in Polen Hagelkörner mit Korngrößen von bis zu 6 Zentimeter registriert. Einigermaßen glimpflich ging es dagegen in München ab. Kurz nach 20 Uhr zog ein Gewitter mit Hagel von 1 bis 2 Zentimeter über die Allianz Arena hinweg, sodass das Aufwärmtraining des Nations-League-Halbfinales zwischen Deutschland und Portugal unterbrochen werden musste. Der Anpfiff verzögerte sich dadurch um zehn Minuten. Während das Fußballspiel also stattfand, wurde das Campusfest in Regensburg mit 12000 Besuchern am Nachmittag hingegen vorsorglich abgebrochen.

Starkregen wurde lokal eng begrenzt ebenfalls gemessen. In den radarbasierten Niederschlagsprodukten konnten durchaus auch unwetterartige Mengen über 25 Liter pro Quadratmeter detektiert werden. Zudem meldeten einige Feuerwehren Einsätze aufgrund vollgelaufener Keller oder überfluteter Unterführungen.

Auch die Böen blieben etwas hinter den Erwartungen zurück, wenngleich die Auswirkungen sicherlich ein etwas anderes Bild sprechen. Knapp südlich der Donau wurde im oberbayerischen Burgheim um 21 Uhr MESZ eine orkanartige Böe mit 104 km/h (Windstärke 11) gemessen. Zudem meldeten Feuerwehren mehrere Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Auch ein Passagierflugzeug, das sich auf dem Weg von Berlin nach Mailand befand, kam aufgrund des Unwetters in Turbulenzen und musste kurzerhand außerplanmäßig in Memmingen eine Sicherheitslandung einleiten. An Bord wurden 8 Passagiere und ein Crew-Mitglied verletzt.

Auch in Erbach an der Donau und Donaustetten hinterließen die Gewitter deutliche Spuren. Dort wurden die Dächer mehrerer Reihenhäuser abgedeckt, sodass diese nicht mehr bewohnbar sind. Zudem wurde eine Straßenlaterne abgeknickt, ein Foto zeigt zurückgebliebene Stämme von Birken entlang einer Straße, deren komplette Baumkrone abgerissen wurde. Die Schäden zeigen bereits, welch extreme Böen hier am Werk waren. Aktuell wird vermutet, dass es sich dort um kleinräumig besonders starke Fallböen gehandelt haben könnte. Allerdings kann derzeit zumindest ein kurzlebiger Tornado auch nicht ausgeschlossen werden. Einzig eine Schadensanalyse vor Ort wird Aufschluss darüber geben können. Die Begutachtung und die abschließende Einschätzung werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen erfolgen.

Als Fazit kann man festhalten, dass die Gewitterlage nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen konnte, weil sich kurzfristig einzelne Parameter zu Ungunsten extremer Unwetter veränderten. Dennoch kam es lokal zu größeren Auswirkungen und Schäden, sodass die Warnungen im Vorfeld durchaus berechtigt waren, wenngleich das „Worst-Case-Szenario“ mit 8 Zentimeter Großhagel glücklicherweise ausblieb.
 

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
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Schwere Gewitterlage

4. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Sturmtief TIM sorgt in Deutschland für ordentlich „Action“ in der Wetterküche. Zwar liegt der Kern über dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland, jedoch reicht sein Einflussbereich bis nach Mitteleuropa. Das dazugehörige Frontensystem liegt zurzeit diagonal über Deutschland und trennt die schwülwarme und energiegeladene Luft im Südosten des Landes von der kühleren Luft im Nordwesten. 

Am heutigen Mittwoch stellt sich also im Südosten und in Teilen des Ostens eine schwere Gewitterlage ein. Bereits in den in den Mittagstunden zieht ein kräftiges, mit Gewittern durchsetztes Regengebiet an der Luftmassengrenze nach Nordosten. Später bilden sich daran teils heftige Gewitter, die sich in der energiereichen Luft ostwärts verlagern. Aber besonders im Südosten Deutschlands (östliches Baden-Württemberg und Südostbayern) muss man ab dem Nachmittag mit schweren Gewittern rechnen, die neben heftigem Starkregen auch Großhagel und schwere Sturm- oder gar orkanartige Böen mit sich bringen können. Zuvor sorgt dort der Föhn für aufgelockerte Bewölkung. Im südlichen Alpenvoland ist daher die Lage besonders tückisch, denn es kann passieren, dass der Föhn die Entstehung von Gewittern verhindert. Aber beim Föhnzusammenbruch frischt der Wind plötzlich bis auf Sturmstärke auf, ohne Anzeichen eines Gewitters. Es ist also Vorsicht geboten, vor allem für die Segler, die auf den südbayerischen Seen segeln. Im Nordwesten bleibt man von all dem verschont: Dort dominiert ein freundlicher Wechsel aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen.

 

Die markierten Bereiche zeigen die Gebiete, in denen Gewitter erwartet werden. Der rot markierte Bereich zeigt die Regionen mit der höchsten Unwettergefahr. 

Am Donnerstag macht sich hinter der Kaltfront deutlich ungemütlicheres und windiges Wetter breit. Die Sonne zeigt sich eher selten, stattdessen dominieren dichtere Wolkenfelder. Immer wieder ziehen Schauer und Gewitter durch. Es besteht aber keine Unwettergefahr mehr. Diese wechselhafte Wetterlage setzt sich auch am kommenden Wochenende fort. Dabei ziehen immer wieder Tiefausläufer durch, die Regen oder Schauer bringen, kurze Gewitter sind auch dabei. Die Temperaturen gehen etwas zurück, am Sonntag wird dann nur im Osten des Landes die 20-Grad-Marke überschritten. Ein eher unterkühltes, wechselhaftes und windiges Wochenende steht uns bevor. Am Pfingstmontag kommt voraussichtlich ein Hoch und sorgt wieder für freundlicheres Wetter und steigende Temperaturen.
 

Dipl.-Met. Marco Manitta
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Deutschlandwetter im Frühjahr 2025

3. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Frühjahr 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Bad Bergzabern Rheinland-Pfalz 12,4 °C +2,8 Grad
2 Frankfurt am Main-Westend Hessen 12,3 °C +2,1 Grad
3 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 12,2 °C +1,9 Grad

Besonders kalte Orte im Frühjahr 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 6,1 °C +2,6 Grad
2 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 6,5 °C +2,9 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,5 °C +1,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Marktschellenberg Bayern 378,8 l/m² 94 %
2 Ruhpolding-Seehaus Bayern 363,5 l/m² 66 %
3 Aschau-Stein Bayern 345,3 l/m² 66 %

Besonders trockene Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Riedenburg Bayern 35,5 l/m² 23 %
2 Neu Benthen Mecklenburg-Vorpommern 38,5 l/m² 28 %
3 Grabow Mecklenburg-Vorpommern 38,6 l/m² 26 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 Borkum-Flugplatz Niedersachsen 785 Stunden 151 %
2 Bassum Niedersachsen 782 Stunden 181 %
3 Norderney Niedersachsen 781 Stunden 150 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Frühjahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oberstdorf Bayern 465 Stunden 108 %
2 Garmisch-Partenkirchen Bayern 503 Stunden 110 %
3 Schönau am Königssee Bayern 527 Stunden 135 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Jahreszeitenmittelwertes zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Jahreszeitenrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Meteorologe Denny Karran
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