Wetterkarten – Handwerkszeug der Meteorologen

Heute vor 170 Jahren, also im Jahr 1855, präsentierte der französische Naturwissenschaftler Urbain Le Verrier der Pariser Akademie der Wissenschaften eine Wetterkarte mit Wettervorhersage für Frankreich. Seine Prognose basierte dabei auf telegrafisch eingeholten Wetterdaten. Impulsgebend war ein Orkan während des Krimkriegs, der am 14. November 1854 der alliierten Flotte im Schwarzen Meer schwere Schäden zufügte. Le Verrier wurde daraufhin beauftragt ein Sturmwarnsystem einzurichten. Aus diesem entwickelte sich später der nationale meteorologische Dienst Frankreichs.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte änderte sich zunächst recht wenig an der Vorhersagegüte anhand solcher Wetterkarten. Als Beispiel hierfür lässt sich beispielsweise die Wettervorhersage für den D-Day am 06. Juni 1944 nennen (Thema des Tages vom 06.06.2024).

Dank des weltweiten Austauschs von Beobachtungsdaten und neuer technischer Möglichkeiten wie Radiosondenaufstiegen sowie Flugzeug-, Radar- und Satellitendaten wurden nicht nur die Wetterkarten, sondern auch die Wettervorhersagen genauer.

Vor ziemlich genau zehn Jahren, am 18. Februar 2015, wurden im Deutschen Wetterdienst schließlich die letzten Bodenwetterkarten inklusive Isobaren und Fronten per Hand, also mit Bleistift und Radiergummi auf Papier, gezeichnet (Thema des Tages vom 18.02.2015). Seither hat auch hier die Digitalisierung Einzug gehalten und Bodenanalyse- sowie entsprechende Prognosekarten werden am Computer produziert.

Die Bodenanalysekarten werden alle sechs Stunden produziert. Die erste Abbildung zeigt hierbei die aktuellste Karte von heute Morgen um 06 UTC. Die Kartenausschnitte von 00 und 12 UTC sind etwas größer gefasst als die von 06 und 18 UTC, da diese Karten auch in der Seefahrt genutzt werden.
 Wetterkarten Handwerkszeug der Meteorologen teil 1

Bodenanalysekarte am Mittwoch, den 19.02.2025, 06 UTC 

Die Prognosekarten mit Bodendruck und voraussichtlicher Lage der Fronten (auch als „Thematische Karten Boden“, kurz „TKB“, bezeichnet) werden jeden Morgen produziert. Dabei werden fünf Karten erstellt, jeweils eine für die Prognosezeitpunkte +36, +48, +60, +84 und +108 Stunden in der Zukunft. Die nachfolgende Abbildung zeigt hierbei die Karte für morgen Mittag um 12 UTC (+36h-Karte) mit den Namen der jeweiligen Druckgebilde.

 Wetterkarten Handwerkszeug der Meteorologen teil 3

Prognosekarte Bodendruck und voraussichtliche Lage der Fronten am morgigen Donnerstag, den 20.02.2025 12 UTC 

Und was bedeuten diese Karten für das heutige Wettergeschehen sowie das der kommenden Tage?

Hoch FINJA sorgt am heutigen Mittwoch noch für ruhiges und trockenes Wetter mit viel Sonnenschein. Von Westen und Südwesten macht sich aber bereits das sich nähernde Tief NICO bemerkbar, dergestalt, dass erste Wolkenfelder ins Vorhersagegebiet gelenkt werden. Diese haben aber noch keine Niederschläge im Gepäck. Höchsttemperaturen von 0 bis 8 Grad fühlen sich bei mäßigem, an der Nordsee und im höheren Bergland auch böigem Südostwind sicherlich noch etwas frischer an. Bei den Temperaturen wird sich in den kommenden Tagen aber einiges ändern, um dies bereits vorwegzunehmen.  

Wetterkarten Handwerkszeug der Meteorologen teil 3

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Mittwoch, den 19.02.2025 

In der Nacht zum Donnerstag kommen die Wolkenfelder etwa bis zur Mitte Deutschlands voran. Gegen Morgen kann es ganz im Südwesten dann etwas Regen geben. Durch die kalte Vorgeschichte und die damit teils gefrorenen Böden ist dieser lokal gefrierend. Dies ist vor allem in bevorzugten Tal- und Muldenlagen von Schwarzwald, westlicher Alb und Pfälzer Wald der Fall. Zwar ist dies nur eine lokale Sache, dennoch sollte man im morgendlichen Berufsverkehr Vorsicht walten lassen und die Fahrweise den örtlichen Begebenheiten entsprechend anpassen.

Nach Osten hin ist der Himmel hingegen noch klar und über den Schneeflächen können die Temperaturen bis -15 Grad absinken. Von Westen und Südwesten wird allmählich mildere Luft herangeführt, wodurch es in den Niederungen von Ober- und Niederrhein bereits frostfrei bleibt.

Wetterkarten Handwerkszeug der Meteorologen teil 4

Wettervorhersage sowie Vorhersage der nächtlichen Tiefsttemperaturen in Deutschland in der Nacht zum Donnerstag, den 20.02.2025 

Am morgigen Donnerstag sorgt Hoch FINJA in der Osthälfte weiterhin für viel Sonnenschein. Ansonsten ist es „dank“ Tief NICO wolkig oder stark bewölkt, im äußersten Westen wird man voraussichtlich ganztags vergeblich auf die Sonne warten. In den westlichen Landesteilen gibt es zudem zeit- und gebietsweise leichte Niederschläge. Dafür machen die Temperaturen im Vergleich zum heutigen Mittwoch einen deutlichen Sprung nach oben, denn für dort sind Höchsttemperaturen von 10 bis 15 Grad vorhergesagt. Im Osten und Nordosten hingegen kann man die Sonne „nur“ bei 1 bis 5 Grad genießen.

Wetterkarten Handwerkszeug der Meteorologen teil 5

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Donnerstag, den 20.02.2025 

In der Nacht zum Freitag ist wettertechnisch durchaus etwas Spannung geboten. Eingangs der Nacht regnet es noch in der Nordwesthälfte leicht. Im Laufe der Nacht ziehen die Niederschläge dann allmählich ostwärts. Im Osten und Nordosten können die Temperaturen noch in den Frostbereich absinken, wodurch es dort gebietsweise zu gefrierendem Regen mit Glatteisgefahr kommt. Insbesondere im morgendlichen Berufsverkehr sollte man dann wachsam und umsichtig unterwegs sein.

Am Freitag und auch am Wochenende setzt sich die Milderung weiter durch. Während die Höchsttemperaturen ganz im Osten zwischen 7 und 10 Grad liegen, werden sonst 10 bis 16 Grad erreicht. Am Freitag sind am Niederrhein auch bis zu 19 Grad wahrscheinlich. Die Sonne zeigt sich dann im Südwesten, am Samstag auch im Osten und Südosten länger.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Frühling Einzug hält, denn in der kommenden Woche sind die Temperaturen dann doch wieder rückläufig.
Wetterkarten Handwerkszeug der Meteorologen teil 6 

Wetter- und Temperaturvorhersage für Freitag, den 21.02. bis Sonntag, den 23.02.2025 

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Strenge Fröste in Deutschland, Rekordkälte in den USA

Teilweise wurden heute Früh die tiefsten Temperaturen des bisherigen Winters 2024/2025 gemessen. Besonders eisig wurde es im Osten und Nordosten Deutschlands (siehe Abbildung 1). Gebietsweise sank die Temperatur in den strengen Frostbereich (unter -10 Grad). Am kältesten wurde es im DWD-Messnetz an der Station Brocken-Stiege auf 504 Meter Höhe im Harz mit -18,4 Grad. Aber nicht nur im Mittelgebirge wurde es sehr kalt, auch im Tiefland wurden zum Teil Werte unter -15 Grad erreicht: so zum Beispiel in Coschen und Manschnow im äußersten Osten Brandenburgs mit jeweils -15,9 Grad. Verantwortlich für die tiefen Werte waren die eingeflossene trockene Polarluft, eine Schneedecke und windschwache Verhältnisse. So konnte sich bodennah die Luft besonders gut abkühlen. In 5 cm Höhe über dem Erdboden wurde es an den genannten Orten zum Teil unter -20 Grad kalt. 

Strenge Froeste in Deutschland Rekordkaelte in den USA teil 1

Abbildung 1: Minima der 2 Meter Temperatur in der Nacht zum Montag, den 17.02.2025. Quelle: DWD 

Deutlich milder blieb es im Südwesten Deutschlands. Dort war die Luftmasse nicht so kalt wie im Osten, zudem verhinderten Wolken einen Großteil der Ausstrahlung. Örtlich blieb es, wie zum Beispiel in Rheinfelden mit +0,6 Grad sogar frostfrei. In den kommenden beiden Nächten wird es dann aber überall frostig. Besonders kalt wird es erneut im Osten und Nordosten Deutschlands. Dort ist weiterhin die kälteste Luftmasse, zudem liegt gebietsweise eine Schneedecke, die die Auskühlung begünstigt. Die Tiefstwerte liegen in der kommenden Nacht auf ähnlichem Niveau wie in der vergangenen Nacht. In der Nordosthälfte tritt häufig strenger Frost unter -10 Grad und zum Teil auch Frost unter -15 Grad auf. Sonst ist es nicht ganz so kalt, aber selbst auf Helgoland sollte es wie in der vergangenen Nacht erneut für Frost reichen. Die Nacht zum Mittwoch wird dann geringfügig weniger kalt, bevor es ab der Wochenmitte von Westen her deutlich milder wird. Statt zweistelliger Minuswerte in der Nacht ist dann zumindest entlang des Rheins von zweistelligen Höchstwerten die Rede. 

Strenge Froeste in Deutschland Rekordkaelte in den USA teil 2

Prognostizierte Minima der 2 Meter Temperatur in der Nacht zum Montag, den 17.02.2025 und Warnkarte des DWD: orange bedeutet Warnung vor strengem Frost. Quelle: DWD 

Für die Jahreszeit sind die aktuellen Temperaturen nichts Außergewöhnliches. Solche Werte kommen im Februar alle paar Jahre vor. Zuletzt war dies im Februar 2021 und 2018 der Fall. Eine besonders intensive Kälteperiode im Februar gab es 2012. Dazu sei auf das Thema des Tages vom 07.02.2025 verwiesen.
 

In Sachen Kälte lohnt sich aktuell und in den kommenden Tagen ein Blick auf die andere Seite des Nordatlantiks. Der Süden Kanadas und große Teile der USA erwarten oder haben bereits außergewöhnlich tiefe Temperaturen. Zum Teil werden Temperaturen im Bereich der bisherigen Rekorde erwartet. Die Hauptkälte befindet sich im äußersten Norden der USA in den Bundesstaaten Montana und North Dakota, dort liegen die Höchstwerte heute an den beiden kommenden Tagen häufig unter -20 Grad, nachts kühlt es auf unter -35 Grad, örtlich auf Werte um -45 Grad ab. Bis Mittwoch/Donnerstag breitet sich die Kaltluft immer weiter nach Süden aus und erreicht schließlich die Golfküste von Texas und Louisiana. Auf ihrem Weg nach Süden verliert die Luftmasse zwar einen Teil ihrer arktischen Eigenschaften, sprich sie ist durch Erwärmung über Landmassen und durch die Einstrahlung der Sonne nicht mehr ganz so kalt, dennoch reicht es selbst an der Golfküste noch für Frost. So wird zum Beispiel in New Orleans für die Nacht zum Donnerstag leichter Frost erwartet. Zum Vergleich: New Orleans liegt auf etwa 30 Grad nördlicher Breite, das entspricht dem Süden Marokkos auf „unserer“ Seite des Atlantiks. Anders als in Europa verhindern in den USA keine Ost-West ausgerichteten Gebirge wie die Alpen den Fluss der Kaltluft nach Süden. Zudem erwärmt in Europa das Mittelmeer Luftmassen auf ihrem Weg nach Süden deutlich. 

Strenge Froeste in Deutschland Rekordkaelte in den USA teil 3

Animation der 2m-Temperatur für die USA vom 17.02.25 bis 20.02.2025. Quelle: DWD 

Zu der Kälte kommen in den USA gebietsweise teils kräftige Schneefälle hinzu. Bis Mittwoch bekommen vor allem die zentralen Bereiche der USA eine Schneedecke. Gleichzeitig entwickelt sich im Grenzbereich der subtropischen Luft über dem Süden der USA ein Tief, das am Mittwoch und Donnerstag Teilen der Ostküste einiges an Schnee bringen könnte. 

MSc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Markante Milderung in der zweiten Wochenhälfte

In der vergangenen Nacht gab es vor allem in der Osthälfte über den Schneeflächen örtlich schon strengen Frost um -10 Grad. Und auch am heutigen Sonntag kommen die Temperaturen im Osten und teilweise auch im Süden nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Von der südlichen Mitte bis in den Südosten gibt es heute zudem gebietsweise etwas Schnee. Auch im Nordosten sind einzelne Schneeschauer unterwegs. Ansonsten erwartet uns aber ruhiges hochdruckdominiertes Winterwetter. Optimal für eine spontane Rodelpartie. In der kommenden, häufig klaren Nacht wird es noch etwas kälter als in der vergangenen. Morgen früh herrscht von der Altmark über Südbrandenburg bis zum Erzgebirge verbreitet strenger Frost. Über Schnee sind örtlich Tiefstwerte von -15 Grad möglich. 

Markante Milderung in der zweiten Wochenhaelfte teil 1

Analysekarte für Sonntag, den 16.02.2025 um 12 UTC. Hoch FINJA erstreckt sich von Grönland über Skandinavien bis nach Osteuropa. Quelle: DWD 

Verantwortlich für das kalte Winterwetter ist ein kräftiger, mit Kaltluft gefüllter Höhentrog. Dieser erstreckt sich von Skandinavien bis nach Südosteuropa. Auf dessen Rückseite fließt mit einer nördlichen Strömung kalte Luft arktischen Ursprungs vor allem in die Nordosthälfte Deutschlands. Damit liegen die Temperaturen zu Wochenbeginn in 850 Hektopascal im Nordosten bei -14 Grad. Von Westen setzt sich ein Höhenrücken durch. Dort wird es vor allem in höheren Schichten durch die absinkenden Luftmassen deutlich milder. Am Erdboden ist davon aber vorerst nicht viel zu spüren. Lediglich in den Niederungen des Westens und Südwestens reicht es zu Wochenbeginn tagsüber für zaghafte Plusgrade. Am mildesten wir es im Lee der Mittelgebirge. Dort sind örtlich auch um 5 Grad möglich. 

Zur Wochenmitte verlagert sich der Höhenrücken langsam weiter in Richtung Mitteleuropa. Gleichzeitig befindet sich das dazugehörige Bodenhoch nun mit seinem Schwerpunkt über der westlichen Ukraine. Damit dreht der Bodenwind auf südöstliche Richtungen. Eine deutliche Milderung bleibt aufgrund nur geringer Luftdruckunterschiede aber vorerst weitgehend aus. Lediglich im Westen wird mit einer Winddrehung auf Südwest deutlich mildere Luft herangeführt. Damit erreichen die Temperaturen am Mittwoch dort bereits Höchstwerte um 8 Grad. In den östlichen Mittelgebirgen herrscht dagegen teils noch Dauerfrost. 

Markante Milderung in der zweiten Wochenhaelfte teil 2

Synoptische Übersicht für Donnerstag, den 20.02.2025 um 12 UTC. Von Westen werden am Rande eines Höhentroges über Westeuropa deutlich mildere Luftmassen herangeführt. Quelle: DWD 

Doch in der zweiten Wochenhälfte setzt sich von Westen und Südwesten mit einer südwestlichen Strömung überall deutlich mildere Luft durch. Damit werden in den Niederungen im Westen und Südwesten am Freitag bereits vorfrühlingshafte Höchsttemperaturen um 15 Grad erwartet. Aber auch im Osten werden zum Wochenende deutliche Plusgrade erwartet. Damit steigen die Temperaturen mancherorts innerhalb weniger Tage um mehr als 15 Grad an! 

Markante Milderung in der zweiten Wochenhaelfte teil 3

Vorhersage der Höchst- und Tiefsttemperaturen von Dienstag (18.02.2025) bis Donnerstag (20.02.2025). Am Donnerstag werden in den Niederungen im Südwesten und Westen bereits zweistellige Plusgrade erwartet. Quelle: DWD 

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Meteosat Third Generation: Was kann das neue bildgebende FCI Instrument?

Das FCI liefert seit Herbst letzten Jahres regelmäßig Daten und bietet im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Meteosat Second Generation, eine signifikante Verbesserung: Die Auflösung beträgt nun 1 Kilometer statt 3 Kilometer am Äquator. Zudem werden Daten alle 10 Minuten erfasst, anstatt alle 15 Minuten, was eine nahezu kontinuierliche Überwachung der gesamten Erdscheibe ermöglicht. Zukünftig ist ein 2,5-minütiger Scan mit einer Auflösung von 0,5 Kilometer für zwei Kanäle über Europa geplant, was insbesondere für die Flugmeteorologie und die Gewittervorhersage von großer Bedeutung ist.
Neben der verbesserten Auflösung bietet das FCI auch eine erweiterte Anzahl an Spektralkanälen. Mit 16 Kanälen anstelle von 12 können nun detailliertere Informationen über die Wolkenmikrophysik und den Zustand der Atmosphäre gesammelt werden. Um diese Daten anschaulich zu visualisieren, kommen unter anderem RGB-Bilder zum Einsatz. Hierbei werden den verschiedenen Spektralkanälen oder deren Differenzen die Farben Rot, Grün und Blau zugeordnet, um ein umfassendes Farbbild zu erstellen.
GeoColor-RGB-Tag:
Ein Beispiel ist das GeoColor-RGB-Tag, bei dem der visuelle 0,6 µm-Kanal rot, der 0,5 µm-Kanal grün und der 0,4 µm-Kanal blau dargestellt wird. Dies erzeugt ein natürliches Bild, das der menschlichen Wahrnehmung sehr nahekommt. In den Bildern sind Wolken und Schnee weiß, Land grün und Wasser blau zu erkennen. Eine dicke Wolkendecke über Deutschland zeigt nur wenige Lücken. 

Meteosat Third Generation Was kann das neue bildgebende FCI Instrument teil 1

GeoColorRGB Samstag 15.02. gegen 12:00 Uhr 

Wolkentyp-RGB:
GeoColor-RGB hat den Nachteil, dass Schnee und Wolken kaum unterschieden werden können. Hier werden Kanäle im nahen Infrarot verwendet, um die Eigenschaften der Wolken zu analysieren. Es zeigt tiefe hochnebelartige Bewölkung über Deutschland (cyan), die jedoch stellenweise durchbrochen ist. Im Süden und Osten sind teilweise grüne Flächen zu erkennen. Dabei handelt es sich um Schnee, der in den letzten Tagen gefallen ist und sich im GeoColor-RGB kaum von den Wolken unterscheidet. In den Alpen erscheinen die Schneeflächen wegen der sehr trockenen Höhenluft gelb. Über Frankreich sind dichte Cirruswolken mit Kondensstreifen in Rot zu erkennen, die über England in gelbe Wolken übergehen, die dicke Eiswolken darstellen. Weiter nördlich folgen tiefe Wolken mit grünlicher Färbung. Dies deutet auf Mischphasenwolken aus Eis und Wasser hin. Die weißen Wolken über Osteuropa bestehen aus unterkühlten Wassertropfen. 

Meteosat Third Generation Was kann das neue bildgebende FCI Instrument teil 2

Wolkentyp-RGB Samstag 15.02. gegen 12:00 Uhr 

Wolkenphasen-RGB:
Ähnlich ist das Wolkenphasen-RGB (rot: NIR1.6, grün: NIR2.25, blau: VIS0.6). Hier sieht man dicke weiße Wolken mit kleinen weißen Wolkentropfen über Deutschland. Je mehr sie sich rosa oder violett verfärben, desto größer sind die Wolkentropfen (siehe Irland und Schottland). Eiswolken sind hellblau. Je intensiver die Blaufärbung, desto größer sind die Eiskristalle. Schnee erscheint blau und Land braun. 

Meteosat Third Generation Was kann das neue bildgebende FCI Instrument teil 3

Wolkenphase-RGB Samstag 15.02. gegen 12:00 Uhr 

GeoColor-RGB-Nacht:
Nachts verwendet das GeoColor-RGB den Infrarotkanal 10,5 µm sowie die Differenz zwischen den Kanälen 10,5 µm und 3,8 µm, um tiefe Wasserwolken und Nebel in Blau darzustellen, während hohe Eiswolken weiß erscheinen. 

Meteosat Third Generation Was kann das neue bildgebende FCI Instrument teil 4

GeoColor-RGB nachts Samstag 15.02. gegen 01:00 Uhr 

Sandwich-Satellitenbild:
Eine weitere interessante Visualisierungsmethode ist das Sandwich-Satellitenbild. Dabei wird ein hochauflösendes visuelles Bild mit einem halbtransparenten farbigen Infrarotbild kombiniert. Das Beispiel zeigt Gewitter vor der griechischen Küste. Die Farben sind die Wolkenoberkantentemperatur (je röter, desto kälter, desto höher die Wolke, desto größer das Unwetterpotenzial). Das visuelle Satellitenbild darunter vermittelt einen plastischen Eindruck der Gewitterwolken. 

Meteosat Third Generation Was kann das neue bildgebende FCI Instrument teil 5 

Sandwich-Satellitenbild Freitag 14.02. 13:00 Uhr Ionisches Meer 

Dipl.-Met. Christian Herold 

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

Winterliches Wochenende

Einige Berliner werden am heutigen Freitagmorgen sicherlich beim Blick aus dem Fenster gestaunt haben. Am gestrigen Abend und in der vergangenen Nacht gab es eine ordentliche Packung Neuschnee für den Großraum Berlin. Verbreitet fielen dort innerhalb von 12 Stunden 3 bis 8 l/m² Niederschlag. Dieser Niederschlag ging in Form von Schnee nieder und dabei summierte sich die Neuschneemenge auf 5 bis 15 cm auf. Lokal wurden südöstlich von Berlin heute Morgen sogar fast 20 cm gemessen. Auch im Südwesten des Landes schneite es schauerartig verstärkt, sodass in weiten Teilen Baden-Württembergs ebenfalls 2 bis 6, lokal um 10 cm Neuschnee fielen. In den tiefsten Lagen konnte sich dort jedoch keine Schneedecke bilden. Verursacht hat die Schneefälle ein Höhentief, das sich einmal von Nord nach Süd über Deutschland verlagert hat.

Winterliches Wochenende teil 112-stündige Niederschlagsmenge in l/m² zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen und Schneehöhe in cm am Freitagmorgen (Quelle: DWD)

Heute beruhigt sich bei steigendem Luftdruck das Wettergeschehen allmählich und die Luftmasse trocknet ab. Allerdings bleibt noch etwas Restfeuchte vorhanden und damit können sich, mithilfe von orografischer Hebung, vor allem an den Nordrändern der zentralen und östlichen Mittelgebirge sowie der Alpen einzelne Schneeschauer bilden. An den Küsten kann sich ein schwacher Lake-Effekt einstellen, wodurch dort ebenfalls Schneeschauer ausgelöst werden. Ansonsten sind diese die Ausnahme. In der kommenden Nacht ändert sich daran nichts Grundlegendes. Verbreitet sinken die Temperaturen in den Keller und es wird überall frostig. In den Mittelgebirgen und im Süden ist über Schnee strenger Frost mit Minima unter -10 Grad möglich.

Am Samstag und Sonntag steigen die Chancen auf Sonne an. Während am Samstag vor allem die Südhälfte schon häufiger in den Genuss der Wintersonne kommt, zeigt sie sich am Sonntag dann auch im Norden und Osten immer häufiger. Einzelne Schneeschauer gibt es am Samstag im Osten und an den Küsten. Am Sonntag treten diese im Küstenumfeld weiterhin auf, aber auch in der Mitte des Landes kann es ein wenig flöckeln. Dahingehend ist die Entwicklung aber noch etwas unsicher.

Die Temperaturen verbleiben in der Osthälfte auch tagsüber oftmals im leichten Dauerfrost, während in der Westhälfte zarte Plusgrade erreicht werden. Am mildesten wird es mit +5 Grad am Rhein und an der Mosel. Ein besonderes Augenmerk ist auf die nächtlichen Tiefstwerte zu richten. Insbesondere bei Aufklaren über Schnee tritt strenger Frost auf. In der Nacht zum Sonntag werden im Osten zwar nur örtlich Tiefstwerte unter -10 Grad erwartet, aber in der Nacht zum Montag reicht es verbreiteter für -10 bis -15 Grad. In prädestinierten Lagen wird es sogar noch kälter.

Winterliches Wochenende teil 2Verlauf der Höchst- und Tiefsttemperatur in den kommenden Tagen (Quelle: DWD)

In der neuen Woche dominiert Hochdruckeinfluss. Allerdings wird die skandinavische Kaltluft peu à peu nach Osten abgedrängt und von Westen her setzt sich dann wieder eine mildere Meeresluft durch. Zur Wochenmitte werden dann vom Niederrhein bis ins Breisgau zweistellige Höchstwerte erwartet, während das Thermometer es an Oder und Neiße gerade so schafft den Gefrierpunkt zu überschreiten. In den Nächten bleibt es jedoch verbreitet noch frostig kalt.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.02.2025
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Schlechte Luft

Wer sich viel draußen aufhält und vielleicht auch seinen Sportgelüsten an der frischen Luft nachgeht, der hat in den letzten Tagen gemerkt, dass die Luft gar nicht so „frisch“ ist. Die Konzentration an Feinstaub hat sich seit dem Wochenende stark erhöht. Am gestrigen Mittwoch wurden an vielen Messstationen in der Nordhälfte Deutschlands die Grenzwerte für PM10 überschritten.

Der Grenzwert für PM10 – also Feinstaub mit einer Partikelgröße von maximal 10 Mikrometer (µm) – liegt bei 50 Mikrogramm (µg) pro Kubikmeter. Der Tagesmittelwert an PM10 darf laut Gesetz diesen Wert im Jahr an maximal 35 Tagen überschreiten. Aufs Jahr gesehen liegt der Grenzwert von PM10 in der Luft bei 40 µg/m³.

Für PM2.5 – also Feinstaub mit einer maximalen Partikelgröße von 2,5 µm – werden in den meisten Fällen/Ländern Jahresmittel betrachtet. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Jahresmittelwert von 5 µg/m³. Diese Werte sind jedoch (noch) utopisch, denn in Europa hat man sich zunächst verpflichtet, einen Grenzwert von 25 µg/m³ einzuhalten. Das gelingt auch ganz gut und es gibt Bestrebungen, die Feinstaubkonzentration weiter zu reduzieren, weshalb man überlegt, die Grenzwerte herabzusetzen. Aktuell ist die Konzentration an PM2.5 regional stark erhöht und liegt deutlich über dem Grenzwert. 

Schlechte Luft teil 1

Tagesmittelwerte der Luftqualität in Deutschland am Mittwoch, den 12.02.2025, links PM10, rechts PM2.5 

Woher kommt der Feinstaub?
Es gibt diverse Quellen. Neben den Emissionen aus Kraftfahrzeugen, Kraft- und Heizwerken sowie der Industrie gelangt Feinstaub auch aus der Natur in die Luft, zum Beispiel durch Bodenerosion. Ein lokal nicht unwesentlicher Anteil stammt aus den immer beliebter werdenden Kaminöfen und Pelletheizungen, die im Winter häufiger Einsatz finden als im Sommer.

Wo liegt die Gefahr?
Der Feinstaub wird eingeatmet und kann bis in die Bronchien und bei sehr kleinen Partikeln auch in den Blutkreislauf vordringen. Es kommt in erster Linie zu Reizungen der Schleimhäute und Entzündungen. Durch Ablagerungen in den Blutgefäßen steigt aber auch die Gefahr von Thrombosen und es kann zu Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem kommen.

Wieso war/ist die Konzentration jetzt so hoch?
Grundsätzlich ist die Feinstaubkonzentration im Winter höher als zu anderen Jahreszeiten. Es wird mehr geheizt und Wege werden häufiger mit einem Kraftfahrzeug zurückgelegt. In diesem Winter beobachten wir zudem öfter Inversionswetterlagen. Wir haben eigentlich seit Wochen Hochdruckeinfluss in Deutschland. Nur selten haben Tiefdruckgebiete mit Wind und Regen für Durchmischung der Luft und dadurch Reinigung oder Weitertransport gesorgt. Vergangene Woche gab es eine ausgeprägte Hochdrucklage, die dafür gesorgt hat, dass die Luft weder verteilt noch ausgetauscht wurde. Stattdessen wird die Luft wie unter einem Deckel auf die Erdoberfläche gepresst. Sie bleibt quasi liegen und kann sich bei längerer Andauer der Wetterlage zunehmend mit Feinstaub anreichern.

Seit Montag sorgt Tiefdruckgebiet MAX für etwas mehr Hebung und Feuchte. Der fallende Regen und Schnee hat vor allem im Westen und Süden am gestrigen Mittwoch den Feinstaub aus der Luft gewaschen. 

Schlechte Luft teil 2
Karte Europa und Nordatlantik mit Druckzentren und Frontenvorhersage für Donnerstag, den 13.02.2025 mittags 

Im Norden sorgte auffrischender Wind im Grenzbereich zwischen Hoch- und Tiefdruckgebiet für eine Durchmischung der Luftschichten und dadurch eine Verbesserung der Luftqualität. Zwar gab es auch in anderen Bereichen Niederschläge, allerdings fielen diese deutlich geringer aus, konnten also weniger Feinstaub binden. Entsprechend ist in den Regionen die Feinstaubbelastung sehr hoch. 

Schlechte Luft teil 3 

Luftqualität in Deutschland am 13.02.2025 um 10 Uhr 

In den kommenden Tagen setzt sich in Deutschland wieder Hochdruckeinfluss durch. Der Wind schläft ein, die Niederschläge lassen nach. Mit nördlichem Wind kommt die Luft zwar über Nord- und Ostsee, ist potentiell also sauberer als Kontinentalluft aus anderen Ballungsgebieten, es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Luft sich mit der liegenden Feinstaubluft vermischt. Insgesamt könnte die Höhe der Konzentration abnehmen, es ist aber auch wahrscheinlich, dass sich die „schlechte Luft“ in derzeit gute Regionen verteilt. Ob und inwieweit ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik nächste Woche bei uns für mehr Bewegung und einen Austausch der Luft sorgt, ist noch nicht sicher.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Hochdruckgebiete nicht zum Austausch von Luft eignen, weder vertikal noch horizontal. Bei Hochdrucklagen muss also immer mit einer Zunahme von Schadstoffen in der Luft gerechnet werden. Bei Tiefdrucklagen findet eine Durchmischung und im besten Falle Auswaschung von Schadstoffen in bzw. aus der Luft statt. Sie eignen sich also zur Reinigung. Allerdings kann bei Wind die Bodenerosion zu einer Steigerung der Feinstaubkonzentration führen. Sieht man einmal von Saharastaub ab, ist dies jedoch in den meisten Fällen ein eher regionales oder lokales „Problem“.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

Großwetterlagen im bisherigen Winter

HNFz lautet die derzeitige Großwetterlage. Dies steht für Hoch Nordmeer-Fennoskandien zyklonal. Dies ist nur eine von 30 Großwetterlagen die nach den deutschen Meteorologen P. Hess und H. Brezowsky im Jahr 1952 in einem Katalog veröffentlicht wurden. Ihre subjektive Einteilung orientierte sich dabei an der großräumigen Drucksituation über Europa. Seit mehr als 140 Jahren wird die Statistik der Großwetterlagen vom DWD fortgeführt und man kann die Einteilung der Großwetterlagen für das letzte Jahr beispielsweise unter: https://www.dwd.de/DE/leistungen/grosswetterlage/2024/grosswetterlage.html einsehen.

Die Großwetterlage wird über eine mittlere Luftdruckverteilung in Meereshöhe und der mittleren Troposphäre in einem großen Gebiet (z.B. Europa) definiert. Dabei muss nach Hess und Brezowsky der Zustand mindestens drei Tage anhalten. Nicht immer ist dabei eine klare Zuordnung möglich und es gibt dann sogenannte Übergangstage von der einen in die andere Großwetterlage. Zur Einordnung wird dabei die geografische Lage der Druckgebilde, die Erstreckung der Frontalzone, die Bodenwetterkarte für Europa und den östlichen Nordatlantik (https://www.dwd.de/DE/leistungen/hobbymet_wk_europa/hobbyeuropakarten.html), die Witterungsbedingungen und die Krümmung der Strömungsverhältnisse (zyklonal oder antizyklonal) herangezogen.

Es erfolgt eine Unterteilung der 30 Großwetterlagen in zehn Großwettertypen, denen wiederum die drei Zirkulationsformen zonal, meridional und gemischt zugeordnet werden.

Die zonale Form bedeutet, dass die Frontalzone glatt und somit parallel zu den Breitengraden über Europa verläuft, wodurch beispielsweise Tiefdruckgebiete, die über dem Atlantik entstehen, von West nach Ost über Europa gesteuert werden können. Damit zählen beispielsweise alle Westlagen zu dieser Zirkulationsform.

Genau gegensätzlich ist die meridionale Zirkulationsform. Hierbei verläuft die Frontalzone parallel zu den Längengraden und damit von Nord nach Süd oder umgekehrt. Tiefdruckgebiete wandern hierbei beispielsweise von Skandinavien zum Mittelmeer oder auch andersherum.

Die gemischte Zirkulationsform wird dadurch definiert, dass sich die Strömungskomponenten aus meridionaler und zonaler Richtung die Waage halten. Die Frontalzone verläuft quasi im 45-Grad-Winkel zu den Längen- und Breitengraden. Typisch hierfür wären Nordwest- und Südwestlagen.

Wollen wir uns nun mal dem bisherigen Winter samt seinen Strömungsmustern widmen. Ein geschätzter Kollege äußerte sich kürzlich dazu folgendermaßen: „Der Winter ist und bleibt, genau wie der letzte, halt schrottig und auch in der Mittelfrist höchstens Kahlfrost. Spannendes Wetter zwischen Dezember und Februar bringen eigentlich nur noch Wz (West zyklonal) mit Sturmtiefs bzw. NWz (Nordwest zyklonal) und Nz (Nord zyklonal) mit viel Schnee in den Bergen. Alles andere ist im Zuge des Klimawandels nur noch Müll (auch, wenn es hier und da nochmal für zwei/drei Schneedeckentage im Flachland reicht).“

Die folgende Tabelle listet die Großwetterlagen samt deren Häufigkeit bis zum gestrigen Dienstag auf.

Wetterlage Häufigkeit zwischen 1.12.2024 – 11.02.2025
BM (Brücke Mitteleuropa) 12
SWz (Südwest zyklonal) 10
HM (Hoch Mitteleuropa) 9
NWa (Nordwest antizyklonl) 7
Wz (West zyklonal) 6
SWa (Südwest antizyklonal) 4
TrM (Trog Mitteleuropa) 4
SEa (Südost antizyklonal) 4
Ww (Winkelwest) 3
HNFz (Hoch Nordmeer-Fennoskandien zyklonal) 3
Ws (südliche Westlage) 3
Na (Nord antizyklonal) 2
HFa (Hoch Fennoskandien) 2

Im bisherigen Winter gab es an 40 von 73 Tagen Hochdruckeinfluss, während die restlichen 33 Tage durch tiefen Luftdruck dominiert waren. Dadurch, dass aber die meisten Tiefdrucklagen mit der Zufuhr von milder Meeresluft aus Westen oder gar Südwesten (Großwetterlagen SWzWzWwWs) verbunden waren, konnte sich oftmals keine nennenswerte Schneedecke bis ins Tiefland ausbilden. Auch in den Mittelgebirgen macht sich der Schnee derzeit rar, was vor allem auch an der nun schon länger anhaltenden Hochdrucklage im Februar liegt.

Grosswetterlagen im bisherigen Winter teil 1
Gesamtschneehöhe in cm am Mittwoch, den 12.02.2025

Die Einordnung des zitierten Kollegen, dass der bisherige Winter in Bezug auf Schnee sehr zu wünschen übriglässt, spiegelt sich in der Auswertung der Großwetterlagen somit eindeutig wider.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.02.2025
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„Frühlingshafte“ Milde und fehlendes Eis in der Arktis

In der Arktis war es zuletzt deutlich milder als für die Jahreszeit üblich. Anders als gewöhnlich hat sich die Eisfläche Anfang Februar verkleinert statt vergrößert. Aktuell ist die Eisfläche so klein wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn zu diesem Zeitpunkt im Jahr.

Im März wird gewöhnlich das Maximum der arktischen Meereisbedeckung erreicht. Etwas mehr als einen Monat vorher stellte sich eine ungewöhnliche Wetterlage über der Arktis ein. Vom Atlantik wurde milde Luft mit Sturmtiefs weit nach Norden geführt und erreichte schließlich auch den Nordpol. Die dort lagernde Kaltluft wurde von der zentralen Arktis an die Randbereiche gedrängt und gelangte insbesondere über dem nordamerikanischen Kontinent weit nach Süden.

Die vergleichsweise milde Luft führte in den zentralen Bereichen der Arktis zu sehr hohen positiven Temperaturabweichungen gegenüber dem langjährigen Mittel. Im Mittel von 1958 bis 2002 sind nördlich von 80 Grad Nord zu dieser Zeit etwa -30 Grad zu erwarten. Im Rahmen des „Wärmevorstoßes“ stieg die Temperatur in diesem Bereich auf -10 Grad. Die positive Abweichung betrug also 20 Kelvin (Abbildung 1). Dies sind Temperaturen, wie sie im Mittel erst im Mai erreicht werden. Aktuell sind die Temperaturen rund um den Nordpol zwar um 10 Kelvin gegenüber dem Wärmehöhepunkt gefallen, sind damit aber weiterhin deutlich höher, als sie es im Mittel der Vergangenheit waren.

Abb 1: Tägliche Mitteltemperatur nördlich von 80 Grad Nord (orange) – Klimamittel (blau)

Abb 1: Tägliche Mitteltemperatur nördlich von 80 Grad Nord (orange) – Klimamittel (blau)

Im Laufe der aktuellen Woche gibt es einen erneuten Transport milder Luft aus südlichen Breiten gen Norden. Diesmal findet der Vorstoß vom Pazifik aus statt und soll ab Donnerstag die Polregion erreichen. Kurzfristig kommt es dort also zu keiner Normalisierung der Temperaturen. Die kältesten Luftmassen auf der Nordhemisphäre findet man aktuell in Kanada und im Norden der USA. Im Nordwesten der USA liegen die Temperaturabweichungen heute bei etwa -20 Kelvin. Die Höchstwerte liegen dort heute nur bei -20 Grad Celsius.

Temperatur in 850 Hektopascal (etwa 1500 Meter Höhe) über der Nordhemisphäre

Temperatur in 850 Hektopascal (etwa 1500 Meter Höhe) über der Nordhemisphäre

Solche massiven positiven Abweichungen am Nordpol sind zwar alles andere als die Regel, kamen aber auch in den vergangenen Jahren schon vor. Einen ähnlich markanten Wärmeeinschub am Pol gab Ende Februar 2018 und im Februar des vergangenen Jahres war es auch Anfang Februar vergleichsweise mild in dieser Region.

Die Wetterlage führte aber nicht nur zu einem Ausräumen der dort lagernden Kaltluft, sondern hatte auch Auswirkungen auf das arktische Meereis. Ausgehend von einer bereits verhältnismäßig geringen Ausdehnung des Eises kam zu einem zu dieser Jahreszeit untypischen Schrumpfen der Eisfläche (Abbildung 2). Dies ist zum Teil auf Schmelzprozesse an den südlichen Rändern der Eisfläche auf der europäischen Seite zurückzuführen. Den größten Anteil dürfte aber der starke südliche Wind und das daraus folgende Verschieben des Eises nach Norden gehabt haben. Das Eis wurde also in diesem Bereich kompakter. Mit aktuell etwa 13,5 Millionen Quadratkilometer Eisfläche (Ozeanfläche mit mindestens 15 Prozent Eisanteil) fehlen gegenüber dem Mittel von 2011-2020 etwa 700.000 Quadratkilometer Eis. Gegenüber dem Mittel von 1979-1990 sind es etwas mehr als 3 Millionen Quadratkilometer Eis weniger. Seit Aufzeichnungsbeginn gab es kein Jahr, in dem Anfang Februar weniger Ozeanfläche mit Eis bedeckt war als in diesem Jahr. Angesichts der wenigen Wochen, in denen es noch zu einem Anwachsen der Eisfläche kommen kann, bevor es zu mild wird, ist ein neuer Negativrekord der maximalen winterlichen Eisausdehnung in diesem Jahr wahrscheinlich.

Meereis bedeckte Flaeche Arktis im Jahresverlauf

 

Etwas Förderliches für die Eisfläche hatte die angesprochene Wetterlage aber auch. Mit den starken südlichen Winden vom Nordatlantik Richtung Pol verringerte sich der Export von Eis aus der Arktis über die Framstraße nach Süden. Über die Framstraße, zwischen Grönland und Spitzbergen wird mehr oder weniger kontinuierlich Eis nach Süden transportiert, das unweigerlich irgendwann schmilzt. Der starke Südwind hat diesen Export vorerst verlangsamt. Dies ist aber nur ein kleiner positiver Beitrag gegenüber der großen Fläche, die an Eis fehlt.

MSc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.02.2025
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Brauchen wir in den kommenden Tagen wieder mal den Regenschirm?

Die Ursprünge des heutigen „Tags des Regenschirms“, also seit wann es diesen gibt und wer diesen ursprünglich ins Leben rief, ist leider unbekannt. Was hingegen bekannt ist, ist der Grund, weshalb dieser Aktionstag auf den 10. Februar fällt. Wie des Öfteren wird man bei der Suche nach einem passenden Datum für solche Aktionstage durch einen Blick in den Heiligenkalender fündig. So auch beim „Tag des Regenschirms“, der auf den Gedenktag der heiligen Scholastika von Nursia fällt. Sie gilt als Patronin des Regens gegen Trockenheit und als Schutzheilige gegen Blitzschlag und Sturm. Damit ist der Zusammenhang zum Regenschirm als Wetterschutz schnell gefunden.

Rund ein Drittel des Februars ist bereits wieder Vergangenheit und viele fragen sich sicherlich, wann sie zuletzt einen Regenschirm gebraucht haben. Wie sah es also bislang mit den Niederschlagsmengen in diesem Monat aus?

Wetterstationen können hierbei Aufschluss geben, wie viel Niederschlag an einem bestimmten Ort in einer gewissen Zeit gefallen ist. Allerdings kann man durch Wetterstationen nur ein unzureichendes Bild davon bekommen, wie viel Niederschlag in der Fläche gefallen ist. Auch können teilweise kräftige Niederschläge nicht erfasst werden, wenn sie nicht gerade über eine Wetterstation hinwegziehen. Die Lösung für dieses Problem sind die aus Radardaten abgeleiteten Niederschlagsmengen.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die aus Radardaten abgeleiteten Niederschlagsmengen seit dem 01. Februar. 

Brauchen wir in den kommenden Tagen wieder mal den Regenschirm teil 1

Aus Radardaten abgeleitete Niederschlagsmengen in Liter pro Quadratmeter seit dem 01. Februar 

Anhand der Abbildung ist unschwer erkennbar, dass bislang kaum nennenswerte Niederschlagsmengen zusammenkamen. Die Niederschläge Richtung Südwesten und Westen wurden zudem erst in den Frühstunden des heutigen Montags registriert. Anders ausgedrückt: Bis auf wenige Regionen blieb es bislang gänzlich niederschlagsfrei. So ganz stimmt dies allerdings aber auch nicht. Bei der Betrachtung der täglich durch Wetterstationen gemessenen Niederschlagsmengen finden sich nämlich tatsächlich an manchen Tagen teils vielerorts mehr oder weniger geringfügige Werte.

Doch warum findet sich nichts Entsprechendes in obiger Abbildung? In den letzten Tagen war meist beständiger Hochdruckeinfluss vorherrschend, wie sich auch aus den letzten Themen des Tages herauslesen lässt. Mancherorts war der Blick aus dem Fenster von Nebel und Hochnebel geprägt, so wie es im Winter typisch für Hochdruckwetter ist. Aus den Nebel- und Hochnebelfeldern nieselte es zeitweise. Die feuchte Grundschicht ist dabei naturgemäß nicht hochreichend. Radarstrahlen „schauen“ somit umso eher über diese Schicht hinweg, je weiter entfernt sich diese vom Radarstandort befindet. Dadurch können durch das Radar keine Niederschläge registriert werden, die aber am Boden sehr wohl ankommen.

Im Durchschnitt fallen im Monat Februar 30 bis 70 Liter pro Quadratmeter. Da die bisherigen Niederschlagsmengen nur geringfügig waren, lohnt ein Vergleich relativ zum vieljährigen Mittel somit nicht wirklich.

Und wie sieht es in den kommenden Tagen hinsichtlich Niederschlag aus?

Zum heutigen Start in die neue Woche ist es weiterhin das beständige Hoch ELVIRA, welches das Wettergeschehen zumindest noch im Nordosten beeinflusst. Inzwischen ist allerdings mit Tief MAX über dem Westen Frankreichs ein Gegenspieler auf der Bodenwetterkarte aufgetaucht. Dieses lenkt nicht nur dichte Wolkenfelder, sondern auch gebietsweise Niederschläge in den Westen und Südwesten Deutschlands.

In der Nacht zum Dienstag kommen die Niederschläge dann weiter ost- und nordostwärts bis in den Westen Bayerns, nach Thüringen und bis zum Emsland voran. Nach Süden hin muss dann teils mit gefrierendem Regen und entsprechender Glättegefahr auch im morgendlichen Berufsverkehr gerechnet werden. Von der Rhön über Nordhessen und Südniedersachsen bis zum Münster- und Emsland fallen die Niederschläge hingegen meist als Schnee. Im Westen lassen die Niederschläge im Laufe der Nacht allmählich nach, später kann sich Nebel bilden. In Ostbayern sowie im Osten und Nordosten ist es hingegen teils wolkig, teils gering bewölkt oder klar und meist niederschlagsfrei.

Am morgigen Dienstag setzt sich abgesehen vom Nordosten nasskaltes Wetter durch. Östlich der Elbe ist es dann heiter bis wolkig und trocken. In den übrigen Regionen sieht man von der Sonne hingegen nicht allzu viel. Vor allem im Nordwesten und Süden gibt es auch Niederschläge. Im Nordwesten, zeitweise auch in den zentralen Mittelgebirgen, fallen diese Niederschläge meist als Schnee. Im Süden ist es hingegen Regen, der vor allem in Ostbayern anfangs teils auch noch gefrierend sein kann.

Nachfolgend ändert sich am nasskalten Wetter, welches sich auch bis in den Nordosten durchsetzt, erstmal wenig.  

Brauchen wir in den kommenden Tagen wieder mal den Regenschirm teil 2

Von drei verschiedenen Modellen vorhergesagte akkumulierte Niederschlagsmengen bis Freitagfrüh 

M.Sc. Meteorologin Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.02.2025
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Blockierende Hochdrucklagen und extreme Wetterereignisse über Europa

Bei beachtlichen 1055 Hektopascal lag der Kerndruck von Hochdruckgebiet ELVIRA am gestrigen Samstag. Das Zentrum lag über Nordwestrussland. ELVIRA beeinflusste das Wettergeschehen in weiten Teilen Europas. Eine blockierende Wetterlage ist definiert durch einen Übergang von einem zonalen in ein meridionales Strömungsmuster und einer Aufspaltung des Jetstreams in zwei Bereiche. Bei der aktuellen Lage handelt es sich um einen sogenannten „DIPOL BLOCK“. Diese Konstellation ist durch ein kräftiges Hochdruckgebiet gekennzeichnet, welches sich nördlich von einer oder mehreren Zyklonen befindet. Ein Blick auf die Analysekarte vom gestrigen Samstag (Abbildung 1) zeigt Tief LENNI über Frankreich an der Südwestflanke und ein weiteres Tiefdruckgebiet über der östlichen Türkei an der Südostflanke des kräftigen und umfangreichen Hochdruckgebietes ELVIRA. Dabei werden die Tiefs auf ihrer für unsere Breiten sonst typischen West-Ost-Zugbahn abgelenkt.

Blockierende Hochdrucklagen und extreme Wetterereignisse ueber Europa teil 1

Analysekarte vom 09.02.2025 um 00 UTC. Das kräftige und umfangreiche Hoch ELVIRA lenkt die Tiefdruckgebiete nach Norden und Süden ab. (Quelle: DWD) 

Solche blockierenden Wetterlagen sind häufig mit extremen Wetterbedingungen verbunden. Während im Sommerhalbjahr Hitzewellen und große Trockenheit auf der einen Seite und extreme und langanhaltende Niederschläge auf der anderen Seite auftreten können, sind die Auswirkungen im Winter meist geringer. Dennoch können auch im Winter Extreme auftreten. Vor allem in Form von ausgeprägten Kältewellen und kräftigen Schneefällen. Ein Beispiel hierfür ist der Februar 2012. Damals erstreckte sich eine Hochdruckzone vom Atlantik ausgehend bis nach Skandinavien und Nordwestrussland. Dabei wurde auf der Südseite der Hochdruckzone sehr kalte Luft arktischen Ursprungs über den Kontinent nach Südwesten geführt. Daraufhin traten in großen Teilen Europas stark unterdurchschnittliche Temperaturen auf. In einigen Regionen lag die Mitteltemperatur über mehrere Tage über 10 Kelvin unter dem langjährigen Klimamittel von 1981-2010. Zudem sorgten Tiefdruckgebiete auf der Südseite der kräftigen Hochs für starke Schneefälle. Auch in der Mittelmeerregion wie zum Beispiel in der italienischen Hauptstadt Rom gab es kräftige Schneefälle, welche zu erheblichen Beeinträchtigungen führten.

Im Einflussbereich des Hochs kann es im Winter vor allem über großen Schneeflächen aufgrund der negativen Strahlungsbilanz zu Kälteperioden kommen. Im Sommer treten dagegen teils intensive Hitzewellen, verbunden mit großer Trockenheit auf. Im Juli 2010 sorgte ein persistentes kräftiges Hoch im Bereich des Urals für eine markante Hitzeperiode in Westrussland. Hohe Temperaturen und langanhaltende Trockenheit führten nicht nur zu zahlreichen Rekordtemperaturen, sondern auch zu verheerenden Waldbränden. Aber auch große Hitzewellen und ausgedehnte Trockenperioden aus der Vergangenheit in Deutschland sind häufig mit blockierenden Wetterlagen verbunden. So führten im Jahr 2018 wiederkehrende blockierende Hochdrucklagen in Deutschland nicht nur zu Hitzeperioden, sondern vor allem auch teils zu extremer Trockenheit.  

Blockierende Hochdrucklagen und extreme Wetterereignisse ueber Europa teil 2

Die Temperatur und Geopotenzialanomalie während der großen Hitzewelle im Juli 2010 in Westrussland und der Kältewelle über weiten Teilen von Europa im Februar 2012. (Quelle: https://wcd.copernicus.org/articles/3/305/2022/) 

Ob und in welchem Bereich sich bei blockierenden Hochdrucklagen extreme Wetterbedingungen abspielen, hängt somit neben der Position des blockierenden Hochs und der damit verbundenen großräumigen Druck- und Strömungskonfiguration auch von der entsprechenden Jahreszeit ab. Im Winterhalbjahr treten vor allem auf der Ost- und Südseite des blockierenden Druckgebildes Kältewellen und teils auch kräftige Schneefälle auf. Im Sommer kommt es dagegen im Bereich des Hochs sowie auf dessen Westseite zu Hitzeperioden, während große Trockenheit vorwiegend im direkten Einflussbereich auftritt.

Blockierende Hochdrucklagen und extreme Wetterereignisse ueber Europa teil 3

Die mit einer über Zentraleuropa befindlichen Omegalage verbundenen Wetterextreme im Winter (links) und im Sommer (rechts). Dargestellt ist außerdem der Zustrom warmer Luftmassen (WCB), sowie Gebiete mit erhöhtem integriertem Wasserdampftransport (IVP). (Quelle: https://wcd.copernicus.org/articles/3/305/2022/) 

Die aktuelle Wetterlage über Europa ist aber vergleichsweise mit relativ wenig Extremwetter verbunden. Da das Zentrum von Hoch ELVIRA über Westrussland und nicht über Skandinavien liegt, werden die kalten Luftmassen arktischen Ursprungs in Richtung Türkei und Griechenland geführt. Zudem liegt in weiten Teilen Osteuropa auch keine nennenswerte Schneedecke, welche einen Kaltluftausbruch verschärfen würde. Der Südwesten und Westen Deutschland wird außerdem vom schwach ausgeprägte Höhentiefs beeinflusst, die relativ milde Luftmassen heranführen. Somit führt die aktuelle blockierende Hochdrucklage in Europa bei uns in Deutschland zu keinen extremen Wetterbedingungen und auch im restlichen Europa stehen in den nächsten Tagen keine außergewöhnlichen Wetterverhältnisse an!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.02.2025
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