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Niederschlagsbilanz

17. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Bereits in den vergangenen Tagen haben wir über den Wetterwechsel und das Wetter am Osterwochenende berichtet. Dabei gab es auch immer wieder gute Aussichten für die langsam austrocknenden Oberböden. Allerdings sprang und springt die Vorhersage. Regional wird es aber wohl nass. Wobei auch Starkregen, also relativ viel Regen in kurzer Zeit, wahrscheinlich ist. Das tut dem trockenen Boden nicht gut, denn er kann nur bedingt Regen aufnehmen. Wenn es viel Nass in kurzer Zeit gibt, fließt das meiste oberflächlich ab und trägt nur wenig zur Durchfeuchtung bei.

Seit Monatsbeginn fiel vor allem im Westen und Nordwesten Deutschlands Regen. Dabei gibt es kleinere Regionen, in denen in 17 Tagen immerhin rund 30 l/qm zusammenkamen. Östlich des Rheins nehmen die Niederschlagsmengen rasch und deutlich ab. Teilweise fiel nichts.

Aus Radarmessungen ermittelter gefallener Niederschlag vom 01.04.2025 bis 17.04.2025 

Wenn man die gefallene Niederschlagsmenge in Relation zur durchschnittlichen Monatsmenge für April (aus den Jahren 1991 bis 2020) setzt, dann fallen einem die trockenen Regionen in der Osthälfte Deutschlands sofort auf.

Prozentualer Anteil bisheriger Niederschlagsmenge im April an durchschnittlicher Gesamtmonatsmenge 

Grund für die lange Trockenheit waren ausgeprägte Hochdrucklagen, die zumeist trockene Festlandsluft aus Osten zu uns geführt haben. Erst mit der Annäherung von Tiefdruckgebieten am letzten Wochenende wurde die Luft allmählich feuchter und Schauer sorgten lokal für Entspannung.

Bis zum vergangenen Samstag sah die Niederschlagsverteilung im April folgendermaßen aus:

Aus Radarmessungen ermittelter gefallener Niederschlag vom 01.04.2025 bis 12.04.2025  

Für die kommenden Ostertage ist nun mit anhaltendem Tiefdruckeinfluss etwas Entspannung in Sachen Trockenheit in Sicht. Allerdings bestimmt nicht ein Tiefdrucksystem unser Wetter, sondern mehrere. Und darin liegt dann auch das Problem. Die Interaktion der einzelnen, meist kleinen Systeme lässt sich schwer vorhersagen. Entsprechend springt die Niederschlagsprognose. Eine Region, die im Vorlauf des Modells noch mit 20 Liter Regen pro Quadratmeter bedacht wurde, ist im nächsten Lauf unter Umständen komplett trocken.

Nach aktuellen Modellen soll vor allem im Westen Regen fallen. Bis Dienstagmorgen sind dort akkumuliert verbreitet 20 bis 30 l/qm möglich. Nach Osten und Südosten hin fallen die Mengen deutlich geringer aus. Teilweise werden nur gut 5 l/qm prognostiziert.

 

Modellvergleich der Niederschlagsvorhersage (akkumulierte Mengen) bis Dienstagmorgen, 22.04.2025 

Es wird also insgesamt über die Osterfeiertage feuchter in Deutschland. Da die meisten Niederschläge aber konvektiver Art sein werden, wird es wohl nicht jeden treffen. Auch am Dienstagmorgen wird es einzelne Orte in Deutschland geben, die keinen oder nur sehr wenig Niederschlag gesehen haben werden.
 

 

Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Niederschlagsbilanz-teil-1.jpg 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-17 12:20:392025-04-24 12:34:59Niederschlagsbilanz

Starker Temperaturkontrast mit Folgen

16. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Eine ausgeprägte Tiefdruckzone erstreckt sich aktuell von Nordafrika über Italien bis zu den Britischen Inseln. Dabei kommt die kalte Luft an der Westflanke der Tiefdruckzone sehr weit nach Süden bis in den westlichen Mittelmeerraum voran. Im Gengenzug gelangt die warme Luft an der Ostflanke bis nach Skandinavien. Daher herrscht zurzeit in Europa ein ausgeprägter thermischer Gegensatz: In Westeuropa ist es fast winterlich und in Südost- und Osteuropa sommerlich warm bis heiß. Dieser starke Temperaturkontrast sorgt auch für Unwetter, dabei ist Italien besonders betroffen. 

 

Bodenanalyse mit fronten und Luftdruck, Mittwoch den 16.04.2025 12 UTC (Quelle: DWD) 

Deutschland liegt genau an der Grenze zwischen der kalten und der warmen Luft. Deshalb haben wir am heutigen Mittwoch eine Zweiteilung des Wetters. In der Osthälfte werden wir mit Höchstwerten bis zu 27 Grad zum ersten Mal in diesem Jahr häufig die 25-Grad-Marke überschreiten, ein Sommertag per Definition. Dabei zeigt sich das Wetter auch meist freundlich und trocken. In der Westhälfte hingegen schaffen wir nur mit Mühe die 20-Grad-Marke, im äußersten Westen werden nicht mal 15 Grad erreicht. Dabei ist der Himmel stark bewölkt oder bedeckt und es regnet zeitweise. Im Übergangsbereich dieser Luftmassengrenze grob zwischen Schwaben und Schleswig-Holstein können sich vor allem am Nachmittag und am Abend vereinzelte kräftige Gewitter entwickeln. 

Diese Zweiteilung hält sich auch über die Nacht hinaus. In der Westhälfte regnet es zeitwiese weiter und im Osten zeigt sich der Himmel meist klar oder gering bewölkt. Zudem liegen die Tiefstwerte zwischen 8 und 4 Grad im Westen und 14 und 8 Grad im Osten. 

Wetter- und Temperaturkarte, Mittwoch 16.04.2025 (Quelle: DWD) 

Am Donnerstag ändert sich an der Wetterlage kaum etwas. Der Temperaturkontrast wird noch größer: In der Westhälfte unter den dichten Wolken und dem zeitweiligen Regen werden 9 bis maximal 14 Grad erreicht, im Osten hingegen klettern die Temperaturen auf sommerliche 25 bis 28 Grad, dabei scheint dort die Sonne. Zwischen Bayern und Westmecklenburg im Übergangsbereich sind erneut einzelne starken Gewitter möglich. 

In der Nacht zum Karfreitag ist mit Ausnahme des Ostens recht verbreitet mit schauerartigem Regen zu rechnen, bei Tiefstwerten zwischen 14 Grad in der Lausitz und 4 Grad in der Eifel. 

Wetter- und Temperaturkarte, Donnerstag 17.04.2025 (Quelle: DWD) 

Karfreitag wird für einige ein verregneter Tag, denn vielerorts kommt es zu teils kräftigem Regen. Auch im Osten, anders als an den Vortagen, entstehen nun im Tagesverlauf einzelne Gewitter, wobei es nicht mehr so warm wird. Die dortigen 19 bis 23 Grad dürften sich für viele aber angenehmer anfühlen als die kühlen 8 bis 13 Grad im Dauergrau und Dauerregen. 

Und wie geht’s dann weiter über die weitere Osterzeit? Es bleibt durchwachsen. Zwischendurch gibt es längere trockenere Phasen, aber man muss auch immer wieder mit Schauern oder Gewittern rechnen. Die Temperaturen steigen im Westen wieder an und liegen dann bei sehr milden 17 bis 23 Grad. 

Aussichten von Karfreitag bis Ostersonntag 18.-20.04.2025 (Quelle: DWD) 

Nach langer Zeit ist also in vielen Regionen mit dem von der Natur herbeigesehnten Regen zu rechnen. Ob das nun gerade an Ostern hätte sein müssen, bleibt mal dahingestellt. 

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Starker-Temperaturkontrast-mit-Folgen-teil-1-.png 896 1247 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-16 12:03:042025-04-24 12:19:33Starker Temperaturkontrast mit Folgen

Große Wetter- und Temperaturkontraste über Deutschland

15. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Verantwortlich für die kommenden Kontraste sind zwei Druckgebilde. Tief DARIUS über dem Ärmelkanal zieht langsam nach Norden. Ein Trog reicht weit nach Süden über die Iberische Halbinsel bis nach Algerien. Von dort werden im Zusammenspiel mit hohem Luftdruck über dem östlichen Mittelmeer sowie Osteuropa warme Luftmassen nach Norden geführt. Das Hochzentrum liegt weit entfernt über Südrussland. Über dem Mittelmeer werden diese mit Feuchte angereichert und an der Alpensüdseite regelrecht ausgepresst, siehe hierzu Thema des Tages von gestern, den 14.04.2025. 

Nördlich der Alpen ist die Luftmasse zwar weiterhin warm, aber deutlich trockener. Für Temperaturkontraste braucht es aber auch noch eine zweite Luftmasse. Diese „wartet“ auf der Rückseite von DARIUS über dem Ostatlantik. Noch hat die kältere Luft Deutschland also nicht erreicht und so werden heute nochmals recht einheitliche 17 bis 24 Grad erreicht. 

 

Bodendruck und 850 hPa Temperatur am 15., 16. und 17.04.2025 mittags nach ICON6. 

Am Mittwoch dreht der Wind im Westen dann auf westliche Richtungen und die deutlich kühlere Luft subpolaren Ursprungs fließt ein. Im Osten kommt der Wind weiterhin aus südöstlichen Richtungen und führt die warme und trockene Luft subtropischen Ursprungs heran. Der Hochdruckeinfluss sorgt dort zudem für freundliches Wetter, während im Westen die Sonne kaum eine Chance hat und immer wieder Regen fällt. Die unterschiedliche Himmelsbedeckung und damit verbundene ungleiche Einstrahlung verstärken die Temperaturgegensätze der Luftmassen noch. Im Westen ist am Mittwoch bereits bei 13 bis 17 Grad Schluss, in der Eifel auch schon etwas früher. Im Osten gibt es dagegen gebietsweise einen Sommertag mit den höchsten Werten in der Lausitz mit bis zu 27 Grad. 

 

Am Donnerstag ändert sich nichts Grundlegendes an der Wetterlage und damit auch nicht an den Gegensätzen über Deutschland. Im Westen bekommt man die Sonne kaum zu Gesicht, dafür regnet es hin und wieder. Die Temperaturen liegen zwischen 11 und 14 Grad, in der Eifel und im Hunsrück teilweise nur um 8 Grad. Nochmals wärmer als am Vortag wird es im Osten. In Ostsachsen, Brandenburg und dem Süden von Vorpommern werden 26 bis 28, örtlich an Oder und Neiße sogar 29 Grad erwartet. Sollten diese Werte eintreten, befinden sich diese im Bereich der Rekorde für die zweite Aprildekade in dieser Region. In Görlitz (Sachsen) liegt der Aprilrekord für die zweite Dekade (11.-20. April) zum Beispiel bei 27,8 Grad vom 17.04.1934 und in Bad Muskau (Sachsen) bei 27,5 Grad vom 20.04.2018. Der Dekadenrekord von Cottbus (Brandenburg) vom 17.04.1934 mit 30,1 Grad ist dagegen wohl nicht in Reichweite, ebenso wie die Monatsrekorde für April. Diese liegen in der Region für Stationen mit langjährigen Messreihen meist bei mehr als 30 Grad.

Höchstwerte nach MOS für den 16.-18.04.2025 

Anders als man vielleicht anhand der Temperaturunterschiede vermuten würde, gehen diese ohne verbreitet auftretend signifikantes Wetter einher. Nur örtlich bilden sich sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag Gewitter im Grenzbereich der beiden Luftmassen.

Ab Freitag wird es dann im Osten sehr wahrscheinlich nicht mehr so warm wie an den Vortagen, wodurch der Temperaturgradient über Deutschland etwas aufweicht. Zudem wird es dann auch in den östlichen Landesteilen im Laufe des Tages und in der Nacht zum Samstag gebietsweise zu Regen und örtlichen Gewittern kommen. Niederschlag, der aufgrund der zuletzt trockenen Witterung vielerorts sicherlich willkommen ist. 

MSc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Grosse-Wetter-und-Temperaturkontraste-ueber-Deutschland-teil-1-.png 665 2032 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-15 11:51:352025-04-24 12:00:00Große Wetter- und Temperaturkontraste über Deutschland

Niederschläge auf der Alpensüdseite

14. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Hierzulande ist es wechselhaft und gebietsweise regnet es. Verbreiteter, länger anhaltender Regen, der die Trockenheit lindern kann, ist allerdings nicht in Sicht. Südlich des Alpenhauptkammes wird dagegen bis einschließlich Donnerstag sehr viel Regen erwartet. Vor allem im Norden Italiens und der Südschweiz von den Seealpen bis zu den Ostalpen im Bereich Kärnten/Slowenien. In den Hochlagen vor allem der Westalpen kann dabei auch nochmal einiges an Schnee fallen. 

Abbildung 1: Luftdruckverteilung für Donnerstag, 17.04.2025, 00 UTC/02 MESZ nach ICON, Modelllauf vom 14.04.2025, 00 UTC (Quelle: DWD)

Insgesamt dominiert über weiten Teilen Europas aktuell Tiefdruckeinfluss. Ein Kernbereich des tiefen Luftdrucks befindet sich dabei auch südlich der Alpen im Bereich Oberitalien bzw. Golf von Genua. Diese Tiefdruckzone intensiviert sich zum Donnerstag weiter. Abbildung 1 zeigt exemplarisch die Luftdruckverteilung für Donnerstag 00 UTC/02 MESZ. Stellt man sich um das Tief die entsprechende, zyklonale Strömung entgegen des Uhrzeigersinnes vor, streicht die Luft also über das zentrale Mittelmeer. Dort reichert sie sich mit Feuchtigkeit an, biegt auf der Ostflanke des Tiefs nordwärts ab und strömt dann gegen das Hindernis Alpen. An den Alpen wird die Luft gezwungen aufzusteigen, so dass es zu staubedingten, anhaltenden und teils intensiven Niederschlägen kommt. Der Pfeil in Abbildung 1 stellt dabei die Strömungsrichtung der feuchten Luftmasse dar. 

Abbildung 2: 24-stündige Niederschlagsmengen für Dienstag, 15.04.2025 bis Donnerstag, 17.04.2025 bis jeweils zum Folgetag 06 UTC/08 MESZ, obere Reihe nach ICON, untere Reiche nach EZMW, jeweils Modelllauf vom 14.04.2025, 00 UTC (Quelle: DWD) 

Bereits in der kommenden Nacht zum Dienstag setzen diese Niederschläge allmählich ein. Der erste Schwerpunkt liegt dann vor allem an den Ostalpen im Bereich Venetien, Friaul und Slowenien, wo bis zum Dienstagmorgen gebietsweise 30 bis 60 l/m² erwartet werden können. Und auch im Stau der Apenninen im Bereich der italienischen Regionen Toskana, Umbrien und Latium wird verbreitet kräftiger Regen in ähnlichen Größenordnungen erwartet. Die Hauptniederschläge fallen anschließend von Mittwoch bis einschließlich Donnerstag mit mindestens jeweils 50 bis 80 l/m², teils auch um 100 l/m². Die jeweiligen 24-stündigen Regenmengen nach den Modellen ICON und EZMW zeigt auch Abbildung 2. Dabei ist auch zu erkennen, dass die mit Abstand größten Niederschlagsmengen am Mittwoch (mittlere Spalte, Mengen bis Donnerstag 06 UTC) simuliert werden – nämlich etwa 100 bis 200 l/m² in 24 Stunden im Bereich des Aostatals, Piemonts und der westlichen Lombardei sowie den Schweizer Kantonen Wallis und Tessin. Berücksichtig werden muss dabei aber auch die Schneefallgrenze. Diese liegt zunächst im gesamten Alpenraum oberhalb 2000 m, meist sogar 2500 m. Auf der Rückseite, also der westlichen Seite des Tiefs, sickert von Norden im Laufe des Mittwochs allerdings deutlich kältere Luft ein, so dass die Schneefallgrenze vor allem im Bereich der Westalpen allmählich auf etwa 1300 bis 1500 m absinkt. Ein Teil der prognostizierten Niederschläge kann in den Hochlagen vor allem ab Mittwochabend also als Schnee fallen und fließt somit nicht unmittelbar in die Flüsse ab. Im Bereich der Westalpen werden von etwa Mittwoch- bis Donnerstagabend Neuschneemengen um 50 bis 100 cm erwartet, teils auch mehr. 

Abbildung 3: Akkumulierte Niederschlagsmengen bis einschließlich Donnerstag (bis Freitag 00 UTC/02 MESZ) nach ICON (links), EZMW (Mitte) und GFS (rechts), jeweils Modelllauf vom 14.04.2025, 00 UTC (Quelle: DWD)  

Zum Freitag schwächt sich das Tief über Oberitalien ab und die Niederschläge lassen deutlich nach. Abbildung 3 zeigt zusammenfassend die aufsummierten, akkumulierten Niederschlagsmengen bis Freitag 00 UTC/02 MESZ als Prognose von drei verschiedenen Modellen (ICON, EZMW und GFS), also die Gesamtmenge der erwarteten Mengen an Regen und Schnee zusammen. Insgesamt sind sich die vorliegenden Modelle mit der Schwerpunktsetzung der Niederschläge recht einig, so dass von Oberitalien, über die Südschweiz bis nach Slowenien recht verbreitet mit 100 bis 200 l/m² über etwa drei Tage gerechnet werden muss, gebietsweise sind vor allem am westlichen Alpenbogen auch Werte um 300 l/m² möglich – dort wiederum teilweise auch in Form von Schnee. In Anbetracht dieser großen Mengen muss in einigen Regionen mit einem starken Anstieg der Pegel von Flüssen und Seen, Überschwemmungen oder auch Hangrutschungen oder Murenabgängen und dadurch auch Einschränkungen der Infrastruktur gerechnet werden. In den Gebieten der Westalpen mit teils starkem Schneefall in Lagen oberhalb etwa 1300 m besteht zudem das Risiko für Schneebruch und teils unpassierbare Straßen. 

Dipl. Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Niederschlaege-auf-der-Alpensuedseite-teil-1-.png 352 605 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-14 11:22:152025-04-24 11:50:48Niederschläge auf der Alpensüdseite

Endlich Regen – aber Vorhersage mit Tücken

13. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Heute ist der Tag auf den viele sehnsüchtig gewartet haben. Das Wetter stellt sich um, und endlich fällt auch mal wieder Regen. Tief Christian südöstlich von Island sorgt mit feuchter und milder Luft für wechselhaftes Wetter. Seine Kaltfront, in die auch noch das kleinräumige Tief Benedikt eingelagert ist, stand heute Morgen in den Startlöchern, um Deutschland ostwärts zu überqueren. Die Bodenanalysekarte in Abbildung 1 zeigt u.a. den Frontverlauf der Kaltfront um 08 MESZ. Zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich die Front über die Nordsee und die Maasmündung sowie Frankreich hinweg bis nach Galizien. 

Bodenanalyse vom 13.04.2025, 06 UTC 

Grundsätzlich bleibt Christian auch in den kommenden Tagen ein entscheidender Spielgestalter beim Wetter. Zeitweise bekommt er aber Unterstützung. So ist jetzt schon absehbar, dass am Montag und in der Nacht zum Dienstag Tief Darius von Südwesten über die Biskaya hinweg das Spielfeld betritt. In der zweiten Wochenhälfte soll dann ein weiteres Tief von Westen die Biskaya ansteuern und den Tiefdruckeinfluss bei uns regenerieren.

Wenn so viele Tiefs mitmischen (und es sind nicht nur die bisher genannten drei, sondern noch einige Teil- und Randtiefs mehr), dann ist ordentlich Wuling in der Wetterküche. Eine zuverlässige Prognose der Tiefs, ihrer Intensitäten, der Zugbahnen und der Wechselwirkungen ist den Vorhersagemodellen dann nicht möglich. In der Folge grübeln die Meteorologinnen und Meteorolog über der möglichen Wetterentwicklung.

Was die Vorhersagemodelle in der kommenden Woche bezüglich des Niederschlages so anbieten, ist in Abbildung 2 dargestellt. Zu sehen ist der akkumulierte Niederschlag bis in die Nacht zum Samstag, 19.04., links vom Vorhersagemodell IFS des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage in Reading, rechts dagegen von ICON-ART, einem Derivat des DWD-Modells ICON. 

Akkumulierter Niederschlag (Modellläufe vom 13.04.2025, 00 UTC) bis Samstag, 19.04.2025, 00 UTC (UTC = MESZ – 2 Stunden). IFS (Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage, links), ICON-ART (Deutscher Wetterdienst, rechts). 

Bei genauerem Hinsehen erkennt man durchaus Gemeinsamkeiten, z. B. einen Streifen recht hoher Niederschlagsintensitäten, der sich von Ostfrankreich über das Ruhrgebiet bis nach Schleswig-Holstein zieht. Er steht in Verbindung mit einem kleinräumigen Tief, dass sich am Mittwoch von den Ostalpen nordwärts in Bewegung setzen soll und am Donnerstag voraussichtlich die westliche Ostsee erreicht. Auf seiner Westflanke soll es kräftiger regnen, darüber herrscht – zumindest Stand jetzt – Einigkeit. Ganz anders sieht die Sache in Bayern aus. Während IFS dort von den Alpen bis nach Franken intensive Regenmengen avisiert, simuliert ICON dort nur geringen Regen, vom Inn bis nach Passau soll es nach ICON sogar praktisch trocken bleiben.

Wer diesbezüglich genauer nachforscht, kann nicht nur den Zeitraum eingrenzen, in dem diese Modellunterschiede greifen. Man kann sogar noch größere Unterschiede finden – wenn man die richtigen Modelle vergleicht. In Abbildung 3 sind entsprechend die 24-stündigen Niederschlagssummen von Freitag, 18.04., 02 MESZ bis Samstag, 19.04., 02 MESZ abgebildet, einerseits nach dem uns schon bekannten IFS, andererseits nach dem amerikanischen GFS. Während die Kolleginnen und Kollegen aus dem englischen Reading nach jetzigem Stand sogar warnwürdige Mengen (Dauerregen) vorhersagen, bleibt es nach GFS praktisch trocken. Wie kommt es dazu? 

24-stündiger Niederschlag von Freitag 18.04.2025, 02 MESZ, bis Samstag, 19.04.2025, 02 MESZ. IFS (oben) und GFS (US National Weather Service, unten) 

Der Antwort auf diese Frage kommt man mit einer detaillierteren Betrachtung des Bodendruckfeldes näher. Dieses ist für GFS und IFS (jeweils Freitag, 18.04., 14 MESZ) in der Abbildung 4 zu finden. 

Bodendruckverteilung nach IFS (oben) und GFS (unten) für Freitag, 18.04.2025, 14 MESZ 

Im oberen Teil der Abbildung 4, der die Druckverhältnisse (Isobaren, Linien gleichen Drucks) bei IFS beschreibt, zieht sich eine Tiefdruckrinne von der westlichen Ostsee über Polen hinweg bis nach Kroatien. Dieser steht eine Hochdruckzone gegenüber, die von der südlichen Nordsee über Benelux bis nach Südfrankreich reicht. Zwischen diesen Druckgebilden stellt sich eine nordwestliche Strömung ein. Der in der Grafik erkennbare Pfeil weist genau auf die Alpen, wo sich dann Staueffekte einstellen. Das IFS prognostiziert entsprechend kräftige Stauniederschläge.

Anders die Situation bei GFS. Bei diesem Modell zieht sich eine Zone hohen Luftdrucks von der westlichen Ostsee nach Süden zu den Ostalpen (die rote Farbe der Isobaren deutet zwar absolut betrachtet niedrigen Luftdruck an, relativ zur Umgebung ist der Druck aber hoch). Westlich dieser Hochdruckzone wird Luft nach Norden, östlich davon dagegen Luft nach Süden geführt (Pfeile). Die Region nördlich der Ostalpen, zu denen auch Bayern gehört, ist in diesem Szenario von geringer Dynamik geprägt. Entsprechend bleibt es bei GFS am Freitag trocken.

Solche Modelldifferenzen lassen sich in den kommenden Tagen in unterschiedlicher Intensität in vielen Regionen finden. Und dies nicht nur zwischen verschiedenen Vorhersagemodellen. Auch die aufeinander folgenden Prognosen ein und desselben Modells weisen teils eine deutliche Spreizung auf. Was ganz nebenbei auch dazu führt, dass die auf ihren Aussagen basierenden Wetter-Apps mitunter stattliche Sprünge vollführen. Soll man sich darüber ärgern? Das kann man natürlich ganz nach Gusto tun. Aber mit den Apps verhält es sich wie mit einem Navi: Eine neue Route wird selbstverständlich angezeigt, und eine Wetter-App zeigt natürlich die neuen „Vorstellungen“ des Wettermodells an. Und diese sind, das darf man sich gerne in Erinnerung rufen, immer wahrscheinlicher als die alten Lösungsvorschläge. 

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Endlich-Regen-–-aber-Vorhersage-mit-Tuecken-teil-1-.png 632 889 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-13 11:05:592025-04-24 11:20:09Endlich Regen – aber Vorhersage mit Tücken

Das neue Naturgefahrenportal (NGP) des Deutschen Wetterdienstes

12. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Das Naturgefahrenportal bündelt Warnmeldungen aus verschiedenen Quellen und stellt sie auf einer benutzerfreundlichen und barrierefreien Plattform bereit. Es integriert Echtzeitdaten über Warnungen vor Wetterextremen wie Starkregen, Stürmen und Hochwasser und bietet interaktive Karten zur individuellen Risikobewertung. Damit wird es für Bürgerinnen und Bürger einfacher, sich über Gefahren zu informieren und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Das Informationsangebot reicht hierbei von kurzfristigen Akutmaßnahmen bis hin zur langfristigen Vorbereitung auf extreme Naturereignisse. Mit diesem Informationsangebot können die Nutzenden für viele Fragestellungen eine informierte Entscheidung für ihr Handeln treffen. 

Startseite des Naturgefahrenportals 

Der Zugang zu aktuellen und präzisen Informationen ist entscheidend, um auf Naturgefahren angemessen zu reagieren. Eine interaktive Karte zeigt Warnungen in vier Farbstufen, und Nutzerinnen und Nutzer können spezifische Orte auswählen, um maßgeschneiderte Informationen zu erhalten. Neben aktuellen Warnmeldungen stellt das Portal auch Informationen über die potentielle Gefährdung zur Verfügung. So können sich Haushalte und Gemeinden besser auf mögliche Ereignisse vorbereiten und Schutzmaßnahmen entwickeln. 

Ein Beispiel aus der Praxis 

Die Relevanz des Portals zeigt sich in einem typischen Nutzungsszenario: Eine Hausbesitzerin informiert sich im Naturgefahrenportal und sieht in der Rubrik „Aktuelle Warnungen” eine Warnung vor einem bestehenden Hochwasser. Sie kann sich in der Rubrik „Vorsorgen und Handeln” über geeignete Schutzmaßnahmen informieren und beispielsweise Sandsäcke vorbereiten oder wichtige Dokumente in Sicherheit bringen. Sollte die Gefahr akut werden, helfen konkrete Handlungsempfehlungen, das eigene Zuhause und sich selbst zu schützen. Auch nach dem Ereignis bietet das Portal wertvolle Informationen zur Schadensbewältigung und zur Prävention zukünftiger Vorfälle, beispielsweise durch bauliche Maßnahmen. 

Hochwasserbedingte Straßensperre (Quelle: @PhotographyByMK – stock.adobe.com) 

In der Rubrik „Gefahren & Risiken” kann sich die Hausbesitzerin genau ansehen, welche Bereiche ihres Grundstücks wie stark durch Hochwasser gefährdet sind. Die Daten für die Hochwassergefährdung liegen in einer Auflösung von 5 m × 5 m vor, die Daten für die Starkregengefährdung sogar in einer Auflösung von 1 m × 1 m. Damit ist eine präzise Analyse der potentiellen Gefährdung möglich. 

Dieses Beispiel veranschaulicht, wie das Naturgefahrenportal nicht nur die Warnung vor Naturereignissen ermöglicht, sondern auch konkrete Hilfestellungen für jede Phase eines Ereignisses bietet. Damit wird das Bewusstsein für Risiken gestärkt und die Resilienz der Bevölkerung verbessert. 

Ein Gemeinschaftsprojekt für mehr Sicherheit 

Das Naturgefahrenportal ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen mehreren Bundes- und Landesbehörden. Der DWD hat das Portal in enger Abstimmung mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), dem länderübergreifenden Hochwasserportal (LHP) sowie weiteren Partnern entwickelt. Durch diese Zusammenarbeit wird sichergestellt, dass die Informationen stets aktuell und verlässlich sind. 

Ein zentraler Vorteil des Portals ist seine Erweiterbarkeit. Während der Fokus derzeit auf meteorologischen und hydrologischen Gefahren wie Starkregen und Sturmfluten liegt, ist geplant, das Angebot künftig um zusätzliche Naturgefahren wie Waldbrände, Erdbeben oder Lawinen auszuweiten. Dadurch wird die Plattform stetig verbessert und bleibt ein wichtiger Bestandteil des Katastrophenmanagements. 

Fazit: Ein bedeutender Fortschritt für den Bevölkerungsschutz 

Das Naturgefahrenportal stellt einen entscheidenden Schritt zur Verbesserung des Katastrophenschutzes in Deutschland dar. Es ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, sich gezielt über Naturgefahren zu informieren und rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Dank interaktiver Funktionen, einer benutzerfreundlichen Oberfläche und der Verknüpfung mit bestehenden Warnsystemen bietet das Portal eine wertvolle Unterstützung für den Alltag. In Zeiten zunehmender Wetterextreme ist eine solche Plattform unverzichtbar, um Leben zu schützen und Schäden zu minimieren. 

Mit der fortlaufenden Weiterentwicklung des Portals wird sichergestellt, dass es den wachsenden Herausforderungen des Klimawandels gewachsen bleibt. Durch eine verstärkte Nutzung und eine breite Bekanntmachung kann das Naturgefahrenportal zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die gesamte Bevölkerung werden. 

Bodo Erhardt für das NGP-Team // M.Sc. Felix Dietzsch (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Das-neue-Naturgefahrenportal-NGP-des-Deutschen-Wetterdienstes-teil-1.png 1114 1872 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-12 14:09:392025-04-17 14:28:50Das neue Naturgefahrenportal (NGP) des Deutschen Wetterdienstes

Der Wind, der Wind, …

11. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Am morgigen Samstag, den 12. April, wird in den USA der „Jahrestag des starken Windes“ begangen. Seit wann dieser Aktionstag begangen wird und wer diesen ins Leben rief, ist leider nicht bekannt. Bekannt ist hingegen, dass anlässlich des 50. Jahrestags im Jahr 1984 eine Zeremonie im Observatorium des Mount Washington abgehalten wurde. 

Vor 91 Jahren, also am 12. April 1934, wurde auf dem Mount Washington (New Hampshire) mit 372 Kilometern pro Stunde die bis dato stärkste mit einem Anemometer gemessene Windböe verzeichnet. Erst am 10. April 1996, also fast auf den Tag genau 62 Jahre später, konnte dieser Wert überboten werden. Während des tropischen Zyklons „Olivia“ wurden auf der westaustralischen Insel Barrow Island 408 Kilometer pro Stunde gemessen. 

Die höchste in Deutschland und in Europa gemessene Windgeschwindigkeit beträgt 335 Kilometer pro Stunde und wurde am 12. Juni 1985 auf der Zugspitze verzeichnet. 

Die höchste, jemals aufgezeichnete Windgeschwindigkeit wurde durch ein Dopplerradar bei einem Tornado in der Nähe von Oklahoma City am 03. Mai 1999 registriert. Der Wert beträgt hierbei 496 Kilometer pro Stunde, wobei der Unsicherheitsbereich durch die indirekte Messmethode bei plusminus 33 Kilometer pro Stunde liegt. 

In der freien Atmosphäre sind die Windgeschwindigkeiten naturgemäß höher als an der Erdoberfläche, da dort Reibungseffekte keine Rolle spielen. So wurden 1970 bei Messungen in Jetstreams über Japan 650 Kilometer pro Stunde geschätzt. 

Hierzulande war es in den letzten Tagen jedenfalls alles andere als windig. Gelegentlich frischte der Wind hier und da zwar etwas auf, die Warnschwelle von 50 Kilometern pro Stunde wurde regional aber nicht häufig genug erreicht, sodass eine Warnung nötig gewesen wäre. Erst zum gestrigen Donnerstagabend war dann im Ostseeumfeld eine Warnung notwendig. 

Bodenanalysekarte am Freitag, den 11.04.2025, 00 UTC 

Am heutigen Freitag wird mit stark böigem West- bis Nordwestwind feuchte und kühle Luft inklusive vieler Wolken in den Nordosten Deutschlands gelenkt. Den ein oder anderen Tropfen kann es ebenfalls geben. Dazu sind Höchsttemperaturen von 11 bis 15 Grad zu erwarten. 

Anders sieht es hingegen im Süden und Westen des Landes aus. Hoch OLIVIA (nicht zu verwechseln mit dem tropischen Zyklon von vor 29 Jahren) wartet dort auch am heutigen Freitag mit viel Sonnenschein auf. Dazu klettern die Temperaturen auf Werte von 17 bis 20 Grad, im Südwesten auch auf Werte knapp darüber. Bei windschwachen Verhältnissen lässt sich das Wochenende somit gebührend einläuten. 

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Freitag, den 11.04.2025 

In der Nacht zum Samstag ist im Nordosten und Osten bei weiterhin vielen Wolken kaum noch Regen zu erwarten, zudem lässt der Wind deutlich nach. In den übrigen Landesteilen ist es oft gering bewölkt oder klar. Die Temperaturen gehen zurück auf Werte zwischen 8 und 1 Grad, nur im Südwesten kann es örtlich leichten Frost geben. 

Am morgigen Samstag werden in großen Teilen des Landes bei viel Sonnenschein Höchsttemperaturen von 19 bis 24 Grad erreicht. Entlang des Rheins kann es hier und da auch für einen Sommertag mit einer Höchsttemperatur von 25 Grad reichen. Im Nordosten ziehen anfangs noch viele Wolken über den Himmel. Zum Nachmittag kommt aber auch dort die Sonne zum Vorschein. Die Luft erwärmt sich dabei auf Werte zwischen 14 und 19 Grad. 

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Samstag, den 12.04.2025 

Am Nachmittag zieht von Südwesten allmählich Bewölkung auf und der Südostwind frischt etwas auf. Die Bewölkung weitet sich im Laufe der Nacht zum Sonntag nordostwärts bis zur Elbe aus. Nachfolgend kommt in der Westhälfte Regen auf. 

Am Sonntag präsentiert sich das Wetter dann meist von seiner unbeständigeren Seite als noch an den Vortagen. Bei wechselnder bis starker Bewölkung zieht im Norden ein Regengebiet durch, sonst treten Schauer und einzelne Gewitter. Vor allem im Osten gibt es hingegen längere sonnige Abschnitte und es bleibt noch niederschlagsfrei. Die Temperaturen steigen auf Werte zwischen 17 und 24 Grad mit den höchsten Werten im Osten. Dazu weht ein mäßiger, teils auch frischer und im Westen zeitweise stark böiger Südwestwind. 

Der Start in die neue Woche gestaltet sich dann wechselhaft bei zeitweiligen Niederschlägen. Bei Höchsttemperaturen meist zwischen 15 und 20 Grad bleibt es aber mild. 

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.04.2025
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Sonnige Aussichten

10. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Bemerkt haben es wahrscheinlich die Besitzer von Solaranlagen. In den letzten Wochen und Monaten konnten reichlich Sonnenstunden gesammelt werden. Der März war im Flächenmittel über Deutschland der zweisonnigste März seit Aufzeichnungsbeginn. Nur im Jahr 2022 war es noch sonniger. Acht der zehn sonnigste Märzmonate wurden nach dem Jahr 2000 registriert. 

Märzsonne 

Schaut man sich die einzelnen Bundesländer an, so gab es im Schnitt die meisten Sonnenstunden (knapp 221 h) in Niedersachsen (inkl. Bremen und Hamburg), kurz dahinter folgen NRW (213 h) und Sachsen-Anhalt (gut 209 h). Niedersachsen stellt auch das Bundesland dar, in dem die Abweichung zum Klimamittel 1961 bis 1990 am größten gewesen ist. Die Sonne schien mehr als doppelt so lange, wie für einen Märzmonat üblich (216%). Deutlich mehr Sonne gab es auch in den anderen Bundesländern, wobei es in Baden-Württemberg die geringsten positive Abweichungen gab (172 h, 147 %). 

Sonnenscheindauer im Monat März in Stunden unterteilt nach Bundesländern. Zum Vergleich wurde der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2022 dazu geschrieben. Außerdem sieht man die Platzierung im Vergleich zu den Rekordwerten und die Abweichung im Vergleich zum Mittel 1961 bis 1990. 

Frühjahressonne derzeit im Bereich der Rekordwerte 

Schon der Februar bot ein Sonnenplus von mehr als 25 % und in den ersten zehn Apriltagen gab die Sonne weiter Vollgas. Vor allem im Westen und Südwesten des Landes wurden schon fast Dreiviertel der Monatssumme erreicht. Betrachtet man das Frühjahr 2025, so erkennt man, dass wir uns derzeit am Oberrand der bisherigen Frühlingsrekorde bewegen. Nimmt man das Flächenmittel über Deutschland, so liegt das Jahr 2020 auf Platz 1 mit fast 709 Sonnenstunden. Dahinter folgen 2011 (705 h) und 2022 (673 h). In der Grafik sind die Treppchenplätze im Vergleich zu den Referenzperioden dargestellt. Eingetragen ist auch die aktuelle Kurve 2025. Man sieht, dass bis zum 10. April das aktuelle Frühjahr sich im Bereich der Rekordjahre bewegt. 

 

Die Grafik zeigt die kumulative Sonnenscheindauer für das Frühjahr. Neben den beiden Referenzperioden (1961-1990 und 1991-2020), wurden die drei Rekordfrühjahre im Vergleich zum aktuellen Verlauf 2025 mitgeplotted. 

Die Jahre werden immer sonniger 

Betrachtet man das ganze Jahr, so erkennt man, dass die Sonnenscheindauer sukzessive zunimmt. Das gilt für fast alle Jahreszeiten, wobei die Zunahme im Frühjahr am deutlichsten ausfällt. Über das ganz Jahr betrachtet, gab es in der Referenzperiode 1991 bis 2020 121 h mehr Sonne, als noch in der Periode 1961 bis 1990. Das ist eine Zunahme von fast 8%. Schaut man sich nur die Jahre ab 2011 an (14 Jahre), so gab es im Mittel im Vergleich zu 1961 bis 1990 sogar 200 Sonnenstunden mehr (+13%).

Das ist schon eine enorme Zunahme. Möchte man daraus die zusätzliche Leistung errechnen, die mit einer Solaranlage erreicht wird, dann ist dies nicht ganz so einfach, weil dies sehr stark davon abhängt zu welcher Jahreszeit die zusätzlichen Sonnenstunden erzeugt wurden (Sonnenwinkel). Man kann aber sicher davon ausgehen, dass die zusätzliche Strommenge nicht gering ist. 

 

In der Grafik sieht man die Veränderung der Sonnenscheindauer in h (oben) bzw. Prozent (unten) für die einzelnen Monate, Jahreszeiten und das Gesamtjahr) im Vergleich verschiedener Referenzperioden zu 1961 bis 1990. 

Größtes Sonnenplus im Frühjahr 

Wie bereits erwähnt, nimmt die Sonnenscheindauer im Mittel in jeder Jahreszeit zu. In den Monaten Mai, Dezember und Januar, fallen die Zunahmen aber eher gering aus. Im Oktober lässt sich gar keine Veränderung feststellen. Unterteilt man das Jahr in Jahreszeiten, so fällt deutlich auf, dass das Frühjahr die stärkste Zunahme zeigt. Fast 19 % mehr Sonne gab es im Zeitraum 2011 bis 2024 im Vergleich zu 1961 bis 1990. Ein möglicher Grund ist die Zunahme an blockierenden Hochdrucklagen.

Unterteilt man nun noch in Bundesländer, so erkennt man, dass die Sonnengewinner in Rheinland-Pfalz/Saarland (+22.5 %) und Baden-Württemberg (+21.9%) leben, während die Zunahme in Mecklenburg-Vorpommern (+14 %) und Schleswig-Holstein (+14.7 %) am geringsten ausfiel. 

In der Grafik sieht man die relative Veränderung der Sonnenscheindauer für die verschiedenen Bundesländer im Frühjahr im Vergleich verschiedener Referenzperioden zu 1961 bis 1990. 

Im Nordosten die meiste Sonne 

Trotz der geringeren Zunahme bleibt Mecklenburg-Vorpommern im Frühjahr das sonnigste Bundesland in Deutschland, dicht gefolgt von Brandenburg/Berlin. Übrigens: Über das gesamte Jahr gemittelt scheint die Sonne am längsten in Brandenburg/Berlin. Das war 1961 bis 1990 noch anders, da lag Mecklenburg-Vorpommern noch an der Spitze. 

Die Grafik zeigt die Anzahl an Sonnenstunden im Frühjahr als Mittelwert für die Periode 2011 bis 2024 unterteilt nach Bundesländern. 

Sonnenpause ab der neuen Woche 

Während die Sonne vor allem in der Südwesthälfte in den nächsten beiden Tagen weiter Gas gibt, steht ab dem Sonntag ein Wetterumschwung mit langersehnten Niederschlägen ins Haus. Wieviel es am Ende gibt, ist noch unsicher. Mit Sonne von früh bis spät ist dann aber erstmal Schluss. 

Dipl.-Met. Marcus Beyer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.04.2025
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Erster Sommertag am Wochenende?

9. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

-8,2 Grad zeigte das Thermometer in 2 Meter Höhe am Montagfrüh in Bad Königshofen in Unterfranken an. Nach einem sehr milden bis warmen Start in das Wochenende sorgte ein markanter Polarluftvorstoß über Mittel- und Osteuropa für eine deutliche Abkühlung. Unter sich fortsetzendem Hochdruckeinfluss sanken die Temperaturen in den häufig sternenklaren Nächten deutlich ab, sodass es recht verbreitet für leichten Frost reichte. In der Mitte Deutschlands und im Südosten gab es zu Wochenbeginn stellenweiße sogar mäßigen Frost. 

Nach diesem spätwinterlichen Intermezzo konnte sich die Luftmasse unter Hochdruckeinfluss bereits aber wieder etwas erwärmen, die 20 Grad Marke wird aber auch heute und am Donnerstag nur selten erreicht. Grund dafür ist ein kräftiges, blockierendes Hoch mit Zentrum nahe den Britischen Inseln. Ein Blick auf die Höhenwetterkarte zeigt eine klassische Omega-Struktur über Westeuropa. Die Zone hohen Geopotentials reicht von Spanien bis nach Island. Gleichzeitig zeigt sich tiefes Geopotential über den Azoren und über Osteuropa. Dabei liegt Deutschland am Rande der Hochdruckzone in einem Zustrom von relativ kühlen Luftmassen. 

Erst zum kommenden Wochenende ändert sich die Großwetterlage. Dann verlagert sich der Hochdruckkeil unter Abschwächung nach Osten, sodass Deutschland auf die Vorderseite einer Tiefdruckzone über Westeuropa gelangt. Damit strömt warme Luft ins Land, wodurch bereits am Freitag im Südwesten in den Niederungen verbreitet Höchstwerte von um oder gar über 20 Grad erreicht werden. Nach Nordosten hin bleiben die Temperaturen aber bei einem stark böigen Nordwestwind noch auf gedämpftem Niveau. 

Synoptische Übersicht von Samstag, den 12.04.2025 um 18 UTC. Auf der Vorderseite einer Tiefdruckzone über Westeuropa wird sehr warme Luft in die Südwesthälfte Deutschlands geführt. Quelle: DWD 

Am Wochenende setzt sich mit einer Winddrehung auf südöstliche Richtungen auch im Nordosten die Erwärmung mehr und mehr durch. Am Oberrhein ist am Samstag mit reichlich Sonnenunterstützung der erste Sommertag mit Höchsttemperaturen um 25 Grad greifbar. Aber auch im Rest des Landes steigen die Temperaturen häufiger auf über 20 Grad an. Lediglich im Nordosten von der Ostsee bis zur Lausitz bleibt es noch kühler. Erst am Sonntag setzt sich auch dort die frühlingshaft warme Luftmasse durch. 

Vorhersage der Höchst- und Tiefsttemperaturen für Deutschland für das kommende Wochenende. Am Samstag sind in der Südwesthälfte verbreitet Temperaturen über 20 Grad zu erwarten. Quelle: DWD 

Damit wird es am Wochenende zwar deutlich zu warm für die Jahreszeit, allerdings nicht rekordverdächtig warm! Erst im letzten Jahr gab es in der ersten Aprildekade einen markanten Warmluftvorstoß mit Höchsttemperaturen, die in der Mitte und im Süden des Landes verbreitet bei um oder sogar über 25 Grad lagen. Die Station Ohlsbach im Oberrheingraben verzeichnete am 06.04.2024 mit einem Spitzenwert von 30,1 Grad sogar den ersten Hitzetag (siehe Thema des Tages vom 07.04.2024)! 

Von solchen Temperaturen werden wir am Wochenende weit entfernt sein, da auch zum Sonntag hin von Westen erste Schauer und Gewitter aufkommen, die die Erwärmung etwas dämpfen. 

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/04/Erster-Sommertag-am-Wochenende-teil-1.png 745 1521 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-04-09 15:39:222025-04-16 15:58:36Erster Sommertag am Wochenende?

Wichtige Links auf der Homepage

8. April 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Die Webseite des DWD ist sehr komplex und von vielen Untermenüs geprägt. Man findet auf ihr zum Beispiel Informationen zum allgemeinen Wetter, zu Klima und Umwelt, zur Forschung, zum Aufbau des DWD, zu den Leistungen und vielem mehr. Auch Freizeitgärtner, Hobbymeteorologen, die Land- und Forstwirtschaft oder auch die Wasserwirtschaft werden mit Informationen gespeist. 

Einen fachlich fundierten Einblick in die Wettervorhersage für die nächsten 72 Stunden liefern die synoptischen Übersichten Kurzfrist Vormittag und Abend: https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/hobbymet/wetter_deutschland/_functions/PlainTeaser_synUebersichten/nas_bericht_syn_ueb_kurzfrist_frueh.html und https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/hobbymet/wetter_deutschland/_functions/PlainTeaser_synUebersichten/nas_bericht_syn_ueb_kurzfrist_abd.html.
Für die mittelfristigen Aussichten (3 bis 10 Tage) gibt es die synoptische Übersicht Mittelfrist: https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/hobbymet/wetter_deutschland/_functions/PlainTeaser_synUebersichten/nas_bericht_syn_ueb_mittelfrist.html. 

Einen Überblick über die aktuellen Analyse- und Prognosekarten findet sich unter https://www.dwd.de/DE/leistungen/hobbymet_wk_europa/hobbyeuropakarten.html. 

Wetterberichte sind unter folgendem Link einsehbar: https://www.dwd.de/DE/wetter/vorhersage_aktuell/vhs_brd_node.html. 

Warnungen sind zwar auch auf der Startseite verlinkt, aber der direkte Pfad dazu lautet: https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_gemeinden/warnWetter_node.html. 

Wer sich für aktuelle Radar- und Satellitenbilder sowie Seewetterkarten interessiert, wird auf: https://www.dwd.de/DE/leistungen/radarbild_film/radarbild_film.html#buehneTop, https://www.dwd.de/DE/leistungen/satellit_betrachter/sat-viewer/sat-viewer_node.html und https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/schifffahrt/seewetter/seewetter_node.html fündig. Dabei kann beim Radarbild auf eine barrierefreie Darstellung umgestellt werden. 

Wer sich für Klimadaten interessiert, dem sei das Climate Data Center (CDC) ans Herz gelegt. Unter https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/cdc/cdc_node.html findet man unter anderem historische Stationsdaten in stündlicher, täglicher und jährlicher Auflösung. 

Einen schnellen Überblick zu den aktuellen Beobachtungswerten und zu denen des Vortages für ausgewählte Stationen erhält man unter https://www.dwd.de/DE/leistungen/beobachtung/beobachtung.html. 

Freizeitgärtnern kann unter https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/freizeitgaertner/1_gartenwetter/_node.html geholfen werden, denn hier gibt es einige Hinweise beispielsweise zur Frostgefährdung oder zum Bewässerungsintervall. 

Nicht nur für Freizeitgärtner, sondern auch für alle für die die Bodenfeuchte sowie weitere Wasserhaushaltsgrößen von Bedeutung sind, ist folgender Link hilfreich: https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klima-webdienste/bodenfeuchteviewer_node.html. 

Das Zentrum für Medizin-Meteorologische-Forschung stellt unter https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/ku_beratung/gesundheit/gesundheit_node.html viele Produkte und Leistungen zur Verfügung. Hierzu gehören beispielsweise der Pollenflug-Gefahrenindex, der thermische Gefahrenindex oder der UV-Gefahrenindex. 

Wen Klimavorhersagen faszinieren, der kann sich unter: https://www.dwd.de/DE/leistungen/kvhs_de/0_main/start_node.html?nn=754748 informieren. 

Zeitreihen und Trends zu unterschiedlichen Wetterparametern wie Niederschlag, Sonnenschein oder Temperatur werden unter https://www.dwd.de/DE/leistungen/zeitreihen/zeitreihen.html#buehneTop dargestellt. 

Aktuelle Forschungsthemen oder Monats- sowie Jahreszeitenrückblicke werden unter den Pressemitteilungen unter: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen_node.html veröffentlicht. 

Falls Sie sich für ältere Themen des Tages interessieren, schafft folgender Link Abhilfe: https://www.dwd.de/SiteGlobals/Forms/ThemaDesTages/ThemaDesTages_Formular.html.

Das waren jetzt nur ein paar Links. Bei weiteren Fragen oder Anmerkungen können Sie sich gerne an den Kontakt TdT@dwd.de wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten sind unter: https://www.dwd.de/DE/service/kontakt/kontakt_node.html aufgeführt. 

 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.04.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

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