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Europareise

6. März 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Island

Nach heute noch kräftigen Niederschlägen in Form von Regen und Schnee sowie teils schwerem Sturm, was abseits der Küste zu blizzardähnlichen Verhältnissen führt, setzt sich in den kommenden Tagen zunehmend Hochdruckwetter durch. Die Temperaturen liegen bei 4 bis 10 °C, im Hochland bei etwa 0 °C tagsüber und -5 °C nachts.

Norwegen, Schweden, Finnland

Ein kräftiges Hoch ist wetterbestimmend, schwächt sich aber in den kommenden Tagen etwas ab. Anfangs scheint vielfach die Sonne, später fällt in Teilen von Mittelnorwegen und -schweden sowie in Lappland zeitweise etwas Neuschnee. In Südschweden anfangs noch um +7 °C, zum Wochenende sinken die Temperaturen allgemein auf Werte von nur noch knapp über 0 °C ab. Im Gebirge allgemein Dauerfrost zwischen -12 und -2 °C. Nachts sinkt das Thermometer auf -3 bis -15 °C ab, in den Gebirgstälern und den großen Schneeflächen auch auf unter -20 °C.

Baltikum

Nach anfänglichem Sonnenschein kommt es vermehrt zu hochnebelartiger Bewölkung. Insgesamt bleibt es trocken, nur in Estland sind zum Wochenende ein paar Schneeschauer möglich. Nach anfänglichen Höchsttemperaturen zwischen 0 und 5 °C klettert das Quecksilber bis zum Samstag nur noch auf knapp über 0 °C. Nachts gibt es flächendeckend Frost bei bis zu -5 °C.

Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn

Anfänglich fällt vor allem in Ungarn noch etwas Regen. Nachfolgend setzt sich von Norden überall Sonnenschein durch, nur gebietsweise kann es Nebel oder Hochnebel geben. Anfänglich liegen die Temperaturen tagsüber zwischen 5 und 10 °C, gegen Ende der Woche werden im Süden Ungarns Werte bis 15 °C erwartet. Vor allem in den Bergen, aber auch großen Teilen Polens gibt es nachts noch Frost.

Deutschland, Österreich, Schweiz

In Deutschland lassen die Niederschläge im Süden ab der kommenden Nacht nach. Nachfolgend bleibt es meist trocken. In Österreich fällt nur in Kärnten und der südlichen Steiermark noch etwas Regen bzw. Schnee in den Bergen. Auch in der Schweiz schwächen sich die Schneefälle in der Zentralschweiz und im Mittelland allmählich ab. Auf der Alpensüdseite gibt es vor allem im Tessin noch weiterhin teils ergiebige Niederschläge. Die Temperaturen verbleiben meist zwischen 0 und 10 °C. Zum Wochenende können entlang des Rheins auch bis zu 14 °C erreicht werden. Die Regionen entlang des Alpenhauptkamms verbleiben dagegen im Dauerfrostbereich. Nachts tritt verbreitet Frost auf, im Bereich der Alpen auch strenger Frost unter -10 °C.

Griechenland, Balkan, Bulgarien, Rumänien

Tiefdruckeinfluss bestimmt das Wettergeschehen in Südosteuropa. Dabei kommt es wiederholt zu Gewittern und örtlich auftretendem Starkregen. Am Donnerstag und Freitag verlagert sich der Schwerpunkt der Gewitteraktivität in den Norden Griechenlands und die Türkei. Sonst gibt es höchstens gebietsweise noch etwas Niederschlag, der vor allem im Dinarischen Gebirge in Schneefall übergeht. Am Freitag und Samstag nehmen unter zunehmendem Hochdruckeinfluss die Sonnenanteile zu. Die Temperaturen liegen meist zwischen 0 °C und 10 °C, entlang der Adria sowie in Teilen der Ägäis steigen die Temperaturen dagegen bereits auf deutlich über 15 °C. Nachts gibt es vor allem im Bereich der Bergregionen Frost, an den Küsten bleibt es deutlich milder.

Italien, Spanien, Portugal

Zunehmende und sich verstärkende Tiefdruckaktivität führt zu teils unwetterartigen Gewittern und Regenfällen in den nächsten Tagen. Davon sind zunächst vor allem Portugal, später auch zentrale Teile Spaniens betroffen. Insbesondere in den Pyrenäen fällt sehr viel Regen bzw. Schnee. Gegen Ende der Woche greifen die kräftigen Niederschläge vor allem auf Norditalien über, aber auch im Süden Portugals und Spaniens gibt es erneut heftigen, von Gewittern durchsetzten Regen. Nur anfangs ist es in großen Teilen Italiens noch sonnig und trocken, höchstens entlang der Adria und der kalabrischen Küste kann es einzelne Gewitter geben. Im Süden Spaniens und Italiens werden zwischen 20 und 25 °C erreicht, sonst bewegen sich die Temperaturen meist zwischen 5 und 15 °C.

Großbritannien, Irland, Frankreich, BeNeLux

Morgen ist es zunächst noch trocken. Vor allem in weiten Teilen Frankreichs und BeNeLux scheint die Sonne, während über den Britischen Inseln Wolken dominieren. Stellenweise sind in Irland und Wales Schauer möglich. Am Freitag regnet und gewittert es über weiten Teilen Frankreichs, sonst bleibt es meistens noch trocken. In Großbritannien regnet es höchstens gebietsweise leicht. Am Samstag sind vor allem über dem Zentralmassiv heftige Niederschläge zu erwarten. In Großbritannien und Irland bleibt es weiterhin leicht unbeständig, während es in BeNeLux noch trocken bleibt, dort allerdings ebenfalls bei zunehmender Bewölkung. Die höchsten Temperaturen werden mit rund 20 °C in der Gascogne erreicht. Auf den Britischen Inseln werden Temperaturen um 10 °C erreicht. In BeNeLux sind stellenweise bis zu 15 °C möglich. Nachts gibt es vor allem im Zentralmassiv und in Alpennähe noch Frost, auch im schottischen Hochland ist es noch ähnlich kühl.

M.Sc. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.03.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/03/DWD-Europareise.png 540 960 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-06 19:47:122024-07-04 14:23:21Europareise

Update: Winterintermezzo im Süden

5. März 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Insgesamt herrscht über Deutschland relativ ruhiges, wenngleich auch nicht immer freundliches Wetter. Dafür verantwortlich ist Hoch JASPER über Skandinavien, das einen Großteil der Tiefdruckaktivitäten über Mitteleuropa blockiert. Tiefdruckgebiete tummeln sich über Westeuropa und dem Nordatlantik, auf ihrem Weg nach Osten müssen sie südlich um Hoch JASPER ausweichen und ziehen damit eher über Südeuropa gen Osten.

Die Schwachstelle in der ruhigen Wetterlage befindet sich daher über den südlichen Landesteilen bzw. noch genauer südlich der Alpen mit Auswirkungen bis ins deutsche Alpenvorland. Über Oberitalien bildet sich eine Zone tiefen Luftdrucks. Mit einer südlichen bis südöstlichen Strömung werden dann feuchtere Luftmassen bis ins Alpenvorland geführt. Diese treffen auf eine etwas kühlere Luftmasse nördlich der Alpen, die auf der Südflanke des Skandinavienhochs aus Ost bis Nordost Richtung Alpen geführt wird. Durch diese gegeneinander geführten Strömungen entstehen Hebungsprozesse und im späteren Tagesverlauf setzen von den Alpen nordwärts ausgreifend Niederschläge ein, die teils bis in den Donnerstag andauern. Die Schneefallgrenze sinkt dabei in der Nacht zum Mittwoch auf 600 bis 800 m, so dass insbesondere in Alpentälern aber auch in Teilen des Alpenvorlandes bis in tiefe Lagen Schnee fällt. Die intensivste Niederschlagsphase wird für die Nacht zum Mittwoch erwartet. Schneien wird es aber bis in die Nacht zum Donnerstag hin. Insbesondere am direkten Alpenrand und Richtung Allgäu sind insgesamt Neuschneemengen bis etwa 20 cm zu erwarten, in Staulagen lokal auch mehr. Die entsprechenden Warnungen  wurden bereits herausgegeben. Zum Donnerstag verliert dann das Tief südlich der Alpen durch seine weitere Verlagerung nach Osten allmählich an Einfluss auf das Wetter am Alpenrand, die Schneefallgrenze steigt langsam wieder an und die Niederschläge klingen in der Nacht zum Donnerstag von Westen allmählich ab.

Und das war es dann auch wieder mit dem Winterintermezzo im Süden. Im Verlauf des Donnerstages dehnt sich das Skandinavienhoch südwärts aus und sorgt für weitgehend trockene und zunehmend freundliche Bedingungen. Auch wenn sich zum Wochenende die westeuropäische Tiefdruckzone langsam annähert und voraussichtlich auch zeitweilig Wolkenfelder von Südwesten über Deutschland hinweg ziehen können, bleibt uns das hochdruckdominierte, weitgehend störungsfreie und dann häufig auch freundliche Wetter zunächst erhalten. Nennenswerte Niederschläge deuten sich nach aktuellem Vorhersagestand frühestens zum Sonntag an. Winterliche Wettererscheinungen sind abgesehen von gebietsweisem Nachtfrost und lokaler Glätte nicht zu erwarten.

Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.03.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/03/DWD-Update-Winterintermezzo-im-Sueden.png 722 1011 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-05 19:52:252024-07-04 14:27:52Update: Winterintermezzo im Süden

Märzwinter?

4. März 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Viel Sonnenschein und Temperaturen bis 19 Grad. Der erste Sonntag im März zeigte sich von seiner frühlingshaften Seite. Verantwortlich dafür war das Zusammenspiel eines kräftigen blockierenden Hochs über Nordwestrussland und einer Tiefdruckrinne von den Britischen Inseln bis in den westlichen Mittelmeerraum. Dabei wurden von Südosten sehr milde Luftmassen nach Deutschland geführt. Zusammen mit der schon recht kräftigen Märzsonne konnten die Temperaturen ordentlich ansteigen. Spitzenreiter war dabei München-Stadt mit 18,9 Grad. Aber auch entlang des Ober- und Mittelrheins sowie am unteren Neckar wurden häufig Temperaturen über 15 Grad gemessen.

Im Laufe dieser Woche verlagert sich der Hochdruckschwerpunkt von Nordwestrussland nach Skandinavien. Gleichzeitig machen sich über Zentral- und Südosteuropa kleinräumige und schwach ausgeprägte Tiefdruckgebiete bemerkbar. Damit dreht die Strömung vor allem im Norden Deutschlands vermehrt auf östliche Richtungen (siehe Abbildung 1). Ist das nun der Auftakt für eine Kälteperiode? Nein, zumindest in dem Zeitraum bis zum nächsten Wochenende, soweit eine seriöse Wettervorhersage möglich ist. Zwar gelangt auf der Südseite des Hochdruckgebietes mit Zentrum über Skandinavien zur Wochenmitte ein Schwall kontinentaler Polarluft in den Norden Deutschlands, trotzdem reicht es aber nicht für richtiges Winterwetter mit Schnee und frostigen Temperaturen. Vor allem in der zweiten Wochenhälfte setzt sich dort ruhiges und niederschlagsarmes Hochdruckwetter durch. Zudem sind die Temperaturen tagsüber im deutlichen Plusbereich. Nur der böige Ostwind sorgt durch den  für deutlich geringere gefühlte Temperaturen.

Im Süden macht sich dagegen zur Wochenmitte ein Tief über Norditalien bemerkbar. Dabei setzen bereits am Dienstag Niederschläge ein, die in der Nacht auf Mittwoch vor allem am Alpenrand bis in mittlere Lagen als Schnee fallen können. Oberhalb von etwa 800 bis 1000 Metern kann sich vorübergehend auch eine Schneedecke ausbilden. Aber auch in den mittleren Lagen der Alpen wird sich kein nachhaltiges Winterwetter einnisten. Denn bereits in der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen tagsüber entlang des Alpenrandes wieder auf deutliche Plusgrade an. In den Tälern sind am Freitag Höchstwerte von bis zu 12 Grad möglich. Lediglich in den Nächten wird es dann häufiger zu leichtem Frost kommen.

Insgesamt erreichen zum kommenden Wochenende auf der Vorderseite eines  über Westeuropa vor allem den Südwesten wieder mildere Luftmassen. Nach Nordosten kann sich die kühlere Luft aber noch länger halten. Dennoch sind wir auch dort von einem richtigen Märzwinter weit entfernt. Nach dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten in der Vorhersage deutlich zu. Ein markanter Kaltlufteinbruch ist aber auch zum Start in die neue Woche unwahrscheinlich (siehe Abbildung 2 und 3). Eine ausgeprägte spätwinterliche Kälteperiode wie beispielsweise im Jahr 2013 ist somit bis auf weiteres nicht in Sicht!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.03.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/03/DWD-Maerzwinter.png 683 960 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-04 15:26:352024-07-04 14:30:14Märzwinter?

Deutschlandwetter im Winter 2023/2024

3. März 2024/in Klima, Thema des Tages/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Winter 2023/2024*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Köln-Stammheim Nordrhein-Westfalen 6,5 °C +3,0 Grad
2 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 6,3 °C +2,6 Grad
3 Düsseldorf Nordrhein-Westfalen 6,3 °C +3,1 Grad

Besonders kalte Orte im Winter 2023/2024*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 0,0 °C +3,8 Grad
2 Carlsfeld Sachsen 0,3 °C +3,6 Grad
3 Neuhaus am Rennweg Thüringen 0,4 °C +3,5 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Winter 2023/2024**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Braunlage Niedersachsen 822,8 l/m² 225 %
2 Sankt Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 821,0 l/m² 139 %
3 Baiersbronn-Ruhestein Baden-Württemberg 810,9 l/m² 154 %

Besonders trockene Orte im Winter 2023/2024**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Vogtsburg-Bischoffingen Baden-Württemberg 90,6 l/m² 78 %
2 Ihringen Baden-Württemberg 101,8 l/m² 94 %
3 Grünstadt Rheinland-Pfalz 107,0 l/m² 99 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Winter 2023/2024**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 Wielenbach Bayern 281 Stunden 155 %
2 München-Stadt Bayern 279 Stunden 134 %
3 Memmingen Bayern 276 Stunden 110 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Winter 2023/2024**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg 85 Stunden 59 %
2 Bremervörde Niedersachsen 87 Stunden 60 %
3 Cuxhaven Niedersachsen 91 Stunden 57 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int Referenzperiode 1961-1990)
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Wertes zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwertes der jeweiligen Station (int Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-03 18:43:472024-07-04 14:32:45Deutschlandwetter im Winter 2023/2024

Deutschlandwetter im Februar 2024

2. März 2024/in Klima, Thema des Tages/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Februar 2024*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Köln-Stammheim Nordrhein-Westfalen 8,8 °C +5,2 Grad
2 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 8,8 °C +6,1 Grad
3 Bad Dürkheim Rheinland-Pfalz 8,8 °C +6,8 Grad

Besonders kalte Orte im Februar 2024*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 2,7 °C +6,6 Grad
2 Carlsfeld Sachsen 2,8 °C +6,6 Grad
3 Wasserkuppe Hessen 2,9 °C +5,8 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Februar 2024**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Baiersbronn-Ruhestein Baden-Württemberg 263,1 l/m² 169 %
2 Baiersbronn-Mitteltal Baden-Württemberg 225,7 l/m² 130 %
3 Neuhaus-Steinheid Thüringen 225,7 l/m² 277 %

Besonders trockene Orte im Februar 2024**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Vogtsburg-Bischoffingen Baden-Württemberg 21,7 l/m² 59 %
2 Wessobrunn-Puitl Bayern 22,6 l/m² 39 %
3 Grünstadt Rheinland-Pfalz 24,1 l/m² 71 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Februar 2024**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 Garmisch-Partenkirchen Bayern 101 Stunden 99 %
2 München-Stadt Bayern 98 Stunden 113 %
3 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg 97 Stunden 120 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Februar 2024**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Bremerhaven Bremen 18 Stunden 28 %
2 Ahaus Nordrhein-Westfalen 19 Stunden 26 %
3 Cuxhaven Niedersachsen 19 Stunden 26 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int Referenzperiode 1961-1990)
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-02 18:47:362024-07-04 14:34:54Deutschlandwetter im Februar 2024

„Es riecht nach Regen“

1. März 2024/in Thema des Tages, Wetterlexikon/von WINDINFO

Kaum fallen die ersten Regentropfen auf den Boden, schon hat man ihn in der Nase – den erdig-frischen und leicht feuchten „Duft des Regens“. Jeder kennt diesen „Regenduft“ und die meisten empfinden diesen Geruch als angenehm. Aber was riecht man da eigentlich? Regentropfen bestehen ja aus Wasser, also H2O, und das ist bekanntlich geruchlos. Im heutigen Tagesthema gehen wir dieser Frage auf den Grund.

Anscheinend haben sich schon vor vielen Jahrzehnten die Leute genau diese Frage gestellt. Im Jahre 1964 veröffentlichten nämlich die beiden australischen Wissenschaftler I.J. Bear und R.G. Thomas im auch heute noch angesehenen Wissenschaftsmagazin „Nature“ einen Artikel, in dem sie dem unverkennbaren Geruch den Namen „Petrichor“ gaben. Dieser Name leitet sich von den beiden griechischen Wörtern „petros“ (dt.: Stein) und „ichor“ (dt.: Flüssigkeit in den Adern der griechischen Götter) ab.

In dieser Studie haben die beiden Forscher einen wesentlichen Bestandteil des Regengeruchs identifizieren können. Sie fanden heraus, dass Pflanzen während Trockenphasen ein gelbliches Öl produzieren und absondern. Dieses ätherische Öl wird von Böden und Gesteinen (daher der Namensbestandteil „petros“) absorbiert, also auch von Gehwegen und Straßen. Neuere Studien haben ergeben, dass noch ein weiterer Stoff für den Geruch verantwortlich ist. Die Rede ist von einem Alkohol namens Geosmin, der von Bakterien im Erdboden produziert wird. Diese Mikroorganismen fahren bei Hitze und Trockenheit ihren Stoffwechsel auf das Nötigste herunter. Sobald die Bakterien mit Wasser in Kontakt kommen, werden sie wieder aktiv und geben unter anderem das flüchtige und stark riechende Geosmin ab. Manchmal genügt schon Tau an einem kühlen Frühlingsmorgen, um die Bakterien zu aktivieren. Zusammen mit dem ätherischen Öl der Pflanzen und Staub auf Steinen entsteht so das bekannte erdige und frische Aroma des Petrichor.

Im Jahre 2015 fanden Forscher des „Massachusetts Institute of Technology“ mittels Hochgeschwindigkeitskameras einen weiteren wichtigen Effekt heraus, der den intensiven Geruch erklärt. Wenn die Regentropfen auf den staubigen Boden treffen, bilden sich kleine Luftbläschen, in denen die winzigen Geruchspartikel eingeschlossen sind. Diese Bläschen platzen allerdings rasch auf und bereits ein schwacher Luftzug oder Luftverwirbelungen genügen, um das Aroma in der Luft zu verbreiten. Der gleiche Effekt verursacht übrigens auch den intensiven Geruch beim Öffnen von Sekt- oder Erfrischungsgetränkeflaschen, da die aufsteigende Kohlensäure aufplatzt und so der Duft der Getränke verbreitet wird.

Wie intensiv der Petrichor ist, hängt von der Porosität und Feuchtigkeit des Bodens ab. Besitzt der Boden viele Hohlräume und ist sehr trocken, ist das förderlich für ein starkes Regenaroma. Beste Voraussetzung bildet leichter Regen, der auf einen feinporigen und staubtrockenen Boden fällt, aus dem sich zahlreiche Partikel lösen können. Deshalb riecht man den Regen meist nach längeren Trockenperioden oder im Sommer bei Gewittern, wenn die Hitze den Erdboden zuvor stark ausgetrocknet hat. Neben Lehmböden sind Waldböden gute Quellen für einen intensiven Duft, da sich in diesen Bodenarten genügend Hohlräume befinden, aus denen die Luftblasen heraussteigen können. Regnet es hingegen sehr stark oder langanhaltend, dann ist der Boden schnell durchnässt und eine Wasserschicht legt sich über den Boden, durch die keine Luftbläschen mehr emporsteigen können – der Regenduft versiegt bzw. tritt erst gar nicht auf.

Manchmal riecht man den Petrichor schon einige Zeit vor Eintreffen des Regens und bisweilen bleibt der Regen auch gänzlich aus. Nähert sich beispielsweise im Sommer eine Gewitterlinie, dann frischt oft schon einige Zeit im Voraus aus Richtung der aufziehenden Gewitter der Wind böig auf und die Luft kühlt ab. Man bekommt den kalten Ausfluss der Gewitterlinie zu spüren, der den Regengeruch mit sich führt und mitunter auch in Regionen transportiert, die vom Regen gar nichts abbekommen. Man riecht also förmlich den Regen aus der Ferne.

Zum Abschluss noch eine kleine Kuriosität: Da die meisten Leute den Regenduft als angenehm empfinden, kann man Petrichor sogar als Duftöl für den Einsatz in Kerzen, als Badekugeln oder als Zugabe in Luftbefeuchtern kaufen. Selbst Eau de Parfums imitieren diesen Duft. Manch ein Regen- oder Naturliebhaber würde sich als Geschenk vielleicht über eines dieser doch sehr ausgefallenen Produkte freuen.

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.03.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-01 18:52:012024-07-04 14:38:26„Es riecht nach Regen“

Saharastaub

29. Februar 2024/in Klima, Thema des Tages/von WINDINFO

Am gestrigen Mittwoch führte die Vorderseite eines Tiefdruckgebiets zu einem kräftigen Staubsturm über Libyen, der große Mengen an Staub in die Mittelmeerregion transportierte. Dieser Staubsturm, bekannt als Scirocco, kann sogar auf Satellitenbildern als bräunliche Färbung erkannt werden.

Heute bildet sich ein kräftiges Tiefdruckgebiet über Westeuropa, das mit einer südlichen Strömung die staubige Luft aus dem Mittelmeerraum anzapft und Richtung Deutschland lenkt. Neben dem außergewöhnlich milden Wetter mit Höchstwerten von bis zu 17 °C erwartet uns ab Freitag somit auch Saharastaub, der sich besonders über der Osthälfte Deutschlands ausbreiten wird.

Saharastaub in der Luft ist in Mitteleuropa kein seltenes Naturphänomen. Innerhalb eines Jahres wird 5- bis 15-mal in der Sahara die Staubpartikel durch starke Winde in die Höhe gewirbelt und dann mit einer kräftigen Höhenströmung über weite Strecken transportiert. Pro Jahr werden so etwa 1 Milliarde Tonnen Staub verfrachtet. Die Sahara bildet somit die größte Quelle von Mineralstaub (Quarz, Sand) auf der Erde, der rund die Hälfte der Staubpartikel in der Atmosphäre ausmacht.

Wüstenstaub hat sogar Einfluss auf das Klimasystem. Er beeinflusst die Sonneneinstrahlung sowie die Wolken- und Niederschlagsbildung. Doch nicht nur für das Wetter und Klima sind diese Staubpartikel von Bedeutung, durch die mineralischen Bestandteile des Staubs wirkt er als großflächig ausgebrachter Dünger. Zum Beispiel wird durch den Mineralstaub aus der Sahara das Plankton in den Ozeanen gedüngt. An der Südflanke des subtropischen Hochdruckgürtels wird der Saharastaub sogar bis in den südamerikanischen Regenwaldes transportiert, wo er der dortigen Pflanzenwelt wertvolle Nährstoffe liefert.

Bei stärkeren Ausbrüchen lässt sich Saharastaub auch in der Atmosphäre an einer milchig weißen Trübung des Himmels erkennen, die bei sehr starken Ausbrüchen sogar ins orange gehen kann. Besonders effektvolle Bilder ergeben sich bei Sonnenauf- und -untergängen. Denn dann erscheint die Sonne durch die gleichmäßige Streuung an den Staubpartikeln weiß. Die Staubschicht befindet sich meist in einer Höhe von 2 bis 4 km, sinkt aber schließlich zu Boden. Im Winter kann dies besonders gut beobachtet werden, wenn der Schnee in den Alpen eine ungewöhnliche Ocker Färbung annimmt.

Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/02/DWD-Saharastaub.jpg 945 1341 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-02-29 16:06:192024-07-04 14:41:40Saharastaub

Unwetterartige Regen- und Schneefälle in Norditalien

28. Februar 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Ruhiges Vorfrühlingswetter ist aktuell bei uns in Deutschland bestimmend. Dazu gibt es einen Mix aus dichten Wolkenfeldern, örtlichem Frühnebel und etwas Sonnenschein. Grund dafür ist eine Hochdruckbrücke, die ausgehend vom Azorenhoch über die Mitte Deutschlands bis zum südlichen Ural reicht.

Zu Wochenbeginn bestimmte allerdings noch ein  das Wettergeschehen in West- und Mitteleuropa. Dieser dehnte sich von Skandinavien bis zur Iberischen Halbinsel aus. Ursache hierfür war ein langwelliger  in Verbindung mit einem kräftigen Hochdruckgebiet über Russland. Dieses blockierte die Verlagerung des Troges nach Osten. Dadurch dehnte sich der Höhentrog weiter nach Süden aus und schnürte sich von der Höhenströmung ab, wodurch es über Südfrankreich zu einer Tiefdruckentwicklung kam. Dieses Bodentief mit dem Namen YUE verlagerte sich daraufhin in Richtung Korsika. Auf der Vorderseite wurden dabei milde und sehr feuchte Luftmassen nach Norden geführt, die im Südstau der Gebirge teils unwetterartige Niederschlagsmengen mit sich brachten.

In den letzten 48 Stunden kamen im Südstau der Alpen verbreitet um 100 Liter pro Quadratmeter zusammen. In den Staulagen der nördlichen Apenninen örtlich auch über 150 Liter pro Quadratmeter. Ein Großteil der Niederschläge wurden dabei innerhalb deutlich kürzerer Zeit verzeichnet. Die Station Barga in den Nordapennin registrierte beispielsweise von Montagabend bis Dienstagfrüh in nur zwölf Stunden 93 Liter pro Quadratmeter. Zudem gab es in den höher gelegenen Skigebieten in den Südalpen eine ordentliche Neuschneepackung. Die Schneefallgrenze pendelte dort zwischen 1000 und 1600 Metern. Oberhalb davon fielen vor allem in den südwestlichen Alpen und in Südtirol teils 50 bis 100 cm Neuschnee. In den nördlichen Apenninen lag die Schneefallgrenze etwas höher und damit größtenteils knapp über Gipfelniveau.
Mittlerweile hat sich Tief YUE abgeschwächt und im Verlauf des Tages löst es sich allmählich auf. Gleichzeitig entwickelt sich südlich davon, nahe von Sizilien, ein neues Bodentief (int. EMIL), das in Sizilien, im Norden von Tunesien und Algerien für kräftige Regenfälle sorgt. Vor allem im Norden von Algerien sind dabei ebenfalls unwetterartige Niederschlagsmengen von örtlich deutlich über 150 Liter pro Quadratmeter bis Freitag möglich. Aber auch auf Sizilien und in Süditalien werden verbreitet 30 bis 70 Liter pro Quadratmeter erwartet, was zu einer leichten Entspannung der Trockenheit dort beitragen wird.
Schwere Unwetter im Mittelmeerraum treten bei blockierenden Wetterlagen vor allem im Herbst und in der ersten Hälfte des Winters häufiger auf. Grund dafür ist das vergleichsweise warme Wasser in dieser Zeit. Kommt es dann zu einem Ausgreifen einer atmosphärischen Störung bis in den Mittelmeerraum ist das Potenzial für unwetterartige Entwicklungen gegeben. Ein Beispiel hierfür ist, welches im September 2023 für katastrophale Überschwemmungen in Libyen und Griechenland sorgte.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/02/DWD-Unwetterartige-Regen-und-Schneefaelle-in-Norditalien.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-02-28 15:55:172024-07-04 14:44:21Unwetterartige Regen- und Schneefälle in Norditalien

Märchenhaftes Wetter

27. Februar 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Es war einmal … So beginnen die bekannten Märchen beispielsweise der Gebrüder Grimm oder von Hans Christian Andersen. Sicherlich hat jede(r) von Ihnen ein Lieblingsmärchen. Da gibt es Märchen mit Prinzessinnen wie „Dornröschen“ oder „Schneewittchen“. Oder Märchen, in denen die Heldin erst am Ende zur Prinzessin wird, wie beispielsweise „Aschenputtel“. Oder Märchen, in denen ein böser Wolf oder eine böse Hexe eine entscheidende Rolle spielen. An dieser Stelle sind zum Beispiel „Rotkäppchen“, „Der Wolf und die sieben Geißlein“ oder „Hänsel und Gretel“ zu nennen. Die Liste ließe sich nun ewig weiterführen.

Es gibt aber auch Märchen, in denen das Wetter eine Rolle spielt. Sicherlich fällt da einem relativ schnell „Frau Holle“ ein. Frau Holle ist dafür bekannt, dass sie ihre Betten ausschüttelt oder vom jeweiligen Besuch (Gold- oder Pechmarie) ausschütteln lässt, sodass es auf der Erde schneit. Es gibt auch Verfilmungen, in denen sie für jegliches Wetter verantwortlich ist.

„Die Regentrude“ zählt zu den Kunstmärchen und wurde von Theodor Storm geschrieben. Die Regentrude ist ein weiblicher Naturgeist und mit Frau Holle vergleichbar. Im Gegensatz zu dieser bringt sie aber nicht den Schnee, sondern den Regen und sorgt für fruchtbare Felder. Wenn die Bevölkerung den Glauben an sie verliert und niemand sie besucht, schläft sie ein und eine Dürre sucht das Land heim. Für die Dürre verantwortlich und damit der Gegenspieler der Regentrude ist der Feuermann, den man gewissermaßen auch mit dem Rumpelstilzchen vergleichen kann.

Vom Märchen „Die 12 Monate“ gibt es unterschiedliche Verfilmungen mit jeweils verschiedenen literarischen Vorlagen. Gemeinsam haben die Verfilmungen, dass zwölf Personen mit magischen Kräften jeweils für einen Monat stehen. Mit diesen magischen Kräften unterstützen sie die Hauptpersonen bei ihrem Kampf gegen das Böse.

Der „Erzähl-ein-Märchen-Tag“ wird vor allem in der märchen-begeisterten Online-Community begangen. Märchen gelten als sehr alt und wurden bereits vor der Erfindung der Schrift mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Ihre gesellschaftliche Bedeutung ist nicht unerheblich, sind sie doch aus nahezu allen Kulturkreisen überliefert. Dadurch stellen sie eine Art verbindendes Element dar. So haben beim Stichwort „Märchen“ vermutlich viele Menschen das Bild eines (häufig älteren) Erzählers im Kopf, der von einer Kinderschar umringt wird. Auch das Bild eines Elternteils, der dem Kind als Gute-Nacht-Geschichte ein Märchen vorliest, taucht als Assoziation für „Märchen“ vor dem inneren Auge auf.

Wer den „Erzähl-ein-Märchen-Tag“ initiiert hat und seit wann dieser Tag begangen wird, ist leider nicht bekannt. Warum dieser Tag auf den 26. Februar fällt, scheint relativ sicher zu sein. An diesem Tag feiert die US-amerikanische Jugendbuchautorin Cynthia Voigt ihren Geburtstag, die im Jahre 1942 in Boston in Massachusetts geboren wurde.

Die Antwort auf die Frage, ob das Wetter in den kommenden Tagen märchenhaft wird, liegt (wie meist) im Auge des Betrachters.

Am heutigen Dienstag sorgen die Ausläufer von Tief YUE, das sich aktuell über dem Golf von Genua befindet, in der Südosthälfte für viele Wolken. Südlich der Donau fällt vereinzelt auch etwas Regen aus diesen Wolken. Ansonsten sorgt Hoch IVO für ruhiges und vorfrühlingshaftes Wetter. Vor allem im Westen und Nordwesten scheint auch länger die Sonne. Zudem lässt es sich bei bis zu 12 Grad durchaus längere Zeit draußen aushalten.

Am morgigen Mittwoch präsentiert sich die Vorhersagekarte ähnlich. Im Süden und Südosten bleibt es weiterhin meist dicht bewölkt und vereinzelt fällt etwas Regen. Im Südwesten und in Teilen der Mitte zeigt sich die Sonne auch länger und bei bis zu 12 Grad steht einem ausgiebigen Nachmittagsspaziergang nichts mehr im Wege.

Auch in den darauffolgenden Tagen scheint bei wechselnder Bewölkung häufiger einmal die Sonne. Am Donnerstag zieht im Westen und Nordwesten sowie zum Freitag auch im Südwesten etwas Regen auf. Zudem frischt der Wind im Westen und Nordwesten etwas auf. Höchstwerte von bis zu 16 Grad sind im südöstlichen Bayern am Donnerstag sowie in der Lausitz am Freitag möglich.

Da sich das Wetter in den kommenden Tagen, wie beschrieben, durchaus ausflugsfreundlich präsentiert, könnten beispielsweise Orte entlang der Deutschen Märchenstraße angesteuert werden. Diese führt von Hanau als Geburtsstadt der Gebrüder Grimm bis nach Bremen, die (recht naheliegend) als Stadt der Bremer Stadtmusikanten gilt. Dazwischen befinden sich teils Orte, die Lebensstationen der Gebrüder Grimm sind, teils aber auch Orte und Landschaften, die als Heimat der verschiedenen Märchen gelten.

Lässt die Zeit einen Ausflug nicht wirklich zu oder aber die Entfernung zu den „märchenhaften“ Orten und Landschaften wäre zu groß, so lädt der „Erzähl-ein-Märchen-Tag“ vielleicht auch im Nachhinein dazu ein, das Märchenbuch wieder einmal hervorzukramen und darin etwas zu schmökern. Ist man kein Freund von Märchen, so findet sich sicherlich auch in der nächstgelegenen Bücherei oder Buchhandlung eine passende Alternative. Und wer kein Freund des geschriebenen Wortes ist, kann auch mithilfe von Hörbüchern oder Filmen in die Welt der Märchen eintauchen.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Sauter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/02/DWD-Maerchenhaftes-Wetter.png 1030 1922 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-02-27 16:02:442024-07-04 14:47:16Märchenhaftes Wetter

Das Wetter in Europa zum meteorologischen Frühlingsbeginn

26. Februar 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Nach dem bisher mildesten Februar (siehe Thema des Tages vom 25.02.2024) seit 1880 mit hauptsächlich in der Nordhälfte und der Mitte Deutschlands reichlich Niederschlag und viel Wind, beruhigte sich das Wetter seit dem letzten Wochenende deutlich. Am heutigen Montag befinden wir uns unter schwachem Einfluss eines Höhentroges über Frankreich. Dieser ist für Deutschlands aber nur wenig wetterwirksam. Immerhin kam es in der vergangenen Nacht in der Südwesthälfte aber zu Niederschlägen, die im Hochschwarzwald und anfangs auch im Hochsauerland zeitweise sogar als Schnee fielen. Oberhalb etwa 1000 Metern gab es zum Teil wenige Zentimeter Neuschnee.

Auch in den kommenden Tagen setzt sich das überwiegend ruhige und weiterhin milde Wetter bei uns fort. Ganz anders sieht es dagegen im zentralen Mittelmeerraum aus. Über Westeuropa kommt es in den nächsten Tagen zu einem Abschnürungsvorgang eines Höhentiefs mit Zentrum über Frankreich von der Höhenströmung. Das zugehörige Bodentief YUE verlagert sich zusammen mit dem Höhentief im weiteren Verlauf von Südfrankreich nach Italien und sorgt im Mittelmeerraum für kräftige Niederschläge. Vor allem in Norditalien kommen teils unwetterartige Niederschlagsmengen zusammen, die in den Hochlagen als Schnee fallen. In Südtirol werden in Staulagen bis Freitag Niederschlagssummen von 200 bis 300 mm erwartet. Oberhalb etwa 1500 Meter können dabei um 150 cm Neuschnee fallen.

Auf der Rückseite des Tiefs gelangen zudem kühlere Luftmassen in den westlichen und zentralen Mittelmeerraum. Dadurch werden im westlichen Mittelmeerraum nur noch an der Südküste Spaniens knapp 20 Grad erreicht. Ansonsten liegen die Temperaturen dort meist im Bereich des Mittels von 1991 bis 2020, oder leicht darunter. Zum meteorologischen Frühlingsbeginn verlagert sich das Bodentief voraussichtlich unter deutlicher Abschwächung in den östlichen Mittelmeerraum. Dadurch lassen auch die Niederschläge im Mittelmeerraum und vor allem in den Südalpen deutlich nach.

Gleichzeitig dehnt sich über Westeuropa erneut ein Höhentrog nach Süden aus (siehe Abbildung 1). Auf seiner Vorderseite werden milde Luftmassen über Osteuropa bis nach Skandinavien geführt. Somit zeigt das Thermometer zum kommenden Wochenende selbst in Nordskandinavien tagsüber deutliche Plusgrade an. Auch in den Nächten bleibt es bis nach Südskandinavien und zum Baltikum häufiger frostfrei. Richtiges Winterwetter mit Schnee und Kälte bleibt somit in Europa Mangelware. Ganz im Gegenteil. In weiten Teilen von Zentral- und Osteuropa liegen die Höchstwerte um 15 Grad und damit teils deutlich über dem Klimamittel von 1991 bis 2020 (siehe Abbildung 2 und 3).

 

Was erwartet uns zum kommenden Wochenende?

In Deutschland gestaltet sich das Wetter nach Osten überwiegend niederschlagsfrei und recht mild. Im Westen macht sich das Frontensystem eines kräftigen Tiefdruckgebietes über dem Nordmeer allmählich bemerkbar. Die Niederschlagsmengen halten sich allerdings voraussichtlich in Grenzen. Meist werden nur wenige Liter pro Quadratmeter erwartet. Ansonsten gibt es einen Wechsel von dichten Wolken und etwas Sonnenschein. Dazu liegen die Temperaturen mit 9 bis 15 Grad im vorfrühlingshaften Bereich. Dies wird sich nach dem ungewöhnlich milden Februar allerdings nicht nach großer Frühlingswärme anfühlen.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.02.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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