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Herbstlicher Wettercharakter zur neuen Woche

Das Jahr schreitet voran und der Herbst naht auch aus kalendarischer Sicht! Das Wetter pendelt dabei derzeit zwischen Spätsommer und Herbst hin und her. Kommende Woche ist dann wieder der Herbst mit seinen typischen Anzeichen am Zug.

Am 1. September hat nach meteorologischer Zeitrechnung der Herbst begonnen und am Montag den 23. September folgt der Herbstanfang auch aus kalendarischer Sicht. In der Grauzone der Herbstanfangsdefinitionen pendelt das Wetter zwischen Herbst und Spätsommer hin und her. In der kommenden Woche schlägt das Pendel in Deutschland wieder in Richtung Herbst aus. Bei Tiefstwerten zwischen 11 und 4 Grad, in Tal- und Muldenlagen der Südhälfte teils bis 1 Grad – örtlich inklusive Nachtfrost – kann sich zudem gebietsweise dichter Nebel bilden. Gleichermaßen beginnen derzeit auch die Blätter an den Bäumen zunehmend die Farben gelb und rot anzunehmen, sofern diese aufgrund der Trockenheit im Sommer nicht schon früher das Zeitliche gesegnet haben und zu Boden fielen. Im Norden und Osten vollendet schließlich stark böig, teils stürmisch auffrischender Wind, der Regenwolken über das Land peitscht, das herbstliche Feeling.

Allerdings sind die Rollen von Spätsommer und Herbst in Deutschland derzeit ungleichmäßig verteilt. Denn vor allem im Norden und Osten sowie Teilen der Mitte übernehmen ab heute zunehmend Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen. Das erste Tief, das seine Fühler nach Deutschland ausstreckt, ist „Ignaz“ über Skandinavien. Dessen Kaltfront rollt im Tagesverlauf auf den Norden zu und überquert das Land allmählich südwärts. Zwischen Tief „Ignaz“ und dem Hoch „Gaia I“ bei Irland kann sich eine stramme Nordwestströmung ausbilden, die Polarluft anzapft und bis nach Deutschland transportiert. Da allerdings die Nordsee noch recht warm ist und diese erwärmen kann, kommt die Luft zumindest noch gemäßigt bei uns an. Im Norden und Osten purzeln die Tageshöchstwerte diese Woche dennoch auf kühle 13 bis 19 Grad.

Dagegen sorgt das Hoch „Gaia I“ im Südwesten weiter für viel Sonnenschein, sodass die im Vergleich zum Wochenende ebenfalls niedrigeren Höchsttemperaturen zwischen 19 bis 23 Grad in den kommenden Tagen allenfalls den Eindruck des eines „Goldenen Herbstes“ erwecken.

Ein typisches Anzeichen für den Herbst – in den nächsten Tagen in Deutschland auch gut zu erkennen – ist der zunehmende Tagesgang der Temperaturen. Während am Tag mit Sonnenunterstützung die Höchstwerte oft noch angenehme Werte zwischen 15 und 25 Grad erreichen, sinken die Temperaturen in der Nacht verbreitet in den einstelligen Bereich. Der Grund liegt im abnehmenden Tageslicht. Zum kalendarischen Herbstanfang steht die Sonne mit etwas mehr als 12 Stunden genauso lange am Himmel wie zum Frühlingsanfang am 20. März, zum Sommeranfang am 21. Juni waren es dagegen noch knapp 16,5 Stunden. Die geringste Menge an Tageslicht erwarten wir dann zum Winteranfang am 22. Dezember.

Mit dem abnehmenden Sonnenlicht nehmen, wie oben schon angedeutet, auch die herbstlichen Wetter- und Umwelteigenschaften und somit auch Gefahren zu. So kann fallendes Laub insbesondere bei feuchten oder nassen Wetterbedingungen auf den Straßen für eine gefährliche Rutschbahn sorgen.

Anders sieht es mit dem Nebel aus. Besonders der sogenannte Strahlungsnebel hüllt die Landschaften in bodennahen Schichten zunehmend in einen weiß-grauen Schleier. Der Strahlungsnebel beruht dabei im Wesentlichen auf bodennahes Auskühlen. Bei klarem Himmel gibt der Boden viel Wärme an die Luft ab und kühlt somit stark aus. Umso länger die Nacht dauert, desto stärker kann der Boden bei wolkenlosen Verhältnissen auskühlen. Zeitlich verzögert kühlt der Boden schließlich auch die unteren Luftschichten ab. Verfügt die Luftschicht über eine ausreichende Menge an Feuchte, kann diese ab einer bestimmten Temperatur (Sättigung der Luft mit Wasserdampf) zu kleinen Tröpfchen kondensieren. Nachfolgend bilden sich bodennahe Wolken, die wir als Nebel wahrnehmen. Für Autofahrer können diese Nebelfelder aufgrund einer raschen Verschlechterung der Sichtverhältnisse sehr tückisch sein. Oftmals können die Sichtweiten lokal sogar unter 100 Meter sinken.

Erst wenn die Sonne am Himmel höher steigt und die Luft wieder erwärmt, löst sich der Nebel wieder auf. Die dann wieder wärmere Luft kann eine größere Menge an Feuchte aufnehmen, sodass die kleinen Nebeltröpfchen verdunsten und der Luft wieder als Wasserdampf erhalten bleiben.

Auch in den nächsten beiden Nächten muss vor allem im Westen und Süden erneut mit Nebelbildung gerechnet werden. Gebietsweise sind dabei auch wieder Sichtweiten unter 150 Meter zu erwarten. Entsprechend sollte in den betroffenen Regionen die Fahrgeschwindigkeit den Verhältnissen angepasst werden.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 15.09.2019

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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