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Schlagwortarchiv für: Hochsommer

Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

13. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Viel Sonne und hochsommerliche Temperaturen – so präsentierte sich der gestrige Sonntag in weiten Teilen Deutschlands. Verbreitet lagen die Temperaturen am Nachmittag bei um oder über 30 Grad. Damit herrschte wieder einmal bestes Badewetter. Auch die dritte Juliwoche startet vor allem in der Südwesthälfte des Landes hochsommerlich heiß und sonnig.

Grund dafür ist Hoch LAURENT, dessen Einflussbereich sich bis nach Mitteleuropa erstreckt. Somit dominiert auch am heutigen Montag erneut häufig die Sonne. Ganz störungsfrei verläuft der Tag jedoch nicht überall. Ein Blick auf die Höhenwetterkarte zeigt über Norddeutschland ein kleines Höhentief. Dadurch wird die Luftmasse dort im Tagesverlauf leicht instabil, sodass vereinzelte aber teils kräftige Schauer und Gewitter möglich sind. Am wahrscheinlichsten ist dies von Nordrhein-Westfalen bis nach Schleswig-Holstein. Lokal eng begrenzt ist bei diesen Gewittern heftiger Starkregen möglich.

In der Nacht auf Dienstag und am Dienstag macht sich dann zusätzlich im Süden eine schwach ausgeprägte Tiefdruckrinne bemerkbar. Damit sind bereits in der Nacht im äußersten Süden gewittrige Regenfälle möglich. Im Norden und der Mitte sind ebenfalls weiterhin vereinzelte Gewitter möglich. Tagsüber entwickeln sich dann im Süden und der Mitte des Landes in der zunehmend schwülheißen Luftmasse vornehmlich über dem Bergland teils kräftige Schauer und Gewitter. Dabei besteht lokal Unwettergefahr durch heftigen Starkregen! Im Norden ist die Gewitterneigung aufgrund einer vergleichsweisen recht trockenen Luftmasse deutlich geringer. Vereinzelte Entwicklungen können aber auch hier nicht ausgeschlossen werden.

Vorhersagekarte mit den Druckgebilden und Frontensystemen für Dienstag, den 14.07.2026 um 12 UTC. In den Süden gelangt schwülheiße gewitterträchtige Luft. Auf der Rückseite des umfangreichen Hochs erreicht dagegen kühlere Luft den Nordosten Deutschlands. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Die Höchsttemperaturen erreichen am Dienstag in der Südwesthälfte 30 bis 35 Grad. Aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit wird die Hitze allerdings noch belastender empfunden. Nach Osten hin fallen die Temperaturen etwas niedriger aus, dennoch wird es auch dort verbreitet hochsommerlich warm bis heiß.

Am Mittwoch setzt sich von Nordwesten her wieder häufiger die Sonne durch. Im Süden und Osten treten in der weiterhin schwülwarmen bis heißen Luftmasse erneut Schauer und Gewitter auf. Gleichzeitig gehen die Temperaturen in der Südwesthälfte etwas zurück. Mit der Zufuhr trockenerer Luft aus Nordwesten nimmt dort zudem die Wärmebelastung voraussichtlich etwas ab.

Am Donnerstag verlagert sich der Schwerpunkt des Höhentiefs etwas nach Nordwesten. Gleichzeitig nimmt es Verbindung auf mit einem Höhentrog über Westeuropa. Damit gelangen in den Südwesten erneut wieder etwas heißere Luftmassen, sodass dort am Donnerstag wiederholt Höchstwerte von bis zu 34 Grad erreicht werden können.

Synoptische Übersicht für Samstag, den 18.07.2026 um 12 UTC. Ein Höhentrog befindet sich über Mitteleuropa. Allerdings gibt es noch Unsicherheiten bezüglich der Lage und Ausdehnung. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag und zum Wochenende hin verlagert sich der Höhentrog nach Mitteleuropa. Damit nimmt nicht nur die Schauer und Gewittergefahr deutlich zu, sondern es gehen auch die Temperaturen sukzessive zurück. Wie stark die Abkühlung ausfällt ist allerdings noch mit einigen Unsicherheiten verbunden. Während einige Modellösungen einen deutlichen Rückgang der Temperatur sehen, zeigen andere lediglich eine moderate Abkühlung. Entscheidend ist dabei die genau Lage und Ausdehnung des Höhentrogs über Mitteleuropa. Eines zeichnet sich jedoch bereits jetzt deutlich ab: Die langanhaltende, teils auch große Hitze im Südwesten des Landes ist ab dem kommenden Wochenende erst einmal vorbei!

Ensemblevorhersage der Temperatur in 850 Hektopascal, des Niederschlags und des Geopotentials in 500 Hektopascal für Freiburg im Breisgau und Berlin. Zum Wochenende hin ist eine Abkühlung erkennbar. Allerdings gibt es noch größere Unsicherheiten darüber wie stark diese ausfällt. Quelle: Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Wie-lange-haelt-die-hochsommerliche-Hitze-an-1.png 854 1199 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-13 18:55:122026-07-14 00:04:51Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

Ein letztes Aufbäumen des Hochsommers

24. August 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Für Frühaufsteher mutete der heutige Morgen bereits leicht frühherbstlich an. In vielen Regionen gab es einstellige Tiefstwerte, nur an den Küsten und den tiefen Lagen des Südens bliebt es mit über 10 Grad etwas milder. In Bodennähe (gemessen in 5 cm Höhe) gab es besonders im Mittelgebirgsraum schon leichten Frost. Wie bereits im gestrigen Thema des Tages beschrieben, dominiert nun der Einfluss des Hochdruckgebiets MAREIKE. Dabei kann sich die eingeflossene kühle Luftmasse langsam wieder erwärmen. Bereits heute Nachmittag steigt die Temperatur vielerorts über die Marke vom 20 Grad, nur im Norden und in manchen Mittelgebirgslagen bleibt es etwas kühler. Doch reicht es in den kommenden Tagen nochmals für eine sommerliche Witterung?

Diese Frage kann mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet werden. Die Gleise für die aktuelle Wetterentwicklung wurden bereits vor knapp zwei Wochen in weit entfernten Gefilden gelegt. Am 11. August entwickelte sich vor der Westküste Afrikas der Tropische Sturm ERIN (etwa bei den Kapverdischen Inseln). In weiterer Folge zog dieser weiter in Richtung Karibik, drehte aber kurz davor nach Norden ab. Ein Glück für die dortigen Inselbewohner, denn er wurde kurzzeitig sogar mit der höchsten Kategorie 5 eingestuft. Auf dem Nordatlantik wandelte er sich schließlich in ein außertropisches Sturmtief um und ist in den heutigen Wetterkarten weit westlich von Irland zu finden. Doch seine Mission ist noch nicht zu Ende. Mit weiterer Ostverlagerung sorgt er zunehmend dafür, dass eine sehr warme Luftmasse aus Südwesteuropa nach Deutschland gelenkt wird.

Tageshöchstwerte und Wetter am Mittwoch, den 27.08.2025

Besonders am Dienstag und Mittwoch wird der Höhenpunkt der Warmluftzufuhr erwartet. In weiten Teilen Deutschlands wird dabei die Marke von 25 Grad deutlich überschritten, am Oberrhein sind sogar knapp 30 Grad möglich. Etwas länger gedulden müssen sich die Bewohnerinnen und Bewohner im Nordosten, dort kommt die Luft von der Iberischen Halbinsel erst am Mittwoch an. Abseits der unmittelbaren Küstengebiete gibt es schließlich auch dort nochmal einen klassischen „Sommertag“ mit mindestens 25 Grad.

Doch EX-ERIN hat ein enormes Durchhaltevermögen und weitet seinen Tiefdruckeinfluss in der zweiten Wochenhälfte auf Mitteleuropa aus. Dabei kommt ihm vielleicht auch ein „kleiner Bruder“ zur Hilfe. An seiner Südwestflanke könnte sich nämlich ein kleines Tief bilden, das sich ab Freitag auf Mitteleuropa auswirken würde. Über den detaillierten Ablauf sind sich die Wettermodelle zwar noch nicht einig, aber der Pfad zu verstärktem Tiefdruckeinfluss scheint in der Modellwelt schon gut ausgetreten zu sein. Mit diesem geht auch die Heranführung von deutlich kühlerer Meeresluft einher.

Temperaturverlauf für ausgewählte Städte bis Samstag, den 30.08.2025

Fans des Hochsommers müssen sich also so langsam damit abfinden, dass die Ausgabe 2025 im Laufe der kommenden Woche zu Ende geht. Denn nicht nur die Temperaturen legen den Rückwärtsgang ein, es wird auch deutlich wechselhafter mit Regenfällen und teils windigen Abschnitten. Allerdings kann es auch im weiteren September nochmal viel Sonne und Wärme geben, dann aber wahrscheinlich eher in der Kategorie „Spätsommer“ oder „Frühherbst“.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.08.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/08/Ein-letztes-Aufbaeumen-des-Hochsommers-1.png 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-08-24 13:36:412025-08-26 14:03:36Ein letztes Aufbäumen des Hochsommers

Nach der Hitze die Gewitter

25. Juni 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Der Sommer ist in vollem Gange. Im Süden Deutschlands ist es mit Hochdruckeinfluss heute sonnig und heiß. Die Maxima liegen südlich einer Linie Eifel-Frankenwald verbreitet über 30 Grad. Nördlich davon ist es ebenfalls warm, aber nicht so heiß. Nur an den Küsten und im Norden Schleswig-Holsteins werden maximal um 20 Grad erwartet, was per Definition im Juni nur „mäßig warm“ entspricht. Dazu ziehen immer wieder Wolken durch und vereinzelt fällt auch etwas Regen. Grund dafür sind Ausläufer eines Tiefdruckkomplexes über Finnland und dem Baltikum.
 

 

Karte Europa und Nordatlantik mit Vorhersage von Isobaren- und Druckzentren sowie Frontalzonen für Mittwoch, 25.06.2025 12 UTC (Quelle: DWD) 

Am morgigen Donnerstag (26.06.2025) schwächt sich der Hochdruck ab und wir geraten in den Einflussbereich eines Tiefs bei Island. Dessen Ausläufer erreichen uns bereits in den frühen Morgenstunden von Westen und Südwesten her. Vorderseitig eines Randtroges wird die eingeflossene Warmluft labilisiert und es kommt zu ersten Schauern und Gewittern im Südwesten und Westen des Landes.
 

 

Karte Europa und Nordatlantik mit Vorhersage von Isobaren- und Druckzentren sowie Frontalzonen für Donnerstag, 26.06.2025 12 UTC (Quelle: DWD) 

Tagsüber verlagern sich die feucht-warmen bis heißen Luftmassen nord- und ostwärts. Die Gewitter lassen am Vormittag aber vorübergehend nach. Ab Mittag sind verbreitet kräftige Gewitter möglich. Nur im Südwesten ist das Gröbste dann schon durch. In der Osthälfte des Landes besteht dann das größte Potenzial für örtliche Unwetter. Bei kräftigen Gewittern sind Sturmböen bis 85 km/h, kleinkörniger Hagel und Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit wahrscheinlich. Bei Unwettern können Böen bis in den orkanartigen Bereich (110 km/h), Hagel bis 3 cm und Starkregen um 30 l/qm in kurzer Zeit auftreten. Auswirkungen können örtliche Überschwemmungen und Hagelschlag sein. Vor allem aber sind aufgrund der Böen Astbruch und umstürzende Bäume möglich. Diese sind aktuell voll belaubt und bieten dem Wind große Angriffsflächen.
 

Deutschlandkarte mit der Region mit dem größten Potenzial für lokale Unwetter am Donnerstag, 26.06.2025 (Quelle: DWD) 

Am Donnerstagabend beruhigt sich das Wetter von Westen her wieder. In der Nacht zum Freitag zieht zwar noch eine kleine Störung von Westen herein, sie bringt aber nur noch dichte Wolken und Regen. Gewitter werden keine mehr erwartet. Zudem kühlt die Luft merklich ab.

An den Folgetagen setzt sich aus Südwesten Hochdruck durch, der wieder sehr warme bis heiße Luft bringt. Diese erreicht am Sonntag und Montag auch den Norden. Dann sind in weiten Teilen des Landes hochsommerliche Höchstwerte von über 30 Grad zu erwarten. Im Südwesten sind erneut um 35 Grad möglich.

Wie Sie sich auf die Hitze vorbereiten und schützen können, lesen Sie im Thema des Tages vom 13.06.2025: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/6/13.html und jederzeit auch auf www.hitzewarnungen.de.

Dipl. Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/06/Nach-der-Hitze-die-Gewitter-1.png 910 1280 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-06-25 10:50:092025-06-27 10:58:53Nach der Hitze die Gewitter
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