Schlagwortarchiv für: Niederschlag

Alaaf, Helau und Narri Narro!

Am heutigen Weiberfastnachts-Donnerstag wird vor allem im Rheinland und im Südwesten Deutschlands der erste Ausnahmezustand des bis Dienstag andauernden Straßenkarnevals ausgerufen. Für einen Tag übernehmen die Frauen das Regiment und so mancher Schlips oder Schnürsenkel wird „daran glauben“ müssen. In einigen Städten feiert man auch auf den Straßen, beispielsweise in Köln, wo man „Alaaf“ als Narrenruf zum Besten gibt. „Alaaf“ leitet sich von „all af“ ab, was soviel bedeutet wie „über alles“. Kombiniert mit Kölle als Synonym des Stadtnamens wird daraus „Köln über alles“.

Weiberfastnacht

Das Wetter ist in den Feierregionen heute durch Tief ULRIKE (international NILS) zunächst ziemlich durchwachsen mit teils kräftigen Regenfällen bei Temperaturen zwischen 7 und 14 Grad. Am Nachmittag lassen die Regenfälle zumindest im Westen etwas nach, gänzlich trocken bleibt es aber wohl nicht. Da sich die Feierlichkeiten abends meist in die Kneipen verlagern, ist der Regen vorübergehend kein Thema mehr, obwohl es sicherlich „feucht-fröhlich“ weitergeht. Auf dem Nachhauseweg droht dann allerdings die nächste Dusche, weil es auch in der Nacht zum Freitag zeitweise weiterregnet.

Alaaf Helau und Narri Narro

Bodenwetterkarte von Donnerstag, 12.02.2026, 0 UTC

Nelkensamstag

Nach einem etwas ruhigeren Freitag finden am kommenden Nelkensamstag in einigen Städten große Karnevalsumzüge statt. So kann man am Nachmittag beispielsweise in Osnabrück, Hannover und Moers lustig geschmückte oder verkleidete Wagen, Fußtruppen und Musikkapellen bewundern. Wenn in Osnabrück am dortigen „Ossensamstag“ und ebenso in Hannover und Moers „Helau“ als Narrenrufe zum Besten gegeben werden, wird es bei 0 bis 2 Grad anfangs noch leicht flöckeln, im Nachmittagsverlauf bleibt es dann aber meist trocken. Die Sonne könnte sich dann noch vereinzelt zeigen und mit den Narren um die Wette lachen.

Tulpensonntag

Am Tulpensonntag kann man – neben vielen weiteren kleinen und großen Umzügen im ganzen Land – auch in Köln beim „Schull- un Veedelszöch“, in Mannheim („Mannem Ahoi“), Oberhausen („Helau“), Braunschweig („Brunswiek Helau“) und Frankfurt („Helau“) an größeren Umzügen teilnehmen. Der Sonntag bietet vermutlich das beste Wetter für die Umzüge, da es unter Zwischenhocheinfluss überwiegend trocken bleibt. Bei -2 bis 6 Grad sind allerdings dicke Jacke, Schal, Mütze und Handschuhe zu empfehlen – sofern sie zum Karnevalskostüm passen.

Alaaf Helau und Narri Narro 2

Vorhersagekarte Bodendruck für Tulpensonntag, 15.02.2026

Rosenmontag

Am Rosenmontag finden dann die meisten Umzüge statt. Besonders im Blickpunkt stehen die Züge in Köln, Düsseldorf („Helau“) und Mainz („Meenz Helau“), die zum Teil mehr als eine Millionen Besucher anlocken. Nach aktuellem Stand sieht es für die Karnevalisten allerdings nicht so gut aus. Ein Tief bei den Britischen Inseln sorgt bereits in der Nacht zum Montag von Westen für Schneefälle, sodass am Morgen gebietsweise etwas Schnee liegt. Im Westen und Südwesten geht der Schneefall dann schon in Regen über, wobei lokal Glatteis durch gefrierenden Regen nicht ganz ausgeschlossen ist. Zum Mittag hin entspannt sich die Glättelage bereits, weil es zu einer weiteren Milderung kommt. Danach gibt es aber weiterhin zeitweise Regen. In den anderen Regionen (abgesehen vom Nordosten) fällt ebenfalls etwas Regen oder Schnee, auch dort besteht dann Glättegefahr. Die Temperaturen liegen bei -2 Grad im Nordosten und bis 9 Grad am Oberrhein.


Alaaf Helau und Narri Narro 3

6-stündige Schneehöhenänderung für Rosenmontag, 16.02.2026 7 Uhr und 13 Uhr

Veilchendienstag

Zum Abschluss des Straßenkarnevals am Veilchendienstag ist der Umzug in Mönchengladbach („Halt Pohl“) einer der größten. Auch in München („Narri, Narro“) kommt es dann zum Faschingshöhepunkt, dieser ist allerdings nicht durch einen Umzug, sondern durch den Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt gekennzeichnet. Am Dienstag gibt es gebietsweise Regen und Schnee, vor allem in der Mitte. In der Südwesthälfte bläst dazu ein starker Wind, der den Karnevalisten mit steifen bis stürmischen Böen zwischen 50 und 70 km/h (Bft 7 bis 8) um die Ohren bläst und Perücken und Hüte möglicherweise vom Kopf weht. Ein wenig Hoffnung besteht noch auf etwas bessere Bedingungen, weil die Vorhersage noch nicht als sicher einzustufen ist.

Alaaf Helau und Narri Narro 4

Windböen für Veilchendienstag, 17.02.2026 13 Uhr und 16 Uhr

Der diesjährige Karneval steht also in seiner „heißen“ Phase nicht die ganze Zeit unter einem guten Stern. Wenn am Aschermittwoch dann alles vorbei ist, steigen die Temperaturen weiter. Der ursprüngliche, jedoch unbestätigte Zweck des Karnevals, nämlich die Vertreibung des Winters, wäre damit erfüllt. Die Mittelfristkarten zeigen allerdings, dass darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, weil ein erneuter Wintereinbruch im Bereich des Möglichen bleibt.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Tauwetter und Hochwasser?

Die zweite Februarwoche startete weitgehend mit ruhigem und nach Südwesten hin auch mit mildem Winterwetter. Verantwortlich dafür war HOCH EMMERAM, welches am gestrigen Montag mit seinem Schwerpunkt über dem Baltikum lag. EMMERAN hat sich nun aber unter allmählicher Abschwächung zum Schwarzen Meer verlagert. Gleichzeitig erfasste uns bereits am Morgen die Okklusionsfront eines Tiefs bei den Britischen Inseln. Damit kamen bereit in der Früh im Südwesten die ersten Regenfälle auf. Größere Niederschlagsmengen kommen dadurch aber zunächst einmal nicht zustande.

Dies ändert sich jedoch in der kommenden Nacht: Dann greift bereits das teilokkludierte Frontensystem eines neuen Tiefs mit Kern nordwestlich von Irland auf den Südwesten des Landes über. Dabei setzen im Schwarzwald gegen Mitternacht, verstärkt durch einen herannahenden markanten Randtrog, kräftige Regenfälle ein. Aufgrund der sehr milden Luftmasse setzt im Hochschwarzwald Tauwetter ein. Dort liegen oberhalb von etwa 900 Metern 10 bis 30 Zentimeter Schnee, auf den Gipfeln, wie beispielsweise auf dem Feldberg rund 50 Zentimeter. Die tieferen Lagen sind allerdings überwiegend schneefrei, was die mögliche Hochwassersituation etwas entspannt.

Der Winter macht vielerorts eine kleine Pause 1 1

Vom Modell aktuell simulierte Gesamtschneehöhe und das Wasseräquivalent für den Schwarzwald. Im Hochschwarzwald werden teilweise um 80 Millimeter Wasseräquivalent simuliert. Im Nordschwarzwald liegt dagegen kaum Schnee.

Die Niederschläge halten am Mittwoch insbesondere im Schwarzwald tagsüber an. Am Abend ist voraussichtlich mit einer kurzen Unterbrechung zu rechnen, bevor in der zweiten Nachthälfte erneut kräftige Regenfälle einsetzen. Mit diesem zweiten Niederschlagsschub werden voraussichtlich die Staulagen des Nordschwarzwaldes die größten Niederschlagssummen erhalten. Dort wird bis zu diesem Zeitpunkt jedoch selbst in den Hochlagen kein Schnee mehr liegen. weshalb sich dort insgesamt nicht ganz so hohe Abflussmengen ergeben. Die Niederschläge halten auch am Donnerstag weiter an. Erst in der Nacht auf Freitag schwächen sie sich ab und gehen allmählich wieder in Schnee über. Insgesamt werden im Schwarzwald bis Freitagnacht verbreitet 40 bis 80 Liter pro Quadratmeter erwartet. In einigen exponierten Staulagen sind sogar Mengen von über 100 l/qm möglich.

Der Winter macht vielerorts eine kleine Pause 2 1

Wetterlage für Mittwoch, den 11.02.2026 um 00 UTC. Ein Randtrog sorgt für starke Hebung über dem Südwesten. Gleichzeitig werden sehr milde Luftmassen mit einem hohen Feuchtegehalt herangeführt.

Welche Faktoren spielen neben der Niederschlagsmenge und der Schneehöhe eine Rolle bei der Einschätzung des Hochwasserpotenzials? Ein wichtiger Punkt ist der Wassergehalt der Schneedecke. Frisch gefallener Neuschnee besitzt einen Wassergehalt von lediglich 0,5 bis 1,5 Millimetern pro Zentimeter, feuchter Altschnee hingegen von 3,0 bis 5,0 Millimetern pro Zentimeter. Dies spielt insbesondere bei einer verbreiteten, dicken Schneedecke eine große Rolle. Zudem ist entscheidend, ob die Schneedecke vollständig wegtaut oder nur teilweise, da sie Regenwasser bis zu einer bestimmten Menge aufnehmen kann. Taut die Schneedecke jedoch vollständig ab und ist der Boden zusätzlich aufgrund einer vorangegangenen kalten Witterungsperiode bis in tiefere Schichten gefroren, gelangt das gespeicherte Wasser direkt in die Flüsse und kann zu Hochwasser führen.

Außerdem sind bei einem Tauwetterereignis auch die Feuchttemperatur und der Wind von Bedeutung. Setzt Tauwetter bei einer sehr milden und feuchten Luftmasse mit kräftigem Wind ein, taut die Schneedecke deutlich schneller ab. Dies führt zu einem erhöhten Wasserangebot innerhalb kurzer Zeit. Entscheidend, insbesondere für Hochwasser an kleineren Flüssen, ist zudem, ob der Dauerregen von Unterbrechungen begleitet wird oder ob es über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung kräftig regnet.

Darüber hinaus spielen auch nicht-meteorologische Faktoren eine wichtige Rolle. Dazu zählen zum einen die Topographie der Region, zum anderen aber auch der Versiegelungsgrad sowie die Art der Vegetation im Einzugsgebiet eines Flusses.

Analysieren wir diese Faktoren nun für das bevorstehende Ereignis: Schnee ist insgesamt nur in geringem Umfang vorhanden und beschränkt sich auf die Hochlagen des Hochschwarzwaldes. Dabei handelt es sich überwiegend um feuchten Altschnee, der in diesem relativ kleinen Gebiet voraussichtlich vollständig abschmelzen wird. Weitere Faktoren, die für Hochwasser sprechen, sind die hohen Feuchttemperaturen sowie der stürmische Südwestwind. Allerdings wird es im Zeitraum von etwa 48 Stunden nicht durchgehend zu Niederschlag kommen; am Mittwochabend ist eine Niederschlagspause zu erwarten. Hinzu kommt, dass die Böden nicht gefroren sind und aufgrund einer zuvor eher trockenen Witterungsphase aufnahmefähig bleiben.

Letztlich spielt auch die Topographie eine Rolle: Durch die teils bergige Landschaft ist die Region grundsätzlich anfällig für schnell ansteigende Flusspegel. Allerdings ist die Bebauung und Versiegelung im Schwarzwald vergleichsweise gering, was einer hohen Gefährdung entgegen wirkt.

Insgesamt lässt sich daraus schließen, dass in den kommenden Tagen im Schwarzwald deutlich steigende Flusspegel zu erwarten sind. Örtlich kann es zu Überflutungen kommen, und an kleineren Flüssen im Südschwarzwald ist auch Hochwasser möglich. Eine größere, überregionale Hochwasserlage wird jedoch nach heutigem Stand nicht erwartet!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Deutschlandwetter im Jahr 2025

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Jahr 2025*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 12,1 °C +1,8 Grad
2 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 12,1 °C +1,2 Grad
3 Frankfurt-Westend Hessen 12,0 °C +1,7 Grad

Besonders kalte Orte im Jahr 2025*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 6,4 °C +2,0 Grad
2 Carlsfeld Sachsen 6,5 °C +2,1 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 °C +0,7 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Todtmoos Baden-Württemberg 1824,5 l/m² 94 %
2 St. Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 1691,7 l/m² 90 %
3 Utzenfeld Baden-Württemberg 1656,2 l/m² 109 %

Besonders trockene Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Arnstein-Ulzigerode Sachsen-Anhalt 350,3 l/m² 64 %
2 Dessau-Roßlau-Rodleben Sachsen-Anhalt 355,4 l/m² 66 %
3 Wettin-Löbejün-Neutz Sachsen-Anhalt 355,9 l/m² 74 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oschatz Sachsen 2165 Stunden 134 %
2 Pforzheim-Ispringen Baden-Württemberg 2165 Stunden 128 %
3 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 2154 Stunden 139 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Jahr 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oberstdorf Bayern 1674 Stunden 105 %
2 Regensburg Bayern 1700 Stunden 103 %
3 Bremervörde Niedersachsen 1701 Stunden 114 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Jahresmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Jahresmittelwertes zum vieljährigen Jahresmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Jahresrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 03.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Deutschlandwetter im Dezember 2025

Besonders warme Orte im Dezember 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Helgoland Schleswig-Holstein 7,2 °C +2,8 Grad
2 Borkum-Flugplatz Niedersachsen 6,2 °C +3,0 Grad
3 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 6,1 °C +2,0 Grad

Besonders kalte Orte im Dezember 2025*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Garmisch-Partenkirchen Bayern -1,1 °C +1,6 Grad
2 Oberstdorf Bayern -0,6 °C +1,5 Grad
3 Schönau am Königssee Bayern -0,4 °C +1,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 St.-Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 99,4 l/m² 44 %
2 Utzenfeld Baden-Württemberg 91,8 l/m² 61 %
3 Todtmoos Baden-Württemberg 86,0 l/m² 38 %

Besonders trockene Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Martinroda Thüringen 4,2 l/m² %
2 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 5,1 l/m² 11 %
3 Waltershausen Thüringen 5,5 l/m² %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 124 Stunden 234 %
2 Zwiesel Bayern 116 Stunden 199 %
3 Hechingen Baden-Württemberg 116 Stunden 265 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Dezember 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Konstanz Baden-Württemberg 19 Stunden 50 %
2 Wutöschingen-Ofteringen Baden-Württemberg 22 Stunden 62 %
3 Singen Baden-Württemberg 24 Stunden 64 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Zwischenbilanz beim Niederschlag und Wetterausblick

Die erste Hälfte des Oktobers ist bereits schon wieder vorbei. Das Wetter präsentierte sich meist recht trüb. Für einen goldenen Oktober sind hingegen längere Phasen mit stimmungsvollem Sonnenschein notwendig. Anfangs des Monats zeigte sich die Sonne vielerorts auch länger, in den vergangenen Tagen suchte man die Sonne und damit den goldenen Oktober hingegen oft vergeblich.

Die Verfärbung des Laubs in prächtiges Gelb, Orange und Rot wird durch die kürzer werdenden Tageslängen ausgelöst. Aufgrund des mangelnden Lichts und weil die Nährstoffversorgung der Blätter im Winter nicht gewährleistet werden kann, stellen die Laubbäume die Photosynthese ein, die die Blätter sonst grün erscheinen lässt. Möglichst kühle Nächte sind für einen schnelleren und großflächigen Verfärbungsprozess vorteilhaft. Daneben spielen auch die gefallenen Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle. Doch wie viel Niederschlag kam in den vergangenen zwei Wochen zusammen?

Wetterstationen können hierbei Aufschluss geben, wie viel Niederschlag an einem bestimmten Ort in einer gewissen Zeit gefallen ist. Allerdings kann man durch Wetterstationen nur ein unzureichendes Bild davon bekommen, wie viel Niederschlag in der Fläche gefallen ist. Auch können teilweise kräftige Niederschläge nicht erfasst werden, wenn sie nicht gerade über eine Wetterstation hinwegziehen. Die Lösung für dieses Problem sind die aus Radardaten abgeleiteten Niederschlagsmengen. Die nachfolgende Abbildung zeigt die aus Radardaten abgeleiteten Niederschlagsmengen seit dem 01. Oktober.

Aus Radardaten abgeleitete Niederschlagsmengen in Liter pro Quadratmeter seit dem 01. Oktober

Zwischenbilanz beim Niederschlag und Wetterausblick 1

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Bild bei den bislang gefallenen Niederschlagsmengen sehr heterogen ist. Bei den Maxima stechen vor allem der Norden und Nordwesten hervor. Diese kamen vor allem durch das Sturmtief DETLEF (int. AMY) zustande, dessen Ausläufer am Feiertagswochenende über Deutschland hinwegzogen (Thema des Tages vom 03.10.2025). Daneben sticht der östliche Alpenrand mit mehr als 50 Liter pro Quadratmeter hervor, wobei auch hier DETLEF einen Anteil hatte (Thema des Tages vom 06.10.2025).

In großen Teilen des Südens und Ostens fielen hingegen noch nicht einmal 15 Liter pro Quadratmeter. Dadurch lassen sich die Umrisse von so manchem Mittelgebirge oder deren Staulagen erkennen, wo etwas mehr Niederschlag zusammenkam.

Im Durchschnitt fallen im Monat Oktober 40 bis 80 Liter pro Quadratmeter. Die nachfolgende Abbildung zeigt links die bis zum jetzigen Zeitpunkt gefallenen Niederschlagsmengen relativ zum vieljährigen Mittel und rechts die bisherigen Niederschlagsmengen relativ zum vieljährigen Mittel des gesamten Monats Oktober.

Links: Bis zum jetzigen Zeitpunkt gefallene Niederschlagsmengen relativ zum vieljährigen Mittel, rechts: Bisherige Niederschlagsmengen relativ zum vieljährigen Mittel des gesamten Monats Oktober

Zwischenbilanz beim Niederschlag und Wetterausblick 2

Besonders die blauen und pinkfarbenen Flächen im Norden und Nordwesten Deutschlands springen hierbei direkt ins Auge. Diese Farbgebung ist gleichbedeutend mit 150 Prozent und mehr der bis zum jetzigen Zeitpunkt im Oktober in diesen Regionen sonst üblichen Niederschlagsmengen. Bezieht man die bislang gefallenen Mengen auf den gesamten Monat Oktober, so liegen diese um das Monatssoll. Würde in diesen Regionen also kein Niederschlag mehr dazukommen, würde die Bilanz für den gesamten Monat Oktober exakt so aussehen, nur eben mit sehr unterschiedlichen Monatshälften.

Vielerorts sind aber auch gelbliche und orangefarbene Farbtöne erkennbar, die darauf schließen lassen, dass dort bislang zwischen 20 und 40 Prozent oder sogar weniger der bis zum jetzigen Zeitpunkt im Oktober sonst üblichen Niederschlagsmengen zusammengekommen ist. Bezieht man diese Mengen nun auf den gesamten Monat Oktober, so wird deutlich, dass in diesen Regionen häufig noch nicht einmal 15 Prozent des Monatssolls erreicht wurde. Dort müsste also in den kommenden zwei Wochen noch einiges zum Erreichen des Monatssolls dazukommen.

Doch sieht es nun wenigstens in den kommenden Tagen nach goldenem Oktober oder zumindest nach Regen aus oder bleibt es bei diesem grauen Himmelsbild? An der Ostflanke von Hoch SIEGLINDE mit Zentrum über den Britischen Inseln wird zunächst weiterhin feuchte und wolkenreiche Luft nach Deutschland gelenkt. Insbesondere im Norden und in großen Teilen der Mitte tritt leichter Regen oder Sprühregen auf, die Sonne zeigt sich allenfalls vorübergehend, am ehesten direkt an den Küsten. Im Süden wechseln sich hingegen Sonne und Wolken ab und es ist trocken, mancherorts können sich jedoch teils zähe Nebel- und Hochnebelfelder halten.

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Donnerstag, den 16.10.2025 12 UTC

Zwischenbilanz beim Niederschlag und Wetterausblick 3

Ab dem morgigen Freitag stellt sich allmählich das Wetter um. Von Norden her greift eine Kaltfront auf Deutschland über, die allerdings kaum wetterwirksam ist. Dahingehend ist es zweitrangig, ob nun die dank SIEGLINDE nach Deutschland advehierte feuchte Nordseeluft oder die Kaltfront ursächlich für den leichten Regen oder Sprühregen im Norden und in der Mitte ist. Eine Änderung stellt sich hingegen durch die trockenere Polarluft ein, die der Kaltfront nachfolgt und ein in weiten Landesteilen goldenes Oktoberwochenende einläutet.

Am Samstag ist es verbreitet heiter bis sonnig. Nur im Süden, wo anfangs noch gebietsweise Nebel- und Hochnebelfelder, im Vormittagsverlauf dann auch die Reste der Kaltfront vorzufinden sind, kann die Sonne erst am Nachmittag vermehrt zum Vorschein kommen.

Am Sonntag scheint die Sonne insbesondere in der Osthälfte sowie in den südwestlichen Mittelgebirgen länger. Von Westen macht sich dann bereits die nächste Wetterumstellung bemerkbar und Tiefdruckgebiete übernehmen allmählich die Regie über unser Wettergeschehen. Wolkenfelder ziehen auf, in der Nacht zum Montag setzt Regen ein. Zum Start in die neue Woche präsentiert sich das Wetter wechselhaft und zeitweilige Regenfälle sind zu erwarten, die die Niederschlagsmessgeräte füllen werden.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.10.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Deutschlandwetter im August 2025

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im August 2025*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 21,1 °C +2,3 Grad
2 Mannheim Baden-Württemberg 20,8 °C +2,0 Grad
3 Frankfurt-Westend Hessen 20,7 °C +1,9 Grad

Besonders kalte Orte im August 2025*

Platz Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Carlsfeld Sachsen 14,4 °C +1,9 Grad
2 Kahler Asten Nordrhein-Westfalen 14,7 °C +2,0 Grad
3 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 14,7 °C +0,6 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im August 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Todtmoos Baden-Württemberg 244,0 l/m² 172 %
2 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 218,0 l/m² 230 %
3 Achberg-Doberatsweiler Baden-Württemberg 201,3 l/m² 126 %

Besonders trockene Orte im August 2025**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Neustadt-Glewe Mecklenburg-Vorpommern 10,4 l/m² 17 %
2 Alzey Rheinland-Pfalz 10,8 l/m² 22 %
3 Gardelegen-Lindstedterhorst Sachsen-Anhalt 11,2 l/m² 18 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im August 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 Darmstadt Hessen 304 Stunden 142 %
2 Alzey Rheinland-Pfalz 301 Stunden 142 %
3 Schaafheim-Schlierbach Hessen 301 Stunden 147 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im August 2025**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Oberstdorf Bayern 200 Stunden 109 %
2 Arnsberg-Neheim Nordrhein-Westfalen 202 Stunden 111 %
3 Ahaus Nordrhein-Westfalen 203 Stunden 108 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.09.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Deutschlandwetter im Mai 2025

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland. 

Besonders warme Orte im Mai 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Waghäusel-Kirrlach  Baden-Württemberg  15,9 °C  +1,4 Grad 
2  Bad Bergzabern  Rheinland-Pfalz  15,9 °C  +2,0 Grad 
3  Rheinau-Memprechtshofen  Baden-Württemberg  15,6 °C  +2,0 Grad 

Besonders kalte Orte im Mai 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Carlsfeld  Sachsen  8,3 °C  +0,2 Grad 
2  Zinnwald-Georgenfeld  Sachsen  8,6 °C  +0,1 Grad 
3  Deutschneudorf-Brüderwiese  Sachsen  9,0 °C  -0,9 Grad 

Besonders niederschlagsreiche Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Bischofswiesen-Loipl  Bayern  214,2 l/m²  134 % 
2  Marktschellenberg  Bayern  194,8 l/m²  118 % 
3  Kreuth-Glashütte  Bayern  187,4 l/m²  97 % 

Besonders trockene Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Lunow  Brandenburg  12,2 l/m²  24 % 
2  Plau am See  Mecklenburg-Vorpommern  14,7 l/m²  32 % 
3  Lauterecken  Rheinland-Pfalz  15,1 l/m²  24 % 

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenschein  Anteil 
1  Norderney  Niedersachsen  318 Stunden  141 % 
2  Borkum-Flugplatz  Niedersachsen  318 Stunden  142 % 
3  Kitzingen  Bayern  302 Stunden  151 % 

Besonders sonnenscheinarme Orte im Mai 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenscheindauer  Anteil 
1  Oberstdorf  Bayern  141 Stunden  85 % 
2  Garmisch-Partenkirchen  Bayern  148 Stunden  87 % 
3  Kiefersfelden-Gach  Bayern  163 Stunden  99 % 

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt. 

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. 

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990). 

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent). 

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse 

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.06.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Klimadiagramme

Damals wie heute wird im Geografieunterricht an einer Schule ein Atlas verwendet. Dieser ist sowohl digital auf einem Tablet als auch analog als Buch verfügbar. Wenn man so durch die Atlas-Seiten blättert, dann entdeckt man irgendwann auch Klimadiagramme. Oftmals ist eine Darstellung von der Erde und dessen Klimazonen abgebildet. Bei Schulprüfungen gibt es bis heute die Aufgabe: Von welchem Ort stammt das Klimadiagramm? Um dies beantworten zu können, muss man ein Klimadiagramm jedoch richtig lesen und auswerten können.

In der nachfolgenden Beispielgrafik sind zehn nummerierte Pfeile dargestellt. Welche Beschriftung würden Sie für die einzelnen Pfeile wählen? Probieren Sie es mal aus bevor Sie weiterlesen! Genau eine solche Aufgabe könnte es im Geografie- beziehungsweise Erdkundeunterricht geben.
 

Klimadiagramme teil 1

Klimadiagramm aus Schulzeiten 

Beginnen wir in der oberen, linken Ecke: Zunächst wird der Name (Ort) der Station genannt (1). Danach folgt die Höhe der Station in Metern über dem Meeresspiegel (2). Beim dritten Pfeil ist die durchschnittliche Jahrestemperatur in Grad Celsius [°C] (3) angegeben. Anschließend benötigt man eine linke vertikale Achse (y- bzw. Hochachse) mit der Skala für die Temperatur in Grad Celsius (°C) (4). Der nächste Pfeil zeigt auf die Temperaturkurve im Diagrammpapier (5). Nun sind wir schon im unteren Feld angekommen bei der Grundachse (horizontale bzw. x-Achse) mit den Monaten von Januar bis Dezember (6). Weiter geht es mit den Niederschlagssäulen (7). An der rechten Hochachse ist der Maßstab für die Niederschlagswerte in Millimeter (mm) (8) aufgetragen. Am vorletzten Pfeil steht die Jahressumme der Niederschläge in mm (9). Zum Schluss ist noch die Lage im Gradnetz (10) von entscheidender Bedeutung. 

 

Klimadiagramme können natürlich auch ganz anders aussehen. Darum wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie einmal ein Diagramm entdecken, das nicht exakt wie diese Beispielgrafik aussieht. Sie soll nur verdeutlichen, wie der generelle Aufbau eines solchen Diagramms ist. Vielleicht haben Sie es erkannt, die händischen Eintragungen wurden auf Millimeter-Papier gemacht. In der digitalen Welt gibt es in der heutigen Zeit natürlich unzählige Auswertetools, die dies bereits für uns übernehmen. 

 

Schauen Sie doch mal im Keller oder in fast vergessenen Schubladen nach Ihrem eigenen Schulatlas aus Schulzeiten! Darin gibt es allerlei interessante Abbildungen zu entdecken – die Klimadiagramme sind da nur ein spannendes Beispiel. 

Dipl.-Verw.Betriebsw. (FH) Stefan Hahn
Regionale Wetterberatung Potsdam 

in Zusammenarbeit mit
Dipl.-Met Magdalena Bertelmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Wetterwechsel ante portas

Seit etlichen Wochen sorgen Hochdruckgebiete in Deutschland für stabiles Frühlingswetter. Kurze Unterbrechungen traten dabei Anfang des Monats sowie Ende der zweiten und Anfang der dritten Aprildekade auf. Insbesondere persistente Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa sorgten dafür, dass der Atlantik quasi abgeriegelt und Tiefdruckgebiete weit nach Nord- oder Südeuropa abgelenkt wurden. Die Folge ist eine nun in einigen Landesteilen schon länger anhaltende Trockenperiode (siehe Thema des Tages vom 15.05.). Durch die Positionierung der Hochdruckgebiete westlich oder nordwestlich von Deutschland wurden allerdings keine heißen Luftmassen aus dem Mittelmeerraum oder Nordafrika herangeführt. Stattdessen hatten wir es meist mit kühleren Luftmassen aus Nordosteuropa zu tun, wobei die kräftige Maisonne diese Luftmasse zumindest tagsüber schon ordentlich erwärmen konnte. Nachts wurden jedoch oftmals nur einstellige Tiefstwerte, teilweise auch Luftfrost registriert. Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 ist der bisherige Mai mit einer Mitteltemperatur von 11,9 Grad knapp 0,5 Grad zu warm. Zieht man den Klimareferenzzeitraum 1991-2020 heran, so liegt eine negative Abweichung von circa 0,5 Grad zu Grunde. 

Aktuell wird das Wetter in Deutschland von zwei Druckgebilden beeinflusst. Zum einen von Hoch TABEA, das sich vom Nordostatlantik langsam nach Mitteleuropa ausdehnt und zum anderen von Tief LORENZ mit Kern über dem Baltikum. Das Tief sorgt am heutigen Montag im Osten und Nordosten des Landes noch für dichte Wolkenfelder, Regen fällt aber kaum noch. Immerhin gab es dort von Sonntagfrüh bis Montagfrüh in der Fläche 1 bis 5, punktuell sogar über 10 l/qm Niederschlag.
 

Wetterwechsel ante portas teil 1 

Deutschlandkarte mit den 24-stündigen Niederschlagsmengen von Sonntagfrüh, den 18.05. bis Montagfrüh, den 19.05. in l/qm 

Am morgigen Dienstag hat das Hoch dann seinen Einfluss auf weite Teile des Landes ausgeweitet und sorgt für stabiles sowie frühlingshaft warmes Wetter. Dabei stören ein paar, über der Mitte auch etwas zahlreichere Quellwolken kaum. Was beachtet werden sollte ist der UV-Index. Wir befinden uns gerade einmal einen Monat vor Sonnenhöchststand und die gesundheitliche Gefährdung durch ultraviolette Strahlung ist mittel bis hoch. 

Wetterwechsel ante portas teil 2

UV-Index für Deutschland am Dienstag, den 20.05. und Mittwoch, den 21.05. 

Der äußerste Süden des Landes wird von einem Tief über dem Golf von Genau beeinflusst, das feuchte und labil geschichtete Luft heranführt. In dieser Luftmasse können vor allem mit Unterstützung der Orografie lokal über dem Südschwarzwald und den Alpen Schauer und Gewitter entstehen. Durch die langsame Zuggeschwindigkeit besteht leicht erhöhtes Starkregenpotential. 

Ab Mittwoch stellt sich die Wetterlage langsam aber sicher deutlich um. Zunächst gerät der Süden des Landes in den Einflussbereich mehrerer Höhentiefs über West- und Südeuropa. Die einfließende feuchte Luft wird zunehmend gehoben und es bilden sich vermehrt Schauer und Gewitter. Diese verlagern sich sehr langsam, wodurch der Starkregen in den Fokus gerät. In der Fläche fallen 1 bis 10, punktuell um 20 l/qm in 24 Stunden. Über Norddeutschland verstärkt sich der Druckgradient durch ein Tief über Südskandinavien. Zunächst lebt der Wind dadurch insbesondere im Küstenumfeld deutlich auf. 

Am Donnerstag ändert sich an der Druck- und Wetterkonstellation zunächst nicht viel. Schauerartige Regenfälle gibt es weiterhin im Süden und im Küstenumfeld treten bei einem lebhaften West- bis Nordwestwind einige Schauer auf. Meist gibt es dabei 1 bis 10, lokal um 15 l/qm/24 h. In einem breiten Streifen über der Mitte bleibt es freundlich. Nachdem am Mittwoch mit Ausnahme des Nordens noch verbreitet über 20 Grad erreicht werden, sind am Donnerstag maximal noch 12 bis 19 Grad zu erwarten. 

Am Freitag wird temperaturtechnisch die Talsohle diese Woche erreicht. Es stehen dann deutschlandweit lediglich noch 11 bis 17 Grad auf dem Plan. Vorwiegend im Norden und der nördlichen Mitte stehen einige Schauer sowie mitunter Graupelgewitter auf der Tagesordnung. Ein kräftiger Westwind lässt damit einen eher herbstlichen als frühlingshaften Eindruck entstehen. Auch im äußersten Süden regnet es noch etwas. Insgesamt liegen die Regenmengen im 24-stündigen Zeitraum in der Fläche überwiegend unter 10 l/qm. Über der südlichen Mitte scheint die Sonne häufiger und es bleibt trocken. 

Wetterwechsel ante portas teil 3

24-stündige Niederschlagsmenge in l/qm für Mi (21.05.), Do (22.05.), und Fr (23.05.) auf Basis unterschiedlicher Wettermodelle 

Am Wochenende bleibt der wechselhafte Wettereindruck bestehen, wobei die Temperaturen wieder einen leichten Aufwärtstrend zeigen. Wiederholt fällt Regen, sodass die Trockenheit doch insgesamt gemindert werden sollte. Auch im weiteren Verlauf deutet sich an, dass immer wieder Tiefdruckgebiete vom Atlantik her mit ihren Ausläufern auf Mitteleuropa übergreifen, was wiederholte und nennenswerte Regenfälle zur Folge hätte. Akkumuliert sollen bis zum Wochenstart je nach Modell 5 bis 20, an den Alpen und an der Nordsee bis 50 l/qm (laut GFS an den Alpen um 80 l/qm) zusammenkommen. Wenig Niederschlag wird allerdings für den Osten prognostiziert, wo gebietsweise nur 1 bis 5 l/qm vorhergesagt werden. 

Wetterwechsel ante portas teil 4

Akkumulierte Gesamtniederschlagsmenge in l/qm bis Anfang der kommenden Woche (Mo, 26.05.) auf Basis unterschiedlicher Wettermodelle 

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass mehrere kleine Niederschlagsereignisse in den kommenden Tagen die Dürre zumindest etwas entschärfen dürften.
 

 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.05.2025
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Deutschlandwetter im April 2025

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland. 

Besonders warme Orte im April 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Frankfurt am Main – Westend  Hessen  12,8 °C  +2,9 Grad 
2  Frankfurt am Main  Hessen  12,5 °C  +3,3 Grad 
3  Waghäusel-Kirrlach  Baden-Württemberg  12,5 °C  +2,4 Grad 

Besonders kalte Orte im April 2025* 

Platz  Station  Bundesland  durchschnittliche Temperatur  Abweichung 
1  Carlsfeld  Sachsen  7,1 °C  +3,8 Grad 
2  Zinnwald-Georgenfeld  Sachsen  7,5 °C  +4,3 Grad 
3  Kahler Asten  Nordrhein-Westfalen  7,6 °C  +4,1 Grad 

Besonders niederschlagsreiche Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Malsburg-Marzell  Baden-Württemberg  131,8 l/m²  93 Prozent 
2  Schauenburg-Elgershausen  Hessen  103,3 l/m²  179 Prozent 
3  Münstertal  Baden-Württemberg  92,5 l/m²  93 Prozent 

Besonders trockene Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Niederschlagsmenge  Anteil 
1  Kuhbier  Brandenburg  1,3 l/m²  3 Prozent 
2  Riedenburg  Bayern  2,6 l/m²  6 Prozent 
3  Neuburg-Steinhausen  Mecklenburg-Vorpommern  2,9 l/m²  7 Prozent 

Besonders sonnenscheinreiche Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenschein  Anteil 
1  Karlshagen  Mecklenburg-Vorpommern  279 Stunden  160 Prozent 
2  Goldberg  Mecklenburg-Vorpommern  279 Stunden  170 Prozent 
3  Putbus  Mecklenburg-Vorpommern  278 Stunden  160 Prozent 

Besonders sonnenscheinarme Orte im April 2025** 

Platz  Station  Bundesland  Sonnenscheindauer  Anteil 
1  Oberstdorf  Bayern  187 Stunden  138 Prozent 
2  Schwarzburg  Thüringen  192 Stunden  127 Prozent 
3  Aue  Sachsen  197 Stunden  156 Prozent 

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt. 

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. 

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990). 

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der
jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent). 

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse 

Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Offenbach, 02.05.2025
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