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Schlagwortarchiv für: Temperaturabfall

Tiefs „Saskia“ und „Tamina“ leiten Wetterumschwung ein

9. April 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In den vergangenen Tagen verlagerte Hoch „Quirin“ seinen Schwerpunkt über Mitteleuropa hinweg und sorgte hierzulande für sonniges und teils sehr mildes Frühlingswetter. Bei Tageshöchstwerten bis 24 Grad im Südwesten wurde ein Sommertag (Höchstwerte von 25 Grad und höher) nur knapp verfehlt.

Am heutigen Donnerstag schwindet allmählich der Einfluss von Hoch „Quirin„, dessen Schwerpunkt sich mittlerweile über Nordwestrussland befindet. Im äußersten Nordwesten und Westen ziehen ab den Nachmittags- und Abendstunden die Ausläufer des Islandtiefs „Saskia“ auf. Zuvor scheint jedoch noch einmal bei Höchstwerten zwischen 11 Grad im Nordosten und sehr milden 24 Grad im Breisgau vielerorts die Sonne.

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Donnerstag, den 09. April 2026, 12 UTC auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 08. April 2026, 00 UTC. Quelle: DWD

Ab dem Abend können dann bereits im Westen und Nordwesten erste Schauer auftreten, die sich im Laufe der kommenden Nacht ost- bis südostwärts ausbreiten und am Freitag schließlich auch den äußersten Osten und Nordosten erreichen. Rückseitig der Ausläufer fließt kühle atlantische Meeresluft nach Deutschland. In dieser sinkt die Schneefallgrenze ab, sodass in den Mittelgebirgen sowie im nachts teils frostigen Osten und Nordosten kurzzeitig etwas nasser Schneefall auftreten kann. Glätte durch Schneematsch ist dabei aber nur gering wahrscheinlich. Ebenfalls gering wahrscheinlich sind einzelne Gewitter, die in der Nacht auftreten können.

Mit der Annäherung des Tiefausläufers nimmt zudem das Luftdruckgefälle über Deutschland etwas zu, sodass der Wind insbesondere an den Küsten stark bis stürmisch auffrischen kann. Im Laufe des Freitags lässt er aber bereits wieder nach.

Vorhersage der MOSMIX-Tageshöchsttemperatur für Freitag (links), der MOSMIX-Tiefsttemperatur für die Nacht zum Samstag (Mitte) sowie der 24-stündigen Niederschlagsvorhersage des ICON-D2-Wettermodells von Donnerstag- bis Freitagabend (rechts). Quelle: DWD

In der Nacht zum Samstag und Samstag tagsüber dominiert dann vorübergehender Zwischenhocheinfluss. Mit einer auf Süd bis Südwest drehenden Strömung fließt ein Schwall milderer Luft zu uns. Ausgangs der Nacht zum Samstag tritt in der Osthälfte zunächst aber noch einmal leichter Frost auf, verbreitet muss mit leichtem Frost in Bodennähe gerechnet werden. Zudem bildet sich gebietsweise Nebel aus, der sich am Samstag aber bei vielfachem Sonnenschein rasch wieder auflöst. Die Temperatur steigt tagsüber mit Sonnenunterstützung im Südwesten wieder auf bis zu 25 Grad an.

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Samstag, den 11. April 2026, 12 UTC auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 09. April 2026, 00 UTC. Quelle: DWD

In den Wetterkarten ist bereits heute über dem Nordatlantik eine Störung namens „Tamina“ auszumachen, die sich zügig vertieft und am Samstag der Region zwischen Irland und Island annähert. Im Laufe des Samstags kann dabei der Wind in den Leelagen der westlichen Mittelgebirge sowie im Küstenumfeld stark bis stürmisch auffrischen. Das zugehörige Frontensystem greift ab Samstagabend von Westen her auf Deutschland über und zieht mit teils schauerartigem Regen bis Sonntagabend in den Osten des Landes. Dabei fließt erneut kühlere Atlantikluft zu uns.

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen im Bereich von Europa und dem Nordostatlantik für Montag, den 13. April 2026, 12 UTC auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 09. April 2026, 00 UTC. Quelle: DWD

Der tiefe Luftdruck reicht am Sonntag bis zum Mittelmeer und wird am weiteren Vorankommen nach Osten hin von hohem Luftdruck blockiert. Dadurch bleibt uns auch zu Beginn der neuen Woche das wechselhafte Wetter samt kühler Luft erhalten.

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/04/Tiefs-1.png 720 1012 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-04-09 16:26:082026-04-10 16:36:39Tiefs „Saskia“ und „Tamina“ leiten Wetterumschwung ein

Vollherbst vom Feinsten

23. Oktober 2025/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Nun ist er da, der JOSHUA (international BENJAMIN); und mit ihm eine Menge Wind, Regen und auch ganz vereinzelt Blitz und Donner. Aktuell (Donnerstag, 23.10.2025, 11 MESZ) liegt der Kerndruck des Tiefs, das sich über dem Ärmelkanal befindet, bei 972 hPa. Im Laufe des Tages verlagert es sich weiter in Richtung südliche Nordsee und am morgigen Freitag dann nach Südskandinavien. Auf der Rückseite des Tiefs fließt am Wochenende dann zunehmend maritime Polarluft ein, die für einen deutlichen Temperaturrückgang sorgt.

Europakarte mit Isobaren, Lage der Druckgebilde und Satellitenbild sowie Darstellung der einströmenden Luftmasse durch einen blauen Pfeil (Quelle: DWD)

Über die Entstehung von JOSHUA und die mögliche Entwicklung einer Shapiro-Keyser-Zyklone finden Sie im gestrigen Thema des Tages einige Informationen. Aktuelle Auswertungen und Prognosen sind davon abgerückt, dass es sich um eine Shapiro-Keyser-Zyklone handelt.

Hauptaugenmerk in Bezug auf JOSHUA ist eindeutig auf den Wind zu legen. Gegenüber den gestrigen Prognosen hat sich nicht allzu viel geändert. Nachdem heute tagsüber vor allem in der Südwesthälfte Sturmböen und vereinzelt schwere Sturmböen (75 km/h, Bft 9 bis 100 km/h, Bft 10) bis ins Tiefland drohen, rückt in der Nacht zum Freitag zunehmend die Nordsee und das angrenzende Binnenland in den Fokus. Dann stehen dort schwere Sturmböen bis Orkanböen (100 km/h, Bft 10 bis 130 km/h, Bft 12) auf der Agenda. Dieser schwere Herbststurm aus südwestlicher Richtung hält dort am Freitag tagsüber noch an. Aber auch im Rest des Landes bleibt es sehr windig (Südhälfte) bis stürmisch (Nordhälfte).

Entwicklung des Windfeldes von Donnerstagvormittag, den 23.10. bis in die Nacht zum Samstag, den 25.10. (Quelle: DWD)

Neben viel Wind steht zudem einiges an Regen auf dem Programm. Sowohl am heutigen Donnerstag als auch in den kommenden Tagen ziehen immer wieder Regengebiete mit teils schauerartig verstärktem Regen über Deutschland hinweg. Lediglich in der Mitte und im Osten bleibt es am Freitag auch mal länger trocken. Innerhalb von 72 Stunden belaufen sich die Niederschlagsmengen zwischen Donnerstagnachmittag und Sonntagnachmittag im Norden, Nordwesten, am Alpenrand und in einigen Mittelgebirgen auf 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter. Sonst kommen meist nur 5 bis 15 Liter pro Quadratmeter zusammen. In Teilen der östlichen Mitte reicht es mitunter nur für wenige Liter pro Quadratmeter. Die Schneefallgrenze sinkt sukzessive ab, bis Sonntagabend in den Alpen und eventuell auch in den Gipfellagen von Schwarzwald und Bayerischem Wald oberhalb von etwa 1200 m einige Zentimeter Neuschnee fallen könnten.

Deutschlandkarte mit den 72-stündigen Niederschlagsmengen auf Basis verschiedener Modellberechnungen von Donnerstagmittag, den 23.10. bis Sonntagmittag, den 26.10. in Liter pro Quadratmeter (Quelle: DWD)

Die Temperaturen gehen in den nächsten Tagen zurück. Nachdem es heute unter Zufuhr von milder Luft von der Biskaya Höchstwerte zwischen 13 und 18 Grad gibt, erwarten uns morgen nur noch maximal 8 bis 14 Grad. Am Sonntag bilden zweistellige Höchstwerte dann eher die Ausnahme denn die Regel.

Temperaturverlauf für verschiedene Städte Deutschlands für Donnerstag, den 23.10. bis Montag, den 27.10. (Quelle: DWD)


Auch der Start in die neue Woche verläuft wechselhaft und kühl, bei einem weiterhin spürbaren, aber nicht mehr so stürmischem Wind. Der Vollherbst hat Deutschland nun also voll im Griff.

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.10.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2025/10/Vollherbst-vom-Feinsten.jpg 1080 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2025-10-23 12:57:482025-10-27 13:19:09Vollherbst vom Feinsten

Winterliche Kälte

8. Januar 2024/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

In den letzten Tagen und Wochen war unser Wetter bestimmt von Tiefdruckgebieten und dem Zustrom milder und feuchter Luftmassen. Nun hat sich das Blatt gewendet. Ein umfangreiches Hochdruckgebiet sorgt für deutliche Wetterberuhigung. Tiefdruckgebiete werden nach Ost- und Südeuropa abgedrängt und haben maximal am Rande noch einen geringen Einfluss auf das Wetter in Deutschland.

Hoch HANNELORE hat einen langen Atem. Sie war bereits Ende 2023 auf unseren Wetterkarten als Hoch über Nordskandinavien zu finden. Seitdem drehte sie sich über Nordeuropa und zapfte dabei kalte Luft arktischen Ursprungs an. Eigentlich tragen in diesem Jahr die Hochdruckgebiete männliche Vornamen. Hoch ARBO, erstes getauftes Hoch des Jahres 2024, wurde aber von HANNELORE quasi „verschluckt“. Am vergangenen Wochenende verlagerte sich HANNELORE südwärts und dehnt sich nun über Südskandinavien weiter süd- und westwärts aus.

Sie bringt die arktische Luft über eine nordöstliche Strömung auch zu uns. Zu sehen ist dies gut an der Temperatur auf dem 850 Hektopascal-Niveau. Es liegt grob gesagt in einer Höhe von rund 1400 m über uns. Die blaue Färbung gibt eine Temperatur unter 0 Grad an. Teilweise liegt der Zustrom auch unter -10 Grad. Da im Hochdruckgebiet die Luft nach unten gedrückt wird, sinkt diese kalte Luft in Richtung Boden und bei uns herrschen winterliche Temperaturverhältnisse. Auch in den kommenden Tagen gibt es noch einen Zustrom kalter Luft, wenngleich sich die Temperatur etwas erhöht.

Durch den hohen Luftdruck und den Zustrom kontinentaler Luft aus Ost beziehungsweise Nordost lösen sich die Wolkenreste immer mehr auf. Dadurch kann nachts die langwellige Strahlung ungehindert die unteren Luftschichten passieren und so die Luft am Boden maximal auskühlen. Dabei treten nachts teils Tiefstwerte unter -10 Grad – also strenger Frost- auf. Tagsüber scheint zwar auch oft die Sonne, durch den niedrigen Sonnenstand reicht dies aber nicht, um die Luft deutlich zu erwärmen. So gibt es auch am morgigen Dienstag sowie gebietsweise noch am Mittwoch Dauerfrost, also Höchstwerte unter dem Gefrierpunkt.

In der zweiten Wochenhälfte sickert von Norden her mildere Luft ins Land. Hoch HANNELORE zapft nämlich auf ihrer Westseite milde Atlantikluft an, die sie im Uhrzeigersinn um ihr Zentrum im Wochenverlauf auch zu uns führt. Mit der mehr nördlichen Strömungsrichtung findet auch wieder ein Zustrom feuchterer Luft statt. Es bilden sich dann vermehrt Wolken, die die Ausstrahlung nachts verhindern. Bis dahin ist es aber hochwinterlich kalt.

Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.01.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2024/01/DWD-Winterliche-Kaelte.jpg 727 1024 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-01-08 17:30:212024-01-10 14:45:36Winterliche Kälte
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