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Schlagwortarchiv für: Windenergie

Weltwindtag

15. Juni 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wind bezeichnet im Allgemeinen die Verlagerung von Luftteilchen. Da die Teilchen nicht nur ihre Richtung, sondern auch ihre Stärke bei der Verlagerung ändern, ist der Wind eine Vektorgröße. Er wird in verschiedenen Höhen ermittelt, wobei die Angabe des Bodenwindes immer aus Messungen in 10 Metern Höhe erfolgen. In der Meteorologie unterscheidet man den Mittelwind von den Windspitzen. Der Mittelwind wird über 10 Minuten sowohl in Richtung als auch Stärke gemittelt. Die Richtung wird in Grad, die Stärke in Beaufort und die Geschwindigkeit in Deutschland meist in Kilometer pro Stunde angegeben. Die Windspitzen sind auch gemittelt, aber über eine Länge von 3 Sekunden. Ausgegeben werden sie unter anderem als Windspitze des Tages oder der Stunde.

Die Windspitzen können je nach Wetterlage deutlich vom Mittelwind abweichen. Bei einem Gewitter, wo die maximale Böe oft nur wenige Minuten andauert, kann der Unterschied zwischen Mittelwind und Spitze mehrere Beaufort betragen. Daher ist die Dokumentation der Windspitzen hier besonders wichtig.

Nun bewegen sich die Luftteilchen nicht einfach so, sie werden von den auf der Erde herrschenden Luftdruckunterschieden angetrieben. Da die Natur immer ein Gleichgewicht anstrebt, bewegen sich die Luftteilchen vom höheren zum niedrigeren Druck. Es handelt sich um einen Massenstrom mit dem Ziel, den Druckgradienten auszugleichen. Je größer die Druckunterschiede sind, umso schneller bewegen sich die Teilchen und umso höher ist die Windgeschwindigkeit. Dabei übt der Wind auf alles, was in seiner Strömungsrichtung liegt Druck aus – die entstehende Kraft heißt Winddruck oder Windkraft.

Windkraftanlagen machen sich die Windkraft zu Nutze und wandeln die kinetische Energie (Bewegungsenergie) des Windes in elektrische Energie um. Dabei werden die Rotorblätter vom Wind in Bewegung versetzt, was eine Rotationsenergie erzeugt. Die Rotorwelle im Inneren der Windkraftanlage nimmt das Drehmoment auf und leitet es an den Generator weiter. Dieser wandelt die mechanische Energie in elektrische Energie um. Diese Energie gelangt dann über einen Transformator in unser Stromnetz.

Je höher die Windgeschwindigkeit ist, umso stärker ist der Antrieb an den Rotorblättern. Damit erhöht sich das Drehmoment und schließlich auch die elektrische Energie. Die meisten Anlagen schalten sich bei einem Mittelwind von 3 bis 4 Metern pro Sekunde (entspricht etwa 10 bis 15 km/h) ein. Eine automatische Abschaltung erfolgt bei Windgeschwindigkeiten ab etwa 90 km/h. Das schützt die Anlage vor Sturmschäden und das Stromnetz vor Überlastung.

Kommen wir nun zum Weltwindtag. Der geht auf die European Wind Energy Association zurück. Durch sie wurde bereits 2007 der Wind Day ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung der Windenergie in der heutigen Zeit hinzuweisen. Seit ihrer Kooperation mit globalen Windenergiekonsortien wurde aus dem ursprünglich europäischen Aktionstag ein weltweiter. Der Auftrag ist aber geblieben: Die Windenergie und ihre Rolle in der Gesellschaft hervorzuheben. Das diesjährige Motto lautet „our wind, our community“ und soll verdeutlichen, dass Windenergie am besten funktioniert, wenn alle mitmachen.

Windkraftanlagen sind nicht unumstritten. Für die einen „verschandeln“ sie die Umgebung, für andere stellen sie eine Gefahr für die Flora und Fauna dar. In der Meteorologie stören Windkraftanlagen häufig Radarmessungen. Da sie sich aber selten bewegen, kann man mit klugen Rechenoperationen die erzeugten Fehlmessungen ausbessern.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-06-15 22:46:512026-06-15 22:53:40Weltwindtag

Was macht man eigentlich als Meteorologe?

8. März 2024/in Thema des Tages, Wetterlexikon/von WINDINFO

Eines vorweg, Meteorologe kann sich jeder nennen, denn es ist kein geschützter Begriff. Allerdings wird der Beruf des Meteorologen in einem umfangreichen Studium oder in einer FH-Ausbildung erlernt. Dabei sind vor allem die Mathematik und die Physik ein grundlegender Baustein des Studiums, denn die Meteorologie ist nichts anderes als die Physik der Atmosphäre. Vom FH-Diplom bis zum Doktortitel oder Professor kann also die ganze Bandbreite an wissenschaftlichem Wissenserwerb genutzt werden. Mitnichten sitzen Studenten in den Vorlesungen nur da, beobachten die Wolken und machen daraus eine Wettervorhersage. Dies ist sicherlich ein Teilbereich der Meteorologie, doch das Studium oder die Ausbildung ist viel komplexer. Dadurch gibt es durchaus auch einige Studienabbrecher nach kurzer Zeit. Aufgrund des komplexen Studiums, das im morgigen Thema des Tages umfangreicher vorgestellt wird, ergeben sich nach vollendetem Abschluss einige verschiedene Einsatzmöglichkeiten im Berufsleben.

Ein Bereich ist sicherlich der in der Öffentlichkeit als klassisch angesehene Weg vor die Kamera. Diesen Weg schlägt allerdings nur ein Bruchteil der Absolventen ein, oftmals sind die Moderatoren im TV und Radio sogar keine Meteorologen mit meteorologischem Hauptstudium. Einige Studenten bleiben nach Erwerb des Bachelors oder Masters noch an der Uni und promovieren, schlagen damit eine eher wissenschaftliche Laufbahn ein. Im wissenschaftlichen Bereich arbeitet mit Sicherheit ein großer Anteil an Meteorologen. Oftmals vertiefen sie sich in Projektarbeiten im Bereich der Klimatologie, der Modellierung, der Hydrologie, der Stadtplanung oder im Agrarbereich. Ein weiterer Arbeitsbereich ist in der Wind- und Solarenergie angesiedelt, um beispielsweise Berechnungen und Prognosen zu erstellen, wo es sich lohnen könnte einen Windpark oder eine Solaranlage zu errichten. Auch in der Versicherungsbranche finden sich Meteorologen, sowohl bei Rückversicherern, als auch bei Firmen, die zum Beispiel Niederschlags-, Wind- oder Hagelgutachten erstellen. Selbst bei großen Energiefirmen sitzen Meteorologen, denn Strom wird an der Börse gehandelt, und da ist es natürlich von großem Vorteil zu wissen, wie viel Strom durch Wind- und Solarenergie eingespeist werden kann. Auch in der Wettervorhersage für Autorennen oder andere Events werden Meteorologen benötigt.

Und dann ist da natürlich noch der Meteorologe, der bei einem privaten Wetterdienst oder, wie der Verfasser dieses Textes, beim Deutschen Wetterdienst arbeitet. Hier ist das Aufgabengebiet ebenfalls breit gefächert, konzentriert sich aber in der Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD auf das Wetter- und Warnmanagement, einige Projektarbeiten sowie Lehraufgaben. Des Weiteren ist die Flugmeteorologie ebenfalls noch ein wichtiger Themenbereich.

Durch das angesprochene umfangreiche Mathematik- und Physikstudium ergeben sich also sehr viele unterschiedliche Arbeitsfelder für Meteorologen. Daher denken Sie beim Smalltalk übers Wetter mit unbekannten Personen stets daran, dass Ihnen vielleicht ein Meteorologe mit wissenschaftlichem Abschluss gegenübersteht.

 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.03.2024
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2024-03-08 19:17:342024-07-04 14:18:06Was macht man eigentlich als Meteorologe?
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