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Ehrenamt beim Wetterdienst

5. Dezember 2023/in Klima, Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Im heutigen Thema des Tages soll es um einen Aktionstag gehen, den die UNO im Jahr 1986 ins Leben gerufen hat – und zwar den „Internationalen Tag des Ehrenamtes“. Auch in Deutschland wird er gefeiert und von staatlicher Seite finden Ehrungen statt. Der Bundespräsident verleiht z.B. Verdienstorden an Personen aus allen Bundesländern, die sich durch ein außerordentliches, ehrenamtliches Engagement auszeichnen.

Auch beim Deutschen Wetterdienst (nachfolgend als DWD bezeichnet) werden Ehrenamtliche benötigt und gesucht. Der DWD betreibt ein nebenamtliches Netz von Wetter- und Niederschlagsstationen zur Wetter- und Klimaüberwachung. Daher werden wetterbegeisterte Bürger und Bürgerinnen gesucht, die ein geeignetes Grundstück für das Aufstellen der Messgeräte zur Verfügung stellen können. Teils müssen auch manuelle Messungen durchgeführt werden (z.B. Schneemessungen) und sowohl die Messgeräte als auch das Grundstück müssen in Stand gehalten bzw. gepflegt werden. Eine weitere Voraussetzung ist ein Internetanschluss zur Weiterleitung der gesammelten Daten. Nähere Informationen zu den Anforderungen an das Grundstück, zu Orten, an denen aktuell BeobachterInnen gesucht werden oder auch was man genau tun muss, können u.a. auf der folgenden Webseite nachgelesen werden

Auch das Phänologische Messnetz des DWD benötigt Freiwillige, die im Jahresverlauf wiederkehrende Wachstums- und Entwicklungserscheinungen verschiedener sogenannter Leitkulturen ermitteln. Als Leitkulturen dienen verschiedene Pflanzenarten, Forst- oder Ziergehölze. Es werden Eintrittsdaten charakteristischer Vegetationsstadien (z.B. Blüte der Forsythie, Apfelblüte, Laubentfaltung Stieleiche, Laubfall Stieleiche) beobachtet und übermittelt. Diese Daten dienen dem Klimamonitoring sowie der agrar- und medizinmeteorologischen Beratung des DWD. Nähere Informationen zur stetigen Suche phänologischer Beobachter und Beobachterinnen sowie zur Phänologie im Allgemeinen gibt es auf der Homepage des DWD unter.

Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.12.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-12-05 16:17:152023-12-06 09:30:42Ehrenamt beim Wetterdienst

Die milde Luft klopft an die Tür

4. Dezember 2023/in Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

Der Winter hat gerade erst begonnen (der 1. Dezember ist der meteorologische Winteranfang), zeigt uns aber schon mal, was er draufhat: Nach dem Schneechaos im Südostdeutschland hat sich das Wetter dank des Hochs DUNJA zumindest vorübergehend beruhigt. Unter teils klarem Himmel sind die Temperaturen durch die mächtige Schneedecke im Südosten des Landes auf Gefrierfachniveau gesunken mit Werten häufig zwischen -12 und -19 Grad.

Von Westen „klopft“ jedoch die milde Atlantikluft mit Tief SANI mit Kern über dem Ärmelkanal an. Da kalte Luft schwerer ist als warme Luft, hat die Atlantikluft viel Arbeit vor sich, um die eingeflossene Kaltluft wegzuräumen. Dies geschieht nicht immer glimpflich. Wenn ein Tief ins Spiel kommt, kann es dann zu einer Glatteislage führen.

Im Laufe des Montagnachmittags weiten sich die Niederschläge von Tief SANI von Südwesten nordostwärts aus. Bis Dienstagmorgen bleiben nur der äußerste Nordosten und Südosten noch trocken.

Zunächst fällt nur Schnee, ab dem Nachmittag mischt sich aber auch zunehmend Regen darunter. Das liegt daran, dass in höheren Luftschichten von Westen wärmere Luft herangeführt wird. Am Boden hält sich aber zum Teil weiter die Kaltluft. Es kommt also gebietsweise zu einer erhöhten Glatteisgefahr, vor allem im westlichen Bergland und je weiter man nach Osten kommt. Besonders gefährdet sind ab den Abendstunden bis Dienstagfrüh die Regionen zwischen Main und Donau. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Glatteissituation vereinzelt auch unwetterartig ausfällt. Nach Norden und Nordosten fällt etwas Schnee. Nur entlang des Rheins und ganz im Westen bleiben die Temperaturen in der Nacht zum Dienstag über null Grad, ansonsten liegen sie meist in den Frostbereich. Im Südosten Bayerns kann es erneut strengen Frost auftreten.

Zu erwähnen ist auch der Wind: Mit der Annäherung des Tiefs SANI frischt der südöstliche Wind vor allem in den Kammlagen der Mittelgebirge und auf den Alpengipfeln auf. Es werden zwar keine hohen Windgeschwindigkeiten erwartet, aber in Kombination mit dem noch lockeren Schnee kann es zu Schneeverwehungen kommen.

Am Dienstag liegt der Kern des Tiefs über Nordwestdeutschland. Dabei fließt wieder etwas kältere Luftmassen ein. Im Bergland oberhalb von 400 bis 600 m fällt dann wieder Schnee. In tieferen Lagen entspannt sich bei positiven Temperaturen um 5 Grad die Glättesituation. Lediglich im Nordosten und ganz im Norden sowie ganz im Südosten fällt bis unten Schnee. In der Nacht zum Mittwoch bleiben wir immer noch unter dem Einfluss von Tief SANI. Dabei werden weitere Niederschläge erwartet, die teils bis in tieferen Lagen als Schnee fallen. Entsprechend muss mit Glätte durch überfrierende Nässe oder Schnee gerechnet werden.

Zur Wochenmitte zieht das Tief langsam nach Polen ab und von Westen macht sich ein Zwischenhoch bemerkbar. Entsprechend verlagern sich die Niederschläge mehr in den Osten. Die Milderung setzt sich aber nur zögerlich durch. Ganz im Osten und Südosten hält sich die kalte Luft mit Temperaturen um 0 Grad, ansonsten werden Höchstwerte zwischen 3 und 7 Grad erreicht. In der Nacht zum Donnerstag gibt es aber verbreitet Frost zwischen 0 und -7 Grad. Dabei bleibt es meist trocken.

Am Donnerstag versucht ein neues „mildes“ Atlantiktief auf Deutschland überzugreifen. Gegenüber steht aber das „kalte“ Hoch über Russland. Es bleibt spannend, in wie weit sich die milde Luft nach Osten durchsetzt und wie nachhaltig wird sie sein. Es gibt auch Modellprognosen, in denen die Kaltluft relativ schnell zurückkehrt.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.12.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2023/12/DWD-Die-milde-Luft-klopft-an-die-Tuer.png 912 1281 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-12-04 18:26:122023-12-06 09:37:55Die milde Luft klopft an die Tür

Deutschlandwetter im Herbst 2023

3. Dezember 2023/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Herbst 2023*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Freiburg Baden-Württemberg 13,8 °C +3,7 Grad
2 Köln-Stammheim Nordrhein-Westfalen 13,8 °C +2,5 Grad
3 Ohlsbach Baden-Württemberg 13,7 °C +3,7 Grad

Besonders kalte Orte im Herbst 2023*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 8,1 °C +3,1 Grad
2 Carlsfeld Sachsen 8,1 °C +2,9 Grad
3 Kahler Asten Nordrhein-Westfalen 8,5 °C +2,8 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Herbst 2023**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Sankt Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 788,7 l/m² 177 %
2 Todtmoos Baden-Württemberg 728,7 l/m² 164 %
3 Baiersbronn-Ruhestein Baden-Württemberg 723,0 l/m² 150 %

Besonders trockene Orte im Herbst 2023**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Erfurt-Weimar Thüringen 107,3 l/m² 98 %
2 Grünow Brandenburg 108,2 l/m² 102 %
3 Seegebiet Mansfelder Land-Röblingen Sachsen-Anhalt 108,3 l/m² 111 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Herbst 2023**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Passau-Fürstenzell Bayern 525 Stunden 144 %
2 München-Flughafen Bayern 514 Stunden 148 %
3 München-Stadt Bayern 512 Stunden 136 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Herbst 2023**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 List auf Sylt Schleswig-Holstein 280 Stunden 93 %
2 Leck Schleswig-Holstein 288 Stunden 102 %
3 Dörpen Schleswig-Holstein 299 Stunden 110 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990)
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitenwertes zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwertes der jeweiligen Station (int Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Jahreszeitenrückblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.12.2023

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-12-03 18:17:452023-12-06 10:00:09Deutschlandwetter im Herbst 2023

Deutschlandwetter im November 2023

2. Dezember 2023/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im November 2023*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Helgoland Schleswig-Holstein 8,4 °C +0,8 Grad
2 Freiburg Baden-Württemberg 8,3 °C +3,2 Grad
3 Köln-Stammheim Nordrhein-Westfalen 8,1 °C +1,4 Grad

Besonders kalte Orte im November 2023*

Platz

Station Bundesland durchschnittliche Temperatur Abweichung
1 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 1,1 °C +1,1 Grad
2 Carlsfeld Sachsen 1,2 °C +0,8 Grad
3 Neuhaus am Rennweg Thüringen 1,4 °C +0,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im November 2023**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Sankt Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 570,7 l/m² 295 %
2 Todtmoos Baden-Württemberg 519,4 l/m² 270 %
3 Dachsberg-Wolpadingen Baden-Württemberg 513,5 l/m² 316 %

Besonders trockene Orte im November 2023**

Platz Station Bundesland Niederschlagsmenge Anteil
1 Grünow Brandenburg 33,7 l/m² 90 %
2 Zehdenick Brandenburg 40,9 l/m² 95 %
3 Hohenreinkendorf Brandenburg 42,4 l/m² 95 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im November 2023**

Platz Station Bundesland Sonnenschein Anteil
1 München-Flughafen Bayern 76 Stunden 126 %
2 Passau-Fürstenzell Bayern 75 Stunden 124 %
3 Gottfrieding Bayern 74 Stunden 166 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im November 2023**

Platz Station Bundesland Sonnenscheindauer Anteil
1 Hoherodskopf/Vogelsberg Hessen 10 Stunden 22 %
2 Kahler Asten Nordrhein-Westfalen 11 Stunden 24 %
3 Carlsfeld Sachsen 12 Stunden 24 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int Referenzperiode 1961-1990)
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:
Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter

Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-12-02 18:56:222023-12-06 10:08:16Deutschlandwetter im November 2023

Eisdecke betreten. Wie entscheiden, ob es gefahrlos ist??

1. Dezember 2023/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Der Winter ist eingekehrt in Deutschland und mit ihm auch frostig kaltes Wetter. Erste zarte Eisdecken bilden sich auf den See, doch ab wann kann man eigentlich Schlittschuhlaufen oder zugefrorene Seen und Teiche betreten?

Zunächst einmal braucht es eine Weile, bis das Wasser der Seen soweit abgekühlt ist, damit sich eine Eisdecke bilden kann. Denn, solange, wie sich in einem See noch Wasserschichten mit Temperaturen von über 4 Grad Celsius befinden, treiben diese aufgrund der Anomalie des Wassers nach oben und verdrängen das oberflächlich kältere Wasser nach unten.

So kommt es, dass viele Seen am Anfang des Winters selbst nach einigen Tagen Dauerfrost und strengem Frost in den Nächten keine Spur von Eisdecke zeigen. Es braucht oft bis in den Januar hinein, bis die größeren Seen anfangen vom Ufer her zu vereisen. Wenn das Wasser auch in der Tiefe durchgehend auf 4 Grad Celsius abgekühlt ist, dann kommt die thermische Zirkulation im See zum Erliegen und es gibt kein „leichteres“ Wasser mehr, als das kalte Wasser an der Oberfläche. Also bleibt es oben und kann sich durch Wärmeabstrahlung bei vorhandener Frostluft weiter abkühlen. Bei ausreichender Andauer des Frostes bildet sich eine Eisdecke. Diese wächst umso mehr an, je länger Frosttemperaturen darauf einwirken und je tiefer die Lufttemperatur ist. Es gilt also grundsätzlich: Je später der Winter, umso größer ist die Chance, dass ein See zufriert.

Allerdings ist diese Schilderung sehr vereinfacht. In Wirklichkeit ist die Eisbildung bei jedem Gewässer anders und im Wesentlichen von folgenden zusätzlichen Faktoren abhängig:

1. Die Tiefe des Sees: Je tiefer ein See, umso größer ist der „Vorrat“ an warmem Tiefenwasser (wärmer als 4 Grad Celsius), welches durch die geringere Dichte zur Oberfläche aufsteigt.

2. Stärkerer Wind: Unterstützt die Durchmischung der Wasserschichten. Das führt bei flachen Seen zu einer Beschleunigung der oberflächlichen Abkühlung, bei tiefen Seen zu einer Verzögerung.

3. Grundwasserzufluss: Je mehr Grundwasserzufluss ein See hat, umso mehr Nachschub von Wasser, dass wärmer als 4 Grad ist, besteht. Das verzögert die Eisbildung und führt in einem See zu Regionen mit dünnerer Eisdecke. So frieren Baggerseen oder Tagebaurestlöcher, die Hauptsächlich durch Grundwasser gespeist werden, meist spät und selten zu. Aufgrund der thermischen Trägheit des Erdbodens hat das Grundwasser in etwa 7 m Tiefe erst im November/Dezember seinen Maximalwert im Jahresgang.

4. Zufluss warmer Abwässer.

5. Aufsteigende Faulgase oder Luft.

6. Salzhaltiges oder chemisch verunreinigtes Wasser.

7. Wetter: Kommt es bald (1 bis 2 Tage) nach der ersten Eisdeckenbildung zu einer Schneedecke, dann stellt diese eine Isolationsschicht dar, die ein weiteres Anwachsen der Eisdecke verlangsamt.

Bei sibirischen Temperaturen, mit wochenlangem Dauerfrost bekommt die Natur auf fast jedes Gewässer eine tragfähige Eisdecke gezaubert. Aber das ist in mitteleuropäischen Gefilden sehr selten. Die optimale Wetterlage dafür wäre ein beständiges Hoch über Skandinavien oder Westrussland. Dadurch könnte osteuropäische Kaltluft zu uns fließen, die es vor allem von Ende Januar bis März dort gibt. Wenn diese wenigstens eine Woche lang bei uns liegt und der Herbst und Winter bis dahin schon längere Frostperioden hatten, die den Erdboden etwas vorgekühlt haben, dann frieren die Seen zu. Wenn die Temperaturen aber bis dahin mild waren, dann reicht eine Woche Dauerfrost nicht aus.

Die Eisqualität: Abhängig von der Witterung bei Bildung der Eisdecke ist deren Qualität: Im optimalen Fall beginnt nach Erreichen der Winterstagnation (Bild 1) eine wie oben beschriebene Hochdrucklage mit Dauerfrost, ohne Niederschlag und wenig Wind. Dann kann in einer klaren windstillen Nacht bei strengem Frost der See zufrieren. Die dabei entstehende Eisdecke ist spiegelglatt. Bei weiterem Dauerfrost wächst die Dicke der Eisdecke weiter an und es entsteht glattes, sogenanntes „schwarzes“ Eis, ohne wesentliche Lufteinschlüsse. Eine solche Eisdecke ist sehr tragfest und stabil. Dieses optimale Szenario ist aber in unseren Breiten selten und im Zuge der Klimaerwärmung sinkt die Wahrscheinlichkeit dafür auch in Skandinavien. Viel wahrscheinlicher ist es, dass auf frostige Nächte frostfreie Tage folgen. Dadurch wird die Eisdecke zunächst nur dünn bleiben, wieder antauen und kann eventuell von Wind aufgebrochen werden. Außerdem kann es passieren, dass Schnee auf eine Eisdecke fällt und dieser durch Tauwetter, Regen oder durch aus Spalten aufsteigendes Wasser zu Schneematsch wird und anschließend wieder gefriert. Dann bildet sich „weißes“ Eis mit teils größeren Inhomogenitäten und spröden Zwischenschichten. Eine solche Eisdecke trägt deutlich schlechter. Der Unterschied der Tragfähigkeit zu gleichdickem „schwarzen“ Eis kann den Faktor 10 erreichen. Es gibt aber unendlich viele Zwischenstufen, je nach Witterung während des Gefrierens.

Soweit zur Theorie. In der Praxis stellt sich die Frage: „Kann man auf das Eis gehen oder nicht?“

Als Tragfähigkeit für „schwarzes“ Eis gilt folgende Faustformel:
Tragfähigkeit (Kg) = 5 h² h= Eisdicke in cm

Demnach könnte eine Eisdecke schon ab 5 cm theoretisch einen Menschen tragen und ab 8 cm eine Gruppe. Da aber häufig kein reines „schwarzes“ Eis vorhanden ist und da die Eisdicken im See unterschiedlich sind, wird von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft als Richtlinie folgendes angegeben: Stehende Gewässer soll man erst ab einer Eisdicke von 15 cm und fließende Gewässer ab einer Eisdicke von 20 cm betreten. Man beachte aber, dass unter Brücken, in Bereichen von Zu- und Abflüssen, zwischen Schilfbewuchs, über starken Grundwasserzuflüssen und über aufsteigendem Faulgas oder Luft das Eis weniger dick ist.

Flache Gewässer: Ein knietiefer Dorfteich oder eine flach überflutete Wiese frieren viel schneller zu, als alle anderen Gewässer. Selbst wenn das Eis bricht, ist die Gefahr beherrschbar, wenn der Untergrund nicht zu sumpfig ist. Deshalb sind diese für die ersten Gehversuche auf dem Eis optimal.

Tiefe Gewässer: Bei tiefen Gewässern sollte man sich an die Richtlinie 15 bis 20 cm halten. Bei deutlich vorherrschendem „weißen“ Eis und großer Last auf dem Eis (kompakte Schneedecke, viele Menschen, usw.) sollte man zur Sicherheit nicht unter 20 cm akzeptieren. Die Kommunen können Informationen über die Begehbarkeit der Gewässer herausgeben. Diese können in der lokalen Presse oder im Internet zu finden sein. Auch ein Anruf bei der Kommune kann Klarheit bringen.

Risse durch Eisbewegungen: Das Eis trägt zum größten Teil deswegen, weil es auf dem Wasser schwimmt. Deshalb macht es Wasserspiegelschwankungen mit. Bei sinkenden Temperaturen, z.B. in der Nacht, schrumpft die Eisoberfläche, was zu Kontraktionsspalten an der Oberfläche führt. Diese laufen mit Wasser voll und frieren wieder zu. Das Aufreißen ist häufig mit lauten Knallgeräuschen verbunden. Bei steigender Temperatur dehnt sich die Eisoberfläche aus und es kommt zu Biegezugrissen an der Untergrenze. Dies ist mit pfeifenden Geräuschen verbunden. Wenn die Eisdecke vorher getragen hat und der Frost mit nur unwesentlichen Unterbrechungen am Tage anhält, stellen diese Effekte keine große Gefahr dar. Das Wasser in den Rissen gefriert wieder. Sie verschlechtern lediglich die Eisoberfläche zum Schlittschuhlaufen. Durch häufige starke Temperaturschwankungen können aber auch größere Verwerfungen in der Eisdecke entstehen. Wenn es größere Hebungen mit übereinander geschobenen Eisplatten gibt, kann es auch nach unten gedrückte Eisplatten geben, die Einbruchgefahr bedeuten!

Risse durch Überlastung: Bei Belastung der Eisdecke senkt sie sich einige Zentimeter nach unten. Bei zu starker Belastung reißen an der Unterseite Radialrisse ein und bei anhaltender Überlastung folgen Tangentialrisse auf der Oberfläche. Dann steht der Einbruch unmittelbar bevor. Grundsätzlich sind bewegte Lasten weniger einbruchgefährdet, als stationäre Lasten.

Frühjahr: Bei Tauwetter nehmen die Spaltenbildungen Tag für Tag zu und einzelne Schollen lösen sich. Zunehmende Sonnenstrahlung macht das Eis spröde und morsch, weil die Kristallstruktur durch internes Anschmelzen runder und weicher wird. Dadurch wird die gesamte Eisdecke brüchiger und das Ende der Betretbarkeit ist gekommen.

In vielen Regionen Deutschlands gilt das Zufrieren größerer Wasserflächen als etwas Besonderes und dann finden traditionell kleinere oder größere Volksfeste auf dem Eis statt. So zum Beispiel auf der Außenalster in Hamburg, im Spreewald bei Lübbenau und Burg, auf Teilen des Bodensees, um nur einige zu nennen. Vielleicht gibt es ja in diesem Winter viele zugefrorene Gewässer? Dann hoffen wir darauf, dass die Menschen Vernunft vor Mut stellen und keine schlimmen Einbrüche passieren.

Dipl.-Met.(FH) Jens Oehmichen zusammen mit Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
RWB Leipzig und Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.12.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2023/12/DWD-Eisdecke-betreten.-Wie-entscheiden-ob-es-gefahrlos-ist.png 449 605 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-12-01 18:12:042023-12-06 10:16:54Eisdecke betreten. Wie entscheiden, ob es gefahrlos ist??

Lake Effect Snow – Verbindendes meteorologisches Phänomen zwischen Ostsee und Großen Seen

30. November 2023/in Klima, Thema des Tages, Wetter, Wind/von WINDINFO

In vielen Regionen Deutschlands liegt bis in die Niederungen zumindest eine dünne Schneedecke. Lediglich im Südwesten schaut man eher noch „ins Grüne“. In den vergangenen Tagen wurde in den Themen des Tages bereits ausführlicher auf die Entwicklung der winterlichen Wetterlage und der Schneedecke eingegangen (siehe Themen des Tages vom 28.11.23 und 29.11.23). Nicht nur im Mittelgebirgsraum oder an den Alpen musste zu Besen oder Schaufel gegriffen werden, um die Wege oder das Auto freizuräumen. Auch entlang den deutschen Küsten, vor allem der Ostsee, liegt für diese Regionen eine veritable Schneedecke (Abbildung 1). In Nordamerika, genauer gesagt im Umfeld der Großen Seen, braucht man derzeit schon teils schwereres Gerät, um den dortigen Schneemassen Herr zu werden. Beide Regionen verbindet dieser Tage der sogenannte „Lake Effect Snow„, welcher regional für verhältnismäßig hohe Schneesummen sorgt.

Der Lake Effect Snow (LES) ist ein Phänomen, das im Winterhalbjahr beim Überströmen von Kaltluft über größere, relativ warme Wasserflächen auftreten kann. Beim Überstreichen der trocken-kalten Luft über die deutlich wärmeren Gewässer wird die untere Atmosphäre mit Wärme und Feuchtigkeit versorgt und deren Schichtung wird dadurch labiler. Die mit Wärme und Feuchtigkeit angereicherten Luftpakete steigen auf, kühlen sich ab und kondensieren vorwiegend bereits in den unteren Atmosphärenschichten. Daher kann es zu flächenmäßig eng begrenzten Niederschlagsbändern mit heftigen Schneefällen kommen. Aufgrund der geringen Breite der Niederschlagsbänder von oft nur wenigen Kilometern kann das betroffene Gebiet im Schnee versinken, während im näheren Umfeld mitunter deutlich weniger oder gar kein Schnee fällt. Verschiedene Studien zeigen, dass zwischen der Wasseroberflächentemperatur und der Temperatur in 1,5 km Höhe (Druckniveau auf etwa 850 hPa) über Grund eine Differenz von mindestens 13 Kelvin bestehen muss, damit genügend Energie für die Bildung kräftiger und langlebiger Niederschlagsbänder zur Verfügung steht. Starke Schneeschauer können unter anderem dann entstehen, wenn die labile Luftmasse eine vertikale Mächtigkeit von mindestens ca. 2 km über Grund erreicht.

Eine weitere Schlüsselkomponente bei der Bestimmung von besonders betroffenen Küstengebieten beim Lake Effect Snow ist die Windrichtung. Zudem ist der sogenannte „Fetch“ entscheidend, der die Wirklänge des Windes über die offene Wasserfläche beschreibt. Der „Fetch“ sollte typischerweise mindestens 100 km betragen, damit der Luft ausreichend Wärme und Feuchtigkeit für die Entwicklung der Schneeschauerstraßen zugeführt werden kann.

Der Lake Effect Snow ist im Bereich der Großen Seen (USA) besonders ausgeprägt, da es hier häufiger zu einem „Arctic Outbreak“ kommt. Dabei kann auf der Rückseite eines Tiefs häufig sehr kalte, trockene Luft aus den arktischen Breiten Kanadas weit nach Süden in die USA vorstoßen. Dort überströmen die arktischen Luftmassen die Großen Seen, meist von West bis Nordwest nach Ost bis Südost. Für den Eriesee und den Ontariosee beispielsweise ist der „Fetch“ bei einer westlichen Windkomponente mit mehreren hundert Kilometern besonders lang. In der ersten Wochenhälfte kam es nun zum ersten markanten „Arctic Outbreak“ über Nordamerika mit entsprechendem Lake Effect Snow (siehe animierte Abbildung 2).

Die Wassertemperatur der Großen Seen lag verbreitet noch bei +6 bis +9 Grad, während in 1,5 km rund -14 Grad vorherrschend waren (Abbildung 3). Summa summarum ergaben sich demnach in der unteren Atmosphäre Differenzen von 20 bis 23 Kelvin. Dieser Temperaturgegensatz stellte viel Energie für die Bildung von intensiven und teils gewittrig durchsetzten Schneeschauerstraßen vor allem an den Ost- und Südostseiten von Lake Michigan, Huron, Erie und Ontario zur Verfügung. Dabei wurden häufig pro Stunde Neuschneeraten von 3-10 cm (ca. 1-3 inches), in einigen Regionen (z.B. knapp südlich von Buffalo) auch 10 bis 15 cm (4-6 inches) beobachtet. Insgesamt sind seit Montag teilweise 25-50 cm (10-20 inches), strichweise auch um 75 cm (30 inches) gemeldet worden.

Kehren wir wieder nach Mitteleuropa zurück. Wie bereits erwähnt, konnte beispielsweise am Dienstag im Skagerrak und Kattegat sowie in der westlichen Ostsee (siehe Abbildung 4) der Lake Effect Snow mit seinen charakteristischen Schauerstraßen von Nord bis Nordost nach Süd bis Südwest beobachtet werden.

Die Bedingungen waren dabei denen in Nordamerika sehr ähnlich. Die Temperaturdifferenz betrug zwischen Wasseroberfläche (rund 8 Grad) und 1,5 km (-12 bis -14 Grad) um bzw. etwas über 20 Kelvin. Lediglich die Breite der Wasserflächen und damit der „Fetch“ reicht in den westlichen Ostseegebieten nicht an die Großen Seen heran, sodass die Neuschneemengen in der Regel im Verhältnis nicht so hoch ausfallen. In weiten Teilen des Landes hält die Zufuhr kalter Luftmassen aus Norden bis Nordosten in den kommenden Tagen an, sodass der Lake Effect Snow an der Ostseeküste strichweise weiteren Schneenachschub liefern dürfte.

M.Sc. (Meteorologe) Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.11.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2023/12/DWD-Lake-Effect-Snow-Verbindendes-meteorologisches-Phaenomen-zwischen-Ostsee-und-Grossen-Seen.gif 887 1911 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-11-30 19:53:102023-12-06 10:24:48Lake Effect Snow – Verbindendes meteorologisches Phänomen zwischen Ostsee und Großen Seen

Von neuem Schnee, gefrierendem Regen und Modellchaos

29. November 2023/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In den kommenden Tagen bauen sich zwischen Nord- und Südeuropa größere Temperaturgegensätze auf. Subtropische Warmluft wird vom Atlantik Richtung Mittelmeerraum geführt, während weite Teile Nord- und Mitteleuropas von polarer Kaltluft geflutet werden (siehe Abbildung 1). Entlang dieser vorübergehend quasi ortsfesten Frontalzone, also des Bereichs mit den größten Temperaturgegensätzen, kommt es zu kräftigeren und länger anhaltenden Niederschlägen, die auf der warmen Seite als Regen, auf der kalten als Schnee fallen. Kleinste Verschiebungen der Frontalzone entscheiden vor Ort über Schneegestöber oder Regenfälle, weswegen es natürlich wünschenswert wäre, wenn die verschiedenen Wettermodelle ein einigermaßen klares Bild über die voraussichtliche Position der Luftmassengrenze liefern würden.

Doch ausgerechnet bei diesen Grenzwetterlagen beginnt auch bei den Wettermodellen das große Flattern. Nicht selten liefert in solchen Situationen jedes Modell sein eigenes Szenario, selbst noch wenige Tage oder Stunden vor dem Ereignis. Welches von diesen vielen, mehr oder weniger stark abweichenden Szenarien sich am Ende bewahrheitet, lässt sich im Vorfeld nicht sagen. Dem Forecaster bleibt nichts anderes übrig, als das für ihn wahrscheinlichste Szenario zu beschreiben und die Unsicherheiten zu kommunizieren – und genau das soll nun geschehen.

In Abbildung 2 soll die von den 4 Wettermodellen ICON13, EZMW, GFS und UK10 vorhergesagte Lage der Frontalzone am Donnerstagabend (22 Uhr) verdeutlich werden, dem Zeitpunkt der vermutlich nördlichsten Position. Dargestellt ist die Temperatur auf der 850-hPa-Druckfläche, also in etwa 1500 Metern Höhe. Was direkt auffällt, ist, dass sich die dichteste Drängung der Isothermen (die Linien gleicher Temperatur) und damit die Luftmassengrenze in allen Modellen irgendwo über Süddeutschland befindet. Soweit so gut – das Problem ist aber das „Irgendwo“. Die 0-Grad-Isotherme, die in erster Näherung den Übergang von Schnee zu Regen markiert, variiert von Modell zu Modell um 100 Kilometer. Die nördlichste Variante liefert das EZMW (Höhe Stuttgart), die südlichste das DWD-Modell ICON13 (Höhe München).

Demnach ist lediglich sicher, dass ab Donnerstagfrüh, im Zuge der hereindriftenden Luftmassengrenze, vor allem im Süden mit kräftigeren Niederschlägen zu rechnen ist. Wie weit sie nach Norden ausgreifen und wo sich der Übergang von Schnee zu Regen vollzieht, ist aber noch hochgradig unsicher. Wenn man kein Modell bevorzugen möchte, dann nimmt man für das vermeintlich wahrscheinlichste Szenario die mittlere Lage der Luftmassengrenze. Demnach läge sie (wahrscheinlich) auf der Höhe Augsburg, wie von GFS und ICON-D2 berechnet. Die Situation am Donnerstagabend bzw. in der Nacht zum Freitag sähe folglich in etwa so aus wie in Abbildung 3. Also nördlich der Höhe Augsburg Schneefall mit durchaus nennenswerten Neuschneemengen, südlich erst Schnee, dann Regen und beim Übergang eventuell vorübergehend gefrierender Regen mit Glatteisbildung.

Diese Niederschläge beschäftigen uns voraussichtlich bis in den Samstag hinein, wobei sie mit Rückzug der Luftmassengrenze auch ganz im Süden wieder zunehmend in Schnee übergehen und dem Alpenrand wohl eine größere Schneepackung bescheren.

Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.11.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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Der Winter ist eingekehrt

28. November 2023/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Winterwetter hat in Deutschland Einzug gehalten und uns erwartet auch in den kommenden Tagen winterliches Wetter. Einen ersten richtigen Auftakt bis in tiefe Lagen bescherte uns das Schneetief „Oliver“. Es zog am gestrigen Montag und in der vergangenen Nacht von Belgien kommend über den Westen und die Mitte Deutschlands nach Bayern. Es hatte einiges an Niederschlag im Gepäck, der regional bis in die Niederungen in Schnee überging. Im wurde bereits ausführlich auf die Entstehung des Tiefs und dessen Zugbahn eingegangen, ebenso wie auf die Luftmassen, die für den Wintereinbruch verantwortlich waren. Wer also Genaueres über die Hintergründe erfahren möchte, dem sei dieses Thema sehr empfohlen.

Heute ziehen wir eine erste Bilanz. Bereits am gestrigen Morgen setzten im Westen, etwa von der Eifel bis zur Pfalz Schneefälle ein. Im Tagesverlauf breiteten sich diese quer über die Mitte aus und erfassten am Abend und in der darauffolgenden Nacht auch Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Südbrandenburg und den Norden und Osten Bayerns. In der Mitte hielten die Schneefälle auch die ganze Nacht über an. Vielerorts konnte sich in den genannten Regionen so eine mehr oder weniger mächtige Schneedecke ausbilden – zumindest in den Niederungen die erste ihrer Art in diesem Winterhalbjahr.

Vergleicht man die gemessenen Schneehöhen von Montag, 7 Uhr (MEZ), mit denen vom heutigen Dienstag, 7 Uhr (MEZ), kann man den Neuschneezuwachs eindrucksvoll erkennen (Abbildung 1). Vor allem quer über der Mitte Deutschlands kam teils einiges an Schnee zusammen. Etwa oberhalb von 300 bis 400 m über Meeresniveau (ü.NN) fielen bis zum Dienstagmorgen vielerorts 10 bis 15, stellenweise auch um 20 cm Neuschnee, oberhalb von 500 m örtlich noch mehr. Während es entlang des Rheins etwas zu mild für Schnee war, reichte es selbst im schneearmen Rhein-Main-Gebiet für eine dünne Nassschneedecke, ebenso wie im Thüringer Becken und in der Leipziger Tieflandsbucht.

Ein besonderer Hotspot war Hessen und der Nordosten von Rheinland-Pfalz, vor allem die Staulagen von Westerwald und Taunus (Abbildung 2). Zum einen hielt dort der Schneefall besonders lange an (rund 18 Stunden), zum anderen war er tagsüber zum Teil recht kräftig. Die sogenannte Niederschlagsabkühlung sorgte dafür, dass bereits tagsüber die Temperatur auf etwa 0 Grad abfiel und dadurch die Schneefallgrenze bis in die Täler absank. All dies führte dazu, dass sich dort bis auf etwa 200 m ü.NN. herab eine 10 bis 20 cm mächtige Schneedecke ausbilden konnte. In Waldbrunn-Lahr (280 m) wurden am Morgen 25 cm gemessen, im Wiesbadener Stadtteil Auringen (263 m) waren es 17 cm und in Bad Homburg (255 m) 16 cm – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Der nasse und dadurch sehr schwere Schnee brachte teils erhebliche Probleme mit sich. Er lastete so schwer auf den Bäumen, dass diese teilweise unter der Schneelast zusammenbrachen. Auch die aufgeweichten Böden aufgrund der ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen der vergangenen sechs Wochen trug mit dazu bei, dass einige Bäume umstürzten. Feuerwehr und Polizei wurden am gestrigen Abend und bis in den heutigen Tag hinein ordentlich auf Trab gehalten (z.B. im Rheingau-Taunus-Kreis).

Nördlich der Mittelgebirge war es zwar kalt genug für Schnee, der Schneefall war dort aber zu schwach, um mehr als ein bisschen „Puderzucker“ auf Autos, Wiesen und Dächer zu hinterlassen. Im Südwesten und südlich der Donau fiel in tieferen Lagen überwiegend Regen, da südlich des Tiefs etwas mildere Luft einsickerte.

Auch in den kommenden Tagen geht es winterlich weiter. In der kommenden Nacht zum Mittwoch greift schon das nächste Schneetief namens „Quintius“ von der Nordsee kommend auf den Nordwesten über. Es hat vor allem für den Norden und Nordwesten Schnee im Gepäck, der teils schauerartig fällt. Dort ist verbreitet mit ein paar Zentimeter Schnee zu rechnen. Möglicherweise formieren sich schmale Schauerstraßen, in denen innerhalb weniger Stunden strichweise sogar 5 bis 15 cm fallen könnten. Am wahrscheinlichsten ist dies in einem Streifen vom Emsland bzw. Westmünsterland über das Osnabrücker Land und Ostwestfalen bis zum Weserbergland.

Am morgigen Mittwoch kommen die Schneefälle weiter ost- und südostwärts voran. Sie erreichen dann auch den Osten, die Mitte und bis zum Abend etwa die Donau. Dabei lassen sie aber an Intensität nach. Dennoch kann es vor allem in den Mittelgebirgen regional ein paar Zentimeter Neuschnee geben. In den Niederungen ist eher nasskaltes Schmuddelwetter zu erwarten, da dort tagsüber die Temperaturen wieder in den Plusbereich gehen (1 bis 4, entlang des Rheins auch um 5 Grad).

Weitere Tiefs bringen am Donnerstag und Freitag vor allem dem Süden Niederschläge. Mit den Temperaturen geht es noch ein Stück nach unten. Vielerorts stellt sich leichter Dauerfrost ein. Über den Gefrierpunkt steigen die Temperaturen tagsüber dann nur noch ganz im Süden, entlang des Rheins und an den Küsten. Die genauen Zugbahnen der Tiefs sind allerdings noch etwas unsicher. Somit ist noch unklar, wie weit die Schneefälle nach Norden ausgreifen. Bei einer nördlichen Zugbahn wären auch die mittleren Landesteile mit Schneefällen betroffen und ganz im Süden könnte der Niederschlag in den Niederungen wieder in Regen übergehen. Bei einer südlicheren Zugbahn bliebe es in der Mitte trocken, dafür käme dann der Niederschlag auch im Süden überwiegend als Schnee vom Himmel. Auch wenn es bezüglich der Details noch Unsicherheiten gibt, so bleibt uns das eher winterliche Wetter in weiten Teilen Deutschlands bis mindestens zum ersten Adventswochenende erhalten.

Zum Abschluss noch ein paar ausgewählte Schneehöhen mit Schwerpunkt auf tiefe und mittlere Lagen, Dienstag, 28.11.2023, 7 Uhr (MEZ):

Ort Höhe Schneehöhe
Waldbrunn-Lahr (Kreis Limburg-Weilburg) 280 m 25 cm
Bad Marienberg (Westerwaldkreis) 547 m 23 cm
Pisach-Laaber (Kreis Neumarkt i.d. OPf.) 517 m 21 cm
Heinrichsthal (Kreis Aschaffenburg) 446 m 20 cm
Neukirchen-Hauptschweda (Schwalm-Eder-Kreis) 500 m 20 cm
Wiesbaden-Auringen (Wiesbaden) 263 m 17 cm
Gedern-Schönhausen (Wetteraukreis) 414 m 17 cm
Heiligenstadt-Kalteneber (Kreis Eichsfeld) 447 m 17 cm
Bad Homburg (Hochtaunuskreis) 255 m 16 cm
Beuren (Kreis Trier-Saarburg) 505 m 15 cm

Dr. rer. nat Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.11.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2023/11/DWD-Der-Winter-ist-eingekehrt.png 714 1162 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-11-28 18:56:532023-12-06 10:46:49Der Winter ist eingekehrt

Ein verregneter November mit Schnee als krönendem Abschluss

27. November 2023/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Trüb und nass zeigte sich der November bislang und auch in den nächsten Tagen stehen Niederschläge auf der Agenda. Der kommende Freitag (01. Dezember) schlägt dann zwar ein neues Kapitel in der Statistik auf, denn an besagtem Tag ist meteorologischer Winteranfang, aber ob sich danach auch an dem unbeständigen Wetter etwas ändert, bedarf noch eines Blickes in die Glaskugel.

Zurück zu den Niederschlägen im aktuell laufenden Monat November. Mancherorts regnete es teils langanhaltend und kräftig und so manche Warnung vor Dauerregen beschäftigte die Warnmeteorologen. Nachfolgend waren auch die Experten der Hochwasserzentralen gefragt, den Impact für die Einzugsgebiete der Flussregionen richtig einzuschätzen. Aber auch Schauer und einzelne Gewitter lieferten zwar nicht flächig, mancherorts aber in Summe durchaus nennenswerte Niederschlagsmengen. So mancher mag an dieser Stelle nun aufgrund des trüben und regnerischen Wettercharakters vielleicht ein Sonnenlied anstimmen oder gar einen Sonnentanz vollführen. An den bereits gefallenen Niederschlagsmengen ändert das allerdings nichts mehr.

In Deutschland sind für den November im Mittel Niederschlagsmengen von 50 bis 90 Liter pro Quadratmeter in der Fläche üblich. Dass sich Niederschläge aber nicht gleichmäßig über Deutschland verteilen, liegt in der Natur der Sache. Zu den Spitzenreitern bezüglich der gefallenen Niederschlagsmengen gehören gerne einmal die üblichen Verdächtigen, die man im Laufe der Zeit schnell benennen kann. Dazu zählen beispielsweise die Staulagen der Mittelgebirge. Insbesondere Schwarzwald und Allgäu sind bei Zufuhr feuchter Luftmassen aus westlichen Richtungen bevorzugte Kandidaten für langanhaltende Niederschläge.

Im Gegensatz dazu sind das Thüringer Becken oder die Magdeburger Börde, aber auch der Nordosten Beispiele für trockene Regionen in Deutschland. Begründen kann man dies mit oftmals abnehmenden Niederschlägen in Richtung Osten. Im Falle von Thüringer Becken oder Magdeburger Börde kann man dies aber auch mit der Leelage von Thüringer Wald oder Harz begründen. Diese Mittelgebirge fungieren hierbei als eine Art Barriere, an deren Südwestflanke die Niederschläge anstauen und an deren Nordostflanke dann eine Art Abschattung stattfindet.
Die nachfolgende Grafik zeigt die aus Radardaten abgeleiteten Niederschlagsmengen seit dem 01. November.

Tatsächlich stechen wieder einmal die bekannten Kandidaten hervor, sowohl hinsichtlich viel aber auch hinsichtlich wenig Niederschlag. Hervorzuheben sind insbesondere der Schwarzwald und das Allgäu, die in Teilen weiß eingefärbt sind. Die damit implizierten mehr als 300 Liter pro Quadratmeter sind nicht mehr Teil der Legende. So mancher Bewohner der Norddeutschen Tiefebene erinnert sich auch an letzten Montag, als dort ein stationäres Niederschlagsband lag, welches die Warnmeteorologen dazu veranlasste, eine Warnung vor Dauerregen zu schalten. Die Regenmengen dieses Ereignisses erkennt man auch in der Gesamtsumme des bisherigen Novembers, der Schwerpunkt lag hierbei in einem Streifen von Bremen bis zur Altmark.

Betrachtet man nun die bisherigen Niederschlagsmengen relativ zum vieljährigen Mittel, so wird ebenfalls direkt dieser Streifen in der Norddeutschen Tiefebene ersichtlich. Insbesondere auch das Alpenvorland gönnte sich „etwas“ mehr Nass von oben. Noch etwas Nachholbedarf haben in dieser Hinsicht große Teile von Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Und wie sieht es in den kommenden Tagen hinsichtlich Niederschlag aus? Die mitunter kräftigen Niederschläge des heutigen Montags wurden bereits im gestrigen Thema des Tages behandelt. Diese sind auch am morgigen Dienstag noch Thema, wenn sie sich im Tagesverlauf Richtung Erzgebirge und Südosten zurückziehen. Noch einmal an dieser Stelle hervorzuheben ist aber, dass die Niederschläge am heutigen Montag insbesondere in den mittleren Landesteilen auch bis in tiefere Lagen als Schnee fallen. In den westlichen Mittelgebirgen ist teils mit kräftigem Schneefall zu rechnen. Am morgigen Dienstag geht der Regen dann auch in den südlichen Landesteilen allmählich in Schnee über. Am Mittwoch kommen von Nordwesten bis in die Mitte erneut Schnee- und Schneeregenfälle herein. Diese ziehen dann im Laufe des Donnerstags ostwärts ab. Von Südwesten zieht dann ein Niederschlagsgebiet herein, das hinsichtlich Niederschlagsphase und Ausbreitung aber noch mit einigen Unsicherheiten aufwartet.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Sauter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.11.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2023/11/DWD-Ein-verregneter-November-mit-Schnee-als-kroenendem-Abschluss.png 924 994 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2023-11-27 18:54:112023-12-06 10:55:03Ein verregneter November mit Schnee als krönendem Abschluss

Noch mehr Schnee im Anmarsch

26. November 2023/in Thema des Tages, Wetter/von WINDINFO

Winterliche Wetterverhältnisse haben bei uns Einzug gehalten. Davon kündigten bereits die Themen des Tages der letzten Tage. Und wie es manchmal so ist, lässt das Wetter im Moment auch keine Abwechslung zu. Deswegen geht es auch heute wieder um Schnee, Eis und Glätte. Dabei vor allem um Schnee, denn davon gibt es ab morgen früh bis in den Dienstag hinein in manchen Gegenden reichlich – der erste Höhepunkt des Winterwetters steht kurz bevor.

Tief „Oliver” übernimmt ab der kommenden Nacht bei uns die Verantwortung für die Wetterlage. Eigentlich schon ziemlich gealtert, taucht es bei Schottland in einen Jungbrunnen und regeneriert sich unter Zuhilfenahme eines Randtiefs vor Norwegen. Dieses Tief haucht dem ganzen Komplex neues Leben ein. Im Anschluss zieht das so wieder stärker gewordene Tief rasch südwärts und landet in der Nacht zum morgigen Montag an der niederländischen Nordseeküste. Danach führt sein Weg weiter über Belgien Richtung Eifel. In der Nacht zum Dienstag geht es anschließend über Hessen und Franken in Richtung Böhmisches Becken, wo „Oliver” in den Früh- oder Vormittagsstunden des Dienstags liegen soll. So jedenfalls prophezeien es die aktuellen Prognosen der verschiedenen Wettermodelle.

Doch was bedeutet das jetzt für unser Wetter? Nun, zum einen hat so ein Tief in der Regel einiges an Niederschlägen im Gepäck. In diesem Fall würde man so etwas ohnehin erwarten, da „Oliver” einen recht langen Weg über die Nordsee zurücklegt, bevor Deutschland erreicht wird. Zum anderen lohnt der Blick auf die Luftmasse, die mit „Oliver” interagiert. In etwa 1,5 km Höhe liegen die Temperaturen je nach Region zwischen -3°C und -6°C. Daraus lässt sich grob abschätzen, bis zu welchen Höhenlagen Niederschlag als Schnee fällt. Im Fall von „Oliver” wird das oberhalb von 400 bis 800 m der Fall sein. Auch hier kommt es darauf an, wohin man genau schaut. In den südlichen Mittelgebirgen wie zum Beispiel dem Schwarzwald liegt die Schneefallgrenze im Einflussbereich geringfügig milderer Luft etwas weiter oben Richtung 600 bis 800 m, während sie in den westlichen und zentralen Mittelgebirgen wie z.B. Westerwald, Taunus, Eifel und Harz eher um 400 m liegen wird. Erschwerend kommt hinzu, dass sich mit Durchzug von „Oliver” die verschiedenen Luftmassen rasch die Klinke in die Hand geben. Das bedeutet, dass sich Regen und Schnee in relativ rascher Folge abwechseln können.

Los geht’s mit den Niederschlägen bereits nachts im äußersten Westen am Niederrhein, wo diese zunächst wohl als Regen fallen. In den Morgen- und frühen Vormittagsstunden greifen sie dann weiter auf große Teile von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz/Saarland aus und verstärken sich. Während es in den tiefsten Lagen an Ems und Niederrhein wohl weiter bei Regen, vielleicht auch Schneeregen bleibt, wird es in den höheren Lagen spätestens ab 400 m anfangen zu schneien. Und das zeitweise sogar ziemlich kräftig. Weiter südlich setzt der Schneefall wie bereits schon erwähnt erst in höheren Lagen ein. Bis zum Abend verlagert sich „Oliver” nur langsam ostwärts. Dabei kühlt die Luft durch die Niederschläge, aber auch durch die zunehmende Okklusion des Tiefs, langsam aber stetig ab. Damit sinkt auch die Schneefallgrenze wieder. Übersetzt bedeutet das, dass gegen Abend auch in tieferen Lagen die Niederschläge mehr und mehr in Schnee übergehen können und sich nach einer gewissen Zeit auch so etwas wie eine dünne Schneedecke ausbilden kann.

In der Nacht zum Dienstag zieht „Oliver” schließlich ostwärts Richtung Tschechien. Damit dreht auf dessen Rückseite der Wind mehr und mehr auf nördliche Richtungen. Der Weg ist somit frei für reichlich Nachschub an Polarluft, die über dem südlichen Skandinavien nur darauf wartet, zu uns nach Deutschland vordringen zu können. In 1,5 km Höhe sinken die Temperaturen also rasch auf Werte von -5 bis -8, ganz im Norden vielleicht sogar auf bis zu -10°C. Das ist auf jeden Fall ausreichend, um überall für Schneefall bis in tiefste Lagen zu sorgen. Da auch bodennah die Temperaturen in der Nacht in den Frostbereich zurückgehen (etwa 0°C bis -3°C in der Nordhälfte), wird es wenigstens in der Nordhälfte Deutschlands zumindest vorübergehend, dafür aber wohl nahezu flächendeckend für eine kleine Schneedecke reichen.

Der meiste Schnee aber fällt woanders – nämlich im westlichen und zentralen Bergland. Dort sorgt die Kombination aus reichlich Niederschlag und frostigen Temperaturen für außerordentlich raschen Neuschneezuwachs und damit tiefwinterliche Verhältnisse. Den Modellen zufolge ist von Eifel über Hunsrück und Taunus bis zum Spessart und Rhön/Thüringer Wald mit Neuschneemengen zwischen 10 und 20, in besonders stauexponierten Lagen im „worst case” bis zu 30 cm zu rechnen. Diese fallen dabei meist in einem Zeitraum von 12 bis 18 Stunden und würden damit stellenweise sogar das offizielle Unwetterkriterium von mehr als 15 cm innerhalb von zwölf Stunden erfüllen (siehe Abb. 1). Weiter unten sind die Mengen vor allem aufgrund der noch immer recht warmen Böden deutlich geringer, aber immerhin dürfte es wohl für den von den Meteorologen liebevoll so genannten „Stundenschnee” reichen, der rasch fällt und bald darauf auch schon wieder wegtaut.

Zum Schluss noch der kurze Blick auf die kommenden Tage. Da bleibt es bei der nasskalten Wetterlage bei allmählich sinkenden Temperaturen. Im Nordosten Deutschlands stehen die Zeichen auf Dauerfrost, dort kann es nachts sogar in den mäßigen Frostbereich von unter -5°C gehen. Außerdem bringen weitere Tiefdruckgebiete zeitweise erneut etwas Schnee.

M.Sc. Felix Dietzsch
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.11.2023

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