Regen – was war das nochmal?

Regen gilt oft als etwas Lästiges. Vor allem dann, wenn er in wiederholten Schauern vom Himmel fällt und jede Bewegung im Freien zur Geduldsprobe macht. Er verwandelt Wege in Schlamm, lässt Schuhe durchweichen und sorgt für feuchte Kleidung sowie beschlagene Brillen. Das Grau am Himmel kann auf die Stimmung drücken, Müdigkeit verstärken und das Gefühl von Enge oder Trägheit hervorrufen, als würde der Regen nicht nur die Landschaft, sondern auch die Gedanken schwerer machen. Vor allem an freien Tagen oder im Urlaub können die meisten Menschen Regen überhaupt nicht gebrauchen.

Regen was war das nochmal teil 1

Nutzerbild aus der DWD-WarnWetter-App vom 04. Mai 2025.

Derzeit ist Regen jedoch Mangelware. Die Trockenheit setzt sich auch in diesen Tagen vielerorts weiter fort. Einzig in der Osthälfte Deutschlands sorgt Tief „Lorenz“ über Polen für einige Schauer und kurze Gewitter. Flächendeckend reichen die angekündigten Niederschläge allerdings nicht aus, um das Defizit der vergangenen Monate auszugleichen.

Das Niederschlagsdefizit lädt durchaus zum Umdenken ein. Immerhin spendet der Regen Leben – ohne ihn wäre kein Leben auf der Erde möglich. Und gerade in ihrer aktuellen Wachstumsphase benötigt die Natur viel davon: Die Bäume bilden dichtes Blattwerk aus, überall blühen Pflanzen und die Wiesen erstrahlen in saftigem Grün. Henry David Thoreau wusste: „Ein einziger sanfter Regen macht das Gras um viele Nuancen grüner“. Bei Niederschlägen nimmt man auch wieder häufiger Petrichor wahr – den erdigen Duft des Regens. Dieser ruft bei der einen oder dem anderen schöne Momente aus der Kindheit ins Gedächtnis, was wiederum das Selbstwertgefühl stärken kann. Allergiker schätzen einen schönen Guss ebenfalls, denn im Anschluss ist die Pollenkonzentration geringer und sie können wieder frei durchatmen. Außerdem wird dem Regen auch ein leistungssteigernder Effekt nachgesagt. Der Autor dieses Artikels kann dies übrigens bestätigen – joggt er doch viel lieber bei Regen als bei sengender Hitze und brennender Sonne. Und spätestens wenn man Kinder voller Freude mit Anlauf in Pfützen springen sieht, kann man gar nicht anders… man muss den Regen einfach lieben!

Aber wie entsteht das kühle Nass denn eigentlich?

Regen kann ja schlecht aus dem „Nichts“ in unserer Atmosphäre auftauchen. Bereits in der Schule wird das Wissen über den Wasserkreislauf vermittelt. An dessen Anfang steht die Verdunstung von Wasser. Scheint die Sonne, erwärmt sich die Erdoberfläche und somit auch die bodennahe Luftschicht. Dabei verdunstet Wasser vom Erdboden, aus Meeren, Flüssen, Seen oder von der Vegetation und wird zu Wasserdampf. Der größte Anteil des verdunsteten Wassers stammt übrigens aus den Ozeanen.

Regen was war das nochmal teil 2 

Der natürliche Wasserkreislauf und die damit verbundenen Prozesse. Die Auswirkungen menschlicher Einflüsse sind dabei nicht berücksichtigt. 

Die erwärmte Luft, die leichter ist als vergleichsweise kalte, steigt in der Folge zusammen mit dem Wasserdampf in höhere, aber auch kältere Luftschichten auf. Dabei kühlt sie sich ab. Da kältere Luft jedoch weniger Wasserdampf speichern kann als wärmere, wird ab einer gewissen Höhe und Abkühlung die sogenannte Taupunkttemperatur (siehe DWD-Lexikon; https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=102672&lv3=102734 bzw. „Weitere Informationen zum Thema“) erreicht, bei der die Luft gesättigt ist und Kondensation einsetzt. Dann bilden sich viele winzige Wassertröpfchen, die wir als Wolke wahrnehmen. In großen Höhen, wo die Temperatur deutlich unterhalb des Gefrierpunktes liegt, können auch kleine Eiskristalle entstehen, die in ausreichender Menge Eiswolken bilden. Häufig entstehen Niederschläge durch komplexe Vorgänge, bei denen auch die Eisphase eine Rolle spielt. Bleiben wir der Einfachheit halber aber bei den sogenannten Wasserwolken:

Wann regnet es nun aus den Wolken?

Damit die winzigen Wassertröpfchen schließlich zu Regentropfen anwachsen, reicht die Kondensation von Wasserdampf alleine jedoch nicht aus. Wesentlich effektiver ist das Zusammenfließen (Koaleszenz) von Wolkentröpfchen. Beinhaltet die Wolke nun unterschiedlich große Tropfen, sinken die Größeren schneller ab als die Kleinen. Dabei kollidieren sie miteinander, was das Tropfenwachstum weiter beschleunigt. Erreicht der Tropfen schließlich eine kritische Masse, sodass seine Sinkgeschwindigkeit die Geschwindigkeit der aufsteigenden Luftmasse, die ihn in der Schwebe hält, übersteigt, fällt der Tropfen zum Erdboden. Mangelt es allerdings an Feuchtigkeit, bilden sich keine ausreichend großen Tropfen, womit es unter den Wolken trocken bleibt.

Regen was war das nochmal teil 3

Nutzerbild aus der DWD-WarnWetter-App vom 03. Mai 2025. 

Warum regnet es überhaupt unterschiedlich stark?

Dies liegt vor allem daran, dass warme Luft deutlich mehr Wasserdampf aufnimmt als kalte. An einem schwül-warmen Sommertag liegt deshalb viel Wasserdampf in der Atmosphäre vor, sodass sich unter passenden Bedingungen große Wolken bilden können, die schwere Tropfen ausbilden. In tropischen Regenwäldern sind die Bedingungen ganzjährig feucht-warm, sodass dort fast täglich starke Schauer auftreten.

Und was passiert nun mit dem Regen, der auf den Erdboden fällt?

Dieser versickert schließlich wieder im Boden, fließt in Flüsse und Seen ab oder wird von der Vegetation aufgenommen. Dann kann das Wasser erneut verdunsten, womit sich der Wasserkreislauf schließt. Vielleicht denken sie beim nächsten Regen einfach mal an seine positiven Eigenschaften. Falls Ihnen dies kein Trost spenden sollte, seien Sie einfach an die folgende Redewendung erinnert: „Nach dem Regen folgt Sonnenschein“ oder wie die Norddeutschen sagen: „Regen ist erst, wenn die Heringe auf Augenhöhe vorbeischwimmen.“
 

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Anhaltende Trockenheit – Update und klimatologische Einordnung

Die aktuelle Trockenheit ist in aller Munde. Nicht nur im diesjährigen Frühjahr (Monate März, April, Mai), sondern bereits seit Anfang Februar fiel in weiten Landesteilen Deutschlands viel zu wenig Niederschlag. Dies hat erste Auswirkungen auf die Natur und Landwirtschaft. Viele stellen sich sicherlich die Frage, wie ungewöhnlich die Wetterlage tatsächlich ist. Im heutigen Thema des Tages ordnen wir diese klimatologisch ein, zeigen die Auswirkungen auf die aktuelle Bodenfeuchte und geben einen kurzen Ausblick, ob beziehungsweise wann und wo in den nächsten Tagen mit Regen zu rechnen ist. 

Daten und klimatologische Einordnung 

Das diesjährige Frühjahr war bisher viel zu trocken. In den Monaten März, April und in der ersten Maihälfte kamen bisher im deutschlandweiten Flächenmittel nur insgesamt 58 mm Regen zusammen. Das ist nur rund ein Drittel der üblichen Regenmenge in einem Frühjahr in Deutschland! Das bisher trockenste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war 1893 mit einer Niederschlagsmenge von immerhin 85,3 mm; ähnlich trocken war das Jahr 2011 mit 89,5 mm. Dieser Vergleich zeigt, dass wir aktuell auf Rekordkurs sind. Bis Ende Mai müssten flächendeckend in Deutschland nämlich noch 25 bis 30 mm Regen zusammenkommen, um das Niveau der Jahre 1893 und 2011 zu erreichen. Besonders trocken war es in den letzten zweieinhalb Monaten im Nordosten (Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg) sowie in Teilen Niedersachsens, wo vielerorts lediglich 15 bis 30 mm, teils sogar noch weniger, Regen gefallen sind. Beispielsweise kamen in Kuhbier im Nordwesten Brandenburgs gerade einmal 11,4 mm, in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) 13,6 mm und in Berlin rund 20 mm zusammen. Diese Regenmengen sind in einem Zeitraum von 10 Wochen nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Die außergewöhnliche und anhaltende Trockenheit begann allerdings bereits Anfang Februar. Nimmt man diesen Monat noch mit hinzu, ergibt sich ein ähnliches Bild. Im Zeitraum vom 1. Februar bis zum 13. Mai zeigen aktuelle Auswertungen des stationsbasierten Niederschlags eine deutschlandweite Regenmenge von 81,8 mm. Dies entspricht weniger als die Hälfte (46 %) des üblichen Niederschlags in diesem Zeitraum. Ähnlich trocken war es einzig im Jahr 1976. Besonders trocken war es im Norden, wie Abbildung 1 (links) verdeutlicht. Vielerorts kamen dort nur 25 bis 50 mm zusammen, in Westmecklenburg stellenweise sogar noch weniger. Das Niederschlagsdefizit beträgt in vielen Regionen 75 bis 150 mm, stellenweise sogar noch mehr (Abbildung 1, rechts). Deutlich mehr Regen (aber dennoch unterdurchschnittlich) summierte sich am Alpenrand und im Schwarzwald mit immerhin 150 bis örtlich 300 mm auf, wo eine Dauerregenlage Ende März ergiebige Regenfälle brachte. Auch die Hohenloher Ebene östlich von Stuttgart und ein Streifen in der Mitte, etwa zwischen Köln und Erfurt, kamen etwas besser davon, da ebenfalls eine Dauerregenlage Anfang Mai dort nennenswerten Regen brachte.

Anhaltende Trockenheit – Update und klimatologische Einordnung teil 1

Abbildung 1: Gefallener Niederschlag in Deutschland vom 1. Februar bis 13. Mai 2025 (links) und die dazugehörige Abweichung vom Referenzwert (Referenzperiode 1991-2020) (rechts). 

Ursache für die wenigen Niederschläge waren eine ungewöhnliche Häufung von Hochdruckwetterlagen und blockierende, stationäre Wetterlagen, bei denen sich die korrespondierenden Hoch- und Tiefdruckgebiete kaum verlagerten. 

Auswirkungen auf die Bodenfeuchte 

Die Trockenheit hat logischerweise auch Auswirkungen auf die Bodenfeuchte und in der Folge auf Natur und Landwirtschaft. Die Oberböden (Betrachtung der Schicht 0 – 60 cm Tiefe) sind besonders in Nord- und Nordostdeutschland sowie von Saarland und Rheinland-Pfalz bis nach Nordbayern und Südthüringen weitaus trockener als Mitte Mai üblich (Abbildung 2, obere Karten). Speziell im Norden liegt die Bodenfeuchte teils außerhalb des Wertebereichs der Vergleichsperiode 1991 – 2020, d.h. die Bodenfeuchte war in diesem Zeitraum noch nie so niedrig. Besonders in den oberen 10 cm des Bodens ist für die vorherrschende Landnutzung bereits ein markanter, teils extremer Trockenstress vorherrschend. Dies hat vor allem Auswirkungen bei den im Frühling gesäten Feldfrüchten (Sommergetreide, Zuckerrüben, Mais), die durch noch wenig in die Tiefe reichendes Wurzelwerk zu verzögertem Auflaufen neigen. Je tiefer man in den Boden geht, desto besser stellt sich die Situation dar, wobei sich auch in den Schichten 20 bis 30 cm und 50 bis 60 cm schon vielerorts leichter bis mäßiger Trockenstress bemerkbar macht. Dennoch können sich bereits im Herbst gesäte Feldfrüchte (Raps und Wintergetreide) meist noch gut aus tieferen Bodenschichten versorgen. Damit halten sich die Folgen der Trockenheit für die Landwirtschaft aktuell noch in Grenzen. Nach Informationen aus der Landwirtschaft wird die Situation für viele Pflanzenarten kritisch, wenn es nicht innerhalb der nächsten beiden Wochen ergiebig regnet.
Anhaltende Trockenheit – Update und klimatologische Einordnung teil 2 

Abbildung 2: Bodenfeuchte unter vorherrschender Landnutzung in unterschiedlichen Bodenschichten (Prozent nutzbare Feldkapazität, % nFK). 

In tieferen Bodenschichten (80 – 150 cm Tiefe) ist hingegen noch genügend Feuchtigkeit vorhanden (Abbildung 2, untere Karten). Diese Bodenschichten profitieren von der außergewöhnlich nassen Witterungsperiode, die von Mitte 2023 bis Ende 2024 andauerte. Daher können sich die Wälder noch länger mit Wasser versorgen. Erst eine auch in den kommenden Monaten trockene Witterung würde zu einem ernsthaften Problem werden. Zusammengefasst kann man sagen, dass wir wiederholt flächendeckenden ergiebigen Regen bräuchten, also zumindest eine für ein paar Wochen unbeständige Witterung, um die Böden wieder auf die für die Jahreszeit übliche Bodenfeuchte zu bringen. Lokaler Starkregen in Form von Schauern und Gewittern würde hingegen deutlich weniger helfen. 

Niederschlagsvorhersage 

Bleibt zum Abschluss noch die große Frage zu klären, ob sich die Trockenheit auch in den kommenden Tagen fortsetzt oder ob es zumindest regional eine Entspannung geben könnte. Tatsächlich zeigen die Wettermodelle, dass in den nächsten Tagen zumindest regional endlich mal mit Niederschlägen zu rechnen ist. Bereits am morgigen Freitag entwickeln sich im Osten Deutschlands, im Osten Bayerns und möglicherweise auch im Westen Niedersachsens ein paar Schauer, die zumindest örtlich etwas Regen bringen können, wobei die meisten Orte noch in die Röhre gucken. Am Wochenende sowie am Montag werden generell in der Ost- bzw. Nordosthälfte Deutschlands zeitweilige Regenfälle oder Schauer häufiger und sorgen dort zwar nicht überall, aber immerhin gebietsweise für eine leichte Entspannung der Trockenheit. Die Modelle zeigen immerhin etwa 5 bis 15, örtlich auch um 20 mm Niederschlag (Abbildung 3). Dies reicht natürlich bei Weitem nicht aus, um das Niederschlagsdefizit auszugleichen. Nachfolgend ist in den genannten Regionen erst einmal wieder kein weiterer Regen in Sicht. In der zweiten Hälfte der kommenden Woche könnten dann aus Süden und Südwesten her Regenfälle auf die südlichen Regionen übergreifen. Wie intensiv diese ausfallen werden und wie weit sie sich nach Norden ausbreiten, wird aber von den Modellen noch sehr unterschiedlich berechnet. Wenn es blöd läuft, ist davon nur der äußerste Süden betroffen. Am wenigsten Regen wird für die kommenden sieben Tage für NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen vorhergesagt. Möglicherweise gehen einige Gebiete dort sogar komplett leer aus. Alles in allem kann man also zusammenfassen, dass es in den nächsten Tagen zwar regional wieder Regen geben wird, dass dieser aber noch lange nicht ausreicht, um das aufgebaute Niederschlagsdefizit auszugleichen. 

Anhaltende Trockenheit – Update und klimatologische Einordnung teil 3

Abbildung 3: Prognostizierte Niederschlagsmengen (mm) bis Donnerstag, 22.05.2025, 12 UTC, von unterschiedlichen Vorhersagemodellen. 

Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Aufgaben der Vorhersage- und Beratungszentrale – Teil 2

Mediendienst:
Der Medienmeteorologe tritt am Morgen seinen Dienst an und ist dann bis in die Mittagsstunden einem relativ straffen Programm ausgesetzt. Zuerst muss der Wetterbericht fürs Deutschlandradio überarbeitet werden. Im Anschluss folgt der allgemeine Wetterbericht für Deutschland und ein erstes Posting auf den Plattformen der sozialen Medien. Dieses Posting sollte mit einem schön gestalteten und aussagekräftigen Bild garniert werden. Im weiteren Verlauf wird der Pressetext verfasst, der an verschiedene Medienanstalten verschickt wird. Dabei geht es darum, das Wetter möglichst anschaulich für die Bevölkerung zu beschreiben. Danach folgt die Kernaufgabe des Mediendienstes, nämlich die Erstellung eines Wetterclips beziehungsweise eines Unwetter- oder Hitzeclips. Diese Clips werden bei entsprechenden Wetterlagen auf YouTube, in der WarnWetter-App und auf der Homepage hochgeladen. Dafür wird mit einer Software ein Wetterfilm erzeugt, der dann im betriebseigenen TV-Studio vorgetragen und aufgenommen wird. Am Mittag und Nachmittag wird der Deutschlandwetterbericht fortlaufend aktualisiert und ein Thema des Tages verfasst. Außerdem gibt es bei Unwetterlagen einen extra Bericht für Medienanstalten. Des Weiteren müssen weitere Postings erzeugt und Kundenmails beantwortet werden. Ebenso kann den ganzen Tag über das Telefon klingeln, weil beispielsweise ein Radiosender ein Interview will oder eine Zeitung Informationen für einen Artikel braucht. Gelegentlich kommt auch ein Fernsehteam vorbei, um Aufnahmen zu machen. Der Mediendienst ist also sehr vielfältig und der Kundenkontakt ziemlich ausgeprägt. 

Warnproduktion:
Dieser Dienst ist äußerst facettenreich und es werden viele unterschiedliche Aufgaben bearbeitet. Am frühen Morgen steht ein hydrologischer Bericht für ganz Deutschland und im Speziellen nochmals für das Rheineinzugsgebiet an. Danach erstellt man im Bedarfsfall Grafiken für das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) und die Deutsche Bahn (DB). Interessant für diese Kundengruppen sind vor allem großräumig zu erwartende Unwetterereignisse mit gewissem Schadenspotenzial. Daran anschließend nimmt der Meteorologe dann das weltweite Wetter in Betracht und dafür nutzt er zum Beispiel auch den Extreme Weather Index (EWI). Dieser Index dient zur Abschätzung von außergewöhnlichen Wetterereignissen weltweit und wird dazu genutzt, frühzeitig Unwetterereignisse zu erfassen. Diese Erkenntnisse werden dann entweder mündlich oder in Form eines Berichtes an das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum weitergeleitet, damit dort beispielsweise Hilfsaktionen koordiniert werden können. Im Warnproduktionsdienst werden weitere deutschlandinterne oder internationale Sonderaufgaben bearbeitet. Derzeit werden beispielsweise verschiedene Berichte zum aktuellen Wetter und die Windverhältnisse für die Ukraine erstellt. Auch für die international stationierte Bundeswehr wird Zuarbeit geleistet. Der Dienst ist somit sehr anspruchsvoll, da man sich in viele unterschiedliche Themenbereiche einarbeiten muss und sehr gute Geografiekenntnisse unbedingt erforderlich sind. 

Evaluierungs- und Analysedienst:
Dieser Dienst ist in zwei Blöcke aufgeteilt. Am Morgen und am frühen Nachmittag stehen die Bodenanalysekarten an. Es ist quasi eine Art „Malen nach Zahlen“ für den Bereich Europa und Nordatlantik. Neben der Positionierung von Hoch- und Tiefdruckgebieten werden auch Fronten sowie Isobaren in die Karte eingezeichnet. Nachdem dies früher alles noch mit Stift und Papier erfolgte, nutzt man mittlerweile ein grafisches Visualisierungstool.

Der zweite Part dieses Dienstes, der zwischen den Analysen und auch am Nachmittag gemacht wird, ist die Evaluierung. Dabei sollen Produkte auf Herz und Nieren geprüft und mögliche Fehler beziehungsweise Verbesserungsvorschläge dokumentiert werden. Das können Untersuchungen zu neu entwickelten Radarprodukten, neuen Wettermodellfeldern oder Weiterentwicklung von bestehenden Produkten sein. Des Weiteren dient dieser Dienst der Unterstützung des Guidancemeteorologen oder des Supervisors vor allem bei komplexen Warnlagen. Außerdem übernimmt der Meteorologe bei Ausfall der Außenstellen deren Arbeit, wie beispielsweise die Erstellung von Wetter- und Warnlageberichten sowie von akuten Warnungen. 

Nachtdienste:
Neben dem Supervisorennachtdienst gibt es noch zwei Nachtdienste, die nachts die Aufgaben der Außenstellen von Essen, Leipzig und Potsdam übernehmen. Neben der Erstellung der Guidance sind sie dann für akute Warnungen im Zuständigkeitsbereich der Außenstellen, für die Erstellung von Warnlage- und Wetterberichten, für die telefonische Beratung und für eine Reihe von Sonderaufgaben verantwortlich. 

Das heutige Thema des Tages und das Thema des Tages von vergangenem Samstag (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/5/10.html) boten einen Überblick über die verschiedenen Schichten in der VBZ. Nicht weiter aufgeführt wurden eine Reihe von Sonderaufgaben, wie beispielsweise die Erstellung von Ausbreitungsrechnungen im Bedarfsfall und die Übernahme von Projektarbeiten, die einen immer größeren Raum im Dienstplan einnehmen. Die Arbeit in der VBZ ist also sehr spannend, anspruchsvoll und nicht langweilig, da man sich immer wieder mit neuen Aufgaben befassen und sich in neue Themengebiete einarbeiten muss. 

 

Dipl. Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

Vor 10 Jahren: Zweiter Tornadoausbruch im „Unwetter-Mai“ von 2015

Vergangene Woche wurde an dieser Stelle bereits über den Tornadoausbruch am 5. Mai 2015 im Nordosten Deutschlands berichtet, der sich in diesem Jahr zum zehnten Mal jährte. Diese Unwetterlage sollte aber erst der Startschuss eines denkwürdigen Unwetter-Monats sein. Nur eine Woche nach dem berüchtigten „Bützow-Tornado“ kam es am 12. und 13. Mai 2015 zur nächsten, folgenschweren Unwetterlage. Schwere Gewitter brachten neben schweren Sturmböen, Starkniederschlägen und großem Hagel auch wieder mehrere, starke Tornados, die für Verwüstungen sorgten. 

Vor 10 Jahren Zweiter Tornadoausbruch im 22Unwetter Mai22 von 2015 teil 1

Abbildung 1: DWD-Bodenanalyse vom 12. und 13. Mai 2015, 12 und 18 UTC. Quelle: DWD 

Wie schon bei der ersten Unwetterlage zu Beginn des Monats handelte es sich auch bei der zweiten am 12. und 13. Mai 2015 um eine hochenergiereiche und dynamische Gewitterlage. Den Gewittern stand nicht nur eine sehr warme, feuchte und instabile Luftmasse zur Verfügung, sondern auch viel Windscherung, also mit der Höhe rasch an Stärke gewinnende und in ihrer Richtung variierende Winde. Die DWD-Analyse vom 12. Mai (14 Uhr) verdeutlicht, wie Deutschland zwischen Tief BENEDIKT über dem Nordmeer und Hoch TINA über Südosteuropa in eine Südwestströmung gelangte, mit der feucht-warme Mittelmeerluft herangeführt werden konnte (Abb. 1, links). Zugleich griff aber auch die Kaltfront von BENEDIKT über, die einen markanten Luftmassenwechsel von Nordwesten her einleitete. Unmittelbar vor der Kaltfront konnte sich in der warmen Luft eine sog. Konvergenzlinie ausbilden, also ein schmaler Bereich zusammenströmender und folglich zum Aufsteigen gezwungener Luft. Die Konvergenzlinie konnte somit als Trigger für die Gewitterentstehung fungieren. Es bildete sich eine markante, mehrere 100 Kilometer lange Gewitterlinie aus (Abb. 2, rechts). Aufgrund der Windscherung konnten sich die Gewitter organisieren, was bedeutet, dass sie stärker und langlebiger wurden. Auch einige Superzellen, also stark rotierende Gewitterzellen, waren mit dabei. Diese brachten nicht nur großen Hagel bis 4 cm Durchmesser, sondern produzierten auch mindestens vier Tornados in Arfurt in Hessen, in Kirchgandern und Nohra in Thüringen sowie in Alten in Sachsen-Anhalt. Die Tornados wurden als IF0 bis IF1.5 mit Windgeschwindigkeiten von 90 bis 180 km/h klassifiziert. 

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Abbildung 2: Radarbilder vom 12. Mai 2015, 15 und 17 UTC, und beispielhafte DWD-Warnkarte während des Ereignisses. Unwetterwarnungen sind rot, die Warndreiecke markieren Bundesländer mit einer Unwettervorabinformation. Quelle: DWD 

Am 13. Mai flutete kühlere Meeresluft weite Teile Deutschlands, zudem brachte Hoch ULRIKE eine Wetterberuhigung. Im äußersten Süden allerdings hielt sich die feucht-warme und instabile Luft und wiederholt konnte sich auf der warmen Seite der Luftmassengrenze im Bereich einer Tiefdruckrinne eine Konvergenzlinie ausbilden (Abb. 1, rechts). Zudem war die Windscherung noch etwas stärker und die Bedingungen für Superzellen und Tornados noch etwas günstiger als am Vortag. Besonders herausragend war eine Superzelle, die am Abend vom Elsass her nach Südwestdeutschland und u. a. auch über Freiburg im Breisgau zog. Dort richtete Hagel bis zu 5 cm Durchmesser größere Schäden an. Sich weiter über den Schwarzwald südostwärts verlagernd produzierte die Zelle noch mindestens zwei Tornados der Stärke IF2 bis IF2.5 (220 bis 250 km/h) bei Lenzkirch und Bonndorf. Ein weiteres System über Bayrisch Schwaben wurde eingangs der Nacht „tornadisch“. Auf eine Strecke von 10 Kilometern zwischen Stettenhofen und Affing richtete der als IF3 (~290 km/h) eingestufte Tornado schwere Schäden an. Autos wurden versetzt, Wände und Mauern eingerissen und einige Gebäude unbewohnbar. 

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Alle Blitze und eine beispielhafte Warnkarte vom 13. Mai 2015. Unwetterwarnungen sind rot, extreme Unwetterwarnungen sind violett, die Warndreiecke markieren Bundesländer mit einer Unwettervorabinformation. Quelle: DWD 

Den Betroffenen wird diese Unwetterlage sicher noch in Erinnerung sein, aber vielleicht auch dem ein oder anderen „Wetterbegeisterten“ unter den Lesern. Allen anderen soll dieser Artikel vor Augen führen, welche Naturgewalten sich schon im Mai in Form von schweren Gewittern entfalten können. 

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Schäden nach dem Tornado in Affing am 13. Mai 2015. Quelle: DWD/Siemens 

Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.05.2025
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Was haben Eichenprozessionsspinner mit dem DWD zu tun?

Eines der Kerngeschäfte des Deutschen Wetterdienstes ist die Warnung der Bevölkerung vor wetterbedingten Gefahren in Form von amtlichen Wetterwarnungen. Neben diesen Warnungen wird für die unterschiedlichsten Nutzergruppen eine Vielzahl an Indizes erstellt, von denen manche sicher bekannter sind als andere. So spielen insbesondere im Sommerhalbjahr der UV-Index und der Thermische Gefahrenindex eine wesentliche Rolle für die Allgemeinheit und sollen entsprechende Anpassungen im Umgang mit potenziell erhöhter und damit gefährlicher Sonnenstrahlung und Hitze ermöglichen. Bekannt ist vielleicht auch der sogenannte Waldbrandgefahrenindex, der das Waldbrandpotenzial beschreibt. Nicht zu verwechseln ist dieser mit der von Landesbehörden ausgerufenen Waldbrandstufe. Weitere Spezialinformationen, Portale und Indizes existieren unter anderem für die Energiewirtschaft, den Gesundheitssektor, die Luft- und Schifffahrt sowie den Katastrophenschutz und sind unter folgendem Link erreichbar: https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/fachnutzer_node.html. Eines der größeren Themenfelder betrifft die Land- und Forstwirtschaft. Für diese sogenannten agrarmeteorologischen Anwendungen werden zahlreiche, teils auch saisonal relevante Gefahrenhinweise veröffentlicht, z.B. der sogenannten Bodenfeuchteviewer oder Indizes zur Bodenfrost- oder Waldbrandgefahr, der Graslandfeuerindex oder auch eine Übersicht zur Gefahr von Hitzestress bei Geflügel für einige Tage im Voraus.

In diesem Themenkomplex der land- und forstwirtschaftlichen Fachnutzer wird nun seit Anfang April 2025 auch ein Tool zum Thema Eichenprozessionsspinner veröffentlicht. Es beinhaltet die tagesaktuelle Abschätzung und die Prognose der Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea L.) sowohl für die Eichenvitalität als auch für die Gesundheit von Mensch und Tier. Die kostenfreie, öffentlich zugängliche Web-Applikation liefert flächendeckend Informationen zum Eichenaustrieb und zur Entwicklung des Eichenprozessionsspinners und unterstützt so das Monitoring für die Gefahrenabschätzung und die Planung von regulierenden Gegenmaßnahmen. Das von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) sowie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) gemeinsam entwickelte und vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gehostete Online-Frühwarnsystem „PHENTHAUproc – Phänologiemodellierung von Thaumetopoea processionea“ berechnet modellhaft anhand temperaturbasierter Verfahren tagesaktuell und mit einer Prognose bis sieben Tage im Voraus die phänologische Entwicklung des Eichenprozessionsspinners und seiner Wirtsbaumart, der Stieleiche (Quercus robur L.).
 

Was haben Eichenprozessionsspinner mit dem DWD zu tun teil 1

Abb. 1: Deutschlandkarte zu Entwicklungsstadien des Eichenprozessionsspinners vom 11.05.2025 (Quelle: DWD) 

Anwendung kann das Tool sowohl im Pflanzenschutz als auch im Gesundheitsschutz für Mensch und Tier finden. Verfügbar ist eine Gefährdungskarte für ganz Deutschland in einer räumlichen Auflösung von 1×1 km-Pixel. Zusätzlich sind für jedes Pixel Detailinformationen abrufbar. Das kostenfreie Tool richtet sich an die Praxis in der Forstwirtschaft und Baumpflege, an Waldbesitzende, Behörden, Unternehmen, Freizeiteinrichtungen sowie an die allgemeine Öffentlichkeit. Die Modellierung der Larven- und Puppenentwicklung dient im Jahresverlauf zur Abschätzung von potenziellem Kahlfraß durch die Raupen und der steigenden Gesundheitsgefährdung durch die Brennhaare (Setae) der Larven und gibt somit Anhaltspunkte, wann zeitlich treffend präventive oder mechanische Regulierungsmaßnahmen sinnvoll einsetzbar sind.

Der Hintergrund bzw. die Notwendigkeit eines solchen Tools ergibt sich daraus, dass das Auftreten des Eichenprozessionsspinners in Mitteleuropa seit Anfang der 1990er Jahre stark zugenommen hat. Infolge der Klimaänderung gilt der Eichenprozessionsspinner im Wald sowie auf mit Eichen bewachsenen Grünflächen im ländlichen und urbanen Raum als Dauerschädling mit wechselnder Populationsdichte. Infolge von Massenvermehrungen des Eichenprozessionsspinners mit wiederholtem Kahlfraß durch die Raupen und anschließendem Befall der dadurch geschwächten Bäume mit Schadorganismen wie Prachtkäfer oder Hallimasch besteht die Gefahr, dass Eichen absterben. Die Brennhaare der Larven des Eichenprozessionsspinners bergen ernsthafte gesundheitliche Gefahren für Mensch und Tier. Sie können heftige Haut- und Atemwegsreizungen bis zum allergischen Schock verursachen.
 

Was haben Eichenprozessionsspinner mit dem DWD zu tun teil 2

Abb. 2: Grafik zur Entwicklung des Eichenprozessionsspinners für Frankfurt/Main-Nord vom 11.05.2025 (Quelle: DWD) 

Anhand der aktuellen Darstellung in der Fläche lässt sich erkennen, dass sich das Entwicklungsstadium innerhalb Deutschlands meist zwischen dem 1. und 3. Larvenstadium befindet. Schaut man neben der Flächendarstellung auf einen speziellen Ort, lassen sich anhand der dann abrufbaren grafischen und tabellarischen Darstellungen zusätzliche Informationen zu möglichen Regulierungsmöglichkeiten und zur Gesundheitsgefährdung durch die Brennhaare abrufen, die etwa im Übergang vom 2. zum 3. Larvenstadium einsetzt. Am aktuellen Beispiel ist dies vielerorts in Deutschland seit etwa Anfang Mai der Fall. Die höchste Gesundheitsgefahr durch die Brennhaare besteht im 6. Larvenstadium, kurz vor der Verpuppung.
 

Was haben Eichenprozessionsspinner mit dem DWD zu tun teil 3

Abb. 3: Tabellarische Übersicht zur Entwicklung des Eichenprozessionsspinners u.a. inklusive Gefährdungen und Regulierungsmöglichkeiten für Frankfurt/Main-Nord vom 11.05.2025 (Quelle: DWD) 

Basis dieses Tagesthemas sind Auszüge aus der Pressemitteilung des DWD „Eichenprozessionsspinner: Frühwarnsystem jetzt online“ vom 03.04.2025, die in ganzer Länge unter folgenden Link abrufbar ist: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2025/20250403_pm_eps_news.html

Dipl. Met. Sabine Krüger (Vorhersage- und Beratungszentrale, DWD) in Zusammenarbeit mit:

Thomas Leppelt und Rafael Posada Navia-Osorio (beide DWD, Agrarmeteorologie)
sowie den weiteren Projektpartnern Paula Halbig, Horst Delb und Lorenz Bachfischer von der FVA Baden-Württemberg und Peter Baier von Boku Wien

Deutscher Wetterdienst
Offenbach, den 12.05.2025
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Viel Sonnenschein am Muttertag und zum Beginn der Eisheiligen

Am heutigen Sonntag ist Muttertag. Der erste Muttertag wurde 1907 als „Memorial Mothers Day Meeting“ von Anna Marie Jarvis zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter veranstaltet. Sie wählte hierfür den 12. Mai, den Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter. Im darauffolgenden Jahr wurde dieser Gedenktag wiederholt und zwar erneut am zweiten Sonntag im Mai. Allerdings wurde er nicht nur ihrer, sondern allen Müttern gewidmet. Hierzu verteilte Anna Marie Jarvis Nelken als Lieblingsblumen ihrer Mutter vor der örtlichen Kirche, rote für die lebenden und weiße für die verstorbenen Mütter. Nachfolgend setzte sie sich dafür ein, dass ihr „Muttertag“ auch offiziell als Feiertag anerkannt werden würde. Sie war erfolgreich damit, denn am 08. Mai 1914 beschloss der US-Kongress, dass der Muttertag als nationaler Feiertag am zweiten Sonntag im Mai gefeiert werden solle. Die zunehmende Verbreitung und die damit einhergehende Kommerzialisierung des Muttertags sah sie jedoch kritisch und versuchte erfolglos, den Feiertag wieder abzuschaffen. 

Doch wie gestaltet sich das Wetter am heutigen Muttertag? Hoch SIMONE beschert allen (Groß-)Müttern zu ihrem Ehrentag viel Sonnenschein. Niederschlag ist keiner zu erwarten, nur direkt an den Alpen kann es am Nachmittag einzelne Schauer und Gewitter geben. Bei den Höchsttemperaturen gibt es hingegen eine Zweiteilung: Während im Nordosten und Osten sowie im äußersten Süden 13 bis 20 Grad erreicht werden, kann in den übrigen Landesteilen Kaffee und Kuchen bei 20 bis 26 Grad durchaus auf Balkon, Terrasse oder im Garten genossen werden. Allerdings kann der Nordost- bis Ostwind zeitweise etwas böiger sein. 

Viel Sonnenschein am Muttertag und zum Beginn der Eisheiligen teil 1

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Sonntag, 11.05.2025 12 UTC  

Viel Sonnenschein am Muttertag und zum Beginn der Eisheiligen teil 2

Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Sonntag, den 11.05.2025 

In Anlehnung an den Muttertag wurde am gestrigen Samstag der internationale „Mutter-Ozean-Tag“ begangen, der zum weltweiten Schutz der maritimen Lebensräume aufruft. Dieser Aktionstag wurde 2013 vom US-amerikanischen South Florida Kayak Fishing Club ins Leben gerufen und schließlich von der Stadt Miami offiziell anerkannt. Inzwischen wird der „Mother Ocean Day“ auch international begangen. Das Bewusstsein für die Bedrohungen der Meere als Ursprung und Ressource des Lebens soll dadurch geschärft werden. 

Bezüglich der Datierung finden sich jedoch unterschiedliche Angaben. Die einen Quellen verweisen auf einen festen Termin am 10. Mai. Andere Quellen sprechen wiederum von einem beweglichen Datum. Diese gehen davon aus, dass der Aktionstag in Anlehnung an den Muttertag immer am Samstag vor demselben ausgerichtet wird. Der Samstag bringt zudem den Vorteil mit, dass mehr Menschen bei Aktionen zum Schutz der Ozeane teilnehmen könnten. 

Mit dem heutigen 11. Mai beginnen zudem die Tage der Eisheiligen. Die Eisheiligen gehören zu den Singularitäten, also den Witterungsregelfällen in der Meteorologie. Andere bekannte Beispiele für solche Singularitäten sind die Schafskälte, der Siebenschläfertag, die Hundstage, der Altweibersommer oder das Weihnachtstauwetter. Die Eisheiligen umspannen den Zeitraum zwischen dem 11. und dem 15. Mai. Die einzelnen Tage sind dabei nach frühchristlichen Bischöfen und Märtyrern benannt. Die mit den Namenstagen verknüpften Bauernregeln haben sich aufgrund der gregorianischen Kalenderreform allerdings um zehn Tage verschoben. Mamertus am 11. Mai zählt hauptsächlich in Norddeutschland zu den Eisheiligen. Als „Eismänner“ gelten meist nur Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai) und Bonifatius (14. Mai). In Süddeutschland wird noch die „Kalte Sophie“ (15. Mai) dazugezählt, da die von Norden einströmende Kaltluft erst mit einem gewissen Zeitversatz nach Süden gelangt. 

Durch den fortschreitenden Frühling und die inzwischen schon beachtliche Tageslänge könnten warme Tage dazu verleiten, Pflanzen nach draußen zu stellen. Es ist aber zu dieser Zeit durchaus noch möglich, dass arktische Polarluft nach Deutschland gelangt. Unter Hochdruckeinfluss können wolkenlose Verhältnisse zu Nachtfrösten führen, wodurch die Pflanzen Frostschäden erleiden könnten. Eine Bauernregel zu den Eisheiligen lautet deshalb auch „Pflanze nie vor der Kalten Sophie“. 

In diesem Jahr ist es nun so, dass bereits in den vergangenen Tagen meist freundliches und stabiles, vor allem aber trockenes Wetter vorherrschend war. In den Nächten gab es gebietsweise Bodenfrost, mancherorts auch Luftfrost. 

An dieser Situation ändert sich bis auf Weiteres erst einmal nichts. Am morgigen Montag macht sich im äußersten Südwesten und direkt am Alpenrand vorübergehend etwas Tiefdruckeinfluss von Frankreich her mit teils dichterer Quellbewölkung bemerkbar. Im Südschwarzwald und an den Alpen ist dann zum Nachmittag mit einzelnen Schauern und Gewittern zu rechnen. Ansonsten setzt sich das ruhige und sonnige, leider aber auch trockene Hochdruckwetter fort. Die örtliche Bodenfrostgefahr im Nordosten und Osten, die in den kommenden beiden Nächten noch ein Thema ist, nimmt dann zur Wochenmitte meist ab. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Tage der Eisheiligen in diesem Jahr rein akademischer Natur sind. Denn zieht man beim Wetter einen Vergleich zu den vorangegangenen Tagen, treten sie nicht wirklich in Erscheinung. 

M.Sc.(Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Aufgaben der Vorhersage- und Beratungszentrale – Teil 1

Oftmals werden wir Meteorologen und Meteorologinnen gefragt, was wir eigentlich den ganzen Tag über machen, außer aus dem Fenster zu schauen, den Finger draußen in die Höhe zu strecken und uns daraus eine Wettervorhersage zu erstellen. Nun ja, wenn das denn so einfach wäre und man dazu noch so viel frische Luft hätte, dann würden wir uns auch nicht beschweren. Doch die Realität stellt sich komplett anders dar. Ein Löwenanteil der Arbeit erfolgt nämlich vor dem Bildschirm und in der restlichen Zeit stehen Wege zur Kaffeemaschine, zum Drucker, der Kantine oder der (fachliche) Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen auf der Agenda. 

Im Schichtdienst des höheren Dienstes der VBZ gibt es elf Schichten, die sich teilweise in der Aufgabenstellung unterscheiden, teils aber auch nur die unterschiedlichen Schichtzeiten berücksichtigen. Um sechs Uhr morgens beginnen dabei vier Dienste. Dann folgen bis zum Mittag zwei weitere Dienste, bevor um 13 Uhr die zwei Spätdienste beginnen und um 20 Uhr die Übergabe an die drei Nachtdienste erfolgt. Damit ist die Zentrale rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr besetzt, denn logischerweise macht das Wetter an Feiertagen, Sonntagen oder an Weihnachten keine Pause. Einige der Dienste können mittlerweile im Homeoffice erledigt werden, aber längst nicht alle. Wir Meteorologen und Meteorologinnen arbeiten dabei im Wechselschichtdienst, das heißt wir haben täglich wechselnde Schichten, was die Arbeit zwar spannend und abwechslungsreich gestaltet, aber natürlich auch Probleme in Bezug auf den Biorhythmus mit sich bringt. Nun zu den Diensten im Detail. 

Supervisor:
Dieser Dienst ist rund um die Uhr besetzt. Der Supervisor hat quasi den Hut auf und ist der Koordinator für sämtliche anfallende Dienste sowie der erste Ansprechpartner für Anfragen von hoher Priorität. Seine Hauptaufgaben sind die Erstellung einer synoptischen Übersicht Kurzfrist, das Katastrophenmanagement, die Vertretung des Präsidenten am Wochenende und nachts, die Erstellung des nationalen Warnlageberichts, die Leitung der Videokonferenzen zum gemeinsamen Warnmanagement mit den Außenstellen, das Halten der Wetterbesprechung, das Neubesetzen von Diensten beispielsweise aufgrund von Krankheitsfälle, das Monitoring des Wettergeschehens, das Verfassen von Sofortwetterberichten, die Korrektur und Abnahme von erstellten Produkten und vieles mehr. Das Aufgabenspektrum ist also sehr umfangreich und erfordert eine Menge Erfahrung. Diesen Dienst kann daher nur ein ausgewählter Kollegenkreis innerhalb der VBZ leisten. 

Mittelfristdienst:
Der Mittelfristdienst startet in der Früh und geht bis in den Nachmittag. Grundlegend befasst sich der Mittelfristmeteorologe mit den Vorhersagen, die über das aktuelle Wetter, also über die Kurzfrist hinausgehen. Dazu verfasst er eine synoptische Übersicht Mittelfrist, gibt eine Einschätzung für zu erwartende markante oder unwetterartige Wetterereignisse in der Mittelfrist, schreibt eine 10-Tageswettervorhersage für Deutschland, verfasst eine hydrologische Mittelfristvorhersage und erstellt Prognosekarten für zu erwartende Druckfelder und Lage von Fronten innerhalb der nächsten 108 Stunden. 

Guidance-Dienst:
Auch der Guidance-Dienst beginnt am frühen Morgen seinen Dienst, bevor zum Mittag der Spätdienst übernimmt und abends dann der Nachtdienst. Somit ist dieser Dienst rund um die Uhr besetzt. Er ist grundlegend für die deutschlandweite Wetterüberwachung zuständig und die Koordination des Warnmanagements in Absprache mit den Außendiensten. Dabei erstellt er mit einem Zeichenprogramm fortlaufend sogenannte Guidancepolygone für warnrelevante Wetterereignisse, die den Außenstellen als Richtlinie für akute Warnungen dienen sollen. Am Morgen wird außerdem in tabellarischer Form eine Übersicht über die zu erwartenden Wetterereignisse in ganz Deutschland erstellt. Diese Übersicht dient als Diskussionsgrundlage für die morgendliche Frühkonferenz. Die Vorabinformationen werden ebenfalls vom Guidancemeteorologen angefertigt und Windwarnungen für große Teile des Landes gibt er ebenfalls heraus. Selten, aber von sehr großer Bedeutung ist die Bedienung von MoWas (Modulares Warnsystem), denn damit wird vor extremen oder sehr schadensträchtigen Wetterereignissen gewarnt, wie es beispielsweise beim Ahrtalhochwasser der Fall war. Zudem füllt der Guidancemeteorologe täglich ein Formular aus, das zur Archivierung von Wetterlagen dient. Gelegentlich erfolgen telefonische Beratungen sowohl für Feuerwehr und Polizei als auch für Privatpersonen. Insgesamt ist dieser Dienst sehr eng mit dem Supervisor verknüpft und quasi seine rechte Hand bei Warnlagen. 

In einem weiteren Thema des Tages werden Ihnen dann noch die restlichen Dienste vorgestellt. 

 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

Persistente Hochdrucklage

Der meteorologische Frühling geht allmählich in die finale Phase und ein Blick in die Statistik zeigt, dass dieser bisher größtenteils zu sonnig und zu trocken ausfiel. Der März brachte im Flächenmittel lediglich 17 Liter pro Quadratmeter an Niederschlag. Dies entspricht verglichen mit dem Referenzzeitraum von 1991 bis 2020 gerade einmal 31,8 Prozent der üblichen Niederschlagssumme. Der April gestaltete sich zumindest zeitweise etwas unbeständiger. Doch auch im zweiten meteorologischen Frühlingsmonat fiel vielerorts erneut zu wenig Niederschlag. Dafür kamen alle Sonnenliebhaber in den ersten beiden Frühlingsmonaten auf ihre Kosten. Verbreitet gab es überdurchschnittlich viele Sonnenstunden.

Verantwortlich dafür waren persistente blockierende Hochdrucklagen über Nordwesteuropa. Diese kräftigen Hochdruckgebiete sind verbunden mit hohem Geopotential in der mittleren Troposphäre und haben einen deutlichen Einfluss auf die großräumige Strömungskonfiguration. So werden Tiefdruckgebiete, welche sich in mittleren Breiten normalerweise von West nach Ost verlagern, nach Süden und Norden abgelenkt. Dadurch gab es in den vergangenen Monaten in Teilen von Süd- und Südwesteuropa immer wieder teils kräftige Niederschläge. Gleichzeitig kam es in Nordwesteuropa und in Teilen von Mitteleuropa zu längeren Trockenperioden.

Persistente Hochdrucklage teil 1

Geopotentialanomalie im Zeitraum von März bis April 2025 über Europa. Persistente Hochdrucklagen über Zentral- und Nordwesteuropa sorgen für positive Anomalien. 

Aktuell befinden wir uns im Einflussbereich von Hoch RICCARDA. RICCARDA erstreckt sich vom Atlantik bis nach Zentraleuropa. Dadurch herrscht bei uns auch an diesem Wochenende überwiegend sonniges und vor allem weitgehend trockenes Wetter. Gleichzeitig erstreckt sich von den Azoren bis in den Mittelmeerraum eine Zone tiefen Luftdrucks. Damit setzt sich ein ähnliches Muster, wie in den vergangenen Monaten häufig beobachtet, auch in den nächsten Tagen fort. Während in Südwesteuropa teils kräftige Niederschläge fallen, bleibt es in weiten Teilen Mitteleuropas niederschlagsfrei oder es werden nur sehr geringe Niederschlagsmengen erwartet.

Persistente Hochdrucklage teiln 2

Vorhersagekarte des Bodendrucks für Freitag, den 09.05.2025 um 12 UTC. Hoch RICCARDA beeinflusst das Wettergeschehen in weiten Teilen Deutschlands. 

Und auch in der kommenden Woche bleibt bei uns voraussichtlich hoher Luftdruck wetterbestimmend. Am Montag gelangt der äußerste Südwesten in den Einflussbereich eines Tiefdruckgebietes über der Biskaya. Dadurch sind dort im Tagesverlauf einzelne Schauer oder Gewitter möglich. Nach jetzigem Stand baut sich allerdings über Nordwesteuropa bereits zur Wochenmitte erneut eine Omegalage mit einem kräftigen blockierenden Hoch bei den Britischen Inseln auf. Deutschland befindet sich dann auf der Vorderseite des Druckgebildes in einer nördlichen Strömung. Dadurch gehen die Temperaturen in der nächsten Woche wieder etwas zurück und aufgrund der recht trockenen und häufig auch freundlichen Witterung wäre die Nachtfrostgefahr immer noch nicht ganz gebannt.

Persistente Hochdrucklage teil 3 

Vergleich der Modellvorhersagen zur Großwetterlage für Freitag, den 16.05.2025 um 12 UTC. Eine ausgeprägte Omegalage baut sich über Nordwesteuropa auf.  

Allerdings bestehen bezüglich der Intensität und der genauen Lage des Hochs noch Unsicherheiten. Befindet sich das Hoch etwas weiter westlich, kommt es bei uns zu einer unbeständigen und kühlen Wetterphase. Verlagert sich der Schwerpunkt des Druckgebildes etwas weiter nach Osten, dürfen wir uns bei viel Sonnenschein teils schon auf frühsommerliche Temperaturen freuen. Während beim ersten Szenario zumindest etwas Niederschlag zu erwarten wäre, bliebe es beim zweiten weitgehend trocken. Somit bliebe uns auch in nächster Zeit das altbekannte Muster des diesjährigen Frühlings erhalten. Damit wird sehr wahrscheinlich auch der Mai überdurchschnittlich viele Sonnenstunden mit sich bringen und die Trockenheit verschärft sich in einigen Gebieten weiter!

M.Sc. – Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Sonne als Medizin

Nach dem Winter, der auch als „dunkle Jahreszeit“ bezeichnet wird, zeigt sich der Frühling in Deutschland von seiner sonnigen Seite. Die Sonne hat dabei einen großen Einfluss auf unsere Psyche und körperlichen Vorgänge. So verbessert beispielsweise eine gesunde Portion Sonne nachweislich unseren Schlaf. Sowohl im März als auch im April lag die Sonnenscheindauer deutlich über dem klimatologischen Mittel.

Nach einer kurzen wechselhafteren Witterungsphase in den vergangenen Tagen sorgt derzeit Hochdruckeinfluss wieder für zunehmend sonnige Abschnitte – ideale Bedingungen, um nicht nur die Natur, sondern auch den eigenen Körper mit einem essenziellen Nährstoff zu versorgen: Vitamin D. Dieses sogenannte „Sonnenvitamin“ ist für zahlreiche Prozesse im menschlichen Körper von zentraler Bedeutung und seine Produktion ist direkt vom Wetter abhängig. 

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Webcamfoto vom Gebäude des Deutschen Wetterdienstes aus mit Blick nach Offenbach am Donnerstag, den 08. Mai 2025, 08 Uhr. Quelle: DWD 

Vitamin D wird nur zu einem geringen Teil über die Nahrung aufgenommen. Beispielsweise enthalten Pilze eine gewisse Menge Vitamin D, ebenso wie einige tierische Produkte. Der Großteil wird jedoch in der Haut gebildet, wenn diese der UV-B-Strahlung der Sonne ausgesetzt ist. Genau hier kommt das Wetter ins Spiel: In den Wintermonaten, wenn die Sonne tief steht und dichte Wolken den Himmel dominieren, reicht die UV-B-Strahlung in Deutschland nicht aus, um nennenswerte Mengen an Vitamin D zu bilden. In dieser Zeit greifen viele Menschen auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, oder sie bauen auf die Speicherreserven, die im Sommer zuvor aufgebaut wurden. Doch diese sind nach dem Winter oft erschöpft.

Mit dem meteorologischen Frühling ändert sich die Lage nun spürbar. Die Tage werden länger und die Sonne steht wieder höher am Himmel. Dies geht vielerorts mit längeren Sonnenphasen einher. Dabei wird auch die Produktion von Neurotransmittern wie Serotonin angeregt – ein Hormon, dass die Kommunikation zwischen Nervenzellen unterstützt und gleichzeitig für gute Stimmung sorgt. Die klimatische Veränderung ist somit mehr als nur ein Grund zur Freude: Sie markiert den Beginn jener Phase, in der der Körper wieder selbstständig Vitamin D produzieren kann.

Wer in diesen Tagen regelmäßig spazieren geht oder sich eine kleine Auszeit auf dem Balkon oder im Park gönnt, kann seinem Körper auf natürliche Weise helfen, die leeren Vitamin D-Speicher wieder aufzufüllen. Dafür braucht es keine stundenlangen Sonnenbäder. Zwei- bis dreimal pro Woche etwa 15 bis 30 Minuten Sonnenlicht auf Gesicht, Händen und Unterarmen genügen für die körpereigene Synthese. Wichtig ist dabei, dass keine Sonnencreme aufgetragen ist, da diese zwar vor Hautschäden schützt, aber zugleich die Vitamin-D-Produktion blockiert. Ein maßvoller Umgang mit der Sonne ist also entscheidend: genug Licht für die Gesundheit ohne das Risiko eines Sonnenbrands.

Diese wetterabhängige Versorgungslage mit Vitamin D macht deutlich, wie eng unsere körperliche Gesundheit mit klimatischen Bedingungen verknüpft ist. Während die Sonne im Sommer oft als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird, ist sie nach Monaten der Dunkelheit ein wertvoller medizinischer Faktor. Angesichts aktueller Studien, die einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte, depressive Verstimmungen oder chronische Erkrankungen nahelegen, gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. 

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Relative Sonnenscheindauer in Prozent nach MOSMIX von Freitag, den 09. Mai bis Sonntag, den 11. Mai 2025 in Deutschland. Quelle: DWD 

Der aktuell zunehmende Hochdruckeinfluss bietet also eine echte Chance: Der Frühling zeigt sich von seiner sonnigen, heilsamen Seite – und der Körper ist bereit, neue Energie zu schöpfen sowie die über den Winter geleerten Vitamin-D-Speicher wieder aufzufüllen. Und das allein mithilfe des Sonnenlichts. Es lohnt sich, diese natürlichen Ressourcen bewusst zu nutzen, denn sie tragen zu Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und langfristiger Gesundheit bei. 

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Hoch RICCARDA

Aktuell bestimmt das umfangreiche Hoch RICCARDA (I) mit Schwerpunkt über Schottland bzw. über der Nordsee das Wetter in Deutschland. Sein Einflussbereich reicht von Irland bis nach Skandinavien bzw. bis zum Baltikum. Tiefdruckgebiete müssen daher ausweichen, so dass das Hoch auch in den kommenden Tagen bei uns wetterbestimmend bleibt. Die Position des Hochs sorgt allerdings dafür, dass die Grundströmung aus nördlichen bzw. nordöstlichen Richtungen kommt. Somit bleiben die Temperaturen zunächst gedämpft und aufgrund der feuchteren Grundschicht ziehen immer wieder kompaktere Wolkenfelder durch, die aber kaum Regen bringen.

Hoch RICCARDA teil 1 

Abb 1: Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Mittwoch den 07.05.2025 12 UTC 

Am heutigen Mittwoch zeigt sich der Himmel unterschiedlich bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Lediglich an den Alpen sind die Wolken kompakter und bringen dort etwas Regen in den höchsten Alpengipfeln auch etwas Schnee. Es liegt daran, dass der Einfluss von Tief JÜRGEN über Oberitalien über den Alpenhauptkamm hinweg bis nach Süddeutschland reicht. Die Höchstwerte liegen zwischen 12 Grad an den Alpen und 18 Grad im Westen. Der Wind weht schwach bis mäßig aus nordöstlichen Richtungen. 

In der Nacht zum Donnerstag klart der Himmel vor allem in der Mitte und in Teilen des Nordens auf. Im Süden halten sich dichtere Wolken und an den Alpen regnet es weiter, oberhalb 1800 m schneit es. Die Tiefstwerte liegen zwischen 8 und 0 Grad. Von Schleswig-Holstein bis nach Sachsen tritt örtlich leichter Frost bis -2 Grad auf. 

Hoch RICCARDA teil 2

Abb 2: Wetter- und Temperaturkarte, Mittwoch 07.05.2025 

Am Donnerstag profitierten die Mitte und der Norden des Landes von der Nähe des Hochs, so dass dort überwiegend die Sonne scheint. Im Süden hingegen fällt aus kompakten Wolkenfeldern etwas Regen. Dabei liegen die Tageshöchstwerte zwischen 11 Grad an den Alpen und knapp 20 Grad am Niederrhein. Der Wind weht weiterhin schwach bis mäßig aus Nordost. 

In der Nacht zum Freitag klingen die leichten Niederschläge an den Alpen weiter ab. An der Ostsee ziehen vereinzelte Schauer auf. Der Rest des Landes bekommt eine meist klare Nacht. Vor allem vom östlichen Niedersachsen bis nach Sachsen und Brandenburg muss bei Tiefstwerten zwischen +2 und -3 Grad häufiger mit leichtem Frost gerechnet werden. Ansonsten liegen die Tiefstwerte zwischen 8 und 2 Grad. 

Hoch RICCARDA teil 3

Abb 3: Wetter- und Temperaturkarte, Donnerstag 08.05.2025 

Am Wochenende verstärkt sich der Hochdruckeinfluss über Deutschland, so dass die sonnigen Anteile zunehmen werden. Lediglich am Freitag gibt es noch im Osten und an den Alpen vereinzelte Schauer, ab Samstag ist es überall niederschlagsfrei. Die Temperaturen steigen von Tag zu Tag an. Am Sonntag werden dann Höchstwerte von 17 bis 22, im Westen bis knapp 25 Grad erreicht. In der Nacht zum Samstag ist die Frostgefahr noch leicht erhöht, aber sie nimmt ab Samstag dann deutlich ab. 

Auch die neue Woche beginnt freundlich und mit Höchstwerten von 19 bis 24 Grad ist es auch mäßig warm. Regen wird nicht erwartet, so dass sich die Trockenheit in einigen Teilen Deutschlands weiter verschärft. 

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.05.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst